„8bit-Kekse“-Rezept

Wegen der Nachfrage in den Comments hier das „Making Of“. Neulich hat die AG meines Bruders Kekse gebacken, so dass er mir einige Rezepte mitbringen konnte. Darunter auch eines für „Schwarz-Weiß-Gebäck“. Inspiriert vom Schachbrettmuster (3×3) und einigen YoutubeVideos von im positiven Sinne Verrückten, fiel der Entschluss mich an „Pixelgebäck“ zu versuchen.

Da die Muster nicht sonderlich komplex sein sollten fiel meine Wahl bei der Suche nach Motiven schnell auf die recht pixeligen und nur zweifarbigen „Space Invaders“. Von der Umsetzung dieses Zeitgenossen habe ich dann aber doch abgesehen, da er – anders als sein schlanker Kumpan – Abmaße von 11 x 8 und nicht von nur 8 x 8 Pixeln hat.

Also nun zum eigentlichen Rezept:

Zutaten

Zutaten (Teig):

–      250 Gramm Mehl
–      125 Gramm Zucker
–      1 Päckchen Vanille Zucker
–      125 Gramm Butter
–      1 Ei
–      1 Esslöffel Rum oder 1 „Röhrchen“

Zutaten (Weitere):

–      2 Esslöffel Kakaopulver zum Färben
–      1 Eiweiß zum Kleben

Zubereitung

Schritt 1 – Teig

Alle Zutaten für den Teig auf der Arbeitsfläche (z.B. ein großes Brett) verteilen. Damit das Ei nicht wegfließt bietet es sich an mittig eine Kuhle ins Mehl zu drücken. Die Butter (kalt) in kleinen Stückchen verteilen. Diese Masse nun mit einem langen Messen zerhacken (=mischen) und anschließend manuell zu einem Teig kneten.

Schritt 2 – Färben

Den Teig im Verhältnis der benötigten Farben teilen und entsprechend einfärben, in dem man das Kakaopulver hineinknetet. Ich habe den Teig schlicht halbiert. Für dieses Motiv bräuchte man genau 28 dunkle sowie 36 helle Teile – Hinzu kommen 32 weitere dunkle für den Mantel. Also wäre er genaugenommen im Verhältnis 5 (dunkel) zu 3 (hell) zu teilen. Rechnung ohne Gewähr: Mathematik war mir schon immer ein Rätsel. Die fertigen Teigteile anschließend in Folien/Gefrierbeutel eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Schritt 3 – Motiv basteln

– Prinzip

Hier wird es etwas arbeitsintensiv: Die einzelnen Pixeln sind im Endeffekt lediglich Teigbahnen, die in der richtigen Reihenfolge aufeinander geklebt werden müssen (Siehe Bild). Ich habe – da ich sowieso nur experimentell gearbeitet habe – am Ende nur eine Teigrolle von ca. 4 cm Breite und um die 10 cm Länge. Wenn man den Teig aber im richtigen Verhältnis färbt und sich mit dem Naschen zurückhält könnte man auch zwei der Teigrollen fertig bekommen.

– Rohmaterial

Im Einzelnen nun (für eine Teigrolle) 5 weiße und 8 schwarze (4 für das Motiv, 4 für den Mantel) Teigteile ausgerollt und auf ca. 4 x 10 cm bei ungefähr 4 mm Höhe zurechtgeschnitten. Hierbei sollte man mit Mehl auf Unterlage, Teigstück und Nudelholz nicht sparsam sein. Auch wenn es dem Teig sicherlich nicht guttut ist er ansonsten nur schwer von der Arbeitsfläche zu lösen. Beim Schneiden sollte man darauf achten mit dem hoffentlich scharfen Messer den Teig nicht zu verzerren. Also mit Zeigefinger und Daumen der einen Hand den Teig mit kaum merkbarem Druck festhalten während man mit der anderen Hand das Messer zieht.

– Basis

Während in gängigen Rezepten eine ganze Teigrolle um das fertige Motiv gerollt wird, habe ich mich dafür entscheiden jede der 4 Seiten separat anzuflanschen. Der Hintergrund: Um die Teigrolle zwischenzeitlich noch bewegen bzw. vor dem Schneiden in den Kühlschrank stellen zu können, wollte ich eine solide Basis haben. Ich habe also ein schwarzes 4 x 10 cm Stück als „Basis“ genommen (Arbeitsfläche darunter sehr großzügig mit Mehl bedecken). Dem Aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass bei 8 „Pixeln“ auf 4 cm Breite ein Pixel 5 mm breit sein wird.

– Aufbau

Ein Eiweiß in einer Schale mit einem Pinsel bereitstellen und die Basis damit komplett bestreichen (Eigentlich soll jeder Teigstreifen von allen Seiten mit dem Eiweiß bestrichen werden, ich habe es bei der Oberfläche der jeweils vorherigen Schicht belassen.). Nun Teigbahnen von den vorgefertigten Stücken in der passenden Farbe abschneiden und auf die Basis mit wenig Kraft andrücken. Damit man die Teigstreifen beim einpassen nicht abrundet einfach mit einem Messer seitlich „gegenhalten“. Auch wenn die Streifen eine Idee zu breit oder zu schmal ist lässt sich der Teig mit dem Messer zurechtrücken. Herausragende Enden der Teigbahnen können einfach abgeschnitten werden. Wenn eine Schicht komplett ist deren Oberfläche wieder mit Eiweiß bestreichen und die nächste Schicht bauen. Am Ende dann noch den Mantel durch das Ankleben von dunklen Platten als letzte Schicht sowie an den beiden Längsseiten vollenden (Ich hatte, da ich der Konsistenz der Teigrolle noch nicht ganz traute, die Teigrolle zwischenzeitlich wieder eine Stunde in den Kühlschrank getan). Noch ein kleiner Tipp: Anstatt stoisch immer nur Einer-Pixel auszuschneiden kann man, wenn zwei, drei oder sogar 8 gleichfarbige Pixel nebeneinander liegen, auch Teigstücke mit diesen Abmaßen zuschneiden. 

Schritt 4 – Schneiden & Backen

Nachdem die fertige Teigrolle nun wiederum eine Stunde im Kühlschrank stand das Stück herausnehmen und von dem Teigstrang einzelne ca. 4 mm starke Scheiben abschneiden. Diese dann auf einem mit Backpapier bedeckten Blech platzieren und im vorgeheizten Ofen bei 190 °C ca. 10 Minuten backen. Die Kekse anschließend herausnehmen und auskühlen lassen – voilà!

16 Gedanken zu “„8bit-Kekse“-Rezept

  1. Also wenn du nicht schon nen Preis fürs Betreiben von Stigma verdient hättest, dann spätestens jetzt für die unglaublich geilen Kekse :-)

    Da haste dir ja richtig Arbeit gemacht. Hammer. Und vielen Dank fürs Rezept inkl. Anleitung, Super :-) Wird dann mein Projekt für nächstes Weihnachten.

  2. @purchaser

    Seh die „Bild“ Schlagzeile schon vormir: „Mit diesem harmlos aussehedned Gebäck stimmen sich Killerspiele-spieler auf ihre brutalen Metzelschlachten ein“

    :D

  3. Das Messer ist eindeutig ein Symbol für den sozialethisch desorientierte der Gewaltgamer und Killerspielkellerkinder, da hier ein menschenähnlich aussehendes Teigwesen brutal für das eigene Vergnügen zerstückelt wird… und sowieso sehe ich auch eine Portion Antisemitismus!111einself

  4. Awesome, leider hab ich die Weihnachtsplätzchen schon fertig. Aber die sind ja auchn icht unbedingt weihnachtsbezogen, da werd ich die bestimmt demnächst mal ausprobieren. Vielen Dank aufjeden Fall für das Rezept!

  5. @purchaser
    „Killerspiel“-Debatte weitet sich auf KochShows aus! +++ „Killerspieler-Verherrlichung“-Homepagebetreiber rüstet seine Anhänger mit hart-gebackenen Keksen aus! +++ Detailgerte Anweisung auch zum selber bauen schon im Netz! +++ Licher und Lafer entsetzt! – es wird zurück gekocht! Zwei Backbleche sind schon fertig!

    Ihr Bild-Reporter und abschreibende Kollegen

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