Wir sind wieder online!

Wie ihr sehr ist unsere Seite – nach einer leider längeren Downtime – wieder online. Noch ist nicht wieder alles am Platz, die Backups für Forum und Wiki sind noch nicht eingespielt und und einige Artikel waren zu neu für das vorliegende Backup. Aber nach dem, was wir in den letzten Tagen erleben durften, freue ich mich schon riesig über den jetzt erzielten Fortschritt. Wir sind außerdem zuversichtlich, alle Daten wieder zu bekommen. Auch die neueren Artikel.

Die Geschichte von Vorn, die Wurzeln des Problems gehen weit zurück: Als wir uns im letzten Jahr gegründet haben, bot uns ein privater Sponsor an, die Seite für uns zu hosten. Er war ein Bekannter unseres Webseiten-Administrators und damaligen Vorsitzenden Norman und freute sich, dass auf diese Weise sein Root-Server direkt von einer kundigen Person gewartet wurde. Auf diese Weise sind wir sehr lang gut gefahren und waren sehr zufrieden mit dem Hosting. Im Spätsommer kündigte Norman an, dass sein Bekannter den Rootserver kündigen wolle, wir müssten uns mittelfristig um eine Alternative kümmern. Also wogen wir ab, was die beste Alternative sei, wir waren gründlich, denn uns wurde eine Ankündigung versprochen, bevor der Server gekündigt würde.

Wenn man genau ist, wurde diese Ankündigung auch eingehalten: Der Server wurde nicht gekündigt, stattdessen hatte unser (ehemaliger) Sponsor einfach aufgehört, seine Rechnungen zu zahlen. Davon war uns nichts bekannt, bis der Hoster eines Tages den Stecker zog: Der VDVC war offline. Recht kurzfristig beschloss Norman, den Vertrag zu übernehmen, damit der Server direkt wieder ans Netz gehen könnte. Es wurden Telefonate mit dem Support geführt, Verträge unterschrieben und wir bekamen die Zusage, der Server gehe rasch wieder online. Doch es kam anders. Der versprochene Brief mit den wichtigen unterlagen erreichte uns nicht, der Server war weiterhin nicht erreichbar.

Wieder glühte die Hotline, parallel fasste der Vorstand den Beschluss, für die Webseite einen separaten Webspace (bei einem anderen Provider) zu mieten. Die Antwort der Hotline fiel dann deutlich überraschender aus als erwartet: Parallel zur Übernahme sei ein Inkasso-Büro beauftragt worden, die Übernahme sei jetzt nicht mehr so einfach. Bis hierhin hatte es immer so ausgesehen, als sei die Übernahme nicht nur die einfachste, sondern auch die schnellste Möglichkeit – schließlich war alles so eingerichtet, wie wir es brauchten. Durch diese Wendung war der alte Server aber in weite Ferne gerückt. Mittlerweile war aber ohnehin ein Hosting-Angebot ausgesucht und bestellt.

Unsere neue Hosting-Plattform ging innerhalb von 24 Stunden online. Unsere Mitglieder werden das schon am Dienstag bemerkt haben – zu diesem Zeitpunkt wurden die Einladungen zur Mitgliederversammlung verschickt. Das allerdings noch über unsere neue Domain gamerverband.de, die Domain vdvc.de schlummerte immer noch beim alten Hoster – und die Übertragung auf die neue Präsenz konnte erst gestartet werden, als diese online ging. Wie ihr seht, ist mittlerweile ist auch das geschehen. Für Wiki und Forum haben wir uns aber entscheiden, noch etwas zu warten und direkt den letzten Stand zu retten, nicht erst ein älteres Backup zu nutzen.

Mauer-Videospiel „1378(km)“ weckt Vorurteile

Ein Student der „Hochschule für Gestaltung“ aus Karlsruhe hat eine Half-Life 2 Mod entwickelt, die sich mit den sogenannten „Republikfluchten“ an der innerdeutschen Grenze beschäftigt. Das als Serious Game angelegte Spiel erzeugte bereits vor seiner Veröffentlichung viel Kritik. Aus diesem Grund hat die Hochschule den Veröffentlichung auf unbestimmte Zeit verschoben.

Leider ist der künstlerische Umgang mit Serious Games noch nicht im Bewusstsein der Gesellschaft angelangt. Die derzeitigen Diskussion um „1378(km)“ ist von den üblichen Vorurteilen gegen First-Person-Shooter geprägt. Es werden die bewährten Hetzparolen ausgepackt, ohne dass das Programm überhaupt in Augenschein genommen werden konnte.

Auch scheinen viele zu vergessen, dass Serious Games nicht zur bloßen Unterhaltung gedacht sind. Ob es Jens Stober gelungen ist, die Materie in geeigneter Form aufzubereiten, kann erst bei Veröffentlichung des Spiels beurteilt werden. Allerdings deuten Präsentation und der angekündigte Inhalt, der auch Informationstexte über die Innerdeutsche Grenze beinhaltet, darauf hin, dass der Student Wert auf eine der Thematik angemessene Umsetzung gelegt hat.

Einen ersten Eindruck gewährt der inoffizielle Vorgänger des Mauer-Videospiels, „Frontiers“. Dieser Titel ist wie „1378(km)“ eine nicht kommerzielle Modifikation für das Spiel „Half-Life 2“ und beschäftigt sich in ähnlicher Form mit der europäischen Grenze der Gegenwart. Schon nach einigen Minuten wird klar, dass „Frontiers“ vor allem zum Nachdenken anregen soll und nicht konzipiert wurde, um Spielspaß zu bereiten. Die afrikanischen Flüchtlinge sind mit einer Hand voll Dollar ausgestattet, um die schwer bewaffneten Wachposten zu bestechen. Diese haben – wie in „1378(km)“ – die theoretische Option auf die wehrlosen Zivilisten zu schießen. Doch wenn sie diese Option nutzen, so werden die Spieler bestraft. Der Test des Spiels auf der Webseite „Half-Life Portal“ fasst zusammen: »Wer (…) eigentlich nur spielt, um möglichst viel schießen zu können, sollte einen Bogen um „Frontiers“ machen.« Genau so dürfte es auch beim neuen Mauer-Videospiel sein. Ebenfalls interessant ist der Ansatz, dass auch virtuelle NVA-Soldaten in den Westen fliehen können.

Dass sich der Student Jens Stober mit der jüngeren deutschen Geschichte beschäftigt, indem er ein Computerspiel zur kritischen Auseinandersetzung entwickelt, ist ein wichtiger Schritt zum rechten Zeitpunkt. Videospiele können sicherlich nicht alle Facetten und Hintergründe der komplexen innerdeutschen Geschichte aufzeigen, doch besitzt „1378(km)“ die Möglichkeit, einer weiten Öffentlichkeit einen besonderen Blickwinkel zu zeigen. Es ist bemerkenswert, was durch dieses nicht kommerziele Studentenprojekt realisiert werden konnte.

Der VDVC Hat eine Pressemitteilung zum Mauer-Videospiel herausgegeben, die den Blogeintrag um weitere Aspekte ergänzt. Das VDVC-Wiki enthält einen ausführlichen Artikel zu 1378(km).