16 Gedanken zu “„Moral Kombat“ – 1 Monat als Stream verfügbar

  1. Es ist ein Rückblick auf die Entwicklung der Debatte um gewaltdarstellende Videospiele in den Staaten, und wie mit diesen umgegangen werden soll oder kann. Es kommen alle Seiten (Auch Jack Thompson und Grossmann) zu Wort, die ihre Sicht der Dinge darstellen. Ich selbst weiß (vielleicht wegen meiner schlechten Englischkenntnisse) nicht, ob das wirklich nur eine „Darstellung“ der Debatte sein soll, denn ich kann mir nach dem, was ich verstanden habe, nicht erklären, warum der Film von Gamern als klare Verteidigung ihres Hobbies angesehen wird. Auch sind die grafischen Spielereien in meinen Augen etwas übertrieben. Aber da ich hier niemanden meine Meinung aufzwingen möchte, habe ich den Link gepostet, damit sich jeder (der des Englischen mächtig ist) selbst ein Bild vom Film und dessen – falls vorhanden – Botschaft machen kann.

  2. Na ja, am Anfang, also als der Film erstveröffentlicht wurde, vernahm ich sogar viele Stimmen von Gamern welche diesen abgelehnt haben – eben weil so viele und größtenteils halt auch populistische Gegenstimmen darin vorkommen. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass der Film bei seiner Veröffentlichung gerade von den Gamern in den USA weitgehend abgelehnt wurde – ich erinnere mich noch gut: da wurde auch Hal Halpin wegen seines Bruders Spencer, der den Film gemacht hat, in Foren informell scharf angegriffen.
    Wie das heute ist kann ich nicht sagen, jetzt nach dieser Gratisveröffentlichung hab ich tatsächlich keine allzu kritischen Stimmen von Gamern hüben wie drüben mehr vernommen
    Ich finde den Streifen sehr gut, er ist jetzt aber auch schon drei Jahre alt…
    Der springende Punkt ist glaub ich, dass der Film eben keine Botschaft hat: jeder welcher in den USA (zur damaligen Zeit) irgendwie stärker in die Debatte involviert war kam dafür zu Wort
    Das mit den Effekten und einer wie auch immer vorgenommenen Dramatisierung des ganzen ist sicher so eine Sache, dafür ist der Film aber auch schon bekannt geworden: man verwendete nämlich eine besondere Aufnahmetechnik, welche die sprechenden in Szenen aus Spielen integriert – siehe Senator Joe Lieberman oben in irgendeinem Kriegsspiel: besonders bei Grossman in seiner gemütlichen Garnitur mag das auffallen :-D

  3. @Stixi
    Ich würde sagen: anders als gerade in „Moral Kombat“ findet sich bei Lindemann leider schon keine andere Meinung dazu weshalb Krieg zum Beispiel in Spielen vorhanden ist. Er sagt halt, dass es trotzdem (also trotz dem Krieg) Spaß macht, aber leider leider eben nicht, dass eine Auseinandersetzung mit Krieg in Spielen so unmittelbar eine Berechtigung selbst schon hätte…
    Das finde ich wiederum sehr schade
    Im übrigen halte ich es für sehr fragwürdig „Metal Gear“ da mit unter „Kriegsspiel“ zu subsummieren, noch als positives Beispiel halt herauszustellen, weil „Metal Gear“ einfach weniger Krieg darstellt und mehr ein melodramatisches Politspiel ist. Also militärische Zugänge werden da leider leider auch meinem Vernehmen nach nicht angenommen: zum Beispiel hätte man ein „Operation Flashpoint“ hernehmen können um zu zeigen was allein militärisches alles neben Gewaltdarstellungen noch vermitteln kann
    Und eben hinterfragen ob Kreative die Darstellung von etwas immer positiv intendieren – regelrecht absurd für mich diese Unterstellung zu nennen…

  4. ich mag zwar die darstellung aber die sich wiederholenden vorurteile gehen mir wirklich auf die nerven. bin gerade bei 20min und wenn keine gegendarstellung kommt guck ich mir das glaub ich nich weiter an.

  5. Der Film ist sehr gut. Jede Seite kommt zu Wort und es wir keinem eine Meinung in dem Film aufgedrückt. Jeder, der sich den anschaut, kann selbst entscheiden, was er von hält. Klar sind viele Aussagen von Thompson und Co. für uns nicht verständlich, aber das ist eben deren Meinung. Genauso wird unsere Meinung auch sehr gut vertreten.

  6. Der Film ist okay.
    Ich sehe einige Probleme: Viele unnötige Effekte und Augenwischerei in Kombination mit Pseudoexperten, die auf diesem Wege ihre Lügen verbreiten können. Jemand wie Grossmann sollte generell keine Plattform für gar nichts geboten bekommen, der Herr ist in meinen Augen das allerletzte!
    Man sollte in solchen Filmen die Darstellung auf Fakten beschränken und nur jene Menschen, die nicht gerade zu einer sachlichen Debatte beitragen glatt vor die Tür setzen.

  7. @maSu dieser Film soll ja auch beide Seiten seinen Platz einräumen, dass sie sich artikulieren können, so dass sich die Zuschauer selber ein Urteil bilden können. Sowas nennt man dann glaube ich Journalismus – kann mich noch dran erinnern, dass das ganz cool war, sollte man hierzulande auch mal wieder einführen.

  8. Das dumme ist das die platten Argumente von Grossmann und Co. nicht entkräftet werden können. Und dadurch sind sie wirksamer als die genannten Gegenpositionen.

    Gruß
    Aginor

  9. @Aginor
    Das sehe ich nicht so – kommt halt darauf an worauf persönlich Wert gelegt wird und möglicherweise (leider) auch welchen wissenschaftstheoretischen Hintergrund man selber hat vielleicht: so sehe ich diese empirischen Vorbreschungen mit Statistiken und was weiß ich noch bei einem so kulturellen Thema immer eher für lächerlich an.
    Wie Jenkins auch anmerkt ist hier die MWF In aller Form als „bedeutungslose“ Wissenschaft zu kritisieren, weil sie eben tatsächlich Bedeutungen aus ihrer Forschung herausnimmt: die Bedeutung von Spielen, was Gewaltdarstellungen darin eben verloren haben – warum/weshalb sie dort vorhanden sind, usw. Einer negativen Beziehung zur Ausdrucksform wird man so zwar nicht begegnen können, aber aus meiner Sicht auch garantiert nicht anders – also auch nicht dadurch, indem man etwa positive Auswirkungen von Spielen beschreibt.

    Was ich nicht so gut finde an der Doku hängt eher mit ihrem Alter und einer diesbezüglich schon nur mehr mangelhaften Aktualität zusammen – die vorgestellten Titel beschränken sich größtenteils auf die 128-bit-Generation mit nur etwas Xbox/PC-Shader-Grafik dabei. Mittlerweile sehen Videospiele ja schon noch deutlich besser aus – und womöglich auch noch eben viel bedrohlicher für manche…
    Die Zeit ist aber auch nicht stehen geblieben: ich kann nur nochmal auf diese Penn & Teller-Episode verweisen http://www.joystiq.com/2009/07/13/watch-penn-and-teller-bullshit-video-games-episode-currently-on-youtube/ Leider hat CBS Die wieder vom Netz nehmen lassen :-( Penn Jillette hat sich in der Zwischenzeit in den USA Auch schonmal an anderer Stelle für fiktionale Ausdrucksformen stark gemacht

  10. Hmm…. Ja, da ist was dran, ich frage mich aber ob es wirklich so viele Leute da draußen gibt, die das so sehen wie Du.

    Gruß
    Aginor

  11. Naja ich sehe das so: Es geht beim Journalislus nicht darum jeden möglichen Quaksalber zu Worte kommen zu lassen, sondern Argumente auf Basis von Fakten darzustellen. Dafür braucht man Grossmann nicht, bzw. man sollte ihn deswegen nicht zu Worte kommen lassen.

    Ansonsten frage ich mich, warum bei einer Debatte ums Kindergeld nicht auch die nächstbeste Omi um ein Statement gebeten wird, sie hat bestimmt was dazu zu sagen, aber was soll so ein Laien-gelaber im Vgl. zu echten Fakten?!

    Ich gehe noch weiter: Wenn man Hetzer wie Grossmann in so einem Video auftreten lässt, dann wird der Anschein erweckt, der Herr würde die Wahrheit sagen. D.h. das Video vermischt „Hörensagen“ und Fakten, auf einer Ebene, die für den Laien nicht erkennbar ist.

    Damit wird die Meinungsbildung der Zuschauer massiv beeinflusst, weil, wenn man es überspitzt ausdrückt, haben sie auf der einen Seite Lügen und auf der anderen Fakten. Nun werden aber die Lügen nicht entlarvt, erscheinen wie Fakten und wieder posaunt eine ganze Horde Vollidioten in die Welt hinaus, wie schlimm Videospiele sind. Das ist ja ein tolles Resultat.

    Wenn Grossmann da seinen Auftritt hat, dann möchte ich da auch meinen Auftritt haben und erzählen, das die Welt vor 5000-6000 Jahren von Gott erschaffen wurde… oh ne… das würde mir ja sogar einige Mio. Idioten glauben :X

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