Vom Baum im Walde

(TP) Auf Telepolis berichtet Hans Schmied in drei Teilen von dem Versuch einen indizierten Film zu kaufen. Er führt den Leser an die Entwicklung der BPjM sowie der Zensur in Deutschland allgemein heran, wobei er über Pornos, Nazis und Amokläufer stolpert. Ich habe diese News erst geschrieben, nachdem ich mir den Text sorgfältig durchgelesen habe, was ich jedem empfehlen würde. Es lohnt sich!

Teil 1, Teil 2, Teil 3

14 Gedanken zu “Vom Baum im Walde

  1. „Wie man hört, gibt es inzwischen didaktische Computerspiele, die das vernetzte, ganzheitliche Denken fördern sollen. Der Spieler lernt, dass selbst kleinste Eingriffe in ein komplexes Ökosystem große, nicht beabsichtigte Wirkungen haben können. Auch einzelne Filme, die (Film-)Kultur insgesamt und die freiheitlich-demokratische Grundordnung sind solche Ökosysteme. Vorschlag: Jeder Politiker, der – sagen wir – nach einem Amoklauf reflexartig neue Verbote und Überwachungsmaßnahmen fordert, wird zum sofortigen Mundhalten verdonnert. Er darf sich erst wieder äußern, wenn er eines dieser Spiele gespielt und durch eine Prüfung nachgewiesen hat, dass er es in seinen Grundzügen verstanden hat.“

    eine gute einschätung der zensur-politik unseres landes die man nicht nur auf filme und computerspiele sondern auf alle bereiche der kunst ausweiten kann bzw in mienem fall tut.

  2. Grade den ersten Teil gelesen, is ne Menge Text. Find ich sehr interessant das ganze, hat sich mal jemand von Euch mit dem Autor in Verbindung gesetzt?
    Vielleicht sollte man da mal so ne Verinigung gründen oder, anstatt, dass sich 10 Blogger über 20 verschiedene Seiten verteilen :D

  3. Sehr, sehr guter und lesenswerter Beitrag!
    Vor allem auf Seite3 wird es für Spieler interessant (die beiden Seiten davor sind natürlich nicht uninteressant ;) )

  4. Danke für diesen Hinweis! Arg viel, aber schon das was am Anfang über den Realismus steht hat mir aus der Seele gesprochen. Wird sich bestimmt für jeden lohnen das gründlich zu lesen

  5. Mir gefiel es auch. Hab die ersten beiden Seiten schon vor der News hier auf Stigma gelesen und mich gut unterhalten. Heute dann die dritte Seite, da wurde es nochmal richtig interessant.

    Gruß
    Aginor

  6. Der (sehr) lange Text ist super und für mich in jeder Hinsicht nachvollziehbar. Man möchste glatt nach jedem Satz „So isses!“ schreien. Ein paar Zitate sind besonders gut.

    „Laut einer Umfrage sind 69 Prozent der Bundesbürger für ein generelles Verbot von „Killerspielen“. Das sagt zunächst nur, dass wir in einer zunehmend vergreisenden Gesellschaft leben. Gäbe es mehr Jüngere, wäre das Ergebnis ein völlig anderes. Von Computerspielen weiß ich gar nichts. Als Freund von Horrorfilmen weiß ich aber, wie es ist, wenn Leute im Fernsehen verbal auf Sachen einschlagen, von denen sie keine Ahnung haben. Die Computerspieler tun mir deshalb leid.“

    „Ich habe schon viele solcher Debatten erlebt. Früher saßen ältere Herren in Anzug und Krawatte im Fernsehstudio, die sich alle darüber einig waren, dass nicht genug gegen „Gewaltvideos“ unternommen wurde. Dann saß unter den älteren Herren in Anzug und Krawatte (und manchmal einer Dame im Kostüm) plötzlich ein armer Mensch, der „Gewaltvideos“ aus eigener Anschauung kannte, vielleicht sogar mochte, eine andere Meinung vertrat und deshalb den Prügelknaben abgeben musste.“

    So isses !!

  7. Mann, das war ein langer Text, aber auch ein sehr guter.
    Ich kann dem nur voll und ganz zustimmen.
    Zwar hatte ich an einigen Stellen nicht den Eindruck, dass das ganze von einem schon 50-jährigen geschrieben wurde, was aber vermutlich daran liegt, das man derartige Ansichten in der Altersgruppe eher nicht vermutet.

    Wirklich erschreckend fand ich die Erkenntnis das man, sofern man sich an geltendes (deutsches) Recht hält, in diesem angeblich freien Land in dem es (k)eine Zensur gibt, keine Chance hat an bestimmte, weltweit anerkannte filmische Meisterwerke zu kommen.
    Wohingegen der Illegale Weg (z.B. download, Bestellung beschlagnahmter Titel aus dem Ausland) geradezu schnell und einfach ist.

    Hier wird der interessierte, volljährige Film/Spiele-Fan sehr leicht in Richtung illegalität gedrängt, nicht weil er es will, nein es ist oft die einzige Möglichkeit für ihn ist.

    Auf jedenfall 5/5 Sternen für den Artikel.

  8. Puh, ich bin jetzt dabei den letzten Teil zu lesen. Bin gerade bei ,,Auf dem Gynstuhl geknebelt´´. Ich kann mich den anderen Kommentaren nur anschließen. Der Artikel ist nicht nur intelligent, sondern auch erfrischend ehrlich :D Daumen hoch !!

  9. bin jetzt auch durch, hab zwischendurch auch nochmal pausieren müssen, auf der letzten seite finde ich auch die zitate sehr schön :)

    „Der kluge Erich Kästner, von den Nazis mit Schreibverbot belegt und Autor vielgerühmter Kinderbücher (Das fliegende Klassenzimmer, Pünktchen und Anton), wurde 1950, vor Einführung des „Gesetzes über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften“, vom Bundestag als Sachverständiger gehört. Seine Meinung:

    Wenn’s schon nicht gelingt, die tatsächlichen Probleme zu lösen – die Arbeitslosigkeit, die Flüchtlingsfrage, die Steuerreform -, dann löst man geschwind ein Scheinproblem. Hokuspokus – endlich ein Gesetz! Endlich ist die Jugend gerettet! Endlich können sich die armen Kleinen am Kiosk keine Aktphotos mehr kaufen und bringen das Geld zur Sparkasse. „

  10. Phew, hab 3 Stunden gebraucht um das alles zu lesen. Dennoch ein sehr interessanter Text. Schon grotesk was die Jugendschutzpraxis in diesem Land für Blüten treibt. Und irgendwie ein bisschen erleichternd zu wissen, dass man als Computerspieler nicht der einzige ist der die zu spüren kriegt :>

  11. yo stimmt scho…erst bücher dann theather dann kino dann fernsehn und nun internet und pc…immer das selbe zig tausend jahre menschheitsgeschichte und diese idioten sagen das man aus der geschichte gelernt hat..das ich nicht lache

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