Forderung nach „Killerspielverbot“

(heise) Die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) sieht sich weiterer Kritik ausgesetzt. Nachdem bereits Bayern die Prüfungskriterien in Frage gestellt hatte meldet sich nun auch Angela Kolb (SPD), die Justizministerin von Sachsen-Anhalt, zu Wort. Sie kritisiert, dass im Prüfungsverfahren die höheren Level der Spiele wegen der wenigen Mitarbeiter nicht angespielt werden könnten. So blieben manchen Inhalte unentdeckt. Kolb sieht auch einen Missbrauch der Zulassung durch die Hersteller. Diese würden den Umstand, das bei Spielen mit einem Kennzeichen der USK kein Werbeverbot besteht, ausnutzen:

Wenn diese Zulassung vorliegt, dann ist das für die Hersteller eine Art Persilschein. Das Spiel wird offensiv beworben, und das weckt natürlich das Interesse von Kindern und Jugendlichen.“

 Darüber hinaus fordert sie auch ein „Killerspielverbot“:

Spiele, in denen Gewalt verherrlicht und Menschen am laufenden Band getötet werden, gehören verboten

Anmerkung:

– Gewaltverherrlichende Videospiele sind bereits verboten.
– Der Vorwurf, dass Videospiele beworben werden, obwohl dies erlaubt ist, kann nicht überzeugen. Ein Werbeverbot soll nach dem Gesetz lediglich bei indizierten Titeln bestehen. Nicht aber bei solchen, die das Kennzeichen „Keine Jugendfreigabe“ erhalten haben.
– Nach den Angaben der USK wird von den Testern eine „vollständigen Sichtung des Titels“ durchgeführt.

24 Gedanken zu “Forderung nach „Killerspielverbot“

  1. Wieder mal ein typischer Fall von irgendeiner Fehlinformation die die Runde macht. Und -ja- tatsächlich darf man „ab 18“ Spiele bewerben. Wo bitte ist das ein „ausnutzen“?? Harte Alkoholika dürfen auch überall beworben werden und die schädigen tatsächlich un nicht nur wenn alte Politbonzen Statistiken falsch verstehen wollen.

  2. Ich glaube es wird die offensive Werbung kritisiert, die auch so platziert wird, dass man dem Publisher unterstellen kann, dass die Zielgruppe Jugendliche sind.
    Ich hatte das vor einiger Zeit im Forum auch einmal thematisiert. Unsere Meinungen dazu waren recht unterschiedlich. Das ist also durchaus ne Frage die man sich stellen muss.

    An das Ministerium habe ich schon eine Email mit den Fakten geschrieben (vor allem hinsichtlich §131 StGB) und um weitere Stellungnahme gebeten, mal sehen ob was zurückkommt. (Vermutlich nichts, aber der Versuch zählt)

    Gruß
    Aginor

  3. Nein, wie können die es wagen für solche schändlichen Machwerke auch noch zu werben. ;)

    Wo wird denn dafür geworben, etwa in der Mickymaus oder auf Super RTL während des Kinderprogramms, wohl eher nicht.

    Im TV hab ich derartige Spots bisher nur nach 23 Uhr gesehen, wo ja auch 18er Filme laufen dürfen.
    Im Printbereich wird auch nur in Spielezeitschriften und PC-Magazinen geworben, die meist sowieso USK 16 sind.
    Das einzige was mir jetzt einfällt ist die Werbung auf div. Internetseiten die frei zugänglich sind und ohne Altersnachweis auch 18er Werbung bringen.
    Ach ja und die Werbung in den Spieleshops, die oftmals gerade für Erwachsenenspiele besonders aufwändig gestaltet ist.

    Ich sehe allerdings keinen Anlaß daran etwas zu ändern, schließlich sollte es den Kindern, zumindest theoretisch, nicht möglich sein an derartige Spiele heranzukommen, genausowenig wie an Alkohol oder Zigaretten.

    Das das ganze in der Praxis etwas anders aussieht, ist bei allen drei Dingen eine völlig andere Geschichte.
    Da es sich bei den Spielen allerdings um das von den Auswirkungen her geringste Übel handelt (obwohl da einige Politiker anderer Ansicht sind), sehe ich dies keinesfalls als das dringlichste Problem an.

    Wie immer gilt tabuisieren und verbieten führt im Endeffekt genau zum gegenteiligen Ergebnis.
    So brüstet sich der kleine Hansi in der Schule damit was er schon alles für verbotene Spiele/Filme hat, zündet sich in ner abgelegenen Ecke des Schulhofs seine Zigarette an und geht nach dem Unterricht zu ein paar Freunden saufen.

    Vater Staat kann es Hansi allenfalls erschweren an diese Dinge heranzukommen, aber letztendlich spornt das Hansi nur noch mehr an, da sich das Ansehen und der Respekt unter den Mitschülern aufgrund der erschwerten Bedingungen nur noch erhöht.

  4. nun, an dieser Kritik ist die USK sicherlich nicht ganz unschuldig.
    Bislang hat sie es versäumt gegen sachlich falsche Unterstellungen anwaltlich vorzugehen.
    Wir leben in einem Rechtsstaat, da muß man sich nicht alles gefallen lassen.
    Bei der Presse besteht zudem die Möglichkeit eine Gegendarstellung zu erreichen, warum die USK bislang verzichtet hat, ist mir unverständlich.

  5. Ich kann das bald nicht mehr hören.

    Jetzt hat die gute Frau festgestellt, dass für etwas geworben wird, dass nicht verboten ist! Skandal. Wo soll das hinführen? Killerspiele sind ja bekantlich gesellschaftlich geächtet.

    Mich wundert da nur warum bisher noch kein wütender Mob eienen Gamestop Laden geplündert hat. Mit Mistgabeln und so. Und während der arme Student an der Kasse von wildgewordenen Großmüttern mit Handtaschen verprügelt, wird schreit die Masse: „Un noch eins drauf für die friedliche Gesellschaft“.

    Peace!

  6. Das ist mir auch unverständlich. Es wird so viel Mist über die USK erzählt, und die wehren sich selten.

    Also bei manchen Spiele-Publishern z.B. hieß es dass sie absichtlich nicht an der Diskussion teilnehmen. Die sitzen das quasi aus.

    Gruß
    Aginor

  7. So ganz unverständlich ist das nicht. Das ist einschwieriges Thema. Das argument „Mir machts spaß wenn körperteile durch die gegend fliegen“ ist wirklich schwer vermittelbar.

  8. Diese offensichtliche Ignoranz, was die Verbotsforderung nach gewaltverherrlichenden Spielen verdeutlicht, und ihre Wortwahl (,,Persilschein´´) erinnert mich stark an Christian Pfeiffer. Ich bin mir sicher, das Kritiker durchaus Kenntnis über die Gesetzeslage besitzen. Ich meine, sie sind leicht einsehbar und gerade für Politiker und Kriminologen leicht zugänglich. Für Pfeiffer und Kolb ist es sogar Pflicht, es zu wissen.
    Nein, nicht nkenntnis ist das Problem der Kritiker, sondern Angst! Die Kritiker haben Angst und zwar vor Jugendlichen und Gamern. Zwei Dinge, die diese Angst begründen, sind zum ersten die Tatsache, dass sie in völliger Unkenntnis über die Betroffenen und deren Beschäftigung sind, also Misstrauen
    und zum zweiten, die anscheinende Verdrängung bestehender für sie lieb und teuer gewordener Werte und Güter, wie Bücher und klassische Musik. Durch diese ,,Verdrängung´´ befürchten sie, selbst als überholte Individuen den Platz in der Gesellschaft zu verlieren, den sie sich durch, und das meine ich ernst, harte Arbeit erworben haben.
    Also mir tun die Kritiker leid.

  9. @Seth
    wie wir am KöniginenTag in Holland gesehen haben, sind Autos auch benutzbar für Amokläufe. Also gleich mit verbieten. Gäbs auch keinen Ärger mehr mit OPEL oder dieser VW/Porsche Geschichte. die 200 000 Arbeitsplätze die dann wegfallen, kann man ja für die Überwachung des Internets wiedereinstellen.

  10. Nunja, wurde nicht GTA4 sogar vier mal beinahe indiziert? Nur hatte man es so oft versucht, dass es doch ab18 freigegeben werden konnte?

    „“Spiele, in denen Gewalt verherrlicht und Menschen am laufenden Band getötet werden, gehören verboten““

    Lasst mich raten? In CS mit einem MG um die Ecke warten, bis eine Horde Noobs vorbei kommt?

    „Sie bezeichnete es als erschreckend, dass einer Umfrage zufolge zehn Prozent der Zehnjährigen das Killerspiel „GTA 4″ als ihr Lieblingsspiel bezeichneten. Es ist von der USK erst ab 18 Jahren freigegeben.“

    Gut, abgesehen davon, woher sie die Daten herbekommt, ist das jetzt nun schlimm? Das Spiel landet mal schnell bei einem unter der „Lieblings-Liste“, selbst wenn man es gar nicht besitzt und nur 3 Minuten angespielt hat…

  11. Ja, das stimmt. Bei Zehnjährigen ist das echt schwer. Die Daten kommen ja aus Befragungen. Und die lügen halt was das Zeug hält um cool zu sein.

    Da kann sein dass der große Bruder das aufm Rechner hat, und schon ist es „mein Lieblingsspiel“

    Gruß
    Aginor

  12. – Der Vorwurf, dass Videospiele beworben werden, obwohl dies erlaubt ist, kann nicht überzeugen. Ein Werbeverbot soll nach dem Gesetz lediglich bei indizierten Titeln bestehen. Nicht aber bei solchen, die das Kennzeichen “Keine Jugendfreigabe” erhalten haben.

    @admin: bist du sicher dass der Satz so stimmt? Ist das am Anfang nicht ein Widerspruch?
    „beworben, obwohl erlaubt“?

  13. wurde nicht aus cod5 der zombi bonuslvl entfernt? den, denn man nur nach durchspielen des tietels erreicht?! so ein schwachsinn! 2006 hat i so ein dödel von der cdu genau das gleiche verzapft! ich hab dazu auch im forum irgendwo was zu geschrieben.

  14. „Kolb sieht auch einen Missbrauch der Zulassung durch die Hersteller“
    Ich sehe einen Missbrauch des Amtes der Justizministerin zur Verbreitung von unsinnigen Aussagen^^

    Für seine frei auf dem Markt zu erhaltenen Produkte zu werben ist das gute Recht eines jeden Herstellers und es ist auch egal wenn dabei um einen 18er-Titel handelt.

    Ich glaube nicht dass ein Hersteller eine solche Werbung einem Sender vorlegt und will dass sie vor nach oder wären einer Sendung eingespielt wird die nicht die selbe Zielgruppe anspricht wie das beworbene Produkt.

    Es wäre schließlich genau so schwachsinnig vor/nach/wärend einer Kindsendung für CoD zu werben wie für Bier (komisch ist sowieso dass dafür geworben werden darf aber für Games nicht aber das Thema hatten wir ja schon in anderem Zusammenhang).

  15. „Innenminister Joachim Herrmann und Sozialministerin Christine Haderthauer stützten sich in ihrer Kritik an der USK unter anderem auf Einschätzungen des Kriminologen und ehemaligen niedersächsischen Justizministers Christian Pfeiffer“

    Noch Fragen?…
    Wer war denn der jeniger der die Spiele nicht durch getestet hat?

    Die USK sollte gegen die endlich mal vorgehen und eine öffentliche Richtigstellung fordern!

    Happy Coding

  16. Also bis auf RTL2 und das meist erst nach 23 Uhr sehe ich keine Werbung über irgendein Spiel ab 18 Jahren.
    Tja und Gamesmagazine gelten nicht wirklich als „Werbung“, da dort die Spiele ja unter die Lupe genommen und ausführlich getestet werden.
    Und wie ich einst sagte : die SPD ist eine Mitläuferpartei die es nun der CDU und CSU gleichtung und sich ebenfalls mit der Story der Killerspiele einlässt.
    Keine Macht der SPD, der CDU und CSU !

    @TRB,
    so sehe ich das auch.
    Die USK sollte nun endlich ihren Hintern hochbewegen und sich gegen diese Propaganda seitens Pfeiffers entgegenstellen, ich glaube hier wäre sogar Rufmord ein guter Anklagepunkt, denn nichts anderes betreibt Pfeiffer mit der USK.

    @Murray,
    ja ist schon komisch.
    Die Koma-Säufer werden immer jünger, aber niemand verlangt ein Werbeverbot von alkoholischen Getränken wie Bier (z.B. Warsteiner) und Schnapps (z.B. Jägermeister).
    Als ich vor kurzen mit einem Freund in Crank2 drin war, kamen da mindestens 4 Werbespots für Bier, darunter Veltins,Warsteiner,Becks und noch so ne Marke.

  17. Finde die Behauptung, dass die USK gar nicht die Spiele durchspielen kann sehr schlecht, zumal die USK ja selber sagt das sie die Spiele komplett durchspielt.

    Auch verwunderlich:
    Zitat Spiegel Online:
    „Im vergangenen Jahr wurde für 3000 Computerspiele eine Zulassung beantragt. Die 50 Tester der USK haben dann für jedes Spiel fünf bis zehn Tage Zeit. „Bedenkt man, dass ein geübter Spieler 70 bis 100 Stunden an einem Computerspiel sitzt, so kann man sich vorstellen, dass den Testern gar nicht genügend Zeit für ein Spiel bleibt“, kritisierte Kolb.“

    Mal ehrlich: Bei welchem Spiel braucht man 70 bis 100 Stunden um es durchzuspielen? Selbst Wenn man nen Mulitplayer hat, braucht man bei weitem nicht so lange um alles zu sehen. Gerade geübte Spieler spielen doch die meisten Spiele in einer Spielzeit von unter einem Tag durch.

  18. Das kommt, wenn man keine Ahnung hat, aber mitreden will!
    Ist wohl die Schwester von Bosbach…ist wohl auch ein Baum

  19. also die meisten spiele die ich kenne haben so im schnitt 24-36h nach hersteller angaben und diese zeiten sind sehr großzügig bemessen und gehen meist von einem anfänger aus…bei der usk sollten nicht allzuviele anfänger sein abgesehen von den auszubildenden

  20. Ich denke mal das man bei Spielen für die die Altersfreigabe „ohne Altersbeschränkung“ und ab 6 Jahren beantragt wurde, nicht alles wirklich durchgesielt wird.
    Schließlich sieht man bei den meisten Spielen dieser Kategorie schon auf den ersten Blick, bzw. schon nach kurzem anspielen welches Rating vergeben werden sollte.
    Bei 12er, 16er und 18er Freigaben wird man da schon etwas genauer hinschaun, und die Spiele auch durchspielen.

  21. „dass im Prüfungsverfahren die höheren Level der Spiele wegen der wenigen Mitarbeiter nicht angespielt werden könnten.“
    Im letzten level von Super Mario Sunshine waren harte Pornos.^^

    „Das Spiel wird offensiv beworben, und das weckt natürlich das Interesse von Kindern und Jugendlichen.”“
    Pornos wecken auch das Intresse von Minderjährigen wenn Eltern zu blöd sind sie wegzuschliessen.

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