Was darf in die Tonne?

(heise) Obwohl die Sammelaktion des „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“ bereits heute stattfinden soll wird immer unklarer, was für Spiele denn nun abgegeben werden sollen. Da in der Meldung des AAW ursprünglich nur von „Spielen“ die Rede war, „die das Töten von Menschen simulieren„, wollten bereits einige Gamer Schachspiele in den Container schmeißen. Dies wird vom Veranstalter jedoch abgelehnt, die etwas wunderliche Begründung:

„Weil hier nur Bauernfiguren und keine Bauern getötet werden sollen.“

Ich war zumindest bisher davon ausgegangen, dass man in Videospielen virtuelle Bauernfiguren und keine Bauern töten würde. Ist das AAW wirklich in dem Glauben, dass man in Videospielen Menschen tötet? Darauf deutet sogar eine Formulierung auf deren Webseite hin, die ich bisher lediglich als missglückt betrachtet habe. Dort fordert man ein „Verbot von Killerspielen die dazu dienen Menschen zu ermorden„. Es wurde nun noch einmal klargestellt, was für Spiele bei der Aktion vernichtet werden sollen:

 „Solche Spiele, die vom amerikanischen Militär entwickelt wurden, um die Gewaltschwelle zu senken.“

Derartige, auch im „Kölner Aufruf“ erwähnte, Spiele existieren meines Wissens nicht. Möglicherweise hätte sich das AAW im Vorfeld informieren sollen, was sie überhaupt zu verbrennen beabsichtigen. Und noch ein kleiner Hinweis für alle Gamer, die auf das Trikot scharf sind: Es werden Original-CDs und keine Rohlinge akzeptiert. Die Aufmerksamkeit der Presse ist übrigens sicher, nicht nur der SWR sondern auch die BBC haben sich angemeldet.

55 Gedanken zu “Was darf in die Tonne?

  1. Öffentlichkeitswirksam während der für Leipzig geplanten Veranstaltung des Herrn Schober eine Spielesammlung (Halma, Mühle …) in den Container werfen und mit einem Bunsenbrenner bearbeiten. Das wäre eine Aktion, die zweierlei verdeutlicht:
    Zum einen konterkariert sie die fragwürdige Aufforderung, Spiele in den Container zu werfen, „die dazu dienen, Menschen zu töten“. Der Veranstalter läßt bereits sowohl inhaltlich als auch sprachlich erkennen, daß er instrumentalisiert wird und möglicherweise intellektuell dem Thema nicht gewachsen ist.
    Zum anderen kann damit die Nähe zur symbolischen Verbrennung von Andersdenkenden evoziert werden.

    Dies als Anregung. Ungeachtet dessen, was wirklich in Winnenden geschah.

  2. @Hecter Specter: es waren 4 Spiele, GTA SA und Def Jam für PS2 (Originalverpackt und noch verschweißt, höchstwahrscheinlich von einem „Journalisten“ oder vom AAW gekauft, mitgebracht und reingeschmissen) ein Freeware Game für PC „Open Arena“ dem AAW von der Piratenpartei gegeben, damit sie sich auch mal ansehen was sie da vernichten wollen (da sieht man, dass sie absolut beratungsresistent sind) und ein Gameboy Spiel xD. Also war wahrscheinlich das einzige „echte“ Spiel im Container für den Gameboy.

  3. Pingback: Neokultur.de » Verbrennt die Killerspiele!

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