Mayer: Veränderungen fordern

(taz) Mit dem 11. März nähert sich der Tag an dem der Amoklauf in Winnenden stattfand und somit mehrt sich auch das Interesse am Aktionsbündis Amoklauf Winnenden (AAW). Auch wenn die Formulierung mehrmals wechselte wird von diesem nach wie vor eine Ausweitung des bestehenden Verbots von gewaltverherrlichenden Videospielen gefordert. Die aktuelle Forderung ist folgende:

„Verbot von Killerspielen (Egoshooter, Computerspiele mit gewaltrelevantem Inhalt) die das Töten von Menschen simlulieren. Erläuterung des Begriffes Killerspiel von Wikipedia lesen.“


Bei der taz wurde nun ein Text von Gisela Mayer veröffentlicht, deren Tochter zu den Opfern des Amoklaufes gehört. Auch ist sie ist Mitglied des AAW und Autorin des Buches „Kälte darf nicht siegen“, das demnächst erscheinen wird. In dem nun veröffentlichten Artikel schreibt sie unter anderem, welche Defizite sie beim Jugendmedienschutz ausmacht:

„Um die Killerspiele ist es heute leider still geworden, für mich ist das eine Enttäuschung. Mir war zwar klar, dass die Versprechungen der ersten Tage in dieser Form nicht eingehalten werden. Aber es provoziert ungeheuer, dass man so schnell zur Ruhe zurückgekehrt ist, zu so einer selbstzufriedenen Haltung. Das ist verletzender als manches andere, weil man diese Selbstzufriedenheit nicht begreifen kann. […] Das ist eine grenzenlose Gleichgültigkeit und Naivität. Die Jugend muss man vor so etwas schützen, und das geht nicht, indem man bunte Märkchen auf Packungen klebt und sagt: Jugendfreigabe ab 18. Aber dahinter steht einfach eine Wirtschaftsmacht. Nächstes Jahr wollen wir uns deshalb deutlich zu Wort melden und Veränderungen fordern.“

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38 Gedanken zu “Mayer: Veränderungen fordern

  1. Ich find die Diskussion bei der Taz, die sich um den Artikel gebildet hat ziemlich interessant. Den Kommentatoren kann ich da bei den bisher gesagten eigentlich nur zustimmen.

  2. Warum will sie sich erst nächstes Jahr deutlicher zu Wort melden? Das Jahr hat doch gerade erst angefangen. ;-)
    +
    Die Altersfreigaben sind aber wirklich ein Witz, die Jugendliche kommen trotzdem problemlos an die Spiele.
    Einfach einen Über 18 Jährigen vorm örtlichen Gamestop anquatschen, Spiel kaufen lassen und schon hat mans. So einfach geht das, selbst wenn die offensichtlichen Quellen, namens Eltern, großer Bruder, Internet und Freunde versagt haben.
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    Anders als Hochprozentigem wird Killerspiele von den meisten Eltern keine schädigende Wirkung zugesprochen. Sie gehen sehr sorglos damit um und werden noch frech wenn ich als Verkäufer sie darauf hinweise, dass GTA IV nix für einen 12-Jährigen ist. Er hat schon die Vorgänger gespielt und wer ich eigentlich sei, dass ich mich in ihre Erziehung einmischen würde.

  3. Ich sehe in den Äußerung Frau Mayers die Bestätigung meiner These, dass Jugendschutz heutzutage als Selbstzweck betrachtet wird. Wie müssen ihr wohl andere Länder ohne gesetzlich verbindliche Altersfreigaben oder Deutschland vor 2003 vorkommen?
    Auch frage ich mich, wie wohl ihrer Meinung nach ein effektiver Jugendschutz aussähe – wobei ich mir die Antwort schon denken kann, natürlich als Totalverbot auch für Erwachsene.
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    Sehr lobend muss ich aber anerkennen, dass das AAW inzwischen eine Definition von „Killerspiele“ bietet. Leider kann ich ewig Nörgelnder auch mit dieser nur eingeschränkt etwas anfangen, da mir zumindest nicht klar ersichtlich ist, ob „Computerspiele mit gewaltrelevantem Inhalt“ zusätzlich zu Egoshootern genannt wird oder ob es einen verkürzten Relativsatz darstellen soll, der Egoshooter näher spezifizieren soll. Auch finden sich auf wikipedia mehrere Definitionen, welche nun genau das AAW selbst verwendet bleibt mir daher unklar.
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    Besonders erwähnenswert finde ich zusätzlich noch die Bezeichnung „gewaltrelevant“. Laut wikipedia steht „relevant“ für „bedeutungsvoll, wesentlich, [ge]wichtig“. Ein „Computerspiel mit gewaltrelevantem Inhalt“ wäre demnach also ein solches, dessen Inhalt sich wesentlich mit Gewalt befasst bzw. in dem Gewalt einen gewichtigen Anteil des Inhalts ausmacht. Ich hoffe, ich habe das soweit richtig verstanden.
    Diese Definition erscheint mir sehr klug gewählt (wenn auch wertlos für eine Diskussion, s.u.), da Relevanz subjektiv wahrgenommen wird. Somit bleibt die Definition dermaßen schwammig, dass man nach wie vor sich auf keine klaren Kriterien festlegen muss. Somit kann Person A ein Spiel als „Killerspiel“ bezweichen, Person B dies aber ablehnen, und beide haben Recht. Damit machen sie sich die unterschiedliche Wahrnehmung von Gewaltdarstellungen zu Nutze um z.B. ein Vergleichsargument à la „wollen Sie etwa auch gewaltdarstellende Filme verbieten?“ für ungültig zu erklären, weil das für sie subjektiv viel weniger schlimm ist.
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    Wirklich gut gedacht, aber der Fehler in dieser Definition liegt eben gerade in ihrer Subjektivität: wer hat denn nun Recht? Ist eine Gewaltdarstellung wirklich weniger schlimm, wenn man sie im Fernsehen mit realen Menschen als Schauspielern sieht? Ist sie schlimmer, wenn man selber die Spielfigut steuert? Wie sieht es aus, wenn man als Spielfigur nur zusieht, also Fernsehen ohne reale Menschen als Schauspieler? Weniger schlimm? Schlimmer?
    Läuft im Endeffekt wieder auf Medienwirkungsforschung hinaus, die eh vom militärisch-industriellen Komplex gekauft ist.

  4. Die Frau hat den Jugendmedienschutz definitiv NICHT verstanden, sollte sich also jedweden Urteils enthalten; „Jugendfreigabe ab 18“ (wer findet den Fehler in diesem Zitat)… ganz abgesehen davon, dass da suggeriert wird, mit der Freigabeplakette wäre es schong etan; da kann man ja gerne unter den Tisch fallen lassen, dass da ein erheblicher Rattenschwanz an möglichen Sanktionen dranhängt, wenn einem Minderjährigen rechtswidrig ein Titel zugönglich gemacht wird, der nicht für sein Alter freigegeben ist. Im Grunde kritisieren die Leute, dass es ein Vollzugsdefizit gibt, doch statt da anzusetzen, wollen sie härtere Gesetze… was für eine Logik: „Hey… das Gesetz wird nicht vollzogen… lass es uns verschärfen!“ *facepalm*

    Wer ein Verbot fordert, der disqualifiziert sich generell für jede ernstzunehmende Diskussion zu dem Thema (aufgrund eines offensichtlichen, eklatanten Mangels an Kenntnissen über die entsprechende Forschung, das aktuell gültige JuSchG und diverse Rechtsstaatprinzipien… warum meint eigentlich jeder laie, bei dem Thema mitdiskutieren zu können?).

    „Anders als Hochprozentigem wird Killerspiele von den meisten Eltern keine schädigende Wirkung zugesprochen. Sie gehen sehr sorglos damit um und werden noch frech wenn ich als Verkäufer sie darauf hinweise, dass GTA IV nix für einen 12-Jährigen ist. Er hat schon die Vorgänger gespielt und wer ich eigentlich sei, dass ich mich in ihre Erziehung einmischen würde.“
    Sooo… what? Erziehung ist Recht und Pflicht der Erziehungsbeauftragten, nicht des Staates, nicht von Verkäufern. Es ist ihr gutes Recht ihren Sprößlingen die Spiele zugänglich zu machen; mit Frechheit hat das nichts zu tun, sondern mit Grundrechten. ;-)

  5. Darkstar schrieb:
    Warum will sie sich erst nächstes Jahr deutlicher zu Wort melden? Das Jahr hat doch gerade erst angefangen.
    Meine Antwort:
    Ganz einfach man braucht Zeit und Geld um weitere Unterstützer zu finden und man baut darauf das Leute wie Hopf, Spitzer und Pfeiffer noch einige ihrer Auftragsarbeiten abschließen und man noch deutlicher in den Medien präsenz zeigen kann und man sich noch mehr mit Politikern wie Bosbach, Hermanns und Schüneman auseinader setzen können wird und noch mehr Leute wie ein Christian Berg ihre Parolen verbreiten und ihren sauberen Kampf unterstützen, das ganze braucht aber wie oben erwähnt Zeit und auch Geld.

  6. Was das Wikipediazitat betrifft, so frage ich mich überhaupt, warum da keiner einen Aufschrei macht. In meiner Studienzeit habe ich gelernt, dass man es lassen sollte Zitate von dieser Seite zu verwenden, da diese nicht zitierfähig ist, da ja jeder hier was reinstellen kann und dies somit auch keine Aussagekraft hat.

  7. Hinzu kommt, dass es den Anschein hat, als ob ein Wissen über Killerspiele auch daher rührt: dass man wo von etwas gar schrecklichem gelesen hat – über hören-sagen her – und mit Bilder nicht zurecht kommend dieses gleich zu „verbieten“ gedenkt
    Das „wie“ andere Menschen leben von dem ich öfters zu sprechen gedenke.

    Wie Vicarocha schon hingewiesen hat disqualifiziert sich die Aussage „Jugendfreigabe ab 18“ jedoch sogar noch eher… Ich mein, hier in Österreich ist gesetzlich auch nicht einheitlich klar wer Jugendliche sind: in Salzburg angeblich schon Dreizehnjährige, woanders nicht, aber doch nicht so…

  8. „Man hat sich gegen unsere Ziele gerichtet und sich angegriffen gefühlt und diffamiert. Wir mussten hart daran arbeiten, dass man überhaupt mit uns spricht. “

    Warum haben sich Schutzen und Gamer denn „angegriffen und diffamiert gefühlt“?
    Weil wir angegriffen und diffamiert WURDEN!

    Wir wollen mit ihnen sprechen, aber SIE WOLLEN JA NICHT, daher hören sie doch auf es zu behaupten!

    Happy Coding.

  9. @D-Jay: Wieso sollte Wiki nicht zitierfähig sein? Stell mal „Blödsinn“ rein, dann wirst du sehen wie schnell wieder sowas weg ist…

    „Die Jugend muss man vor so etwas schützen, und das geht nicht, indem man bunte Märkchen auf Packungen klebt und sagt: Jugendfreigabe ab 18.“
    Was bringen die Aufkleber auf Filmen?
    Was bringen die Aufkleber auf Zigarettenschachteln?
    Was würden Aufkleber auf Bier und Schnaps bringen?


    Happy Coding.

  10. So sehr ich den Schmerz dieser Frau verstehe, aber es ist leider wieder der typische Reflex…das Thema ebbt ab, also nehmen wir die alten Thesen und versuchen es noch einmal…

    Dooferweise werden Argument durch mehrmaliges Benutzen auch nicht besser.
    Es läuft doch im Endeffekt auf die Frage heraus, wie weit der Staat in das Privatleben und die Freizeit seiner Bürger eingreifen will.
    Es gibt da Punkte wie die Vorratsdatenspeicherung, die ich – und mir ist durchaus bewusst, dass ich mit dieser Meinung hier in der Minderheit bin – in eng gesteckten Grenzen nachvollziehen kann. Dort will der Staat, wenn auch mit überzogenen Mitteln seine Bürger vor Verbrechen schützen.
    Bei der „Killerspiel“-Diskussion wird versucht, Personen vor sich selbst zu schützen. Jeder muss selbst entscheiden können, was er spielen will, was für Hobbies er hat, was er trinken und essen will.

    Ich weiss doch selbst, dass ich die Kosten für das Gesundheitssystem in die Höhe treibe, wenn ich viel Fast-Food esse und zu viel Bier trinke. Dass besoffene Autofahrer ein Problem sind, weiss ich auch. Hier wurden Präventionskurse und Schockvideos eingesetzt. An ein Verbot wurde nicht ernsthaft gedacht. Und anstatt etwas gegen Computerspielsucht und mangelnde Fähigkeit, die Realität und das Spiel zu unterscheiden, zu tun, kommt bei Spielen immer der Reflex „Verbot“.

    So schlimm das alles war, aber auch die Eltern von Winnenden sollten bitte einsehen, dass Tim K. nicht Amok gelaufen ist, weil er PC gespielt hat…

  11. „Unsere Kinder stehen heute unter enormem Druck. … Es geht nur noch um Noten und Erfolg, scheitern dürfen sie auf gar keinen Fall. … Aber die Kinder haben oft keine Freunde mehr, sie sehen nur noch Nebenbuhler. “

    Stimmt, aber ein neues Fach bringt da garnichts! Wir müssten das Schulsystem im ganzen Refomieren und die mehr Klassenbildung endlich abschaffen, da viele schon erkannt habne, dass diese Systeme Unsinn sind!

    Happy Coding.

  12. @ The_Real_Black

    “Man hat sich gegen unsere Ziele gerichtet und sich angegriffen gefühlt und diffamiert. Wir mussten hart daran arbeiten, dass man überhaupt mit uns spricht. ”

    Das hat Frau Mayer aber in hinsichtlich der Sportschützen gesagt. Nicht mit Hinblick auf die Gamer. Was da wahres dran ist, kann ich nicht beurteilen.
    Dass die nicht mit uns reden wollten, werden die nie zugeben. Aber das wäre ja auch ziemlich unklug.

  13. „Die Jugend muss man vor so etwas schützen, und das geht nicht, indem man bunte Märkchen auf Packungen klebt und sagt: Jugendfreigabe ab 18“
    .
    Und wieder mal ein schönes Beispiel für Leute, die elementare Aspekte gesamtgesellschaftlicher Probleme nicht kapiert haben.
    -Der Staat soll … machen!
    -Der Staat hat für … zu sorgen!
    .
    Schön und gut, aber heißt das gleichzeitig, dass sich Eltern und andere Akteure aus dem Leben des Nachwuchses ausklinken dürfen??? Wie soll „der Staat“ denn bitte jeden Medienkauf kontrollieren? Einen Polizeibeamten an jede Kasse / neben jeden Rechner? Überwachungskameras in jeden Winkel der Republik?
    Toll, das schafft sicherlich viele Arbeitsplätze! Problem ist nur, das für die totale Kontrolle auch die totale Grundrechteaußerkraftsetzung entstehen würde. Aus diesem und anderen Gründen ist es einfach nicht möglich, alles zu kontrollieren, weshalb allein schon deswegen – vom gesunden Menschenverstand mal abgesehen – den Eltern nach wie vor die wichtigste Rolle in der Erziehung ihrer Kinder zufällt. Und nein: Erziehung heißt nicht, das man mal bei den Hausaufgaben hilft, Erziehung heißt auch, das man darauf achtet, was der Nachwuchs spielt und in seiner Freizeit macht! Und damit hat man sich gefälligst auch auseinander zu setzen!!!
    .
    Im Übrigen zeigen diese Forderungen des AAW welches Demokratieverständnis die haben. Demokratie heißt zwar u.a., dass jeder seine Meinung vertreten darf, aber es heißt nicht, dass einige radikale weltfremde Gruppierungen bestimmen, was Gesetz wird und was nicht!

  14. Die haben immernoch nicht begriffen, dass die Jugend durch ’18+‘-Aufkleber nicht geschützt wird. Die Dinger sind nur ein Hinweis für die Eltern, was sie ihren Kids nicht geben sollten.
    Jeder Jugendschutz ist wirkungslos, wenn die Eltern versagen.
    Und so nebenbei: es heißt JUGENDschutz, nicht Erwachsenenbevormundung.

  15. @Phaidros: Die Sticker sind Hinweis für die Eltern, aber verbindlich für den Handel! Das darf man nicht vergessen.
    —–
    Nach der Logik des AAW müssten Autos auch verboten werden, weil viele junge Erwachsene oder jugendliche Mit-/Beifahrer jedes Jahr sterben, wegen zu hohen Geschwindigkeiten, Selbstüberschätzung oder Alkohol am Steuer. Führerscheine erst ab 30! *forder* Gleichzeitig muss der alkoholische Schund verschwinden aus diesem Land, gegen Komasaufen und Flatratepartys! Eltern, die sich nicht um ihre Kinder kümmern sollte man auch gleich wegsperren oder verbieten, ach am besten, man verbietet das Kinderkriegen, dann wäre diese ganze unsinnige Diskussion endlich vorbei…

  16. @ The_Real_Black

    wg. deiner Frage… uns hat man während dem Studium gesagt, dass Wikipedia alleine nicht zitierfähig ist (vor allem in Bezug auf Arbeiten). Wenn jedoch andere wissenschaftliche Bücher, Forschungsergebnisse, etc. zu den selben Schluss kommen, ist es jedoch schon möglich auch Zitate aus Wiki mit heranzuziehen.
    Die Webseite alleine hat jedoch bei Zitaten keinerlei Aussagekraft, wenn eben nur diese als Quelle verwendet wird! Des wollte ich damit sagen.
    Wenn selbst die Erfinder des Wortes keine Ahnung haben, was sie genau meinen, warum soll es dann auf einmal das ach so „böse“ Internet wissen… noch dazu eine unwissenschaftliche Website.

  17. „Sooo… what? Erziehung ist Recht und Pflicht der Erziehungsbeauftragten, nicht des Staates, nicht von Verkäufern. Es ist ihr gutes Recht ihren Sprößlingen die Spiele zugänglich zu machen; mit Frechheit hat das nichts zu tun, sondern mit Grundrechten“
    —–

    Und genau deshalb braucht es ein Verbot, wenn man solche Spiele von Jugendlichen und Kindern fernhalten will. Damit es diese verantwortungslosen Eltern in Zukunft nicht mehr ganz so einfach haben. Ausser ein paar Freaks wird niemand diese Gewaltpornos vermissen, sind eh nur Zeitverschwendung.

  18. [quote]
    ach am besten, man verbietet das Kinderkriegen, dann wäre diese ganze unsinnige Diskussion endlich vorbei…
    [/quote]
    Yeah! *zustimm’*
    Dann wäre das Problem endlich erledigt!

  19. Ist doch wahr! Wenn man den Eltern in diesem Land auch nicht ein kleines winziges Stück weit etwas zutraut, dann sollte man konsequent genug sein, auch diesen letzten Schritt zu gehen und Kinderzeugung unterbinden. Jugendschutz ist ja schön und gut und sogar notwendig, aber sollte dessen Rolle nicht eher passiv sein, als Ergänzung elterlicher Fürsorge und Erziehung, anstatt aktiv wie jetzt immer wieder gefordert mit Verboten/Bevormundungen in die Erziehung einzugreifen? Es wird immer wieder Fälle geben, in denen Eltern mit dem Nachwuchs überfordert sind oder so drastische persönliche Probleme gleich welcher Art haben, dass sie sich nicht kümmern (können). Ich sehe den Ansatz hier vielmehr in Aufklärung und Unterstützung – gleichzeitig möchte ich aber den Spielen mit Action- und Gewaltinhalten nicht zu große Bedeutung beimessen(FPS/TPS u. v. m.). Gewaltinhalte in (neuen) Medien greifen letztlich nur das auf, was jeden Tag durch alle Nachrichtenagenturen rattert und dann morgens, mittags, abends bei der Tagesschau zu sehen oder überall im Netz nachzulesen ist. Da tun sich nun einmal die menschlichen Abgründe auf… Wer Darstellungen in Videospielen für „abartig“ und „gefährlich“ erachtet, der müsste streng genommen auch die Tagesschau zensieren, wenn dort bspw. Saddams Erhängung gezeigt wird oder die Opfer von Kriegen, Erdbeben, Tsunamis – die Liste ließe sich beliebig verlängern. Ich sehe da Games nicht als alleinige Gefährdung der heutigen Kinder und Jugendlichen…

  20. @D-Jay
    Ist bei uns genauso geregelt, wobei die Regel mit der Bestätigung durch andere Quellen nicht galt. Wir bekamen nur zu hören: „Kann von jedem verändert werden, ist unwissenschaftlich und daher nicht zitierfähig.“
    Es könnte natürlich auch sein, dass die K-Spiel Definition vom AAW selbst stammt und Frau Mayer deswegen darauf verweist. *fies*

  21. @DarkStar
    .
    Siehs doch mal von der Seite: Der Jugendschutz in D. ist bescheuert. Als ob ein 15-jähriger am Tag seines 16ten Geburtsags plötzlich geistig reifen würde, oder ein 17-jähriger am Tag seines 18ten. Also vielleicht hat die Mutter ihren Sohn ja wirklich schon die vorgänger spielen sehen, hat sich damit beschäftigt und attestiert ihrem Sohn jetzt genug geistige reife gta4 zu spielen ohne in der Realität passanten mit gestohlenen autos zu überfahren. in diesem fall hättest du ihr wirklich nicht in die erziehung zu reden, da du ihren sohn ja nicht kennst.
    .
    Da das allerdings leider unwahrscheinlich ist, gratuliere ich dir trotzdem zu deinem einsatz, auch wenns scheinbar nichts genützt hat.^^

  22. @Crusader
    bei uns variierte das von Fach zu Fach. Im Medizinbereich meinte unser Prof. z. B. dass Wiki hier sehr gut sei, auch wenn man das natürlich mit anderen Quellen abgleichen müsste. In anderen Fächern in denen primär wissenschaftl. Arbeiten geschrieben werden mussten, fiel dann halt auch der Satz, dass Wiki nicht zitierfähig ist (die müssen es ja wissen – vielleicht variiert das aber auch von Hochschule zu Hochschule/ Uni zu Uni).

    Irgendwie find ich es schade, dass die Gewalttat (die sich ja nächste Woche zum ersten mal jährt) für solche Forderungen missbraucht wird. Ich glaube ja dass da noch einiges kommen wird im Laufe der nächsten Wochen, weil es schon seltsam ist, dass gerade seit wenigen Wochen wieder sehr viel über vermeintliche K. Games geredet wird. Im Januar dachte ich noch, dass dies ein gutes Jahr werden könnte, in dem mal keine Hetze betrieben wird – u. a. auch deshalb weil die CDU mit der FDP es vielleicht auch nicht so leicht hat wie vor einem Jahr noch mit der SPD.

  23. Nene mit 17,99(abgerundet^^) Jahren ist man noch zu unreif für Pornos, das geht erst mit 18,0 ;) Aber irgendwo muss man eine Grenze ja ziehen, man kann schlecht jedem ein individuelles Reifezeugnis ausstellen, dann dürften viele Politiker ja nichtmal mehr nach 20uhr legal alleine auf die Straße *fg*

  24. „Das ist eine grenzenlose Gleichgültigkeit und Naivität. Die Jugend muss man vor so etwas schützen, und das geht nicht, indem man bunte Märkchen auf Packungen klebt und sagt: Jugendfreigabe ab 18. Aber dahinter steht einfach eine Wirtschaftsmacht.“
    Tut mir leid Frau Mayer, aber was reden Sie da eigentlich für abartigen Quatsch?
    Ich dachte Herr Schober hätte einen Pfannenwender in Kopf, als er das gleiche in ähnlicher Form behauptete, aber offensichtlich scheint es beim AAW Pfannenwender für das Kopfinnere als Souveniere zu geben.
    Dachte die hätten dazu gelernt, aber dank des Pfannenwenders liegt das Gehirn auf Kopf, wenn es heisst „Realität verstehen, begreifen, logisch denken“.

  25. vllt. sollte man das so betrachten das man mit 18.0 zugetraut bekommt für erwachsene Inhalte zu reifen.
    Wird einem niemals irgendwann etwas erlaubt,kann man auch nicht damit den Umgang lernen.Bekomme ich also sobald ich mich reif genug dafür fühle mein Recht nicht,so nehm ich es mir vllt.
    Ich würde nie unterschreiben,dass jemand sobald er 16 ist,reif genug dafür ist Bier zu trinken,aber ich denke er ist alt genug ,um die Reife dafür langsam zu entwickeln.Dabei sollten Eltern ihre Kinder jedoch nicht alleine lassen,sind sie doch wichtige Vorbilder an denen wir uns orientieren.
    Und wie soll ich mit 18 als reif dafür gelten meine neuen Rechte zu besitzen,wenn sie mir vorher verwehrt wurden und ich noch nie Umgang mit ihnen hatte.
    So würde ich mich mit 19 nicht als Erwachsenen bezeichnen,sondern wie man so schön sagt als noch Heranwachsenden.
    Mit dem Alter kommen Rechte und Pflichten ,die Reife damit umgehen zu können,hängt davon jedoch nicht zwangsweise vom Alter ab.

  26. Die gute Frau Gisela Mayer hat sich ja Gestern den 04.03.2010 im ZDF um 23:25 in der Sendung „Markus Lanz“ kräftig ausgeheult und erzählt wie böse und gemein Spieler und wie schädlich ja sogar gefährlich die Spiele sind, tatkräftige Unterstützung erhielt sie dabei vom etwas älteren Publikum und der Professorin Britta Bannen die bewiesen haben will das Spiele eine allgemeine Gefahr darstellen, grundsätzlich gefährlich sind und daher verboten gehören. Überhaupt kamen die Spiele sehr schlecht weg in der Sendung, auf die Schützen kam man kaum zu sprechen, da hatten die Glück, es wurde zwar auch der private Waffenbesitz angesprochen aber doch eher nur am rande, Mobbing, Leistungsdruck, falsche Vorbilder, Elterliches Versagen und Gewalt, soziale Ausgrenzung und ein falsches Schulsystem wurden gar nicht erst angesprochen, nicht einmal in einem Nebensatz.

  27. Ups das Berg habe ich vergessen zu schreiben, heißt natürlich Bannenberg und nicht nur Bannen. Ich komme von der Nachtschicht, da passieren solche Fehler schnell einmal.
    Natürlich unterschätze ich die Dame nicht, ich unterschätze keinen einzigen Spielehaßer egal wer es ist.

  28. @Amegas
    Da bald Wahlen in NRW sind sowieso und nicht zu vergessen nächste Woche das Winnendejahresgedächnis stattfindet, dann im April das Erfurter Jahresgedächtnis was ja auch jedes Jahr erneut angegangen wird und dann im Oktober das im Emsdetten. Und zwischendurch wird es auch genug Studien geben und genug Skandale bei den Politikern die durch Polemik und Haß gegen Spieler und Spiele übertünscht werden müßen.

  29. die frau bannenberg ist mein ich auch in sachen „korruption“ politisch tätig.
    irgendwie sowas in der art habe ich mal in ihrem profil gelesen, dass sie auf einer uniwebsite hat.
    das also der „expertenkreis amok“ auf das „verbotsergebnis“ kommt beweist für mich persönlich schon einmal mehr, dass dort wohl nur videospielgegner vorhanden waren und das auch diese frau bannenberg offenbar sehr voreingenommen/befangen sich diesem „expertenkreis“ angeschlossen hat.
    schade nur, dass man solche leute nicht wie richter, die auf befangen eine sitzung leiten, abstrafen kann.
    aber ich frage mich wie die frau mayer darauf kommt, dass wir spieler alles böse ärsche sind?
    war die denn nicht letztes jahr dabei, als der vdvc da war?
    offenbar bedient sie sich „fieser mittel“ um ihr ziel zu erreichen, so scheint es mir jedenfalls.

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