Österreich strebt nach einheitlichem Jugendschutz

(ots) In Österreich bestehen bisher keine einheitlichen Regelungen für den Jugendschutz, so dass z.B. ein 15 Jähriger je nach Wohnort bis 23, 24 oder 1 Uhr fortgehen kann. Bei den Videospielen sieht es ähnlich aus. Während in Wien die PEGI-Einstufung gilt ist in Kärnten und Salzburg das USK-Siegel (Sofern hier nicht USK mit FSK verwechselt wurde, siehe Kommentar von Pyri.) maßgeblich. In den anderen Bundesländern fehlt eine Regelung völlig. Wirtschafts- und Jugendminister Reinhold Mitterlehner plädiert nun für eine Vereinheitlichung:

„Eine einheitliche Kennzeichnungspflicht würde nicht nur den Eltern und Jugendlichen eine bessere Orientierung geben, sondern auch der Industrie und dem Handel mehr Rechtssicherheit verschaffen.“

15 Gedanken zu “Österreich strebt nach einheitlichem Jugendschutz

  1. Eine gute Aussage des Herrn Mitterlehner!
    Doch die nächste Frage ist dann: wollen sie USK oder PEGI als einheitlichen Jugendschutz nehmen?
    Bei USK würde es bedeuten, dass auch die Österreicher von nun an nur zensierte Spiele bekommen würden, möchten die Spieler in Österreich diese auf deutsch spielen.
    Hoffentlich entscheiden sich die Leute dort für PEGI.

  2. Auch wäre es interessant zu wissen, wie verbindlich die Freigaben aktuell sind und ob sich durch die Vereinheitlichung daran was ändern soll.

  3. Ich bin zwar aus Deutschland, aber ich hoffe für die Österreicher, dass sich die Verantwortlichen für das PEGI System entscheiden.
    Ein Grund, der dafür sprechen würde, währe u. a. dass man sich so nicht von deutscher Politik abhängig macht. Die USK Freigaben sind halt mal politisch bedingt und das lässt sich einfach nicht leugnen – hier kann man z. B. auch die Nichtdarstellung best. Symbole mit einbeziehen.

  4. Ich hoffe Österreich wählt nicht die USK-Freigaben, ich will nicht noch ein Land in meiner Nähe haben das durch unsere Idiotenpolitik auf uns alle sauer ist. Ich mag Österreich und hoffe sie achten ganz genau daruf was ihre Plotiker jetzt für einen Unfug planen und das sie nicht wie die Deutschen dann die Füße still halten sondern sofort und ohne Umschweife kräftigst auf den Tisch hauen, die Bürger Österreichs müssen jetzt von Anfang an ihren Willen äußern sonst werden sie gnadenlos übergangen.

  5. @Booomboy
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir plötzlich auf USK Umsteigen würden. In Wien gilt jetzt schon eben PEGI Und die Informationen zu Salzburg und Kärnten würde ich hier erstmal mit größter Vorsicht genießen.
    Mir scheinen sie nämlich schlichtweg falsch zu sein – eine leider schon üblich zu nennende Verwechslung von FSK Und USK. Dass sich das Ministerium so einen Fehler leistet hielte ich nämlich auch nicht für ausgeschlossen: das Salzburger Gesetz wurde 1998 Verabschiedet meines Wissens nach, und da wird ebenso wie in Kärnten noch kaum etwas von der USK Dringestanden sein so streng. Ich las in den Originaltexten jedenfalls immer nur etwas über die Übernahme deutscher Video-Filmfreigaben in diesen beiden Ländern und auf Videospiele so einfach ausdehnbar erscheint mir das ganze keineswegs zu sein. Seltsamerweise finde ich jetzt die Originaltexte nicht mehr, bei Salzburg online ist die Seite mit dem Jugendschutzgesetz nicht mehr aufrufbar… Äußerst komisch

    Grundsätzlich glaub ich nicht, dass das Gesetz klappen wird – leider. Ich glaub auch nicht, dass möglicherweise noch einfachere Punkte wie das bei Videospielen hier aus meiner Sicht doch der Fall ist separat einheitlich durchgesetzt werden, wenn das Gesetz etwa an Alkoholfreigaben scheitert

  6. @Rey Alp
    Soweit ich weiß ist die Situation in Wien mit der PEGI Durchaus mit jener in Deutschland vergleichbar.
    Zu den beiden anderen genannten Ländern (Salzburg und Kärnten) würde ich sowieso alles sehr vorsichtig betrachten: ob die Erwähnung der deutschen FSK Da über eine Orientierungshilfe (derzeit) hinaus geht erscheint mir schon fraglich zu sein.

    Ich habe noch nie einen Film ohne FSK-Kennzeichnung, oder gar ein Videospiel ohne USK-Kennzeichnung, in diesen beiden Ländern kaufen wollen, aber vielleicht liest das ja jemand der aus Deutschland schonmal über die Grenze nach Salzburg in die Stadt oder so vielleicht sogar extra kam um dort ein Spiel ohne Kennzeichnung zu kaufen…
    Bereits letzten Sommer wurde ich auf einen Fernsehbericht aufmerksam gemacht, in dem Mitterlehner zusammen mit seinem Amtskollegen, dem Sozialminister, eine Änderung der GEWERBEORDNUNG Für Videospiele – ähnlich wie bei Alko-Pops – anregte. Auch sprach ich mit einem Videospiel-Verkäufer glaub ich mal drüber, doch davon wart nie mehr was gehört. Wahrscheinlich weil eben schon ein richtiges neues Jugendschutzgesetz vorbereitet wurde seitdem

    Also grundsätzlich werden hier sicher die Wiener Vorgaben im Auge gehabt sein – anders als bei Alkohol würden diese Vorgaben aus Wien auch keine Liberalisierung in anderen Ländern zur Folge haben und dürften so auch im Westen eher angenommen werden. Einen (populistische) Einstellung in Richtung Verschärfung von Jugendschutz, also eine zu freizügig lebend empfundene Jugend, gibt es dem Vernehmen nach ja scheinbar überall…
    Dabei ist nämlich eine österreichische Situation nicht zu vergessen: politisch leicht negative Gefühle in den Ländern, vor allem im Westen, gegen als aufgezwungen empfundene Ideen aus Wien
    @Theo Patrits
    Vielen Dank für den Einwurf. Dieses Dokument hatte ich auch gleich als erstes konsultiert nachdem ich die News hier und die Presse-Aussendung las. Aber gerade dort steht doch eben überhaupt nichts von der USK Für Kärnten und Salzburg drin, am Ende nur die bekannte Regelung für Wien, dass sich an den deutschen Kennzeichen dann zu halten ist wenn kein PEGI-Kennzeichen auf Verpackungen zu finden. Glaub nicht, dass ich da was überlesen hab
    Aber ich kann aus meiner Erinnerung zumindest bestätigen, dass in Kärnten jedenfalls die FSK Eine gewisse Rolle mal spielte, sowie höchstwahrscheinlich ebenso in Salzburg – und darauf berufen sich die Angaben in dieser Aussendung m. E. Nach. Im RIS Müssten die Originaltexte ja noch zu finden sein…

  7. Man muss um die Ecke denken, die Betreffen stellen scheinen:
    „Programme, die auf Grund des § 7 iVm § 6 des Gesetzes zum Schutze der Jugend in der Öffentlichkeit, Gesetzblatt der Bundesrepublik Deutschland 1985 I S 425, nicht freigegeben oder für Kinder und Jugendliche nur ab einem bestimmten Alter freigegeben sind, gelten auch im Land Salzburg als nicht oder nur ab einem bestimmten Alter freigegeben.“
    und
    „Bildträger, die auf Grund des § 12 Abs. 1 des Jugendschutzgesetzes (JuSchG), Bundesgesetzblatt der Bundesrepublik Deutschland 2002 I S 2730, nicht freigegeben oder für Kinder oder Jugendliche nur ab einem bestimmten Alter freigegeben sind, gelten auch im Land Kärnten als nicht oder nur ab einem bestimmten Alter freigegeben.“
    zu sein.

  8. Das ist natürlich schön wenn Herr Mitterlehner so denkt, jedoch sind die Länder allein für den Jugendschutz zuständig, und arbeiten eher ungern bei alleinigen Kompetenzen mit dem Bund zusammen. Wer so manche Gesetzesangleichungsdebatte verfolgt hat weis somit, dass diese Pläne wohl bald wieder in irgendeiner Schreibtischlade verschwinden werden.

  9. @Theo Patrits
    Tatsächlich! Ja richtig, aber im Falle Salzburgs: 1985 Ward die USK Noch gar nicht geboren. Das geschah erst 1994… Ich fürchte um dies angemessen zu interpretieren bin ich zu wenig Jurist genug :-) Dennoch wird es in der Auslegung schon darauf hinaus laufen, stimmt sicherlich. Danke nochmals

  10. Sei’n wir ehrlich: Österreich ist nicht wirklich an Jugendschutz interessiert. Wir sind nicht wie die Deutschen, wir sind „g’mütlich“. „Komasaufen“, böse Videospiele – „wuascht“, früher war „eh“ alles besser, außerdem ist es „eh“ sinnlos, denn die Kinder kommen schließlich „eh“ über Freunde oder das „Intanett“ an alles, was sie haben möchten. Willkommen beim Grundkurs österreichischer Mentalität. ^^

    In Wien hält sich nach wie vor kein Schwein an irgendwelche Alterskennzeichen – was durch Testkäufe vor ein paar Jahren umfassend belegt wurde. Und es gibt trotzdem weder mehr Jugendgewalt, noch Amokläufe. Ich bin generell ein Feind von Aktionismus: wo kein Anlass, da ist auch keine Gesetzesverschärfung erforderlich.

    Ich fände einheitlichen Jugendschutz in Österreich schön – dazu müsste allerdings erst einmal der bestehende eingehalten werden. Und bevor die öffentliche Diskussion ähnlich abstruse Formen wie in Deutschland annimmt (was 2005 fast geschehen wäre, als die ÖVP – unser Pendant zur CDU, wer sonst? – einen Index nach deutschem Vorbild etablieren wollte), ist mir lieber, wir tun das gleiche wie seit vielen Jahren: das Thema totschweigen. Österreich soll auch weiterhin ein spielefreundliches Land bleiben und nicht dem rückständigen deutschen Denken – Jugendschutz um jeden Preis – anheimfallen. So ist es bei uns möglich, dass „Heavy Rain“ in der Wochenendausgabe des Standard einen über eine halbe Seite gehenden Bericht im Hauptteil (!) erhielt, wo über die Verschmelzung von Film und Spiel geschrieben wurde – wann ist sowas in Deutschland zuletzt vorgekommen? :)

  11. Eine verbindliche Altersfreigabe (auf Pegi-Basis) fände ich gar nicht mal so schlecht. Hätte die Schweiz sowas schon vor Jahren eingeführt, so wäre (meiner Meinung nach) die aktuelle Verbotsdiskussion gar nicht auf dem Tisch.

  12. Tja wir Deutschen haben mit der USK eine verbindliche Altersfreigabe und die schützt auch nicht vor Verbotsforderungen, aber Schweiz und Österreich ist nicht Deutschland, Gott sei dank…

  13. Verbindliche Altersfreigaben bringen nur etwas wenn 18+ das Maximum ist. Dann ist das durchaus zu begrüßen. Die USK ist in Deutschland auch nicht das Problem. Medien-Einstufungen gibt es in fast allen Ländern. Das wird erst zum Problem wenn Freigaben verweigert werden können und diese Spiele dann mit zusätzlichen Restriktionen belegt werden. Sei es ein einfaches Verkaufsverbot wie in Australien oder das deutsche Bürokratie u. Zensur-Monster mit Index + Beschlagnahmung.

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