Schweiz: Killerspielverbot rückt näher (Update)

(sf:t/sm) Zwei vom Nationalrat (Große Kammer des Schweizer Parlaments) verabschiedete Motionen (Gesetzesinitiativen), die die Einführung einer Prüfstelle von Videospielen sowie ein Verbot von „Killerspielen“ vorsehen, sind in der Rechtskommission des Ständerates (Vergleichbar mit dem Deutschen Bundesrat) auf Zuspruch gestoßen. Einstimmig bzw. mit 9 zu 3 Stimmen wurden die Empfehlungen zur Annahme der Vohaben verabschiedet, deren Ausgestaltung nun noch geprüft wird. Somit steht offenbar noch die Entscheidung des Ständerats zur Umsetzung des Verbotes aus.

(Gamerights) Gamerights verweist darauf, dass der Bundesrat, der für eine Ausarbeitung des Gesetzes zuständig wäre, nach früheren Stellungnahmen ein Verbot von „Killerspielen“ betreffend keinen Handlungsbedarf gesehen hat. Insbesondere würde bereits ein Verbot nach Art. 135 StGB (Vergleichbar mit dem § 131 StGB in Deutschland) existieren. Ob und inwieweit sich mittlerweile die Meinung geändert hat, werde sich ab dem 01. März zeigen.

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54 Gedanken zu “Schweiz: Killerspielverbot rückt näher (Update)

  1. http://www.tink.ch/schweiz/new/article////killergames-zerstoeren-unsere-zivilisation/
    „Es freut uns, dass du dich an dieser Diskussion so engagiert beteiligst. Aufgrund der vielen Reaktionen auf das Interview mit Roland Näf und der Aktualität des Themas hat sich Tink entschlossen, voraussichtlich am 15. März eine Podiumsdiskussion in Bern zu veranstalten. Die genaue Lokalität ist noch nicht bekannt. Genauere Infos folgen bald.

    ist dazu was bekannt?

  2. näf meldet sich erneut, am 15.02
    „Ganz abgesehen von der problematischen Wirkung von Killergames erstaunt mich die Vehemenz vieler junger Männer in ihrem Kampf für das grenzenlose „Recht auf Gewaltverherrlichung“ am Bildschirm. Wir leben in einer Welt, in der viele Menschen unter Armut und Ungerechtigkeit leiden. Eine Welt, in der zukünftige Generationen einer massiven Bedrohung durch die Klimaveränderung ausgesetzt sind. Eine Welt, in der sich Abzocker auf Kosten der breiten Bevölkerung ohne Scham bereichern. Und für was kämpfen einige junge Männer? Dafür, dass sie weiterhin am Bildschirm als allmächtige „Helden“ wirken können: Köpfe abschlagen, erstechen, erschiessen, u.s.w. Ja, es gibt offenbar Sachen, die ich nicht verstehen kann.“

    http://www.tink.ch/schweiz/new/article////killergames-zerstoeren-unsere-zivilisation/?tx_comments_pi1%5Bpage%5D=1&cHash=c2dc39faee

  3. Ja ich habe mich gefragt was man auf so ein Statement schon (auch) antworten kann, wenn bereits (wieder nur) von einem „Recht auf Gewaltverherrlichung“ gesprochen wird: allein davon zu reden ist ja schon eine ganz üble Unterstellung wieder – da muss gar nicht berücksichtigt werden was hernach folgte, denn (wieder) nur eine Aufzählung von Schandtaten, Gewaltakten, vermeintliche Verbrechen, welche Spieler und Spielerinnen – sexistisch anscheinend gedacht vor allem „junge Männer“ – „Killer-Games“ spielen ließen. Aber wie auf solche Vorurteile noch reagieren?
    Her Näf macht offensichtlich seine Interpretationen von Spielinhalten und seinen Geschmack, sein Empfinden gegenüber konsensual geschaffenen, kreativen Werken zur Grundlage von Politik. Zwingt dieses Empfinden, indirekt somit auch seinen Geschmack, anderen Menschen auf: sowas nenne ich Gewalt.
    Und ich sehe da, wie bei anderen gesellschaftlichen Gruppen auch welche von Ausgrenzung betroffen sind, und deren Kultur von Verboten bedroht, nur mehr den Weg NICHT Mit solchen Leuten mehr zu reden. Ich könnte es mit meinem Gewissen sowieso schon lange nicht mehr vereinbahren da in ein Gespräch direkt einzutreten, nicht einmal mich absichtlich an den Ort so eines Gespräches physisch bewegen.
    Mit jemanden welcher das Wesen, die Identität, anderer Menschen zum Gegenstand von Verboten machen möchte – diesen noch eine Nähe zu Gewaltverbrechen in der Öffentlichkeit unterstellt, ja mehr noch: selbst davor nicht zurückschreckt den schöpferischen Ausdruck von Menschen, welcher hoffentlich doch in bester Absicht erfolgte, mit Vergewaltigungen von Kindern in Verbindung zu bringen.

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