Details zum Expertenkreis

(Expertenkreis Amok) Bereits beim ersten Blick auf die ständigen Mitglieder des Expertenkreises kommen Zweifel an der Kompetenz auf. So glaubt mit Britta Bannenberg die federführende Kriminologin, dass es keine Amokläufe gegeben habe, bei dem der Täter keine „Killerspiele“ genutzt hat. Tatsächlich haben in den USA nur 12 und in Deutschland 50 % der Täter Interesse an gewaltdarstellenden Videospielen gezeigt. Weder der Täter von Ansbach noch der des folgenschwersten Amoklaufs in Blackburg nutzten „Killerspiele“. Auch wenn man Amokläufe nicht verhindert könne sieht der Expertenkreis „solche Geschehnisse vor dem Hintergrund einer besorgniserregenden Gewaltorientierung in den Unterhaltungsmedien und einer Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft„.

Unterhaltungsmedien werden jedoch nicht nur beim Jugendmedienschutz sondern auch unter dem Punkt „Waffen“ angesprochen. Unter dem Punkt „Interesse an Gewalt“ heißt es dort lapidar:

Er verbrachte verhältnismäßig viel Zeit am Computer und spielte u. a. Ego-Shooter-Spiele, darunter Far Cry 2.“

Offenbar setzen die Experten reale Gewalt mit virtuellen Gewaltdarstellungen gleich. Das es sich hierbei um keinen einmaligen Aussetzer handelt machen weitere Ausführungen deutlich. So wird mehrmals betont, dass der Täter den Umgang mit realer Schusswaffen durch Mausschubsen erlernt habe:

„Die Täter verfügten zum Teil über eine enorme Treffsicherheit durch
Einübung mit scharfen Schusswaffen oder bestimmten Computerspielen.“

„Die vielfältige und freie Medienlandschaft birgt aber auch viele Gefahren für Kinder
und Jugendliche, sei es, dass sie […] in Computerspielen das Töten trainieren können.“

„Zurückliegende Amoktaten weisen deutliche Parallelen bei der zeitintensiven
Beschäftigung der Täter mit gewaltverherrlichenden Computerspielen auf, die im
Einzelfall als digitales Schießtraining genutzt werden können. In der Regel handelt es
sich um sog. Ego-Shooter (z. B. Counterstrike) […].“

Tatsächlich kam eine Untersuchung des amerikanischen SSI zu dem Ergebnis, dass es für Amokläufe kein „Profil“ gibt. Auch zwischen Amokläufen und der Nutzung von gewaltdarstellenden Videospielen konnten keine Zusammenhänge hergestellt werden.

Die Vermutung, dass man mit Videospielen Schießen lernen könne, braucht nicht kommentiert zu werden.

Nichtsdestotrotz sollen gewaltdarstellende Videospiele aus der Öffentlichkeit verbannt werden. Als Maßnahme hierzu möchte man die Indizierung verwenden. Durch eine konsequentere Anwendung würden Spielehersteller dazu gebracht werden ihre Produkte zu entschärfen „um einer Indizierung oder Beschlagnahme zu entgehen„, so dass eine „Eindämmung gewaltverherrlichender Titel im Vorfeld“ erreicht werden könne. Hinsichtlich der Indizierung wünsche man sich auch eine „gesellschaftlichen Diskussion der Kriterien„. Während eine Verschärfung hier noch verklausuliert ist fordert man ausdrücklich eine Ausdehnung des bestehenden „Killerspielverbotes“ gemäß § 131 StGB sowie ein Verbot von Paintball. Schließlich wäre es „paradox, das virtuelle Schießen auf Menschen in Computerspielen zu verbieten, während das reale Schießen mit Farbkugeln auf Menschen bzw. mit scharfen Waffen in wirklichkeitsnahen Situationen weiter zulässig bleibt„.

Flankiert werden diese Forderungen von dem Ruf nach Altersfreigaben für online vertriebene Spiele und der Einführung von Altersverifikationssystemen im Internet. Man spricht sich auch für Internetsperren bei „absolut unzulässigen Inhalten (z. B. Exekutionsvideos)“ aus. Ob auch Videospiele hierunter fallen sollen ist unklar.

54 Gedanken zu “Details zum Expertenkreis

  1. Als ich in den 80ern mein Schulpraktikum im Labor des Krankenhauses Kaiserslautern absolvierte, bekamen wir an einem Tag die Opfer eines Amoklaufes in einem Dorf der Umgebung ins Krankenhaus geflogen. Damals nannte man das nur „hat auf der Straße um sich geschossen“ statt Amoklauf.

    Es muss 87/88 gewesen sein. Also.. rekapitulieren wir. Welche Killerspiele mag der Mann gespielt haben? Pong?

  2. Kurze Info:
    Jemand schrieb, dass beim Expertenkreis einer vom BIU mit dabeigewesen sein soll.
    Ich habe mal den BIU angeschrieben, um mit diesem Mitarbeiter mich per Chat unterhalten zu können.
    Als Antwort bekam ich, dass dieser Martin Bachmayern nicht dem BIU angehört, sondern Microsoft.
    Sonst keine weiteren Infos.
    Ich denke dieser Bachmayer war dort, um berichten zu können wie Microsoft die Netzsperren bei uns einrichten kann und sicherlich auch in Sachen „Jugendschutzsysteme“ bei Videospielen.

  3. folgenden Abschnitt, find ich sehr interesant formuliert:

    „Während eine Verschärfung hier noch verklausuliert ist fordert man ausdrücklich eine Ausdehnung des bestehenden “Killerspielverbotes” gemäß § 131 StGB sowie ein Verbot von Paintball. Schließlich wäre es “paradox, das virtuelle Schießen auf Menschen in Computerspielen zu verbieten, während das reale Schießen mit Farbkugeln auf Menschen bzw. mit scharfen Waffen in wirklichkeitsnahen Situationen weiter zulässig bleibt“.“

    Da ich nun mal versuche sehr eindimensional zu denken, komme ich zum Schluss, dass auch WASSERPISTOLEN!!!!!!!! verboten gehören. Es kann doch nicht sein, dass Kinder schon im zarten Alter von 5 anfangen zu trainieren auf sich zu schiessen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.