Interview mit Hans-Joachim Otto

Viele Gamer erhalten auf Anfragen, wie die Parteien zu gewaltdarstellenden Videospielen stehen, leider regelmäßig Standardantworten, die auf aktuelle Entwicklungen nicht eingehen. Zum Teil wird noch von der geplanten Verschärfung der Indizierung gesprochen, obwohl diese längst beschlossen und umgesetzt ist. Auch in den Wahlprogrammen findet sich über ein „Killerspielverbot“ keine eindeutige Aussage. Wir haben nun die medienpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen um Stellungnahmen gebeten:

stigma:

Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch genommen haben. Könnten Sie sich unseren Besuchern kurz vorstellen?

Hans-Joachim Otto:

Mein Name ist Hans-Joachim Otto. Ich bin Mitglied des Deutschen Bundestages und dort Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Medien. Außerdem bin ich Mitglied im Bundesvorstand der FDP und Vorsitzender der FDP-Kommission für Internet und Medien.

stigma:

Als Reaktion auf Winnenden haben viele namhafte Unternehmen auch praktische Konsequenzen gezogen. Während die Deutsche Bahn Werbung für bestimmte Videospiele eingestellt hat haben Kaufhäuser und Supermärkte Spiele „ab 18“ als Zeichen für soziale und gesellschaftspolitische Verantwortung aus den Regalen genommen oder komplett aus dem Sortiment gestrichen. Beim sozialen Netzwerk mysuccess muss sich sogar jedes neue Mitglied einem Verhaltenskodex unterwerfen, der den vollkommenen Verzicht von Killerspielen beinhaltet. Diese und ähnliche Maßnahmen wurden von der Politik ausdrücklich begrüßt. Nach den Worten von Jürgen Kucharczyk (SPD-Bundestagsfraktion) sollten andere Kaufhäuser und Videotheken diesem Beispiel folgen. Auch Bayerns Medienminister Siegfried Schneider gratuliert Kaufhof zum mutigen Schritt als Beitrag zu einem wirksamen Kinder- und Jugendschutz und zur gemeinsamen Ächtung von Gewalt in Computerspielen. Was ist die offizielle Meinung Ihrer Partei zu diesen Bespielen von gelebter Unternehmensverantwortung in Bezug auf gewaltdarstellende Videospiele?

Hans-Joachim Otto:

Für einen wirksamen Jugendmedienschutz muss jeder seinen Teil beitragen. Nicht nur die Politik, sondern Kinder und Jugendliche, deren Eltern, Lehrer, Hersteller und Vertreiber von Spielen und viele mehr müssen dabei mitwirken. Unternehmensverantwortung ist dabei immer ein wichtiger Baustein. Welche Produkte in welcher Form verkauft werden, ist – so lange nicht gegen Gesetze verstoßen wird – allerdings Angelegenheit des Verkäufers und nicht der Politik.

stigma:

Nach Winnenden konnten in diversen Städten eSport-Turniere und LAN-Parties nicht stattfinden. Dies ist maßgeblich auf den Druck von CDU, SPD und Grünen in den jeweiligen Städten zurückzuführen. Allgemein will man derartige Spielen in öffentlichen Gebäuden nicht dulden, da solche Veranstaltungen Gaming „hoffähig“ machen könnten. Vereinzelt gab es jedoch Kritik an der Art, wie man diese Veranstaltungen unterbunden hat. So forderte der Oberbürgermeister von Karlsruhe rechtliche Grundlagen für ein Verbot solcher Veranstaltungen zu schaffen, da man die Gamer nicht willkürlich in die Illegalität drängen könne. Wünschen Sie sich die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für ein Verbot solcher Veranstaltungen? Wie stehen Sie allgemein zum Vorgehen gegen den eSport, den selbst der Journalist Rainer Fromm für „ok und zukunftsträchtig“ hält?

Hans-Joachim Otto:

Pauschale Verbote solcher Veranstaltungen halte ich für falsch. E-Sport-Turniere oder LAN-Parties fördern nach meinem Verständnis das soziale und kulturelle Miteinander und den gesellschaftlichen Austausch. „Spielen“ heißt auch „Lernen“, Fähigkeiten und Fertigkeiten ausprägen, kreativ sein, nachdenken. Letztendlich muss aber jede Einrichtung selbst entscheiden können, welche Veranstaltung sie zulassen möchte.

stigma:

Nach der Karlsruher Gemeinderatsfraktion der Grünen sei es das eigentliche Problem, dass jeder sich diese Spiele heute zu Hause auf den Computer laden könne, ganz ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon mit bekommt. Unser Bundespräsident Horst Köhler sieht dies ähnlich und mahnt die Bürger manche Spiele nicht zu nutzen, auch wenn diese nicht verboten sind. Wissenschaftler wie Politiker fordern darüber hinaus eine gesellschaftlicher Ächtung. Während es nach dem Medienpsychologen Rudolf Weiß nur geächtet werden sollte, wenn jemand mit solchen Spielen Geld verdient, verlangt sein Kollege Helmut Lukesch eine gesellschaftliche Ächtung bis zur jugendlichen Freundin, die ihren Freund vor die Wahl stellen sollte, sich mit ihr anstatt mit bluttriefenden Computerspielen zu beschäftigen. Regine Pfeiffer attestiert mittlerweile, dass man manche der Vorgänge bereits unter der Überschrift Diskriminierung unterbringen könne. Inwieweit stehen Sie hinter derartigen Forderungen?

Hans-Joachim Otto:

Ich wehre mich gegen eine Ächtung und Verteufelung von Computerspielen und Computerspielern aus ideologischen und populistischen Gründen. Ob Fernsehen, Computerspiele oder Internet, ständig müssen die gar nicht mehr so „neuen“ Medien für Schuldzuweisungen herhalten. Das ist falsch und kontraproduktiv. Die FDP will eine freie und vielfältige Medienlandschaft mit effektiven Jugendschutzmechanismen, keine Bevormundung der Bürger. Die bereits bestehenden Grenzen (etwa das Verbot von Gewaltverherrlichung in § 131 StGB) sind ausreichend.

stigma:

Es wird oft versucht Videospiele in schlechte und gute zu unterteilen. Wie schwer das ist zeigt das Rollenspiel „Drakensang“, das Anfang des Jahres als pädagogisch wertvoll prämiert wurde. Mittlerweile werden aber mit „World of Warcraft“ auch Rollenspiele als „Killerspiel“ gebrandmarkt. Versuchen auch Sie Videospiele nach kulturellem und pädagogischem Wert zu unterteilen und die missliebigen durch eine Förderung der gesellschaftlich erwünschten zu verdrängen, wie es das „Team Grün“ ausgedrückt hat?

Hans-Joachim Otto:

Ich setze mich für eine freie Entfaltung von Interessen und Geschmäckern ein. Eine Unterteilung von Videospielen nach kulturellem und pädagogischem Wert steht der Politik nicht zu. Wir brauchen transparente, klare Altersvorgaben und keine Bevormundung oder „Geschmackspolizei“. Die FDP-Bundestagsfraktion tritt gegen die Einschränkung medialer und kultureller Freiheit und für die Stärkung individueller Verantwortung ein.

stigma:

Wie Sie sicherlich wissen sind gewaltverherrlichende Videospiele bereits verboten, gewaltbeherrschte faktisch auch. Fordern sie dennoch, wie z.B. die Innenminister auf ihrer Frühjahrskonferenz oder Bayern und Niedersachsen im Bundesrat, eine weitere Verschärfung der gesetzlichen Regelungen? So hat bereits der SPD-Innenexperte Wiefelspütz angekündigt, dass ein Verbot von Killerspielen unabhängig von den Wahlen sicher komme und Thomas Strobl verlangt Internetsperren auch in Bezug auf „Killerspiele“ zu diskutieren.

Hans-Joachim Otto:

Die FDP-Bundestagsfraktion tritt gegen weitere Gesetzesverschärfungen und Verbote ein. Sie wird sich auch in Zukunft gegen weitere Verbote im Bereich der Unterhaltungssoftware einsetzen. Denn solche Verbote schränken nicht nur das kulturelle Leben ein, sie schaden angesichts der großen wirtschaftlichen Bedeutung von Computerspielen auch der Volkswirtschaft. Verbote wirken zudem kontraproduktiv. Gesellschaftliche Fehlstellungen und individuelles Fehlverhalten werden monokausal oft auf das Spielen von bestimmten Computerspielen und den Konsum bestimmter Medien reduziert. Das ist falsch. Schließlich suggerieren Verbote eine Sicherheit, die faktisch nicht existiert. Damit wird das Verantwortungsbewusstsein des einzelnen geschwächt.

stigma:

Die Indizierung soll eigentlich ein Mittel des Jugendschutzes sein, trifft aber auch erwachsene Gamer. Wegen des mit der Indizierung einhergehenden Verbotes von Werbung und öffentlichem Verkauf werden von einer Indizierung bedrohte Videospiele in Deutschland nicht veröffentlicht. Bei vielen Inhalten, die ausschließlich über das Internet angeboten werden, besteht für deutsche Gamer kein legaler Weg um an indizierte Inhalte zu gelangen. Selbst der Kriminologe Christian Pfeiffer spricht sich statt einer Ausweitung des strafrechtlichen Verbotes für eine Ausweitung der Indizierung aus, da diese mit der Zerstörung von Marktchancen einen spürbaren Handlungsdruck bei den Herstellern erzeugen würde rechtlich aber viel einfacher als eine Verbotsausweitung durchzusetzen sei. Wie sehen Sie es, dass die Indizierung – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – faktisch wie ein Verbot wirkt?

Hans-Joachim Otto:

Die Indizierung ist zumindest ein „sanfteres“ Mittel als das Verbot. Ein faktisches Verbot über eine Indizierung zu erreichen, ist allerdings nicht im Sinne des Erfinders. Hier könnte es in der Tat angezeigt sein, eine Modifizierung am Instrument der Indizierung vorzunehmen. Ziel muss es sein, Kinder und Jugendliche von für sie ungeeigneten Inhalten fernzuhalten, Erwachsenen jedoch den Zugang zu Erwachsenenmedien nicht zu versperren.

stigma:

In Umfragen wird regelmäßig festgestellt, dass die Bevölkerung Videospiele für Amokläufe verantwortlich macht. Eine Studie des amerikanischen Secret Service kam dagegen zum Ergebnis, dass in den USA grade einmal 12 % der jugendlichen männlichen Amokläufer an Schulen an gewalthaltigen Videospielen interessiert waren. Der Großteil der Täter, wie z.B. der Amokläufer von Blacksburg, hatten mit Videospielen nicht zu tun. Wie erklären Sie sich diese öffentliche Meinung? Wie bewerten Sie dabei die Rolle von Presse und Politik?

Hans-Joachim Otto:

Die FDP-Bundestagsfraktion zumindest setzt sich dafür ein, einseitigen Schuldzuweisungen an Computerspiele bzw. -spieler für gesellschaftliche Fehlstellungen oder individuelles Verhalten entgegenzuwirken. Es steht mir nicht zu, die (so pauschal ohnehin nicht vorhandene) öffentliche Meinung oder die (ebenfalls so abstrakt nicht fassbare) Presse zu kritisieren. Meine subjektiven Beobachtungen zeigen – insb. im Online-Bereich – überwiegend eine recht differenzierte Auseinandersetzung mit diesem Thema. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass leider auch einige undifferenzierte Berichte existieren, die dann allerdings von anderen Teilnehmern der öffentlichen Debatten kommentiert und kritisiert werden. Für mich ist das ein Kennzeichen unserer pluralistischen Medienwelt. Als Beispiel erinnere ich an die Auseinandersetzung über öffentlich-rechtliche Berichterstattung zum Thema „Computerspiele“ bei Youtube, die Ihnen ja bestens bekannt sein dürfte…

stigma:

Wie erklären Sie sich, dass bei Unzulänglichkeiten des Jugendschutzes in Bezug auf Videospielen immer Totalverbote verlangt werden, wohingegen es bei Alkohol und Tabak bei moderateren Forderungen bleibt? Insbesondere wo doch der Jugendschutz auch praktisch bei Videospielen noch am besten funktioniert. So kam man nach Testkäufen in drei deutschen Großstädten zum Ergebnis, dass 40 % der Händler Jugendlichen hochprozentigen Alkohol verkaufen. Bei Videospielen „ab 18“ drücken mit 20 % nur halb so viele Händler ein Auge zu.

Hans-Joachim Otto:

Ich verweise auf meine bisherigen Antworten zu den Fragen nach mehr Verboten, die ich – wie bereits ausgeführt – ablehne.

stigma:

Vielen Dank für das Gespräch. Wollen Sie in einem Schlusswort uns Gamern noch etwas mit auf den Weg geben?

Hans-Joachim Otto:

Ich danke Ihnen für die Fragen! Computerspieler sollten FDP wählen :-)

33 Gedanken zu “Interview mit Hans-Joachim Otto

  1. „Ob Fernsehen, Computerspiele oder Internet, ständig müssen die gar nicht mehr so “neuen” Medien für Schuldzuweisungen herhalten. Das ist falsch und kontraproduktiv.“
    —–
    JA?…
    Die Schuldzuweisungen sind falsch und kontraproduktiv!
    oder meinte er es anders?

    Happy Schatz Insel…

  2. Seltsam, wirklich sehr sehr seltsam, kurz vor der Wahl sind alle ganz plötzlich pro Spiele wo sie vorher eher negativ den Spielen gegenüber eingestellt waren? Naja nach der Wahl normalisiert scih alles und das Einschlagen auf spieler wird wieder seinen mittlerweile gewohnten Gang gehen.

  3. Also die FDP waren afaik schon immer pro Spiele. Haben auch gegen die Verschärfung der Indizierung gestimmt, ok waren ja auch Opposition. Aber er ist der erste, der auf die Frage mit der Indizierung richtig eingeht.

  4. http://www.stupidedia.org/stupi/Real_Life
    Nett…
    ——
    @Doktor Trask: Ja kommt mir auch so vor… „die könnten ja uns wiklich wählen…“
    Mottos in allen Parteien sind nur solange da wie Wahlkampf ist.
    5 nach Schließung der Wahllokale brüllen alle wieder nach Verboten .
    —-
    Aber wie meinte er es nun?
    ???

    Happy Piraten der Karibik.

  5. @Rey Alp
    Aber er ist der erste, der auf die Frage mit der Indizierung richtig eingeht.
    -Ja das stimmt aber das was er sagt sagen Filmfreunde und Spielefans schon seit sehr vielen Jahren, ich glaube auch nicht daran das in den nächsten 10 – 15 Jahren eine Lockerung da stattfinden wird eher wird es wie von vielen Parteien gefordert eine Verschärfung geben, eine Überarbeitung des Jugendmedienschutzes steht ja auch an aber darüber habe ich ja bereits berichtet.

  6. RL:
    „Einige Spieler vernachlässigen sogar ihr VL (Virtual Life) wegen dieses Spiels. Eine klare Aufgabenstellung hat der Spieler zunächst nicht“
    LOL

    @Doktor Trask:
    Ja bis wir wirklich die Zensur loswerden werden sicher noch viele Politiker über den Styx wandern oder es wird zu einen harten schnellen Umbruch geben dann fahren die Politiker nicht über den Styx sondern über den Großen Teich ins Exil.
    Frage ist was kommt zuerst wenn wir nicht bei uns wären hätte es schon länger her so einen Umbruch gegeben. Siehe Frankreich: „Arbeits Platz in Gefahr? Bombenbau, Chef fangen und mal ne Woche gefesselt im Keller lassen“ sowas wirkt… was nicht wirkt ist sich hinsetzen und sagen: „Wenn wir was machen könnte es schief gehen…“

    @Doktor Trask: „nächsten 10 – 15 Jahren eine Lockerung “
    Du machst einen richtig runter…

    Happy Coding.

  7. @The_Real_Black
    Du machst einen richtig runter…

    Das ist natürlich keine Absicht nur ich bin Realist, ich mache mir bei gewissen Dingen keine Illusionen.

  8. Was die FDP angeht, finde ich, treten sie als die souveränste Partei unter den ,,Großen´´ auf. Lange Zeit war sie ja auch eine echte Option für mich, ist sie immer noch, aber da ist immer dieses flaue Gefühl mit diesem fahdem Beigeschmack von ,,Koalitionspartner der Union´´. Ich bin mir sicher, dass die FDP auch gegenüber der CDU/CSU ihre Interessen weiter vertreten wird, aber wenn die Liberalen nicht mindestens 25% bekommen, ist ihr Einfluss auf die Union (mit geschätzten und zu erwartenden 40% plus X) eher dürftig.
    oT
    Es gibt ,,neue´´ Erkentnisse zum Fall ,,Winnenden´´
    Nun soll Tim K. Tötungsfantasien gehabt und unter einer masochistischen Persönlichkeitsstörung gelitten haben. Nach seiner Selbsteinschätzung, die Tim K. Monate vor seiner Tat mit Hilfe des Internets erstellte, hielt er sich für manisch-depressiv.

  9. „Es handelte sich dabei wohl um sadomasochistische Fotos, auf denen nackte Männer von Frauen gefesselt und dominiert wurden. Tim K. habe stark unter diesen Phantasien gelitten.“

    Wieviele sind Dom oder eben Sub bzw Sado oder Maso da gibt
    es sogar Vereine und Clubs dazu…
    Frage ist wie viele Bilder hatte er und warum ist das nicht Porno wie
    alle anderen Pornobilder auch?
    Und mit „ach so vielen“ Bildern wird er nicht gelitten haben!
    Ok wenn man sich die …
    http://www.youtube.com/watch?v=TgERvJBLR4w
    UND LATTE und voll an die Latte von Bodo Spanner…
    ;-)

    Happy

  10. @Doktor Trask: „ich bin Realist“
    Ich auch und ein schneller Umbruch ist möglich…
    wenn man die Leute einmal auf die Beide bekommt….
    PS Idealisten haben schon viel bewegt als die Realisten
    noch sagte es wird ja eh nichts…
    ;-)

  11. @The_Real_Black
    Man muß ja auch bedenken das viele Politiker gar nicht so alt sind, zumindest für Politikerverhältnisse, nemmen wir zbsp den Herrn Minister Joachim Hermann dieser Herr wurde am 21. September 1956 geboren ist also ein Mittfünziger und kann daher gut und gerne noch 10 Jahre in einem politischen Amt verbleiben und wenn man bedenkt das andere Kritiker bzw. Gegner moderner Medien Mittvierziger oder gar Mittdreißiger sind sollte es klar sein dass das ganze noch lange so wie bisher wieter gehen wird und sich erstmal nichts lockert sondern sogar noch verschärft.

  12. Aufgrund der höheren Stimmanteile und somit stärkeren Mistsprache wollte ich auch lange FDP wählen, schon allein weil sie den ersten CSU-Vorstoß nach Winnenden erstmal im Keim erstickt haben und auch die Eier besitzen sich in solchen Fragen mal gegen den Koalitionspartner zu stellen.
    Aber dann seh ich doch wieder dieses „CDU-Hintern bitte Platz nehmen“_Schild in Westerwelles Gesicht. Selbst in einer CDU-FDP-Koalition hääte Zensursula ihre Sperren durchgekriegt, weil die SPD zuviel Schiss hat um dagegen zu stimmen und die Grünen sagen sie sind dagegen und sich bei der Abstimmung enthalten.
    Also klarmachen zum Ändern, so manche Partei hätte gerne die 2+% von den Piraten einkassiert, vielleicht machen die sich dann mal Gedanken.

  13. @Doktor Trask,

    nun, wie sollen sich Leute verhalten die einer bestimmten Partei angehören?
    Die Grünen sind gegen Atomkraft, die würden sicherlich niemanden einstellen der für die Atomkraft ist.
    Und bei der CDU wird es nicht anders sein.
    Die CDU ist eine Hartlinerpartei und das Leben in Deutschland sollte ihrer Meinung nach nach den christlichen Kriterien der CDU ablaufen.

    Die FDP war schon Jahre zuvor gegen Verbote von Videospielen, jedoch habe ich starke Zweifel, dass die FDP diese Position weiter beibehalten wird, sollten sie damit konfrontiert werden „entweder ihr stimmt für ein Verbot und stimmt damit einer Koalition zwischen Union und FDP oder ihr seid gegen ein Verbot und seid somit auch gegen eine Koalition zwischen Union und FDP“.

  14. @Booomboy:
    „Die Grünen sind gegen Atomkraft, die würden sicherlich niemanden einstellen der für die Atomkraft ist.“
    .
    Jeder (ab einem bestimmten Alter afaik) darf Mitglied einer jeden Partei werden, auch ein Atomkraftbefürworter darf den Grünen beitreten. Ob er das machen wird, steht auf einem anderen Blatt, wobei keine Partei nur einen Punkt im Parteiprogramm hat.
    .
    „Die CDU ist eine Hartlinerpartei und das Leben in Deutschland sollte ihrer Meinung nach nach den christlichen Kriterien der CDU ablaufen.“
    .
    Ich würde die Kriterien nicht unbedingt „christlich“ nennen (da das Wort sowohl den Glauben als auch die Kirche bedeuten kann), eher (u.A.) rückwärtsgewandt, reaktionär und / oder fortschrittsfeindlich – wobei das nur meine persönliche Meinung ist.

  15. @Booomboy
    Deine „Angst“ ist durchaus nachvollziehbar, aber die FDP hat schon eine Koalition auf Bundesebene verlassen. Außerdem wäre der extreme Vorteil von Schwarz – Gelb das die Mehrheit äußerst knapp ist (letzte mir bekannte Umfrage CDU 35% FDP 14%), das würde heißen das es auf jede Stimme ankommt. Auch in der CDU sind nicht alle gegen Shooter. Ich bin mir sicher das es einige Gegenstimmen aus den eigenen Reihen geben wird, naja und die Opposition wird ja wohl geschlossen dagegen stimmen. Außerdem hat die FDP starken Zulauf vor allem bei Jüngeren (siehe StudieVZ) und die Wahlversprechen dieser Wählerschaft nicht zu halten wäre für die FDP fatal. Hier bei Stigma gab es doch vor kurzem eine Zusammenfassung der Parteiprogramme und selbst da hatte die Union nicht komplettes Verbot drin stehen. Man könnte also auch anders herum argumentieren das die Union die Koalition nicht wegen dem Verbot riskieren will. Ein “CDU-Hintern bitte Platz nehmen”_Schild hat Herr Westerwelle schon länger nicht mehr, habt ihr mal verfolgt wie die beiden sich in den letzten Wochen gezofft haben (vor allem in Bayern weil die CSU immernoch keine Mehrheit hat). Man kann natürlich nicht garantieren das sie sich nicht gegen uns entscheiden nach der Wahl aber es sieht nun mal so aus als ob die FDP die beste Chance ist die wir haben.

  16. Ich denke Markus spricht da durchaus richtige Punkte an:

    Die FDP hat mehr als 20 Jahre gebraucht, um ihren seit diesem einen Ereignis 1983 bestehenden Ruf loszuwerden, dass sie eine Opportunistenpartei ist, größtenteils ist das dem Verhalten Westerwelles in den letzten Jahren geschuldet. Ich schätze deswegen die FDP so ein, dass sie dieses neuerworbene Wählervertrauen nicht aufs Spiel setzen will.

    Zur Koalition Schwarz-Gelb: Aus bereits genannten Gründen glaube ich auch, dass eine solche Koalition für unser Land immer noch besser wäre als die große Koalition (das ist leider die einzige andere realistische Option). Allein schon weil die Mehrheit der schwarz-gelben Koalition nicht so groß wäre. Das stärkt den kleineren Koalitionspartner.

    Dazu kommt dass die FDP schon bewiesen hat, dass sie nicht nur Sprüche macht in der „Killerspiel“-Debatte. Ich erinnere an den Vorstoß zum Killerspielverbot der CSU in Bayern, bei dem die FDP sich quer gestellt hat.

    Natürlich heißt das nicht dass man die wählen muss. Wenn man zum Beispiel für eine schärfere Regulierung der Wirtschaft ist, dann ist die FDP die falsche Wahl. Sie ist eine Wirtschaftspartei (übrigens auch mit einem sehr viel konkreterem Wirtschaftsprogramm als alle anderen Parteien, ist lesenswert). Ich finde aber man sollte das ganze nicht mit einem „Die sind nur Steigbügelhalter für die Union“ abtun. Da macht man es sich zu einfach.

    Als Alternative bei den großen Parteien gibt es da leider nur die Linke (denen man nicht trauen kann weil sie eine solche „Friedenspartei“ sind, dass sie Kriegsspiele evtl. genauso ablehnen wie echten Krieg…) deren Sozialpolitik…. naja, man kann sie „abenteuerlich“ nennen…

    Wenn man nur auf den Punkt „Killerspiele“ schaut, dann kommen außer FDP und Piraten kaum andere in Frage.

    Gruß
    Aginor

  17. @Aginor
    Danke für den Zuspruch :) , ich hab auf einer XBox – Seite grade ein Mitglied der Jungen Sozialdemokraten angesprochen ob er etwas genaueres zur Position der SPD Spitze weiß. Wenn er ein wenig Aufschluss bringen kann erfahrt ihr es sofort. Von denen hab ich zu dem Thema noch nichts großartig gehört, nur den Mensch der gesagt hat das Verbot ist unabhänigi vom Ausgang der Wahl.

  18. @Rey Alp
    Die Linke hatte ich aufgrund ihrer Einstellung zum Militär ausgeschlossen, da ich ihnen unterstelle dass sie dadurch „Kriegsspiele“ auch verbieten würden.
    Ok, ich habe dafür keine Beweise, ist nur meine Einschätzung.
    Ich würde sie wegen anderer Punkte ihres Programms nicht wählen, die mir wichtig sind. Ich halte sie nicht für eine Partei, die ich in der Regierungsverantwortung sehen möchte.

    Aber wenn man nur auf Spiele schaut, und auch nur direkte Fakten als Begründung akzeptiert, so ist die Linke auch eine Alternative.

    Gruß
    Aginor

  19. Die FDP ist schon immer gegen Staatliche Bevormundung gewesen.
    Leider haben die meisten Deutschen nichts gegen staatliche Bevormundung, solange sie nur Andere trifft.

  20. Ich stehe weiter hinter dieser Partei (auch wenn ich noch nicht wählen kann und viel zu faul für einen Betritt zum Jungendbund dieser Partei bin :P). Ich habe mir das Wahlprogramm der FDP schon angehört (das gibt es auch als Lesung) und muss sagen, dass es mir ganz gut gefällt.
    ~~
    Zum Interview:
    Besonders beim letzten Satz musste ich dann doch schmunzeln aber der größte Teil ist sehr ansprechend und da man die FDP in den letzten Jahren auch als Partei kennen gelernt hat, die hinter ihren Aussagen steht mache ich mir da auch Hoffnungen (s. zum Beispiel die Stimmabgaben zum Thema Netzverschleierung).

  21. Interessant ist auch das der Politologe Gerd Langguth unter Umständen Silvana Koch-Mehrin als eventuelle Familienministerin sieht. Nanu, würde das wirklich heißen Zensursula ist weg? Allerding ist das nur eine Vermutung, wenn die FDP 4 Ministerposten bekommen würde (alles im Konjunktiv!!!). Andererseits liegen Union/FDP derzeit bei unter 50%. Jetzt ist die Frage was mit den 6% „andere Parteien“ geschieht. Ich weiß es nicht. Werden die einfach weggelassen, dann würde es immernoch gut für Schwarz/Gelb reichen.
    .
    Die Linke scheint ihre Einstellung zum Militär geändert zu haben. Früher gabs unter denen mal 3 Jahre Wehrpflicht :).

  22. @Markus
    Das kann man so nicht vergleichen. Die Nationale Volksarmee der DDR ist eine „Friedensmacht“ gewesen, die den Frieden bewahrt hat, während die Bundeswehr im Ausland Angriffskriege führt. ;)
    Die Grenztruppen der DDR haben z.B. verhindert das der innere Frieden der DDR durch illegale Grenzübertritte von gut ausgebildeten Fachpersonal gestört wird.

    Wenn in der BRD erstmal das Gehalt von Spitzenkräften per Gesetz gedecktelt wird, werden wir so eine Truppe wieder brauchen.
    Oder wie will man sonst verhindern, das Ärzte, Ingenieure, Kaufleute und Facharbeiter das Land verlassen, wenn sie im Ausland mehr verdienen oder sich der Staat weniger in ihre Geschäfte einmischt ?

  23. @Markus: „Zensursula“ wird schon lange nachgesagt, das Amt der Gesundheitsministerin im Auge zu haben. Von daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie bei einem Regierungswechsel den Job von „Ulalala“ Schmidt übernimmt.

  24. Ich freue mich über die vielen Kommentare! Natürlich vor allem die positiven…;-) Ich kann allen Lesern versichern, dass unsere Einstellung zum Thema Computerspiele bereits seit Jahren diese hier genannte ist, und nicht etwa nur zum Wahlkampf beitragen soll. Ich werde dazu die Tage auch noch eine kleine Aktion machen…

    Zum Thema „was wäre wenn“ kann ich nur sagen: je stärker die FDP in einer eventuellen Regierungskoalition ist, desto eher kann sie auch auf die CDU/CSU einwirken. Es ist übrigens tatsächlich so, dass sich die FDP auch in der Regierungsverantwortung gegen populistische Verbotforderungen wehrt – etwa in meinem Heimatland Hessen. Das hat also nichts mit Oppsition zu tun.

    Ich würde mich über Ihre/eure Untersütztung freuen!
    Hans-Joachim Otto / FDP

  25. @Alrik
    ja ich versteh schon. das nächste mal solltest du vielleicht davor schreiben „Achtung Sarkasmus“ sonst wird es noch ernstgenommen :)
    @Tremayne
    Danke für die Aufklärung. Ich glaube in diesem Bereich wäre sie besser aufgehoben, schlimmer als der Unfug von Frau Schmitt gehts ja kaum.

  26. Also ich hab eine eMail von besagtem JuSo Mitglied. Der sagt das die Mehrheit der SPD gegen schärfere Gesetze ist, jedoch für strengere Kontrollen (Umsetzung). Im aktuelle Wahlprogramm steht nichts drin. Also unter einer SPD geführten Regierung (Gott bewahre) würde es keine Verschärfungen geben. Wie es allerdings bei einer großen Koalition aussieht weiß er auch nicht so wirklich.
    .
    Ich finde es gut das Herr Otto sich hier meldet, das zeugt meiner Meinung nach von Interesse, die anderen haben es ja nicht gemacht, oder?

  27. Also ich persönlich werde wohl lieber den Piraten vertrauen, weil ich darin eine größe Gelegenheit sehe, die 2009 so einmalig ist, aufgrund der zeitlichen Nähe zu dem „STOPP-Schild-Gesetz“.
    Aber ich muss sagen: alleine, das sich ein Politiker hier auf der Seite in den Kommentaren zu Wort meldet, das beeindruckt mich schon.
    Ich denke aber mal, das die FDP langfristig von ihrer Liberalität profitieren wird, da die CDU/CSU, ja sogar die SPD vermehrt Bereitschaft zeigen, Freiheit einzuschränken.
    Die FDP ist, mit den Piraten, die einzige Partei, die zumindest vereinfacht ausgedrückt für „Freiheit“ steht.
    Und wenn ich ehrlich bin: ich hätte lieber Schwarz/Gelb als nochmal Schwarz/Rot und Rot/grün wird es so schnell nicht mehr geben. Herr Steinmeier ist zwar vermutlich nett und kompetent, hat aber bei weitem kein so gutes Profil wie Frau Merkel in der öffentlichkeit.
    Zynisch ausgedrückt: ein Entführungsfall in Afghanistan oder ähnliche Krisen, die in sein Arbeitsgebiet fallen und von den Medien mit fetten Schlagzeilen belohnt werden, würden die SPD um einige Prozente stärken.
    Ich hoffe einfach mal, das all jene jungen Idealisten, die derzeit von der großen Koalition vergrault werden, langfristig wählen gehen und wenn es nicht die Piraten sind, dann wird zumindest die FDP den gröbsten Unfug der Union verhindern – hoffentlich.

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