EKD: „Computerspiele unterm Weihnachtsbaum kein Teufelszeug“

(EKD) Während der VBE davor warnt Kindern Videospiele statt Zeit zu schenken empfiehlt die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) Videospiele nicht pauschal abzulehnen, sondern sie stattdessen zusammen mit dem Nachwuchs zu spielen. Hierfür hat man auch etwas ernüchternde Ratschläge für die Eltern parat:

„Spielen Sie selbst, und spielen Sie mit Ihren Kindern oder Enkeln! Auch wenn Sie wahrscheinlich dauernd verlieren werden, es macht Spaß. Sie werden ganz neue Zugänge zu Ihren Kindern oder Enkeln finden.“

Zwar wird in der Pressemitteilung auch auf problematische Inhalte hingewiesen, über die man mit seinen Kindern oder Enkeln diskutieren solle, aber dies sind gänzlich andere Töne, als sie in der Vergangenheit zu vernehmen waren. So rief der bayerische evangelische Landesbischof Johannes Friedrich 2007 dazu auf „Killerspiele“ zu verbieten und ächten, wie es bereits 2006 der Bischof von Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber, getan hatte.

9 Gedanken zu “EKD: „Computerspiele unterm Weihnachtsbaum kein Teufelszeug“

  1. Die Links „EKD“ und „Johannes Friedrich“ funktionieren (noch) nicht.
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    Auch wenn mich manche der Formulierung („Menschen getötet“) noch stören, so finde ich die Meldung doch hervorragend und ein sehr gutes Zeichen. Hier werden Videospiele als Kulturgut anerkannt (wenn auch nicht explizit für Erwachsene) und auch berücksichtigt, dass manche Inhalte für Kinder nicht geeignet sind. Das ist weit mehr, als ich von der EKD erwartet hätte, ein Schritt, der Hoffnung weckt.

  2. Friedrich ist schon ein Spaßvogel: PC-Killerspiele und Gewaltvideos sollen verboten werden. Warum eine Unterscheidung PC – Konsole? Scheint mir so, als ob da ein weiteres mal jemand keine Ahnung hat und nur auf Grund von Hörensagen Forderungen in den Raum stellt.
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    Auch genial:
    „Staat und Gesellschaft müssten unmissverständlich deutlich machen, das sich dieses Genre nicht mit den Grundwerten und Grundrechten sowie „mit den ethischen Eckdaten des christlichen Glaubens“ nicht vertrage.“ Es müsse eine ethische Haltung gefördert werden, damit Menschen solches Material, „das die Menschenwürde in den Dreck zieht“, sich gar nicht erst anschauten oder anklickten, sagte Friedrich.“
    An dieser Stelle sei mal an die Sicht vieler Zweige der christlichen Kirche zu Homosexualität und diversen anderen Themen erinnert, wodurch definitiv die „Menschenwürde in den Dreck“ gezogen und Grundrechte verletzt werden, eben weil sie real sind. :( Ein schönes Spiel für Friedrich dürfte der Bibel-Blaster aus einer Simpsons Folge sein, wo man Heiden durch Beschuss mit Bibeln konvertiert.*g*
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    Die EKD macht hingegen genau das Richtige: Sie setzt auf Dialog statt auf Verbote. Sie akzeptiert, dass die Verbreitung nicht zu verhindern ist und versucht so zu einem Gedankenaustausch von Spieler und Skeptiker / Kritiker anzuregen. Gut, die Behauptung, dass das USK Siegel etwas über die „Qualität“ eines Spiels aussagt ist Käse, ebenso wie das mit dem „töten von Menschen“, aber trotzdem bleibt die Meldung sachlich distanziert. Geht doch!

  3. Wieder so ein Fall bei den man lobend antworten sollte…
    dass sollte auf jeden versucht werden, denn so könnte man
    mal „zum Brücken bauen“ anfangen auch wenn es noch nicht
    Ideal ist was die so verbreiten…

    „Gewalt nur aus der Sicht der Täter dargestellt “
    Es gibt keine Täter in der Virtuellen Welt nur Akteure…

    Happy Coding.

  4. ist schon interessant!
    wärend es teilen der kirche (verbände usw.) langsam klar wird, dass videospiele nicht für alles böse auf der welt verantwortlich sind, so reden politiker wie pfarrer eigentlich reden müssten.
    ich meine damit diese „christliche werte“-Reden einiger Politiker.
    aber einige stellen sind schon noch störend.
    ein spieler kann nichts töten was nicht lebt, weil es nicht wirklich existiert.
    wenn ich mit einem schraubendreher auf die monalisa einsteche, ist sie dann tot?
    hat sie überhaupt gelebt? und wenn ja: wieso hat sie nie ein sterbenswörtchen gesagt?
    es ist zwar lobenswert, dass sich die leute vom ekd von den sonstigen gefasel distanzieren und einen zum großen teil vernünftigen ton anschlagen, aber sie haben sich, meiner ansicht nach, nicht genug mühe gegeben, um solche worte wie „töten“ weg zu lassen.
    da würde ich dann an TRB´s Vorschlag anknüpfen, um sie einerseits zu loben, aber auch andererseits die mängel ihrer texte offen auf den tisch zu legen.

  5. Das schöne ist ja das dijenigen die heute Kinder bekommen selbst schon mit Videospielen aufgewachsen sind. Da gewinnen die Kinder dann aber nicht immer :D

  6. @Cyclonos: wenn mein kind mich später pwnt kommt es ins heim!

    Aber mal enrnst: feine sache, kirche ist wohl nicht immer nur ein schlechtes vorbild.

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