Studie: Teenager werden nicht von Gewaltspielen beeinflusst

(Escapist) Nachdem das KFN kürzlich eine direkte Verbindung zwischen Videospielen und Rechtsextremismus ergefunden hat, freut man sich doch auch mal, wenn eine Studie belegt, dass brutale Videospiele gar keinen Einfluss auf Teenager haben. Gefahr besteht nur, wenn eine Person schon vorher eine Neigung zur Gewalt hatte, so die Studie von Dr. Patrick Markey von der Villanova University.

„Individuals are not ‚blank slates.‘ One’s general disposition moderates the effect of violent media. General policy recommendations based on the notion that violent videogames are simply ‚bad‘ and individuals who play violent videogames will inevitably become aggressive appear to be unwarranted. Instead it is crucial to consider the dispositional characteristics of the person playing the videogame when predicting the type of effect the violent videogame might have on his or her hostility.“

Zur Studie (PDF)

19 Gedanken zu “Studie: Teenager werden nicht von Gewaltspielen beeinflusst

  1. Danke für die Info. Ist sicherlich eine Notiz in meienr Diss. wert.
    Mist, können die den wissenschaftlichen betrieb nicht mal anhalten, bis ich fetig bin? ^^

  2. Die Aussage der Studie trifft meiner Meinung nach den Kern der Sache.
    Diverse Studien, die eine Verbindung zwischen Games und Agression herstellen,
    haben meiner Meinung nach einen kausalen Fehler:
    Die Games sorgend nicht dafür, dass agressive Leute „entstehen“, sondern agressive Leute tendieren mehr zu solchen Spielen. Man könnte also allenfalls sagen, dass gewalthaltige Spiele ein „Symptom“ sind. Aber ein Auslöser sind sie imho nicht.

  3. @Timpossible

    Das wird von Pfeiffer & Co ebenfalls nicht ignoriert. Sie meinen nur, dass es zusätzlich zu diesen Selektionseffekten auch eine negative Wirkung gibt, die zu einer Abwärtsspirale führt: Immer brutalere Personen wählen noch brutalere Medien, die sie weiter verrohen lassen.

  4. @Rey
    Das heißt, es wäre fatal, würde man die Abwärtsspirale unterbrechen und ultra-brutale Medien verbieten! Die brutalen Personen könnten/müssten sich in diesem Fall noch viel eher dazu entscheiden, ihre innere Aggressivität in der wirklichen Welt an lebenden Wesen auszulassen, da es kein höheres virtuelles Kick-Erlebnis gibt.
    Ich plädiere für noch brutalere Medien ;)

  5. „Individuals are not ‘blank slates.’“

    Das ist der zentrale Punkt, den der Großteil der Spielekiller nicht sieht oder nicht sehen will.

  6. @buechse
    Ich glaub das wird nicht unter „Verrohung“ dabei verstanden :) Soll heissen: gebe es die Medien nicht, könnte die „Verrohung“ noch aufgehalten werden und die Menschen davor bewahrt – so meine Einschätzung dieses Denkens.
    Eines Denkens, das aus meiner Sicht immer in Richtung von Normen strebt, auch wenn sich dabei zum Teil widersprochen wird: so liest man in der aktuellen „Studie“ von Männlichkeitsnormen einerseits negativ, andererseits auch von „abweichenden“ Leben negativ. Also von allem negativ das da womöglich nicht in den Kram passt, an Leben, Lebensweisen, Lebensformen. Freizeitgestaltungen

  7. Pingback: Medienkompetenz, Werbung in Kitas und HartzIV | Family Values

  8. @ Pyri
    Im Bezug auf „Medienverbotsforderungen“ spielen vermutlich auch großes Misstrauen gegenüber der jetzigen Elterngeneration und der Jugend gewiss ebenso eine gewichtige Rolle.

  9. Die größten Rollen spielen aber immer noch Geld, Mediengeilheit, Geltungsdrang, Selbstbereicherung und Selbstverliebtheit der Zensoren.

  10. Wo wir gerade bei neuen Studien sind, der britische Wissenschaftler Dominic Micklewright (geiler Name, wie ich finde :D ) von der University of Essex hat Hardcore-Gamer untersucht. Das Ergebnis: die körperlichen Werte sind katastrophal, aber wir Spieler neigen angeblich weniger zu Depressionserkrankungen. Golem.de bringt einen Artikel darüber:

    http://www.golem.de/1006/75635.html

  11. Wahnsinn! Ich verbringe durchschnittlich 10Stunden pro Tag vor einem Bildschirm.

    Als ich das letzte mal „Kunde“ eines RTWs war (Druckausgleichprobleme beim Rückflug aus dem Uhrlaub, Ader im Kopf geplatzt, Ohnmacht, desorientierung usw) wurde ich gründlich untersucht (im Krankenhaus und auf dem Weg dorthin) und die Ärzte fragten mich, ob ich Leistungssportler wäre, da Ruhepuls von deutlich unter 60, gute Blutwerte usw…

    Denn: man ist jeden Tag etwa 16 Stunden Wach. 10 Stunden vor dem Bildschirm bedeutet: 6 Stunden macht man irgendwas anderes. In meinem Fall ist das bei gutem Wetter Sport. Da fährt man mal 60km Fahrrad oder geht 1-3 km schwimmen.

    D.h. 10h am Tag vor dem Bildschirm ist mal wieder eine extrem Kontextunabhängige Betrachtungsweise, die so rein gar nicht funktioniert! Nun fangen auch noch andere Menschen an zu pfeffern, das sollte verboten werden!

  12. Und wieder mal eine Studie. Letztlich wird sich imo jedoch nichts an den Meinungen der jeweiligen Lager ändern, weil die Sichtweisen dermaßen s/w sind, dass kaum einer zum kritischen Hinterfragen der eigenen Meinung bereit ist. Da heißt es nur: dranbleiben und auf umfangreiche / aussagefähige Langzeitstudien hoffen. ;)

  13. Ach, darauf wollte ich auch gerade hinweisen. Chip packt aber für die „Verdeutlichung der Tatsachen“ noch eine Fotostrecke dazu:
    http://www.chip.de/news/Gamer-Geistig-topfit-aber-koerperliche-Wracks_43265614.html

    Die Fotos sind in zweierlei Hinsicht interessant:
    1. Nur die, neben denen „Pro Gamer“ steht, gehören zur Studie. Der Rest ist anscheinend aus dem Netz zusammengesucht und daher erst mal prinzipiell als Fake anzusehen.
    2. Die Aufnahmen zeigen eben NICHT das realistische Aussehen der Gamer – alleine schon durch den Blitz und den sicher extra so gewählten Hintergrund. Außerdem sieht es so aus, als hätte man pro Person 20 Fotos aufgenommen und dann das mit dem dümmsten Blick ausgewählt…

    Sowieso bleibt die Frage offen, wo der Unterschied zwischen 10 Stunden am Büro-Rechner und 10 Stunden zocken liegt – wobei den die Studie ja genaugenommen gar nicht erwähnt.

  14. @tarnmensch
    „Sowieso bleibt die Frage offen, wo der Unterschied zwischen 10 Stunden am Büro-Rechner und 10 Stunden zocken liegt.“
    Ersteres dient dem Broterwerb, letzteres nicht (zumindest nicht in Deu.). Da man Geld zum Leben braucht, kann man nicht auf Rechnerarbeit im Büro verzichten, während Spiele in vielen Kreisen als sinnfreie Freizeitbeschäftigung ohne Nutzen angesehen werden und daher schon mal von Beginn an im Wert herabgestuft sind.

  15. @Vicarocha

    möchte gern mehr erfahren über deine Diss! Bin nämlich auch dran…

    c0untbelin at r0mandie punkt c0m
    (ohne die null, statdessen o)

  16. @Crusader:
    Das ist mir durchaus nicht entgangen… ;)
    Ich meinte aber eher, wieso das eine legitimer und sogar gewünschter Broterwerb ist, das andere einen aber zum Außenseiter und körperlichen Wrack macht.

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