"Kölner Aufruf" stellt Experten

Unterstützer des „Kölner Aufrufs“ sind im Moment gefragte Experten. Beim Focus hat Elke Ostbomk-Fischer Raum ihre Überzeugung darzulegen:

„Für schwere Gewalttaten gibt es eine ganz entscheidende Voraussetzung: […] Im Fall von Amoklauf ist dies unter anderem die Verfügung über Waffen und die geübte Fähigkeit, durch gezielten Kopfschuss zu töten: Genau das lernen Menschen bei „Killerspielen“.“

Bei den Nürnberger Nachrichten hat Sabine Schiffer zugeschlagen:

„Ein Wissenschaftsstreit […] ist ja bloß inszeniert und dient vor allem dazu, Zeit zu gewinnen. Und zwar für die Vermarktung zweifelhafter Produkte, die ein hohes Suchtpotenzial haben wie Onlinespiele. Oder die Ausdruck einer gewalthaltigen Kultur sind wie die Tötungstrainer, die entsprechend zu militärischen Zwecken genutzt werden.“

Rudolf H. Weiß teilt uns ebensfalls seine Meinung mit:

Will die Gesellschaft wirklich die Verbreitung krypto-faschistischer oder mafiöser Haltungen in der jungen Generation fördern, […] ohne jede Bindung an humane Werte? Eine Gesellschaft […] die so etwas zulässt, machen sich letztlich mitschuldig an der eskalierenden Gewalt. Was wir zumindest einfordern ist ein gesamtgesellschaftlicher Konsens über die Ächtung menschenverachtender Gewaltmedien.“

Manfred Spitzer berät bei Bild:

Diese Gewaltspiele sind so programmiert, dass sie belohnende Effekte haben, z. B.: Wenn man gut ist, kommt man ein Level weiter. Zudem sind Zufallselemente eingebaut. Aus Studien wissen wir: Die Kombination von Zufall und Belohnung motiviert, löst starke Lernprozesse aus. Die Kinder lernen zu töten.“

Etwas reserviert ist Christian Pfeiffer bei HartaberFair zu Gast:

Einer der labil ist, angeschlagen ist, kein starkes Selbstbewusstsein hat, der orientiert sich an den Machovorbildern, an den Kämpferrollen. Und auf einmal werden sie Teil seiner Rollenverständnisse wie man „Ich“-stark als Mann überzeugen kann. Und die amerikanische Armee nutzt es ja gezielt als Desensibelisierungsprogramm […].

Aber auch andere reihen sich ein:

Für die Computerspielindustrie ist es an der Zeit, sich von den aggressiven Spielen zu trennen und diesen menschenverachtenden Schrott nicht mehr zu verbreiten. Es sollte in der Gesellschaft geächtet werden, wenn jemand mit solchen Spielen Geld verdient.“

37 Gedanken zu “"Kölner Aufruf" stellt Experten

  1. Na so wie es aussieht , kann ich selbst Battlefield nach nicht mehr spielen.

    Ich finde es aber „widerlich“ die wahren Gründe für diesen Amoklauf (sozialer Abschwund, Mobbing – erschoss gezielt Personen, war ausgegrenzt und zurückhaltend, deshalb konnte er dies auch TROTZ seines strengen Vaters) einfach zu ignorieren und auch noch von den Opfern des Amoklaufes für sich zu profitieren… Und da ich selbst Mobbing-Opfer war weiß ich dass man dabei sprichwörtlich „ausraten“ kann.

    Das wird nichts nützen, ist auch klar.
    Und aus Gewalt raushalten – gut , womit habe ich es wohl geschafft, dass ich -nicht mehr- Mobbing-Opfer bin?
    Dieses „bin Engel – macht auch nichts ich ignoriere“-Getue hat mir nie geholfen und anscheinend wird das ja wieder von jedem verlangt.

  2. sowas ähnliches und mehr hab ich bei uns auch stehen …

    ich sag nur „ohne Kommentar“

    und ob PC Games gerade jetzt mit Ihrer T-Shirt-Aktion wieder das richtige tun sei dahin gestellt nur um Profit rauszuschlagen auf Kosten der Gamer sowie Opfer… Naja…

  3. Hab auch noch einen gefunden:
    http://www.premiumpresse.de/gefahren-von-gewaltspielen-werden-unverantwortlich-verharmlost-PR409106.html
    Neben dem üblichen blabla von der mächtigen Computerspielelobby und ihren gekauften Journalisten und Wissenschaftlern und der unfähigen USK wird den Spielen jetzt auch noch unterstellt, dass sie „krypto-faschistische“ und „mafiöse“ Haltungen fördern. Was immer man sich darunter vorstellen mag…

  4. With „Aber auch andere reihen sich ein:“ – sth like „but also other write in this way“ I wanted to say that he didn’t signed it (public).

  5. tschuldigung, admin, dass is mir so rausgerutscht.
    aber ich habe wirklich das Gefühl, dass sie nicht so richtig wissen, wovon sie reden.

  6. „Beim Film funktioniert die Alterskontrolle besser als bei Spielen. An Computerspiele, die wie Grand Theft Auto IV ab 18 freigegeben sind, kommt anscheinend jeder 14- oder 15-Jährige ran. Computerzeitschriften werben damit, dass man indizierte Spiele problemlos über den Versandhandel bekommen kann.“

    Beweise? nein… dann müssen wir ja den Experten so glauben…
    Aber mit Glauben ist es so eine Sache,
    immer heißt es die oder jene Götter sind die einzig wahren,
    aber man vergisst, dass es viele Götter vor denen gab…

    An Filme kommen auch 14 und 15 Järige entweder übers netz oder im TV oder über Eltern!
    Hirnlose Vergleiche! Mit Eltern kann jeder mit 10 ins Kino für ab 16 Filme!

    Happy Coding.

  7. ja genau Elke Ostbomk man lernt den Kopfschuss bei „killerspielen“ wozu der Schiesstand und die Übung auf Schiessständen? Die Armeen haben doch „die Killerspiele erfunden“ wieso brauchen sie dann noch ne Ausbildung an echten Waffen?

    „die ein hohes Suchtpotenzial haben wie Onlinespiele. “ Ja diese „verdammte Freiheit“ war doch früher die Jugend verplant. In der DDR hätts das nicht gegebenm

    „“Für die Computerspielindustrie ist es an der Zeit, sich von den aggressiven Spielen zu trennen und diesen menschenverachtenden Schrott nicht mehr zu verbreiten. Es sollte in der Gesellschaft geächtet werden, wenn jemand mit solchen Spielen Geld verdient.”“

    He oder oder Macbeth (Oper)
    „Die nackten Toten ließ Regisseur Kusej wie Schlachtvieh unter der Theaterdecke aufhängen.“

    typisch man braucht einen Sündenbock.

  8. @Shane_Fenton
    I’ve never heard ot this „mediengewalt“ domain. Thanks for the links!
    @Lusctus
    Ich denke, spätestens dann wenn jemand Inszenierungen an anerkannten Musiktheatern dermaßen angreift braucht man sich auch als VideospielerIn über so jemanden keine Sorgen mehr machen. Das ist dann einfach nicht mehr ernst zu nehmen – so jemand wird wohl wirklich kaum derlei Ansichten zum gesetzlichen Allgemeingut mehr machen können, da sind auch in Deutschland noch ganz andere Verbände dazwischen: die sogenannte Hochkultur ist nach 1945 Schließlich mehr oder weniger unantastbar geworden, da kann sich eine Situation in Deutschland internatonial nur wenig Abweichungen leisten.
    Ganz anders sieht es hingegen bei der populären Kultur aus – leider…

  9. @admin
    ja, das ist in der Tat interessant, wo Herr Pfeiffer doch noch in dem Interview auf youtube gesagt hat (sinngemäß): ja, das ist klar, wo da Politiker und Sachverständige von der Computerspielindustrie bestochen werden, gibt es da natürlich natürlich Meinungsverschiedenheiten.

    Ich glaube, er wollte damit ausdrücken, dass die Politiker eben für die Spiele sind und eine Debatte, sofern die Computerspielindustrie nicht ihre Finger im Spiel hätte, gar nicht notwendig wäre, da sonst alle der gleichen Meinung seien.

    Aber wie seine sich gegenseitig widersprechenden Handlungen und Aussagen es vermuten lassen, hat er wiedereinmal die Meinung geändert, oder er schließt daraus, dass die Politiker letztendlich doch die Bestechungsgelder abgelehnt hätten.

    Schon erstaunlich, was EA & Co. so alles machen, bloß um ihre Produkte vermarkten zu können.
    Das klingt mir dann doch sehr weit hergeholt.

  10. Und wieder behauptet jemand dass man mit Games das Zielen lernt.
    Wenn das so ist Frau Ostbomk-Fischer dann machen sie das doch mal vor.

    “Für die Computerspielindustrie ist es an der Zeit, sich von den aggressiven Spielen zu trennen und diesen menschenverachtenden Schrott nicht mehr zu verbreiten.“
    Wenn die sich wiederholen dann wiederhol ich mich eben auch: Wenn denen die Games nicht gefallen dann sollen sie sie eben nicht zocken. Warum soll man einen ganzen Markt einfach wegfallen lassen wenn er niemandem schadet und hohen Profit.

    Ich finde es auch immerwieder seltsam wie man es als so ungewöhnlich hinstellen kann dass man im Zimmer eines Jugendlichen Horrorfilme und Computerspiele findet. Beides findet man bei mir auch und ich würde sagen auch bei weit über der Hälfte (wenn nicht sogar fast allen) der Leute die hier Kommentare schreiben.

  11. Etws zu den Schützenvereinen

    Link: http://www.stern.de/panorama/:Sportsch%FCtzen-Jetzt/657787.html

    „“So harmlos die Schützen von Köln-Weidenpesch das reale Schießen auf Scheiben finden, so sehr verteufeln sie das virtuelle Ballern. „Diese Killerspiele, da sollte man mal lieber was gegen tun“, erregt sich Ralf Nievelstein, der Jugendwart der Bruderschaft. „Früher hat man jeden Horrorfilm verboten und heute ist dieses schreckliche Geballer erlaubt. Das ist doch nicht gut für die Kinder.“ Die Runde nickt zustimmend.““

  12. und dann stolpert man doch wieder über so was: http://www.spiegel.de/video/video-U4765.html das ist OT, und in den USA. aber mich hat das getroffen, wegen dem was der mann erzählt über sein Bein… Es ist OT, aber irgendwie auch nicht. Weil es zeigt, verdammt es gibt wichtigeres. So ein Medienecho Echo,wie gerade,aber zu Obdachlosigkeit. Das wär doch mal was, oder?

  13. @amegas
    Wieder ein unfassbares Interview. Zitat:“Allein in Deutschland im Schnitt über 900 000. Eine erschreckende Zahl.“ Das sieht man schon wieder, wie fernab von der Realität diese Aussagen getätigt werden. An dieser Anzahl ist überhaupt gar nichts erschreckend. Es zeigt nur, wie viele Menschen jeden Tag ihre Freizeit mit diesen Spielen verbringen, ohne durchzudrehen. Videospiele sind einfach komplett normal in der heutigen Gesellschaft, nicht nur bei Jugendlichen.

  14. Auch diese lächerliche Behauptung, im Laden bekommt man einen Code für die viel gefährlichere Internet-Version. Ist zumindest eine Anschuldigung, die ich die letzten Tage noch nicht gehört habe. Echt, es ist nicht zu glauben, was sich hier wieder irgendwelche Leute, Verzeihung, ich meine natürlich „Deutschlands wichtigsten Medienanalytiker“, zu Wort melden dürfen, um totalen Schwachsinn zu erzählen. Wäre schon, wenn man sich das nächste Mal vielleicht auch mit den angesprochenen Medien beschäftigen würde, Herr Kögel. Aber vielleicht sind sie auch zu sehr mit der Leitung von L’TUR beschäftigt.

  15. Das man auch die Pfeiffer-Studie zwingend unter den Header „Winnenden“ packen muss verstehe ich nicht. Die Sichtweise vom Kulturrat kann man auch nur durch Unkenntnis der ganzen Berichterstattung erklären.
    Das mit den Anscheinswaffen ist schon dreist, gehört aber beim heutigen „Journalismus“ zum guten Ton.

  16. @admin, die Studie und der Amoklauf werden im Artikle indirekt verwoben. Übler Journalismus. Und du weisst ja auch das wir, dank frau Pfeiffer, schon davon wussten. Das jetzt alles kommt… Was für ein zufall. Ich bin Sauer.

  17. “Will die Gesellschaft wirklich die Verbreitung krypto-faschistischer oder mafiöser Haltungen in der jungen Generation fördern, […] ohne jede Bindung an humane Werte? Eine Gesellschaft […] die so etwas zulässt, machen sich letztlich mitschuldig an der eskalierenden Gewalt.“

    Sellten so herzhaft gelacht! Werte in unserer Gesellschaft? Eine Gesellschaft in der der Selbstmord des Amokläufers im Fernsehen gezeigt wird, die Zeitung(en) – ganz besonders die mit vier Buchstaben – Unbeteiligte auf Fotos als den Amokläufer identifizieren (die Bilder sind natürlich auch ohne Erlaubnis abgedruckt) und den Opfern die letzte Würde nimmt, und Medien sowie Politikern die sich den Wahrheiten verschließt und anstatt mehr Rücksicht und mehr Miteinander zu fordern oder zB an Schule mehr Psychologen zu beschäftigen, lieber mit schlecht recherchierten Artikeln Hasstiraden auf Computerspiele schimpfen! Tagtäglich flimmern in den Fernsehern brutale Bilder, liest man in den Zeitungen von neuen Gräueltaten! Es ist die Gesellschaft, die dank moderner Medien alles weis aber nichts tut (tun kann), die abstumpft! Kapitlismus/Egoismus beherrschen unsere Gesellschaft, da braucht man keine Spiele, um so weit getrieben zu werden.

  18. Möchte gerne Simon K. noch ergänzen.
    Durch Formate wie DSDS, Topmodel & Co. wird Mobbing gezielt gesellschaftsfähig gemacht. Man kann ja so herrlich mitlachen, wenn der Bohlen mal wieder so richtig jemanden niedermacht. Klar, dass solche Verhaltensweisen an Schulen groß in Mode kommen, sogar Lehrer lassen sich mittlerweile auf dieses Niveau herab (im Bekanntenkreis grad gehabt).
    Auch wenn ich seinen Geschmck bezüglich Literatur nicht teile, muss ich Herrn Reich-Ranicki zustimmen, dass das Fernsehen heute der letzte Dreck ist.
    Auch die Kürzung der Gelder für Vereine und Jugendzentren sollte man genauso mal ansprechen, wie die Tatsache, dass Computerspiele vom Freizeiteinsatz zu Kosten-Verhältnis nach Fernsehen am billigsten sind. Selbst Familien, die nicht unter die Kategorie „sozialschwach“ fallen überlegen es sich doch heute 3x, ob sie für nen 2’stündigen Kinobesuch 40 € ausgeben.

  19. “Für schwere Gewalttaten gibt es eine ganz entscheidende Voraussetzung: […] Im Fall von Amoklauf ist dies unter anderem die Verfügung über Waffen und die geübte Fähigkeit, durch gezielten Kopfschuss zu töten: Genau das lernen Menschen bei „Killerspielen“.”

    Herrlich, echt mal…selten so gelacht beim durchlesen dieses Zitates.

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