Kongress „Computerspiele und Gewalt“

(PM) An der Hochschule München wird am 20.11.2008 der „HM-Medienkongress“ unter dem Motto „Computerspiele und Gewalt“ stattfinden. Objektiv und neutral wird man vollkommen ergebnisoffen darlegen, wie Actionspiele „den Spieler auf Exzesse des virtuellen Tötens und Orgien der Gewalt“ fixieren und somit der „sensiblen und humanen Persönlichkeitsentwicklung bei Kindern und Jugendlichen entgegenwirken„.

 „[…] Medienforscher aus den USA und Deutschland präsentieren am 20. November 2008 auf dem Kongress „Computerspiele und Gewalt“ vier neue Längsschnittstudien, die den Gewaltkonsum durch Computerspiele als Ursache für Veränderungen der Persönlichkeit und reale Gewalttätigkeit belegen.“
Diese Studien wurden durchgeführt von Ingrid Möller (Universität Potsdam), Werner Hopf (Schulberatung Oberbayern-Ost – Ergebnis: Videospiele fördern die Entwicklung von Hass, Wut und Rache und sind „der“ Auslöser für Jugendgewalt) und Thomas Mößle (KFN). Darüberhinaus wird Fromm die „schleichende Militarisierung und Brutalisierung der Gesellschaft“ dokumentieren, Huber Reaktionen von Spielern auf öffentliche Kritik analysieren und Weiß das „Gutachten des Bredow-Instituts für die Bundesregierung zum Jugendmedienschutz in Deutschland auf seine wissenschaftliche Einseitigkeit und politische Alibifunktion hin“ untersuchen.

10 Gedanken zu “Kongress „Computerspiele und Gewalt“

  1. Gut, also weil ich, sagen wir, CoD 4 spiele, bin ich… ein potentieller Massenmörder. Schön. Dem sei noch hinzugefügt daß ich auch Jäger bin, somit auch dementsprechend bewaffnet (drei Gewehre, eine Glock 17). Auch gehe ich einem nicht sehr friedfertigen Hobby nach (Kendo & Iaido -Achtung, scharfe Schwerter für Iaido!).

    Also… das ich noch frei herumlaufen darf ist schon eine Überraschung!

  2. … und mir ist schon wieder schlecht geworden :-( Kriminalisierung und Pathologisierung der Kultur anderer Menschen, kulturelle Fremdenfeindlichkeit, pauschalisierende Unterstellung einer affirmativen Bedeutung von Gewalt in Videospielen und bereits so organisierte politische Verfolgung – nicht Kongress „Computerspiele und Gewalt“…

  3. … Darüber hinaus hat Herr Fromm Ende letzten Jahres ja bereits auf einer Tagung des Chaos Computer Clubs darüber reden sollen was Huber dort beizusteuern gedenkt. Na das kann ja was werden – damals beschränkte sich Fromm noch darauf seine unhaltbaren Vorwürfe und Interpretationen die Bedeutung von Gewalt in Videospielen betreffend verknüpft mit seinen Felderfahrungen in rechtsextremen Milieus mit Hinweisen auf die Absenz von Kriegsverbrechen in einem Vietnamkrieg-Titel zu untermauern, ohne mitzuteilen dass ein anderer Titel gerade auch wegen derer Integration indiziert wurde, überhaupt das perfideste was mir bei der ganzen „Debatte“ in Deutschland je untergekommen ist.
    Ich zittere auch als Historiker bei der sauberen Kulturpolitik und schon zu befürchtenden Verleumdungen welche auf dieser Veranstaltung so wohl bereits auch mit auf dem Programm stehen – soviel noch zur „wissenschaftlichen Einseitigkeit“…
    Wehret den Anfängen, vor allem da diese bereits weiter fortgeschritten zu sein scheinen!

  4. Ich hoffe mal, dass mein Video nicht bei Herrn Huber auftauchen wird. Denn dann hätte er nichts verstanden. Ich wollte mit dem Video nicht (begründeter) Kritik an Videospielen begegnen sondern auf fehlerhafte Berichterstattung über Videospiele und die Art wie der Rundfunkrat mit dieser umgeht hinweisen. Und auch diese Seite empfinde ich eher als Kritik an der undifferenzierten Stigmatisierung von Videospielen und nicht als Reaktion auf seriöse Forschungsergebnisse. Im Gegenteil, ich gebe diese hier ja sogar wieder:
    http://stigma-videospiele.de/wordpress/?page_id=23

  5. @Rey
    Nein, das denke ich nicht – Dein Video ist ja mehr eine Faktensammlung, so negative Reaktionen würden dabei weiterhin eher der von Richter und der „Frontal 21“-Redaktion ähneln. Wer bestreitet auch schon ernsthaft eine mögliche Korrelation von Gewaltdarstellungen und (realer) Gewalt.
    Ich denke dabei eher daran, dass sich Fromm meinem Vernehmen nach von Videospielern bereits bedroht gefühlt hat und es für einen freien Journalisten nach meinem Dafürhalten doch eher ungewöhnlich ist keine öffentlichen Kontaktmöglichkeiten für seine Person zu haben.
    Für meine Dissertation relevant ist dabei vor allem ein Kommentar von Susanne Gaschke in der ZEIT Vor einigen Jahren, wo diese die Reaktion von Videospieler auf öffentliche Kritik mit der von Kampfhundebesitzer verglich. Ich fürchte eben, es geht hier bei Huber und womöglich dementsprechend negativ lautender Post an seine Person als Beispiel leider doch vor allem um weitere Zuschreibungen von Aggresivität und sozialer Inkompetenz – da eben im Umgang mit „Kritik“ (sic!), wobei ich die Zuschreibung von Kultur als Verbrechen persönlich niemals so gelten lassen würde – bei Videospielern.
    Da schwant mir eben Übles und das kann, einmal tatsächlich so vorgetragen, auch sehr unschön werden…

  6. Also… auf Pro7 läuft die tage bei Taff eine Doku über aggresive gewalttätige und schon mehrfach Straffällige Mädchen… ich denke mal nicht, dass so wie sie sich geben, viel mit Computer am Hut haben. Ich denke mal, dass Drogen da eher das problem ist.
    Bei der anderen Studie die die letzten Tage immer wieder erwähnt würde, dass selbst schon 16 Jährige Mädchen mehr als 200 „Sexualpartner“ hatten kann ja auch nicht am Computer liegen…
    Wieso werden diese Themen nicht so Stigmatisiert wie Computerspiele?
    Drogentote (da zähle ich Alkohol und Tabak auch dazu) sind viel mehr als was duch die Medien sterben, da zählt auch Zeitung, TV und Kino dazu…
    Darüber sollte man mal eine Statistik führen, die würde mal zeigen wie unverhältnissmäsig gegen Computerspiele vergegenegen wird als gegen den Rest…
    Happy Coding

  7. Hm, die Studie von Herrn Mößle beschäftigt sich mit Kindern, die bei Beginn der Studie 8 Jahre alt waren. Dass bei solchen Kindern selbst Counter-Strike negative Folgen hat könnt ich mir glatt vorstellen. Es sollte uns (und vor allem den Eltern) immer bewußt sein dass die Altersangaben der FSK durchaus ihren Sinn haben. Ich weiß zwar nicht was GTA IV für ne Alterseinstufung hat, aber ich würd’s keinem 12-jährigem empfehlen.
    Aber zum Kongress: Mit ner Studie von 8-jährigen (gut, zum Schluss sind die dann 13, aber trotzdem) wissenschaftliche Begründungen für ein Verbot liefern zu wollen ist dann wohl doch ziemlicher Murks

  8. @ Mars, du hast sicher recht, Kinder die 8 Jahre alt sind sollten kein Counter Strike Spielen…sie sollten auch nicht Rauchen, Alkohol Trinken, ficken und andere Sauereien machen die nicht für ihr alter geeignet sind.

    Dieser „Medienkongress“ wir einzig wieder Plattform der übliche Verbots Befürworter werden. „Dr. Hopf, Schulberatung Obb.-Ost; Dr. T. Mößle, KFN Hannover“ was soll man sonst noch dazu sagen? Der Schaden wird wieder enorm sein…die Medien werden sich wieder wie die Geier drauf stürzen und Doc. Pfeife wird wieder willig rede und Antwort stehen.

  9. Den Vortrag von Huber kann man sich auf englisch runterladen:
    http://www.erziehungswissenschaft.uni-tuebingen.de/Personal/Dateien_Huber__Guenter_L_/Vortraege_Huber__Guenter_L_/index.html

    Conclusion:
    The analysis of the reactions of aficionados of killer games to critique revealed aside of interesting patterns of argumentation an almost complete lack of responsibility for their toys‘ social-developmental effects on children. They were not aware of effects of emotional desensitization and they vehemently negated any scientific data about detrimental effects of their games on young people.
    An approach to validate the analysis of the aficionados‘ messages to the forum by means of consensus on the adequacy of the interpretation of their messages seems to be useless or may even cause undesired effects.

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