Schweiz: Weitere Motion

(gamerights) Nachdem bereits in Bern eine Motion zum Verbot von „Killerspielen“ initiiert wurde, ist eine weitere in Luzern zustande gekommen. Auch diesmal kommt der Vorstoß mit der Politikerin Jacqueline Mennel Kaselin von der SP. Bereits am 23.02.2010 wurde der Vorschlag eines Verbotes von „Spielprogrammen, in denen grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen und menschenähnliche Wesen zum Spielerfolg beitragen“ vom Luzerner Regierungsrat positiv aufgenommen, so dass nun eine Standesinitiative vorbereitet wird:

„Ein Verbot, das bereits bei der Herstellung solcher Games beginnt und keine Alterslimite für den diesbezüglichen Erhalt vorsieht, erscheint uns aus diesen Überlegungen trotz weitreichender Folgen als zweckmässig.“

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20 Gedanken zu “Schweiz: Weitere Motion

  1. „Spielprogrammen, in denen grausame Gewalttätigkeiten gegen Menschen und menschenähnliche Wesen zum Spielerfolg beitragen“-Das ist ja der genaue Wortlaut wie man es aus Zensurland ähm ich meine Deutschland kennt, ohje. Es gibt einfach nicht genug Tische und Wände gegen denen man seinen Kopf zur Beruhigung schlagen könnte.

  2. Nein, bei uns ist es enger: Es wird noch eine Verherrlichung oder Verharmlosung verlangt. Grausame Gewalttätigkeiten reichen für ein Verbot nicht aus.

  3. Zweckmäßig für was? Gewaltprävention? Das halt ich für fragwürdig. Zudem ist die Maßnahme weder erforderlich (es gibt sinnvollere Methoden der Gewaltprävention: Starten von Präventionsprojekten an Schulen, bessere Bildungspolitik, angemessener Medienumgang mit Verbrechen – damit meine ich zB News-Sendungen oder Zeitungen keine Spiele, Waffenethik, etc.) noch ist die Maßnahme angemessen, da sie doch in die Rechte einer großen Menge von Personen und Dritter eingreift. Außerdem lassen sich die Spiele aus dem Internet laden. Also verhältnismäßig wäre das nicht.

  4. …obwohl, wenn ich so recht überleg, sind solche „Gewalpräventions-projekte“ meist ziemlicher Bullshit. Da kommen dann solche bunt gekleideten Hiphopper und rappen „Gewalt ist uncool, alda!“ und dann wird gemeinsam gesungen „Mehmet-Scholl-Hauptschule! Nur gemeinsam sind wir stark! Lalala!“. Ich denke solche Projekte können auch nach hinten losgehen und die Kids prügeln sich erst recht…

  5. Uh? Meinen die denn eventuell da in der Schweiz ein „Verbot“ wie es das bei uns auch schon ewig-und-drei-Tage gibt?Ich mein „Verbot“ von „Schwachsinn“(Propaganda, Sex, Folterspielen, dies meist noch recht Mies Produzierte Zeug halt) ist ja nun auch nicht ganz schlecht… besser wäre man würde seine Kreative-Ader anders ausleben, dann müsste man gar nicht erst über Verbote nachdenken. Auch wenn ich Verbote für ein furchtbares Wort halte, es gibt wirklich irgendwann auch Grenzen. ;)

  6. buzzti, ich finde es fehlt schon an der Geeignetheit, so dass ich mich schwer tue Erforderlichkeit und Angemessenheit zu prüfen. Ein Verbot von „Killergames“ ist nicht förderlich, Gewalttaten zu verhindern oder Jugendgewalt zu vermindern. Nur meine 0.02 €.

  7. @amegas
    Na das klingt nach harten Strafen, für Entwickler, Publisher, Verkäufer und Käufer, was anderes wird die Dame nicht meinen.

  8. @eMCe
    Propaganda, Sex, Folterspiele – Das Zeug stammt zumeist (Von Erotikspielen gibt es auch reguläres Zeugs)von kleinen „Vereinen“ und Privatpersonen aber nicht von der Gamesindustrie bei dir klingt es aber ein wenig anders und ist bis auf Erotikspiele zumindest in Deutschland verboten (Erotikspiele unterliegen aber strengen Auflagen und werden sich außerhalb von Sexshops niemals finden lassen), wie es damit in Österreich und Schweiz aussieht weiß ich nicht.

  9. Immer wieder traurig, dass es Menschen gibt, die den Unterschied zwischen Visualität und Interaktivität nicht schnallen. Klar sieht’s in z.B. in GTA IV so aus, dass man quasi nur Leute tötet, wenn man einen Mittschnitt zeigt, den man zuvor extra nach dem Grad der Gewaltdarstellung ausgewählt hat. Doch kann man durch solche kurzen Filmchen das zeigen, was ein Spiel ausmachten? Nein, zum millionsten mal NEIN!!
    .
    Kritiker, setzt euch an die Rechner und spielt – und wenn ihr das nicht könnt, dann hört auf über Dinge zu schreiben, von denen ihr keine Ahnung habt! Mitschnitte oder Screenshots können keine Spielinhalte verdeutlichen!

  10. Nene, ich meinte schon diesen „Vereins“ und „Perversen“-Kram, Erotik gut produziert reicht in keinster Weise für ein „Verbot“. Raw-Klamotten(oder wie sich das schimpft) muss man nicht wirklich auf Menschen loslassen. Mir wird nur nicht in diesen Motionen klar, ob es sich um das in der BRD schon lange existierende „Verbot“ handelt, welches die Schweiz gedenkt AUCH umzusetzen oder eben um die Rechtskonservative-Populisten Schiene, diese durchzusetzen wäre in der Tat bedauerlich.

  11. @ eMCe: Was ist denn jetzt genau Schwachsinn, der ruhig verboten werden könnte? Was dich ästhetisch nicht anspricht (nicht „gut produziert“), oder was dich sexuell nicht anspricht (offenbar S/M, etc.?). Grad bei so Sachen wie Sex wär ich sehr vorsichtig mit Wertungen von Präferenzen.

  12. und ich hielt noch die schweizer politiker für „wesentlich intelligenter“ als unsere politiker!
    so kann man sich wieder täuschen.
    oder hat roland näf ein klein wenig mit dem geldsäckchen gewunken, dass plötzlich nach und nach immer mehr schweizer politiker auf diesen „ich hasse killerspiele! ich weiss zwar nicht was das in wirklichkeit ist, aber das geht mir am popo vorbei“-zug auf.

  13. -.-
    Ich wusste ja das das schwierig wird, aber so… ;)
    Auf gut deutsch(scheint nicht anders zu gehen, sorry):Nazi-Werbespiele mit Schwulenfolter und Judenanzünden (können auch Scientology sein, Al Qaida, etc. pp.). Das Zeug was hier schon längst Verboten IST. Meint die Schweiz jetzt auch sowas einführen zu müssen(was ich wie gesagt nicht wirklich schade finde) oder gehts dort auch eher um diesen Sinnfreien Wählerfang wie hier?

  14. Kann mich Lanzenbrecher da nur anschliessen: verstehe überhaupt nicht was da eigentlich gemeint ist, bloß sein könnte und musste vorhin schon ziemlich lachen als ich das gelesen habe. An welche „Vereine“ wird denn da gedacht bitte :-D

    Abgesehen von persönlichen Geschmacksvorstellungen und wie auch immer produzierter „Erotik“: für „pornographisch“ zum Beispiel wird ja auch anderes gehalten als von Gewalt gegen Frauen etwa ausgegangen wird. Jeder Mensch der einigermaßen beweglich ist und eine Kamera zur Verfügung hat kann „pornographisches“ problemlos über sich selbst allein inszenieren. Ein Video erstellen – und lädt er oder sie das dann auf ein Mainstream-Portal wie Youtube hoch, kann er oder sie wahrscheinlich gar nicht so schnell schauen bis das gelöscht wird und sein oder ihr Account gesperrt
    Usw. usf.

    Vor zwanzig Jahren gab es einmal eine Welle anonymer neonazistischer Propagandasoftware, falls soetwas mit mit „Vereinen“ gemeint gewesen sein sollte, welche auf Schulhöfen etc. Zumindest kolportiert weite Verbreitung fanden. Die BPJM Hat die Titel damals alle indiziert, aber da sie ja nie kommerziell vertrieben wurden erging dazu auch nie ein Beschlagnahmungsbeschluss meines Wissens nach. Die Namen der „Spiele“ sind älteren Semestern sicherlich heute noch ein Begriff – auch wenn sie damit wie ich zum Beispiel nie direkt in Kontakt gekommen sind.
    Zumindest hier in Österreich wurde das Zeug jahr(zehnt)elang von PädagogInnen in einem Atemzug mit (damals) ebenfalls populären Erzeugnissen der Industrie wie Wolfenstein oder DOOM Genannt, also irgendwo nach dem (unbewussten) Motto: wenn schon ignorant gegenüber den unliebsamen Inhalten von Videospielen, dann auch richtig (ignorant)…

  15. Der letzte Abschnitt passt nicht nur auf Österreich sondern auch auf Deutschland, auch hier werden Titel wie *azi-D**m, *eger-D**m und KZ-M**ger in einem Atemzug mit kommerzialen Produkten wie Doom3, Conuter-Strike oder Final Fantasy VII genannt und das nicht nur von Pädagogen/innen sondern auch von Wissenschaftlern, Medienvertretern, Vereinigungen wie dem AAW, Behörden, Politikern und Privatpersonen.

  16. @Doktor Trask
    Ja gut, aber das ist doch schon zwanzig Jahre eben her!
    Sicher wirds auf entsprechenden Seiten nach wie vor und noch immer (mehr) solche Programme geben, auf Flash-Basis etc. Doch um diese zu verbieten würde doch schon die Ausweitung des „Zugangserschwernisgesetzes“ oder wie das jetzt genau heißt reichen, und kein eigenes Verbot auch nur irgendeinen Sinn machen – zu kaufen gibts das ja nirgendwo ;-)

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