Schutzsteuer gegen „Killerspiele“

(via twitter, Ostfriesen-Zeitung) In den Auricher Spielhallen gibt es keine Automaten mit „Killerspielen“. Damit das auch so bleibt, will man die Chance ergreifen bei der Neufassung der Vergnügungssteuersatzung präventiv tätig zu werden. Während in Emden und Norden monatlich 310 € Steuern pro Monat und Gerät gezahlt werden, sind es in Leer 600 €. Aber auch diese Marke möchte der Finanzausschuss noch toppen. Einstimmung wurde empfohlen künftig mit 1000 € potentielle Anbieter abzuschrecken.

In der Vergangenheit wurde unter anderem vom Hirnforscher Manfred Spitzer und dem Kriminologen Christian Pfeiffer eine Steuer auch auf gewaltdarstellende Videospiele gefordert, die diese verteuern sowie die Wirkungsforschung finanzieren soll. Ähnliche Vorstöße gab es schon in Großbritannien und den USA:

„Unser Konzept ist es, Dinge, die wir nicht wollen, mit hohen Steuern zu belegen, alles was wir befürworten hingegen wird von Steuern verschont.“

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39 Gedanken zu “Schutzsteuer gegen „Killerspiele“

  1. Echte Spielhallen gibt es doch gar keine mehr in D und die wenigen Casinos die noch Automaten haben (Was extrem selten ist) haben keine *Killerautomaten* mit *Killerspielen* ganz zu schweigen davon das die alles andere als aktuell sind.
    .
    PS: Was ist eigentlich aus der Sondersteuer für normale *Killerspiele* geworden die die CDU/CSU mal haben wollte? Kommt da noch was?

  2. Pingback: Tweets die Stigma Videospiele » Blog Archive » Schutzsteuer gegen “Killerspiele” erwähnt -- Topsy.com

  3. Hast du Quellen von konkreten Vorschlägen? Ich kenne nur die Idee von Pfeiffer pro PC-Spiel 25 Cent zur Finanzierung seiner Forschung zu verlangen:

    http://www.derwesten.de/nachrichten/games/2009/3/11/news-114078519/detail.html

    edit:

    @Max

    Ich muss übrigens zugeben Twitter unterschätzt zu haben. Nach google und worldofplayers kommen über twitter an meisten Besucher auf diese Seite. Und auch andersherum findet man dort um einiges mehr an Meldungen als bei Google (news). Leider nicht immer mit genug Informationen um eine News draus zu machen. Z.B. zu dem neusten Tweet von Tauss. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal besonders für deine Arbeit bedanken, jetzt weiß ich sie auch zu schätzen^^.

  4. @Tauss

    Vielen Dank für den Hinweis, ich werde mir morgen… nein, heute… auf jedem Fall nach dem Schlafen, das genauer durchlesen und eine News verfassen. Auch auf die Gefahr hin, dass es dort bereits erläuert ist: Weiß man bereits wie das Verbot erfolgen soll? Ein Beschluss, der (ausschließlich) Hallenbetreiber der Gemeinde bindet? Oder wird das Ordnungsamt angewiesen jede Veranstaltung dieser Art zu untersagen? Oder kann sogar ein Gesetz verabschiedet werden, dass mit Bußgeld eine LAN verbietet?

  5. Ha, da hab ich mal gewohnt, wie witzig. Aber im ernst, totaler Blödsinn was die da verzapft haben.

    1. Wie oben erwähnt, stellt eh so gut wie keiner mehr Arcade-Automaten irgendwo hin.
    2. Gerade wenn das nur für Spielhallen gilt, wo man eh nur ab 18 rein darf, seh‘ ich nicht welches Argument da ziehen würde.
    3. „Kriegs- und gewaltverherrlichende Spiele“ von denen im Artikel die Rede ist, sind doch eh verboten, oder irre ich mich da?

    Auf jeden Fall finde ich es fürchterlich, dass trotz dieser 2-3 Fakten sich irgendwelche Leute ein paar Stunden um die Ohren hauen, wenn es nun wirklich wichtigeres gibt. Blödsinn.

  6. @DerBonk
    Zu 2. Der Eintritt in Spielhallen und Casinos ist in Deutschland via Gesetz aus den 80igern ohnehin nur für Volljährige erlaubt (deshalb gibt es die echten Spielhallen ja in D nicht mehr, sie sind schlicht und einfach Pleite gegangen).
    Zu 3. Das ist richtig das sind sie bereits.

  7. Internet Cafés, die davon zwangsläufig auch betroffen sind – wenn es um Spielhallen geht – gibt es aber eh kaum noch. Jedenfalls meine ich mich da an sowas zu erinnern. Übrigens beschleicht mich das gefühl, dass das ganze nur eine Taktik für Auflage und Klicks ist, wenn es um „Killerspiele“ geht.

  8. Wenn es wirklich blos um Arcadekisten geht können die meinetwegen auch auf 10’000€ gehen. Das interessiert doch die Gamer nicht wirklich.

    Ich meine hat von euch mal jemand einen CS-Spielautomaten gesehen oder einen mit WarCraft (oder vielleicht mit dem umstrittenen FIFA *eteg*)?
    Sowas gibt es nunmal nicht aber das hinter dem Forderernamen in Klammern stehende Parteikürzel sagt doch echt alles.

    Die Spielekiller verlieren jetzt wohl auchnoch ihr letztes Bisschen Verstand.

    Ich glaube die wollen einfach da ihre Verbote gegen eine Wand laufen sagen können „Wir haben was gemacht!“

  9. Schön, wie wäre es dann mit einer Sondersteuer auf Autos für die Unfallforschung? Oder einer auf Zahnbürsten für die Kariesvorsorge? ;)

  10. Wer weiß, vielleicht gehen ihnen ja die Gelder für ihre Forschungsprojekte aus… und neue Investoren finden sich wohl auch nicht so leicht … kann gut möglich sein, da mitlerweile auch unwissende langsam dahinter kommen, welches Spiel hier gespielt wird… im Grunde gehts bei der ganzen Sache ja nur um Publicity… war ja schon immer so :)

  11. @D-Jay,
    und es geht um GELD!
    Bosbach,Schünemann, Herrmann,Seehofer und wie nicht all diese Politiker heissen wettern doch nur gegen Videospiele, weil sie von ihren „Interessengruppen“ dafür bezahlt werden einen „unliebsamen Konkurenten“ aus den Weg zu räumen.
    Wer diese „Interessengruppen“ alles sind, weiss ich nicht, aber ich habe den Verdacht, dass zumindest der Sportschützenbund dazu gehört.
    Denn was gäbe es sonst für Gründe, Videospiele und Paintball ohne weitere Diskussion und handfesten Beweisen zu verbieten, wärend man bei echten Waffen (und dazu zählen auch die Sportwaffen die zum Töten sehr geeignet sind, was uns doch dieser 4-Fach Mord der beiden Teenager beweist) immer Tönte verlauten lässt „ist schon streng genug“, wobei dort auch Kinder ab 14 Jahren an Waffen ausgebildet werden.
    Und die beiden schlimmsten Amokläufer, Erfurt und Winnenden, wurden in Schützenvereinen an den Tatwaffen zu Profis ausgebildet, aber dort soll alles streng genug sein?
    Tja und um eben genau so eine Ermittlung und öffentliche Diskussion unten zu halten, werden Politiker angeheuert.

  12. 310 € hatten sie veranschlagt als Steuer, das heißt dann auch, dass 310 € ins Landessäckel fließen. Dann stellte man fest, dass in Leer satte 600 € genommen werden – da kann man schon ein wenig neidisch werden, gelle? Und was fällt den hohen Entscheidungsträgern in Aurich ein: Sie erhöhen auf 1000 €. Das spült aber ordentlich die Dukaten in die Kasse.
    Und jetzt erzähle mir einen von diesen Blenders da oben in Aurich, er mache das um „Killerspiele“ aus den Spielhallen zu verbannen. Ihr macht das aus reinem finanziellen Interesse, um daran zu verdienen!

  13. @Rey Alp

    Das trifft nur zu, wenn der Fachdienstleister Finanzen in Aurich mit seiner Behautung, es gäbe keine „Killerspiel“-Automaten in den dortigen Spielhallen richtig liegt. Das zweifle ich aber erstmal an. Zum einen, weil eh keiner wissen kann, was ein „Killerspiel“ ist, zum anderen, warum sollte sonst der Finanzauschuss 1000 € an Steuer vorschlagen. Es geht ja nur darum dem Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes Rechnung zu tragen und eine Besteuerung nach tatsächlicher Benutzung einzuführen. Wenn bisher 310 € als ausreichend eingeschätzt wurden, warum muss dann plötzlich derart drastisch „abgeschreckt“ werden? Mir ist auch überhaupt nicht klar, wie diese Einteilung vorgenommen werden soll. Aus dem Urteil des Bundesverfassungsgericht, das ich nur überflogen habe, geht nicht hervor, dass die Automaten nach dem Spieleinhalt besteuert werden sollen.

  14. Warum sonst sie es vorschlagen sollten? Um die Stadt sauber zu halten! Das Urteil habe ich mir ehrlich gesagt noch nicht angesehen, aber wenn man die Automaten nach der tatsächlichen Benutzung besteuern muss dürfte eine Schutzsteuer mit der Entscheidung nur schwer zu vereinbaren sein.

  15. @ Doktor Trask:
    Anlässlich des Zitationszirkels, den die Kreise der einschlägig bekannten Computerspielgegner bilden,sowie den daraus resultierenden Forderungen, kann man durchaus von mafiaähnlichen Strukturen sprechen.

  16. Normalerweise wäre ich jetzt ziemlich wütend über soviel Kulturfeindlichkeit, Dummheit und Bösartigkeit, allerdings bin ich Wilhelmshavener und daher weiss ich, was für ein zurückgebliebener Flecken Erde Ostfriesland wirklich ist.
    Emden mag ja vieleicht noch gehen, aber in Städten wie Leer oder Aurich würde ich persöhnlich nicht mal tot übern Zaun hängen wollen, da hier die Bezeichnung „Kuhkaff“ im wahrsten Sinne des Wortes zutreffend ist.
    Und sofern in Aurich nicht noch irgendwo eine Jugendherberge ist, die ich nicht kenne und die ein paar Automaten rumstehen hat, sind die Auricher „Spielhallen“ nicht mehr als zwei vereinzelte Spielhallen, die von außen den Eindruck machen, dass ihre Innenräume nicht größer als eine Dönerbude/öffentliche Toilette sind.

  17. Sind Mafiamethoden nicht verboten?
    Könnte man dann nicht versuchen den Spielegegnern so einen Strick zu drehen und sie öffentlich bloßstellen, indem man sie vors BGH zieht?

  18. Also Zitationszirkel sind nichts neues und treten nicht selten auf. Hier von mafiaähnlichen Strukturen zu sprechen macht für mich keinen Sinn. Ich glaube nicht einmal, dass es einen gemeinsamen Plan gibt. Den passt einfach nur gut ins eigene Konzept, was der jeweils andere schreibt. Problematisch wird das ja eh nur dann, wenn es publiziert wird. Und da in Ziffer 2 des Pressecodex eine Recherche verlangt wird, kann es in den Medien ja gar nicht zu einseitigen, nur auf einem Zitationszirkel basierenden, Artikeln kommen^^.

  19. @ Rey Alp: Leider vergisst du, dass sich Politiker in ihren Forderungen (die gelegentlich auch durchgesetzt werden) so gut wie immer auf den Zitationszirkel berufen. Die politische Einflussnahme ist also vorhanden.

  20. @blubb
    Die benutzen den Begriff „Killerspiele“ … ergo dürfen wir nichtmal schachspielen in denen die Figuren Smileys haben.. genau wie Pacman… oder.. ach .. du weist schon.

  21. Ego-Shooter sicherlich nicht, eher Lightgunshooter aber die sind eine aussterbende Art (Was die Automaten angeht, die Lightgunshooter auf der Wii sind ja extra für den Kasten entwickelt worden und stammen nicht wie frühere Titel aus den Arcaden.)

  22. Hm, die Ostfriesen haben auch die Hundesteuer erhöht.
    Ganz besonder gefährliche Killerhunde ( über 2 Meter Schulterhöhe, mehr als 2 Köpfe, Flammender Atem ) werden im Jahr mit 1000 €uro besteuert.
    Der Erfolg gibt dieser Steuer recht: Bislang hat kein Halter einen solchen Killerhund angemeldet, so das die finanzielle Abschreckung eindeutig wirkt…

  23. @D-Story,
    DAS ist eine wirklich GUTE IDEE! :D
    So kriegen wir schnell die Staatskasse wieder voll.
    Ich würde aber auch „gebrochene und falsch dem Volk intepretierte Wahlversprechen“ mit in die Liste aufnehmen!
    Entwede die Wahlversprechen werden gebrochen (z.B. die SPD bei der MwSt-Erhöhung) oder dem Volk wird etwas vermeintlich gutes erzählt, aber in der Praxis werden die Bürger verarscht (z.B. die Arbeitslosenzahlen wurden zwar gesenkt, aber nicht in Form von neuen Arbeitsplätzen, sondern das der große Topf „Arbeitslosengeld“ in mehrere kleinere Aufgeteilt wurden.
    1-Euro-Jobber,Harz4 und Geringverdiener sind nicht mit unter den Arbeitslosenzahlen aufgezählt.)

  24. Alrik, ich wollte meinen Bello, ein kleiner netter Höllenhund, sehr kuschelfreudig und verspielt -spielt besonders gerne mit dem rechten Arm des Nachbarsjungen- anmelden, führe ihn nun aber lieber „schwarz“, weil mir die Steuer zu hoch ist ;)

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