Expertenkreis Amok empfiehlt "Killerspielverbot"

(Welt) Der von der baden-württembergischen Landesregierung nach Winnenden eingerichtete „Expertenkreis Amok“ hat 83 Vorschläge erarbeitet, die das Risiko von Amokläufen verhindern sollen. Der Abschlussbericht setzt  auf Erziehung, Prävention und Früherkennung und beinhaltet selbstverständlich auch ein Verbot von „Killerspielen“. Günther Oettinger bezeichnete die Vorschläge als „maßvoll“ und verwies darauf, dass sie sich bereits im Haushalt wiederfinden würden.

92 Gedanken zu “Expertenkreis Amok empfiehlt "Killerspielverbot"

  1. Bleibt nur zu hoffen, dass die FDP, falls die Empfehlungen der Amoktypen überhaupt von der Regierung aufgegriffen werden, sich gegen diese ausspricht.
    Im Moment sieht ja eh alles so aus, dass sich die neue Koalition eher wieder auf den Arbeitsmarkt beschränkt. Das Thema Erziehung und Schule wird dann erst beim nächsten Ammoklauf wieder aufgegriffen, obwohl es ja eigentlich von der Gewichtung her genauso wichtig sein sollte und die letzten Ammokläufe deutlich machen müssten, dass in diesem Bereich ja Handlungsbedarf besteht… ich glaube soviele Ammokläufe wie 2009 hatten wir noch nie an deutschen Schulen (1-2 oder sogar mehr wurden ja zuvor vereitelt).

  2. @D-Jay
    Ich weiß nicht mehr wo ich das gelesen habe aber statistisch ist es so das die meisten Amokläufe innerhalb von 10 Tagen eines vorangegangenen Amoklaufs stattfinden. Gut bei Ansbach ging zwar kein Amoklauf voraus aber Winnenden wurde da ja da gerade von den Medien wieder hochgeschaukelt, weil die Untersuchungsberichte veröffentlicht wurden.

  3. und auch hier ein bild der „Experten“:
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2218797_0_4763_-sicherheit-an-schulen-expertenkreis-setzt-auf-praevention.html

    „Der Expertenbericht, der noch „unbearbeitet und unzensiert“ der Presse übergeben worden sei, so Oettinger, werde nun den Fachressorts übergeben. Dazu zählen neben dem Kultus- auch das Innen- und das Justizministerium. Der Medienminister Wolfgang Reinhart sprach sich mit Rau dafür aus, die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Zur erhobenen Forderung, den Zugang zu gefährlichen Waffen zu erschweren, sagte der Justizminister Ulrich Goll, die Gesetze seien bereits dementsprechend verschärft.

  4. Das macht nichts wenn Günther Oettinger der Meinung ist denn der gleiche Günther Oettinger ist ja auch der Meinung, dass Kernkraftwerke wie Krümmel am Netz bleiben sollten (sind ja soooo sicher die Dinger und „klimafreundlich“) oder das Herr Fillbinger ein Widerstandskämpfer war (auch wenn längst erwiesen ist, dass er das komplette Gegenteil davon war).

  5. alles nur alte säcke lol?
    und sowas nennen die „expertenkreis“?
    ich nenne sowas kaffeekränzchen im altersheim wo alle jetzt ihre zyankali ähm ich meine ihre abführpillen schlucken.

  6. @Orwell
    Es ist in der Tat lustig, das solche blödsinnigen Ideen wie bei Oettingers KKWs üblicherweise von den Leuten kommen, die weeeeeeit weg wohnen. Selbst „unsere“ CDU in S-H (nicht meine) hat sich glasklar gegen Krümmel ausgesprochen. In wie weit das mit der Wahl zusammenhängt wird sich noch zeigen. Meist drehen Politiker ihr Fähnchen ja in den Wind um dann evtl. beim Wähler zu punkten. Auch lustig ist die Tatsache, dass auch die größten Befürworter von KKWs kein Endlager in ihrem Bundesland haben wollen.
    .
    @Topic
    Was qualifiziert eigentlich zum „Experten“? Jahrelange Gamingerfahrung kann’s ja schon mal nicht sein, sonst wären wir, wie auch die Programmierer / Publisher öfters vertreten. Ich setze auf möglichst häufiges sinnfreies Gelaber, was irgendwie vernünftig klingt und ein ausgeprägtes System an Vetternwirtschaft bei dem sich die „Experten gegenseitig die Posten zuschanzen.

  7. @Crusader:
    „Was qualifiziert eigentlich zum “Experten”?“
    .
    Um Volker Pispers ( http://www.youtube.com/watch?v=R1uc5NPe098 ) zu zitieren: „Wirtschaftsexperten! Was Blöderes finden Sie in keinem Tierpark.“
    Nach dem groben Unfug, den der „Expertenkreis Amok“ hier verbrochen hat, bin ich geneigt, das nicht mehr nur auf Wirtschaftsexperten zu beschränken…

  8. „INTERESSE AN GEWALT: Er verbrachte verhältnismäßig viel Zeit am Computer und
    spielte u. a. Ego-Shooter-Spiele, darunter Far Cry 2.“

    Schön, dass die Experten nicht wissen, dass Far Cry 2 nur eine Ente war.

  9. Hm, also ich bin mir selbst nich sicher, aber neulich haben mehrere Spieler berichtet dass alle, die mal Shooter gespielt haben zumindest am Anfang durch die Bank weg deutlich höhere Trefferquoten (beim Wehrdienst) hatten als die ohne Spielerfahrung. Vermutlich hat das mit Hand-Auge-Koordination zu tun oder so. Weiß auch noch nicht wie ich das sehen soll, aber das sind die Berichte.

  10. @ Mars:

    Najaaa… da einen Zusammenhang konstruieren zu wollen ist aber seeehr verwegen, alleine wegen der Tatsache, dass man in der BRD wohl kaum noch Wehrdienstleistende finden wird, die keine Erfahrung mit „Egoshootern“ u.ä. haben. Und nur weil einige Spieler dann der Meinung sind, dass sie gute Ergebnisse beim realen Schiessen erzielt haben und dies dann auf Spiele zurückführen, ist dieser Zusammenhang so noch lange nicht gegeben; ohne dementierren zu wollen, dass das Spielen u.U. die Hand-Auge-Koordniation verbessert und dies Auswirkungen aufs Zielen haben kann. Aaaber:

    Für jeden, der realen Umgang mit Schusswaffen hat(te), muss aber alleine die Annahme, man könne in Spielen das Schiessen lernen, nur absolut absurd erscheinen (das eigentliche Schiessen muss man ohnehin nicht erlernen, da sind moderne Waffen doch i.d.R. wortwörtlich kidnerleicht zu bedienen).
    Ein Spiel kann gar nicht die sinnliche, taktile Dimension im Umgang mit realen Waffen vermitteln, geschweige denn die ganzen Faktoren, die für ein gezieltes(!) Schiessen nötig sind, simulieren (bzw. so ein Spiel und entsprechende Peripherie existieren schlichtweg nicht): Das fängt beim Gewicht und der richtigen Haltung der Waffe an, bei der Handhabung des Abzugs an (den drückt man nicht einfach durch), geht über die richtige Atemtechnik (falsch zu atmen bedeutet i.d.R. nicht zu treffen), die Kalkulation des Rückstoßes (oder überhaupt erst mal die Gewöhnung daran… ich habe mir bei meinem ersten Schuss mit ’ner 44er S&W fast die Zähne ausgeschlagen), bis hin zu allgemeinen Faktoren der Ballistik (Flugbahn etc.) – all das vermitteln nicht mal entsprechende controller wie z.B. lightguns adäquat (nicht mal ansatzweise), ganz zu schweigen von joypads oder einer Kombinaton aus Maus & Tastatur.

  11. RA Thomas Stadler von internet-law.de hat sich die Empfehlungen auch mal mit Blick auf das Internet angeschaut. Seine Meinung:
    „Im Detail betrachtet, zeugen diese Empfehlungen/Forderungen m.E. von fehlendem Realitätssinn und fehlender eigener Technik- und Medienkompetenz des Expertenkreises. Auch das rechtsstaatliche Bewusstsein, welche Auswirkungen solche Beschränkungen und Pflichten haben können, erscheint mir wenig ausgeprägt zu sein. Und am Ende des Tages bleibt auch immer die Frage, weshalb solche Maßnahmen geeignet sein sollten, das Risiko von Amokläufen zu reduzieren.“
    http://www.internet-law.de/2009/10/handlungsempfehlung-internet.html
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    Kann man so eigentlich nur unterschreiben.

  12. @Mortipher: Danke für den Link zu internet-law.de
    .
    Interessant, wenn man sich einige Empfehlungen im Wortlaut durchliest:
    .
    60.: „Die bestehenden Regelungen wie Sperrverfügungen gegen Zugangsprovider sollen bei absolut unzulässigen Inhalten (z. B. Exekutionsvideos) angewandt werden. Es wäre zu prüfen, ob Provider verpflichtet werden, sämtliche absolut unzulässigen ausländischen Angebote zu sperren, die durch ein rechtsstaatliches Verfahren von staatlichen Stellen auf einer entsprechenden Liste sind und gegen die direkte Maßnahmen im Ausland ohne Erfolg blieben.“
    Das ist die Forderung nach der weiteren Verbreitung von Zensursulas Stoppschildern, jenseits der Kinderpornographie.
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    64.: „Durch die Angabe anderer Zugangsnamen können sich diese Nutzer aber problemlos wieder anmelden. Ein sog. Unique-Identifier, der die Identität anhand persönlicher Merkmale (z. B. Handynummer) ermittelt, könnte dies verhindern. Wegen der weitgehend ausgeschalteten Kontrolle in Diskussionszirkeln im Internet ist der verstärkte Einsatz von Moderatoren notwendig.“
    Der Ruf nach dem Internetausweis.
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    Das hat mit Amokverhinderung nichts zu tun. Auch nicht mit Computerspielen.

  13. @Roland_09
    Wie man soetwas wie Hinrichtungen sperren will ist mir überhaupt nicht ersichtlich: bislang ist derlei ja doch bloß aus islamistischen Netzwerken, also zu politisch-extremistischen Zwecken her bekannt, und nicht etwa aus Unterhaltungsgründen wie fantasiert wird (Snuff). Dabei dachte ich immer, diese Netzwerke hätten eine sehr hohe Fluktuation und wären kaum gesondert auszumachen: so weit ich weiß hat der arabische Nachrichtensender Al Jazeera derlei Material zumindest früher auch ungefilterter gezeigt als West-Medien, rede jetzt nicht von der englischsprachigen Ausgabe. Wäre der demnach auch schon davon betroffen???

  14. @ Pyri: Irgendwelche Videos von Saddam Husseins Hinrichtung gab es durchaus auch auf Youtube, mal mehr, mal weniger editiert. Ob Youtube oder Al Jazeera zukünftig gestoppschildet werden, weiß nach dem gegenwärtigen Verfahren zur Erstellung der Sperrliste nur das BKA.
    .
    Aber hey, wenn wir vor Youtube ein großes Stoppschild stellen, sind wir mit einem Schlag auch die ganzen Urheberrechtsverletzungen los. Ich meine die ganzen Musikvideos und Ausschnitte aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Kannst Du die ganzen Lobbyisten der Musikindustrie und der GEZ auch schon sabbern sehen? Jugendschutz ist echt praktisch, oder?

  15. … Und Al Jazeera wurde auch schon mehr als einmal Unterstützung des islamistischen Terrors vorgeworfen. Klarer Fall für ein Stoppschild, wenn Du mich fragst.
    .
    (Sorry für die vierfach – Posts. Ich kann heute nur stückweise denken.)

  16. Pyri: „Jetzt schon Umfaller?“
    Wenn ja ist es gut so, denn dann sitzen die Piraten in 4 jahrem im Bundestag
    und die FDP fällt auf die schnelle wieder um den jetzigen Gewinn ^^

    Wenn einmal das System steht und die Bürger nicht sofort die Politker wie
    in Frankreich 1789 bis 1799 bedandeln wird es misbraucht… dazu muss man
    ja nur mal die ganzen Beispiele ansehen die Zensursula immer in den Raum
    wirft. Und dann ist ende mit Demokratie.
    .
    Und das mit dem INet Ausweis… WTF… denen sollte man mal einen Peilsender
    Typ A-82-SC-72 einbauen… Happy ASCII…

  17. ich glaube mehr als lobbyismus war auch dieses „expertengremium“ nicht, nur die spielebranche war nicht eingeladen, weil man sie nicht haben wollten, da sie ja das bauernopfer seien.
    scheiss stasi-cdu sag ich dazu…
    heute kann man wohl alles unter dem vorwand „jugendschutz“ durchpeitschen.

  18. @Roland_09
    Zu Bayern – guter Kommentar. An solche Hinrichtungsvideos hab ich gar nicht gedacht. Stimmt
    – Ekel-Seiten wie Rotten waren dabei schon in der Vergangenheit betroffen (Düsseldorf 2001)

  19. Hm, in der heutigen Stuttgarter Zeitung wird zwar ausführlich über das Thema berichtet, allerdings ohne das Killerspiele erwähnt werden.

  20. @alrik,
    haben sicher angst vor uns bösen killerspielspielern, dass wir deren website zu fall hacken.
    wir sollen ja auch für den hackerangriff auf die aaw-webstie verantwortlich sein, auch wenn es bisher keiner genau so gesagt hat.

  21. @Booomboy:
    Stell dir mal vor was passieren würde wenn Deutschland 4Chan Sperren würde…
    Da würde so ein angriff auf eine Seite vermutlich noch als harmlos angesehen werden.
    Bei so einer Seite würde man eine Lawine lostreten die niemand mehr stoppen kann…
    Aber ich denke mal sowas wissen die Ausdruckpolitiker nicht mal was von dieser Seite
    schon alles gemacht wurde… Es gibt genügend Beispiele und es sind sogar positive
    dabei ^^ LolCats ^^

    Happy Ändern, Coding und Verschlüsseln

  22. @TRB: das Internet-mageddon würde ausbrechen wenn deutschland 4chan sperren würde. statt der regulären bundestagsseite würde man nur das offizielle 4chan-siegel of fail sehen wenn man auf die hp geht :>

  23. @Vic: ich hätte das auch immer abgelehnt, ich hab hier nur wiedergegeben was glaube ich 2 unabhängige Leute berichtet haben. Du hast die Gründe, die dagegen sprechen ja schon berichtet. Aber ich kenne ähnliche Berichte auch aus einer Polizeischule.

  24. Kann man da eigentlich auch eine Petition zur Abschaffung von Pseudoexpertenrunden beim Bundestag einreichen? Währe doch mal was, schließlich wurde da ja auch eine Petition gegen böse böse Spiele zugelassen?
    Über den Expertenkreis Amok braucht man ja nicht mehr viel sagen… der Name sagt ja schon alles :) .

  25. *seufz*
    „Die FDP war im Wahlkampf mit ihren klaren Forderungen eine Ausnahme – dafür hat der Wähler sie belohnt. Nun ist die Macht zum Greifen nahe, am Montag starten die Koalitionsverhandlungen mit der Union. Und siehe da: Plötzlich ist für FDP-Chef Westerwelle alles „verhandelbar“. Auch das FDP-Wahlprogramm.“
    http://www.tagesschau.de/inland/fdp220.html
    .
    Mal schauen, ob sie echt so blöd sind, von der Internetcommuntiy(tm) zur zweiten Verräterpartei nach der SPD gekürt werden zu wollen, Wählereinbrüche unter Jungwählern inklusive.
    Wenn die Forderungen unserer „Expertenrunde“ verstärkt Gehör finden sollten, könnte da was kommen (z.B. die Mitstörerhaftungen, bares Geld für Abmahnanwälte), Verbote u.Ä. sind schließlich billiger als, sagen wir mal, das Bildungssystem endlich rundherum zu erneuern. Kombiniert mit der geforderten Stärkung von jugendschutz.net…
    Ich seh wieder zu schwarz, aber das könnte unter Umständen dazu führen, dass Spieleimporte erschwert würden.

  26. Ich denke nicht das jugendschutz.net irgendeine stärkung benötigt, das sind moderne wegelagerer. Auch bildungssystem allein bringt nix, das ist ein gesamtgesellschaftliches problem. Habe mir letztens aus langeweile mal die super nanny angeguckt (davor noch nie gesehen) und das war anscheinend einer der harmloseren fälle.. trotzdem war ich ganz schön entsetzt darüber wie da mit den kindern umgegangen wurde. Null einfühlungsvermögen, kein verständniss, dafür viel geschrei und auch ein bischen schläge. Da muss man sich nicht wundern wenn die gesellschaft als ganzes immer elbogenbetonter und unsozialer wird.

    Vonwegen internetführerschein… elternführerschein braucht das land! Hat das nicht mal ein politiker gefordert und dafür ganz schön ärger kassieren müssen?

  27. @Densor:
    Was in privaten Haushalten abgeht, geht den Staat aber nix an, solange keine Rechte der Beteiligten verletzt werden.
    Das Bildungssystem dagegen ist in staatlichen Händen, hier kann der Staat auch verbessernd eingreifen – wenn er denn will.
    .
    Elternführerschein? Die Unschuldsvermutung gilt auch für Eltern. Wenn sie in der Behandlung ihrer Kinder gegen die Gesetze verstoßen, dann kann der Staat eingreifen. Aber nicht vorher. Das wäre dann keine Rechtsstaat mehr, sondern ein Präventionsstaat.

  28. @Lees:
    Wenn Körperstrafen angewandt werden, dann wird damit gegen das Gesetz verstoßen und der Staat kann eingreifen. Ohne Rechteverstoß hat auch der Staat ruhig zu halten.
    Einen Widerspruch zu meiner Aussage kann ich nicht feststellen.

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