Recherche

Es gibt von Spielekritikern in die Welt gesetzte Mythen über „Killerspiele“ die etwas zu fantastisch anmuten aber leider nur schwer überprüfbar sind.  So zum Beispiel die Behauptung, dass Ego-Shooter vom US-Militär entwickelt wurden um die Tötungshemmung von Soldaten zu senken. Quellen, die dies belegen würden, sind mir nicht bekannt. Aber irgendwas muss ja dran sein wenn Wissenschaftler und Politiker diese Behauptung regelmäßig aufstellen. Dass man solche Berichte nicht leichtfertig als unwahr abtun sollte lehrt uns die GameStar. Diese hatte festgestellt, dass es, anders als vom Kriminologen Christian Pfeiffer behauptet, in Deutschland kein frei verkäufliches Spiel geben würde, in dem Brutalität durch extra Punkte belohnt werde. Tatsächlich hatte Pfeiffer doch recht, in einem einzigen Spiel ist dies tatsächlich der Fall.


Ähnlich absurd klingt auch diese Spielbeschreibung von Wolfgang Bosbach:

Es gibt Spiele, keine Sorge den Namen will ich gar nicht nennen, da fliehen Menschen vor Foltermaschinen, rufen halbnackt um Hilfe und jetzt ist es Aufgabe des Spielers zu töten, aber nicht die Angreifer, sondern die ihn um Hilfe anflehen. Je mehr Hilfesuchende er tötet, desto höher steigt er im Level, desto erfolgreicher ist er in Anführungszeichen.“

Mittlerweile konnte ich in Erfahrung bringen, dass sich Bosbach auf die Fachzeitschrift einer Polizeigewerkschaft bezieht. In der Ausgabe 06/07 soll ein Spiel mit den angeführten Inhalt beschrieben werden. Leider wurde mir der Titel der Zeitschrift nicht mitgeteilt und bei den in der Universität verfügbaren Zeitschriften konnte ich im besagten Zeitraum nichts finden. Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand den Titel der gesuchten Zeitschrift mitteilen könnte. Möglicherweise handelt es sich um ein nicht bundesweit erscheinendes Magazin. Auch bei den Publikationen der DPolG und GdP findet sich der Artikel nicht, sofern ich ihn nicht übersehen habe.

62 Gedanken zu “Recherche

  1. Besagte Szene in „Prey“ ist wirklich sehr explizit aber das ist ja nicht der Punkt. Es wird ja von Spielegegnern versucht den Anschein zu erwecken das man diese Gräueltaten selber ausüben kann um damit eine Art sadistischen Trieb auszuleben (oder was immer die sich denken). Ich denke da auch an das Rainer Fromm „Meisterwerk“ vom ZDF wo dasselbe auch bei der Erschiessungsszene von Modern Warfare versucht wird.
    Man unterstellt den Spielern pauschal das sie sich mit absolut jeder Figur in einem Spiel identifizieren könnten, sogar mit NPCs (vorrausgesetzt sie sind böse). Eigentlich absurd, kein Mensch behauptet das Leute die „Saw“ schauen Lust an der Folter andere Menschen hätten und kein Mensch würde einem unterstellen ein verkappter Serienkiller zu sein nur weil man „das Parfüm“ gelesen hat.

    Aber bei Spielen ist die Hetzjagd ja eröffnet. Da fühlen sich kampferprobte Alt68er genau so wie angemoderte Konservative derart im Recht das sie hirnlos auch die dümmsten Gerüchte und Schauermärchen nachplappern und dabei vom Pöbel auch noch Applaus erwarten.

    Bei soviel Ignoranz will man nur noch saufen bis man Wolperdinger sieht.

  2. Ich behaupte mal, die Pfeiffers und Bosbachs beschäftigen ein riesiges Heer an Leuten, das für sie das Netz nach entsprechenden Spielen durchforstet in der Hoffnung, dass sie etwas finden, dass ihre Behauptungen unterstreicht. Ob das Spiel nun quasi unbekannt ist und bestenfalls von einer kleinen Gruppe gespielt wird, ist dabei offenbar egal, hauptsache man hat den Beleg für die eigene Hetze gefunden. Ob sie wissen wovon sie reden ist zumindest im Falle von Bosbach wohl ebenfalls egal. Ein aufgeschnappter Name, eine teilweise erdichtete Handlung und schon gilt wieder „Pfui! Böse! Schlimm! Menschenverachtend!“

  3. Es ist schon erstaunlich, daß es ganz seelbstverständlich ist, daß Schußwaffen bei den erweiterten Selbstmorden (sogenannte Amokläufe) die Waffen nicht „schuld“ sind aber die Killerspiele schon.

    http://www.rp-online.de/hps/client/opinio/public/pjsub/production_long.hbs?hxmain_object_id=PJSUB::ARTICLE::456743&hxmain_category=::pjsub::opinio::/politik___gesellschaft/deutschland/personen_-_parteien

    http://www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/_dp200905/$file/DeuPol0905.pdf

    …nur mal so als ergänzende Literatur.

    Gute Nacht!

  4. Ich denke es gibt hier mehrere Möglichkeiten, welches Spiel er gemeint hat:
    Entweder es ist tatsächlich ein Flash Spiel oder von einigen Hobbyentwicklern entwickeltes Spiel. Das niemand kennt und deshalb niemand auch benennen kann. Da dies aber eh nicht die breite Masse oder gar nur eine sehr kleine Gruppe spielen und dies nicht kommerziel verkauft wird, steht dies überhaupt nicht zur Diskussion.

    Oder es ist eine Szene aus einem Spiel. Ich beziehe mich mal auf den Frontal 21 Bericht wie Cyclons erwähnte: In Call Of Duty 4 Modern Warfare schlüpft man ziehmlich zu Beginn in den entmachteten Präsidenten eines Arabischen Staates (*hust Irak*). Dieser wird dann in einem Auto durch die Stadt gefahren (zu seiner Hinrichtung !) und man sieht Soldaten rumlaufen, in Häuser einbrechen und nunmal auch eine Massenhinrichtung.
    Frontal 21 behaupten dann, dieser Hinruchtungen sollen bei der „sadistischen Rahmenhandlung“ „den Spielspaß wohl anheizen“ http://www.gamestar.de/kolumnen/1955529/kleine_fehler_grosse_luegen.html

    Da Leute wie Bosman Spiele nie selbst spielen und nur Videoschnipsel zu sehen bekommen, kann ich mir gut vorstellen, dass es wirklich eine Szene aus Prey oder einem Vergleichbaren spiel ist. Wahrscheinlich hat er dann verwechselt, dass der Spieler nur PASSIV zuschauen und nichts unternehmen kann. Doch für Bosman wäre es ja aktiv. Man spielt doch. Und das mit dem Leveln klingt für mich, als hätte er das erfunden, dass es noch reißerischer klingt. Zumal es kein Spiel – außer Der Pate (ein Spiel mit Filmhintergrund !) – wo man fürs grausame Töten Punkte kriegt, bzw mehr Punkte kriegt

    Ich finde nichts für Ungut, diese Recherche sowieso sinnlos. Das Zitat ist schon länger her und eindeutig wird man dieses Spiel eh nicht finden können. So oder so ist sein Zitat eh entkäftet wegen den oben genannten Gründen

  5. Ist die dt. Version von Prey nicht auch geschnitten?
    Also die Szene im verlinkten Video ist schon nicht ganz ohne.

    Das Jemand der Spiele nur von derartigen Videos kennt, keinen Unterschied zwischen geskripteten Story Sequenzen und dem eigentlichen Spielgeschehen sieht ist nicht weiter verwunderlich.

  6. @kraid
    Nunja den unterschied nicht kennen und dem spieler eine aktive rolle geben ist schon ein unterschied.

    Man kann sich nicht hinstellen und behaupten „in spielen ist alles schlimmer weil man es selbst macht“ wenn in den meisten beispielen die genannt werden der spieler da garnix selbst macht. Sondern solche situationen wie auch in einem film viel mehr dazu dienen eine atmosphäre aufzubauen und der spieler in den seltensten fällen wirklich aktiv daran teilnimmt.

    Von daher muss man sich schon entscheiden was man will… entweder es ist schlimm weil man in spielen „teilnimmt“ aber dann muss man eingestehen das der spieler in diesen situationen eben nicht teilnimmt. Oder aber man müsste behaupten sowas ist schlimm egal ob man teilnimmt oder nicht aber dann müsste man auch anfangen gegen filme und bücher vor zu gehen.

    Von daher finde ich das schon arg sinnfrei.. den unterschied ob die spielfigur selbst diese aktion begeht oder ob sie nur zeuge dieser situation ist den erkennt man auch als nichtspieler in videos. Selber blödsinn wie die aufregung über die hinrichhtungs szenen bei der fahrt in CoD4, es gibt dutzende filme wo sowas gezeigt wird teilweise sogar noch viel realistischer und beklemender inszeniert (flehende opfer die noch geschlagen werden) aber da schreit niemand nach.

  7. @Densor
    Naja, du siehst das nun aus der Sicht eines Spielers. Herrn Bosbach wird das aber sicherlich nicht sonderlich interessieren und wird den Unterschied zudem auch nicht kennen. Vielleicht steuert der Spieler ja die Maschine „who knows?“. Aber wie dem auch sei ob man nun einer Zwischensequenz zusieht oder der Spieler aktiv etwas steuert, es ist Bosbach u.a. egal. Die wollen die Spiele weg haben. Den geht es nicht um Jugendschutz, den geht es nicht um Straftaten, solche Leute sind von der puren Existenz solcher Spiele einfach so stark schockiert, dass sie alles tun würden was in ihrer Macht steht um ihr Ziel zu erreichen. Bestehende Gesetze, die Wahrheit oder ähnliches interessiert die auf dem Weg dahin nun wirklich nich. Also hilft es, wenn man den Unterschied wirklich nicht kennt, weil man dann, gestärkt durch die eigenen Überzeugungen und den eigenene Glauben seine Behauptungen weiter ausschmücken kann.

    Somit kann man die moralische Empörung in der Zuhörerschaft weiter vergrößern damit diese, ohne das kennen von Fakten o.ä. auch für ein Verbot von solchem Schund sind.

  8. …außer Der Pate (ein Spiel mit Filmhintergrund !) – wo man fürs grausame Töten Punkte kriegt, bzw mehr Punkte kriegt.

    Ich besitze das Spiel es gibt sowas dort nicht, was gemeint ist der *Angstparometer* bei den Geldeintreibermissionen wo man Leute einschüchtert um Schutzgeld zu erpressen (Man spielt ja die Mafia in den 30igern und die taten sowas), je mehr man die Leute einschüchtert desto mehr zahlen die aber man darf es nicht im Spiel übertreiben denn rutscht die Leiste in den kritischen Bereich zahlen die Figuren nichts und wer die tötet bekommt auch nichts ist ja klar, ja man vergeigt dadurch sogar Missionen und für das Passanten erschießen gibt es auch keine Punkte es kommt nur vor das einige Figuren Geld verlieren welches der Spieler aufheben kann aber das gibt es auch bei Saints Row, Scareface und GTA.

  9. @kraid
    Ist die dt. Version von Prey nicht auch geschnitten?

    Nein dieses Spiel gehört zu den ganz wenigen die es unzensiert nach Deutschland geschafft haben.

  10. Auch die CDU hat verloren, und ganz besonders die CSU. Und die merken es auch. Ob sie es kapieren? Keine Ahnung. Aber auch die CDU-Wähler werden weiter schwinden. Kam neulich im Radio, dass die Wahl zumindest in BW hauptsächlich durch die Menschen über 60 entschieden wurde. Doch noch viele jüngere, die nicht wählen gingen. Da sollte man halt auch mal anpacken und Interesse wecken. Wer will sich denn gerne von Rentnern vorschreiben lasen, wie demnächst die eigenen Arbeits- und Lebensbedingungen aussehen werden?

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