Schweiz: Entscheidung am 18. März

(berner zeitung) Ronald Näf, der in der Schweiz vehement ein Verbot von „Killergames“ fordert, ist im Rahmen einer LAN mit Gamern ins Gespräch gekommen. Wie zu erwarten hält er an seinen Überzeugungen fest und ist zuversichtlich, dass der Ständerat am 18. März das Verbot von „Killergames“ beschließen wird. Die Begründung:

„Es geht darum, in der Bevölkerung das Bewusstsein zu wecken, dass solche Spiele schaden.“ 

Schweizer Gamer haben eine Petition gegen das Verbot ins Leben gerufe, die mit weniger als 400 Stimmen nur schleppend wächst.

32 Gedanken zu “Schweiz: Entscheidung am 18. März

  1. Der Näf war auf einer Lan, hat gesehen „och die sind ja Friedlich, vielleicht sogar zu friedlich“, da kann ein Verbot ja nicht schaden.

  2. Beunruhigend. Verstehen tu ich die Vorgänge aber noch immer nicht
    Vielleicht @Thomas von Gamerights, der ja hier öfters mitliest:
    was ist nach einer positiven Entscheidung dieses Rates? Gibt es dann das „Killergames“-Verbot in der Schweiz schon, und wie wird dies konkret aussehen? Ich kenne nur die Motion von Allemann – eine praktische Umsetzung dieser erscheint mir nämlich unvorstellbar.

    „Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine gesetzliche Grundlage vorzulegen, die es erlaubt, die Herstellung, das Anpreisen, die Einfuhr, den Verkauf und die Weitergabe von Spielprogrammen zu verbieten, in denen grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen und menschenähnliche Wesen zum Spielerfolg beitragen.“

    Was ist „grausam“ und was nicht? Ich finde ja diese Motion „grausam“. Wie soll da was darunter fallen, unter einem Verbot, und was (alles) nicht? Welche Videospiele sind konkret davon betroffen, und welche wiederum nicht? Soll das ganze etwa auf (danach größer angelegte) Razzien im Handel hinauslaufen – gibt es da überhaupt einen Hinweis?
    Ich weiß, dass die Motion Allemann mit der anderen, welche eine Prüfung von Spielen vorsieht, scheinbar beständig Hand in Hand geht: doch wer bestimmt da Kriterien dazu??
    Es gibt, anders als in Deutschland, bislang ja nur den „Brutaloparagraf“ und keine dazugehörige institutionelle Struktur noch in der Schweiz

  3. @Pyri

    Soweit ich überblicke hat nach der Abstimmung der Bundesrat ein Gesetz auszuarbeiten. Was danach passiert weiß ich nicht. Von wegen solcher Begriffe wie „grausam“, die haben wir ja auch im deutschen Recht. Da darf dann ein Richter seinen Kopf zerbrechen.

  4. Letztlich werden die dort ebenso wie hier in D alles im Voraus zensieren müßen um Ärger aus dem Weg zu gehen und Indizierungen, Beschlagnahmungen, Zensur, Freigaben und Gerichtsurteile werden ebenso willkürlich ausfallen wie in D.

  5. Einige brutale Spiele wie Manhunt und Modern Warfare 2 sollte man imo schon verbieten, aber ich weiss ja nicht was die Schweizer unter Killerspielen verstehen. Alle Spiele in denen man Menschen toeten kann, dann waere auch Splinter Cell ein Killerspiel.
    Bevor man ueber das Verbot abstimmt, sollte man erst Mal klaeren, was man ueberhaupt verbieten will.
    Wenn das Ganze in der Schweiz durchkommt, sollte das wohl auch die Killerspielgegner in Deutschland befeuern.

  6. @Stefan: Warum sollten man MW2 verbieten ? Das sind Spiele die man von Kindern fernhalten sollte, das trifft auf Alkohol und Zigaretten aber genau so zu und trotzdem fordert keiner ein Alkoholverbot.

    Es ist immer wieder tragisch wieviele Menschen sich einen erfolgreichen Jugendschutz nur mit Verboten vorstellen können.

  7. Und weshalb sollte man ein relativ sauberes Spiel wie Splinter Cell das sich teilweise in relativ klinischen Wohlgefallen nicht verbieten, dafuer aber eines das sich wie Manhunt mit urbaner Gewalt und menschlichen Abgruenden beschaeftigt?

  8. Also ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass das Verbot in der Schweiz kommt, da hier im Vorfeld einfach zu wenig gemacht worden ist. Mir kommt das irgendwie wie ein „Schnellschuss“ vor, so in etwa, ich hab kein Plan was ich mache daher mach ich jetzt nen Verbot. Gut – vielleicht bin ich da auch zu uninformiert was die Schweiz betrifft, aber wenn da wirklich schon soo viel passiert währe, hätte man auch was davon gehört.

  9. „Und weshalb sollte man ein relativ sauberes Spiel wie Splinter Cell das sich teilweise in relativ klinischen Wohlgefallen nicht verbieten, dafuer aber eines das sich wie Manhunt mit urbaner Gewalt und menschlichen Abgruenden beschaeftigt?“
    *
    Genau das will ich ja von den Schweizern wissen, solange nicht klar ist was ein Killerspiel ist, kann man sie auch nicht verbieten.
    Deine euphemistische Beschreibung Manhunts macht das Spiel nicht weniger verwerflich, die menschlichen Abgründe aufzeigen haben schon die Nazis geschafft, das ist keine Leistung. Und wie kann ein Spiel, das in einem fiktiven Gefängnis spielt ernsthaft urbane Gewalt thematisieren?
    *
    „Es ist immer wieder tragisch wieviele Menschen sich einen erfolgreichen Jugendschutz nur mit Verboten vorstellen können.“
    *
    Es ist für Kinder und Jugendliche kein Problem an Gewaltspiele zu kommen, so ganz scheint der Jugendschutz also nicht zu greifen. Außerdem darf auch ein Erwachsener in unserem Land nicht alles konsumieren (ich erinner nur an gewisse Filme), Beschlagnahmungen haben mit Jugendschutz erst Mal nichts am Hut.

  10. Also Kinderpornos töten keine millionen menschen jedes jahr, sofort erlauben! Die Videos bestehen ja auch nur aus Bits und Bytes und durch das Anklicken der Seiten wird niemand geschadet.

  11. @DarkStar
    Aber hinter den Videos stehen echte Menschen, echtes Leid an denen echte Kriminäle schmutziges Geld verdienen. Sorry aber einen ziemlich geschmacklosen und dummen Kommentar hast du da abgelassen.

  12. Manhunt spielt in keinem „Gefaengnis“, sondern eben in staedtischen Hinterhoefen und Strassenzuegen. Den Vorwurf dabei etwas beschoenigt zu haben kann ich nur auf das schaerfste zurueckweisen – sehe so aber auch schon, dass sich da anscheinend gar nicht wirklich damit auseinander gesetzt wurde – diese Nazi-Bezugnahme ist schonmal dahingehend voellig deplatziert, da sich gerade Manhunt unter anderem mit White supremacism beschaeftigt. Der Antiheld im Titel ist auch weniger Taeter als das Opfer eines sadistischen Produzenten, gesprochen vom irischen Schauspiel-Star Brian Cox (Die Wannsee-Konferenz mit Kenneth Branagh), USW. – Absolut laecherlich.

  13. @DarkStar,
    so argumentieren nur die jenigen, die keine sachlichen und fundierten Argumente und Beweise vorlegen können, die ein Verbot begrüßen würden.
    Außerdem finde ich es äußerst pervers und abstoßend, dass du die Schicksale dieser Kinder so dermaßen herunterspielst und verharmlost.

  14. @Pyri
    Allerdings ist es auch keine normale Stadt in der Manhunt spielt, es spielt einige Jahre in der Zukunft, die Stadt in der James Cash ausgesetzt wurde, diese wurde durch Umweltkatastrophen unbewohnbar und es leben dort nur noch Gangster aber keine normalen Bürger mehr.

  15. Wie ein Killerspiel definiert wird sollte doch mittlerweile allen klar sein. Hier mal die Definition des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages:
    „Killerspiele sind solche Computerspiele, in denen das realitätsnah simulierte Töten von Menschen in der fiktiven Spielwelt wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung ist und der Erfolg des Spielers im Wesentlichen davon abhängt. Dabei sind insbesondere die graphische Darstellung der Tötungshandlungen und die spielimmanenten Tötungsmotive zu berücksichtigen.“
    Sollte es zu einem Verbot in der Schweiz kommen, so wird deren Definition sicherlich sehr ähnlich ausfallen. Ob Spiele wie Splinter Cell darunter fallen wäre theoretisch möglich, aber das entscheidet in Deutschland sowie in der Schweiz dann ein Richter, der es beschlagnahmen lässt.
    Ich glaube viele meinen wenn es zu einem Verbot kommt, dann werden diese Spiele nicht mehr veröffentlicht. Das ist sicherlich falsch, sie werden einfach hinterher von nem (Amts-)Richter beschlagnahmt. Darum wird es auch nie eine bessere Definition geben, es wird immer im Ermessenspielraum des jeweiligen Richter liegen. Denkt an Condemned 1&2. Wer hätte jemals gedacht das so ein harmloses Spiel jemals verboten wird.

  16. Also läuft es auf das hinaus auf das ich schon andeutet habe die Beamtenwillkür, alles ist erlaubt und alles gleichzeitig verboten.

  17. @Doktor Trask
    Ich hab auch nicht behauptet, dass es eine normale Stadt wäre – zeigt nunmal auch eine gar schreckliche und furchtbare Zukunft für die Menschen, wird aber so ebenfalls schon stark über Gewalt- und Kriminalitätserfahrungen in Städten wie dem New York der 80er Jahre inspiriert worden sein. Inklusive den ganzen Bandenbildungen dort – ein ganz besonderes Merkmal von „Manhunt“ ist zum Beispiel ja auch, dass darin bis auf eine Journalistin glaub ich, welche aber auch als Außenstehende behandelt wird, überhaupt keine Frauen vorkommen. Es zeigt so eben Abgründe von Männern, wie Condemned 1&2 im übrigen auch – das finde ich persönlich noch bei weitem extremer und erschütternder als Manhunt, wovon mich bislang nur der erste Teil überzeugt hat – vielleicht hole ich Teil 2 Aber auch noch nach
    @Herr Ingenieur
    Vermute doch, dass es in der Schweiz irgendwie auf die Verweigerung eigener Kennzeichen hinauslaufen soll – auf welche der Handel dann eben auch angewiesen wäre: kann mir nicht vorstellen wie die Gerichte soviel Arbeit bewerkstelligen sollten. Womöglich werden ähnlich wie historisch zu Filmen auch Listen erstanden, die dann irgendwie wohl allgemeiner bekannt sein müssten, und dass bei Verstößen dagegen dann die Polizei reagiert oder halt reagieren soll… Es gäbe ja auch jetzt schon den „Brutaloparagrafen“, bloß wurde der als nicht ausreichend gesehen und der Näf blitzte mit dem John-Woo-Spiel da schon vor Gericht ab.
    Man stelle sich vor wieviele Titel im heutigen Deutschland bereits von der BPJM Als strafrechtlich relevant gesehen wurden, auf Liste B Indiziert, ohne dass dem bislang je ein Gericht nachgekommen wäre. Betrifft meines Wissens nach übrigens auch noch immer Manhunt 2…

  18. DarkStar:

    Traurig, dass Leute den Unterschied noch immer nicht sehen.

    Bei Kinderpornos werden Kinder in der Realität missbraucht. Es sind Menschen aus Fleisch und Blut, denen da vor laufender Kamera mutwillig geschadet wird. Bei Videospielen werden virtuelle Konstrukte vernichtet – sei es durch Tötung, Vergewaltigung, Folter. Alles rein virtuell. Niemand kommt dabei zu schaden. Kein realer Mensch, kein Tier, kein anderes Lebewesen.

    Jetzt klarer, oder müssen wir Vicarocha auf dich loslassen? :)

  19. Und was ist mit der Kinderpornogrpahie in Second Life? Die ist komplett virtuell und dennoch strafbar.
    Pädophilie ist keine Krankheit, niemand sucht sich seine sexuelle Orientierung aus. Die Diskriminierung von Homosexuellen und Menschen mit pädophilen Neigungen (99% davon haben eine Familie und leben ihre Sexualiät nicht aus) zeugt von einer sehr bornierten Haltung.
    Manche hier haben ja auch schon das Verbot von Alkohol und Zigaretten gefordert, alles was einen nicht selber betriftt kann ruhig verboten werden. Super Einstellung…

  20. „Bei Videospielen werden virtuelle Konstrukte vernichtet – sei es durch Tötung, Vergewaltigung, Folter. Alles rein virtuell. Niemand kommt dabei zu schaden. Kein realer Mensch, kein Tier, kein anderes Lebewesen.“
    *
    Das Argument stimmt nur, wenn niemand duch Gewalt in Medien angeregt wird Gewalt auch in der Realität anzuwenden.
    Monkey see, monkey do.
    Außerdem würden Vergewaltigungsopfer durch die Existenz von Vergewaltigungsspielen (die es zum Glück nicht gibt, auch nicht in Japan) sehrwohl verletzt.
    Rassistische Videospiele könnten den Ausländern in unserem Land schaden, deswegen sind rassistische Lieder, Filme und Bücher ja auch verboten. Soll man das alles erlauben, da freuen sich gewisse Menschen sicher.
    Auch wenn sie nicht klar defniert werden kann, gibt es auch für virtuelle Darstellungen eine Grenze.

  21. „Pädophilie ist keine Krankheit, niemand sucht sich seine sexuelle Orientierung aus. Die Diskriminierung von Homosexuellen und Menschen mit pädophilen Neigungen (99% davon haben eine Familie und leben ihre Sexualiät nicht aus) zeugt von einer sehr bornierten Haltung.“

    Pädophile und Homosexuelle gleichzustellen halte ich für SEHR gewagt. Homosexuelle Menschen können sich schließlich mündige Partner suchen, mit denen sie ihre Neigungen ausleben können – legal, unproblematisch. Zeige mir einen Pädophilen, der sich sexuellen Zugang zu einem Kind verschaffen kann, ohne es dabei zu nötigen…

    Übrigens, Homosexualität gilt seit einiger Zeit schon nicht mehr als (Geistes-)Krankheit, worüber sich freilich streiten lässt…

    „Manche hier haben ja auch schon das Verbot von Alkohol und Zigaretten gefordert, alles was einen nicht selber betriftt kann ruhig verboten werden. Super Einstellung…“

    Videospiele schaden Menschen in der Theorie. Sie könnten – laut einigen „Experten“ – Gewaltausbrüche provozieren, oder sie tun es eben nicht. Alkohol und Nikotin schaden beide nicht theoretisch, sondern faktisch. Im Unterschied zu Videospielen kann die negative Wirkung auf die individuelle Gesundheit nicht geleugnet werden.

    Willst du dir diesen argumentativen Schuh also tatsächlich anziehen?

    „Das Argument stimmt nur, wenn niemand duch Gewalt in Medien angeregt wird Gewalt auch in der Realität anzuwenden.“

    … was auch durch die Nachrichten, Plakatwerbung oder einen schlechten Traum passieren kann. Ist also m.E. kein berechtigter Einwand.

    „Außerdem würden Vergewaltigungsopfer durch die Existenz von Vergewaltigungsspielen (die es zum Glück nicht gibt, auch nicht in Japan) sehrwohl verletzt.“

    Ich werde durch die Existenz von WW II-Shootern auch verletzt. Ich verlor zur Zeit des Zweiten Weltkrieges genug Verwandschaft, unter anderem in Stalingrad. Völlig zurecht denken sich die Publisher aber: wen interessiert’s? Political Correctness darf kein Persilschein für Zensur sein. Oder ist es politisch korrekter, dass Deutsche und Österreicher in WW II-Shootern ihre (theoretischen, virtuellen) Großväter abknallen, weil die’s, im Unterschied zu Vergewaltigungsopfern, schließlich „verdient“ haben? Von Menschen, die durch den Krieg (oder andere Kriege) Traumata erlitten haben, die selbst durch comichafte Versoftungen wie ‚Valkyria Chronicles‘ wieder wachgerufen werden könnten, will ich gar nicht erst anfangen…

    Wenn schon politisch korrekt, dann bitte konsequent. Verbieten wir alles mit höherer Alterseinstufung als „ab 6 Jahren“! Das selbe dann bitte auch in den Bereichen Film, Malerei, Bildhauerei, dem Theater, der Oper bzw. Operette, … :)

  22. „Homosexuelle Menschen können sich schließlich mündige Partner suchen, mit denen sie ihre Neigungen ausleben können – legal, unproblematisch.“
    *
    In Deutschland vielleicht, das ist längst nicht überall auf der Welt so.
    Außerdem sind auch in Deutschland die meisten Schwulen gegenüber sehr negativ eingestellt.
    Wie gesagt, auch wenn sie nicht klar defniert werden kann, gibt es auch für virtuelle Darstellungen eine Grenze. Die Ausrede „Sind doch nur Pixel“ ist kein Freifahrtschein.

  23. @Fox
    Hat ja auch keienr behauptet und Grenzen hat sich die Industrie wohlweislich schon lange selbst gesetzt, für die eine oder andere Einzelperson mag die eigene Grenze überschritten sein aber da jeder diese Grenze anders setzt kommt auch immer etwas anderes heraus, sprich wo der eine die (Gewalt)Grenze schon bei Zelda zieht ist sie bei einen anderen selbst bei Manhunt noch nicht überschritten das gleiche bei Erotikspeilen, bei den einen geht die angedeutete Liebesszene in Mass Effect schon zu weit und für den anderen ist auch RapeLay noch harmlos. Jeder formt sich Grenzen anders.

  24. Schön, dass du den Rest meines Kommentars ignoriert hast… :)

    „In Deutschland vielleicht, das ist längst nicht überall auf der Welt so.“

    Es geht hier aber m.E. um die Schweiz (eigentlich nicht einmal um Deutschland), wo Homosexualität legal ist. Wie es in den Köpfen der Menschen aussieht, ist ein anderes Thema. Beides hat jedenfalls nichts mit dem ursprünglichen (Verbot gewalthältiger Videospiele) zu tun, ich wollte lediglich aufzeigen, dass dein Vergleich nicht einfach hinkt, sondern dass ihm vielmehr ein komplettes Bein fehlt.

    „Wie gesagt, auch wenn sie nicht klar defniert werden kann, gibt es auch für virtuelle Darstellungen eine Grenze.“

    Nein, gibt es nicht. Sollte es auch nicht geben. Man darf nicht wegen einiger wenigen die kreative Freiheit vieler einschränken. Andernfalls sprechen wir bitte über ein Verbot von Gangster-Rap (Lyriks können zu Gewalt, Rassismus und zur Diskriminierung von Frauen als reine Lustobjekte anstiften), Liebesromanen (können unrealistische Erwartungen wecken) und des Katholizismus (wenn in der Bibel dazu aufgerufen wird, Andersdenkende zu vernichten, kann das für eine tolerante, friedliebende Gesellschaft nicht gesund sein). Oder geht all das eher klar, weil es inzwischen (nachdem der gleiche Kampf wie jetzt bei Videospielen ausgeforchten wurde) gesellschaftlich toleriert ist? *roll eyes*

    „Die Ausrede “Sind doch nur Pixel” ist kein Freifahrtschein.“

    In meinen Augen schon. Es ist ein Freifahrtschein, zu produzieren, was gefällt und gekauft wird (was niemand haben will, wird nicht gekauft, ergo nicht produziert. Deshalb gibt es in Deutschland weder kommerzielle Vergewaltigungs-Simulatoren, noch KZ-Manager – es würden sich gesamt vielleicht 100 Exemplare davon absetzen lassen. Angebot und Nachfrage, oder die Selbstregulierung des Marktes – auch ohne Verbote). Es ist allerdings KEIN Freifahrtschein, diese Inhalte allen (wie Kindern und Jugendlichen) uneingeschränkt zugänglich zu machen. Für erwachsene Spieler sollte es allerdings maximal moralische (du willst keine virtuelle Gewalt sehen? Kauf‘ dir keine Spiele, die selbige enthalten! So einfach ist das, oder könnte es sein. Es wäre einfacher für alle Beteiligten. Scheinbar bereitet aber alleine die Existenz solch ‚böser‘ Spiele manchen Menschen innerlich Schmerzen…), nicht jedoch juristische Grenzen geben, solange durch das Endprodukt niemandem geschadet wird. Aus diesem Grund stehe ich dem deutschen § 131 auch höchst kritisch gegenüber.

  25. Also ich würde die Vorstellung dass ein ausblenden von Gewalt ein Moral-Maximum schafft jederzeit herausfordern

    Es gibt schließlich auch Beispiele aus der Aufklärung, wonach sich gesellschaftlich besser gestellte Leute auf Strassen begeben haben um dort dann anderen Menschen beim sterben zuzusehen und so ihr „Mitgefühl“ erkunden wollten. Also schonmal „Mitgefühl“ allein kann völlig egoistisch sein
    Darüber hinaus würde ich da nichts zusammenbringen was aus meiner Sicht zweifellos nicht zusammengehört und einen gar wesentlichen Baustein für das Mosaik gegen Spiele oder andere kulturelle Ausdrucksformen bildet: Spielen etc. wird ja schon auch vorgeworfen, ähnlich wie „Pornographie“, zu Gewalt aufzurufen, selbst eine Form von hate-speech zu sein. Also quasi Propaganda für Gewalt – Jack Thompson: „violence… not as a vice… but as a virtue“ – anders werden viele Äußerungen gegen Spiele auch gar nicht funktionieren.
    So gesehen würde ich da sehr vorsichtig sein tatsächlich anonyme Nazi-Software mit einem eindeutig politischen Programm dahinter, im Grunde nichts anderes als ein Werbespot, da überhaupt ins Spiel zu bringen: die Industrie produziert so etwas nicht. Und auch ein Illusion-Game sollte meiner Ansicht nach nicht einfach auf Vergewaltigungen reduziert werden: wer mögliche andere Bedeutungen aus Werken herausnimmt steht für mich schonmal auf verlorenem Posten

    Zur Selbstregulierung noch etwas: es stimmt, dass in einem Fallout 3 Oder GTA Keine Kinder vorkommen – die GTA-Welt ist sowieso kinderlos – denen Schaden zugefügt werden kann. Es stimmt, dass Gewalthandlungen gegen an Konfliktsituationen unbeteiligte Personen vielfach unmöglich sind in Spielen – bei vielen Titeln häufig unterschieden wird. Geschieht das nicht, wie zum Beispiel bei Postal, ist da auch eine politisch-satirische Bedeutung davon zu hinterfragen: bei MW2 War es zumindest im Moskauer Fall eine bewusste Provokation, im besten Fall sicherlich auch eine großartige Leistung dahingehend um auf genau diese Unterschiede auch aufmerksam zu machen
    Ich halte es für verantwortungslos und sage das hier sowie anderswo bei Gelegenheit auch immer virtuelle Kinderpornographie mi realer gleichzustellen, keinen Unterschied dabei zu sehen ob nun tatsächlich Kinder bei oder für eine Darstellung vergewaltigt wurden, oder ob Bart Simpson beim Geschlechtsverkehr mit seiner Schwester gezeichnet wird – um ein gängiges Beispiel für den Westen zu bringen. Opferlose Straftaten sollten aus meiner Warte aus überhaupt in dieser Hinsicht überprüft werden

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *