MHH sucht Probanden

(Heise) Heise berichtet, dass die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) plant die Hirnströme von Nutzern gewalthaltiger Videospiele zu messen. Damit soll die Frage geklärt werden, ob es einen Zusammenhang zwischen der Gewaltbereitschaft und der Nutzung der Spiele gibt. Gesucht werden junge Männer, die seit mindestens zwei Jahren täglich im Durchschnitt vier Stunden vor Spielen mit aggressivem Inhalt, insbesondere First-Person-Shooter, sitzen. Bereits in der Vergangenheit wurden ähnliche Experimente durchgeführt, mit widersprüchlichen Ergebnissen. So stellte Professor Vincent Mathews fest, dass Spieler von Call of Duty auf Kosten der Konzentration eine höhere Hirnaktivität im Bereich der Emotionen, vor allem dem der Angst, zeigen. Prof. Klaus Mathiak kam dagegen zu dem Ergebnis, dass CounterStrike-Spieler keine erhöhte Aktivität der Amygdala hätten, sondern Emotionen zu Gunsten der Konzentration unterdrücken würden.

Update: Der Projektleiter Bert te Wildt hatte sich in einem Interview der Zeit einmal wie folgt geäußert:

“Wenn man sich verschiedene Amokläufe ansieht […] ist zu erkennen, dass die Abläufe von einem geradezu perfekten Timing gekennzeichnet waren und die Schüsse äußerst präzise abgefeuert wurden. Man bekommt den Eindruck, dass diese jungen Männer wie Kampfmaschinen funktionierten. Das haben ihnen letztlich die Computerspiele beigebracht.
Ego?Shooter basieren ja ursprünglich auf Computersimulationen für das Militär. Diese wurden insbesondere dazu geschaffen, die Hemmung, andere Menschen zu töten, abzutrainieren. Wenn jemand diese Hemmung einmal überwunden hat, kann das in der Computersimulation gebahnte Programm im Extremfall “angeworfen” werden und sich im Sinne eines einfachen Reiz?Reaktions?Schemas auf fatale Weise “abspielen”.”

Ich habe Zweifel, dass man durch Videospiele zum Präzisionsschützen wird. Auch hat das US-Militär, soweit ich weiß, weder Ego-Shooter erfunden noch diese dazu verwendet um Hemmungen abzutrainieren.

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