Der Spiegel schweigt sich aus

Immer wieder wird durch die Presse berichtet, dass Videospiele vom Militär zur Desensibilisierung von Soldaten genutzt werden oder sogar eigens zu diesem Zweck entwickelt worden wären. Belege hierfür machen sich freilich rar, so dass derartige Aussagen schon als „Mythos“ oder „Verschwörungstheorie“ bezeichnet wurden. Auch auf Nachfrage bei den jeweiligen Formaten werden – wenn überhaupt eine Reaktion erfolgt – keine Quellen genannt, die die Aussagen stützen würden.

Leider finden sich diese Behauptungen nicht nur bei Portalen wie „Zeit Fragen„, sondern auch bei etablierten Publikationen. Eine Häufung findet sich auch beim Spiegel-Verlag:

1. „Spiegel Online“, 22.04.2002 (Link).

Dieser Auszug ist zugegebenermaßen auf den ersten Blick nicht ganz eindeutig. Ich wollte jedoch aus Gründen der Vollständigkeit und um mir nicht den Vorwurf gefallen lassen zu müssen, dass ich mir nur die einfachen Fälle ausgesucht hätte, dieses Zitat nicht unter den Tisch fallen lassen. Es fehlt hier an der Aussage, wozu das Militär Ego-Shooter nutzen würde. Die Angabe über den Inhalt der Spiele, dass in diesen „im Sekundentakt getötet wird„, impliziert lediglich, dass auch das Ziel der Nutzung ähnlich sein könnte. Ich hatte vor einiger Zeit einen interessanten Artikel gelesen, der solche und ähnliche Formulierungen von Journalisten vorgestellt und kritisert hatte – kann jedoch den Link leider nicht mehr finden. Nichtsdestotrotz: Einige Zeilen später wird in Bezug auf diese Ausführungen die Frage aufgeworfen, „wie viel Verantwortung Medien für die Verrohung der Gesellschaft tragen„. Die Nutzung von Ego-Shootern durch das Militär wurde also tatsächlich unter dem Gesichtspunkt der „Verrohung“ betrachtet. Dass „das Militär“ derartige Spiele zur Desensibilisierung nutzen würde wird nicht explizit geschrieben, was aufgrund der prekären Quellenlage nachvollziehbar ist.

2. „Der Spiegel“, 13/2006, S. 68 (Link).

Auch hier wieder dieselbe Problematik: Der Autor drückt sich davor das Trainingsziel zu benennen und belässt es bei Anspielungen. Anstatt erneut mehrere Zeilen mit der Auslegung zu füllen, hier der einfache Konter: In „Der virtuelle Krieg“ schreibt Hartmut Gieselmann, dass das US-Militär zwar eine modifizierte Variante von „Doom“ nutze, „jedoch diente diese Version nicht […] für Zielübungen und zur Desensibilisierung der Rekruten, sondern zur Einübung von Gruppentaktiken und zum Vertrautwerden mit unbekanntem Gelände, das im Spiel nachgebaut wurde„. Falls beim Leser irgendwelche dahingehenden Vorstellungen erzeugt werden sollten: Sie wären falsch.

3. „UniSpiegel“, 4/2009, S. 33 (Link).

Hier endlich eine eindeutige Aussage. Ego-Shooter seien ursprünglich vom Militär erfunden worden, um Soldaten die Tötungshemmung abzutrainieren. Was sagt dazu eigentlich der Experte, dem diese Aussagen zugeschrieben werden? Auf eine Anfrage hin stellt te Wildt klar, dass seine „Interviewaussagen unzulässig verkürzt sind„. Für ihn stehe es zwar „außer Frage, dass mit einem Teil der auch auf dem freien Markt erhältlichen First-Person-Shooter eine Desensibilisierung erzielt werden kann„, aber er nimmt ferner an, dass „es nicht im engeren Sinne bewiesen werden kann, mit welchem Ziel das Militär virtuelle Simulationen eingesetzt hat bzw. einsetzt„. Er hält den Vorwurf also nicht für bewiesen, sondern eine entsprechende Nutzung durch das Militär nur für plausibel.

Abgesehen von dem Ziel der Nutzung ist das Militär aber auch nicht der „Erfinder“ der Ego-Shooter. Anstatt seitenweise zu referieren verweise ich einfach mal auf diese Aussage:

Die immer wieder wiederholte Behauptung, die US-Armee habe Videospiele entwickelt, um ihren Soldaten die Tötungshemmung abzutrainieren, ist nachweislich erfunden.“

Dieser Satz stammt aus der Feder von Christian Stöcker, Redakteur bei „Spiegel Online“. Bei weiteren Fragen zu der Thematik, liebe Spiegel-Autoren, also einfach an den Kollegen wenden.

4. „Der Spiegel“, 12/2009, S. 41 (Link).

Der Kern der Aussage ist die Behauptung, dass (nach Grossman) Videospiele wie „CounterStrike“ Videospielsimulatoren gleichen würden, die das Militär zur Desensibilisierung nutzen würde. Hier erschwert ein Problem, dass ich bei Punkt 5 ansprechen werde, die Kommenterung – aber ich werde es trotzdem versuchen. Da mir gegebenenfalls seitens der Spiegel-Autoren erfolgte Anfragen an Grossman ohnehin nicht bekannt sind, muss ich mich auf eine Prüfung anhand seiner Publikationen beschränken. Insoweit kommen die Bücher „On Killing“ und „Stop Teaching Our Kids to Kill“ in Frage. Der besseren Übersicht halber werde ich die verschiedenen Aspekte getrennt beantworten:

– Nutzt(e) die US-Armee „Videosimulatoren“ zur Desensibilisierung?

In dem zweitgenannten Buch findet sich tatsächlich eine Stelle, die das Zitat zu stützen scheint:

„Die Einführung von Simulatoren ist unbestreitbar verantwortlich für den Anstieg der erfolgreich tötenden Soldaten von 15 bis 20 Prozent im Zweiten Weltkrieg auf 95 Prozent im Vietnamkrieg. Im Falklandkrieg lag dieser Wert für die argentinischen Soldaten, die mir zivilen Zielscheiben übten, bei 10 bis 15 Prozent. Dagegen erreichten die mit modernen Methoden trainierten britischen Soldaten über 90 Prozent. Daher wissen wir, dass – unter ansonsten gleichen Umständen – 75 bis 80 Prozent aller tödlichen Schüsse auf dem modernen Schlachtfeld eine unmittelbare Folge des Einsatzes von Simulatoren sind.“

(„Stop Teaching Our Kids to Kill“, S. 87.)

Auf den ersten Blick passt es. Das Militär habe „Simulatoren“ genutzt um die Anzahl der tödlichen Schüsse zu steigern. Es gibt jedoch einen kleinen aber entscheidenen Unterschied: Beim „Spiegel“ wurde das Wort „Simulator“ um das Wort „Video“ ergänzt. Videospiele können im Ursprungstext aber kaum gemeint gewesen sein. Schließlich kamen die dort angesprochenen „Simulatoren“ bereits vor dem Vietnamkrieg zum Einsatz, die den Soldaten dort eine höhere Schießwütigkeit bescherten. Zu diesem Zeitpunkt – die USA zogen sich 1972 aus Vietnam zurück – gab es weder „Pacman“, „Maze War“ noch „Tetris“ – geschweige denn „moderne“ Ego-Shooter wie „Doom“. Die einzigen Videospiele, die genutzt worden sein konnten, wären mit „Tennis for two“, „Spacewars“ und vielleicht noch „Pong“ wohl eher ungeeignet. Grossman selbst meint auch keine Videospiele. So findet sich in „On Killing“ eine ausführlichere Formulierung:

„Instead of firing at a bull’s-eye target, the modern soldier fires at man-shaped silhouettes that pop up for brief periods of time inside a designated firing lane. The soldiers learn that they have only a brief second to engage the target, and if they do it properly their behavior is immediately reinforced when the target falls down. If he knocks down enough targets, the soldier gets a marksmanship badge and usually a three-day pass. After training on rifle ranges in this manner, an automatic, conditioned response called automaticity sets in, and the soldier then becomes conditioned to respond to the appropriate stimulus in the desired manner. This process may seem simple, basic, and obvious, but there is evidence to indicate that it is one of the key ingredients in a methodology that has raised the firing rate from 15 to 20 percent in World War II to 90 to 95 percent in Vietnam.“

(„On Killing“, S. 313 f.)

Grossman spricht, wenn er über „Simulatoren“ schreibt, also nicht von Videospielen, sondern darüber, dass Soldaten während der Grundausbildung anstatt auf runde Zielscheiben auf plötzlich auftauchende und umkippende menschliche Silhouetten schießen.

– Gleichen kommerzielle Videospiele „diesen“ Simulatoren?

Grossman sieht tatsächlich „Lightgunshooter“ als „identisch“ mit den von der Polizei genutzen Shoot/No-Shoot Training an:

„Another, very different type of game has a western motif, in which you stand before a huge video screen and fire a pistol at actual film footage of „outlaws“ as they appear on the screen. This is identical to the shoot-no shoot training program designed by the FBI and used by police agencies around the nation to train and enable police officers in firing their weapons.“

(„On Killing“, S. 315.)

Einen entscheidenen Unterschied macht er dann aber doch. Während bei „Lightgunshootern“ lediglich hemmungsloses Schießen gefordert wäre, würde man sich bei den polizeilichen Programmen auch zurücknehmen müssen (Deswegen wird üblicherweise auch nicht davon gesprochen, dass Polizisten derartige Programme zur Enthemmung, sondern als „Decision-Making-Trainer“ nutzen):

„Thus the shoot-no shoot program has served successfully to both enable and constrain violence among police officers. Its video arcade equivalent has no such sanctions to constrain violence. It only enables.“

(„On Killing“, S. 315.)

– Gemeint sind Videospiele wie „CounterStrike“

Wie schon beim vorherigen Punkt angesprochen, spricht Grossman eher über „Lightgunshooter“. Herkömmliche, mit der Maus (bzw. in seinem Fall mit einem Joystick) gesteuerte Spiele, sieht er „nur“ als Grenzfall an:

„When I speak of violence enabling I am not talking about video games in which the player defeats creatures by bopping them on the head. Nor am I talking about games where you maneuver swordsmen and archers to defeat monsters. On the borderline in violence enabling are games where you use a joystick to maneuver a gunsight around the screen to kill gangsters who pop up and fire at you. The kind of games that are very definitely enabling violence are the ones in which you actually hold a weapon in your hand and fire it at human-shaped targets on the screen. These kinds of games can be played on home video, but you usually see them in video arcades.“

(„On Killing“, S. 315.)

– Fazit

Nach den (mir bekannten) Aussagen nutzt nach Grossman weder das Militär noch die Polizei „Videosimulatoren“ zur Desensibilisierung. Er behauptet dagegen, dass „Lightgunshootern“ den Schießkinos der Polizei gleichen und ihrerseits die Tötungshemmung senken würden. Die Spiegel-Autoren haben es, zumindest an diesen Ausführungen gemessen, nicht einmal geschafft die Aussagen Grossmans korrekt wiederzugeben. Dass Grossman Videospielen (speziell Lightgunshootern) eine Gefährdung zuschreibt ist unbestritten, aber ob er damit Recht hat steht auf einem anderen Blatt. Seine Arbeiten sind erheblicher Kritik ausgesetzt und hindern Prof. Dr. Michael Wagner auch nicht daran die Zusammenhänge als „Mythos“ zu beschreiben.

5. „SpiegelTV“, Amok – Anatomie des Unfassbaren.

Auch diese Aussage ist wieder eindeutig. Eine Quelle dafür, dass das Militär Spiele zur Desensibilisierung nutzt, ist mir aber immer noch nicht bekannt. Ich möchte natürlich nicht ausschließen, dass es eine solche gibt und dass die Verantwortlichen beim Spiegel diese kennen – schließlich handelt es sich bei diesen wohl um professionelle Journalisten, deren Arbeiten durch Faktenchecker auf Herz und Nieren geprüft werden – aber mitteilen möchte man sie offenbar nicht. Ich habe mich im Fall von „SpiegelTV“, wie auch in vielen der anderen genannten Beispiele, per Mail an den Spiegel gewendet und darum gebeten mir die Quellen zu nennen – jedoch immer ohne Erfolg. In keinem einzigen Fall habe ich auch nur eine Antwort erhalten. Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Möglicherweise ist meine Ausdrucksweise als zu direkt um nicht zu sagen als unfreundlich aufgefasst worden, wobei ich mich immer redlich darum bemüht habe sachlich zu bleiben. Vielleicht ist das Schweigen aber auch der Ausdruck irgendeines Obrigkeitsdenkens, wonach der Leser Artikel und deren Inhalte kommentarlos zu schlucken habe. Oder es gibt schlicht niemanden beim Spiegel, der sich dafür interessiert, ob die Artikel nun richtig sind oder nicht. Bei Prof. Dr. Herbert Scheithauer komme ich leider, anders als im Fall von te Wildt, ebenfalls nicht weiter – dieser hat meine Frage nach einer Quelle (Publikation, Seitenzahl) nicht beantwortet und seine Emailadresse stattdessen für von mir verfasste Mails sperren lassen. Man könnte fast meinen, dass das Schweigen beim Spiegel Methode hat.

15 Gedanken zu “Der Spiegel schweigt sich aus

  1. Jetzt wirst Du aber sarkastisch, Rey… Man merkt’s ein bischen im letzten Absatz, wo der Fehlerteufel recht häufig zugeschlagen hat.
    .
    mir die Quellen ZU nennen
    ist meine Ausdrucksweise ALS zu direkt, um nicht zu sagen
    ObrigkeitsdenkenS, wonach der Leser Artikel und derEN Inhalte
    .
    (Sorry, soll kein Rechtschreibterror sein.)

  2. Danke, „als“ und „en“ habe ich eben noch selbst gefunden. Beim letzten Absatz hatte ich etwas Zeitnot: ich wollte endlich Frühstücken^^. Die anderen Korrekturen kommen sofort.

  3. Ist doch klar, dass man lieber Schweigt anstelle zuzugeben dass der Spiegel nur Lügen verbreitet. „Lieber schweigen und für dumm gehalten werden, als den Mund aufmachen und alle Zweifel darüber beseitigen“ *fieses grinsen* wenn sie irgendwas an belegen hätten würden sie es sicher jeden unter die Nase reiben, aber sie haben nichts als Kampfsprüche der Spielekiller.

    Happy Coding.

  4. Rey du verstehst es einfach nicht.. der Spiegel kann seine Informanten nicht preisgeben, da diese sonst wegen Verrat vor das Kriegsgericht kommen. Der Spiegel hat doch extra Spione in das US-Militär eingeschleust, um solche Informationen wasserdicht und aus erster Hand zu bekommen. Direkt als eine Schreibkraft beim Militär in der Pause „Minesweeper“ spielte, ging die Information direkt zur Redaktion, ich warte noch auf die News, dass das US Militär Landminen im großen Stil anwendet (immerhin 100 pro Büro!!) und dass die Bevölkerung schon im Entschärfen von Minenfeldern trainiert wird…

    …vermutlich war MEIN Informant diesmal einfach schneller als der des Spiegels :P

  5. von einem solchen schundblatt kann man nichts anderes erwarten als das.
    ich wünschte wikileaks hätte dazu und zu unseren spielekillerfreunden brisantes material veröffentlicht.
    ich persönlich finde das was wikileaks macht sehr gut!
    denn nur so kommen fiese machenschaften von regierungen und firmen ans licht.
    und ich wette mit euch, oh ja, über unsere politiker gibt es sicherlich genauso viel schundhaftes zu berichten wie über amerikanische politiker.

  6. @Boomboy: naja aber der spiegel ist sozusagen deutscher partner von wikileaks. wikileaks schickt die infos an den spiegel und der veröffentlicht sie dann. deswegen ist es auch falsch zu behaupten wikileaks würde die infos publizieren. wikileaks ist lediglich die quelle. über wikileaks diskutieren wir aber lieber im forum, wenn nötig.

  7. Was mich noch interessieren würde, wäre die Frage, was denn mit diesen angeblichen Funktionen von Spielen bezweckt wird. Der Aufwand eine Generation an Gamern über Spiele zu beeinflussen erscheint mir doch sehr hoch. Millionen an Entwicklungskosten für Produkte, die noch nicht mal zu klar messbaren Erfolgen bei den genannten Zielen führen.
    .
    Warum also die Jugend subversiv beeinflussen? Um künftig mehr Kriege führen zu können? Für eine größere Härte der Soldaten (weniger Tötungshemmungen!)? Um Geld für Munition zu sparen (höhere Zielgenauigkeit!)? Ich versteh’s nicht, bitte kläre mich auch oh mächtiger Spiegel. ;)

  8. @Crusader
    Die Sorge ist doch eher gegenteiliger Natur: keine Subversion, sondern Normierung, Militarisierung und Uniformierung von Jugend – als „Auswirkungen“ von Spielen. Also zumindest in Deutschland befürchtet man eher das – sowohl über eine christlich-konservative Ablehnung von Spielinhalten, als auch über eine nicht-konservative Ablehnung.
    Beide laufen auch auf ähnliche Ziele hinaus – „gewaltlose“ Konfliktbewältigungen, Friedensbewegtheit, Nächstenliebe, Solidarität und Verzicht;

  9. Man hat also angeblich die Rate der Soldaten erhöht, die überhaupt schießen. Selbst wenn man das mal so stehen lässt, sagt das rein gar nichts aus. Taktisch ist der Vietnam-Krieg für „spray and pray“ bekannt. Der Munitionsverbrauch pro getötetem Gegner war irrsinnig hoch. Wortwörtlich tausende Schuss pro Gegner.

    Später hat man daraus gelernt. Seit den 80ern und vor allem heute wird unendlich mehr Wert auf Genauigkeit gelegt (das was man ja heutzutage Computerspielen anlastet). Gewehre werden selten vollautomatisch betrieben. Um den Gegner niederzuhalten gibt es Maschinengewehre, die durch Patronengürtel mehr Munition verschießen können.

  10. @Stefan
    Spray & Pray ist gewünscht.
    Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs führten die USA und Großbritanienn Untersuchungen durch welche Waffen / welche taktischen Situationen die meisten Verletzungen ( sowohl tödlich als auch nicht tödlich ) verursacht hatten.
    Dazu wurden unter anderem auch Krankenakten aus Lazaretten ausgewertet.
    Ziel der Untersuchungen ist übrigens ursprünglich gewesen Schußsichere Westen zu verbessern (Project Alclad) wurden aber auch verwendet um neue Infanteriewaffeprototypen zu entwickeln (Project Salvo).

    Ergebnis der Untersuchungen:
    Nur ein kleiner Teil der Verletzung ist auf gezielte Schüße zurück zu führen.
    Auch wurden die wenigsten Verletzungen beim traditionellen Fernkampf erzeugt, sondern meist dann wenn man überraschend auf den Gegner gestoßen ist.
    Die meisten Verletzungen stammten aus Automatischen Waffen.
    Empfohlen wurden deswegen möglichst viele Soldaten mit einer Vollautomatischen Waffe auszurüsten, die viel Munition und wenig Rückstoß hat.

    Quelle:
    http://en.wikipedia.org/wiki/M16_rifle#Project_SALVO
    Interessant sind die Links

    2. Weltkrieg:
    US Ordonanzwaffe:
    M1 Garand: Keine Vollautomatik

    Korea:
    M14: Vollautomatik, aber hoher Rückstoß und wenig Munition durch das 7.62 Kaliber

    Vietnam:
    M16: Vollautomatik, im Vergleich zum M14 weniger Rückstoß und mehr Munition

    Man kann wie Grossmann natürlich die höheren Killraten auf die „Enthemmung“ der Soldaten schieben.
    Man sollte aber auch die Umstellung der Waffen von Modellen mit Einzelfeuer hin zu Modellen mit Vollautomatik nicht ausser auch lassen.

  11. @Alreech

    Afaik steht in den Berichten, auf die sich Grossman bezieht auch, dass die mit der Garand wenig, mit „schweren Waffen“ (bin mir da mit der Übersetzung nicht ganz sicher) aber schon damals viel geschossen wurde. Also wohl BAR etc. eben automatische Waffen. Die Chose mit der Tötungshemmung braucht es da als Erklärung nicht.

  12. „Spray & Pray“ WAR mal gewünscht. Heute ist die Situation wieder anders. Das wurde schon beim M16A2 geändert, bei dem man 3-Schuss Feuerstöße eingeführt hat. Vollautomatik wurde abgeschafft, da die Nachteile zu groß waren.

    Selbst mit 5.56mm können Soldaten nicht allzuviel Munition tragen. Dabei sollte man auch bedenken, dass heute die Traglast generell höher ist. Vor allem – aber nicht nur – durch Schuss-sichere Westen.

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