Richter: Amoklauf ähnlich wie „CounterStrike“ (Update)

(stimme) Für den Amoklauf von Winnenden muss sich der Vater des Täters vor Gericht verantworten. Diesem wird vor allem vorgeworfen, seine Waffen nicht sicher verwahrt zu haben. Auch die Tat selbst wird analysiert:

„Der Vorsitzende Richter machte darauf aufmerksam, dass der Amoklauf in der Albertville-Realschule nach ähnlichem Muster wie die gewaltättigen „Counter-Strike“-Spiele abgelaufen sei. Bei „Counter-Strike“ geht es darum, dass sich Terroristen und Polizisten gegenseitig, vor allem mit Kopfschüssen, erschießen sollen. Nach Aussage des Zeugen schlüpfte Tim K. am liebsten in die Rolle des Terroristen.“

Wenn man sich schon die Mühe macht einen Vergleich zum Spielgeschehen zu ziehen, sollte man das tatsächliche Tatgeschehen nicht aus den Augen verlieren. Selbst wenn man die Beschreibung von „CounterStrike“, dass sich auch friedlich ohne die Abgabe eines einzelnen Schusses gewinnen lässt, als im groben zutreffende Zusammenfassung des typischen Spielablaufs durchgehen lassen würde, hapert es an der Schlussfolgerung. Schließlich wurden vom Täter keine Polizisten, sondern 15 Zivilpersonen erschossen.

Zivilpersonen kommen als Geiseln in manchen Fällen zwar auch in „CounterStrike“ vor, jedoch ist es selbst für die angeblich vom Tim präferierten Terroristen nie das Ziel diese virtuell zu töten oder zu verletzen. Wer es nichtsdestotrotz tut wird durch „Punktabzug“ bestraft. Das Erschießen von unbewaffneten Zivilisten ist als gerade kein durch das Spielgeschehen von „CounterStrike“ geförderter Aspekt.

Dass Kopfschüsse in „CounterStrike“ effektiv sind ist dagegen nicht von der Hand zu weisen. Andererseits wird auch in „Löwenzahn 6“ dem Spieler von Peter Lustig eingeschärft Kopfschüsse zu erzielen (Video, ca. ab 2:53). Vielleicht bräuchte es für diese Erkenntnis aber auch gar kein Videospiel.

Zuvor hatte schon die Staatsanwaltschaft krude Theorien vorgebracht. So habe sich der Täter nach Staatsanwältin Eva Hanss virtuell „Zusätzliche Treffsicherheit “ mit der späteren Tatwaffe verschafft. Also mit gewaltdarstellenden Videospielen zielgenaues Schießen in der Realität geübt.

Update

In der Waiblinger Kreiszeitung findet sich ebenfalls eine Schilderung der Aussage:

„Erst nach längerem Nachbohren des Richters bestätigte der junge Mann, dass Tims Vorgehen am 11. März 2009, als er wortlos Klassenzimmertüren öffnete und gezielt Jugendliche mit Kopfschüssen oder Schüssen in die Brust tötete, den Szenarien in diesen Spielen glich.“

61 Gedanken zu “Richter: Amoklauf ähnlich wie „CounterStrike“ (Update)

  1. Hatte allgemein gesprochen, wenn jetzt alle sauer sind passt es wenigstens. ;O)
    Ich will ja auch nicht den ewigen Pessimist raushängen lassen, ich möchte nur darauf hinweißen das nur weil ein Gesetz gewisse Dinge untersagt sich auch dran gehalten wird, auch Politiker und Behörden tun das nicht immer obwohl sie das eigentlich müssten/sollten. Und das auch am GG kräftig gebogen und gesägt wird ist nun einmal kaum zu leugnen, ein Totalverbot für Gewaltdarstellungshaltige Videospiele ist zwar ziemlich unwahrseinlich das gebe ich zu aber gänzlich unmöglich ist eben auch nicht.

  2. Der Amokläufer von Winnenden Tim K. ist im Berufskolleg offenbar von Mädchen gehänselt worden. Er sei beispielsweise von einigen Mädchen “Mini Timi” genannt worden, sagte die Leiterin des Berufskollegs…Zudem sei er absolut kein Frauentyp gewesen und Mädchen seien für ihn “kein wichtiges Thema” gewesen. Vielmehr habe er sich fürs Pokern und für Computerspiele wie “Counter-Strike” interessiert, die er auch ohne Erlaubnis in der Schule gespielt hätte.“

    seht euch das an. aha, viel mehr habe er sich für pokern und cs interessiert. weil frauen ja auch ein hobby sind und jeder jugendliche ein machso ist und sich offen für frauen interesiert. oh er hatte sie OHNE ERLAUBNIS in der schule gespielt, unglaublich böse der typ.

  3. Die Meldungen in der Presse überschlagen sich ja fast beim Thema „Winnenden“. Noch letztens hat ein Klassenlehrer von Tim K. sich geäußert, dass der Junge eben nicht gemobbt wurde. Naja, zumindest so weit er es mitbekommen hat.

  4. @hecter specter
    Und mitbekommen tun es die Lehrer zu 90% nie, und wenn interessiert es sie nicht oder machen wee bei mir sogar noch mit oder sind gar der Grund für das Mobbing weil es dann nämlich hauptsächlich von und durch denen kommt wo sich die anderen Schüler natürlich begeistert hinten dran anschliessen, alles schon erlebt bzw. bei Klassenkameraden beobachtet, machen kann man als Einzelperson aber nichts gegen.

  5. @frontal21
    Zu meiner Zeit durfte man auch keine GameBoys, Linx, GameGears oder handys mitbringen und trotzdem ahben es sehr viele getan auch das installieren und nutzen von Games auf den Schulrechnern war auch nicht erlaubt und trotzdem gab es auf beinahe jeden Rechner eine zumeist gecrackte Fassung von Command and Conquer, Warcraft 2, Age of Empires 1+2 oder Z, also so ungewöhnlich ist das mit dem Spiele in der Schule spielen nicht.

  6. @ doktor task: hab ich was anderes behauptet?

    @hecter specter: interessant wie sie jetzt solche meinungen berücksichtigen obwohl das was doctor task sagt schon längst bekannt ist. fast alle werden was anderes behaupten, vor allem seine klassenkammeraden und lehrer. da mobbing derzeit ein grßes thema ist und ist, es bekannt dassdie lehrer ja nie was mitbekommen haben bzw. haben.

  7. @frontal21
    Habe ich denn behauptet das du was anderes behauptest? ;O) Ich wollte mit meinen Post nur sagen, dass das was der Tim in der Schule gemacht hat, also Videogames zocken nichts neues ist, auch das Kartenspielen in der Schule ist ja nicht neu, ich glaube das haben die Schüler auch schon vor 150 Jahren und noch weiter zurück gemacht, also Kartenspiele spielen nicht Videospiele, die gibt es ja noch nicht *so lange. ;O)

  8. Ich denke auch dass das eher eine Sache, oder weniger hübsch formuliert „Fressen“, fürs Boulevard ist. Wozu man so vielleicht schon viel zählen kann, das heißt etwa auch manch „informativ“ zumindest gedachte Fernsehsendung bei den Öffentlich-Rechtlichen, aber das wars auch schon. Ein neuer Gesetzgebungsprozess wird daraus sicher nicht entstehen.

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