Grüne zerrissen?

(gulli) Im Moment fällt es schwer an die „Medienkompetenz“ der Grünen zu glauben. Während man sich offiziell zu liberalen Positionen bekennt weichen Einzelne von der Parteilinie ab – so versucht man es zumindest darzustellen. Nach Wolfgang G. Wettach seien die LAN-Verbote beispielsweise nur von „Zwei kommunal aktive Mitglieder aus Karlsruhe“ und nicht von den Grünen getragen worden.

Angesichts des Umstandes, dass man in einer Pressemeldung gefordert hatte, dass „das Friday Night Game ohne aggressive Spiele stattfinden“ müsse, wirkt diese Aussage jedoch wenig glaubwürdig. Warum wird die offizielle Parteilinie in einem Blog vertreten, während man zwei Abweichlern den Pressedienst überlässt? Auch sollte man nicht unterschlagen, dass auch der baden-württembergische medienpolitische Sprecher der Grünen das Verbot des Intel Friday Night Game in Stuttgart begrüsst und Renate Künast eine Ächtung von „Killerspielen“ gefordert hat. Schockierend ist auch die folgende Aussage: Das eigentliche Problem sei, dass man diese Spiele heute zu Hause auf den Computer laden könne „ganz ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon mit bekommt„. Aber auch ohne auf Verbote zurückzugreifen will man diese Spiele bekämpfen. So wolle man nach dem Team Grün  „gute Spiele fördern, um die gewaltverherrlichenden zu verdrängen.“

Am Freitag hat sich nun die Bundestagsfraktion der Grünen gegen ein Verbot und gegen die Verwendung des Begriffs „Killerspiel“ ausgesprochen: „Schon der Begriff Killerspiel ist emotional besetzt und dient natürlich dazu das gesamte Genre der Ego oder First Person Shooter zu diskreditieren.“ Auch haben am 25.7 die Grünen an der Demonstration der Gamer teilgenommen und mit Benedikt Lux einen charismatischen Redner gestellt.

Torpediert wurde diese Stellungnahme nur einen Tag später vom Bremer Matthias Güldner. Dieser schreibt in der Welt:

„Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, Facebook für reales Leben, wer Twitter für reale Politik hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert.“

Man bemüht sich bereits um Schadensbegrenzung. Malte Spitz protestierte über Twitter:

Hier wird NICHT die Grüne Position vertreten! Unglaublich

Anstatt nur reflexartig zu betonen, dass derartige Äußerungen nicht die offizielle Position der Grünen seien, sollte man manche Mitglieder auf den Unterschied zwischen Fiktion und Wirklichkeit aufmerksam machen und die Öffentlichkeitsarbeit nicht den „Abweichlern“ überlassen. Trotz der sicherlich ernst gemeinten Beteuerungen fällt es schwer an eine einheitliche Parteilinie zu glauben, was wohl auch Sebastian Raible zum Austritt veranlasst hat.

Bereits bei den Internetsperren setzte man im Wahlprogramm auf klare Ansagen:

„Wer GRÜN wählt, wählt ein freies Internet – ohne Filter und Massenüberwachung.“

Mit 15 Enthaltungen war das Abstimmungsergebnis der Grünen dann aber doch nicht so eindeutig, wie es die Aussage hat vermuten lassen.

31 Gedanken zu “Grüne zerrissen?

  1. Piraten FTW.

    Ich habe bei der Europawahl schon nicht mehr Grün wählen können, da mich dieses scheinheilige Getue einfach nur ankotzt.

  2. Man weiß bei den Grünen halt nicht was man bekommt.

    Was ist die Parteilinie? Steht sie im Wahlprogram? Machen wie die „Minderheiten in der Pressestelle“? Oder wird sid vin den Abgeordneten gemacht?

    Darum habe ich auch Piraten gewählt. Ich bin mir bei den etablierten Parteien einfach nicht sicher nach welchem Wind sie ihre Meinung morgen ändern. (bezogen auf den „Gamer- un Internengesetze“)

  3. Benedikt Lux? von dem finde ich keine rede auf youtube, nur von jörg rupp der eigentlich auch nicht viel von gewalthaltigen spielen hält, aber ganz klar gegen verbote ist.
    http://www.youtube.com/watch?v=Zznpxs67G_0
    die äußerungen innerhalb der partei zeigen nur dass sie sich allgemein nicht besonders gut mit der thematik auskennen und die meisten sich scheinbar auch nicht wirklich damit befassen wollen. ich glaube die werden sich auch nie richtig einig werden. wie maSu schon sagt.. dafür sind ja die piraten da :)

  4. Hm scheint so, als sei hätte er eine Rede in Berlin gehalten. Ich fand die Rede von Jürg Rupp eigentlich in Ordnung. Spiele mit gewalthaltigem Inhalt ist nun mal nicht jedermanns Sache aber er hat klar Stellung bezogen, dass er a. gegen ein Verbot ist und b. Toleranz gegenüber den Leuten zeigt die diese Spiele eben spielen wollen.

  5. Um meinen Blogbeitrag zu Güldner zu zitieren:

    Natürlich gibt es Internetkritische Skeptiker in allen Parlamentsparteien (so wie es Twitterer gibt die Sorgen wegen “Killerspielen” haben und Counterstrike-Spieler die das “Gezwitscher” komisch finden), aber bei uns Grünen sind sie bereits in der Minderheit, während sie bei den Altparteien noch die Mehrheit stellen – Noch!

    Güldner ist Teil einer schwindenden Gruppe von internetfremden Skeptikern, die es in fast jeder Partei gibt – die bei den Grünen aber bereits die Minderheit ist, wie die guten und sinnvollen Parteitagsbeschlüsse gegen Internetzensur und “Netzsperren” zeigen, während die Altparteien davon noch eine satte Mehrheit in ihren Reihen haben dürften. Noch.“ (…)

    Die Glorifizierung des Internet wird vergehen? Der Fraktionsvorsitz von Matthias Güldner wird vergehen, sage ich dazu. Soll Matthias Güldner sich Herrn Berninger anschliessen – oder eben §5 Abs.2 der Landessatzung nochmal lesen und sich eines besseren besinnen. Die Grünen vertritt er nicht, und mit einer so grottigen Stellungnahme gegen die Parteibeschlüsse sollte er das auch nicht mehr dürfen. Jedenfalls gewinnt er damit nicht nur keinen Blumentopf, er verliert damit auch jede parteiinterne Auseinandersetzung.

    Und das ist gut so.

  6. Ich habe früher die Grünen gewählt, aber mittlerweile bin ich zu den Piraten gewechselt. Die Grünen sprechen zwar Themen wie Internetsperren etc an, aber schon ihr Abstimmverhalten bei diesem Thema hat mir gezeigt, das die Auseinandersetzung damit nicht ausreichend in der Partei erfolgt ist. Dies ist in der heutigen Zeit, in dem das Internet immer wichtiger wird, in dem der Umgang mit ihm und das Verständnis von ihm eigentlich eine Grundvoraussetzung für eine Diskussion sein sollten, bedauerlich und nicht hinnehmbar.
    Daher wähle ich die Piraten. Ja, sie haben ein sehr limitiertes Parteiprogramm. Ja, ihre Vorstellungen was die konkrete Umsetzung des Urheberrechts im Internet angeht sind diffus, aber sie beschäftigen sich mit dem Medium. Für mich sind sie der Zaunspfahl der nötig ist, den etablierten Parteien zu zeigen, das sie ein Thema unterschätzen und völlig falsch angehen.

  7. @Wolfgang G. Wettach

    Ich will gerne glauben, dass die Mehrheit der Grünen eine andere Position vertritt. Ich hoffe in der News auch deutlich gemacht zu haben, dass es ja lobenswerte Aktionen der Parteien – z.B. jüngst die Teilnahme an der Demo – gibt. Was man aber nicht leugnen kann ist, dass es auf der Bundesebene eine starke Minderheit (ca. 1/3el der Fraktion) gibt, die vom offiziellen Kurs nicht vollständig überzeugt zu sein scheint (bei den Internetsperren). Auch scheinen lokale Verbände der Grünen andere Auffassungen als die Bundestagsfraktion zu vertreten. So kann ich es Dir einfach nicht abnehmen, dass nur zwei kommunale Grüne eine Mitschuld an dem Verbot von eSport-Turnieren haben. Das waren offizielle Pressemitteilungen der Gemeinderatsfraktion und der medienpolitische Sprecher (da ist eine Minderheit dann doch wohl an einer falschen Stelle?) hatte sich in einer Pressemitteilung des Landesfraktion zu Wort gemeldet. Für mich bedeutet das, dass bei den Grünen in Karlsruhe und dem baden-württembergischen Landtag die Minderheit die Mehrheit ist. Oder zumindest die zur Steuerung der Partei die notwendigen Ämter hat. Ich habe jetzt selbst wenig mit Politik zu tun. Aber wie unüblich wäre es gewesen, wenn die Bundesgrünen versucht hätten sich gegen das LAN-Verbot einzusetzen – ihre Gemeindefraktion „zurückhgepfiffen“ hätte? Die Grünen haben ja über Wochen scharf gegen „Killerspiele“ geschossen, da hätte es viel Zeit gegeben. Oder rückt man wegen der (grundsätzlich durchaus wünschenswerten) Meinungsvielfalt und Eigenständigkeit der regionalen Verbände von solchen Maßnahmen ab? Dass Güldner nicht die Linie der Bundespartei vertritt ist klar. Ob es die der Bremer Grünen ist, werden wir sehen. Wenn es, wie in Karlsruhe und Baden-Württemberg, folgenlos bleibt, müsste die Bundespartei mal evaluieren, inwieweit ihre Landesverbände mit der Parteilinie übereinstimmen.

    Ich weiß übrigens nicht warum, aber ich nehme euch Grünen bisher noch ab, dass die Maschinenstürmer in der Minderheit sind. Bei der CSU sieht es anders aus, auch wenn man in Pressemitteilungen das Gegenteil behauptet. Worte von Herrmann sowie das von Bayern in den Bundesrat eingebrachte „Killerspieleverbot“ sind ja bekannt. Die offizielle Position der CSU ist scheinbar eine andere:

    „Klar ist, dass der Ruf nach gesetzlichen Änderungen auf den ersten Blick naheliegend ist und das Interesse der Bevölkerung bzgl. dieses Themas wecken. Bevor aber Gesetze geändert werden, geben wir Ihnen Recht, dass geprüft werden muss, ob damit echte Verbesserungen erreicht werden können. Der CSU ist es ein Anliegen, einen verantwortungsbewussten Umgang mit gewaltdarstellenden Medien in der Gesellschaft zu erreichen. […] In diesem Zusammenhang halten wir gewaltdarstellende Spiele nicht für zwangläufig verbotswürdig, sondern haben uns für eine wissenschaftliche Prüfung der Gefährlichkeit einzelner Spiele ausgesprochen.“

    Und in einem Interview betonte Dorothee Bär, dass die (Kultuspolitiker der) CSU offiziell contra Verbot seien:

    „buffed: In einer User-Diskussion auf gamingisnotacrime.de meinten Sie vor einem Jahr noch, „Die Kultur- und Medienpolitiker der CDU/CSU-Fraktion sind sich jedoch einig: Ein Verbot ist nicht sinnvoll, da es Gewaltspiele nicht verschwinden lassen, sondern der illegalen Nutzung und Verbreitung Tür und Tor öffnen wird.“ Was hat sich seit dem an der Einstellung der Fraktion geändert?“

    „Bär: Nichts! Das ist immer noch die Meinung der Kulturpolitiker der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.“

    Es scheint bei den Parteien also allgemein ein Problem zu bestehen die offiziellen Positionen nach außen zu kommunizieren und innerhalb der Partei durchzusetzen.

  8. @Rey Alp:
    „Dass Güldner nicht die Linie der Bundespartei vertritt ist klar. Ob es die der Bremer Grünen ist, werden wir sehen.“
    .
    Es könnte die der Bremer Grünen werden, denn einer, der mit Güldner nicht übereinstimmte, hat in Folge seines Artikels die Partei verlassen, jedoch nicht ohne noch einmal Kritik an Güldner zu äußern:

    „Ich kann nicht Mitglied in einem Landesverband sein, für den du sprichst und meine Überzeugung und mein Stolz sind es mir wert, deswegen jetzt schließlich aus der Partei Bündnis/90 Die Grünen auszutreten.“
    http://falsepositive.eu/archives/20090726-Offener-Brief-an-Matthias-Gueldner-und-ich-trete-bei-den-Gruenen-aus/123

  9. @ Pyri
    Ich sag dazu nur: ruhig bleiben! Über sowas rege ich mich schon lange nicht mehr auf. Ich mach mir lieber Tee und zocke ´ne Runde.

  10. Grüne zerrissen?
    Ja haben seit längeren keine Linie in der Partei…
    Entweder man kann sich in der partei einigen oder man kann sie als ITler nicht wählen.
    Ich bin für Piraten die haben mehr Punkte für uns „SemiDigitale“ Lebensformen.

    Happy Coding.

  11. @hecter specter
    na ja, ist ja schon vier Monate her dass das veröffentlicht wurde. Regt so doch hoffentlich niemanden mehr auf, wer das schon kannte. Aber gute Idee! Mach mir auch gleich einen Earl Grey, heiß

  12. Alle Parteien kann man als Gamer imo vergessen.
    Nur die Piraten sind noch wählbar auch, wenn sie bisher einige wichtige Themenfelder wie Wirtschaft,Arbeitsmarkt,Finanzen usw. nicht besetzt haben.
    Aber deswegen verschwende ich auf keinem Fall meine beiden Stimmen für anderen Parteien, die zwar A sagen aber B tun.

  13. „Diesen Volksvertretern sagen wir DANKE, dass Sie sich in die Unterschriftenlisten eingetragen und unsere Internetseiten verlinkt haben.“
    Claudia Roth auf der AAW homepage:
    http://www.memo-software.de/aaw/index.php/politik
    „Deshalb bin ich sehr dankbar, für die wichtige und engagierte Arbeit des Aktionsbündnisses Winnenden“
    d.h. sie hat ihre Unterschrift rausgerückt…

  14. @amegas

    Könntest du Bitte die dort angeführten Politiker anschreiben und nachfragen, ob die wirklich (auch) die Liste zum Verbot von „Killerspielen“ unterschrieben haben? Wenn ja würde ich mich über eine News freuen – insbesondere wo wieder zwei Grüne – und dazu nicht unbekannte – dabei sind, dürfte das für grüne Gamer nicht uninteressant sein.

  15. http://www.abgeordnetenwatch.de/silke_stokar_von_neuforn-650-5599-3.html
    hier die antwort für Frau Stokar von den Grünen
    Frage:
    Sehr geehrte Frau Stokar von Neuforn,
    in einer vorherigen Antwort schrieben Sie, dass Sie das „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“ unterstützen. Dieses fordert unter anderem auch ein „Verbot von Killerspielen“, wie sich auf der Website unter „Ziele“ nachlesen lässt. In einer früheren Antwort schrieben Sie dagegen, dass sie die Verbotsforderungen von Killerspielen nicht unterstützen und für sinnlos halten. Ich halte die beiden Aussagen nur schwer für vereinbar und bitte daher um Klarstellung, was Ihre Position zu dem Thema ist und inwiefern Sie jene Forderung des AAW unterstützen.
    Antwort:
    wenn Sie auf meine homepage http://www.stokar.de gehen, werden Sie sehen, dass ich das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden ohne Einschränkungen unterstütze und beide Unterschriftenlisten über meine homepage abrufbar sind.

    dann noch dieser wirre Satz:
    Das Verbot von Killerspielen muss eigenständig bewertet werden. Was genau „Killerspiele“ im Internet sind, muss von Experten definiert werden. Es gibt heute keine gesicherte technische Möglichkeit, solche Spiele aus dem Internet zu entfernen, deswegen halte ich eine Verbotsdebatte derzeit für nicht zielführend

  16. Wobei ich die Formulierung „…die dazu dienen, Menschen zu ermorden“ mehr als irreführend finde. Wüsste ich nicht worum es wirklich geht, würde ich die Aktion ebenfalls gutheißen. Da denkt man echt an irgendwelche Menschenjagden wie in siencefiction filmen.

  17. @Krabat
    Also ich heiße diese Formulierung ausdrücklich gut. Damit lässt sich nicht ein einziges existierendes Spiel verbieten ;)

  18. naja die vom AAW sind so oder so total durchgeknallt und sehen den wald vor lauter bäumen nicht mehr.
    wenn die spiele verboten worden sind suchen sie sich ein neues opfer.
    die leute vom aaw sind auf einem rachefeldzug und wollen alles vernichten oder verbieten was ihrer meinung nach für den tot ihrer kinder verantwortlich ist.
    das sieht man ja daran, dass sie sogar kinder für was unterschreiben lassen, womit sie selbst weniger als null ahnung von haben und sogar die abgabetermine ihrer eigenen nase nach immer ändern.
    also für mich sind solche unterschriftenlisten weniger wert als benutztes klopapier und die leute vom aaw sollten endlich rechtlich abgemahnt werden, dass auch für sie bestimmte regeln gelten, egal was sie erlebt haben.
    sie selbst regen sich über filme oder spiele auf, wo der protagonist für den tot seiner familie/frau/kind einen rachefeldzug startet, aber das gleiche tun sie und da gilt der hass plötzlich nicht?

  19. @Hybris
    ich weiß nicht wieweit der Gesetzgeber bei moralischen Urteilen – Wertungen – letztendlich in Deutschland gehen wird: schon jetzt sind Beschlagnahmungsbeschlüsse aus meiner Sicht voll davon, allein was einen Begriff der „Menschenwürde“ angeht. Wenn es letztendlich die „Menschenwürde“ verlezten sollte was in Counterstrike für gewöhnlich vor sich geht…

  20. @Pyri:
    Sehe ich ähnlich bedenklich, da in der ‚Generation Kugelschreiber‘ allzu gerne Realität und Virtualität vertauscht werden (allein Formulierungen wie „Menschen töten“, das sind nur Pixel und Polygone!), so dass man Pixelmännchen eine „Menschenwürde“ zuspricht.
    .
    Solange die Botschaft nicht ankommt, dass diese Figuren ebenso wenig real sind, wie die geschauspielerten Personen in Filmen/Theatern, die gezeichneten in Comics oder die geschriebenen in Texten und dass man zwischen diesen Virtualitäten und der Realität sehr wohl unterscheiden kann, wird sich nur wenig ändern.
    Wobei ich mir sicher bin, dass es auch dann Hardliner geben wird, die gegen jedwede Form dargestellter Gewalt sind (und die letztlich einen Großteil der klassischen Literatur/Theater oder der religiösen Schriften verbieten müssten – aber das ist ja „was anderes(tm)“ ).

  21. Schön, dass es Parteien gibt, in denen die Abgeordneten ihre eigene Meinung haben und selbständig denken dürfen – und in denen nicht das Parteiprogramm das Hirn ersetzen muss.

    Dass das mit dem selbständigen Denken nicht immer zu 100% von Erfolg gekrönt ist, mag schade sein. Andere Parteien sind jedoch genauso wenig hiervor gefeit – auch die FDP nicht, deren liberale Ansichten in Sachen Zensur zwar erfreulich sind, die diesen Liberalismus allerdings auch auf die moralischen Verpflichtungen der Arbeitgeber überträgt. Während es absolut sinnvoll ist, die Bürger selbst entscheiden zu lassen was sie spielen, sollten die Regeln, wie Arbeitgeber ihre Angestellten behandeln, etwas strenger sein…

    Bei allen positiven Aspekten, die die FDP zur ‚Killerspiel‘-Diskussion beigetragen hat, sollte man nicht vergessen, dass eine Stimme für die FDP eine Stimme für Schwarz-Gelb ist, und dass diese Koalition alles andere als spielerfreundlich wäre, ist wohl noch das geringste Problem :-(

  22. Stand: 67948

    Booomboy:
    „naja die vom AAW sind so oder so total durchgeknallt und sehen den wald vor lauter bäumen nicht mehr. wenn die spiele verboten worden sind suchen sie sich ein neues opfer.“

    Ja dass kann Passieren
    Killerspieler
    Paintballer
    LRPGler
    Schützen

    Problem ist wenn einmal die Verbotswellerollt haben wir schon langer verloren…
    .
    @Mortipher:
    „Solange die Botschaft nicht ankommt, dass diese Figuren ebenso wenig real sind“
    Dass versuchte ich Frau Pfeiffer klar zu machen, aber das Körper Thema war viel Wichtiger und sie fand „diese Diskussion um die Virtualität müßig“ …
    Leider hat und wollte auch nicht verstehen, dass aber genau dies das Problem ist was wir ankreiden! Also wie sollen wir die anderen Kritiker überzeugen…
    .
    Happy Coding.

  23. @Pyri
    Auch wenn der Gesetzgeber das Verbot will, diese Formulierung ist einfach nur unbrauchbar. Was letztendlich an Gesetz dabei rauskommen könnte steht in den Sternen.

  24. zu Claudia Roth noch die Anmerkung, dass auf der Seite des AAW Stellungnahme steht:

    Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, MdB

    Der schreckliche Amoklauf in Winnenden muss für uns Verpflichtung sein, alles zu tun, um eine ähnliche Schreckenstat zu verhindern. Deshalb bin ich sehr dankbar, für die wichtige und engagierte Arbeit des Aktionsbündnisses Winnenden. Die Zahl der Waffen im Privatbesitz in Deutschland ist deutlich zu hoch und stellt ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Ich unterstütze deshalb ausdrücklich die Forderungen des Aktionsbündnisses nach einem Verbot großkalibriger Waffen für Privatpersonen und eines Verbots für Faustfeuerwaffen in privaten Haushalten. Leider hat sich die Große Koalition zu solch mutigen Schritten nicht durchringen können, sondern ist vor der Waffenlobby eingeknickt. Umso wichtiger ist es, Druck auf die Politik auszuüben, damit es schon sehr bald zu den notwendigen Verschärfungen des Waffenrechts kommen kann.

    Für mich ergibt sich hierraus nur das Sie die Unterschriftenliste zum Verbot von Faustfeuerwaffen unterschrieben hat, von Computerspielen ist nirgendwo die Rede.

  25. Pingback: Killerspiele: Karlsruher Grünen und Grüne auf Bundesebene (Update 2) | Zottels Blog

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