„Nennt mich einfach Ghandi!“

(eurogamer) Angeregt von der deutschen „Modern Warfare 2“-Version, in der man, abweichend vom Original, im umstrittenen Flughafen-Level nicht auf Zivilisten schießen darf, hat Harald Fränkel das Prinzip des friedlichen Mitläufers auf das gesamte Spiel auszudehnen versucht. Unter der Prämisse keine Polygongebilde über den Haufen zu schießen ist er sogar unter verschärften Bedingungen angetreten, denn auf Polizisten kann der Spieler auch in der deutschen Version schießen. Inwieweit es ihm gelungen ist seinen Plan umzusetzen kann in einem unterhaltsamen Artikel nachvollzogen werden:

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26 Gedanken zu “„Nennt mich einfach Ghandi!“

  1. Naja bei SplinterCell geht das wirklich ;)
    bei SWAT (ka welcher Teil) da war ich auch so drauf: nur gummigeschosse ich wollte jede mission ohne tote schaffen und habs geschafft :)

    Wenn solche „Lösungen“ machbar sind und in die Geschichte passen sowie anspruchsvoll sind (also nicht nur auf „leicht“ gehen, ich spiele alles direkt auf schwer wenns geht, ich fluche lieber bei einer Herausforderung als mich vor langeweile zu freuen…), dann finde ich das super und versuche sowas auch :)

  2. Endlich mal was zum Lachen.
    Es gibt einige auch ältere Shooter in denen es möglich wäre ohne jemanden zu verletzten das Spiel zu meistern. Versucht das mal bei Postal² dann bekommt man glaube ich den Rang „Jesus“ (ich habe weder den noch den bösesten „“Kerl mit kleinem Bart und etwas größenwahnsinnigen Wesenszügen“ would be proud“ jemals erreicht).
    Eine Herrausforderung für jeden Gamer.

  3. äh, maSu, er hat sich hinter seinen virtuellen Kameraden versteckt und diese die Drecksarbeit des Tötens machen lassen.
    Ich persönlich finde den den Artikel großartig, aber diese Art der „Konfliktlösung“ – die darin besteht andere die Drecksarbeit machen zu lassen und selber eine weisse Weste zur Schau zu tragen – hat mich schon immer an die Guten Menschen erinnert, die gegen jede Form von Krieg und Gewalt sind, solange man damit seine moralische Überlegenheit demonstrieren kann…

  4. Ja Alrik, ich weiß, ich habs gelesen und hab teils tierisch laut gelacht :D
    Dennoch find ich es toll, wenn Spiele alternative Lösungswege anbieten mit „KO schlagen“ statt „erschießen“, wenn das ganze vernünftig umgesetzt ist.
    Und CoD:WF2 ist nicht der erste Shooter, bei dem man sich hinter seinen Bot-Kollegen verstecken kann ;)
    Ich habe, wenn die „Kollegen“ nicht gerade wichtig oder unsterblich waren, selbige immer selbst erschossen, getreu dem Motto: „ich brauch kein dummes Fußvolk um die MIssion zu schaffen!!!“ ;)

  5. Genial! :D Das nächste mal wenn ich wieder in WoW in ner Raid Instanz bing frag ich ob wir’s vielleicht mal ohne Waffen und Zauber versuchen, einzige Ausnahme: alle Heals volle pulle die Gegner heilen^^

  6. @Knesiko
    währe vielleicht echt gar keine schlechte Idee für ein Spiel im Allgemeinen. Man ist in verschiedenen Situationen als Heiler unterwegs und muss dafür Sorge tragen, dass keiner ums Leben kommt bzw. so wenig wie möglich… unabhängig auf welcher Seite die betroffene „Person“ steht – verbunden mit einen Zeitlimit.

  7. ehrlich ich verstehe die ganze aufregung nicht sorry
    warum das sich ein spiel sowas nicht erlauben? ich mein es gibt sogar film die es sich erlauben
    jaja die scheiß doppelmoral der deutschen mal wieder…

  8. btw in fast jeden strategiespiel tötet man unschuldige zivilisten und keiner regt sich auf und jetzt auf einmal
    beispeil wenn ich in anno 1400 handelsschiffe produktionsstätten vernichte töte ich da auch unschuldige zivilisten/arbeiter

  9. btw in der ganzen gta reihe kann man in der unzensierten version unschuldige zivilisten umbringen warum hat sich da keiner aufgeregt als gta 1 raus kam?

  10. @Wyrd Sister
    Eben. Ich glaub da ist wirklich was wundervolles gelungen
    @thurius
    das wäre allerdings zu berücksichtigen, auch aus meiner Sicht. Aber da gehts halt (auch) um die Konkretisierung von Gewalt. Bei Anno ist in der Hinsicht alles doch eher abstrakt

  11. @thurius:
    Das man Zivilisten bei den von dir erwähnten Spielen töten kann aber nicht muss ist hier der Knackpunkt. Bei den meisten Spielen hat man zumindest die Wahl, und selbst dann werden diese Spiele seit jeher dafür kritisiert. Bei fast jeder GTA-Inkarnation gab es viele Diskussionen wegen der – potentiell – ausufernden Gewalt, die auch zivile Opfer nicht scheute. Also ich zumindest hab das nicht vergessen.

    Machen wir uns nichts vor: Der Aufschrei ist deshalb so groß, weil MW2

    1. eines der am meisten erwarteten Spiele der letzten Jahre ist,
    2. ein Vertreter eines der mittlerweile – auch außerhalb der Spieleszene – bekanntesten Action-Spiele-Franchises ist,
    3. wohl auch in Sachen Online-Gaming eine große und wichtige Rolle spielen wird,
    4. auf Grund seiner großen Aufmerksamkeit und Beliebtheit eine Vorreiterrolle unter den – eigentlich – intelligenten und durchdachten Shootern eingenommen hat,
    5. schlicht und einfach zu groß ist, um von den Leuten übersehen zu werden, die nicht zocken und die uns Zocker deshalb kritisch und argwöhnisch beäugeln.

    Ich hab keinen Bock, dass jemand von mir denkt ich wäre ein abgestumpfter Menschenhasser oder Nerd, sobald ich mich irgendwo in der Öffentlichkeit über das Thema Videospiele unterhalte und dabei Call of Duty auch nur erwähne. Ich schäme mich zwar nicht dafür, aber ein Spiel das sich in so großen Massen verkauft wird zwangsläufig als Maßstab dafür genommen, wie die Vorlieben unsererseits liegen. Und da kann die Inszenierung noch so packend und cineastisch sein, der Makel von MW2 durch diese eine Mission ist so dominant und mehr im Gespräch, als der ganze ansonsten gute Rest des Spiels. Und dieser Stempel wird allen die gerne Shooter spielen aufgedrückt werden.

    Wart’s nur ab. Und dafür können wir uns bei Infinity Ward bedanken.

  12. @Firefox
    Aus meiner Sicht liegt der Makel dabei halt eher darin begründet, dass diese „eine Mission“ nicht anders interpretiert werden kann oft offenbar, als mittels Unterstellungen. Als dass kein Leid in Videospielen transportierbar wäre. Das würde Spiele wie Call of Duty schon sein zig Jahren unsinnig machen, nicht erst wegen dieser einen Szene… Das sind Vorurteile und ganz üble Unterstellungen gegenüber Kreative. Was soll das (eigentlich) weiterhin?

  13. Natürlich ist Leid in Videospielen transportierbar! Spiel mal Final Fantasy VII und Shadow of the Colossus!
    Aber die Szene am Flughafen zeigt einfach nur emotionslos einen Amoklauf am Flughafen, um dem Spielen zu zeigen wie böse diese Terroristen sind.
    Die Szene erweist unserem Hobby einem Bärendienst und wirft uns um Jahre zurück in dem Bemühen die Akzeptanz von Computerspielen in der Gesellschaft zu erhöhen.

  14. Pingback: darktiger.org

  15. @PhanZero
    „Die Szene erweist unserem Hobby einem Bärendienst und wirft uns um Jahre zurück in dem Bemühen die Akzeptanz von Computerspielen in der Gesellschaft zu erhöhen.“

    Es geht doch gerade darum, die Toleranz von solchen Spielen mit solchen Szenen bzw. von gewalthaltigen Spielen überhaupt zu erhöhen. Man kann nicht die Toleranz von etwas erhöhen, indem man dafür sorgt, dass dieses etwas nicht existiert, aus Angst, es könnte nicht toleriert werden.

  16. Irgendwie verstehe ich die Diskussion hier nicht.
    Bei C&C waren für mich die unbewaffneten gegnerischen Sammler ein Hauptziel, bei Age of Empires habe ich liebend gerne die feindlichen Bauern und Holzfäller abgeschlachtet und bei SuperMario waren es unter Artenschutz stehende Schnappschildkröten, die ich aus ihrem Panzer gekickt habe. Irgendwelche Probleme damit? Also ich nicht.
    Das sind Spiele, das sind Pixel.
    Ich rase mit 250 Sachen durch die Stadt, ramme Polizeiautos von der Straße, sprenge alles in die Luft und erschieße jeden, der sich blicken läßt. Kinder, das ist ein Spiel – das ist nicht real.

    Sorry, aber wer uns Gamern vorwirft, dass wir keinen Bezug zur Realität hätten und gleichzeitig drauf pocht, dass ja beim Pixelmorden Menschen zu Schaden kommen, hat einen an der Klatsche.

    Was soll die elende Diskussion um Realität? Ich sitze hier in einem realen, unaufgeräumten Zimmer, in dem keine einzige waffe und keine Patrone zu finden sind und starre auf einen Monitor, der vor Blut und Leichen nur so trieft. Und das „Opfer“, das da eben so schreiend krepiert ist, ist nen Kumpel von mir, den ich im Teamspeak darüber lachen höre und der mir verspricht, sich dafür zu rächen. Und wir beide wissen, dass es ein Spiel ist.

    Wenn ich das Bedürfnis nach echtem Blut und realer Gewalt habe, dann seh ich mir die Tagesschau an – im Nachmittagsprogramm und frei ab 6 Jahren.

  17. @Phaidros
    da kann man zustimmen und auch nicht. Es ist natürlich nur ein game, das sollten ja auch alle Gamer wissen. Diese Diskussion bezieht sich aber eher auf die Möglichkeit dessen zu entscheiden, wie man es spielt. Nicht alle haben die gleichen Moralvorstellungen und das kann und muss man akzeptieren :) Und hast Du schonmal ein Polizeiauto mit 20 Sachen einfach nur zur Seite gefahren? Du hast die Möglichkeit ein Spiel anders zu spielen, als es erwartet wird. Ich spiele darauf an, dass man selbst entscheiden kann wie man ein Spiel spielt.
    Unter den gegebenen Umständen, dass das Spiel von vielen Seiten kritisiert wird (und damit gegen Moralvorstellungen mancher verstößt) hat Harald Fränkel es mal anders angespielt. Und ich persönlich finde es mal klasse, dass ich die Wahl habe es anders zu spielen – nicht nur pazifistisch meine ich – einfach nur, weil ich die Wahl habe (der rest ist ja streng indiziert und wir haben keine Wahl, zumindest in Deutschland).

  18. also ich für meinen teil liebe die beiträge von harald fränkel! ich habs auch versucht, aber zum schutze meiner ps3 hab ich es nach einiger zeit einfach gut sein lassen mit dem „nicht töten“. ist echt sehr frustrierend.

  19. ROFL, sowas liest man doch gern. :)
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    Grad von der Norm abweichende Spielweisen können durchaus lustig sein. Hatte das friedliche Gameplay mehrfach bei Deus Ex 1+2 ausgereizt. Während man im ersten Teil zumindest einen NPC töten musste (Anna Navarre) um an einer Stelle weiter zu kommen, ging’s im zweiten Teil tatsächlich gänzlich gewaltfrei. Getarnt irgendwo zu hocken und darauf warten, dass die Wachen vorbeigehen kann zumdem sau spannend sein.
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    @PhanZero
    „Natürlich ist Leid in Videospielen transportierbar! Spiel mal Final Fantasy VII und Shadow of the Colossus!“
    Stimmt, leider ist die Leiddarstellung und somit die Animierung des Spielers Handlungen zu hinterfragen zu selten vorhanden. Kenne persönlich keine Ego-Shooter wo das geht. Dabei ist grad die emotionale Ebene eines der klassischen Elemente von Büchern und Filmen und trägt viel dazu bei, die Story fesselnd und Figuren glaubwürdig zu machen. Hier können Spiele definitiv noch lernen.

  20. sehr schön, wenn man bedenkt, wie viel man in dem Spiel töten KANN, ist das ein gutes Ergebniss.
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    @Crusader
    deshalb spiele ich Splinter Cell so gerne ohne einen einzigen Schuss.
    Und das geht auch, obwohl es verdammt schwer ist.

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