Stellungnahme der SOS-Kinderdörfer

(via play3, eurogamer) Die SOS-Kinderdörfer werben online um die Hilfe von Webmastern. Wer „eine private oder firmeneigene Website oder einen Blog“ betreibe könne die Organisation unterstützen, in dem man einen kostenlosen Banner in seine Internetpräsenz einbindet. Als scheinbar reine Formalie soll man nur noch kurz mitteilen, wenn man sich zu diesen Schritt durchgerungen hat. „pflanzer“ von GamersUnity, nahm mit „der Absicht, die bei uns angezeigte Blinki-Blinki Werbung etwas zu reduzieren und nebenbei noch etwas gutes zu tun“ Kontakt mit der Hilfsorganisation auf – und bekam eine Abfuhr.

Die bei GamersUnity angeboteten Spiele seien „menschenverachtend„, weshalb man mit solchen Seiten nicht in Verbindung gebracht werden möchte. „pflanzer“ klagte angesichts der Absage : „Man könnte fast meinen, wir seien eine rechtsextremistische Webseite.“. Er hat trotzdem nicht aufgegeben und konnte nun doch jemanden finden, der sich auch von Gamern helfen lassen will. Zukünftig werden auf GamersUnity der Ökostromanbieter „EWS-Schönau„, „Child’s Play“, „Die Tafeln“ und „gegen-noma“ beworben werden.

Aber zurück zu den „SOS-Kinderdörfern“. Auf Nachfrage von eurogamer hat man sich zu einer Stellungnahme durchgerungen, in der man die Motive für die Absage darlegt. Thomas Larker führt darin aus:

„Tatsache ist, dass über Spielekonsolen, am PC oder online Spiele gespielt werden können, die dem Nutzer Gelegenheit geben, virtuelle Gewalt gegenüber realistischen Abbildern von Menschen auszuüben. Diese Spiele enthalten massive und wirklichkeitsnahe Gewaltdarstellungen, die wir als unethisch ablehnen. […] Wir sind besorgt, dass auch junge User über diese Spiele – getarnt als harmlose Unterhaltung – auf vielfältige Weise mit Gewalt in Kontakt kommen können. Deshalb nehmen wir in besonderer Verantwortung für die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen eine kritische und distanzierende Haltung zu den Inhalten von so genannten Shooterspielen beziehungsweise Online- oder PC-Kriegsspielen ein.“

Bei Schützenvereinen bestehen offenbar keine dahingehenden Vorbehalte. Zur Finanzierung des „Haus Samtgemeinde Lengerich“ nahm man dankbar die Hilfe der Schützenvereine Lengerich-Dorf und Langen an. Auch der Darmer Schützenverein darf helfen und zu Gunsten der SOS-Kinderdörfer ein Benefizkonzert veranstalten. Der Werbebanner auf der Seite ist ersichtlich kein Problem – hier übrigens der Kinderkönig.

38 Gedanken zu “Stellungnahme der SOS-Kinderdörfer

  1. Mir ist erst jetzt aufgefallen, wie alt die Meldung das Lengerich-Haus betreffend ist. Ich habe nicht so tief graben müssen, sondern das war der erste Google-Treffer der passte. Zumindest ist das Benefizkonzert halbwegs aktuell.

  2. Ich kann mich grade nicht entscheiden, ob ich die jetzt nun als Heuchler oder Moralfaschisten bezeichnen soll, denn sich auf der einen Seite über digitale und damit fiktive Gewalt aufzuregen und auf der anderen Seite sich von Leute unterstützen zu lassen, welche reale Gewalt als Sport betreiben ist verdammt scheinheilig.

    Aber hey, noch offensichtlicher kann es SOS-Kinderdörfer ja nicht mehr machen, dass sie keine Spenden mehr brauchen, da sie ja genug aus anderen Quellen haben.

  3. Ich habe auch in meinem Umfeld hier in Österreich erreicht, dass Spenden dorthin zukünftig eingestellt werden. Ob die SOS Kinderdörfer auch hierzulande solche Erklärungen abgeben würden kann ich dabei zwar gar nicht wissen, zu einem Offenen Brief an unsere Einrichtung hab ich mich letztendlich doch nicht durchringen können, aber denke, dass man bloß das auch unterstützen sollte was einem wertvoll erscheint UND Nicht gegen die eigenen Überzeugungen, Werte und das eigene Wesen, gerichtet ist – international
    Also wie wichtig es erscheint, dass über die Inhalte von Spielen in diesem Fall eben NICHT So gesprochen wird

  4. „Tatsache ist, dass über Spielekonsolen, am PC oder online Spiele gespielt werden können, die dem Nutzer Gelegenheit geben, virtuelle Gewalt gegenüber realistischen Abbildern von Menschen auszuüben.“

    Immerhin sind die Kinderdörfer schonmal so weit, dass sie nicht das „töten von Menschen“ in Videospielen anprangern, sodern mit ihrer Vormulierung schon etwas weiter ist.

  5. „welche reale Gewalt als Sport betreiben“

    Auch wenn das jetzt wohl wenig überzeugend wirkt. Ich will Schützenvereinen keinen schwarzen Peter zu schieben sondern nur darauf hinweisen, dass dort manche Dinge offenbar differenzierter gesehen werden, was man sich ja auch bei Videospielen wünscht. Deswegen finde ich das Zitat auch unpassend. Solange man auf Zielscheiben udn nicht auf Tiere schießt bzw. diese erschießt würde ich nicht von Gewalt sprechen. Und auch bei Waffen gilt, dass nicht Waffen sondern Menschen Menschen töten.

  6. Ich habe es schon 1000 x mal gesagt und ich sage es noch weitere 1000 x mal in Deutschland herrscht der Terror der Tugendhaften und Rechtschaffenden.*Getarnt als harmlose Unterhaltung * Solche Sätze machen mich ehrlich gesagt Stinksauer was sollen wir „Gamer“ in deren Augen denn sein? Unmenschen?! Anscheinend ja!

  7. Ist doch klar, in Schützenvereineinen wird immerhin nicht auf realitätsnahe Menschenabbilder geballert sondern nur ab Pappscheiben. Gut, reale Waffen oder eine Maus ist ja letztlich auch das gleiche.
    .
    Wie wäre ess eigentlich, wenn einer auf die Pappscheiben Gesichter malt und mit roten Farbkugeln geschossen wird? Ist doch ähnlich realitätsnah… *zynisch*
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    Ich warte noch immer auf Umschreibungen wie „entartete Kunst“ und dergleichen.
    .
    @Rey Alp
    Stimmt genau!

  8. Schützenvereine betreiben reale Gewalt nicht als Sport.
    Beim Boxen, Fechten, beim Judo oder anderen Kampfsportarten dagegen…

    Nun, virtuelle Gewalt gibt es nicht nur in „Killerspielen“, man findet sie auch in Büchern, Filmen und Musik, eigentlich in allen Formen künstlerischer Ausdrucksformen.

    Hier ist die Frage sicherlich berechtigt, ob die SOS Kinderdörfer da genauso konsequent sind.
    Darf z.B. ein Verlag der Krimis anbietet das Banner setzen ?
    Was ist mit einem Publisher von Negermusik ? ;)
    Was ist z.B. mit dem ZDF oder ARD, wo Kriegsfilme wie „Der Soldat James Ryan“ oder frauenfeindliche Machwerke wie „Der letzte Tango in Paris“ oder „9einhalb Wochen“ gesendet werden ?
    Gibt es dazu genaue Richtlinien der SOS Kinderdörfer, oder bleibt es dem gesundem Volksempfinden überlassen, wer tolerabel ist und wer nicht ?

  9. @Rey Alp: In meinen Augen ist Gewalt kein soziales oder gesellschaftlichen Problem, sondern nur ein physikalischer Vorgang, welcher Neutral ist.
    Gewalt ist also bei mir nicht gleich von Natur aus schlecht, sondern wird erst positiv oder negativ, je nachdem was sie ausgelöst und welche Folgen sie besitzt, weswegen ich z.b. Kritik welche mit „Gewaltverherrlichung“ begründet wird, als duch und duch schwachsinnig ansehe.

    Jetzt kommen wir aber an den Punkt, an denen Leute wie die vom SOS Kinderdorf ankommen und die Ausübung von fiktiver Gewalt in Video- und Computerspielen als menschenverachtend bezeichen und dies mit „Gewaltverherrlichung“ begründen, also Gewalt an sich als verwerflich ansehen.
    Wenn sie Leute aber jetzt gleichzeitig hingehen und dankend Spenden und Unterstützung von Vereinen annehmen, welche reale Gewalt als Sport betreiben, egal ob Schützenverein, Fechtklub, Kugelstoßer oder Selbstverteidigungskurs, dann ist ihre vorherige Aussage nichts anderes als scheinheilige Heuchelei, denn man kann nicht auf der einen Seite Gewalt verteufeln, aber auf der anderen Seite wohlwollend der Nutznießer von dieser sein.

    Und somit habe ich keine Kritik an die Sportschützen verpbt, sondern an der Doppelmoral von SOS Kinderdorf.

  10. Für mich ging es nur um die Kleinigkeit, dass Gewalt (nicht in Sinne von allgeminer Kraftentfaltung sondern im „üblichen“ Sprachgebrauch) unabhängig von der Bewertung ein „Opfer“ erfordert. Beim Fechten habe ich einen Kontrahenten, bei der Jagd Tiere, bei Videospielen fiktive oder imaginäre Gegenspieler und beim Schießen Pappscheiben. Rein physikalisch gibt es zwar auch bei dem Beschuss von Pappscheiben eine Kraftentfaltung die man juristisch auch als Sachbeschädigung einordnen könnte, aber da kein Mensch auch nur psychisch betroffen ist, ist das nach meinen Vernständnis nicht das, was man allgemein unter Gewalt versteht. Bei Videospielen sehe ich es übrigens auch so, wobei es da sogar an der potentiellen Sachbeschädigung fehlt.

  11. Ich will zwr nicht blöd daherschwätzen, aber ich habe das nicht so richtig kapiert:
    Sind die jetzt für, oder gegen den Verbot der Ego-Shooter?

  12. Also meiner Meinung nach sind Videospiele von allen gebrachten Beispielen von realer Gewalt am weitesten entfernt. Man wendet nichtmal wirklich Kraft auf um sie zu spielen, Gehirnleistung und Stimme( zum „Ansagen“ und gelegentlichen Anschreien der unfähigen Squadmember) mal abgesehen.

  13. Ich denke man kann unter Gewalt sowohl das eine, was ein „Opfer“ verlangt, als auch das neutrale andere verstehen, worunter dann eher eine unparteiische Kraft wohl verstanden wird.
    Es gibt ja auch „Naturgewalten“: ein Blitzschlag etwa wurde aber ebenfalls schonmal religiös interpetiert, das ist dann wohl oder übel die Macht eines höheren Wesens gewesen

    @Murnau
    ich glaube so einfach ist das mit der „Gewaltverherrlichung“ dann doch nicht: im Futuristischen Manifest wurde um 1900 Unter Gewalt etwa in Zusammenhang mit damals neuem (Kriegs-)Gerät etwa eine „reinigende Befreiung“ verstanden. Das ist doch schon „Gewaltverherrlichung“: „Wir wollen den Krieg verherrlichen – diese einzige Hygiene der Welt – den Militarismus, den Patriotismus, die Vernichtungstat der Anarchisten, die schönen Ideen, für die man stirbt, und die Verachtung des Weibes.“
    http://de.wikipedia.org/wiki/Futurismus#Das_Gr.C3.BCndungsmanifest
    Den Spielen und Filmen wird diese in Deutschland eher von außen unterstellt, wenn sie Gewalt abbilden – besonders deutlich – diese zu einem vermeintlich positiven Ziel (im Spiel oder dem Film) geführt hat, usw. Aber diese Sichtweise gibt es mit Ausnahme vielleicht von der Schweiz gesetzlich verankert auch nirgendwo sonst

  14. Daneben ist übrigens gleich der Kindergarten und die Grundschule.
    Und wenn Schützenfest ist, wird neben den Bierzelten auch ein Karussell aufgebaut.^^

  15. Immerhin haben sie eineStellungnahme veröffentlicht. Auf meine Anfrage habe ich keine Antwort erhalten.
    Dennoch haben sie mit ihrer aussage meine Unterstellungen bestätigt.
    Reichlich bigott der Verein.

  16. Für mich ist das alles nur Wahlkampf. Will garnet wissen inwieweit da Gelder fließen, weil ist schon komisch, dass alle so geschlossen hinter der C-Macht stehen, die mal wieder den Stein ins Rollen gebracht haben, neben den öffentlich Rechtlichen im speziellen, die aber eh unter CDU/CSU Flagge stehen. Was da für Wahlwerbung betrieben wird – wenn ich da Nachrichten schaue kommen fasst nur CDU/CSU News und wenns auch nur ein unwichtiges Detail ist.

  17. Ich finde die oben kursiv abgedruckte Stellungnahme der SOS Kinderdörfer nicht zu beanstanden. Sie ist nicht polemisch, sie enthält keine Unwahrheiten. Sie gibt die Befindlichkeiten dieser Organisation in verständlichen Worten wieder.
    Das mag uns nicht gefallen, aber es entscheidet nunmal jeder selbst, ob andere für ihn werben dürfen.

  18. “Tatsache ist, dass über Spielekonsolen, am PC oder online Spiele gespielt werden können, die dem Nutzer Gelegenheit geben, virtuelle Gewalt gegenüber realistischen Abbildern von Menschen auszuüben.“

    Tatsache ist das über Fernseher und Kinoleinwände Filme gezeigt werden bei der man fiktive oder auch tatsächlicher Gewalt „genießen“ kann. Wären die konsequent, dann würden sie auch über diese Medien auf Werbung verzichten.

  19. @LoElle

    Natürlich ist es das deren gutes Recht. Mir geht es allein darum zu zeigen, dass es eine solche Meinung gibt. Regine Pfeiffer hatte ja z.B. gefragt, wo man als Gamer eine Diskriminierung oder Ächtung zu spüren bekommt. Das hier ist imho solch ein Fall. Unabhängig davon, inwieweit die Vorbehalte gerechtfertigt sind, bestehen sie nun einmal und führen ja auch zu praktischen Konsequenzen: Gamer dürfen nicht helfen.

    Und zu GamersUnity speziell. Dort gibt es folgende Netzwerkseiten:
    – Battlefield 2142 – USK 16
    – Battlefield 1943 – USK 16
    – Battlefield Heroes – Noch nicht geprüft
    – Diablo 3 – USK 16
    – Hellgate London – USK 18
    – Spore – USK 12
    – Starcraft 2 – Noch nicht geprüft

    Die Pre- und Reviews habe ich jetzt nur überflogen, aber indizierte und verbotene Spiele sind mir dabei nicht ins Auge gestochen – wobei indizierte natürlich dabei sein könnten. Trotzdem sind die dort behandelten Spiele imho ein guter Durchschnitt und nicht speziell „menschenverachtend“. Was für mich rein subjektiv übrigens ein „mehr“ als „nur“ gewaltverherrlichend ist, was ja für ein Verbot ausreicht. Offenbar sieht man aber bereits die ab 16 freigegebenen Spiele als menschenverachtend an, was doch eine recht niedrige Hürde ist.
    Was mich noch an der Stellungnahme interessieren würde. Hat man Angst davor, dass Kinder mit Gewalt in Spielen konfrontiert werden oder, dass sie wegen der Gewalt in Spielen auch anderweitig mit realer Gewalt zu tun bekommen? Die Formulierung „über“ spricht für die letzte Variante. Man hat die Absage also nicht nur auf rein ideele Gründe (Kriegsspiel als Unterhaltung) sondern auch auf die Angst davor, dass Kinder über diese Spiele (real?!) mit Gewalt in Berührung kommen, gestützt.

  20. @LoElle
    Die Stellungnahme blendet doch jeglichen Kontext, in welchem in Spielen Gewalt vorkommt, vollständig aus.
    Insofern ist sie selbst für mich „unethisch“: Gewalt wird in Computer- und Videospielen so schließlich nicht als legitime Beschäftigung-Auseinandersetzung wahrgenommen, sondern zumindest ansatzweise in die Richtung von Verbrechen gerückt. Das retten-helfen-überleben-Schema wird dabei doch keineswegs berücksichtigt, sondern eine bestimmte Interpretation allein vorgezogen, welche das bloße vorhanden-sein der Möglichkeit in Spielen gewalttätig zu werden, als unmoralisch ansieht. Ohne die handelnden Personen und eigentlichen Inhalte dabei anzusehen
    Das ist sogar mehr als „unethisch“ aus meiner Sicht – nämlich ihrerseits verantwortungslos

  21. Auch wenn ich diese Diskriminierung langsam und immer mehr hasse und da so manch einem Idioten gegen die Wand schleudern würde, aber kann es nicht auch sein, dass diese SOS-Kinderdörfer Kinder aus „Kriegsregionen“ wie Afrika haben?
    Vielleicht waren auch schon die einen oder anderen Mitarbeiter von denen in einem Dorf was Tage zuvor von Milizen gestürmt wurde und sahen den realen Krieg, die ganzen Leichen auf den Straßen usw.
    Ich tippe eher auf diese Theorie, da die Kinderdörfer ja nicht das Wort „Killerspiele“ verwendet haben, sondern sich explizit auf Shooter und Kriegsspiele beziehen.

  22. *KRISE*
    OHNE WORTE…

    WIR BRAUCHEN MEH AKIONEN!!!!
    Man sollte solche Vereine anschwärzen!
    Schwarze Liste mit Vereinigungen die uns Verachten und für die man
    nicht mehr Arbeiten/Helfen/Spenden soll!

    unhappy debugging.

  23. Von mir kriegen die keine Spenden mehr. Was für ein Haufen Dummbeutel. Geld ist Geld egal von wem. Hier wird das Image vor das Leben von Kindern gestellt.

  24. Oder Sie sehen wie gegen uns gewettert wird und denken gerade jetzt an die Kinder.
    Stell dir mal vor, die Bild würde einen Artikel veröffentlichen, wo die SOS-KD mit „Killerspielern“ gleichgestellt werden.
    Ich glaube dann wars das für Sie.

  25. „Man sollte solche Vereine anschwärzen!“

    @ TRB: Ja, unbedingt – das ist unserem Image bestimmt förderlich.
    _______

    „Tatsache ist das über Fernseher und Kinoleinwände Filme gezeigt werden bei der man fiktive oder auch tatsächlicher Gewalt “genießen” kann.“

    @ Cyclonos: Das ist richtig. Aber es ist doch ein Unterschied, ob ich Gewalt nur erlebe und in das Geschehen einzugreifen mir ja gar nicht möglich ist (Film) oder selbst derjenige bin, der die Gewalt ausübt, indem er den „Abzug“, also z. B. die linke Maustaste, drückt (Video-/PC-Spiel).
    _______

    „Das retten-helfen-überleben-Schema wird dabei doch keineswegs berücksichtigt, sondern eine bestimmte Interpretation allein vorgezogen, welche das bloße vorhanden-sein der Möglichkeit in Spielen gewalttätig zu werden, als unmoralisch ansieht. Ohne die handelnden Personen und eigentlichen Inhalte dabei anzusehen.“

    @ Pyri: Stimmt, Spiele haben im Allgemeinen eine Handlung, die die Gewalt rechtfertigt. Wie ja auch Filme, in denen oft die negativen Eigenschaften/Taten des „bösen“ Protagonisten zunächst dargestellt werden, damit es legitim ist, ihn zu töten.
    Dennoch geht es meiner Meinung nach nicht darum, bereits die reine Möglichkeit, in Spielen gewalttätig zu werden als unmoralisch anzusehen. Denn ein Großteil der Spiele, die als Killerspiele bezeichnet werden, lässt sich ohne Gewaltanwendung nicht spielen; eine echte Wahlmöglichkeit habe ich als Spieler nicht. Ich kann nur entscheiden, das Spiel zu spielen oder es sein zu lassen; wenn ich’s spiele, muss ich auch Gewalt anwenden, sonst komme ich nicht weiter.

  26. „Ja, unbedingt – das ist unserem Image bestimmt förderlich.“
    Wenn wir uns von solchen Vereinen immer alles gefallen lassen ist unser image sowie so schon tot! Wir müssen diese Vereine die offen Meinen, dass ein Computerspielen Menschen getötet werden und so weiter müssen wir per name nennen UND auf offenen Listen merken damit jeder Spieler weiß, dass er nicht doret mitmachen sollte!

    Happy Coding.

  27. @LoElle
    Spiele stellen für mich so eben vielfach Extremsituationen dar in denen die einzige Alternative zur Gewalt im Verlust des eigenen Lebens als Spielfigur liegt. Ich denke auch, dass die Spiele als Hinweise auf die Möglichkeit solcher Situationen angegriffen werden, als zynisch/gewaltverherrlichend oder sonstwas, dass sich mit moralischen Überlegenheitsdünkel diesen Hinweisen verschlossen wird.
    Vorstellungen in Spielen die etwa Krieg thematisieren, sich diesem besser doch einfach zu entziehen, erscheinen mir dabei reichlich naiv zu sein auch.
    Weshalb sollten Videospiele derlei Situationen nicht darstellen (können) und Menschen darauf aufmerksam machen?
    Wo besteht der vermeintliche Unwert das eigene Leben (hier als Spielfigur) verteidigen zu wollen?
    Ist es nicht ihrerseits moralisch fragwürdig eine solche Selbstlosigkeit – altruistische Selbstaufgabe, was auch immer, zu fordern – liegt ein solches Verhalten tatsächlich in der menschlichen Natur, oder wird sich da nicht bloß etwas vorgemacht?
    Womöglich gar noch saubere Fassaden diesbezüglich hochgezogen hinter diesen Kulissen wiederum Abgründe lauern. Weshalb nicht zu dunklen-negativen Seiten menschlicher Existenz stehen, wenn schon sich selbst diese nicht eingestehen, dann doch wenigstens Hinweise dahingehend akzeptieren?

  28. @loElle

    Solange wir uns von der anderen Seite diktieren lassen, was wir zu tun und zu lassen haben, haben wir schon verloren.
    Warum sollten wir nach den Regeln der Internetausdrucker spielen?

  29. vielleicht sollte ich einfach nochmal darauf hinweisen, dass diese Spiele nur für Erwachsene, teilweise für 16-jährige geeignet sind, „…und das mit staatlichem Stempel.“ (die meisten kennen das, hoffe ich^^). In Deutschland ist der Verkauf an Personen, die ein geringeres Alter haben, als das auf den USK-Logos angegebene, VERBOTEN!!!
    [hat schonmal jemand gefordert, dass Zigaretten verboten werden müssen, weil unter-16-Jährige die auch rauchen? ich denke nicht.]
    Was ist also so schlimm daran, dass sich eine seriöse Internetseite für die SOS-Kinderdörfer einsetzen will? dass man nicht mit diesen Spielen in Verbindung gebracht werden will? ganz ehrlich, würde es die Betreffenden stören, wenn ihre Werbung auf der Seite von LuckyStricke auftauchen würde?

  30. @ReyAlp

    BattlefieldHeroes ist von der PEGI geprüft worden und mit einem 16+ Siegel versehen.
    Von der USK aber in der Tat nicht, da das Spiel noch nicht in seiner endgültigen Version vorliegt, sondern noch eine Open Beta ist. Das wird wahrscheinlich auch so bleiben.

  31. @Mystical13
    Die USK Prüft doch keine Titel, die nur online vertrieben werden – oder ist da etwa auch eine Boxed-Veröffentlichung im Retail vorgesehen? „Battlefield Heroes“ ist ja fast schon so etwas wie ein Browser-Spiel…

  32. Doch die prüfen auch Onlinespiele allerdings nur die bei denen es einen Prüfungsantrag gibt denn für Onlinespiele ist eine Prüfung nicht Pflicht, Handyspiele werden auch geprüft aber nur sehr wenige da nur wenige Firmen ihre Handygames auch der USK zur Prüfung reichen, EA lässt zbsp. ihre Spiele testen die meisten anderen Firmen jedoch nicht weil es für Handyspiele keine Prüfungsverpflichtung gibt aber das Jugendschutzgesetz soll dahingehend in balde erweitert werden.

  33. @TRB: Das sehe ich anders. Die SOS Kinderdörfer haben sich entschieden, in bestimmten Zusammenhängen nicht für sich werben zu lassen. Das ist ihr gutes Recht. Sie dafür „anzuschwärzen“ ist kontraproduktiv und unserer Sache meiner Meinung nach nicht zuträglich. Und das hat …
    @SwA: … nichts damit zu tun, dass man sich „von der anderen Seite“ diktieren lässt, was man zu tun oder zu lassen hat. „Die andere Seite“ übt ein ihr zustehendes Recht (nämlich selbst zu entscheiden, wer mit einem Banner für sie wirbt) aus. Sich darüber zu mokieren, ist ziemlich unnütz. Ein Vermerk auf der Site á la „wir wollten an dieser Stelle für einen gemeinnützigen Verein ein Werbebanner zeigen, was uns aber leider verwehrt wurde, weil wir angeblich …“ wäre meiner Meinung nach der bessere Weg.
    @Pyri: Natürlich stellt es keinen „Unwert“ dar, wenn ich in Spielen mein eigenes Leben verteidigen muss und daher Spielfiguren (z. B: in Menschengestalt) töten muss. Wäre man im RL in einer vergleichbaren Situation, würde man das vermutlich auch tun.
    Das ändert doch aber nichts an der Tatsache, dass ich (natürlich nur im Spiel, das ist mir schon klar) derjenige bin, der entscheidet, dass ich töte und es dann auch tue – nur virtuell, ist schon klar, aber das ist doch dennoch ein Unterschied zum Film, den ich nur rezipiere.
    Das ist ja im Prinzip auch das, was zuweilen Frau Pfeiffer vorgeworfen wird, dass sie ein Spiel durch bloßes Zuschauen nicht erlebt und daher bestimmte Dinge nicht beurteilen kann. Es selbst zu tun, ist eben das intensivere Erlebnis – intensiver als im Film.

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