Schweizer Verbot: Etwa ein Dutzend Spiele betroffen

(20min) Morgen wird in der Schweiz der Ständerat über ein Verbot von „Killerspielen“ beraten. Mit der SP-Politikerin und VGMG-Mitglied Evi Allemann hat sich eine der Initiatorinnen zu dem Vorhaben geäußert. Sie betont die Notwendigkeit der Schaffung eines eigenen Prüfsystems anstelle der PEGI, da „diese von der Spielindustrie abhängig ist“ und hofft durch das „Verbot ein zukünftiges Umdenken in der Industrie“ bewirken zu können. Zur Reichweite stellt sie klar:

„Es wird sich wohl um etwa ein Dutzend Games handeln, wie in Deutschland, wo beispielsweise Mortal Kombat und Manhunt verboten sind, nicht aber Counterstrike. Dieses Game unterliegt einer Altersgrenze, Erwachsene können es jedoch frei erwerben und spielen.“

44 Gedanken zu “Schweizer Verbot: Etwa ein Dutzend Spiele betroffen

  1. „Es braucht eine branchenunabhängige Bundesstelle, die für gewisse Spiele Altersgrenzen festsetzt oder andere Spiele als unbedenklich oder sogar pädagogisch wertvoll einstuft. Als Vorbild könnte Deutschland dienen.

    Bin ich der Einzige, der jetzt ans VDVC denkt?

  2. die frau hat keine ahnung. pegi ist wohl das beste system, das es gibt. ich habe von denen noch nie eine unpassende plakete auf einer verpackung gesehen. und jetzt will sie es so machen wie in deutschland wo jeder sch*iss verboten wird. mag diese person jetzt schon nicht.

  3. @Rey Alp
    Unsinn was erzählst du denn da? Verboten sind die nicht, du darfst diese Spiele genauso wie Manhunt, Dead Rising oder Condemned besitzen lediglich der Verkauf oder eine andere Form der Zugänglichmachung ist verboten.

  4. Ob die Frau keine Ahnung kann ich nicht sagen, aber sie hat nunmal recht damit das PEGI das wohl schlechteste Prüfungsystem ist was es in Europa gibt. Bei gefühlten jeder dritten bis vierten entscheidung kann man sich doch nur an den Kopf fassen.

  5. @ Doktoer Trask:
    § 131 StGB pönalisiert u.a. gem. Abs. 1 [Nr. 1) die Verbreitung, [Nr. 2] die öffentliche Zugänglichmachung (Ausstellung, Anschlagung und Vorführung), [Nr. 3] das Anbieten, Überlassen oder Zugänglichmachen einer Person unter 18 Jahren und [Nr. 4] das Herstellen, Beziehung, Lieferung, Vorrätighaltung, Anbietung, Ankündigung, Ein- oder Ausführung der i.S.d. § 131 StGB inkriminierten Medien, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummern 1 bis 3 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen.

    Das ist es, was i.d.R. als Verbot definiert wird; das Besitzverbot ist eine hinreichende, aber keine notwendige Bedingung für die Definition einer Maßnahme als Verbot.

    BTT: Evi ALLEMANNs Beruhigungsversuche sind natürlich vollkommener Quatsch. Der bestehende § 135 sStGB machte ja schon vor, wie das „Killerspiel“-Verbot als Derviat auzusehen hat… möglichst schwammig, ohne Kontur, indifferent und undefiniert – man wird ein Counter-Strike nicht objektiv von einem Manhunt trennen können. Wie hierzulande beim § 131 StGB kommt es auf Gusto-, Moral-, Ästhetik-, Kunst- und Kulturvorstellungen des jeweiligen Richters an; Geschmackszensur.

  6. @ Sven:
    … und das machst du woran fest? Richtig: An deiner subjektiven Wahrnehmung. Weil du die Entscheidungen nicht nachvollziehen kannst, musst du dir an den Kopf fassen. Bedenke aber: Rezeption ist subjektiv; es existiert kein enumerativer Kriterienkatalog, mit dessen Hilfe man objektiv Medien klassifizieren könnte.

    Mir ist das PEGI-System noch am liebsten, da hier die verantwortlichen Kreativen selbst ihre Intentionen mit berücksichtigen können.

  7. On one hand, VGMG people like Roland Näf and Evi Alleman repeatedly say they will separate the few „killer games“ from the majority of the production. And apparently Mrs. Alleman doesn’t consider „Counter-Strike“ as a „killer game“.

    On the other hand, a guy like Rudolf Hänsel systematically loathed and despised most video games, game industry and game community, article after article (see their contributions in „Zeit-Fragen“). And I don’t forget that Roland Näf signed the „Kölner Aufruf“ which is, to me, a declaration of war against video game medium.

  8. Soweit ich das beurteilen kann, macht die Pegi ihre Arbeit sehr gut, eben weil die Entwickler da ein Mitspracherecht haben. Hat jemand mal „Edna bricht aus“ gespielt? Das hat USK 0 und PEGI 12.

  9. @Sven
    Und die USK ist da soviel besser? Einige Beispiele:
    Dort sind zbsp. selbst die Titel mit einer ab 18 Freigabe noch sehr oft zensiert damit Erwachsene die kaufen dürfen, ein Titel mit einer Freigabe ab 18 ist schon kein Kinderspiel mehr warum dann noch zensieren?
    Wenn man sich mehrere Spiele mit gleichen Inhalt anguckt stellt man fest das es gravierende Unterschiede gibt, eines geht mit er Freigabe ab 16 unzensiert durch, eines mit einer Freigabe ab 18 und unzensiert, eines ist ab 18 aber zensiert und eines wird die Freigabe komplett verweigert und alle Titel haben den gleichen Spielinhalt.
    Auch wurden manche Titel seltsam hoch oder seltsam niedrig bewertet, sprich in sehr vielen Fällen sind die Freigaben einzig und allein dem verständlich der die Freigabe verteilt hat allen anderen bleibt nur ein großes Fragezeichen über dem Kopf.

  10. Das USK-System mit dem wechselnden Gremium sorgt für einige SEHR fragwürdige Entscheidungen, in die eine, oder die andere Richtung.

  11. Vic hat Recht: letztlich basieren alle Jugendschutzsysteme auf purer Willkür. Ich denke jedoch, dass es unmöglich ist, eine wahrhaft objektiven und fairen Kriterienkatalog zusammenzustellen, weil es immer auf den Kontext ankommt, in welchem Inhalte präsentiert werden. Gerade dessen Analyse wird aber in erster Linie der persönlichen Wahrnehmung des Prüfers überlassen. Dabei ist egal, ob es sich um einen einzigen Prüfer oder ein komplettes Gremium handelt – es bleibt eine von subjektiven Wert- und Moralvorstellungen abhängige Entscheidung. Jugendschutz (oder die Vorstellung davon) ist in seinem Wesen eben komplexer als „man kann Köpfe von menschenähnlichen NPCs abschlagen, also ist es automatisch ab 18“ oder „es kommen so und so viele Liter Blut im Spiel vor, also ist es ab 16 oder ab 18“.

    Die Willkür beim Jugendschutz gilt aber nicht nur für die Prüfer, sondern auch für die Konsumenten. Ich stimme GreenNinja zu: PEGI ist m.E. das beste Klassifizierungssystem, nicht nur in Europa, sondern weltweit. Ich empfinde die Freigaben als extrem nachvollziehbar (ich kann die Entscheidungen zu rund 98% bedenkenlos unterstützen), während ich mir bei geschätzt jeder dritten USK-Einstufung an den Kopf greife (Beispiele habe ich genug – von ‚SingStar: Die Toten Hosen‘ – PEGI 16+, aber USK oA, was mir bei den Songtexten der Hosen unbegreiflich ist; PEGI liegt mit 16+ imo völlig richtig – bis hin zu ‚Command & Conquer 3: Tiberium Wars‘ – USK 18, die höchste Einstufung weltweit). Deutschland ist für Jugendschutz ein denkbar schlechtes Vorbild, nicht nur wegen dem Indizierungsirrsinn, sondern eben auch wegen der USK, die durch ihre Instransparenz und Unlogik mein Vertrauen, wäre ich ein deutsches Elternteil, längst verspielt hätte. Svan hingegen sieht das eventuell anders…

  12. „Aber der Zugang wäre über das Internet sehr einfach. Wie wollen Sie ein Verbot durchsetzen? “

    „Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Die Kontrolle und Strafverfolgung im Web beschäftigt die Fachleute stark. Das Problem stellt sich ja auch in völlig anderen Bereichen wie bei der Kinderpornographie oder rassistischen Inhalten. Heute ist deshalb auch eine Art Internetpolizei am Entstehen, die Missbräuche ahndet.“

    Heute Killerspiele morgen das ganze Netzt. Der weg scheint vorgegeben. Und wieder Kipo…

  13. Ja, das habe ich schon mitgekriegt, ich wollte ihm zustimmen ohne sagen zu müssen „Also, die usk 0 verstehe ich auch absolut nicht, da ziemlich viel „böses“ Zeug vorkommt ( SPOILER am Ende wird man sogar vor die Wahl gestellt einen Menschen/menschenähnliches Wesen zu ERMORDEN!!! OMFG KILLERSPIEL!!! SPOILER ) und die wahrscheinlich nur wegen der Comicgrafik USK 0 gegeben haben, ohne wirklich auf den Inhalt zu achten.“

  14. He Dave, keine Spoiler! Das ist ja gerade der wichtige Teil an dem Spiel. Kann das mal jemand ändern, ich finde die Funktion grade nicht. xD

  15. Evi Allemann ist soweit ich weiss genauso wie Roland Näf Mitglied des VGMG.
    Über die schweizer Politiker habe ich nun 3 Arten, wie ich über sie denken kann:
    1.Sie sind intelligenter und fallen nicht auf so ein niedriges Niveau und Lügengeflecht von Näf´s VGMG herein
    2.Sie sind bestechlich oder „zu gute Freunde“ von Näf und werden deshalb dem Verbot zustimmen
    3.Sie sind doch extrem „low intelligent“ und fallen auf’s VGMG herein.
    Nun liebe schweizer Politiker, was von den dreien seid ihr?

  16. @Booomboy

    Hab‘ den Beitrag editiert. Bitte nicht die Zusammenhänge verkürzen. Verbindungen reichen nicht aus, um etwas gleichzusetzen.

  17. bin mit dieser änderung einverstanden, wobei ich in diesem einen artikel meine ihren namen gelesen zuhaben.
    und wir wissen ja, dass unsere gegner nichts unversucht lassen um uns in aller öffentlichtkeit schlecht zu machen.

  18. Absolut laecherlich in meinen Augen: dann war die ganze Aufregung umsonst? Ich ging selbstverstaendlich von einem Verbot aus das hunderte Titel betroffen haette – wenn nicht mehr… Verrueckte Welt: das kolportierte Totalverbot IST Schliesslich die Motion Allemann – der Jugendschutz eine andere Motion: und ich lese die Motion sowieso bis zu den Siedlern & Co. Also kann ich das ueberhaupt nicht nachvollziehen: der Naef ist bekanntlich gegen das John-Woo-Spiel Stranglehold gleich als erstes gerichtlich vorgegangen und das ist in Deutschland keineswegs verboten – hat auch die BPJM Nicht als strafrechtlich relevant gesehen. Der (Naef) zumindest kann mit diesen Beschwichtigungen, aus welchen Gruenden auch immer diese voellig neu fuer mich auf einmal so erfolgt, doch schon nicht einverstanden sein und waere das, sind diese Vorstellungen, muessen die fast zu wenig sein.
    @Shane Fenton
    I’ve really never heard of only about twelve Games before they wish to prohibite

  19. Lustig, dass sie gerade sagen es wären ein Duzend Titel. Sind nicht ungefähr genauso viele Speile bei uns in den letzten 20 Jahren beschlagnahmt worden? ^^

    Ist Strangehold für den deutschen Markt nicht kastriert worden?

  20. Selbst wenn nur ein Spiel verboten wird, ist das eines zu viel. Außerdem ist es sehr leicht die Verbotskriterien schrittweise auszuweiten. Sobald so ein System mal installiert ist, bekommt man es nicht mehr weg. Deutschland ist da auch wieder ein schönes Negativ-Beispiel. Man passt hier seit Jahrzehnten die gleichen Paragraphen an um Regelungen zu verschärfen. §131 z.B. war ursprünglich kein so umfassendes Zensurinstrument.

  21. hmm soll dieses verbot nur spiele wie „menschenjagd“ betreffen, dass auch bei uns verboten wurde?
    also sprich: eine verbotseinführung gegen gewaltverherrlichende spiele?
    naja gut, so lange sich das wie bei uns in grenzen hält okay, ich ging davon aus, dass man hier versucht alle actionspiele zu verbieten.
    allerdings muss ich Stefan recht geben, dass die Verbotskriterien weiter und weiter ausgebaut werden könnten.
    also könnte dieses „leichte Verbot“ nur ein Köder sein, um in die Gesetzesbücher übernommen zu werden um dann den richtigen harten kahlschlag zu machen.

  22. @ GreenNinja:
    Es wurden in der BRD insg. 9 Spiele gem. § 131 StGB beschlagnahmt – in alphabetischer Reihenfolge:

    Titel: Condemned
    Plattform(en): Xbox360
    Version(en): EU
    Amtsgericht: München
    Datum: 15.01.2008
    Az.: 855 Gs 10/08

    Titel: Condemned
    Plattform(en): PC
    Version(en): EU
    Amtsgericht: München
    Datum: 08.02.2008
    Az.: 855 Gs 53/08

    Titel: Condemned 2
    Plattform(en): Xbox 360
    Version(en): EU
    Amtsgericht: München
    Datum: 27.08.2008
    Az.: 855 Gs 384/08

    Titel: Condemned 2
    Plattform(en): Xbox 360
    Version(en): EU
    Amtsgericht: Hamburg
    Datum: 11.06.2007
    Az.: 167 Gs 551/07

    Titel: Manhunt
    Plattform(en): Sony Playstation 2
    Version(en): ?
    Amtsgericht: München
    Datum: 15.01.2008
    Az.: 855 Gs 10/08
    Anm. 1: Bundesweit eingezogen am 21.07.2004.
    Anm. 2: Wenn der Vertrieb in meinen Unterlagen nicht immer ausgeschwärzt wäre, könnte man wohl auch Sagen, ob es die US-, UK- oder EU-Version ist, wobei ich auf eine oder beide der letzteren Möglichkeiten tippe.

    Titel: Mortal Kombat
    Plattform(en): SEGA Mega Drive | SEGA Mega CD |
    SEGA Master System | SEGA Game Gear
    Version(en): EU
    Amtsgericht: München I
    Datum: 11.11.1994
    Az.: ER Gs 465b Js 172960/94
    Anm. 1: Der Beschlagnahmebeschluss bietet keine explizite Nennung der betroffenen Landesversionen. Ein Indiz dafür, welche Versionen vom AG München I geprüft wurden, bietet aber der Umstand, dass der Beschluss die dt. Niederlassung von Acclaim Entertainment als Vertrieb auflistet…
    Anm. 2: Insgesamt müßte man sich aber ohnehin fragen, ob der Beschluss überhaupt jemals rechtskräftig war, immerhin wurde nicht Mortal Kombat beschlagnahmt, sondern im Beschluss ist fortwährend die Rede von „Mortal Combat“, resp. „Mortal Combat 1″, also einem nichtexistenten Spiel (aber die konsequente Falschnennung des Titels rüttelt wohl doch nicht so sehr am Beschluss, wohl aber an der Kompetenz der Verantwortlichen – wie ohnehin jede Beschlagnahme).

    Titel: Mortal Kombat 2
    Plattform(en): Commodore Amiga | PC 3.5“-Diskette |
    PC CD-ROM | SEGA Game Gear | SEGA Master System |
    SEGA MegaDrive | Super Nintendo Entertainment System
    Version(en): EU
    Amtsgericht: München
    Datum: 08.02.1995
    Az.: 8340 Gs 9/95
    Anm. 1: Der Beschlagnahmebeschluss listet ominös „alle Versionen“ des Spieles als beschlagnahmt auf, was aber im Regelfall zum Bsp. gegen die Strafprozessordnung verstoßen dürfte, denn verboten werden kann nur, was explizit geprüft wurde, nicht auch das, von dem man nur meint, es sei genau so, wie der geprüfte Medieninhalt. Ein Indiz dafür, welche Plattformversionen vom AG München geprüft wurden, bietet der Umstand, dass der Beschluss die dt. Niederlassung von Acclaim Entertainment als Vertrieb auflistet, welche ausschließlich die EU-Versionen des Spieles publizierte. Die oben gebotene Auflistung der Plattformen erfolgt also unter der Prämisse, dass tatsächlich alle bis dato publizierten Versionen geprüft wurden…
    Anm. 2: Interessant ist i.d.S. auch das Veröffentlichungsdatum der PC-Versionen, denn der Beschlagnahmebeschluss ist vom 08.02.1995. Die Veröffentlichung dieser Version erfolgte tatsächlich 1995, die Frage ist aber, wann genau? Wenn das Spiel erst nach dem Beschlagnahmebeschluss veröffentlicht wurde, kann es de facto nicht erfasst worden sein. Ergo sind die beiden PC-Versionen nur mit Vorsicht als beschlagnahmt zu bewerten. Darum fällt z.B. auch der SEGA Saturn aus der Liste, was sich alleine bereits aus dem EU-Veröffentlichungstermin der Konsole ergibt (eben lange nach diesem Beschlagnahmebeschluss). Die Automatenversion kann wohl auch als beschlagnahmt erachtet werden, sofern die Acclaim Entertainment GmbH für den Vertrieb zuständig war. Wobei man sich eigentlich ja fragen muss, inwiefern der Beschlagnahmebeschluss bei dieser Schlampigkeit überhaupt rechtskräftig ist. Eine explizite Ausnahme von der Beschlagnahmung bildet die Version für den Nintendo Gameboy [laut nachträglicher Entscheidung des AG München vom 24.04.1995 (Az. 8340Gs9/95)].

    Titel: Mortal Kombat 3
    Plattform(en): SEGA Mega Drive | Sony Playstation
    Version(en): US
    Amtsgericht: Tiergarten
    Datum: 12.06.1997
    Az.: 351 Gs 2856/97
    Anm.:
    Der Beschlagnahmebeschluss listet als eine der beiden Plattformen nicht die Konsole SEGA Mega Drive, sondern SEGA Genesis, also die US-Variante. Auch als Vertrieb ist die US-Niederlassung – Williams, Corsicana/Texas – gelistet. Ergo sind von der Beschlagnahmung wohl nur die US-Versionen betroffen.

    Titel: Scarface – The world is yours
    Plattform(en): PC DVD-ROM | Sony Playstation 2
    Version(en): EU | UK
    Amtsgericht: München
    Datum: 20.11.2007
    Az.: 855 Gs 426/07

    Titel: Soldier of Fortune: Payback
    Plattform(en): PC DVD-ROM
    Version(en): US
    Amtsgericht: Amberg
    Datum: 17.06.2008
    Az.: Gs 598/08

    Es sind also insgesamt 10 Spieletitel – einer davon (Condemned) doppelt – in unterschiedlichsten Versionen.

  23. EDIT: Und jede einzelne dieser Beschlagnahmen war – wie zu erwarten – ungerechtfertigt. Von den Mängeln in den einzelnen Beshclüssen mal ganz zu schweigen…

  24. EDIT 2:
    Ich habe es wieder vergessen…

    Titel: Dead Rising
    Plattform(en): Xbox 360
    Version(en): EU | UK
    Amtsgericht: Hamburg
    Datum: 11.06.2007
    Az.: 167 Gs 551/07

  25. @Booomboy
    Die Motion Allemann ist doch allgemein bekannt, die kann man auch auf ihrer Homepage schließlich nachlesen http://www.eviallemann.ch/web/index.php?option=com_content&task=view&id=148&Itemid=1 Von „grausamen“ Gewalttätigkeiten ist da unter anderem die Rede, welche ZUM SPIELERFOLG BEITRAGEN…
    Wenn in Die Siedler mit einem Schwert ein anderer attackiert wird und der verpufft dann in einer färbigen Wolke finde ich das mitunter auch „grausam“, vor allem dann wenn es bei mein eigenen Leuten geschieht ;-) Und zum Spielerfolg meiner Wenigkeit, des Computers oder eines anderen menschlichen gegenübers trägt es für gewöhnlich schon bei
    Und nein, von „gewaltverherrlichend“ steht da eben nichts drin, dafür was anderes – atttributiv übetragen „gewaltbelohnend“ wenn man so will – aber ist ebenso egal, denn was soll „gewaltverherrlichend“ auch überhaupt sein…

  26. Nachtrag: die aus meiner Sicht entscheidende Frage hierbei ist wie da überhaupt irgendetwas bestimmt werden soll das verbotswürdig wäre, intersubjektiv – für mich ist „gewaltverherrlichend“ eine negative Zuschreibung wie „hässlich“, eine positive hätte damit mit „Schönheit“ zu tun. Also wird hier für mich mit so etwas wie „Schönheit“ ein Staat gemacht, wenn der aus Gesetze besteht. Und das hat eben NICHTS Mit Meinungsfreiheit zu tun, Hassreden oder gar tatsächlich politischem Extremismus zu tun auf den man sich da mitunter hinausredet: unabhängig von wie auch immer gearteten Ergebnissen einer Medienwirkungsforschung – die ersetzt da zusammen mit einem vorgeschobenen Humanismus gegen Spiele, einer angeblich warm-herzlichen Biophilie gegen die kalte Technik etc. Bloß religiöse Moralvorstellungen, um politische Interessen durchzudrücken. Und da ist für mich bloß wichtig festzustellen, dass hier für unanständig gehaltenes (als obszön gedachtes) mit solcher Gewalt bedroht wird – welches das Empfinden anderer, die sich darin mit Schrecken und Leid mitunter eben sehr wohl auseinander setzen möchten und dies auch NICHT Zur Steigerung ihres Selbstwertgefühls verwenden oder so gar brauchen würden, einschränkt

    Ich für meinen Teil spiele manche der Titel welche VIc oben aufgehört hat zum Beispiel eher um nachdenklich zu werden, durchaus auch betrübt über eine Schlechtigkeit der Welt etc.
    Und so sehe ich die größte Gefahr in einem „Killerspielverbot“ auch darin liegen, dass eine heile Welt vorgegaukelt wird – Gewalt mit Empörung so von sich gewiesen, dass sie zwar – selbstverständlich zurecht – als Verbrechen wahrgenommen wird, aber das wars dann auch schon. Darüber hinaus wird sie ausgeblendet, kommt einfach nicht (mehr) vor, die Auseinandersetzung findet damit nicht mehr statt. Die Kamera schwenkt woanders hin, um dem Vorwurf eines Voyeurismus wieder zu entgehen, welcher da mit einer negativen Anthropologie einher geht welche aus meiner Sicht menschenverachtend, anderen/fremden, nichts als üble Absichten unterstellt
    Das verborgene hat gewonnen :-(

  27. @Vic: das ist alles? Im Ernst? Das ist…ziemlich erbärmlich, von einem Spielekiller Standpunkt aus. Muss auch sagen, das einzige von den Spielen was ich bisher gespielt habe ist Dead Rising, was ich echt köstlich fand. Condemned wollte ich mal ausprobieren.

    @Pyri: Glücklich bin ich mit sochen Gesetzen nie, aber es ist schon irgendwie erleichternd, dass es „nur“ so ein Gesetz wie unser 131 ist und nix schlimmeres was bei uns dann auch eingeführt wird.

  28. @ GreenNinja:
    Ja, das ist alles.

    Zu bedenken ist allerdings, dass nach wie vor eine ganze Reihe von Spielen von der BPjM aufgrund eines von ihr vermuteten Verstoßes gegen § 131 StGB auf Liste B des Index indiziert wurden, ohne das es bislang zu einem Verfahren gekommen ist; eine Beschäftigung der Staatsanwaltschaften und in Folge der Gerichte steht also noch aus – auf unbestimmte Zeit (immerhin sind die Gerichte chronisch überlastet und müssen Prioritäten setzen, so haben sie wichtigeres zu tun, bspw. reale Verbrechen zu verfolgen und ahnden…).

    Da wären z.B.: Call of Duty – Modern Warfare 2 / Killing Floor / Left 4 Dead / Left 4 Dead 2 / Manhunt 2 / Mortal Kombat Armageddon / Painkiller – Battle Out Of Hell / Painkiller – Hell Wars / Postal 2 – Apocalypse Weekend / Postal Fudge Pack / Saints Row 2 / The Punisher / X-Men Origins: Wolverine etc.

    … und das waren natürlich längst nicht alle, die gem. BpjM strafwürdig sind. Wenn die als Verhandlungssache beim AG München landen, dann sind die so gut wie sicher weg vom Fenster; da macht man sich nicht mal die Mühe, die Urteile zu begründen.

    BTW: Bis auf „Killing Floor“ habe ich alle gespielt (natürlich ist keines verbotswürdig) und wurde i.d.R. sehr gut unterhalten. Insb. auch von „Manhunt“, welches ja selsbt von Spielern kritisiert wird (und zwar i.d.R. von denen, die das Spiel selsbt nie gespielt haben und nur das nachplappern, was ihnen die Magazine vorkauen); m.E. eine gelungene, bitterböse Gesellschafts- und Mediensatire mit großem Reflexionspotenzial.

  29. Weiß eigentlich jemand, ob sich ein Händler nach § 131 StGB strafbar macht, wenn er Spiele der Liste B verkauft, und diese später von einem Gericht beschlagnahmt werden? Eigentlich kann er sich ja nicht darauf berufen, dass er nicht damit rechnen konnte, dass das Spiel gewaltverherrlichend ist – Stand ja auf Liste B?

  30. @ Rey Alp:
    Der Händler hat eine Prüfungspflicht; er darf keine Schriften verbreiten, deren Verbreitung gem. § 131 StGB pönalisiert wird, es ist jedoch an ihm, festzustellen, ob die Straftatbestände erfüllt sind oder nicht. Er kann sich so oder so nicht darauf berufen, „dass er nicht damit rechnen konnte“, dass die Schrift verboten ist (auch bevor sie explizit beschlagnahmt wird – i.S.d. Gesetzes ist die Verbotswürdigkeit nämlich *hust* offensichtlich und muss nciht erst durch ein Gericht festgestellt werden, darum ist jede der pönalisierten Handlungen des § 131 StGB auch schon theoretisch dann strafbar, wenn ein Gericht die Schrift noch nicht explizit beschlagnahmt hat).

    Der Händler hat sich Gewissheit darüber zu verschaffen, ob die Schrift strafwürdig ist oder nicht, muss einen sog. unvermeidbaren Verbotsirrtum generieren – das geht i.d.R. mit einem unabhängigen Gutachten (eine eigenhändige Prüfung ist da wohl eher nicht tauglich).

    Übrigens ist es auch möglich, dass die Staatsanwaltschaft einen Händler auch anklagt und mit ihm ein Verfahren eröffnet, ohne dass vorher ein eigenständiges Verfahren für die entsprechende Schrift anhängig war; d.h.: Der Staatsanwalt bemerkt, dass der Händler in seinem Laden eine Schrift verbreitet. Diese Schrift ist noch nicht gem. § 131 StGB beschlagnahmt, noch ist ein Verfahen anhängig oder ist sie auf Liste B indiziert. Der Staatswanwalt meint trotzdem, dass die Schrift die Tatbestandskriterien des § 131 StGB erfüllt und erhebt deswegen Klage gegen den Händler. Da wird dann im Verfahren erstmal festgestellt, dass die Schrift strafwürdig ist und das der Händler seiner Prüfungspflicht nicht nachgekommen und gegen § 131 StGB verstoßen hat – Unwissen schützt vor Strafe nicht. Um das zu vermeiden, ist die Generierung eines unvermeidbaren Verbotsirrtums überlebenswichtig.

    Aber so ein Gutachten ist natürlich immer auch mit enormen Kosten verbunden und um sicher zu gehen, dass man ihm nicht auch noch wegen § 15 Abs. 2 JuSchG ans Bein kackt, gem. dem ja bestimmte Medieninhalte automatisch indiziert sind, sie also gewissen Präsentationsverboten unterliegen, die er in (wohlüberlegtem) vorauseilendem Gehorsam befolgt, verzichtet er ganz auf den handel mit ungeprüfter Ware. Und schon haben wir einen praktischen Zwang bei Spielen, diese von der USK prüfen zu lassen… von wegen, die Prüfung sei freiwillig. Wer mit ungeprüften Spielen handelt, riskiert im Ernstfall seine Existenz.

    Das alles gilt nämlich übrigens auch für indizierte Schriften: Ein Händller kann dafür belangt werden, eine i.S.d. § 15 Abs. 2 JuSchG „schwer jugendgefährdende“ und damit automatisch indizierte Schrift verbreitet zu haben, wenn er mit ungeprüften Schriften handelt…

    Um also deine Frage zu beantworten: Die Chance, dass man ihm ans Bein kackt, ist gegeben. Man wird aber in der Regel bei der Schrift selbst ansetzen und diese beschlagnahmen und sich dann darauf verlassen, dass sie aus den Läden verschwindet (solange man nicht gleich zur budnesweiten Einziehunggreift).

  31. Verboten gehören die games schon allein deswegen weil man eh schon immer weiß was kommt.
    Der Spielspaß eines Flashgames – mit besserer Grafik – ist kein echter GehaltLevel.
    Gewaltverherrlichend!? – Totlangweilig.

    ~d3wd

  32. @d3wd,
    naja, dann spiel mal richtige spiele, ist schon was anderes als ein flahsgame *ironisch gemeint*
    @vic,
    richtig!
    ein händler muss sich darüber informieren, ob teile seiner waren in deutschland unter „verboten/beschlagnahmt“ zu finden ist.
    aber jeder händler hat natürlich einen gewissen zeitraum an zeit, um diese produkte wieder dem lieferranten mitgeben zu können.
    denn sonst, mal angenommen, nehmen wir mal an heute wird mw2 in allen versionen „beschlagnahmt“, dann kann natürlich die polizei nicht gleich morgen früh ausrücken, alle läden durchkämmen und jeden händler eine anzeige aufbrummen.
    den händlern muss schon eine frist gesetzt werden sich darum zu kümmern das 1.dieses spiel nicht weiter verkauft wird (also sofortiger verkaufsstop) und 2.das der händler den restlichen bestand den er davon noch hat wieder seinem lieferranten mit zurück gibt.
    kenne jemandne der arbeitete mal als student bei megacompany und zu seiner (war vor etwa 1 1/2 Jahren) war das noch so.
    sonst wäre das willkür gewesen, wenn von heut auf morgen was verboten wurde und morgen die polizei vor der ladentür steht und mit einer anzeige wedelt.

  33. @Rey Alp
    Die BPJM Gibt ja nur eine Empfehlung ab – sie ist von den Gerichten so doch unabhängig (auch).
    Im Filmbereich gibt es für genau solche Fälle deshalb auch die SPIO-Plakette „strafrechtlich unbedenklich“, nebst „keine schwere Jugendgefährdung“ für noch nicht oder als „leicht jugendgefährdend“ auf A Indizierter (Video-)Filme (ins Kino können die sogar auch mit FSK-Freigabe): auch wenn sich kaum ein Gericht daran hält gibt es so zumindest eine rechtliche Absicherung durch eine Juristenkommission. Ich kann nur vorschlagen den BIU Zu bitten das gegebenenfalls auch für Spiele einzuführen

  34. @ Boomboy:
    Es ging ja um den Handel; der ist mit mit Inkrafttreten des Beschlagnahmebeschlusses verboten (richtig!). Der Logik des Gesetzes nach sind die entsprechenden Medien ohnehin (auch wenn es nicht zur Beschlagnahme kommt) i.d.R. jugendgefährdend und müssen unter dem sog. Ladentisch verborgen gehalten werden. Nach der Beschlagnahme muss der Händler natürlich auch die Lagerbestände loswerden, sonst wird ihm höchstwahrscheinlich ein verbotenes Vorrätighalten z.B. zum Zwecke der Verbreitung vorgeworfen.

    Ich bin aber kein Jurist, ich habe k.A., wie lang der Händler Zeit hat, diesen Lagerbestand loszuwerden, jedenfalls darf die betroffene Schrift mit Rechtskräftigkeit des Verbotes nicht mehr verkauft werden (und das gilt auch von einem Tag auf den anderen). Vielleicht existiert da u.U. ohnehin eine zeitliche Differenz zwischen Rechtsprechung und Rechtskräftigkeit (u.U. mit Veröffentlichung im BAnz. o.ä. – k.A.).

    @ Pyri:
    … optimaler wäre naütrlich die Streichung von § 131 StGB. ;-)
    Prinzipiell reicht zur Generierung eines unvermeidbaren Verbotirrtums jedes ordentliche, privatrechtliche (natürlich unabhängige) Gutachten, welches eine strafrechtliche Relevanz (gem. § 131 StGB z.B.) verneint. Diese Gutachten kosten aber Geld, dass nicht jeder Händler aufbringen kann oder will (weil es sich regelmäßig schlichtweg nicht rentiert; s.o.). Vor allem muss man da bedenken, dass es zu unterhaltsamen, weil die Subjektivität der Tatbestandskriterien so schön bloßlegenden Situationen kommen kann:

    Nehmen wir einfach an, zwei benachbarte Händler beauftragen unabhängig voneinander eentsprechende privatrechtliche Institutionen mit der Prüfung der strafrechtlichen Relevanz, die dann natürlich auch zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen mit der Folge, dass das gleiche Spiel z.B. in zwei Läden, die direkt nebeneinander stehen, vollkommen unterschiedlich behandelt wird…

    Praktischer wäre es natürlich, wenn die Hersteller selbst die Spiele auf strafrechtliche Relevanz hin prüfen lassen würden, so dass sich der Handel darauf beziehen kann. Macht aber niemand… das liegt mitunter am Fehlen einer entspechenden Institution mit entsprechender Prüfkapazität (wie sie beim Film mit der SPIO/JK existiert), aber auch daran, dass sich das schlichtweg nicht rentiert (Spiele leben halt i.d.R. vom großen Absatz, aber da die Spiele, wenn schon nicht strafrechtlich relevant, so doch i.d.R. i.S.d. Gesetzes, bzw. gem. BPjM indizierungswürdig sind, bleibt eine rentable Verbreitung aus). Das könnte man naürlich z.T. dadruch asugleichen, dass die Spiele direkt auf einen paneuropäischen Vertrieb hin asugerichtet sind, so dass man Spiele so lange vertreibt, bis sie explizit indiziert/beschlagnahmt werden und sie dann im Rest Europas los wird… aber naja, wie gesagt, so einfach ist das dann dank automatischer Indizierung gem. § 15 Abs. 2 JuSchG nicht mehr; da verzichtet man gleich ganz auf den Handel.

  35. Schon merkwürdig die Aussagen die dann immer gegen die USK kommen haben nichts mit damit zu tun. Das Zensiert wird liegt nicht an der USK sondern an der BPJM.

    Natürlich sind Einstuffungen immer auch subjektiv, aber das was die PEGI mcht ist bei manchen einfach nur lächerlich. Wie kann ein z.B Metro 2033 die gleiche einteilung bekommen wie Risen. Da liegen doch welten dazwischen. Und ob jetzt Risen zu hoch oder Metro zu niedrig spielt für mich jetzt keine rolle.

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