Kampf gegen Windmühlen

(Spiegel Online) Es gibt manche Fehler, über die man sich mittlerweile kaum noch aufregen kann. Während der „Killerspiel“-begriff so allgegenwärtig ist, dass man diesen mancherorts bereits für die zutreffende Bezeichnung hält, wird auch der Terminus der „gewaltverherrlichenden Videospiele“ meistens falsch verwendet. Jüngstens Beispiel ist ein Artikel von Simone Kaiser, mit diesen Zeilen:

„Aus den Unterlagen der Staatsanwaltschaft Stuttgart […] geht zudem hervor, dass Tim K. viele der gewaltverherrlichenden Videospiele und Filme, die erst ab 18 Jahren erhältlich sind, von seinen Eltern geschenkt bekommen hatte.“

Gewaltverherrlichende Videospiele und Filme“ sind in Deutschland sowohl für Kinder als auch für Erwachsene verboten. Solche Spiele können also niemals „ab 18 Jahren erhältlich sein„. Die Autorin gebraucht „gewaltverherrlichende Videospiele“ wohl einfach als Synonym für „Killerspiele“, was freilich noch weniger aussagt.

34 Gedanken zu “Kampf gegen Windmühlen

  1. Thema SM siehe anderen Post ein Thema zurück…

    MAN OH MAN darüber kann man sich natürlich auf aufregen, aber
    es ist nicht unser Kampf der gegen die Windmühlen…
    den fechten die schwarzen Ritter…
    da ist viel schwarze Pest dabei…

    Happy Fight…

  2. Tja, viele „Journalisten“ haben ihren Beruf bei der Bild gelernt, wo es ja nur darum geht dem Leser so viel Müll als „unbedingt wissenswert“ zu verkaufen wie es nur geht.

  3. Die ganzen Pressestellen müßten allesammt zerschlagen und von Grundauf neu aufgebaut werden und diesmal dann ohne Einfluß aus der Politik und der Wirtschaft aber leider geht das nicht.

  4. Natürlich kann auch ein Tim K. tatsächlich sachlich richtig “Gewaltverherrlichende Videospiele und Filme” konsumiert haben, nur habe ich davon bislang nichts gehört. Sind die etwa nicht bekannt genug, um bei der Öffentlichkeit mit Verbotsforderungen punkten zu können? Seine 10 Min. (oder waren es doch viel mehr?) CS in 14 Tagen sind natürlich Indiz für eine zutiefst kaputte Persönlichkeit. ;)

  5. Das sich die Bondage-Bilder, die in den Medien (z.B. Emma)nach der Tat groß und breit zu „frauenverachtender Gewaltpornografie“ hoch stilisiert wurden sich im Endeffekt als SM mit dem Mann als unterwürfigen Part entpuppten ist auch irgendwie bezeichnend für die Qualität der Berichterstattung.

  6. „Die Unterlagen der Staatsanwaltschaft und des Gutachters zeichnen das Bild einer klassischen Risikopersönlichkeit.“
    .
    Die Aussage steht in krassem Widerspruch zu diversen Experten, die meinen, ein klassisches Risikoprofil lasse sich nicht erstellen. Aber vermutlich weiß es die Autorin besser.
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    Von allen Artikeln darüber ist der von SpOn der mit Abstand schlechteste.
    Wenn anhand von Pornobildern bereits Persönlichkeitsstörungen ermittelt werden, dann haben sehr viele männliche (und auch manche? weibliche?) Jugendliche und Erwachsene ein berechtigtes Interesse daran, ihre „persönlichen Dateien“ tunlichst zu verstecken (ließ: verschlüsseln).
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    Die Selbstdiagnose via Internet ersetzt keine Beurteilung eines Psychologen, über seine Therapie gibt es immer noch zu wenig Informationen (wie lange war er da? Was war das Ergebnis? Hat er vorzeitig abgebrochen und wenn ja warum?).
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    Hinzu auch die idiotische Formulierung mit „gewaltverherrlichenden Videospielen[n]“. Das zu recherchieren wäre doch kein Aufwand gewesen.
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    Vielleicht bin ich mittlerweile zu paranoid, aber ich lese aus dem Artikel eine mehr eine negative Haltung der Autorin gegenüber der BDSM-Szene und gewalthaltige Videospielen heraus, als tatsächliche Neuigkeiten (zumindest glaubhafte).

  7. Das schöne ist ja das sich die Presse mit ihren schlechten Artikeln langfristig gesehen selbst Schaden zufügt, die Leser auf die sie immer angewissen sein werden werden auch nicht jünger und neue können sie künftig nicht mehr gewinnen wenn sie die künftigen Leser schon jetzt mit schlechten Hetzartikeln gegen sich aufbringen.

  8. @Falke
    Richtig aber selbst die Indizierung erfühlt streng genommen schon die Aufgabe eines Verbotes denn kaum ein Laden vertreibt indizierte Ware und beschlagnahmte Ware dürfen sie nicht verkaufen und kaufe mal etwas was nicht da ist oder was man dir nicht verkaufen darf.

  9. BDSM ist voll böse.
    Sex mit hauen ist doch niemals toll.
    Und überhaupt, wer hat denn bitte solche Phantasien?!
    Schlimm, schlimm, das sowas in einem Land existieren darf, welches von Christ-Faschisten vereinahmt wurde.

    Ich finde, man sollte all jene, die sowas machen in Arbeitslager stecken und wenn wer meckert, dann kann man immer noch behaupten, sie würden doch darauf stehen, gepeitscht zu werden.

    Wieviele „rolleyes“ smileys müssen nun unter diesen Beitrag?

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  11. @maSu
    wenn man alle in einen Arbeitslager stecken würde die solche neigungen haben
    dann haben wir bald eine welt ohne manager politiker und anwälte
    denn meist sind es dies gruppen die gerne mal zu einer domina gehen^^

  12. Seth: gewisse sexuelle Neigungen in einem ungünstigen Umfeld zu haben, ist fast schlimmer als Mobbing. Stell dir mal vor, du stündest darauf, gefesselt erniedrigt usw zu werden und dein Vater käme an und würde wollen, das aus dir ein „ganzer Kerl“ wird und zwängt dich, in eine vollkommen andere Richtung.
    Stell dir mal vor, du glaubst, das deine Eltern dich verstoßen würden, wenn sie von der Neigung erführen?! Stell dir mal vor, er hält sich selbst für „pervers“ oder „krank“, weil er gezielt in eine andere Richtung gedrängt wird und diese als „richtig“ dargestellt würde.
    Was würde dann passieren, wenn er merkt, das er diese Richtung so nicht leben kann und will?! Was würde passieren, wenn ein Mensch seine sexualität nirgendwo äußern kann, von seinen Mitmenschen wie Dreck behandelt wird oder es zumidnest so empfindet und seinen eigenen sozialen Tod, sein Unglück durch sexuelle Probleme immer näher kommen sieht?
    Da ist Mobbing eher nur noch ein Sahnehäubchen, auf einer Torte an Problemen, verziert mit reichlich Dynamit – die Lunte brennt seit der Pubertät – manche Schaffen den Absprung und äußern sich -wo auch immer- andere nicht.

  13. @maSu:
    Plausible Theorie, nur bliebe die Frage offen, wieso er es in der Therapie nicht geschafft hätte, darüber zu sprechen. Vielleicht aus Angst, abgelehnt oder für verrückt gehalten zu werden, wobei das bloße Spekulation ist, über seine Therapieaufenthalte ist mir nichts bekannt.
    Klingt aber auf jeden Fall sehr viel plausibler als eine „masochistische Persönlichkeitsstörung“ basierend auf einem Teil seiner Pornosammlung.
    .
    Über ein halbes Jahr nach seiner Tat spekulier ich hier über mögliche Motive. Durch den Medienrummel ist er so wesentlich ‚unsterblicher‘ als z.B. der „Bombenleger von Viernheim“ – genau wie die Täter von Littleton, Erfurt oder Emsdetten.

  14. @Mortipher: warum hat er das in der Therapie nicht gesagt?! Nun, ein Grund könnt sein, das er befürchtete, die Therapeutin/der Therapeut könnte seine Eltern darüber informieren, was dann wohl die bisherigen Ängste und Sorgen bestätigen würde.
    Therapie bedeutet nicht gleich vollstes Vertrauen in die Fachkraft, denn auch da kann man an den typischen Klischeedenker geraten, der einen Verurteilt, es zwar nicht direkt sagt, weil er ja tolerant sein muss – von berufswegen – es aber im innern nicht ist.
    Ich weiss ja nicht, wieviele Menschen hier schon selbst Erfahrungen mit unangenehmen Teilen ihrer Sexualität gemacht haben, so unangenehm, das man sich eben nicht dem besten Freund oder den Eltern anvertrauen konnte/wollte.
    Das hinterlässt tiefe Spuren, belastet langfristig alle anderen Lebensbereiche und geht hin bis zu Depressionen.
    Sexualität wird gerne mal als „Nebensache“ abgetan, aber gerade bei Männern macht der Sexualtrieb doch einiges aus und übt einen sehr großen Einfluss auf das gesamte Leben aus.

    Immer wieder gut zu sehen, ist dies an Diskussionen um Pädophilie. ich las mal einen tollen neon-Artikel über einen Pädophilen, der sich einem Freund anvertraut hat und dann wurde seine Neigung von Tür zu Tür getragen und es wurde versucht sein Leben systematisch zu zerstören.
    Da gibt es Menschen, die schreien nach „Todesstrafe!!“ oder „Kastration!!!“, wenn sich jemand auf einen Kindermodenkatalog einen herunterholt. Ich finde sowas nicht schön, aber legitim. Jeder hat seine Sexualität und sollte sie gemäß gewisser Regeln auch ausleben können und dafür nicht angeprangert werden.

    Wie frei man ist, das merkt man erst dann, wenn man nicht der Norm entspricht, wenn man pltzlich auf die idee kommt, anders zu sein, wenn man selbst spürt, das man anders ist, es aber nciht zeigen darf, da nur frei ist, das zu tun, was alle andere tun, aber nicht das zu tun, was man selbst will.

    Das ist der Gegensatz von Freiheit.

    Diesen Gegensatz spürt man gerade hinsichtlich der Sexualität: Sie wird tabuisiert, andersartigkeit ist eine Schande für die Person selbst und sogar sein ganzes Umfeld. Eltern schämen sich, ihr Kind je gezeugt zu haben usw usw.

    Sexualität ist aber nicht mit der „Lieblingsfarbe“ gleichzusetzen. Unterdrückt man seine Sexualität, wird es irgendwann zu einem großen Knall kommen.

    Ich kenne viele Fälle, da berichten mir junge Menschen, das sie jedem von ihren Neigungen erzählen müssten, sich mit jedem mal „erzählen“ freier fühlen und es platze nur so aus ihnen heraus.
    Ich kenne aber auch genug Fälle, da erzählen junge Menschen einem völlig verzweifelt, das sie seit Jahren keinen haben, mit dem sie darüber reden konnten, dadurch Probleme bekamen, ja auch Depressionen, anfingen sich selbst zu verletzen und andere, durchaus extreme Krankheitsbilder diverser psychischer Störungen an den Tag gelegt haben.

    Als ich las, das Tim K. wohlmöglich sexuell von Bondage oder allgemein BDSM angezogen worden sein könnte, da dachte ich eigentlich nur: wenn da etwas dran ist und er eben niemanden fand, dem er sich anvertrauen könnte, dann ist da mal eine Bombe explodiert.

    Das Thema sexualität ist weitaus komplexer als man meinen mag, setzt Toleranz und Verständnis vorraus und damit Dinge, die man in unserer gesellschaft immer weniger vorfinden kann.

  15. “Aus den Unterlagen der Staatsanwaltschaft Stuttgart […] geht zudem hervor, dass Tim K. viele der gewaltverherrlichenden Videospiele und Filme, die erst ab 18 Jahren erhältlich sind, von seinen Eltern geschenkt bekommen hatte.”

    Hey, bedeuted das, man kann die Eltern jetzt anzeigen kann, weil sie ihren minderjährigen, geistesgestörten Sohnemann gewaltverherrlichende Videospiele die nach §131 verboten sind zugänglich gemacht haben ?

    § 131
    Gewaltdarstellung.(1) Wer Schriften (§ 11 Abs. 3), die grausame oder sonst unmenschliche Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen in einer Art schildern, die eine Verherrlichung oder Verharmlosung solcher Gewalttätigkeiten ausdrückt oder die das Grausame oder Unmenschliche des Vorgangs in einer die Menschenwürde verletzenden Weise darstellt,

    1. verbreitet,
    2. öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
    3. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überläßt oder zugänglich macht oder
    4. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält, anbietet, ankündigt, anpreist, einzuführen oder auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummern 1 bis 3 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen,

    wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

    (2) Ebenso wird bestraft, wer eine Darbietung des in Absatz 1 bezeichneten Inhalts durch Rundfunk, Medien- oder Teledienste verbreitet.

    (3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht, wenn die Handlung der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte dient.

    (4) Absatz 1 Nr. 3 ist nicht anzuwenden, wenn der zur Sorge für die Person Berechtigte handelt; dies gilt nicht, wenn der Sorgeberechtigte durch das Anbieten, Überlassen oder Zugänglichmachen seine Erziehungspflicht gröblich verletzt.


    Ich bin schon der Meinung, das die Eltern ihre Erziehungspflichten gröblichst verletzt haben !

  16. Toleranz und Verständnis gibt es nur wenn man der Norm entspricht, das merken sogar wir Gamer, die meisten Leute Haßen uns Gamer Grundlos und so geht es immer weiter alles was nicht der Norm entspricht wird gehaßt die meisten Leute wissen aber nicht einmal warum sie andere die der Norm nicht entsprechen haßen. Und ja manch einer geht an sowas zu Grunde und manchmal reißt er andere mit in den Abgrund wie man bei K. ja gesehen hat.

  17. @Alrik:
    Ich vermute, die Autorin hat sich da einfach mal in der Formulierung vertan. Nicht sehr löblich für eine Journalistin.
    .
    @maSu:
    „Therapie bedeutet nicht gleich vollstes Vertrauen in die Fachkraft“
    .
    Deshalb schrieb ich ja, dass mir über seine Therapie zu wenig bekannt ist, also z.B. wie lange sie anhielt oder wie gut sein Verhältnis mit den Therapeuten war.
    .
    Dem Rest des von dir Geschriebenen kann ich mich vollumfänglich anschließen, lediglich, dass wir einen etwas anderen Freiheitsbegriff haben. Weshalb ich es ja oben auch schon als „plausible Theorie“ bezeichnet habe.

  18. @Seth:
    Deshalb das Wort „Theorie“ und die Verwendung von Konjunktivformen. Meine Zustimmung bezog sich auf maSu’s Aussagen bezüglich ‚unerwünschter sexueller Neigungen‘.

  19. Sry, Doppelpost:
    beim schnellen Nachforschen bin ich auf 3 Dinge gestoßen:
    1.) Tim K. war ganze 5 Mal in therapeutischer Behandlung, dabei „sei [er] weder als eigen- noch als fremdaggressiv eingestuft worden“ und habe auf eine weitere Behandlung verzichtet.
    http://www.morgenweb.de/nachrichten/aus_aller_welt/20090909_srv0000004727853.html
    .
    2.) „Die Polizei hat ihre Ermittlungen zum Amoklauf abgeschlossen.“ Wir dürften also bald den Polizeibericht vorliegen haben, was gegen das leidige „Killerspiel“-Argument zumindest etwas helfen dürfte.
    Kenne mich mit dem Ablauf bei dem Papierkram nicht aus, aber möglicherweise dauert dieses „bald“ noch bis nach der Bundestagswahl (Überraschung…): „Die Staatsanwaltschaft will zu dem Verfahren erst im Oktober eine Stellungnahme abgeben.“ (siehe 1. Quelle)
    .
    3.) Heribert Rech (Innenminister BaWü, CDU) bleibt ein (pardon) Idiot: „Der Innenminister sprach sich erneut dafür aus Killerspiele zu verbieten – sie tragen nach seiner Überzeugung zur Verrohung der Jugend bei.“
    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/2186227_0_1491_-nach-winnenden-polizei-erhaelt-schutzkleidung.html

  20. bezüglich link zur Stuttgarter Nachrichten:
    “ Der Expertenkreis will seine Empfehlungen in wenigen Wochen fertigstellen und dem CDU/FDP-Ministerrat vorlegen.“

    Das halte ich noch für ein Problem. Das Ergebnis dürfte offensichtlich sein.

  21. Ich finde ja, dass die Politiker das Internet ein wenig überbewerten. Das Internet ist ein Informationsnetzwerk und keine reale Welt, wie es mache Politiker immer wieder gerne sagen – woher kommen den die Aussagen wie „was real verboten ist, soll virtuell auch verboten werden“. Diese Aussage u. ähnliche lassen sich zwar auch auch auf Spiele anwenden (was ja schon geschehen ist), aber zur Zeit wird es in Bezug auf Kinderpornographie gebraucht. Solange man real nicht gegen diese effektiv vorgeht, kann man auch durch Sperren nichts erreichen, daher bringt es nichts diese Seiten mit Verbotsschildern zu versehen. Die Leute, die sowas ansehen wollen bekommen die auch anders… oder zur Not machen sies einfach selbst. Wer weiß – vielleicht wird sowas durch diese Maßnahme sogar noch verstärkt. Kann mir kaum vorstellen, dass Pädophile, die KiPo lieben, trotz der Verbotsschiler auf die Seiten gehen. Die währen ja schön dumm, da sie ja wissen, das sie dann überwacht werden würden.

    Über das Zipries Interview kann ich nur lachen. Zeigt eigentlich nur, dass die SPD feige ist, da sie sich nicht getraut hat sich gegen die CDU zu wehren. Die haben bei dem Gesetz sogar ganz lieb mitgestimmt, wie sie ja selbst gesagt hat. Hoffe mal wirklich, dass die SPD Ende des Monats abgewählt wird … bei der CDU wirds wohl nicht reichen, aber vielleicht findet sich ja jemand der denen mal ein wenig einheizt – vielleicht ja doch die FDP. Bin zwar von der F-Partei jetzt auch nicht so begeistert, aber vielleicht haben die ja doch ein wenig Mut um sich gegen die deutsche „Diktatur“ zu erheben. „Dikatur“ deshalb, weil die C-Partei in Deutschland einen Sonderstatus zu haben scheint, da ja best. Medien diese immer als Sieger dargestellen. Muss man sich nur mal die Interviews bei den öffentlich rechtlichen Sender ansehen. Gut – ich wohne in Bayern… vielleicht werden da andere Sendungen produziert, die vornherein Pro-CDU sind – mag ja sein, dass es in anderen Bundesländern anders aussieht :) .

  22. @D-Jay:
    „Das Internet ist ein Informationsnetzwerk und keine reale Welt“
    – Ja, aber es wird von Menschen betrieben. Alle Nachrichten, Bilder, Videos etc. stammen von Menschen aus der realen Welt und werden von Menschen aus der realen Welt aufgerufen und heruntergeladen. Das sollten sie allmählich begreifen lernen.
    .
    „Solange man real nicht gegen diese effektiv vorgeht, kann man auch durch Sperren nichts erreichen, daher bringt es nichts diese Seiten mit Verbotsschildern zu versehen.“
    – Das ist genau die Argumentation der Sperrengegner, nicht das „wir sollten nichts tun“, das ihnen von den Befürwortern unterstellt wird. Wo ist denn die Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit?!
    .
    „Kann mir kaum vorstellen, dass Pädophile, die KiPo lieben, trotz der Verbotsschiler auf die Seiten gehen. Die währen ja schön dumm, da sie ja wissen, das sie dann überwacht werden würden.“
    – Äh, falsch, laut Gesetzestext wird überwacht (also Verbindungsdaten gespeichert), wer auf die Stoppseite umgeleitet wird, nicht, wer die Sperren umgeht und die Seite aufruft.
    Dass die Seiten selbst überwacht werden (sofern man sie nicht löschen kann, auch wenn bislang kein konkretes Land genannt werden konnte, in dem KiPo nicht verboten ist und die diplomatischen Bezieheungen des gesamten Rests der Welt nicht ausreichen würden, das zu ändern), kann man nur hoffen, nur würde auch das nur die Konsumenten stellen können, die keine Anonymisierungssoftware verwenden (z.B. TOR), was schon reichlich dämlich wäre (wenn ich in einen Laden einbreche, in dem Überwachungskameras hängen könnten, ziehe ich doch wohl ’ne Maske auf).

  23. @Mortipher: „kein konkretes Land genannt werden konnte, in dem KiPo nicht verboten ist“
    Doch in Zentralafrika oder so gibt es Länder in denen Kipo nicht verboten sind! …
    Da steht aber schon „Nacktheit“ unter Steinigung und selbst wenn nicht, dann
    stehen in so einen Land vermutlich weniger als 5 Server mit weniger als 10 Terra…

    Es genügt ja schon um das Stoppschild zu umgehen eine Sicherheitssoftware zu installieren, dass war schon in den News um die Jugend zu schützen wurde da ein eigener DNS Server eingestellt… tya Software aus den USA und DNS Server auch und alles was nicht von diesen Kinderfreudlichen DNS Server aufgelöst werden kann (geblockt wurde) wird von einen anderen Amerikanischen DNS Server bearbeitet. Sprich Kinderschutz hebelt den Schutz für Kinder aus… Ein Hoch auf IT!

    Internet:
    „Internet ist virtuell“
    An dem Punkt zwischen Fiktion, Energie und Wissen und Realität, Hardware und Physik.
    Diesen Zustand verstehen die Altpolitiker verständlich nicht da es etwas neues ist was es vorher nicht gab. Leider Reagieren sie wie früher…

    Theater – unnütz…
    Buch – geschrieben und nicht erzählt?
    Lichtspielhaus – was nicht geschrieben?
    TV – Was nicht Kino?
    Computer – Nicht TV?
    Internet – Nicht Zeitung?

    immer und immer wieder… das gleiche
    das „alte“ stirbt aus da geht Kultur verloren!
    das „neue“ ist schädlich und es verdirbt die Jugend!

    Happy „NEU“

  24. @The_Real_Black:
    „Doch in Zentralafrika oder so gibt es Länder in denen Kipo nicht verboten sind!“
    Wäre es nicht besser, darauf hinzuarbeiten, dass diese Länder KiPo auch unter Strafe stellen (mal ignoriert, dass diese Länder vermutlich kaum ein Stromnetzwerk haben dürften)?
    Netzsperren als Übergangslösung wären da imho verhandelbar, aber nicht mit einem derart weit gefassten Gesetz, das dem BKA derart massive Ermessensspielräume ohne ausreichende richterliche Kontrolle zugesteht.
    .
    Bzgl. Kinderschutzsoftware sollte man vorsichtig sein, manche „telefonieren nach Hause“: http://www.gulli.com/news/kinderschutz-2009-09-07/
    Oder sie filtern (sofern von Internet-Erotikanbietern bereitgestellt) vorrangig politische Inhalte wie Blogs, stufen den BILDblog ab 16 ein, aber bei der BILD-Homepage mit den ‚kindgerechten Seite 1 Girls’n’Boys‘ gibt es nichts zu beanstanden (vermutlich, weil sie zu den Unterstützern zählten): http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30391/1.html
    .
    Bzgl. „das “alte” stirbt aus da geht Kultur verloren!“:
    Soweit ich es sehe, sind all diese Formen von Medien noch da. Nicht mehr in der wirtschaftlichen Bedeutung wie einst, aber wenn die Politiker mehr auf deren Lobbyisten zu hören scheinen als auf die Zeichen der Zeit, dann fragt man sich doch, ob da nicht ganz fundamental was schiefläuft…
    .
    PS: nicht missverstehen, dass ich auf deine ironischen Anmerkungen ernsthaft antworte, ich weiß schon, dass wir so ziemlich der selben Meinung in dem Gebiet sind :)

  25. Zum Thema Internet-Filter:
    Tja, die Bekämpfung von derartigen Dingen in der realen Welt kostet viel Geld.
    Ein Sperr-Gesetz zu machen und die Provider zur errichtung einer Internet-Zensur-Infrastruktur zu zwingen, kostet den Staat weit weniger.
    Für die Kosten kommen wohl die Provider auf und diese geben das vermutlich an die Endkunden weiter.
    Mich würde es nicht wundern wenn wir demnächst eine Filter-Gebühr auf der Internet Rechnung finden.

    Das bei derartiger Kostenersparnis gepaart mit hoher Publikumswirksammkeit kaum jemand nach der Effektivität und dem Nutzen der Sperre fragt, ist nicht verwunderlich.
    Und wer es doch tut, wird sofort als Pädo-Befürworter diskreditiert.

    Das Gesetze gemacht werden die Meilenweit an der Wirklichkeit vorbei gehen, ist ja nichts neues, leider.

  26. Die Länder in dennen Kinderpornografie nicht geahndet wird befinden sich im Bürgerkrieg und haben keine Regierung geschweige denn Gesetze noch haben sie nennenswerte hochgeschwindigkeitsleitungen oder irgendeine ernstzunehmende infastrucktur.
    .
    Die Studie die Frau von der Leyen immer zitiert von wegen 1/3 tut nichts gegen Kipo wurde von einem Institut erstellt das nicht gerade für seine Genauigkeit bekannt ist und von fundamentalistischen Christen durchzogen ist.
    .
    Die haben einfach nur geguckt wo es einen EXPLIZITEN Paragrafen gegen Kindesmisshandlung gibt. Blöderweise ist vorallem in islamischen Staaten und auch in Indien jegliche Pornografie illegal.

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