Update

Kurzmitteilung

  • Mike Dirnt von „Green Day“ zeigt sich besorgt über den Einfluss von Videospielen (24.08.2016 – nme.com).
  • Dr. Rudolf Hänsel über „Killerspiele“: „Sie erziehen zum Beruf des Söldners“ (24.08.2016 – vdvc.de).
  • Bundeswehr auf der Gamescom, normal? Werbung auf „Spielemesse“ wird kritisiert (23.08.2016 – vdvc.de).
  • Krahé: Killerspiele „führen […] zu einer positiven Bewertung von Gewalt“ (18.08.2016 – vdvc.de).
  • Am Freitag #NotAGame gegen Bundeswehr auf der Gamescom mit Michael Schulze von Glaßer. Kritik auch von den Piraten und bei twitter (17.08.2016).

Ältere Meldungen

Hänsel: „Sie erziehen zum Beruf des Söldners“

(nrhz.de) Der Psychologe Dr. Rudolf Hänsel greift in einem Artikel zwei kritische Stellungnahmen des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) zur Wirkung von Videospielen auf, in denen er „einen wichtigen Beitrag zu der vom deutschen Innenminister nach dem tödlichen Anschlag von München geforderten gesellschaftlichen Debatte über die schädliche Wirkung von Gewaltspielen“ sieht. Zu einer ehrlichen Diskussion der Wirkung von „Killerspielen“ wird es, so seine Prognose, dennoch nicht kommen, da sich die Gesellschaft hierfür nicht ausreichend einsetze.

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Bundeswehr auf der Gamescom, normal?

Vom 18. bis zum 21. August 2016 fand die Gamescom in Köln statt – die weltweit größte Publikumsmesse für Videospiele mit 345.000 Besuchern. Mit dabei war auch diesmal wieder die Bundeswehr. Es wurde über Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr informiert, wobei zur Werbung neben den Youtube-Stars MarcBradeTV und RealChris Tezz sowie dem (B)W-LAN auch zwei gepanzerte Fahrzeuge – Typ Fennek und Wiesel – am Stand aufgefahren wurden, in denen auch kleine Kinder Platz nehmen durften.

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Krahé: Killerspiele „führen […] zu einer positiven Bewertung von Gewalt“

(bdp, via heise.de) Im Format #kurzerklärt von tagesschau.de wurde am 16. August 2016 recht entschieden betont, dass „noch nie nachgewiesen [wurde], dass Gewalt in Computerspielen zu Gewalt in der Realität“ führe. Widerspruch kommt nun vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (bdp) der konstatiert, dass „der Einfluss von Gewaltdarstellungen in den Medien auf die Aggressionsbereitschaft im realen Leben jährlich zur GamesCom geleugnet“ werde. Weiter Prof. Dr. Barbara Krahé:

„Genau wie die Produktwerbung im Fernsehen das Kaufverhalten im Supermarkt beeinflusst, wirkt sich das Töten und Verletzen im Rahmen von Killerspielen auf Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen im echten Leben aus. Gewalterfahrungen im realen Leben und in den Medien verstärken sich gegenseitig und führen nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig zu einer positiven Bewertung von Gewalt.“

Zur Pressemeldung vom 17. August 2016

(Dank an Rigolax.)

Schwarzer: Ego-Shooter waren Vorbild für Amoklauf

(spiegel.de) Alice Schwarzer setzte sich schon in der Vergangenheit mit Amokläufen auseinander – insbesondere als nach dem Amoklauf von Winnenden konstatiert wurde, dass der Täter „sich nicht gezielt an den Mädchen und Lehrerinnen […] rächen wollen“ und es „eher Zufall [war], dass im Kugelhagel […] acht Schülerinnen und drei Lehrerinnen, aber nur ein Schüler ums Leben kamen“. Es spreche die „Sitzordnung in den Klassen […] nicht unbedingt dafür, dass der Täter es ganz bewusst ausschließlich auf weibliche Opfer abgesehen [habe]“. Eine Bewertung, mit der sie sich nicht abfinden wollte und auch den Bogen zu „Killerspielen“ schlug.

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Bischöfin Susanne Breit-Keßler warnt vor „Killerspielen“

(kathpress.at) Die evangelische Bischöfin Susanne Breit-Keßler hat bei einem ökumenischen Gottesdienstes „Killerspiele“ kritisiert. Am heutigen Montag betonte sie beim Augsburger Hohen Friedensfest einen klaren Zusammenhang zwischen der Gewaltbereitschaft junger Menschen und „Killerspielen“, die unter anderem dazu führten, dass es den Nutzern schwere falle, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden.

„Regelmäßiger Konsum von Gewalt führt zu fehlender Empathie. […] Ich glaube nicht daran, dass Kinder und Jugendliche unbeeindruckt bleiben von Killerspielen oder Schlägereien auf Handys. […] Der Mangel an Empathie führt dazu, dass einer sich nicht mehr für den anderen einsetzt oder gar den perversen Drang in sich verspürt, sich durch eine Gewaltorgie zu beweisen.“

Zum Artikel (kathpress.at)

Baden-Württembergs Verbraucherschutzminister setzt „Gewaltspiele“ auf die Agenda

(morgenweb.de, via heise.de) Der Mannheimer Morgen zitiert in einem Artikel vom 6. August 2016 den baden-württembergischen Verbraucherschutzminister Peter Hauk (CDU) mit einer Aussage zu „Gewaltspielen“. Anders als zuvor Thomas de Maizière und Volker Kauder bringt er explizit Verbote ins Spiel:

„Wenn Forschungen zeigen, dass tatsächlich solche Spiele zum Risiko werden, muss über ein Verbot ernsthaft gesprochen werden. Es geht um die Sicherheit und die Zukunft unserer Kinder.“

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„Focus“: E-Sport und Verbotsdebatte (Update)

In der Ausgabe Nr. 21/16 des Focus (vom 30. Juli) finden sich zwei Beiträge über Videospiele. Im Ressort „Gesellschaft“ wird das „Milliardengeschäft E-Sport“ erklärt. Themen sind unter anderem der Einstieg bekannter (Fußball-) Vereine im E-Sport und – wie die Überschrift anklingen lässt – die hohen Dotierungen einiger Turniere. Passend zur Illustration mit Bildern der „ESL One“ in Frankfurt steht als Spiel DotA im Mittelpunkt. Im Anschluss werden der Überschrift „Sollen Ego-Shooter verboten werden?“ zwei Standpunkte abgedruckt. Der „Pro-Verbot“-Text stammt von Dr. Rudolf H. Weiß (Eine längere Fassung hatten wir bereits erwähnt.), der „Contra-Verbot“-Text – zumindest weitgehend – von Patrik Schönfeldt (Vorsitzender des VDVC). Weiterlesen

Dr. Schiffer: Täter würden „sich an […] „GTA V“ orientieren“

Die Medienpädagogin Dr. Sabine Schiffer – Leiterin des Instituts für Medienverantwortung (IMV) – äußert sich bei DRadio Wissen zu Parallelen zwischen den jüngsten Amokläufen und Videospielen:

„Wir haben erst einmal gesehen, dass viele Abläufe [bei Würzburg und Nizza] sich an dem Computerspiel „GTA V“ orientieren, das ist ein Aspekt der – glaube ich – gar nicht untersucht wird. […] Aber auch diese Art in München, diese Art von Gewalt gegen Mengen, willkürliche Opfer, wo es einfach nur um die Gewalt geht – das Muster passt tatsächlich auch.“

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Wird „Counter-Strike“ seinem Ruf gerecht?

Obwohl der Vorstoß de Maizières derzeit in vielen Presseberichten kritisch betrachtet wird, verwundert es dennoch, wie „fixiert“ die Diskussion auf den Titel „Counter-Strike“ bzw. dessen Nachfolger „Counter-Strike: Source“ und „Counter-Strike: Global Offensive“ ist. Weder bei der Spielmechanik noch bei Gewaltdarstellung stechen die Vertreter der „Counter-Strike“-Reihe durch eine besondere „Grausamkeit“ hervor. Im Gegenteil: Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) – diese ist Teil des Bundesfamilienministerium – stellte 2002 in der Entscheidung über die Nichtindizierung des Titels fest (BPjS-Aktuell 3/2002, S. 13.):

„Eine verrohende Wirkung ist nicht gegeben, weil die Umsetzung der Actionszenerien weitgehend auf Effekthascherei verzichtet. Auf akustische Animation in Form etwa von Schreien wird vollständig verzichtet.“

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ProSieben Maxx nimmt CS: GO aus dem Programm

(facebook.com, via csgo.99damage.de) Seit dem 1. Juni 2016 waren bei ProSieben Maxx die Highlights der Eleague – einer „Counter-Strike: Global Offensive“-Liga – zu sehen. Damit ist nach einer Stellungnahme von Matthias Remmert nun schluss:

„Aufgrund der Geschehnisse in den vergangenen Tagen hat man sich bei ProSiebenSat.1 dazu entschlossen, vorerst keine weiteren eSport-Spiele wie „CS:GO“ zu zeigen. Damit wird es heute keine ELEAGUE-Sendung geben und auch die letzte ELEAGUE-Sendung fällt damit aus.“

Update: Mittlerweile wird die Nachricht auch von ProSieben MAXX direkt auf Facebook verbreitet. (Dank an @BryceBurger.)