Verbannte Videospielautomaten

(rp) Genaugenommen ist der Vorwurf der Vereinsamung von Spielegegnern etwas zynisch. Schließlich ist es dem deutschen Jugendschutz zu verdanken, dass Videospielautomaten nahezu gänzlich aus Spielhallen und der Öffentlichkeit verbannt wurden. Damit das auch so bleibt nutzen viele Gemeinden eine recht kreative Besteuerung. Während in Bremen z.B. der Aufsteller eines Musikautomaten 15 € im Monat bezahlen muss, sind es bei Videospielautomaten mit Gewalttätigkeiten gegen Menschen 307 €. Dass auch mehr geht zeigt jetzt Hilden. Hier werden gewaltverherrlichende Spielautomaten auf Antrag der Grünen hin künftig mit 1000 € pro Monat besteuert:

„Noch gebe es keine derartigen Geräte in Hilden. Aufsteller sollten durch eine hohe Steuer wie in Langenfeld (1000 Euro) abgeschreckt werden: „Es geht nicht um die Einnahme.“ Dieser Argumentation schlossen sich die anderen Fraktion einstimmig an.“

Die „Highscoreliste“ der Besteuerung:

1. Aurich – 1000 € 
1. Hilden – 1000 €
1. Langenfeld – 1000 €
2. Leer – 600 €
3. Offenburg – 350 €
4. Emden – 310 €
4. Norden – 310 €
5. Bremen – 307 €

42 Gedanken zu “Verbannte Videospielautomaten

  1. Ein Eingriff in die persönliche Freiheit. Sie können die Automaten nicht verbieten, also machen sie so hohe Gebühren dass es sich nicht lohnt überhaupt welche aufzustellen. Ich fass es nicht wie die Parteien da das überhaupt so offen zugeben können dass es nur um das geht.

  2. Tja und die Automaten sind ja zudem eh alle ab 18 bzw. deren Nutzung ist erst ab 18 erlaubt und der Eintritt in Gamehallen ist ebenfalls erst ab 18 erlaubt aber da die Gebühren für die Geräte jeden in den Ruin treiben würden gibt es die reinen Gamehallen/Arcadehallen seit fast zweieinhalb Jahrzenhte nicht mehr, nun gibt es nur noch Spielesacinos wo man Arcadegeräte vergebens sucht und wo sich zumeist fragwürdiges Gesindel rumtreibt.

  3. Gah, und wieder diese hanebüchenen Begründungen.
    Spielautomaten die tatsächlich „Gewaltverherrlichend“ im Sinne von §131 StGB wären darf man doch sowieso schon nicht aufstellen, um die kann es also nicht gehen. Das ist nur blanke Geschmackszensur, nichts anderes.

  4. Was man nicht nach den Worten des Gesetzes verbieten darf, dafür findet man andere Wege. Und jetzt sage mir noch einer, es gäbe in der Bundesrepublik keine Zensur.
    Schmeißt euer Grundgesetz in die Flammen, ihr Heuchler!

  5. @frontal21
    Natürlich gibt es die noch, kommen ja auch jedes Jahr einige neue auf dem Markt aber die bleiben meistens den Japanern vorbehalten, einige schaffen es auch nach den USA und Europa nur halt zu uns Deutschen nicht. Es sind deutlich weniger Automaten geworden in den letzten Jahren, weil Pachinko und co. sie verdrängen aber es gibt sie noch.

  6. ja das weiß ich, aber ich meine jetzt in deutschland.
    die poltiker sollen mal weniger zeichentrickserien gucken. das kommt aus der ecke punkte für jopf abtrennen

  7. @frontal21
    Also an den Zeichentrickserien kann es nicht liegen das Politiker solche Ideen entwickeln und verwirklichen, ich gucke manche wie Saber Rider oder Bravestarr ganz gerne. ;O)

  8. ok und diese Geld Abschneider in den Kneipen sind auch so viel besser.

    ich glaube die Kneipen Automaten treiben einen eher zu Gewalttaten als Spielhöllen.

  9. @ hecter specter

    Meinst du Retrogames e.V.? Wenn ja ist es ja kein Museum sondern ein Verein, also denke ich eher nicht. (Bei den vielen Automaten könnten die sich solche Steuern gar net leisten xD)

  10. Ich finde das sehr inovativ.

    Ich finde auch, man sollte solche Steuern auch auf besonders gefährliche Hunde erheben.
    Jeder Hund mit mehr als einen Kopf der in der Lage ist Feuer zu speien sollte hoch besteuert werden.
    Die Tatsache das niemand so einen Hund anmeldet würde ich dann als Beleg dafür feiern das meine Politik richtig ist…

  11. Jaaa… die klassischen Spieleautomaten hat man hier in Deutschland bereits in den 1980ern zum einen auf diese Art und Weise ausgerottet, zum anderen durch eine unglaublich rigide Gesetzgebung (da argumentierte man tatsächlich auch, anm wolle Kinder und Jugendliche davor bewahren, ihr Taschengeld für diese Atuomaten aufzubringen…); trotzdem scheinen die Spielehallen dieser Art immer noch in den Gedanken diverser Politiker rumzugeistern, auch wenn es sie seit 2 1/2 jahrzehnten nicht mehr gibt: So sollte das JuSchVerbG der CSU im Jahr 2007 ja z.B. nicht nur für mehr Indizierungen sorgen und einen § 131 a StGB einführen, sondern auch die Liberalisierungen bzgl. Spieleautomaten rückgängig machen, die das JuSchG 2003 einführte.

    Die Automatenselbstkontrolle (ASK), ein Pendant zur FSK und USK, nur halt für den Automatenbereich zuständig, hat ja auch nicht wirklich was zu tun; als Beispiel: Laut eigener Aussage wurden zwischen April 2003 bis Oktober 2010 insgesamt 184 Bildschirmspielgeräte bewertet… das dürfte auch so in etwa die Anzahl in Deutschland veröffentlichter Automaten darstellen. Das sagt mehr als tausend Worte. Ohnehin ist auch die ASK eine dubiose Institution, wenn man sich vor Augen hält, womit die sich auf ihrer offiziellen Internetpräsenz rühmen: „Ausgangspunkt war ein Bildschirmspiel (Lover Boy), das von einem Nicht-Verbandsmitglied auf den Markt gebracht wurde. Der Spielinhalt führte zu einer parlamentarischen Anfrage im Deutschen Bundestag. Die ASK kaufte alle im Markt befindlichen Platinen auf und vernichtete sie. Die Selbstkontrolle wurde als Dauereinrichtung gegründet.“ Ja… mit einer Bücherverbennungsmentalität kann man sich schon nett profilieren………

    In meiner Dissertation fällt die AKS deshalb auch als Untersuchungsgegenstand raus, da bleibt es bei einer Fußnote mit gerade gebotenen Informationen (nur etwas detaillierter).

  12. ist das echt der grund warum es keiNE Arcade-Automaten mehr gibt?wusste ich gar nicht.Hier bei mir gab es bis ca 1997 in der Spielhalle viele Arcade,jetzt gibts da nur noch einarmige banditen ,(

  13. Einer von zwei Gründen; wie im Ausgangsbeitrag erwähnt, handelt es sich um kommunale Steuern, es kann also gut sein, dass es hier und dort keine marktzerstörenden Abgaben gibt… dafür hat man dann aber die nette bundesweit geltenden Jugendschutzgesetze, die besorgen den Rest.

  14. @Vicarocha
    Da du ja einiges an Ahnung hat, wie sieht das ganze eigentlich Rechtlich aus, sind Wuchersteuern rechtlich haltbar oder ist das wieder Grauzone, gibt es sowas wie Wuchersteuern überhaupt oder kann man Steuern wie hier beliebig raufsetzen?

  15. @Rey

    Hab ja das Glück dass ich Nahe KA wohne, muss da unbedingt mal vorbeischauen, vor allem haben die auch viele Flipperautomaten. Ich liebe Flipper XD.

    Übrigens wer sich ein wenig mehr über Arcadeautomaten informieren will dem sei der Chaos Radio Express Podcast 170 ans Herz gelegt:

    http://chaosradio.ccc.de/cre170.html

    Gibt auch einen Älteren der von Computergames handelt, den fand ich aber nicht so toll.

  16. Im RP-Artikel wird ja auf dei Befürchtung des Kämmerers hingewiesen, Spielhallenbetreiber könnten bei einer allzu drastischen Steuererhöhung gerichtlich gegen die Anhebung der Vergnügungssteuer vorgehen.
    .
    Viel lustiger finde ich aber die Frage, wann ein Automatenspiel „gewaltverherrlichend“ ist. Laufen da Stadträte einzeln durch die Gegend und verteilen das Prädikat „G“ für „Gewaltverherrlichung“ nach höchstdurchlauchtigtem Gutdünken, oder wie habe ich mir das vorzustellen?

  17. und das von den grünen, die sich doch auch teilweise „verständnisvoll“ den spielern gegenüber geoutet haben.
    tja, da sieht man wieder was für ein dreckiges pack in allen großen volksparteien vertreten ist.
    aber da sich die deutschen gerne von solchen leuten veräppeln lassen, wird sich nichts ändern.

  18. @Booomboy
    Ich will ja nichts sagen aber solche Vorstöße kamen von den Grünen öfter mal (Natürlich bleiben CDU/CSU Zensurspitzenreiter), das Verständnis war nur Heuchelei.

  19. Für mich ist das eindeutig eine Zensur, nur leider in einem gesetzeskonformen Rahmen -.-

    Und das es denen nicht um die Einnahmen geht glaub ich in dem Fall sogar mal, denn wenn es ihnen um die Einnahmen gehen würde, würden sies wohl eher wie bei der Tabaksteuer machen xD

  20. @ Mike L.

    Schau mal auf Ebay. Viele Automaten gehen da sehr günstig weg (hauptsache man hat sie los). Das Problem an der Sache ist allerdings, die Selbstabholung. Son Kasten ist halt schon groß und wiegt was ^^

  21. @ purchaser

    Schau mal in einen Absatz weiter unten …
    „Natürlich vertrete die Stiftung weiterhin ihre Position für eine Indizierung besonders gewalttätiger Spiele. Doch das erste Anliegen sei es, mit Gamern selbst in ein echtes und respektvolles Gespräch zu kommen. Zu erreichen, dass Jugendliche sich auseinandersetzen mit den Spielen, die sie spielen, sich vielleicht die eine oder andere Frage stellen.“

    Ja klar auseinmal kommt man wieder mit der Gesprächsmasche. Wir hatten das schon zu oft liebe Stiftung/Aktionsbündniss, darauf fallen wir nicht mehr rein.

  22. sry vor Trippel
    BTW wird hier immer von Jugendlichen geredet. Sollten die nicht lieber mal mit jungen Erwachsenen reden (wollen), die auch wirklich die Spiele spielen dürfen die sie anprangern?

  23. @El Konsolero:
    Pssst… das würde doch das Jugendschutzargument aushebeln! Das geht doch nicht! Denk doch endlich mal an die Kinder, Du Spielverderber!

  24. Naja konsolero,die sind trotzdem für mcih noch zu teuer,davon abgesehn das cih auch keien transportmöglichkeiten habe.ja das stimt wohl mir auch schleeirhaft warum sie mit jugendlcihen reden

  25. leute, die schreiben diesen mist doch nur, um außenstehende und unwissenden personen seriös und gutmütig zu erscheinen.
    das ist ein sehr alter trick, um so potentielle spender und mitglieder von der eigenen sache zu überzeugen, dass man weiss was man tut und was getan werden muss.

  26. Ich finde es so arm, das wir in Deutschland quasi nie eine Arcade-Kultur hatten, dank bekloppter Gesetze. So ne richtig geile Spielhalle wie in Japan oder USA, das währ doch was, auch heute noch. Mit 3 Stockwerken, unten die harmloden Spiele bis 12 Jahre, dann die 16er und oben die pöhsen Erwachsenen Spiele. :)
    Dazu ne Retro-Ecke und Flipper dürfen auch nicht fehlen. Einen Pachinko-Automaten würde ich aus Spaß auch mit reinstellen. ^^
    Sollte für genug Wirbel und Medienecho sorgen, dass man sich mal mit dem Thema genauer beschäftigt, ich würde voll auf ne Gesetzesänderung pochen und den Politikern die Freiheiten einer Demokratie mal so richtig unter die Nase reiben.

    Und die Grünen werd ich nun wohl leider auch nicht mehr wählen können, dabei waren die doch angeblich immer auf der Seite der Gamer. Mist, da bleibt dann ja nicht mehr viel außer den Piraten.

  27. Guck mal ins Forum was uns dank der Grünen und den Möchtegernvolksparteien CSU/CDU, FDP und SPD ab dem 1.1.11 noch alles blüht wenn es um Medien, Internet (I-Net ins besondere) geht.

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