US-Militär: Gamer zu weich und undiszipliniert

(via twitter, npr) Nach den Worten einiger Kritiker müsste bei Gamer die Grundausbildung eigentlich überflüssig sein. Schließlich dienen nach Prof. Dr. Pfeiffer, Joachim Herrmann und den anderen Unterzeichnern des Kölner AufrufsGames-Konzerne […] als Teil des militärisch-industriell-medialen Komplexes dazu, mit „Spielen“ die künftigen Soldaten heranzuziehen.“. Wenn das der Wahrheit entsprechen würde, wäre der Plan kräftig in die Hose gegangenen.

Nach einem Artikel bei npr sieht sich die U.S. Army zum ersten Mal seit 30 Jahren gezwungen die Grundausbildung nachzubessern. Grund dafür sind nicht nur die geänderten Anforderungen in den aktuellen Konflikten, sondern auch Videospiele:

„Nach dem Militär ist die Veränderung notwendig um mit den neuen Entwicklungen im Irak und Afghanistan Schritt zu halten. Das ist aber nicht der einzige Grund: Ein Aspekt ist auch die Absicht eine neue Generation von Soldaten zu trainieren, deren Kampferfahrung sich meist auf Videospiele beschränkt.“

Nach Lt. Gen. Mark Hertling seien die neuen Rekruten „in ihren körperlichen Fähigkeiten bzw. im Vermögen um in den Kampf zu gehen weniger fortgeschritten.“ Diese problematische Entwicklung sei nicht auf die Rekruten beschränkt sondern ein gesellschaftliches Phänomen. Das vernichtende Resüme:

„It’s just a softer generation“

Somit sei es erforderlich in der Grundausbildung noch grundlegendere Fähigkeiten zu vermitteln. Es müsste mehr Zeit investiert werden um den Soldaten beizubringen wie man kämpft. Auch würde es viel mehr Zeit brauchen um diese Rekruten abzuhärten.

35 Gedanken zu “US-Militär: Gamer zu weich und undiszipliniert

  1. oh man, verdammt, und ich wollte mich morgen bei der us army melden, da ich einen so starken drang verspüre im irak gegen die russen zu kämpfen *ironi, zynismuss und alles andere was das als lustig darstellen soll* HAHAHA
    Oh man, diese Aussage ist wie ein voller Topf Pipi in den Gesichtern all dieser Verschwörungstheoretikern.
    Ich krieg mich vor Lachen nicht mehr ein.
    Hier ein Zitat von einem berühmten Außeriridschen „HAHA ich lach mich tot“

  2. Naja, von dieser Art Kampferfahrung haben wir dann aber wohl eine Menge ;-)
    Jeden Tag aufs neue bringt mich diese kaputte Welt zum Lachen xD

  3. HAHAHAHAHA WIE GEIL! AUF DIE NEWS HAB ICH GEWARTET!!!

    -wird wohl nichts mit der Soldatengeneration was? Ist ja eher ne Kriegsdienstverweigerergeneration geworden!

  4. Pingback: Impactsuspect » Neuigkeiten zum Wochenende

  5. Und ich dachte mit meinen Gamerscore nimmt mich die Bundeswehr mit Kusshand. ;-)

    Die Überschrift ist mal wieder irreführend, nicht Gamer sind zu weich, sondern diese Generation.
    Die Rekruten, die in den 80ern in den Arcardes gezockt haben, waren ja auch nicht zu weich.

  6. Was machen eigentlich die Soldaten, wenn sie mit ihrer Ausbildung fertig sind – die ja wohl eine Ausbildung zum Töten von Menschen darstellt – den Dienst quittiert haben und ins zivile Leben zurückkehren? So angefixt, wie sie von Gewalt und dem eintrainierten Morden sind, füllen sie wohl die ausgelichteten Reihen des organisierten Verbrechens wieder auf. Oder ist der Gedanke jetzt zu abwegig? Herr Pfeiffer?

  7. Ein Kollege schrieb mir zu dem Thema per ICQ grad:

    „Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin, weil es alle schon kennen und es im Sessel sitzend lustiger ist.“

  8. also lese ich das richtig:

    die jetztige generation ist zu weich um echte militärhandlungen zu erledigen. die generation vorher war es nicht. also ging von der vorherigen generation eine viel größere gefahr aus, amokläufe zu laufen. demnach wird es jetzt keine amokläufe mehr geben.

    bin mal gespannt wie die us army gegen die cod-mf2 armee aussehen würde.:-)

    gonzo

  9. Mich würde interessieren, ob unsere lieben Spielekritiker sich darauf eine Ausrede einfallen werden, oder es einfach nur ignorieren?

  10. @gonzo: Ja, das hast du richtig gelesen. Ihre Begründung ist, dass die meisten jungen Leute sich kaum mehr prügeln etc. sondern höchstens am Bildschirm in Spielen kämpfen. Und der Militärmann sagt, dass das nicht förderlich ist für die Armee. Mit anderen Worten beklagt das Militär, dass genau das Gegenteil von dem passiert ist, das von den Grossmans, Kölner Aufruf Unterzeichnern usw. immer wieder runtergebetet wird.

  11. Ich lese persönlich aus den Texten eines Grossmans zwischen den Zeilen auch nichts anderes heraus, und wie der ausgelegt wird ist ja bekannt.
    @Dave
    Grossman hat meines Wissens nach niemals behauptet, dass diese Videospiele-Generation(en) besonders gut für das Militär geeignet wären, das wurde von KritikerInnen über Interpretationen bloß so geschlussfolgert, unterschwellig aus meiner Sicht eher das Gegenteil davon… Sondern dass Videospiele militärische Vorgangsweisen quasi übernommen hätten, WIE Mechanismen im Militär funktionieren würden – gefährlich und destruktiv, auch in Richtung der Gewaltverbrechen (Rede von „murder simulators“). Grossman verglich bloß Vorgänge in Videospielen mit welchen aus dem Militär und beurteilte die Videospiele daraufhin negativ: es gibt jedoch keinen Grund anzunehmen, dass er dies deshalb tat WEIL Sie eine Nähe zum Militär aufweisen, er ist schließlich selbst Oberst und soweit ich weiß auch keiner dieser pazifistischen Militärs die es noch in der Bundeswehr geben soll, sondern wie anderes in seinen Texten auch, eher als subversiv und bedrohlich für die Ordnungsmacht Staat (die Exekutive etc.) wahrgenommen
    Da wurde (vor allem in Deutschland und der Schweiz jetzt) für mich als symbolischem Analysten einem ganz üblen US-amerikanischen Dualismus zwischen autoritärem Staat und zu freizügig-liberal gedachter Videospiele-Industrie noch von angeblich friedensbewegten Leuten in scheinbar grenzenloser Naivität auf den Leim gegangen, was in tiefste – auch historische, mit den ganzen immanenten kulturellen Sauberkeitsvorstellungen – Abgründe dessen blicken lasst, was da für legitim erachtet wird und was (noch immer) nicht.
    Für anderes habe ich in jahrelanger Recherche bis jetIm übertragenen Sinn könnte man aus meiner Sicht analog zum „Killerspiele“-Verbot so fast gleich gut ein Verbot des Darwinismus in deutschen Lehrbüchern fordern

  12. @Pyri

    Dass nach Grossmann Jugendliche durch Videospiele so „verzogen“ werden, dass sie fürs Militär nicht mehr geeignet sind, lese ich beim ihm auch. Aber doch eher das andere Extrem: Nach Grossman sind die Rekruten doch nicht zu „soft“ sondern einfach nur nicht mehr kontrollierbar?

  13. Hat eigentlich schon mal jemand daran gedacht Grossmann um eine Stellungsnahme betreffend seine Vereinahmung durch die Friedensfreunde vom Kölner Aufruf ( aber auch von CSU und NPD ) zu bitten ?
    Immerhin ist er ihr Kronzeuge dafür das die pösen Amis unsere Kinder mit Killerspielen für ihre völkerrechtswidrigen Kriege zu Killern abrichten.

  14. @Rey Alp
    Ja das ist natürlich völlig richtig, hätte ich wohl mit schreiben sollen – mein Fehler – meinte das eben auf das Ergebnis und den Kölner Aufruf bezogen. Wer als „verweichlicht“ wahrgenommen wird, wird ja auch nicht als Gefahr wahrgenommen werden. Da geht es ja auch nicht nur um eine Militarisierung der Jugend, sondern auch um die angebliche Förderung einer Macho-Kultur und Desensibilisierung, Empathielosigkeit etc., während ein „Softie“ sozusagen davon noch sogar eher das glatte Gegenteil darstellt

    Es ist so darüber hinaus aber auch schwierig bis unmöglich zu sagen, ob unter „verweichlicht“ da beim Militär jetzt bloß mangelhafte Fitness oder doch auch so etwas wie „Weinerlichkeit“, also emotionales, unter „Softness“ verstanden wird – was da offenbar bei militärischen Männerbildern (im Sinne von images) zu einer Änderung bei der Ausbildung führt. Ich vermute aber mal, dass ähnlich wie im Kampfsport auch beim militärischen Drill der Geist ebenso wie der Körper sozusagen von großer Bedeutung ist und mentales schon mitgemeint war in dem Artikel

  15. Nein, nein, nein. Ihr seht das alle falsch. Daß das BÖSE IMPERIUM (lies: das US-Militär) jetzt Dementis herausgibt, beweist doch geradezu, daß der Kölner Aufruf et al. genau den Kern der Verschwörung aufgedeckt haben. Jawohl!
    .
    (Daß ich seit dem Vietnamkrieg unter Verfolgungswahn leide, heißt nicht, daß niemand hinter mir her ist. COINTELPRO! MKULTRA! Freedom from electronic harassment! Alien-Entführungen! Und ihr seid alle nur neidisch, daß die leisen Stimmen nur zu mir sprechen!!)

  16. Pingback: Stigma Videospiele: “US-Militär: Gamer zu weich und undiszipliniert” | Computerspielberatung.de

  17. Als Gamer kennt man doch die Konsequenzen eines realen Kampfeinsatzes. Wenn man dort einen Fehler macht, kann es mit dem Tod enden. Im Spiel hingegen lädt man einen Spielstand und kann weiterspielen. Deswegen wird ein solcher Spieler auch viel vorsichtiger in der realen Gefahr agieren, was Armeebedienstete dann als „weich“ ansehen.
    Und dann quasseln Politiker davon, dass Gamer nicht zwischen Realität und Spiel unterscheiden können.

  18. Bin mir sicher die vom Kölner Aufruf und ihren „Games-Konzerne[n] […] als Teil des militärisch-industriell-medialen Komplexes dazu, mit „Spielen“ die künftigen Soldaten heranzuziehen.“ finden schon noch einen Weg dies zu ihren Gunsten zu drehen, wenn sie’s denn überhaupt zur Kenntnis nehmen.
    .
    Vielleicht folgendes:
    „Die junge Generation ist vielleicht zu verweichlicht zum Kämpfen aber sowas wird doch ohnehin nicht mehr gebraucht! Kriege finden doch nur noch über Flugzeuge / Drohnen aus der Ferne am Bildschirm statt und DAS kann die Jugend immerhin durch ihre jahrelange Ausbildung mit diesen ekelerregenden, pervesen, süchtig machenden, gewaltverherrlichenden, [bitte beliebige Beleidigung einsetzen] Medien, die ebenso verboten gehören, wie diese Schundliteratur mit den gezeichneten Bildern.“
    .
    Hey Blödsinn schreiben macht Spaß. Vielleicht ich sollte mal beim KA anheuern, einige hohle Phrasen dreschen und die Truppe dann von innen zersetzen, so wie Games die Moralvorstellungen unserer Kinder (an die ja wohl ohnehin keiner denkt!) zersetzen. *fiesgrinsunddaraufhoffdasderKAhiernichtmitließt*

  19. So gute News das sind, vergesst nicht dass es hier um physische Aspekte (Ausdauer etc.) geht, ich glaube das ist nicht unbedingt das was der Kölner Aufruf meinte (so blödsinnig der ist)…

  20. Och mars versucht mal wieder den spielverderber zu spielen ;)

    Geht sehr wohl nicht nur um physische aspekte:

    „It’s not just a fitness issue, either. „We certainly have a generation that is not as disciplined when they enter the military.““

    „“Whereas they might have what they believe is a form of courage or discipline, it’s not what we expect of a soldier in very tense and difficult situations,“ Hertling says.“

    Klingt ziemlich widersprüchlich zum kölner aufruf, laut dem sind gamer ja willenlose kampfmaschienen. Aber wie kann das funktionieren wenn die gamer generation keine disziplin kennt? ;)

  21. ^^
    Klar ist das ein Widerspruch zum KA, und dein erstes Zitat hatte ich glatt überlesen (Asche über mein Haupt), aber es trifft imho nicht 100%, bevor sich da jemand in die Nesseln setzt ;-)
    Nimm z.B. mal das: „They want to contribute to something that’s bigger than themselves.“
    Das geht ziemlich entgegen dem KA

  22. @Mars
    Das habe ich oben eben auch anmerken wollen, aber woraus liest Du das? Wer kämpft der kämpft doch auch mit dem Kopf, oder? Also ist nicht nur bereit für den Kampf (fit dazu), sondern dem plagen auch keine Zweifel so zum Beispiel
    Es gibt ja sowohl körperliche als auch geistige Fitness…
    Was da mit „nicht nur Fitness“ gemeint ist, ist auch wieder schwierig für mich zu nennen

    Oder hast Du den Einwand jetzt ganz zurückgenommen??
    Ich lass ihn aufrecht :-)

  23. @Pyri: Nein, zurückgenommen ist er nicht, aber es ist ja weniger ein Einwand als mehr eine Ergänzung. Ich finde das Dokument liest sich für mich so als ob es weniger um Einstellungen geht, also wie sehr jemand bereit ist zu töten, sondern dass die Rekruten nicht tauglich sind weil sie 1. körperlich nicht fit sind und 2. keine Disziplin haben, also allgemein nicht tauglich sind, aber sie haben nicht unbedingt da weniger Probleme was Kritiker mit Spielen in Verbindung bringen (Aggressivität, Tötungshemmung).

  24. Es ist nicht so dass sie generell „nicht tauglich“ sind, sondern dass die Ausbilder in bestimmten Bereichen mehr Zeit aufwenden müssen um sie auf den selben Standard zu bringen, der früher unter Umständen einfacher erreichbar war.

  25. Ich sehe da überhaupt keinen Widerspruch. Der Lt. Gen. spricht von körperlicher Verfassung, die Kritik auf „Killerspiele“ bezieht sich jedoch auf einen seelischen Zustand.

    Das komplette Zitat:
    „Sie sind anders. Sie haben einen technologischen Vorsprung. Ich denke, sie sind intelligenter als jede Generation, die wir je hatten. Der Rückgang der körperlichen Leistungsfähigkeit betrifft nicht nur unsere aktuellen Rekruten, sondern auch die ganze amerikanische Gesellschaft. Es ist eben eine softere Generation.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.