„Hakenkreuze“ in Videospielen

(gbase/rechtmedial/heise/bpb) Ab und an wird behauptet, dass Videospiele vor historischen Hintergründen Wissen über Geschichte vermitteln könnten. Zumindest bei solchen, die zwischen 1933 und 1945 spielen, sind jedoch ernste Zweifel angebracht. Oder haben Sie schon mal vom „Wolfsclan“ gehört, der unter Leitung von „Heinrich Höller“ gegen die Alliierten kämpfte? Auch könnte es stutzig machen, wenn man das Balkenkreuz der Bundeswehr während des Zweiten Weltkrieges in einem weißen Kreis auf rotem Hintergrund wiederfindet. Ein derart vorbelastet Symbol kann doch kaum unserer Parlamentsarmee angemessen sein?

Solche kreativen Konstellationen sind eine einfache Folge des Umstandes, dass Videospiele – anders als Filme – hierzulande keine verfassungsfeindlichen Symbole zeigen dürfen. Welche praktischen Probleme sich daraus ergeben zeigen „Silent Hunter 5“ und die deutsche Version von „Wolfenstein“. International sind Schiffe und Soldaten natürlich „korrekt“ beflaggt, weshalb alle Symbole für die deutsche Version sauber entfernt werden müssen. Während im Fall von „Silent Hunter 5“ ein Hakenkreuz-Stempel im Datenblätter über Schiffe enthaltenden Handbuch übersehen wurde, versteckte sich bei „Wolfenstein“ in einem Level ein mit einem Hakenkreuz versehenes Plakat. Die Folge: Keines der Spiele kann in Deutschland mehr verkauft werden, für kleinere Firmen wäre ein Rückruf, wie er in diesen Fällen geschehen ist, wohl finanziell kaum zu verkraften.

Ob die unterschiedliche Behandlung von Filmen und Spielen rechtlich in Ordnung ist, darf bezweifelt werden, auch wenn Gerichte dies offenbar anders sehen: So wurde zuletzt 2010 das schon erwähnte Spiel „Wolfenstein“ u.a. wegen der verfassungsfeindlichen Symbole bundesweit beschlagnahmt. Dr. Marc Liesching schreibt dagegen, dass „insbesondere bei negativ akzentuierter und lediglich beiläufiger und nur vereinzelter Veranschaulichung von einschlägigen Kennzeichen ein Tatbestandsausschluss auf Grund der schutzweckorientiert einschränkenden Auslegung nach den vom BGH aufgestellten Grundsätzen in Betracht“ komme und an anderer Stelle rät man dazu „die Verantwortlichen auch dazu ermutigen, Klarheit in die Angelegenheit zu bringen„.

Damit ist wohl eine Klage der jeweiligen Publisher und Entwickler gemeint, die nun „Reality Twist“ im Fall des Spieles „Generation Zero“ ankündigt. Das Adventure soll die Nachkriegszeit thematisieren und beispielsweise auch die Demontage von Hakenkreuzen zeigen. Als prominenten Unterstützer hat man sich den FDP-Bundestagsabgeordneten Jimmy Schulz mit ins Boot geholt. Seinerseits wurde jedoch klargestellt, dass es lediglich darum geht für nicht kommerzielle Lernspiele die Anwendung der Ausnahmeregelungen zu erreichen. Man versucht sicht somit offenbar nicht auf die Ausnahme der „Kunst“ zu stützen, sondern das Spiel als Mittel „der staatsbürgerlichen Aufklärung“ anzusehen, das ebenfalls eine Ausnahme vom Tatbestand zulässt.

20 Gedanken zu “„Hakenkreuze“ in Videospielen

  1. Indeed @Tentakelzombie, indeed…
    .
    Die Hakenkreuzsache ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass staatliche Stellen auf gerade in Weltkriegsshootern oftmals zweifelhafte Geschichtsdarstellungen noch mal einen draufsetzen und implizieren, dass es das bekannteste Symbol des NS-Regimes nicht gegeben hat, ginge man rein nach Games. Von der Widersinnigkeit der unterschiedlichen Behandlung von Filmen und Spielen will ich lieber gar nicht anfangen, kommt ja auch bei dem gbase Artikel gut rüber.
    .
    Mit dem ersten Satz der Meldung habe ich allerdings so meine Probleme, denn a) entsteht zu Spielen als Vermittler von Wissen in Deutschland gerade ein spannendes neues Forschungsfeld, wo auch erste Historiker bei sind (z.B. Angela Schwarz) und b) klingt er so wie „einige behaupten, man könne etwas aus Spielen lernen (ja, ja schon klar).“

  2. Der ganze Umgang mit der Thematik „Nationalsozialismus“ ist sowieso dermaßen überzogen und in weiten Strecken auch total affig, ebenso auch die damit verbundenen Themen (Holocaust, etc…).
    Da wird bei 9Live eine Moderatorin gefeuert, weil sie wohl den Satz „Arbeit macht frei“ fallen lässt und sich sich sofort alle an die Gräueltaten des zweiten Weltkrieges erinnert fühlen, weswegen sofort bestraft werden muss. Donnerwetter, und das nach über 70 Jahren. Wird langsam mal Zeit die Sache nicht mehr so empfindlich zu sehen.
    Schließlich redet ja auch kaum noch einer mehr über die Gräueltaten der Amerikaner gegenüber den Indianern, oder von den Spaniern die im MIttelalter auf der Suche nach Gold in Südamerika die Azteken abgeschlachtet haben, oder aber – und das ist immer noch aktuell – über die Taten der Kirche, in deren Namen in den letzten 2000 Jahren Menschheitsgeschichte mehr Menschen gestorben sind, als mancher Kontinent Einwohner hat (und ich meine nicht Antarktis oder Australien)? Bezieht sich jetzt auf alle Religionen.
    Ich gebe ganz offen zu, da sich mit dem Satz zuerst gar nichts anfangen konnte und das wo mich das Thema des zweiten Weltkrieges in Deutschland und die Zeit davor doch geschichtlich betrachtet sehr interessiert, aber es ist auch ein unglaublich komplexes Thema, so das man eben doch viele Lücken hat.
    Zum Lerneffekt über Videospiele kann ich eine positive AUssage machen: Die meisten Spiele waren anfangs meist auf Englisch und als ich meine ersten beiden Vollpreistitel hatte, nämlich Silent Service II und Civilization 1 im Jahre 1992, konnte ich mit den meisten Worten, Sätzen und Begriffen nichts anfangen, weshalb ein Duden rangeholt werden musste.
    Und mit der Zeit konnte ich dann mein erworbenes Wissen auch weiter verwenden und wusste auch was BEgriffe wie „Blowing emergency tanks“ was anfangen.
    ALso ja: Man kann von SPielen lernen :-)

  3. „Solche kreativen Konstellationen sind eine einfache Folge des Umstandes, dass Videospiele – anders als Filme – hierzulande keine verfassungsfeindlichen Symbole zeigen dürfen.“
    Nein: Fakt ist, dass aktuell 4 Spiele gem. § 86 a StGB beschlagnahmt wurden, die nicht auch Propagandaspiele waren; „Wolfenstein 3D“, „Commandos: Behind enemy lines“, „Mortyr 2093-1944“ und „Wolfenstein“. Das Gesetz zielt aber auf die propagandistische Präsentation, nicht die Präsentation per se: Hakenkreuze oder andere „verfassungsfeindliche Symbole“ sind keine automatischen Indizierungs- oder gar Beschlagnahmekriterien. Das würde dem sprachlichen, systematischen und (insb.) teleologischen Gehalt der Norm nicht gerecht; ich erachte BGH 3 StR 486/06 als eine Art Präzedenzfall. BTW: Filme und Spiele sind gleichgestellt, es gilt für beide z.B. der generelle Kunstschutz (der in der Praxis ignoriert wird, aber das ist ein anderes Thema)

    Das die vier Spiele in der BRD gem. § 86 a StGB beschlagnahmt sind, ist i.d.S. kurios, aber nicht die Intention des Gesetzes; die Willkür der Praxis zeitigt aber eine Abrschreckungswirkung, generiert ein unkalkulierbares Risiko.

    Aber: Eine systematische Beschlagnahmepraxis, gem. der Spiele, die verfassungsfeindliche Symbole präsentieren, beschlagnahmt würden, existiert nicht; selbst Spiele, die eine Zensurinstanz der BRD (z.B. die BPjM) analysiert hat, werden nicht automatisch – wie in anderen Fällen obligatorisch – den Strafverfolgungsbehörden zugeteilt (z.B. „Return to Castle Wolfenstein „).

    Folgendes Szenario: Die Vorinstanzen melden die Spiele nicht, also ist es Sache der Staatsanwaltschaten, ihrer gewahr zu werden. Es bieten sich dem Staatsanwalt zwei Möglichkeiten:
    1.) Bei der Sichtung des Inhaltes mit den „verfassungsfeindlichen Symbolen“ beweist der Staatsanwalt Sachkenntnis, er initiiert aus offensichtlichen Gründen keinen Prozess gegen das Spiel 2.) Der Staatsanwalt beweist seine Inkompetenz und initiiert ein Verfahren, wegen mangelnder Sachkenntnis, einer antiquierten Dichotomisierung von Film- und Spielinhalten usw..

    Egal, wie ein Prozess beginnt, letztlich wird ein Richter für die Beschalgnahme zuständig sein – und auch hier haben wir analog zu den beiden Formen des Staatsanwaltes 2 Formen von Richtern:
    1.) Ein Richter mit Sachkenntnis, kompetent und liberal… er beschlagnahmt das Spiel nicht. Es ist fortan vor derartigen Zugriffen geschützt.
    2.) Ein inkompetent, antiquiert, moralinsauer Typ von Richter, der z.B. (entgegen der Rechtsprechung des BVerfG) der Meinung ist, dass Computerspiele nicht den Schutz der Kunstfreiheit genießen – er läßt das Spiel beschlagnahmen.

    D.h.: Es existiert die Chance, dass ein Spiel mit „verfassungsfeindlichen Symbolen“ niemals als strafrechtlich bedenklich eingestuft, ergo beschlagnahmt wird. Aber es existiert immer die latente Gefahr, dass dem doch so ist, weil die letztlich entscheidenden Richter nicht wirklich sachorientiert, plausibel oder sonstwie rational urteilen müssen, sondern dies insbesondere in solchen Fällen absolut willkürlich machen (die Urteilbegründungen lesen sich auch wie faktische Feststellung der strafrechtlichen Relevanz, ohne den Versuch einer kursorischen Zusammenfassung des Medieninhaltes) und dabei ohne Argumente entsprechende Vorbehalte (wie sie bei Darstellungen beim Film obligatorisch sind) ignorieren/negieren, obwohl sachlich kein Verstoß gegen das StGB geboten wird. Aber gegen die Willkür zu agieren, ist hierzulande quasi unmöglich und weil die Beschlagnahme i.d.R. ausländische Versionen betrifft, die nicht offiziell in Deutschland publiziert wurden, findet sich auch niemand, der klagt.

    Mir wurde in Privatkorrespondenz übrigens mitgeteilt, dass diverse Vertreter der BPjM § 86 a StGB ähnlich interpretieren, wie ich, d.h. verfassungsfeindliche Symbole nicht automatisch als indizierungswürdig (ergo automatisch nicht als strafrechltich relevant) erachten. Von USK-Personal ist mir aber z.T. das Gegenteil bekannt, aber:

    Wenn die USK das Strafgesetz für ihre eigenen Prüfungen so interpretiert, dass sie allen Spielen die Kennzeichnung verweigern, die verfassungsfeindliche Symbole beinhalten, dann ist das 1.) nicht die einzig richtige, geschweige denn adäquate Interpretation des zugrundeliegenden Paragraphen des StGB, 2.) kein Zwang, der aus den internen Regelungen der Grundsätze u./o. Prüfungsordnung der USK selbst resultieren würde (die USK prüft hier also nicht nach ihren eigenen, zusätzlich zum jJSchG existierenden – aber u.a. auch darauf basierenden – Reglementierungen rigider, als es z.B. JuSchG selbst gebietet) und 3.) kein Indikator dafür, wie das StGB etc. auszulegen ist.

    Die USK kann also durchaus behaupten, dass in Spielen verfassungsfeindliche Symbole „tabu“ seien, diese Aussage besagt aber weder etwas darüber, was das JuSchG, StGB, sowie die USK-Grs und -PrO regeln (denn keine dieser Reglementierungswerke verweist auf ein derartiges komplettes, vorbehaltloses „Tabu“). Das einzige, was diese Aussage wohl angedeutet hat ist, dass die USK-Mitarbeiter in der Praxis (auch ohne expliziten Zwang) Spielen mit derartiger Symbolik die Kennzeichnung verweigern, quasi als interne Abmachung, die nirgendwo niedergeschrieben ist – sei es nun, um Probleme zu vermeiden (z.B. hinsichtlich der Reputation: „Seht! Die USK gibt Spiele mit verfassungsfeindlichen Symbolen frei!“), sich gar nicht erst mit der Thematik auseinanderzusetzen (das vereinfacht nebenbei auch die Arbeit) oder einfach aus Unkenntniss der Rahmenbedingungen (nur weil sie da arbeiten und prüfen, bedeutet dies nicht, dass sie auch in der Thematik firm wären).

  4. @vica

    Mein Satz zielte auf die „Praxis“ ab, die diese Unterscheidung ja annimmt. Zumindest werden in Filmen solche Symbole nicht zensiert, in den deutschen Versionen von Spielen aber schon. Dass das rechtlich aber anders zu werten sein könnte schreibe ich ja gerade. Ich bin mir jetzt mit deinen Ausführungen zur Notwendigkeit eines propagandistischen Kontext nicht ganz sicher (Da sollte man auch 86 und 86a nicht vermengen), aber afaik sind in Deutschland auch Modellflugzeuge mit historisch korrekter Bemalung untersagt – und diese Zurschaustellung ist doch eigentlich die neutralst mögliche.

  5. Ganz einfach das eine ist ein Film, das andere ein Spiel (Übrigens dürfen Comics HK, Runen etc. *und so manche Gewaltdartsellung* auch nicht zeigen), das eine ist Kunst und das andere Schund (Nach deutschen *Volksempfinden und deutschen *Recht).

  6. @Rey
    Hervorragend geschriebener Artikel. Vielen Dank!

    Ich denke was Vicarocha meinte war die rechtliche Folge gewisser Feststellungen, dass da eben im Unterschied zu (eindeutigem) Propagandamaterial doch anders gearbeitet wird.
    Mit dem Propagandamaterial ist es aus meiner Sicht aber auch so eine Sache: manchmal dauert es Jahrzehnte bis etwas als solches auch erkannt, eingestuft wird – leider

    Nichtsdestotrotz fand ich bei meiner Analyse des Themas doch auch immer wieder Hinweise, welche eine Vorverurteilung diversester Inhalte noch als Propaganda bei Videospielen nahe legen. Zum Beispiel von Olaf Zimmermann in der Zeitschrift „Gamestar“ 04/2009 123: Zimmermann stellt Games dort zumindest indirekt eine Geltung wie Filme erst dann in Aussicht wenn sich diese mal geändert hätten sozusagen, weil Filme welche eine affirmative Beziehung zum Nationalsozialismus inne hätten ebenfalls davon betroffen wären – von der Praxis eines Verbots – angeblich. Was aus meiner Sicht gleich an mehr als einer Realität vorbeigeht: einerseits der Realität der klar geregelten Vorbehaltsfilme (aus der Zeit), von denen man so wenigstens die Namen kennt, andererseits an jener einer internationalen Filmindustrie (nach 1945). Die einzige Grauzone welche da für mich existiert sind manche Naziploitationfilme die aufgrund ihrer affirmativ interpretierten Ambivalenz zwischen Nationalsozialismus und Erotik als vermeintliche Erotisierung des Nationalsozialismus verbotswürdig erscheinen mögen, in Wirklichkeit aber wohl eher auch wegen anderer Dinge von Verboten betroffen sind respektive waren – wie etwa Gewaltdarstellungen.
    So wird dem Vernehmen nach etwa unterstellt, dass wenn man die Seite der NationalsozialistInnen spielen könne dies bereits einer affirmativen Beziehung zum Nationalsozialismus wenigstens nahe käme. Viele Titel mit dementsprechenden Multiplayer-Modi fallen da offenbar schon von vornherein so weg – interpretatorisch: dazu sollte vielleicht aber auch noch festgestellt werden, dass es etwa im Strategiesektor schon einige Titel gibt welche von sich aus auf eine nationalsozialistische Symbolik verzichten bei der Darstellung von Deutschen im Zweiten Weltkrieg. Warum auch immer

    Grundsätzlich möchte ich sagen ist der Glaube Hakenkreuze seien in Videospielen tatsächlich verboten formal eine Illusion, die auch von diversen Rechtsanwälten leider vorangetrieben wird – sie beraten die Industrie scheinbar auch nur dementsprechend – doch ein solches Verbot existiert (formal) einfach nicht. Bloß dessen Praxis.

  7. @Vica: kompetent = liberal und inkompetent = antiquiert :D
    Ich gehe davon aus dass das keine allgemeine Verknüpfung sein soll, aber geschickt eingebaut ^^

  8. @Mars
    Man könnte es auch so formulieren: kompetent = Games nicht diskriminierend; inkompetent = Games diskriminierend;
    weil andere Ausdrucksformen werden da schonmal kaum vorgelegt so und im Gesetz steht eben auch nichts davon, dass in bestimmten Ausdrucksformen keine Hakenkreuze drin sein dürften…

  9. ich weiß schon was er sagen wollte, aber so wie Vic formuliert hat hat er es geschafft einen allgemeinen Bezug zwischen kompetent und liberal herzustellen. Wenn das geplant war ziehe ich meinen Hut, sehr geschickt versteckt, das wäre marketing par excellence.

  10. @ Zielfinder

    Ganz einfach weil es den Amis scheiß egal ist. Für die Amis gibts nur eins das zählt, dass ihre heile Welt erhalten bleibt, egal mit welchen Mitteln. Es sind sicherlich nicht alle US Amerikaner so, aber die Mehrheit leider (ich spreche aus Erfahrung).

    Zur Prosieben Moderatorin (nicht 9 Live): Wer so dumm ist hat es imo nicht anders verdient, btw Arbeitet die betreffende Person wieder bei Pro 7 (oder hat es zumindest), obwohl nach diesem VOrfall gesagt wurde, dass sie nie wieder dort arbeiten wird (Laut Aussage von Pro 7)

    @Topic

    Ich finde das ganze Thema auch sehr leidig, einige Medien dürfen bestimmte Themen ansprechen Andere nicht. Medium A darf Hakenkreuze zeigen oder beschreiben, Medium B darf es nicht. Was soll der Blödsinn, eine solche Geschmacksdiktatur darf es nicht geben

  11. Jeder der hier meint, dass Computerspiele und Filme gleich behandelt werden, redet dünnschiss!!! :-( Warum? Dann soll mir diese Person mal erklären, warum Indianer Jones und der Letzte Kreuzzug nicht verboten wurde? Oder der Erste teil von Indianer Jones? Oder Inglourious Basterds? … … … … … … … …

  12. Indiana Jones… NICHT(!) „Indianer“!
    BTW: Niemand meinte, dass Computerspiele und Filme in der Frage verfassungsfeindlicher Symbole in der Praxis(!) „gleich behandelt werden“.

  13. eben, werden sie auch nicht.
    indiana jones hat eigentlich nichts geschichtliches bzw. keinen geschichtlichen hintergrund der erklärt, weshalb der film überall mit hakenkreuze protzen darf.
    wärenddessen in jedem videospiel, dass eine geschichte über eine jagd von nazi-bösewichte erzählt nicht ein einziges hk haben darf.
    aber das wissen wir ja schon längst und so lange die gleichen moralappostel an der macht sind wie jetzt wird sich da hingehend auch nichts ändern.

  14. „Donnerwetter, und das nach über 70 Jahren. Wird langsam mal Zeit die Sache nicht mehr so empfindlich zu sehen.“

    Hey, da haben Deutsche 1500 Jahre lang Juden mal hier mal da immer wieder abgeschlachtet, und wieder zurückgerufen sobald man sie brauchte, mit dem Schlußpunkt der Vernichtung des gesamten europäischen Judentums (physisch fast das gesamte, kulturell das gesamte) und das zu Lebzeiten unserer Großvätergeneration, d.h. einige der Täter und Opfer leben sogar noch. Und die Kinder und Enkel der Überlebenden werden dir für den Satz natürlich auch dankbar sein, dass du ihre Familiengeschichte, das Trauma mit dem sie aus Erzählungen aufgewachsen sind, „nicht mehr so empfindlich sehen“ willst.

    Ich bin auch gegen das Verbot von Hakenkreuzen in Spielen, aber es muss auch darauf geachtet werden, dass auf manchem Schulhof auch heute noch Nazi-Spiele weitergegeben werden, gegen die sich das gesetz ja eigentlich gerichtet hat. In diesen Sielen geht man „Juden klatschen“, „Ni**er hängen“ oder ähnliches, das ganze zu Horst-Wessel-Lied oder der alten Nationalhymne, mit der gesamten nur vorstellbaren Symbolik. Das ist der tatsächliche Anwendungsbereich des gesetzes, und das sollte unserem Gesetzgeber auch mal klar werden.

  15. @Anonym
    Es ist zwar richtig, dass etwa das erste dreidimensionale „Wolfenstein“ Anfang der 1990er Jahre zeitlich ungefähr mit einer (ersten) Welle neonazistischer Propagandasoftware zusammenfällt, dennoch ist die Behauptung, dass sich da ein Gesetz eigentlich dagegen richten würde aus meiner Sicht nicht haltbar: erstens weil es ein solch ausdrückliches Gesetz gegen Spiele gar nicht gibt, das heißt auch in Deutschland nicht, sowie zweitens weil das eben auch (bloß) einer bestimmten Wahrnehmung entspricht – anonyme Amateurprogramme werden heute kaum mehr einen technischen Standard erreichen der sie konkurrenzfähig (auf Schulhöfen oder sonst wo) erscheinen lassen wird – gegenüber kommerziellen Anderen. Dass dem einmal doch so gewesen ist hat insofern historische Gründe die eine Zeit vor zwanzig Jahren betreffen in der sich Computer- und Videospiele erst konstituiert haben.

  16. Pingback: Nazi-Games: einst und jetzt « Jürgen Mayer

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.