… und geht es weiter.

headline3

(heise) Der Präsident der Deutschen Stiftung für Verbrechensbekämpfung Hans-Dieter Schwind fordert ein Totalverbot von gewalthaltigen Videospielen. dazu führt er weiter aus:

Dass der 17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche auch in Spielen wie Counter Strike oder Crysis lernen können. […] So reift allmählich der Tatplan, unterstützt durch Videovorlagen und zum Beispiel die Griffnähe von legalen Waffen, die der Vater im Schrank unzuverlässig verwahrt.“

Auch der bayrische Innenminister Joachim Herrmann fordert in einem Radiointerview ein Verbot, da diese die Hemmschwellen bei Jugendlichen offensichtlich herabsetzen.

Bei der Pressekonferenz wurde angegeben, dass amoktypische Videospiele wie CounterStrike auf dem Rechner des Täters gefunden wurden, die von vielen Jugendlichen im Alter des Täters genutzt werden.

19 Gedanken zu “… und geht es weiter.

  1. langsam tut mir der Kopp weh…

    ich sag nur „Superwahljahr“ und ich glaube mich zu erinnern das wir so eine bayrische Politik-Debatte schon mal hatten und wieder haben werden…

  2. Gut finde ich wieder diese Zeile: „…da diese die Hemmschwellen bei Jugendlichen offensichtlich herabsetzen.“

    Warum ist Das offensichtlich?
    Millionen Menschen Spielen Täglich Ballerspiele. Aber nur eine Handvoll davon läuft Amok.
    Also nicht mal 1% aller Spieler werden da durch beeinflusst.

    Dahingegen hat jeder Dritte, also 33%, aller Waffenbesitzer Weltweit schon mal auf einen Menschen geschossen oder Jemandem damit gedroht.

    Die Gefahr die dadurch ausgeht ist also viel größer. Trotz dem wird darüber nie gesprochen. Auch nicht über die Tatsache. Wo und Wie die ganzen Leute das Schießen überhaupt erst lernen. Am Cmputer geht das nämlich nicht.

  3. A bit off-topic, but it may interest you. Remember the GWG ? The psychotherapists association who called for a total ban on „killerspiele“ ? Well, they started a page dedicated to „media education“ on their website. They will post news and articles about things such as media violence or computer games.

    The announce is here : http://www.gwg-ev.org/cms/cms.php?textid=1460
    And the page is here, with many links on the left (see „Medienbildung“), though right now, most of these links are quite old news : http://www.gwg-ev.org/cms/cms.php?pageid=53

  4. „… auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche auch in Spielen wie Counter Strike oder Crysis lernen können …“

    für CounterStrike ist meineserachtens vergleichbar mit einer (aus der Luft gegriffenen) Aussage, die behaupten würde, Flugsimulatoren würden das gezielte Abstürzen üben

  5. „Bei der Pressekonferenz wurde angegeben […] dass […] Videospiele wie Counter Strike auf dem Rechner des Täters gefunden wurden“

    Zu dem befand sich wahrscheinlich etwas zum essen im Kühlschrank.
    Na seht ihr dem Zusammenhang? Ne? Ich auch nicht…

    Mal ehrlich, bei wem befinden sich Spiele wie Counter Strike eigentlich nicht auf dem Rechner? Wie viele der Spieler sind Väter, Mütter, Lehrer, Rentner und ähnliche? Und wird uns die Antwort auf diese Fragen verblüffen?

    Grob geschätzt: 5%, 50%, Nein!

    Woher ich diese Informationen nehme? Ganz einfach:
    95% meiner damaligen Mitschüler spielten (wahrscheinlich immer noch) spiele wie CS.
    95% meiner jetzigen mit Studenten spielen Spiele wie CS.
    Die hälfte meiner alten Lehrer Spielen spiele wie CS, Battlefield, WOW usw.
    Im CS Klan meines Bruders sind die meisten Spieler Väter und Mütter.
    Im WOW Klan meines (ihr dürft raten, wobei ich hier auch mitspiele) sind viele Lehrer, Väter und Mütter.
    Ich selbst habe schon oft Unreal Tournament gegen Spieler gespielt die älter als 50 waren.

    Und müssen wir jetzt alle Angst haben auf die Straße zu gehen? Nein!
    Denn wir haben etwas was einige in dieser Debatte anscheinend nicht haben. Gesunden Menschenverstand! Außerdem leiden wir nicht unter Realitätsverlust, denn wir wissen:

    Wer Egoshooter spielt kann dadurch nicht mit Waffen umgehen und wird nicht zum „Killer“,
    Wer Flugzeugsimulationen Spielt weiß nicht wie man ein Flugzeug fliegt,
    Und wer Mirror’s Edge Spielt wird nicht automatisch zum Profi Parkour Spotler.

    Da fällt mir gerade die gestrige Sendung Hart aber Fair ein. Dort wurde von einer gewissen Fachperson gesagt das die Gewaltdarstellung in Filmen eine andere sei denn in Videospielen fügt man ja selbst anderen „Personen“ „Gewalt“ zu, man ist also aktiv beteiligt. In Filmen hingegen schaut man ja nur zu.

    Welchen Schluss sollen wir hier draus bitte ziehen?
    Es ist besser zuzuschauen wie anderen Gewalt zugefügt wird als aktiv dabei zu sein?

    Und dann fällt mir noch ein Kommentar von einer etwas jünger aussehenden Fachkraft aus der Sendung ein welches ungefähr lautete: „Videospiele werden ja immer mehr“,

    Ja hallo? Informell auf dem neusten stand 2003? Natürlich werden Videospiele relativ gesehen immer mehr und das schon seit einer sehr langen Zeit. Nur damals waren die so genannten „Killerspiele“ noch 2 Dimensional.

  6. Also ich möchte einfach mal wissen wie und wo man in Counter-strike lernt im weglaufen wild um sich zu schießen und woher der Präsiden dieser Stifftung das zu wiseen glaubt. Glaubt er auch man lern mit echten waffen umzugehen indem man auf dem PC übt? Vielleicht lernt man das aber auch wenn man im Keller mit der SoftAir übt und am Wochenende auf dem Schießplatz mit dem vater. Wie Wirbel schon geschrieben hat, alle fragen sich ob Spiele etwas mit Ammokläufen zu tun haben aber keiner fragt woher der Schütze den Umgang mit der Waffe beherscht. Ich meine an eine Waffe kommen ist schon schlimm genug, aber damit auchnoch umgehen zu können. Das errinnert mich an eine Folge von American Dad: Waffen töten. Ich meine ein Mensch gehört auch dazu, aber ohen eine Waffe kann ein Jugendlicher kein solches Blutbad anrichten.

    mfg, hopfen

  7. Hier mal ein Link zu einem Interview mit Schäuble.

    http://de.news.yahoo.com/3/20090312/video/vde-konsequenzen-aus-amoklauf-ccbfdfa.html

    Komisch, gewaltätige Medien will er also verbieten (zumindest Prüfen) aber eine verschärfung des Waffenrechtes kann er sich nicht vorstellen. Wie wäre es einfach damit keine Waffen zu erlauben. Das wäre dann ja unfair den Sport-Schützen gegenüber…aber wenn man Spiele verbitet ist das nicht unfair den Spielern gegenüber, die, teilweise, ähnlich professionell wie einige Sport-Schützen agieren? Meiner Meinung nach würde es das Problem eher angehen, ich verbiete ja auch keine Kriminalromane sondern den Mord darin…

    mfg, hopfen

  8. @Shane_Fenton
    Thanks for the link. Seeing the wife of Lyndon LaRouche (re-)posting her seven-year old interview with Grossman today is really quite disturbing for me

  9. Es ist wieder mal erschreckend wie schnell wieder solche Tragödien genutzt werden um Verbote von Spielen zu fordern die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von mehreren der Opfer genutzt wurden. Wirklich pietätlos.

  10. also mal wirklich?!? das is ja mal der hammer! sollen wir jetzt alle nur noch sims spielen weil da eine austickt?
    also ehrlich mal , so viele leute spielen egoshooter und fast keiner würde durcdrehen
    außerdem kann man das ja nicht nur an den spielen festmachenich bin pro egoshooter

  11. Die Ratlosigkeit und das allgemeine Ohnmachtsgefühl, sich das Motiv nicht erklären zu können, führen leider dazu, die allzu bekannten Verdächtigen ins Feld zu führen. Sobald man „Killerspiele“ auf dem PC der Amokläufer gefunden hat, scheint das Motiv eindeutiger. Aber es gibt den Menschen auch ein gewisses Sicherheitsgefühl, denn wenn es an den Spielen liegt, kann man etwas dagegen tun. Man glaubt, die Spiele zu verbieten oder die Kinder von solchen Sachen fernzuhalten, kann vor solchen Taten bewahren. Die Spiele zum Sündenbock zu erklären ist offensichtlich einfacher, als die Schuld darin zu Suchen, dass immer mehr Eltern nicht wissen was ihre Kinder so treiben und dass die Schule offenbar ein Ort für Mobbing, Leistungsversagen und sozialer Konflikte ist. Denn das würde bedeuten, man muss Angst vor weiteren Taten dieser Art haben, ohne schnell etwas verändern zu können, wie eine Verschärfung des Jugendschutz- oder Waffengesetzes. Was nützt eine Veränderung der Gesetze, wenn die Vorhandenen nicht eingehalten werden. Warum kommt ein 17 Jähriger an die Waffe seines Vaters und warum gibt es Verkäufer, die Spiele ohne Kontrolle des Personalausweises an Minderjährige verkaufen???

    Ich finde es bedrückend wie viel Raum dem Täter in den Medien gegeben wird, weltweit Aufmerksamkeit zu erregen. Dieses Bedürfnis nach Anerkennung und „Ruhm“ ist doch genau das, was Nachahmungstäter so fasziniert. Jede halbe und ganze Stunde wird auf brutalste Weise der Amoklauf auf sämtlichen TV- und Radiosendern geschildert. Einschusslöcher in Scheiben werden am frühsten Nachmittag gezeigt. So viel zum Thema, Gewalt in den Medien.

    Den Betroffenen, kann man an dieser Stelle nur viel Kraft bei der Verarbeitung der Tragödie wünschen.

  12. Eigentlich hatte ich von der Bild mal wieder einen reißerischen Artikel zu dem Thema erwartet.
    Das man doch recht sachlich und nüchtern eine Begriffserklärung abliefert verwundert schon etwas und lässt hoffen.
    Vielleicht hat man sich ja auch nur mal die aktuellsten statistiken angesehen und bemerkt das Computerspiele längst ein Massenphänomen sind und auch von vielen Bild lesern gespielt werden (zudem hat man ja inzwischen auch eine eigene Spielezeitschrift).

    Allerdings glaub ich kaum, das andere Bild Artikel in nächster Zeit derart neutral ausfallen werden.

  13. Hans-Dieter Schwind, Professor für Kriminologie: „Dass der17-Jährige auf der Flucht noch weiter um sich geschossen hat, ist ein Verhalten, das Jugendliche in Spielen wie Counterstrike oder Crysis lernen können.“

    Das steht bei mir auch in der Tageszeitung.

    So ein Müll. Wenn ich schon 9 Schüler und 3 Lehrer umgebracht habe, dann weis ich, das jetzt sowieso nichts mehr Rückgängig gemacht werden kann. Ich werde sowieso sterben…
    Da ist mir alles scheiß egal.
    Dann schieß ich auf jeden, kann gar nicht mehr schlimmer werden.

    Er hatte in dieser Situation bestimmt was besseres zu tun als an Computerspiele zu denken.

  14. @Tremayne
    Ich fürchte darauf kann man lange warten.
    Leider musste ich feststellen, dass ähnliche Stimmen wie in Deutschland jetzt auch schon bei uns hier in Österreich zu hören sind – und dabei fehlen hier sämtliche institutionellen bis gesetzlichen Grundlagen für Verbote

  15. zu dem Thema bleibt nur ein zu sagen:
    Maus ist NICHT gleich Waffe!
    Man kann mit einer Maus und ein paar Tasten lernen, eine Waffe zu bedienen!

    Die Amokläufer müssen also selbst schon mit echten Waffen trainiert haben!
    Wenn es nur Luftgewehre in Deutschland geben würde, also die, die Sportschützen verwenden, und die Waffen nur in dem Schützenverein aufbewahrt werden dürften, hätten wahrscheinlch so alle drei Amokläufe verhindert werden können.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.