Der Fall Berg

(bergs-welt) Ziel von stigma-videospiele.de war es schon immer zur Versachlichung der Debatte über gewaltdarstellende Videospiele beizutragen. Schließlich entsteht durch unwahre Aussagen nicht nur ein unzutreffenden Bild von Spielen. Unter Umständen könnte auch die Reputation desjenigen leiden, von dem die zweifelhaften Worte stammen. Um auch Herrn Christian Berg die Peinlichkeit zu ersparen, den ihn von Konstantin Wecker nahegebrachten Mythos über die Entwicklung von „CounterStrike“ durch das US-Militär zur Senkung der Tötungshemmung zu verbreiten, wurde frühzeitig versucht die wirklichen Zusammenhänge zu erläutern.

Doch leider ohne Erfolg. Auf Nachfrage teilte Berg mit, dass er – wie bereits einem anderen Gamer gegenüber – keine weitere Kontaktaufnahme wünsche und man seine „Meinung“ für sich behalten solle. Es mag sicherlich sein, dass man als Gamer mit einem subjektiven Einschlag schreibt, aber der Umstand, dass „Ego-Shooter“ keinen Trainingsprogrammen des US-Militärs entstammen, sollte gemeinhin in die Kategorie Faktum fallen. Nichtsdestotrotz möchte sich Berg mit der Realität offenbar nicht abfinden und präsentiert auf seiner Webseite nun den „Kölner Aufruf“, der unter anderem diese Passage enthält:

„Killerspiele entstammen den professionellen Trainings-programmen der US-Armee, mit denen Schusstechnik, Zielgenauigkeit und direktes Reagieren auf auftauchende Gegner trainiert werden: Die Soldaten werden desensibilisiert und fürs Töten konditioniert, die Tötungshemmung wird abgebaut. Genauso werden durch Killerspiele Kindern und Jugendlichen Spezialkenntnisse über Waffen und militärische Taktik vermittelt, denn diese sogenannten „Spiele“ sind in Wirklichkeit Simulationen der Kriegs-realität […].“

Möglicherweise ist er für Ratschläge von Gamern in manchen Bereichen dann aber doch offen. So rief er seit dem 25.01.2010 dazu auf sich an einer Unterschriftenaktion gegen „Killerspiele“ zu beteiligen. Bei dieser handelte es sich um ein von dem „Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden“ stammendes und an dieses addressiertes Dokument. Dies ist deshalb verwunderlich, weil das AAW seine Unterschriftenaktion zum Ende des letzten Jahres beendet und eingehende Unterschriften nur noch bis zum 15.01.2010 berücksichtigt hat. Offensichtlich wurde diese Information, auf die Berg ebenfalls aufmerksam gemacht wurde, nicht nur als „Meinung“ betrachtet.

Grund für die fehlende Gesprächsbereitschaft ist der harsche Umgangston unter den Gamern. Unter anderem stigma-videospiele.de betreffend führt Berg auf seiner Webseite aus, dass er hier beschimpft und beleidigt werde. So hätten einzelne Benutzer (was zu trifft), ihm zum Teil  „aberkannt, das Kinder gern in […] Vorstellungen“ von ihm gehen. Grund für derartige Äußerungen war die Erinnerung an die eigene Schulzeit, in der man Theaterbesuche, an denen man teilnehmen musste, (abgesehen vom „White Horse Theatre“) dämlich fand. Dass andere User bereits Aufführungen von Berg angesehen haben und andere sich von Kritik an seinem künsterlischen Schaffen distanzieren: „Ich denk er leistet da ordentlich Arbeit.“, lässt er unter den Tisch fallen.

Seinerseits fehlt es im Übrigen auch nicht an unbequemen Aussagen. So scheint er bei Gamern einen latenten Militarismus zu vermuten und appellierte an „alle Menschen, die noch einen Hauch von
Gefühlen besitzen
„, an einer Unterschriftenaktion gegen „Killerspiele“ teilzunehmen. Der Umkehrschluss muss wohl nicht erläutert werden. Des Weiteren stellt er ausdrücklich klar, dass „Killerspiele“ für ihn genauso schlimm wie Drogen sind:

„Ich kann das Thema Jugendschutz nicht mehr hören. Warum verstecken sich alle hinter dem Jugendschutz? Weil es so schön bequem ist? Es geht genauso wie beim Alkohol und Zigaretten: Die älteren Mitschüler „verdealen“ und ich benutze extra den Ausdruck DEALEN, denn diese Spiele sind genauso schlimm wie Drogen, die Spiele an die jüngeren Kinder in der Schule.“

Und anders als Christian Berg fange ich jetzt nicht damit an ihm auch noch die Beiträge der Personen zuzurechnen, die in seinem Gästenbuch ebenfalls radikale Ansichten über Videospiele und deren Nutzer vertreten.

Leider ist es uns nicht gelungen in Erfahrung zu bringen, ob die Verweisung auf die (beendete) Unterschriftensammlung des AAW „die“ Aktion von Berg war, oder ob uns noch eine weitere Intitiative von ihm erwartet. Auch haben wir uns vergeblich um eine Bestätigung bemüht, dass Berg mit einem Verbot tatsächlich ein „Verbot“ meint und welche Spielgenre von seiner Definition von „Killerspielen“ umfasst sein sollen. 

Somit kann lediglich auf die Stellungnahme von Berg verwiesen werden:

„Immer wieder wurde der Jugendschutz vorgeschoben, Kinder können nicht legal an Killerspiele kommen! Das Gegenteil, ob legal oder illegal, ist der Fall! Ich kenne Grundschüler die Counterstrike gespielt haben und weiß auch von etlichen machtlosen Eltern, die lange überhaupt nichts davon wußten. […] Ich bleibe dabei: Kein Mensch braucht diese Spiele und solang nicht gewährleistet ist, dass Kinder diese Spiele nicht spielen können, bin ich für ein Verbot!“

Die Definition:

„Ein Killerspiel ist für mich immer dann ein sogenanntes Killerspiel, wenn es eine Tötungsabsicht hat. Wenn jemand ein menschliches Wesen dabei getötet wird.“

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55 Gedanken zu “Der Fall Berg

  1. Nur das Schünemann die inkompetenz in Person ist(zu dem Thema), da steckt noch weniger hinter als bei Pfeiffer & Konsorten. Bürgerrecht bzw. Meinungsfreiheit bei der Union…. ist ein echter schenkelklopfer. Wo sind denn meine/unsere Rechte? Die Bürgerrechte, Kunstfreiheit, Entfaltungsfreiheit, Versammlungsfreiheit(Lan-Partys) und Zensurverbot?
    Kindgrechtes Angebot, sehr löblich, allerdings weiß ich nicht wie die neoliberale Union den Markt dazu nötigen will…echter Humbug mal wieder.
    Und immer dieses Öko-Schwadronieren bei dem, echt zum Kotzen, sorry.

  2. Ich glaube der Schünemann macht es Politisch nicht mehr lange, denn wegen einiger anderer Dinge steht der Herr momentan ziemlich unter Druck, war zumindet in den letzten Tagen so in der Presse zu lesen.

  3. Wenn jemand ein menschliches Wesen dabei getötet wird.”
    In den 30 Sekunden indenen er sich Killerspiele angesehen hat, scheint er wohl verlernt zu haben einen grammatikkalich korrekten Satz zu formulieren.
    Tja diese Killerspiele machen wohl noch dümmer als Drogen.

  4. Pingback: Stigma Videospiele » Blog Archive » Radiosendung “Kinderzeit” als Download verfügbar

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