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list-iconAlexander Humbert (JU) über Gamespolitik

Blogeintrag von Patrik Schönfeldt | 25. August 2010 | Zu den Kommentaren (13)

Wenn man sich dem Stand der Jungen Union auf der gamescom näherte, konnte  man schon von Weitem den Slogan „Verantwortung statt Verbote“ erkennen. Wir haben uns mit Alexander Humbert, dem Bundesgeschäftsführer der Jungen Union Deutschlands, unterhalten und interessante Einblicke in dieses und andere Themen gewinnen können.

Wie möchte die Junge Union das Verantwortungsbewusstsein stärken? Sind hierfür schon Maßnahmen geplant und soll auch der rechtliche Rahmen angepasst werden?
Bundesgeschäftsführer der JUUns ist die Stärkung der Medienkompetenz junger Menschen sehr wichtig. Wir möchten so auch das Problem umgehen, dass sich die Diskussionen immer um Verbote drehen. Wir meinen, dass die Verantwortung vor allem bei den Eltern liegt, aber auch bei den Jugendlichen selbst. Diese Verantwortung lässt sich stärken, indem zum Beispiel in der Schule ein Fach Medienerziehung eigenführt wird, bzw. die Jugendlichen und auch ihre Eltern besser für die neuen Möglichkeiten der Medien sensibilisiert. Das gilt nicht nur für Computerspiele, sondern auch für das Internet.

Wie weit darf der Jugendschutz überhaupt Erwachsene einschränken oder sollten Erwachsene möglichst unbeeinflusst bleiben von Maßnahmen, die sich eigentlich nur zum Schutz der Jugend auswirken sollen?
Aus unserer Sicht gilt das gleiche wie etwa beim Kino. Der Jugendschutz in Deutschland funktioniert. Statt Verboten brauchen wir eine konsequente Anwendung der bestehenden Gesetze. Es gibt viele jugendgefährdende Dinge, die kontrolliert werden: An der Kasse muss schlichtweg besser geprüft werden. Bei Alkohol und bei Zigaretten wird das Alter der Käufer auch abgefragt. Und Eltern sollten sich stärker dafür interessieren, was Ihre Kinder gerade spielen.

Sie wollen also auch die Händler stärker in die Verantwortung nehmen, die ja durch das Gesetz schon gebunden sind?
Aus Sicht der Jungen Union Deutschlands sind die bestehenden Gesetze zum Jugendschutz ausreichend.

Was hält die Junge Union von den Jugendschutzfunktionen, die mittlerweile alle Videospielplattformen bieten?
Wir halten alles für sinnvoll, was den Jugendschutz wirksam verbessern kann, ohne ihn zu übersteigern. Wir sind uns auch darüber im Klaren, dass es bei jeder Sperre Umgehungsmöglichkeiten gibt. Das gilt genauso für PayTv und Kinofilme, wo es auch nicht auszuschließen ist, dass Minderjährige an Erwachseneninhalte kommen. Wenn wir den Jugendschutz konsequent anwenden, dann braucht es auch keine Verbotsdebatten.

Die Altersüberprüfung unter Windows verknüpft das Benutzerkonto mit einem Alter. So kann erlaubt oder verwehrt werden, ein Spiel zu starten. Auf ähnliche Weise gibt es vermehrt persönliche Benutzerkonten für bestimmte Spiele, meist muss sich der Spieler hierfür online anmelden. Wie beurteilt die Junge Union diese Entwicklung mit Hinblick auf den Datenschutz.
Der Datenschutz wird in Deutschland sehr ernst genommen. Wie man an der Debatte um Google Street View sehen kann, reagiert die Gesellschaft sehr sensibel auf diese schwierige Frage – leider oft auf der Basis von Unwissenheit. Bei der Verknüpfung der Benutzerkonten mit persönlichen Angaben ist der Datenschutz in jedem Fall gefordert. Ähnlich wie beim Online-Banking ist dies ein sensibler Bereich.

Durch die Kontenbindung wird ein Weiterverkauf von gebrauchten Spielen unmöglich gemacht, außerdem fordern immer mehr Publisher den Spielern eine permanente Onlineverbindung ab. Wie weit darf der Kopierschutz gehen und wann muss die Politik im Sinne der Verbraucher eingreifen?

Wir haben, wie in unseren Publikationen und auch im Internet zu lesen ist, andere medienpolitische Positionen als einige Politiker in unseren Mutterparteien CDU und CSU. Aber das Urheberrecht ist ein ganz wesentlicher Schutz der Kreativwirtschaft in Deutschland. Die gamescom würde es ohne den Urheberrechtsschutz, der eng mit dem Kopierschutz zusammenhängt, wahrscheinlich nicht geben. Die Kreativen müssen mit ihren Ideen auch Geld verdienen können. Den Urheberrechtsschutz halten wir deshalb für unverzichtbar.
Wir leben in einer Marktwirtschaft und keiner wird gezwungen, solche Spiele zu kaufen und zu spielen. Letztendlich werden die Hersteller merken, ob sie durch den Kopierschutz und den Onlinezwang weniger Spiele verkaufen. Der Markt wird darauf reagieren.

Eine erforderliche Onlineanbindung stellt vor allem ehrenamtlich arbeitende Organisatoren von Netzwerkveranstaltungen vor schier unlösbare Aufgaben. Teilweise müssen hunderte Gamer mit Internet versorgt werden. Einige Spiele sind daher für den eSport nur noch eingeschränkt geeignet. Welche Ansätze bietet die Junge Union, um ehrenamtliches Engagement im eSport zu fördern.
Viele JU-Mitglieder sind Computerspielfans und gehen gerne auf LAN-Partys. Und natürlich ist es ein großes Problem, dass vielerorts die Kapazitäten nicht ausreichen. Zur Lösung des Problems kann ich mir neben dem flächendeckenden Ausbau der Netze gut vorstellen, dass es in ein paar Jahren noch mehr eingetragene eSport-Vereine gibt, die sich organisieren und durch Mitgliedsbeiträge finanzieren.

list-icongamescom: Tag 4 – play2gether

Blogeintrag von David Hinrichs | 21. August 2010 | Kommentar schreiben! (0)

Wie wir bereits Donnerstag berichteten, haben sich viele Aussteller des Jugendforums NRW die Förderung der Medienkompetenz von Eltern auf die Fahnen geschrieben. Mit play2gether besuchten wir heute eine Initiative, deren Veranstaltung noch während der Messewoche stattfand. Organisiert vom Kinderschutzbund und unterstützt durch das Institut „Spielraum“, luden die Verantwortlichen heute Eltern mit Kindern zu einem Spielparcours ein, der die Stärkung der Medienkompetenz beider Seiten zum Ziel hatte. Zum Programm gehörten einfache Spiele wie „Trackmania“, „Guitar Hero“ oder „Wii Tab“, bei denen Bedienung und Spielziel schnell erklärt sind und ein schneller Einstieg in die Materie ermöglicht wird.

Bereits kurze Zeit nach der Öffnung stellten sich auch schon die ersten Teilnehmer ein: Kinder die, wenn nicht gleich mit beiden Elternteilen zusammen, zumindest von Vater oder Mutter begleitet wurden. Christian und ich übernahmen dann als Betreuer die Stationen „Guitar Hero“ und „Trackmania“. Durch die eingänglichen Spiele stellte sich schnell gemeinsame Freude bei Eltern und Kindern ein, vor allem für die Kinder ein wichtiger Faktor in der Medienerziehung. Die Gäste nahmen die Spiele und die Möglichkeit, sich mit ihren Fragen an versiertes Personal zu wenden gut auf. Reger Austausch, auch nach recht kurzen Spielsessions, war oft zu beobachten.

Fazit: Letztendlich stellt sich aber auch die Frage, ob ein breiteres Angebot, wie kleine Vorträge zu Themen wie USK und kindgerechtes Spielen, unter Umständen noch mehr Interessierte angezogen hätte. Eine durchaus gelungene Aktion, die durch eine breiter gestreute Ankündigung, vor allem in regionaler Presse, auch noch mehr Publikum hätte bedienen können.

list-icongamescom: Tag 3 – Bewegung!

Blogeintrag von Lars Baumhöfener | 20. August 2010 | Kommentar schreiben! (0)

Microsoft Kinect – richtungweisender Trend oder lediglich ein nettes Spielzeug?

Heute morgen hatte ich die Gelegenheit mit Microsofts Kinect die erste Plattformsteuerung völlig ohne Eingabegeräte auszuprobieren. Große Einstellmöglichkeiten gibt es dabei nicht: Man stellt sich in nicht allzu schrägem Winkel vor der Kamera auf, schon startet das Spiel. Der kurze Moment der Ratlosigkeit, was man denn hier so ganz ohne Controller treibt, vergeht, sobald der virtuelle Cursor beginnt der eigenen Hand zu folgen. Kinect verfolgt mit einer Kamera erstaunlich genau die Bewegung unsere Händflächen, nach anfänglicher Orientierung geht die Steuerung der Benutzeroberfläche problemlos von statten. Nett: Haben wir eine Schaltfläche angewählt, müssen wir die Hand so lange auf dieser halten bis ein grüner Balken volläuft, der die Auswahl bestätigt. So verhindert Microsoft, dass der Spieler ständig aus Versehen falsche Menüs öffnet.

David beim Speerwurf in Kinect

David beim Speerwurf in Kinect

Zur Angebotspalette von Kinect gehören vor allem nette Social Games, die sich durch Einfachheit und knallbunte Grafik auszeichnen, ebenso wie die bereits von der Wii bekannten Sportspiele, für die Kinect aufgrund der Eingabetechnologie bestens geeignet ist. Gerade dass die Kamera auch die Feinheiten jeder Bewegung korrekt erkennt macht einen großen Teil des Spaßfaktors aus, so wird für Spiele wie „100 Meter Sprint“ wirklich Laufen auf der Stelle verlangt – und nicht blos das rhytmische Bewegen der Arme. So eignet sich Kinect großartig für den Einsatz im Bereich des virtuellen Sports, schließt durch die wirkliche Bewegung leider körperlich Behinderte von manchen Disziplinen aus.

Microsoft sieht die Faszination der neuen Spiele eindeutig nicht in einer prachtvollen Grafik oder einem ausgeklügelten Spielprinzip, sondern in der freihändigen Steuerung sowie im sozialen Aspekt – jedes Spiel oder Minispiel verfügt über einen Multiplayer-Modus.
Dabei erledigt sich durch das Nichtvorhandensein eines Controllers sogar das althergebrachte Problem bei einer Mehrspieler-Party im eigenen Wohnzimmer, noch hektisch Eingabegeräte von Freunden herbei telefonieren zu müssen. So werden spontane Spieleinlagen leichter gemacht, Kinect scheint mit dem Blick auf genau diese Situation entwickelt worden zu sein. Und mal ganz unter uns: Wer will sich schon von den Nachbarn beobachtet sehen, wie er ganz allein in seinem Wohnzimmer vor dem Fernseher rumhampelt?

PS: Wir haben natürlich auch Sonys Move getestet. Nintendos Bewegungssteuerung bei der Wii bietet sogar schon länger ein vergleichbares Konzept. Es gibt sogar einen vierten Ansatz von einer kleinen finnischen Firma. Ihr könnt euch also schon auf einen ausführlicheren Artikel über  Bewegungssteuerung freuen. Dieser wird in der Erstauflage unseres Mitgliedermagazins erscheinen.

list-icongamescom: Tag 2 – Der Kongress

Blogeintrag von David Hinrichs | 19. August 2010 | Zu den Kommentaren (3)

Heute fand der gamescom congress 2010 statt. Dort konnten sich Medienvertreter, Forscher und Developer über Games als Wirtschaftsfaktor, ihre Wirkung als Medium und interessante Studien wie die Verbindung von Games zum klassischen Brettspiel austauschen.

In den Pausen zwischen den Vorträgen führte der VDVC interessierte Konferenzgäste über die Messe. In Gruppen von bis zu acht Personen zeigten und erklärten wir den Besuchern alles, was aus Gamersicht essenziell zu wissen ist. Vom Kongresszentrum führte unser Weg direkt in Halle 8, dort befinden sich unter anderem die Präsenzen der USK und der BPjM und der KJM. Außerdem liegt hier das Jugendforum NRW, in dem sich viele Initiativen rund um Medien zum Thema Elternkompetenz, wie oder das Institut Spielraum präsentieren durften. Dazu gehört auch der bekannte Kölner Clan n!faculty, der hier zusammen mit den GameParents für mehr Erwachsenenbildung im Gamesbereich wirbt.

Die Faszination Gaming erlebten die Teilnehmer dann ungebremst in den restlichen Hallen der Entertainment-Area. Hier konnten die Stände der Publisher und Entwickler in Augenschein genommen werden, genauso wie die Finals der Europameisterschaft 2010.

list-icongamescom: Tag 1 – Die Ankunft

Blogeintrag von Lars Baumhöfener | 18. August 2010 | Zum Kommentar! (1)
Lars trifft einen kleinen Helden aus der Star Wars Saga.

Lars trifft einen kleinen Helden aus der Star Wars Saga.

Wenn Morgen um 10 Uhr die Tore der gamescom in Köln öffnen, warten wir bereits in Halle 9 auf euch.  Zu Gast bei der ESL findet ihr uns am einfachsten, wenn ihr die ESL Intel Alienware Arena durch den rechten Eingang betretet.  Nachdem wir heute bereits den Fachbesuchertag genießen durften, R2D2 trafen und uns schon mal vor Ort umgesehen haben, steht das Team an unserem Stand den Rest der Woche Rede und Antwort.  Mitglieder, Eltern und andere Interessierte sind herzlich willkommen um sich mit uns über Themen wie Jugendschutz, Indizierung und Gaming an sich zu unterhalten.

PS: Unsere Petition gegen Indizierung hat schon über 500 Unterschriften.

Unser Messestand auf der gamescom 2010.

Unser Messestand auf der gamescom 2010.

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