Junge Union: Urheberrechtsschutz ist unverzichtbar

(vdvc) Neben der öffentlichen Diskussion über die vermuteten Auswirkungen von Videospielen ist manchen Spielern auch die ein oder andere Gängelung durch Publisher ein Ärgernis. Der „Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler“ (vdvc) hat mit Alexander Humbert, Bundesgeschäftsführer der Jungen Union, ein Gespräch geführt, bei dem auch Kontenbindung und Onlinezwang, mit den damit einhergehenden Einschränkungen für den Käufer, thematisiert wurden. Probleme sieht man am ehesten am Datenschutz, ansonsten sei der Kopierschutz für die Hersteller elementar:

„Die  Kreativen müssen mit ihren Ideen auch Geld verdienen können. Den Urheberrechtsschutz halten wir deshalb für unverzichtbar. Wir leben in einer Marktwirtschaft und keiner wird gezwungen, solche Spiele zu kaufen und zu spielen. Letztendlich werden die Hersteller merken, ob sie durch den Kopierschutz und den Onlinezwang weniger Spiele verkaufen.“

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18 Gedanken zu “Junge Union: Urheberrechtsschutz ist unverzichtbar

  1. Wobei diese Aussage eigentlich dumm ist!
    Ich sage es deshalb so, weil immer mehr Publusher/Entwickler auf Onlinezwang setzen und die Spieler so kaum noch gute Spiele finden und spielen können, die keinen Onlinezwang haben.
    Mafia-2 ist hier ein gutes Beispiel dafür, dass man gezwungen wird Steam zu nutzen, auch wenn das Spiel ein reines Singleplayerspiel ist.
    Assessins Creed ebenso.
    Darüber hinaus gibt es mehr Leute die sowas gerne in kauf nehmen und die die es nicht wollen sind in der Unterzahl.
    Bei Battlefieldspiele und MMORPG ist der Onlinezwang verständlich, schließlich sind diese Spiele darauf ausgebaut.
    Aber ständige Kontenbindungen und Onlineplattformnutzungen sollen lediglich dafür sorgen, dass gebrauchte Spiele nicht weiter verkauft werden können.
    Wenn man als Kunde allerdings in der Lage wäre die Lizenz eines Spiel zurückzurufen um so das Spiel für den Weiterverkauf wieder bereit zu machen hätte ich damit keine Probleme mehr.

  2. Man sollte die Frage bedenken:
    “Weiterverkauf von gebrauchten Spielen” wird verhindert
    ungleich
    “Urheberrechtsschutz, der eng mit dem Kopierschutz zusammenhängt” in der Antwort.

    Ich sag es es so wies ist: man kann von der JU keine Hilfe gegen die DRM Machenschaften erwarten, da sie es nicht vom Kopierschutz unterscheiden können oder wollen. Komisch ist, dass die Hersteller es merken sollten bestes Beispiel war ja Spore was die Mehrheit der User von Userüberwachung und Onlinezwang hält… EA und Ubisoft hat es sogar geschaft, dass Cracker, Filesharer und Raubkopierer als Helden verehrt werden. Ich würde sagen es hat die Branche um Jahrzehnte mit ihreren Nrev tötenden „Raubkopierer sind Verbrecher“ Slogans zurück geworden, mehr oder minder auch zurecht ^^.

    Happy Coding.

  3. Ich nutze ja auch Cracks, Notgedrungen denn ohne laufen viele meiner Originalspiele die neu gekauft wurden nicht einmal und ich habe nicht einmal mehr einen Brenner weil einige Firmen das nicht im Computer erlauben und gebrauchte Spiele müssen ohnehin gecrackt werden, eine andere Möglichkeit hat man ja kaum. Mir wäre es recht wenn sich die ganze Industrie ordentlich auf die Fresse legt und danach gesundschrumpft.
    Viele kleine Firmen sagen ja schon das die großen Firmen mit ihren Abzockergebaren so langsam den Tod für den PC-Bereich einleuten und betarchten die negative Entwicklung auf Konsole mit sehr großer Sorge. Seltsam das es gerade die kleinen Firmen sind die Kopierschutzunsinn und co. nicht nötig haben und sind es nicht geade die die um jede Verkaufte Einheit kämpfen müssten wenn es nach der Logik vieler Industriezecken geht???

  4. @Thomas…
    Zustimmung. Was soll die Existenz einer Messe überhaupt mit Urheberrecht zu tun haben? Messen könnte es schließlich auch in Gesellschaften ohne Geldwirtschaft geben, wo künstlerische oder sonstige Leistungsschauen (auch) stattfinden

  5. Nun gut, ich will nicht weiter meine politische Einstellung untermauern, in dem ich FDP und UNION für Volksfeinde halte…
    allerdings war mir so das die „Junge Union“ so was wie eine Politikerschule ist und da sollte man dann AUCH die Rechte der Kunden kennen – wie etwa „uneingeschränktes Wiederverkaufsrecht“ oder „Produkte dürfen keine weiteren Kosten – dritter verursachen“ oder dem „Umtausch bzw. Mangelrecht“, als Konservativer steht man doch eigentlich für „alte“ Werte die es schon gibt und versucht diese zu schützen…
    Unzureichend und disqualifizieren was die da abgeben, besser sofort in die FDP eintreten, bei denen geht es nur um Firmenschutz!
    Es ist kein Geheimnis(mehr), das diese Maßnahmen einzig und alleine auf den Kunden abzielen bzw. Gebrauchtkäufer.
    Die wissen selber das sie den Kopierern nicht Herr werden und holen sich das Geld vom dummen – demjenigen der schon mal bezahlt hat(DLC) oder demjenigen der in die DRM-Falle tappt und nicht weiß wie er es „beheben“ kann.

  6. Zwei Dinge muss ich loswerden.
    Erstens: Sensibilität in der Debatte um Google Street View. Dafür musste also das Geschrei herhalten, damit man etwas hat, auf das man mit erhobenem Zeigefinger hinweisen kann. Die gleiche Sensibilität vermisst man dagegen bei der elektronischen Gesundheitskarte oder E-Personalausweis und De-Mail.
    Zweitens: Urheberrechtsschutz ist unverzichtbar. Ja gut, aber bin ich deshalb wirklich kriminell, wenn ich zur Frühstückspause meinem Kollegen die BILD-Zeitung rüberschiebe und ihn eine gut geschriebene politische Kolumne mitlesen lasse?

  7. Ja bist du, die Bild zu lesen kommt der Körperverletzung ziemlich nahe.
    .
    Ist nur Spaß.
    .
    Nein natürlich nicht aber wenn es nach der Logik der Geldzecken geht ist alles und jeder Kriminell der ihnen keine harten Euros/Dollars in die Taschen spült.

  8. @Doktor Trask

    Ja, ich dachte, mit der Metapher „BILD-Zeitung – gut geschriebene politische Kolumne“ bekommt die „Second Hand-Käufer sind schlimmer als Raubkopierer“-Debatte erst so richtig Wucht.

  9. ich hoffe nur du gibs für das drecksblatt kein geld aus!
    ich lese die bild nur, wenn ich in den genuss komme sie kostenlos ergattern zu können.
    ich folge hier dem prinzip „mal sehen was heute alles so im landser steht“, denn genauso schlimm ist dieses blatt.

  10. „Nein natürlich nicht aber wenn es nach der Logik der Geldzecken geht ist alles und jeder Kriminell der ihnen keine harten Euros/Dollars in die Taschen spült.“

    Das erinnert mich an die Aussage wo THQ die gesagt haben das, wer gebrauchte Spiele kaufen würde, sie betrüge. Die habe haben später zwar wieder ein Rückzieher gemacht, aber im Grunde haben sie diese Aussage neu verpackt.

  11. Also ich kaufe nur wenige Games, da ich sie nicht verkaufen kann (im Regelfall), d.h. ich überlege mir gut, was ich kaufe und wennich einmal enttäuscht wurde, dann hat der Hersteller buchstäblich Pech gehabt, da ich ggf. weiter Produkte des Herstellers meiden werde. So werde ich SC3(oder 2,5) oder Diablo3 nach der lächerlichen Darbietung von Blizzard auch erstmal kritisch unter die Lupe nehmen, bevor ich Geld in den Sand setze.

  12. @Hybris
    Dem sind die Hände gebunden denn laut eines EU-Gerichtsurteils vom diesen Sommer dürfen die Firmen das, sie dürften sogar noch weitere Schritte unternehmen um ihre Produkte vor Kopien und den Gebrauchtmärkten zu schützen.

  13. Anhang:
    Der Kunde erwirbt nur ein Nutzungsrecht für das Produkt und nicht das Produkt mit dem Kauf und muß sich den Lizenzbestimmungen beugen heißt es im Urteil.

  14. Streng genommen darf man seine CDs/Spiele nichtmal an seine Freunde verleihen. Nur wurde das nie verfolgt und hat sich jetzt mit Steam&Co eh so gut wie erledigt.

  15. @Hybris: „Streng genommen darf man seine CDs/Spiele nichtmal an seine Freunde verleihen.“

    An dieser Stelle möchte ich meine Frage wiederholen, die ich schon im Forum und in einer anderen News geschrieben habe. Danach folgt dann meine Schlussfolgerung. ;)

    Privatkopien sind ja nach §53 Abs. 1 UrhG erlaubt, unterliegen aber einigen Einschränkungen durch §95a bis 95d UrhG (Man darf z.B. keinen Kopierschutz umgehen). Mal davon ab, dass man durch dieses Umgehungsverbot eigentlich fast den kompletten §53 verwerfen kann ist mir aufgefallen, dass auch diese Umgehungsverbote Einschränkungen besitzen.

    In §69a Abs. 5 UrhG heißt es, dass §95a bis 95d UrhG nicht für Computerprogramme gelten.

    Video- und Computerspiele sind Computerprogramme, egal wie man es dreht und wendet!
    Nun die Frage: Gehe ich recht in der Annahme, dass es erlaubt ist Videospiele für den privaten Gebrauch und für die Weitergabe im engen Freundeskreis/in der Familie zu kopieren bzw. kopieren zu lassen, selbst wenn diese mit Kopierschutz verschandelt wurden?

    Fazit: Der Verleih mag vielleicht nicht erlaubt sein, das Verschenken einer Kopie ist allerdings erlaubt (theoretisch).

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