Position der Parteien

Darüber, dass manche Politiker bar jeder Qualifikation Videospiele verdammen, sind wir Gamer uns ja noch einig. Aber ob man die Wahl einer Partei auch von deren Haltung zu Videospielen abhängig machen soll, ist eine andere Sache. Schließlich sind Videospiele ja nur eine kurzweilige Freizeitbeschäftigung, auf die man auch leicht verzichten könnte. Dieses Thema beschäftigt auch Florian Stangl, der die Aktion „Ich wähle keine Spielekiller“ der PC Games verteidigt:

„Wenn Behörden und Politiker sich mit Halbwissen und hanebüchenen Plänen gegen unser Hobby stark machen, müssen wir mit unseren Mitteln dagegen halten.“ (Quelle)

Als „Interessenverband“ von Gamern mag es einem leicht fallen von der Wahl der CSU abzuraten, aber als Bürger dieses Landes sieht man sich eben nicht nur als Gamer. Auch wenn ich und viele andere meiner Generation sicherlich von Videospielen geprägt wurden, würde ich die Wahl einer Partei nicht von deren Haltung zu Videospielen abhängig machen. Andere Bereiche wie Außenpolitik, soziale Gerechtigkeit, Bürgerrechte und tragbare Energiepolitik sind für mich die maßgeblichen Kriterien.

Dass Ausschlusskriterium war und ist dabei das im Grundgesetz verankerte Friedensgebot. Ich will und kann es nicht verantworten, dass meine Freiheit „am Hindukusch verteidigt“ wird. Da bringt ein Zitat von Bismarck meine Ansicht auf den Punkt: „Wer einen Präventivkrieg vom Zaun breche begehe Selbstmord aus Furcht vor dem Tod.“. In der modernen Variante: „Bombing for Peace is like fucking for virginity.“. Dass es aber selbst hier Raum für Interpretationen gibt habe ich jüngst erfahren müssen. Bei einer Podiumsdiskussion mit Kandidaten für die Europawahl wurde vor allem der friedenschaffende Charakter der EU betont. Auch anlässlich des 60jährigen Jubiläum des Grundgesetzes wurde betont, dass dieses ein „Garant für Frieden“ sei (Quelle):

60 Jahre Grundgesetz bedeuten 60 Jahre Frieden.“ (Quelle)

Täusche ich mich, oder ist Deutschland nicht der drittgrößte Waffenexporteur der Welt? Und wurde nicht der Einmarsch von Bush Senior in den Irak von Deutschland und Japan mit 16 Milliarden US$ getragen? Übernahmen bei Bush Junior nicht deutsche Awacs-Flugzeuge die Luftraumüberwachung der nördlichen Frontlinie? Meldeten deutsche Agenten den USA nicht Stellungen der irakischen Streitkräfte in Bagdad? Hätte der Angriffskrieg, ohne die Genehmigung Rammstein zu nutzen, so stattfinden können? Selbst im Kosovokrieg flog die Luftwaffe ohne UN-Mandat Luftangriffe auf Jugoslawien und feuerte dabei mehr als 200 Raketen ab. Und kämpfen nicht, ob man es jetzt Krieg oder Konflikt nennt, tausende deutsche Soldaten schon länger in Afghanistan als der Zweite Weltkrieg angedauert hat?

Abgesehen davon, dass der Einsatz der Awacs sogar vom BVerfGE als verfassungswidrig angesehen wird und auch Angriffskriege mit dem Friedensgebot nicht ganz in Einklang zu bringen sind (Quelle) – sehen so 60 Jahre Frieden aus? Ok, wir hatten keine kriegerischen Handlungen in Deutschland und der letzte Angriff auch Frankreich ist auch schon etwas her, aber von „60 Jahre Frieden“ zu sprechen ist angesichts der im günstigsten Fall 43 000 zivilen Opfer bitter. Da möchte ich nicht wissen, was der Herr unter Krieg versteht.

Auch in vielen anderen Bereichen empfinde ich die Argumente der Politiker ähnlich überzeugend, was hier aber nicht das Thema sein soll. Also auch ohne die Haltung zu Videospielen zu berücksichtigen habe ich Probleme damit eine wählbare Partei zu finden. Es ist anscheinend zu viel verlangt eine Partei vorfinden zu wollen, die das Grundgesetz achtet und weder andere Länder noch die Grundrechte der Bürger bekämpft (Vorratsdatenspeicherung, Fingerabdrücke im Personalausweis, Videoüberwachung, Onlinedurchsuchung, Internetsperren, ..). Die freudschen Versprecher von einen an Dr. Seltsam erinnernden Schäuble und die wohl ernsthaft so gemeinte Rede Merkels zur Videoüberwachung sind dabei das Paradebeispiel für in meinen Augen fragwürdige Tendenzen in der deutschen Politik.

Stellungnahmen der Parteien

Für diejenigen, die ihre Wahl auch von der „Killerspielpolitik“ der Parteien abhängig machen wollen, hatte ich einen Fragekatalog an die größeren Parteien gesendet. Leider wurde er nicht beantwortet und man hat mir lediglich eine Standardantwort zugeschickt, die an meinen Fragen zu großen Teilen vorbeiging. Da dies aber offenbar die offiziellen Positionen der Parteien sind, kann ich diese nicht vorenthalten:

– Die LINKE

„DIE LINKE lehnt eine Verbotspolitik im Umgang mit gewalthaltigen Spielen ab. […] Im Bundestag hat sich DIE LINKE schon früh dagegen ausgesprochen, die Entwicklerbranche und die Nutzerinnen und Nutzer so genannter Killerspiele zu diffamieren. Ursächlich für Gewalt und Amok an Schulen ist nicht der Konsum von gewalthaltigen Computerspielen, sondern ein komplexes Bedingungsgefüge bestehend aus sozialen, psychologischen und familiären Komponenten.“

Die LINKE spricht sich also gegen Verbote und gegen eine Diffamierung von uns Gamern aus und sieht Videospiele nicht als relevante Ursache bei Amokläufen an.

– Die Grünen

„Für uns Grüne ist klar, dass Gewalt in den Köpfen von Kindern und Jugendlichen nichts zu suchen hat. […] Hier gibt es anspruchsvolle Jugendschutzbestimmungen in Deutschland […]. Wir sind uns mit allen ExpertInnen darin einig, dass darüber hinausgehende Maßnahmen wie z. B. ein pauschales Verbot von sogenannten Killerspielen keinen besseren Jugendschutz bieten könnten. Schreckliche Gewaltausbrüche junger Menschen wie in Erfurt, Emsdetten oder Winnenden lassen sich nicht eindimensional erklären. Wir plädieren für eine differenzierte Auseinandersetzung mit den Ursachen. […] Strengere Verbote jedenfalls können solche Amokläufe nicht verhindern. Wer dies behauptet, will die Menschen in die Irre führen. […] Zudem fehlt bei uns eine wirksame Förderung qualitätsvoller Computerspiele, wie es sie in anderen Ländern längst gibt.“

Man sieht Videospiele zumindest nicht als maßgeblichen Faktor bei Amokläufen an und lehnt auch Verbote ab. Nichtsdestotrotz hätte Gewalt, zu der man offenbar auch gewaltdarstellende Videospiele zählt, in den Köpfen von Kindern und Jugendlichen nichts zu suchen. So setzt man sich auch für die Förderung gesellschaftlich erwünschter Videospiele ein.

– FDP

„Zugleich betonten die Liberalen, dass auch ihrer Auffassung nach die Verbreitung von Computerspielen mit diesem Inhalt stärker kontrolliert werden muss. […] Sie unterstrichen: „Der Zugang zu und der Umgang mit Computerspielen egal welcher Art, obliegt letztlich der Verantwortung der Erziehenden.“ Ein Verbot von staatlicher Seite auszusprechen sei eine Maßnahme, „die sehr tief in verschiedene Grundfreiheiten eingreift“, machten Waitz und Gruß deutlich. Sie wiesen zugleich daraufhin, dass im Zeitalter des Internet Verbote sowieso „wenig bringen“ würden, wenn mit einem Klick Spiele herunter geladen werden könnten.“

Die FDP spricht sich gegen Verbote aus, weil sie praktisch wirkungslos sind und einen Eingriff in die Grundrechte darstellen. Man spricht sich anscheinend aber für Testkäufe aus und will Medienkompetenz stärken. Nach den hier nicht zitierten Ausführungen zum Sofortprogramm sind aber manche Textbausteine der Antwort schon älter und beziehen sich auf überholte Sachverhalte.

– SPD

„Wir haben bereits in der Vergangenheit wiederholt politische Debatten über Computerspiele geführt. Anlass waren dabei immer wieder Amokläufe von jungen Menschen, die vielfältige Diskussionen ausgelöst haben. Uns geht es in der Debatte um mehrere Themenkomplexe: […] um Prävention und Bekämpfung von Jugendgewalt, um die Verantwortung von Eltern und Pädagogen und um Fragen der Medienkompetenz und des Jugendmedienschutzes. […] Im Vordergrund unserer Bemühungen zur Umsetzung eines wirksamen Kinder-  und Jugendmedienschutzes muss daher weniger eine weitere Verbotsdiskussion stehen als mehr eine verstärkte Förderung von Medienkompetenz in Familien. […] Das heißt aber nicht, dass wir vor den bestehenden Problemen die Augen verschließen. So werden wir in der nächsten Wahlperiode prüfen, ob die Bundesprüfstelle und die sog. Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle künftig enger zusammenarbeiten können, um die Indizierungsstandards zu wahren.“

Die SPD setzt also weniger auf ein Verbot sondern eher auf mehr Medienkompetenz. Ausgeschlossen wurde es aber nicht. Als konkrete Maßnahme wird eine bessere Abstimmung von USK und BPjM angekündigt.

– CDU

„Immer mehr Menschen suchen Spaß und Unterhaltung in Computerspielen. Negative Folgen eines exzessiven Spiele- und Medienkonsums können vielfältig sein und treffen Kinder und Jugendliche unterschiedlich. Sie reichen von nachlassenden schulischen Leistungen bis zu suchtartigen Erkrankungen und sozialer Vereinzelung. Besonders gefährdet sind jene, die mit dem Einfluss von Medien in ihren Familien alleine gelassen werden, also die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Bei ihnen können sich bestehende Defizite verstärken und negative Vorbilder durchsetzen. Rechtliche Regelungen müssen Grenzen aufzeigen. Verbote allein reichen nicht aus, um Gefahren abzuwehren. Spiele, die Mord- und Metzelszenen detailliert darstellen und verherrlichen sowie zu Gewalttätigkeit anstacheln, gehören nicht in die Hände von Kindern. Deshalb sind eine bessere Alterskennzeichnung und eine Klarstellung der Kriterien für eine Altersfreigabe ab 18 Jahren richtig. Bereits heute bietet das Strafrecht in Deutschland Regelungen für das Verbot eines Gewalt verherrlichenden Computerspiels. Entscheidend ist die konsequente Umsetzung nach entsprechender Prüfung.“

Die CDU lässt die Frage nach Verboten offen. Explizit spricht man sich nur für die Einführung der bereits bestehenden Indizierung sowie des ebenfalls bereits vorhandenen § 131 StGB aus. Als konkrete Maßnahmen fordert man eine bessere Alterskennzeichnung – was auch immer man sich darunter vorstellen kann – und eine Konkretisierung der Prüfkriterien der USK.

– CSU

„Leider haben sich Vorfälle wie in Winnenden gehäuft, weshalb die Politik hier in der Pflicht steht.[…] Generell gesellschaftliche Themen sind sehr behutsam zu behandeln und hier eine sorgfältige Abwägung zwischen Verbot und Selbstverantwortung vorzunehmen. In diesem Zusammenhang halten wir gewaltdarstellende Spiele nicht für zwangläufig verbotswürdig, sondern haben uns für eine wissenschaftliche Prüfung der Gefährlichkeit einzelner Spiele ausgesprochen.“

Nach der CSU besteht ein Zusammenhang zwischen dem Umgang mit Videospiele und Amokläufen. Man betont, dass man gewaltdarstellende Spiele nicht zwingend für verbotswürdig hält, aber inwiefern kann man dieser Aussage Glauben schenken?

Angesichts der Äußerungen von Haderthauer, Stoiber, Schneider, Beckstein, Herrmann, Geis, Koschyk, Bär, Schmied und Söder sowie den jüngsten Stellungnahmen von Mitgliedern der Schwesterpartei, namentlich Strobl, Rech und Köhler, kann ich nur ungläubig konstatieren:

Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“

Vielleicht ist es aber auch eine falsche Herangehensweise die Wahl einer Partei von deren Versprechungen im Vorfeld des Wahlkampfes abhängig zu machen. So sagte ja bereits Franz Müntefering, es sei „unfair Politiker an den Wahlversprechen zu messen.“ Hier eine kleine Zusammenfassung von dem, was Unionspolitiker sonst für Äußerungen vom Stapel lassen:

Es gehöre zur Selbstachtung derartige Spiele nicht zu nutzen, auch wenn dies nicht verboten sei. Diejenigen, die diese Spiele nichtsdestotrotz nutzen, dürften sich im Übrigen durch einen Vergleich ihres Hobbies mit Kinderpornographie nicht verletzt fühlen, da ihnen jeglicher sozialer Achtungsanspruch abgesprochen werden könne. Des Weiteren müsse man, unabhängig von einer Verbotsausweitung, Computerspielturniere – auf denen Spiele wie „Warcraft III“ genutzt werden – untersagen sowie die Internetsperren von Kinderpornographie auch auf Killerspiele ausweiten. Abseits von Verboten fordere man die Ächtung dieser Spiele und begrüße es daher, wenn Supermarktketten freiwillig auf den Verkauf dieser Spiele verzichten und die Deutsche Bahn Werbung für diese Spiele unterlässt. Im Übrigen müsse man zweigleisig fahren. Neben einem Verbot, dass Bayern in den Bundesrat eingebracht hat, müsse man eine Verdrängung von den schwarzen Schafen durch eine Prämierung gesellschaftlich erwünschter Spiele fordern.

Noch besser ist es aber nicht auf Worte sondern auf Taten abzustellen.

Politik der Parteien

– Die LINKE

Die Linke spricht sich regelmäßig gegen eine prohibitiven Lösung  aus und stimmt entsprechend ab, wie es auch beim Sofortprogramm der Fall war. Sie ist ebenfalls die einzige Partei die sich abseits von Verboten explizit gegen eine Diffamierung und Ächtung von Gamern ausspricht, die von Vertretern andere Parteien nahe gelegt wird. Sofern man die Linke nicht wegen ihrer sonstigen Politik oder wegen ihrer Vergangenheit ausschließt, ist sie eine sichere Wahl für Gamer. Man sollte jedoch noch darauf hinweisen, dass Teile der LINKEN den „Kölner Aufruf“ unterstützen.

– Die Grünen

Die Grünen haben zwar gegen das Sofortprogramm von Ursula von der Leyen gestimmt, aber in Karlsruhe und Stuttgart haben sie dafür gekämpft, dass das „Intel Friday Night Game“ nicht stattfindet. Auch sieht Renate Künast Videospiele als Vorbild für Gewaltexzesse auf Schulhöfen und will „Killerspiele“ ächten. Manche Grünen stellen die Kritiker in den eigenen Reihen als Minderheit dar. Aber warum begrüßt diese Minderheit in Pressemeldungen offiziell im Namen der Grünen das Verbot von eSport-Turnieren, während die angebliche Mehrheit nur in Blogs um Verständnis bittet? Ich glaube nicht, dass es eine einheitliche Parteilinie gibt, so dass man mit Grünen eine Wundertüte wählen würde. Es könnte Überraschungen geben, die uns Gamern nicht unbedingt gefallen.

– FDP

Die FDP wird ihrem Namen gerecht. Nicht nur jüngst die Internetsperren sondern auch das Sofortprogramm der Familienministerin wurden von der FDP mehrheitlich abgelehnt. Man sollte sich jedoch einer Sache sicher sein. Wer die FDP wählt, wählt CDU. Ich würde nicht darauf vertrauen, dass die FDP bei den Verboten von Paintball und gewaltdarstellenden Videospielen standfest bleiben wird. Wer es dennoch tut, geht ein gewisses Risiko ein.

– SPD

Die SPD hat als Teil der Regierung das Jugendschutzgesetz weit über das rechtlich vertretbare hinaus verschärft. Auch wurde in Nürnberg ein eSport-Turnier von einem Oberbürgermeister der SPD abgesagt. Letztendlich hat man sich selbst im Koalitionsvertrag mit der CDU ein Verbot von Killerspielen als Ziel festgeschrieben. Eine Distanzierung von einem Verbot erfolgt nicht, man betont nur, dass die Förderung der Medienkompetenz Vorrang habe. Wenn man weitere Verschärfungen bei dem Umgang mit Videospielen ablehnt sollte man also von der Wahl der SPD absehen.

– Union

Die Union hat für die Verschärfung des Jugendschutzgesetzes gestimmt, im Koalitionsvertrag mit der SPD ein Verbot von Killerspielen festgehalten und dies auch in den Bundesrat eingebracht. Darüberhinaus wurden bereits in drei Städten eSport-Turniere bzw. LAN-Partys von Politikern der Union verhindert. Auch wird darüber diskutiert die Internetsperre gegen Kinderpornographie auch auf „Killerspiele“ auszudehnen. Die CDU (direkt oder indirekt) zu wählen wäre für uns Gamer der dümmste anzunehmende Unfall. Auch in anderen Bereichen ist das Wahlprogramm der Konservativen eher als Kriegserklärung an die Grundrechte zu verstehen.

Zusammenfassend kommt für Gamer nur die Wahl von zwei Parteien in Frage. Die der FDP, wenn man an deren Standfestigkeit glaubt, oder die der Linken, wenn man mit deren Vergangenheit und sonstigen Politik kein Problem hat. Abseits der etablierten Parteien würde sich sicherlich die Piratenpartei anbieten. Ein Einzug in den Bundestag ist aber genauso ungewiss, wie man die Piraten im Moment nur als eine als Protestpartei wählbare Nischenpartei bezeichnen kann.

73 Gedanken zu “Position der Parteien

  1. Ach, bei den ganzen Parteien was man nciht was man wählen soll. Ich finde aber auch, dass die Haltung zur Killerspieldebatte ein wichtiges Kriterium ist. Wenn es ein Partei nicht schafft, in einen eher „unwichtigen“ Bereich keine klare Linie zu führen und es auch nicht schafft sich mit der entsprechenden Materie auseinanderzusetzen um daraufhin ihrer Aufgabe gerecht zu werden, so ist das ein Zeichen für mich, das selbige Partei in anderen Bereichen sehr wohl einknicken wird. Denn es zeigt nur, das die Partei nicht fähig ist sich mit etwas „neuen“ auseinander zu setzen und zeitlich ansprechend zu reagieren.

    Aber noch so am Rande: Das unsere Soldaten in Afghanistan um ihr Leben fürchten versteh ich nicht ganz, was ich aber überhaupt nicht verstehe warum die Regierung trotz Schuldenproblemen weiterhin in Milliardenhöhe Panzer, Flugzeuge und andere Fahrzeuge einkauft? Rüsten wir für einen neuen Krieg? Würde mich freuen wenn jemand mir das genauer erläutern kann. Denn bisher fällt es mir sehr schwer das nachzuvollziehen.

  2. An die Abwägung des schlimmeren Übels hab ich heute auch gedacht… wollte auch einen Post dazu bringen, nur leider ist er im www verloren gegangen – nach dem Motto „Lost in Cyberspace“.
    Stimmt schon, des Abwägen bringt eigentlich nichts, da sich so nicht viel verändert, wenn dann alles doch wieder alles beim Alten bleibt. Werd dann wohl doch bei den Piraten aheuern :) .
    Gestern war bei uns in der Mittelbayerischen Zeitung ein netter Bericht über die drin. Da gings über den möglichen Einzug in den Bundestag. Es wurde zwar angesprochen, dass sie gegen die Sperrung von „Kinderpornographieseiten“ sind, was möglicherweise negativ gemeint ist, aber insgesamt war der Bericht ok. Eigentlich steht die Piratenpartei gegen Zensur und ist nicht für Kinderpornographie, aber bis die Medien des checken ists bestimmt schon wieder Weihnachten wenn überhaupt.
    Über die Sache über die Schläger aus der Schweiz, die auf Klassenfahrt wahren war auch ein kurzer Bericht drinnen und es wurde auch kurz auf K-Spiele verwiesen – immerhin wurde aber nicht nach Verboten geschrien, aber was noch nicht ist, kann ja noch werden… vor allem auch deshalb, weil sie in das Alter von den vergangenen Ammokläufern passen.

  3. @Shalaschaska
    Na wir rüsten für den kommenden Kampf der Kulturen im Inland wie im Ausland. Wenn erstmal die deutsche Leitkultur in bedrohlichen Maße von den ganzen Türken zersetzt und unterwandert worden ist, kommen die Bundeswehreinsätze im Innern, um unsere total unterfinanzierte Polizei zu unterstützen; und im Ausland müssen wir uns ja auch mal langsam Gedanken machen, Resourcen militärisch zu sichern und die Grenzen gegen die kommenden Klimawandelflüchtlinge dicht zu machen – da kommt einiges auf die BW zu…..
    /pessismistischer Sarkasmus-Mode off.

  4. Naja mit Jugendkultur sind aber auch Spiele wie Warcraft3 gemeint, die ja eine Freigabe ab 12 bekommen haben, und das zurecht wie ich finde.
    Was Shooter angeht, da stimme ich schon zu, dass diese viel eher als Erwachsenenkultur angesehen werden sollten.

  5. Ich wollte nur mal einwerfen, dass man das Verhalten einiger weniger Politiker nicht unbedingt auf die komplette Partei übertragen kann.
    Wenn einige der Linke den Kölner Aufruf unterschrieben haben, heißt das ja nicht, dass die Linke ebenso denkt.
    Herr Gauweiler von der CSU hat gegen das Gesetz bzgl. des Lissabon-Vertrags gestimmt und ist auch vors BVerfG gegangen. Er und ein weiterer Abgeordneter der CDU/CSU-Fraktion haben im Bundestag dagegen gestimmt, wohingegen der Rest dieser Fraktion dafür war. Das bedeutet aber nicht, dass ich deswegen die CDU wählen würde.

    Ich finde es gut, wenn nicht jedes Parteimitglied ein Ja-Sager ist und auch mal eine eigene Meinung vertritt.

    Man hat aber sowieso die Qual der Wahl oder auch die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    CDU/CSU: nach all den Gesetzen (VDS, BKA-G, Internetsperren, etc.) und aktuellen Forderungen besonders für junge Menschen nicht wählbar.

    SPD: Der Steigbügelhalter der CDU, die Umfallerpartei, die Verräterpartei (bei google eingegeben landet man auf die Seite der SPD). Kann man auch nicht wählen.

    FDP: dieser radikale Neoliberalismus stört mich. Deren Ansichten haben uns zur Krise geführt. Und als möglicher Koalitionspartner der CDU kann man davon ausgehen, dass sie vor der CDU den Bückling machen werden. Kann man nicht wählen (besonders wenn man arbeitslos, Rentner oder Minijobber ist).

    Die Grünen: Das ist eine 50/50-Partei. Mal haben sie gute Ideen und dann enttäuschen sie einen wieder. Als sie an der Regierung waren, haben sie ziemlich enttäuscht. Die Antikriegs-Partei ist zur Kriegspartei geworden. Selbst eine Koalition mit der CDU käme in Frage. Schon deswegen sollte man da genau hinschauen.

    Die Linke.: Sie haben das Stigma der SED und des Kommunismus immer noch nicht verloren. Gerne wird noch gegen diese Partei gehetzt. Machen wir uns nichts vor, auch dieser Partei kann man im Grunde nicht vertrauen (das sage gerade ich). Da keine der anderen Parteien mit den Linken koalieren will, wird die Linke auch nicht in Zukunft an der Regierung beteiligt sein. Und wenn doch, wird sie keine ihrer Forderungen umsetzen können oder ganz große Kompromisse machen müssen (siehe hier als gutes Beispiel die Landesregierung in Berlin). Sie ist aber eine hervorragende Oppositionspartei. Wer den anderen Parteien eins auswischen und mehr soziale Gerechtigkeit will, sollte diese Partei wählen.

    Die Piratenpartei: Sie ist noch neu. Man hat eine große Erwartungshaltung, aber man weiß nicht, wie sie agieren wird, wenn sie tatsächlich in ein Parlament einzieht. Ich hüte mich, das große Unbekannte zu wählen. Am Ende gibt es noch eine große Überraschung. Leider hat diese Partei in ihrem Programm nur netz-affine Themen. Zu den anderen Bereichen der Politik fehlen einfach die Forderungen. Deswegen wird diese Partei von vielen nicht gewählt. Auch mit der Piratenpartei im Bundestag wird sich politisch nicht viel ändern. Man sollte die nächsten 10 Jahre abwarten.
    Aber aus Protest, weil die anderen Parteien eher negative dem Netz gegenüberstehen, kann man sie schon wählen. Nur sollte diese Partei nicht immer eine Protestpartei bleiben, weil sie sonst irgendwann wieder in der Versenkung verschwindet.

    Sonst gibts nichts mehr. Da fühlt man sich als Bürger doch echt allein gelassen.

  6. Sehr gute Zusammenfassung,
    Aber wie @seth schon sagte, man sollte Vertrauen in die Piraten setzten, auch wenn ihr Wahlprogramm aussen- sehr und innenpolitisch leicht eingeschränkt ist.
    Allerdings hat auch die SPD mal als Protestpartei der Arbeiterschaft angefangen.

    @J.S. ebenfalls gute Einwände, die leider ausser Acht gelassen wurden.
    Aber im Ernst könnte ich mir eine Koalition von Linken und Piraten vorstellen.
    (da denkt anscheinend keiner dran)
    [kritik an dieser Auffassung gern gesehen, ich muss noch viel lernen^^]

  7. @Mystical3:
    da du noch lernen willst, schreib ich mal was ;-)

    wie J.S. schon so schön geschrieben hat, hat die Piratenpartei viele Themenfelder schlicht und ergreifend nicht besetzt, man kann also im Moment nicht genau beurteilen, ob so eine Koalition überhaupt theoretisch möglich wäre. Und selbst wenn: die bekommen zusammen höchstens 20 %…das reicht nicht mal annähernd…
    und zu deinem kommentar „Protestpartei SPD“, muss man leider schreiben, dass das so nicht korrekt ist, die SPD war mehr ein Klientelpartei, also nicht Protestpartei sondern eine Partei die nur für einen bestimmten Teil der Bevölkerung war…

  8. @ Mr.Pink: und jetzt ist sie die Klientelpartei der großen Unternehmen ^_^

    Nunja, ich bin auf die weitere Entwicklung der Piraten gespannt; momentan ist da echt einiges in Bewegung. Und eine wichtige Hürde haben sie schon genommen: die großen Mainstream-Medien berichten über sie, kann mich nicht erinnern, dass z.B. der Bundesparteitag der Grauen Panther, der PBC oder der Tierschutzpartei bei SpON bzw. Tagesschau.de erwähnt wurde

  9. Pingback: Matthias Dittmayer: Position der Parteien | Computerspielberatung

  10. Was hat Afghanistan nochmal mit einem Präventivkrieg zu tun?
    Naja, solange die Taliban-Buben nur Amerikaner und die afghanische Zivilbevölkerung umbringen kanns einem ja egal sein…

  11. Wow, das ist eine beeindruckende Übersicht. Vielen Dank dafür, auch für die erkennbare Bemühung um Neutralität, wenngleich man ja bei „Killerspielen“ manchmal den Eindruck gewinnen könnte: Alles Scheiße. Ich bin noch unschlüssig, wen ich wähle, werde aber entweder die Piraten wählen – Minderheiten unterstützen – oder Aspekte wie „Killerspiele“ außen vor lassen und nur nach anderen Aspekten entscheiden. Ausgeschlossen sind dann nur schwarz und gelb…

  12. Ob es sinnvoll ist oder nicht, seine Wahlentscheidung von der Position zu Videospielen abhängig zu machen, sei dahin gestellt. Es stimmt, auch ich sehe andere Bereiche als wichtiger für unser Land an.
    .
    A B E R: Trotzdem gibt die Haltung zu Spielen interessante Einblicke, so dass Fragen nach der Kompetenz in anderen Bereichen erlaubt sind. In meinem bisherigen Leben -ich bin immerhin schon 27- habe ich eine ganze Reihe von Dingen gelernt, die mich daran zweifeln lassen, dass überhaupt eine Partei in irgendeinem innenpolitischen Bereich wirklich kompetent ist. Das liegt daran, dass viele Ziele, die von den verschiedenen Politikern vertreten werden gänzlich sinnfrei sind, weil sie ein Thema isoliert betrachten und nicht berücksichtigen, wie die Auswirkungen auf andere Bereiche sind.
    .
    Zwei Beispiele:
    1. Schneller Atomaustieg (Grüne / SPD): Tolle Sache, aber wo kommt der Strom dann her? Kernkraft hat einen nicht gerade geringen Anteil an dem Energiemix in Deutschland. Kohle kann man nicht einsetzen wegen dem Klima und Ökostrom könnte nicht schnell genug wachsen. Dazu kommen noch die Stromkosten, die jeder von uns tragen müsste. Nach den Zahlen, die ich gesehen habe, ist Kernkraft die günstigste Stromart, so dass bei einem Wegfall die Preise steigen würden. Das führt dann wiederum dazu, dass die Menschen weniger Geld für andere Dinge haben, was dann Auswirkungen auf den Konsum und damit die Konjunktur hat. (P.S.: Das heißt nicht, dass ich per se für Kernkraft bin)
    .
    2. Steuersenkungen (CDU, FDP): Auch toll, aber wo kommt das Geld her? Unsere Generation darf ohnehin schon über 1.600 Mrd. an Schulden abstottern, weil die Politiker in den letzten Jahrzehnten nicht ordentlich gehaushaltet haben. Das schränkt über Zinszahlungen die Handlungsfähigkeit des Staates ein, so dass durch eine Senkung der Steuern noch weniger Einnahmen da sind, ergo mehr Schulden gemacht werden müssten. „Mit Hurra in den Untergang“ oder was? Steuererhöhungen sind jedoch auch nicht besser, weil dadurch die Wirtschaft geschädigt würde (siehe Bsp.1). Stattdessen sollte das Steuersystem so umgebaut werden, dass Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung effektiv bekämpft werden, denn da sind viele Mrd. zu holen.
    .
    Fazit: Die Mehrzahl der Politiker betreibt lediglich feelgood-Politik, bei der den Wählern in den Hintern gekrochen wird, um die eigene Machtbasis zu sichern.

  13. „Auch wenn ich und viele andere meiner Generation sicherlich von Videospielen geprägt wurden, würde ich die Wahl einer Partei nicht von deren Haltung zu Videospielen abhängig machen.“

    Warum nicht ??? Wer setzt sich sonst dafür ein? Und wenn es den Politikern nur ein Denkzettel ist. Die „guten“ Ziele der Parteien werden sowieso nie eingehalten. Immer nur Versprechen und mehr Versprechen. Letztendlich werden sich alle Parteien (abgesehen von der Piratenpartei) für ein Verbot aussprechen.

    „Wer die FDP wählt, wählt CDU.“

    Inwieweit dies seine Auswirkungen zeigen wird ist abzuwarten.

    blubb

  14. “Auch wenn ich und viele andere meiner Generation sicherlich von Videospielen geprägt wurden, würde ich die Wahl einer Partei nicht von deren Haltung zu Videospielen abhängig machen.”
    .
    ein Problem in unserer Demokratie ist ja das jeder eine meinung und eine stimme zu jeder sache hat…ob er davon schonmal gehört hat oder nicht und da kommt wieder die berichterstattung der medien und dem gegenüber die extrem freie berichterstatung im internet wo eine manipulation nicht so leicht möglich ist aufgrund der vielen verschiedenen quellen und sichtweisen.

  15. “Auch wenn ich und viele andere meiner Generation sicherlich von Videospielen geprägt wurden, würde ich die Wahl einer Partei nicht von deren Haltung zu Videospielen abhängig machen.”

    Seien wir mal ehrlich, wirklich identifizieren kann man sich mit keinem Wahlprogramm und vertrauen kann man ihnen auch nicht. Daher mache ich meine Wahlentscheidung ohne Probleme an den Themen die die Piratenpartei vertritt fest. Zwar muß sie noch beweisen wie gut sie zu ihren Vorsätzen hält, aber diese Partei hat sich auf einem schmalen Programm gegründet, das aber auch dementsprechend von der Partei vertreten wird. Ich finde es auch gut, das sich die Piratenpartei absichtlich auf einige Themen beschränkt, denn Einmischung in Themenbereiche, wo dieser Partei noch Ehrfahrung und auch Wissen fehlt, wäre einfach falsch.
    Ich erwarte von einer Partei, das sie die Themen wegen derer ich sie wählte ernsthaft vertritt und da die Finger raus läßt wo sie keine Ahnung hat. Es ist ja nicht so, das wir ein Ein Partei System haben oder es wahrscheinlich wäre das die PP >50% erhält.
    Ich kaufe mir selten sowas wie Spielesammlungen, denn meist enttäuschen viele Titel, da man nur um alles abzudecken noch dieses und jenes Abfallprodukt mit reinpeackt hat. Ähnlich gehts mir bei Wahlprogrammen. Nur da wird bei den Werbeversprechen noch schamloser von den großen Parteien gelogen.

  16. Seufz:
    1.) Wahlprogramme sind nicht für den Wähler. Sie sind für die Mitglieder einer Partei.
    2.) Krieg und Frieden sind wichtig. So wichtig das man sich als Wähler darüber informieren sollte. Und nein, „Blut für Öl“ reicht als Erklärung nicht
    3.) Ebenso wichtig ist ein bisschen wirtschaftliche Ahnung. Dazu reicht es wenn man den Wirtschaftsteil einer guten Zeitung liest. BILD und taz fallen da nicht drunter.

  17. Krieg ist sicherlich ein wichtiges Thema, aber nenne mir eine große Partei die dort klare Stellung bezieht. Nagut vielleicht die Linke, aber was die machen würde, wenn sie mal wirklich was zu sagen hat, ist schwer vorherzusagen, bei all den verschiedenen Strömungen. Wirtschaftliche Ahnung ist schön und gut, aber wenn du da als Privatperson wirklich reinriechen willst, wirst du mit dem Wirtschaftsteil nicht weit kommen.

  18. Das stimmt. Allein mit dem Wirtschaftsteil kannst du weder die Politik noch die Parteien ändern. Du bekommst dadurch nur einen Durchblick was die Partei gern machen würde, wenn sie allein regieren würde. Jedoch wird davon auch nicht immer alles genauso umgesetzt wie angekündigt. Man bekommt dadruch nur falsche Hoffnungen. Im Moment ist es sowieso egal was man wählt, weill alles scheiße.

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  21. Die FDP scheidet aus, da sich diese für ein Gesetz nach französischem Modell aussprechen. Drei mal wegen Vergehen im Internet angemahnt und weg ist der Anschluss. So etwas kann doch auch niemand wirklich wollen.
    Für mich bleiben nur die Piraten, da mir die Linken aufgrund der Positionierung im linken Lager nicht zusagen.

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