Newsschwemme #30 (2015KW22)

  • Gefälschte GoG Galaxy Clients im Umlauf (malwarebytes)
  • USK zu teuer: Publisher veröffentlichen nicht in Deutschland (nintendolife)
  • Studie: Actionspiele könnten Anfälligkeit für Alzheimer steigern (Golem)
  • Kein Hinweis für einen Zusammenhang zwischen Videospielen und Alzheimer (Guardian, englisch)
  • GTA5: Mods sind verboten (Gamestar)
  • NDR Sinfonieorchester mit Videospielemusik (klassik.com)
  • VFL-Wolfsburg mit E-Sport-Team (Kicker)
  • Neuer Anlauf beim Jugendschutzmedienstaatsvertrag (Heise)

Bundestagsumfrage: Gefahren elektronischer Medien

Das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag führt zur Zeit eine Umfrage (Link) unter dem Titel Neue elektronische Medien und Gefahrenpotenziale exzessiver Nutzung durch. Auch wenn es im ersten Moment so klingen könnte, als würde das Ergebnis durch die Überschrift halb vorweggenommen, erscheinen die Fragen selbst bemüht neutral. Dass sie teilweise von Unwissen vermuten lassen, kann man das den Erstellern ja nicht unbedingt vorwerfen – dazu führen sie ja die Umfrage durch. (Eine weitere Kommentierung einzelner Fragen reiche ich nach Beendigung der Umfrage nach, wir wollen uns ja keine Beeinflussung vorwerfen lassen.)

Wochenrückblick 2015KW17 (Security-Edition)

Kurzmitteilung

Letzte Woche ist viel passiert, das wir schon kommentiert haben, dabei sind die Security-Meldungen leider etwas kurz gekommen. Hier der Nachtrag:

Steam-Workshop: Geld für Kreative?

So wirbt Steam für den Mod-Verkauf.

So wirbt Steam für den Mod-Verkauf.

Auf Steam werden jetzt Mods für Skyrim gegen Geld angeboten. Dieser Schritt wird damit beworben, dass die kreativen Fans, welche die Veränderungen für das Spiel programmieren, unterstützt werden. In der Community kommt dieser Schritt jedoch nicht gut an, auch weil maximal 25% des Preises an die Urheber gehen.

Klar erkennbare Vorteile für die “Provision” an Steam-Betreiber Valve gibt es weder für Käufer noch für Urheber. Veröffentlichung und Download würden weiterhin auf eigenes Risiko geschehen. Zudem geht Valve unbestätigten Bereichten zufolge gegen Bitten um freiwillige Spenden seitens einiger Mod-Entwickler vor.

Und das bekommen die Mod-Entwickler.

Und das bekommen die Mod-Entwickler.

Eine – offenbar recht spontan veröffentlichte – Petition hat (Stand 26. April) bereits deutlich über Hunderttausend Unterschriften. Und auch kreative Proteste sind zu finden: Es gibt Mini-Mods, die das System ad Absurdum führen. Wie etwa die Mod Extra Apple, die einen Apfel zum Spiel hinzufügt.

Grundsätzlich ist die Idee, Mod-Entwicklern eine einfache Möglichkeit zur Vermarktung zu geben, sicherlich nicht verkehrt. Doch der aktuell eingeschlagene Weg riecht doch eher nach Ausbeutung als nach Belohnung der kreativen Fans.

Links

Im Ernst: Deutscher Computerspielpreis

Der Deutsche Computerspielpreis wurde verliehen. Und er hat sich zu einer ernstzunehmenden Auszeichnung entwickelt. Nach Anlaufschwierigkeiten (2010, 2011) wirkte die Auszeichnung von Crysis 2 (2012) nach einem missglückten Befreiungsschlag, und führte neben einem Skandal (gefühlt) zu einer Periode fehlender Relevanz. Spätestens seit diesem Jahr ist aber klar, man den Preis ernst nehmen.

Deutscher Computerspielpreis

Deutscher Computerspielpreis

Über die Preisträger möchte ich an dieser Stelle gar nicht all zu viel sagen. Um ehrlich zu sein, kenne ich nur This War of Mine ausreichend gut, um das Urteil fundiert kommentieren zu können. Der Grund für die positive Entwicklung ist ohnehin nicht in den Gewinnern zu suchen. Der Preis wurde umfassend reformiert: Es gibt eine ernstzunehmende Jury (ohne politisch motivierte Veto-Rechte), und der Preis kommt nicht mehr als Ehrung pädagogisch wertvoller Titel parallel zur LARA-Verleihung daher. Und es klappt: Allein, dass der Versuch die Ehrung von Lords of the Fallen (USK16, enthält Gewaltdarstellung) zu skandalisieren (z.B. Tagesthemen) gescheitert ist, spricht für den Preis.

Ehrlich gesagt wäre es auch sehr schade gewesen, wenn sich diese weltweit einzigartige Ehrung weiter im Schatten ihres Namens vor sich her gedümpelt wäre. In diesem Sinne: Weiter so!