Interview mit der BPjM

Die „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) ist eine etablierte Institution des deutschen Jugendschutzes, die auch vielen Gamern ein Begriff sein sollte. Schließlich wird mit der Frage, ob einem Titel die Indizierung droht, meist auch darüber entschieden, ob es in Deutschland zu einem offiziellen Release kommt. In den letzten Monaten ist die Rolle der BPjM – u.a. durch die Piraten, die eine Auflösung fordern – vielfach thematisiert worden, weshalb wir besonders froh darüber sind, dass sich mit Elke Monssen-Engberding gleich die Vorsitzende der BPjM die Zeit genommen hat uns einige Fragen zu beantworten:

stigma:

In den letzten Jahren wurden die gesetzlichen Grundlagen des Jugendmedienschutzes mehrfach verändert um diesen zu verbessern bzw. den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Zu diesen Initiativen gehört auch das „Sofortprogramm“ von der Leyens, dessen Ziel es nach einer Pressemitteilung des BMFSFJ ist die Indizierungskriterien zu erweitern um künftig mehr Spiele zu erfassen. Wie stellt sich die praktische Arbeit der BPjM nach dieser Gesetzesänderung dar und ist tatsächlich eine Ausweitung festzustellen?

Monssen-Engberding:

Mit der Gesetzesänderung hat der Gesetzgeber festgelegt, welche Inhalte in jedem Fall von der BPjM indiziert werden sollen.

stigma:

Bereits 2003 kam es zu grundsätzlicheren Änderungen, auf die Wissenschaftler und Politiker mit einer gewissen Skepsis reagierten. Es wurde beispielsweise eine Sperrwirkung eingeführt, die Spiele mit USK-Kennzeichen vor Indizierungen schützt. Hier wird der Kriminologe und ehemalige niedersächsische Justizminister Prof. Dr. Pfeiffer nicht müde zu betonen, dass „die USK […] die Bundesprüfstelle […] am ausgestreckten Arm verhungern“ lasse. Inwieweit stellt sich diese Kritik als berechtigt dar und wodurch lässt sich erklären, dass sich die Anzahl der jährlich indizierten Videospiele trotz oder sogar wegen der neues Rechtslage vervielfacht hat?

Monssen-Engberding:

Die Zusammenarbeit von USK und BPjM funktioniert gut. Es finden jedes Jahr Zusammentreffen statt, um sich über die Kriterien auszutauschen.

Die erhöhte Anzahl von Videospielen, die bei der BPjM eingereicht werden, hat mit der so genannten Sperrwirkung wenig zu tun. Die BPjM darf nur auf Antrag der Jugendämter und auf Anregung aller anderen Behörden bzw. anerkannten Trägern der freien Jugendhilfe tätig werden. Dabei kann die BPjM weder auf die Inhalte der eingereichten Medien noch auf die Anzahl Einfluss nehmen. Aus welchen Gründen in den letzten Jahren vermehrt Anträge auf Indizierung von Computerspielen gestellt werden, vermag ich nicht zu beantworten.

stigma:

Im Unterschied zur Beschlagnahme stellt die Indizierung zumindest auf dem Papier kein Verbot dar. Nichtsdestotrotz verzichten viele Geschäfte aus Imagegründen darauf indizierte Ware ins Sortiment aufzunehmen, so dass die Veröffentlichung dieser Spiele und von solchen, denen eine Indizierung droht, mit wirtschaftlichen Risiken verbunden ist. Pfeiffer empfiehlt in Fachzeitschriften sogar die Indizierung anstelle des Verbotes auszuweiten, da diese „als rechtlich sehr viel leichter durchsetzbar“ erscheint und man trotzdem durch die mit ihr einhergehende „Zerstörung von Marktchancen“ einen „spürbaren Handlungsdruck erzeugen” könne. Könnte dieser Effekt rechtlich gesehen nicht vielleicht sogar problematisch sein, wenn sich die Indizierung aufgrund erheblicher finanzieller Risiken als faktisches Verbot darstellt?

Monssen-Engberding:

Indizierte Medien dürfen Erwachsenen zugänglich gemacht werden. Dies erfolgt entweder auf Anfrage unter der Ladentheke oder in Geschäften, zu denen Kinder und Jugendliche keinen Zugang haben. Aus welchen Gründen, Videofilme oder DVD’s in so genannten Erwachsenenvideotheken Erwachsenen zugänglich sind und Computerspiele nicht, entzieht sich der Kenntnis der BPjM.

stigma:

Meinen Sie, dass diese Einschätzung auch zukünftig zutreffen wird? So stellt sich die Möglichkeit, indizierte Spiele aus dem Ausland zu importieren, schon heute oft als problematisch dar. So gab THQ zu „Saints Row 2“ bekannt, dass „aufgrund der geltenden Jugendschutzbestimmungen […] die internationale PEGI-Version […] über einen deutschen Steam-Account NICHT aktiviert werden“ könne. Gleiches gilt auch für „Call of Duty: Black Ops“. In anderen Fällen können zwar die Grundspiele – nicht jedoch zusätzliche Inhalte in Deutschland genutzt werden. Können solche Entwicklungen, die es deutschen Gamern praktisch unmöglich machen indizierte Spiele legal zu nutzen, bei der Indizierung unberücksichtigt bleiben? Hans-Joachim Otto (FDP) sagte uns gegenüber, es „könnte […] in der Tat angezeigt sein, eine Modifizierung am Instrument der Indizierung vorzunehmen.“ Und selbst Sie gingen in einem Interview mit „Dem Westen“ davon aus, dass „Erwachsenen […] diese Spiele ja jederzeit zugänglich“ seien. KJM-Chef Wolf-Dieter Ring soll dagegen vor einigen Jahren auf den Münchner Medientagen gesagt haben, dass es eine positive (und gewollte) Nebenwirkung des Jugendschutzes sei, dass Erwachsenen der Zugang zu entsprechendem Material erschwert werde.

Monssen-Engberding:

Sowohl das Jugendschutzgesetz als auch der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag geben verbindlich vor, unter welchen Bedingungen, Erwachsenen indizierte Medien zugänglich gemacht werden dürfen. Diese Regelungen verwehren es Erwachsenen nicht, indizierte Spiele zu spielen.

stigma:

Fans von Ego-Shootern kommen nicht selten mit indizierten Spielen in Berührung. Wegbereiter und Meilensteine des Genres wie „Wolfenstein 3D“, „Doom“, „Duke Nukem 3D“ und „Half-Life (1)“ sind ausnahmslos auf dem Index gelandet. Während der Gedanke des Jugendschutzes nachvollziehbar ist, werden viele der Titel zumindest von Gamern dennoch nicht als „Schmutz und Schund“, sondern als kulturelle Bereicherung empfunden. Das HBI resümiert dagegen in seinem Gutachten, dass „der Indizierungsdruck […] darüber hinaus weitere positive Effekte“ habe, so würden „bestimmte Inhalte von vornherein aus den Medien entfernt werden, um eine Indizierung zu vermeiden und so nicht auf dem Markt erscheinen“. Sind solche Äußerungen, nach denen es ein „Erfolg“ sei, wenn Indizierungen das Medienangebot beeinflussen, mit dem Selbstverständnis der BPjM und ihrer Aufgabe zu vereinbaren?

Monssen-Engberding:

Aus Sicht der BPjM kann ich nur betonen, dass wir ausschließlich dem Jugendschutzgedanken folgen. Die Entscheidung der Anbieter bestimmte Spielinhalte zu entfernen, um ein Kennzeichen der USK zu erhalten, kann die BPjM nicht beeinflussen.

stigma:

Mit den Piraten fordert erstmals eine Partei die Abschaffung der BPjM. Unter anderem da diese „freiwillige Inhaltseinschränkungen auf Seiten der Hersteller“ mit sich bringe „sowie die Beschaffung entsprechender Medien […] erheblich erschwert“ werde. Ist das Konzept der Indizierung noch zeitgemäß bzw. wäre ein Verzicht auf dieses Instrument des Jugendschutzes zu verantworten?

Monssen-Engberding:

Hier kann ich nur ebenso wie Sie auf den Bericht des HBI verweisen, das die Indizierung als wirkungsvolles Instrument des Jugendmedienschutzes eingestuft hat. Und darüber hinaus bin ich als Vorsitzende der BPjM natürlich der Auffassung, dass ein Verzicht im Sinne des Jugendmedienschutzes nicht sinnvoll ist.

stigma:

Gibt es – unabhängig von der dieser Frage – seitens der BPjM Erkenntnisse über die Akzeptanz und den Bekanntheitsgrad der Institution in der Bevölkerung?

Monssen-Engberding:

Meines Erachtens ist der Bekanntheitsgrad der BPjM in der Bevölkerung sehr hoch und die Akzeptanz gerade bei Eltern als hoch einzustufen. Natürlich machen auch wir auf Messen oder anderen Auftritten die Erfahrung, dass nicht jeder die Unterschiede zwischen Indizierung und Kennzeichnungsverfahren kennt. Aus diesem Grunde hat die BPjM den „Wegweiser Jugendmedienschutz“ unter anderem auch auf die Homepage gestellt, um darüber zu informieren, welche Institution für was zuständig ist.

70 Gedanken zu “Interview mit der BPjM

  1. die pegi-wertungen kann man auch viel besser nachvollziehen, da mit entsprechenden symbolen kritische spieleinhalte wie gewaltdarstellung, diskriminierung etc. schon auf der verpackung gekennzeichnet sind. auch finde ich die wertungen „besser“. so haben Oblivion (usk 12) und CoD4 (usk 18) bei der pegi beide eine ab 16 einstufung, was ich auch gerechtfertigter finde.
    von mir aus können die die BPjM also gerne abschaffen, da damit das system nur unnötig kompliziert gemacht wird und man eine „fast-zensur“ schafft

  2. Ich glaube, der einzige Satz, den sie mit voller Überzeugung geäußert hat ist:
    „Und darüber hinaus bin ich als Vorsitzende der BPjM natürlich der Auffassung, dass ein Verzicht im Sinne des Jugendmedienschutzes nicht sinnvoll ist.“
    Klar, sie will ja morgen nicht wieder arbeiten gehen müssen. Der Rest ist eine Mischung aus Lustlosigkeit und Arroganz…
    PEGI für Deutschland.

  3. Zu den Kommentaren hier:
    Die PEGI wäre aber nur ne Alternative zur USK… Die BPJM macht ja was anderes und reagiert erst wenn ein Antrag von den Länderstellen eingereicht wurde. BPJM und USK sind dabei aber völlig verschiedene Institutionen auf anderen Rechtsgrundlagen. (USK bewertet Spiele und gibt Alterskennzeichnung raus. Die BPJM prüft Spiele ob diese Jugendgefährdend sind sofern ein Antrag eingegangen ist dazu).

    Aber ja, auch ich bin für PEGI in Deutschland :P.

  4. Tut mir Leid, das sagen zu müssen, aber deine Interview-Führung ist grauenhaft! Du hast es Frau Monssen wirklich leicht gemacht, sich mit inhaltsleerem Gefasel aus der Affäre zu ziehen. Stell beim nächsten Mal unbedingt kürzere Fragen und nutze deine Argumente um nachzubohren. Wenn du alle deine Argumente bereits in der Fragestellung verballerst, machst du es dem Interviewpartner super einfach, einfach nur auf einen Teil zu antworten und den Rest zu vernachlässsigen. Wie du gemerkt hast, ist sie auf deine ganzen Argumente überhaupt nicht eingegangen. Mit gezielten Nachfragen hättest du die Absurdität der „Jugend“-Schutzinstanz BPjM im Interview viel wirkungsvoller herausarbeiten können. So war das leider ein Schuss in den Ofen.

  5. „Die Entscheidung der Anbieter“ Tä tää tä tää…
    „wirkungsvolles Instrument“ der Zensur…
    „Verzicht im Sinne des Jugendmedienschutzes nicht sinnvoll ist.“ Klar ist ja ihr Job…

    BPjM, Index und vieles mehr ist so lange veraltet und es hat nie funktioniert. Man sollte es abschaffen und zwar schnell. Schön ist auch, dass sie bei einigen Fragen garnicht daraufeingehen wollte…

    Happy Coding…

  6. Beantwortet hat du die Gute Frau eigentlich keine der Fragen wirklich. Rezitiert mehr oder minder nur die Standartphrasen, welche einen Informationsgehalten haben, den man sich auch hätte von der Webseite hätte beziehen können.

  7. PEGI für Deutschland? Nein.
    PEGI-Verfahren für Deutschland? Ja.

    Das Problem, das ich mit der PEGI sehe, ist einfach, dass die Einstufung nicht verbindlich ist, d.h. ein 7-jähriger (theorethisch) legal an CoD rankäme, wenn er das nötige Kleingeld hat. Die Tatsache, dass die Altersfreigaben für die Verkäufer bindend sind, ist einer der Punkte, die ich an der USK gut finde. Ich schon schlimm genug, im GameStop zu stehen, während irgendwelche Kiddies, die nichtmal an die Tür der Pubertät geklopft haben, neben mir darüber sprechen wie „geil“ GTA IV ist, weil man „da voll die Gangster abknallen kann und so“. Ja, ein verantwortungsvoller Verkäufer würde ihnen das Game nicht verkaufen und wenn’s nur aus Angst ist, dass die Eltern demnächst vor der Theke stehen und Stunk machen. Aber ich finde die Verbindlichkeit der USK-Zeichen in Ordnung. Volljährigen Gamern (die ja, glaube ich, den Großteil der Stigma-Leser ausmachen) kann es eh egal sein, ob da USK 18 oder PEGI 18+ draufsteht. Und etwas jüngere Gamer (so 15-17), die trotzdem diese Spiele spielen wollen, können ihre Eltern bestimmt auch mit guten Argumenten überzeugen.

    Was ich an der PEGI (abgesehen von den weniger aufdringlichen, aber trotzdem gut erkennbaren Symbolen) gut finde, sind v.a. die Symbole zur Inhaltsklassifizerung (Gewalt, Drogen etc.), da sie eine differenziertere Auseinandersetzung mit den Inhalten möglich machen und man als Käufer bzw. Elternteil schnell rausfindet, WARUM das Game diese Bewertung erhalten hat. DAS sollte man auch bei der USK verwenden.

    Indizierung und Beschlagnahmung finde ich genauso nutzlos wie ihr. Vor allem Indizierung. Ich meine: Man darf es noch verkaufen, aber weder im Laden ausstellen noch dafür werben und teilweise nicht mal in der Presse darüber berichten? Ich meine, was wäre so schlimm daran, wenn Minderjährige von der Existenz des Spiels erfahren? Zumal viele davon trotzdem davon erfahren, weil sie wissen, wie man einen Computer mit Internetanschluss bedient. Was soll das also? Beschlagnahmung macht da noch mehr Sinn, obwohl ich sie, aufgrund der dreisten Zensur, natürlich trotzdem ablehne.

    Noch ein letztes Wort: Wir sind im Grunde alle für ein und das selbe Ziel: Das unser Hobby anerkannt und akzeptiert wird, dass erwachsene und ältere Jugendliche Gamer nicht mehr wie Kinder behandelt werden und dass dieser Staat erkennt, dass Gaming weder eine Beschäftigung nur für Kinder ist, noch ein Universalmittel zur Erschaffung von Amokläufern, Terroristen, Schulabbrechern, Asozialen oder was ARD und ZDF sonst noch so für ihre „Reportagen“ einfällt. Aber was mir persönlich an der deutschen Gamercommunity unangenehm auffällt und mir, ganz ehrlich gesagt, ziemlich auf den Sack geht, ist dieses ständige Bitching über alles, was Deutschland im Bezug auf Videospiele hervorbringt. Ja, der Deutsche Computerspielpreis war eine Farce, aber wenigstens ein Schritt in die richtige Richtung. Ja, die Länder fördern nur „pädagogisch wertvolle“ Games, aber wenigstens fördern sie! Man kann nicht erwarten, dass ein Land, dass nach jeder Gewalttat nach Videospielverboten schreit, bei seinen ersten Versuchen in Sachen Videospielförderung GTA und CS in den Himmel lobt!

    Am meisten nerven mich aber diese verdammten Kommentare über die USK. Sie sei unqualifiziert, sie sei zu streng, die Leute hätten keine Ahnung, wäh, wäh, wäh…
    Glaubt ihr wirklich da arbeiten nur Spielehasser und Spießer? Glaubt ihr wirklich, dass sich für einen Beruf, in dem man die meiste Zeit damit verbringt, Videospiele zu spielen, nur spiele(r)verachtende Oberpädagogen melden? Überlegt doch mal: Diese Typen kriegen die neuesten Games vor dem Release, dürfen sie ausgiebigst spielen, zocken Dinge, die andere deutsche Gamer nicht mal NACH dem Release im Laden kaufen können…und werden dafür auch noch BEZAHLT! Klang das jetzt nach dem Alltag eines riesigen Spielverderbers, der Erwachsene entmündigen will oder nach dem Traumjob eines Hardcore-Gamers?

    Wir Gamer beschweren uns immer darüber, dass Medien und Politiker uns falsch darstellen, falsche Tatsachen verbreiten, sich nicht informieren, Dinge nicht zu Ende denken und dass sie es besser machen sollten. Vielleicht sollten wir erstmal damit anfangen…

    – Walter44

  8. Vielleicht solltest du dich erstmal damit beschäftigen, wer bei der USK tatsächlich real die Einstufungen macht statt theoretisch darüber zu spekulieren, wer sich für die Arbeit der USK, so wie du sie dir vorstellst, wohl machen könnte.

  9. BPJM funktioniert überhaupt nicht und ist daher bis heute umstritten.
    Diese Indizierungspraxis ist aus meiner Sicht in Deutschland sehr problematisch.

    siehe Linkseite: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/12/12508/1.html
    Diese entstand im Jahr 2002.
    Laut Gutachten ist die deutsche Indizierungspraxis rechtswidrig, da es mit EU-Gesetz nicht vereinbar ist, was wurde EU-Binnenmarkt durch Indizierungspraxis erheblich gestört.

    mfg Pirat72

  10. @walter44

    Was ist daran so schlimm, das PEGI-Siegel unverbindlich sind?
    War bei der USK bis 2003 genau so, und es hat auch sehr gut funktioniert.
    Einen Siebenjährigen wird btw ein USK-16 Spiel nicht weiter interessieren.
    Und wenn doch, ist es auch reif genug dafür. (Interesse und Reife bedingt einander einfach, das eine ohne das andere geht eigentlich nicht)
    Im Zweifel könnens die Eltern immernoch zurückbringen, also was soll der Unfug?

  11. Schonmal sensationell, dass eine Zusammenarbeit mit der USK so zugegeben wird, welche doch (bitter) nötig ist. Auch als Katholik wie ich einer bin werden die (nicht öffentlichen) Indizierungskriterien einem ja nicht über Eingebung des Heiligen Geistes mitgeteilt werden :-D Trotz Indizierungstradition aus dem Vatikan.
    Also vielen Dank für dieses Interview!
    @Walter44
    Die PEGI-Kennzeichen können auch verbindlich übernommen werden. Hier in Österreich zum Beispiel in Wien.
    Das ist überhaupt kein Problem diese Einführung (theoretisch), und ein PEGI-Kennzeichen sagt eigentlich auch nichts über dessen Verwendung aus…
    @Pirat72
    Ein extra Danke für den Link: interessanter Artikel von Gerald Jörns!

  12. Pingback: BPjM gibt Zusammenarbeit mit USK zu « Jürgen Mayer

  13. Monssen-Engberding: „Natürlich machen auch wir auf Messen oder anderen Auftritten die Erfahrung, dass nicht jeder die Unterschiede zwischen Indizierung und Kennzeichnungsverfahren kennt.“
    Beleg: „PEGI für Deutschland.“

    Die PEGI ist und bleibt die internationale Alternative zur USK und hat mit der BPjM grundsätzlich gar nichts zu tun. Die einen machen bunte Sticker drauf, die anderen nehmen die Titel aus dem Händlerregal. Dass Titel mit USK-Siegel nicht indiziert werden dürfen, liegt vor allem daran, dass solche formal als nicht jugendgefährdend eingestuft wurden.

    Ich weiß, ihr wünscht euch eine Abschaffung der Indizierung durch die Hintertür, nur weckt das bei Außenstehenden einen total falschen Eindruck. Die Einstufungen der USK sind teilweise (z.B. bei Fantasy-Spielen) besser nachvollziehbar als die der PEGI.


    @SwA: „Was ist daran so schlimm, das PEGI-Siegel unverbindlich sind? War bei der USK bis 2003 genau so, und es hat auch sehr gut funktioniert.“

    Zwei Dinge: Zum einen hat es bei der USK eben nicht funktioniert. Ich erinnere mich noch gut an die Roboter-Marines in der deutschen Version von Half-Life 1. Die gab es nur, weil die BPjM die Version mit den echten Marines (aufgrund der Unverbindlichkeit) indizieren konnte. Und genau das ist ja dann passiert. Zum anderen greift eine Unverbindlichkeit der Freigaben für die Händler in das Erziehungsprivileg der Eltern ein ebenso wie es ein Weitergabeverbot von indizierten Medien an die (eigenen) Kinder es täte. In Deutschland haben Eltern (und nicht der Staat) die Erziehung der Kinder in der Hand. Ob und ab welchem Zeitpunkt sie ihren Kindern nicht in jedem Fall geeignete Medien zugänglich machen, ist Entscheidung der Eltern und sollte es bleiben.

  14. „Indizierte Medien dürfen Erwachsenen zugänglich gemacht werden. (…) Aus welchen Gründen, Videofilme oder DVD’s in so genannten Erwachsenenvideotheken Erwachsenen zugänglich sind und Computerspiele nicht, entzieht sich der Kenntnis der BPjM.“

    Und es ist der BPJM auch völlig egal. Statt die Anbieter der Medien in solchen Fragen zu unterstützen und zu beraten wird erstmal auf die Pauke gehauen und medienwirksam strafbewehrte Verbote ausgesprochen.

    „(…) Diese Regelungen verwehren es Erwachsenen nicht, indizierte Spiele zu spielen.“

    Aber sie erschweren die Beschaffung der Software und den allgemeinen Handel damit. Gängelung zum Post-Ident-Verfahren; Quasi-Zwang zum Einkauf im Ausland und Aktzeptanz damit einhergehender Risiken, wie Nichtlieferung, Zoll etc.

    „(…) Aus Sicht der BPjM kann ich nur betonen, dass wir ausschließlich dem Jugendschutzgedanken folgen.“

    Frei nach Helen Lovejoy: http://www.youtube.com/watch?v=Qh2sWSVRrmo
    Blinder Aktionismus. Damit nimmt man billigend in Kauf, dass erwachsene, freie Menschen benachteiligt werden.

  15. Ich bin dafür, dass wir einfch mal 4 der 5 „ab 18“ Einstufungen abschaffen können…
    …und damit meine ich nicht die „USK 18“-Einstufung ;)

    Btw das Interview ist lustig.
    Die werte Dame sagt doch eigentlich nichts relevantes.
    Fragen, die ich mir gewünscht hätte wäre eher:

    „Warum brauchen wir 5 verschiedene ‚ab 18 Jahren‘-Einstunfen?“

    „Warum braucht Deutschland einen Index, andere EU-Länder jedoch nicht?“

    „Was macht deutsche Kinder schutzbedürftiger als andere Kinder dieser Welt?“

    „Wieso werden Medien mit dem Verweis auf Jugendschutz indiziert, die auf legalem Wege nicht in Kinderhände geraten können(Ausnahme Erziehungsprivileg der Eltern)?“

    Und so weiter… ;)

  16. @Goro

    Wenn man sich Fragen per Mail beantworten lasst, ist das mit dem nachbohren technisch etwas schwierig. Dass die Antworten dann so ausgefallen sind halte ich für wenig überraschend.

  17. @Walter44

    „Das Problem, das ich mit der PEGI sehe, ist einfach, dass die Einstufung nicht verbindlich ist, d.h. ein 7-jähriger (theorethisch) legal an CoD rankäme, wenn er das nötige Kleingeld hat. Die Tatsache, dass die Altersfreigaben für die Verkäufer bindend sind, ist einer der Punkte, die ich an der USK gut finde.“

    Das liegt aber nicht an PEGI, sondern an den nationalen Gesetzen. Wird PEGI von Deutschland adaptiert, kann es als verbindlich in dessen Jugendschutzgesetz aufngenommen werden.

    „Glaubt ihr wirklich da arbeiten nur Spielehasser und Spießer? Glaubt ihr wirklich, dass sich für einen Beruf, in dem man die meiste Zeit damit verbringt, Videospiele zu spielen, nur spiele(r)verachtende Oberpädagogen melden?“

    Ich rate dir dringend, dich mit der Zusammensetzung der USK-Gremien eingehender zu befassen. Kaum jemand, der dort sitzt, hat – von Berufs- und Ausbildungswegen – Ahnung von der Materie. Oder würdest du behaupten, dass Vertreter der Kirchen (um das krasseste Beispiel zu nennen) per se beurteilen können, wie „normale“ 14-jährige (im wahrsten Sinne des Wortes: 14-jährige gemäß der deutschen Norm) einen blutig dargestellten Kopfschuss wahrnehmen?

    „Überlegt doch mal: Diese Typen kriegen die neuesten Games vor dem Release, dürfen sie ausgiebigst spielen, zocken Dinge, die andere deutsche Gamer nicht mal NACH dem Release im Laden kaufen können…und werden dafür auch noch BEZAHLT! Klang das jetzt nach dem Alltag eines riesigen Spielverderbers, der Erwachsene entmündigen will oder nach dem Traumjob eines Hardcore-Gamers?“

    Für mich – und ich halte mich für einen „Hardcore-Gamer“ – wäre es der mit Abstand frustrierendste und deprimierendste Job der Welt. Ich müsste Spiele testen, von denen ich weiß, dass sie für eine Freigabe von eben meiner Institution bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt werden *müssen*. Ja, gewiss sind es die Publisher, die sich für das Ansetzen der Schere entscheiden, aber das ist in etwa so, als würde den Darstellern der ‚Saw‘-Filme ankreidet werden, dass sie sich selbst Schmerzen zufügen, da ansonsten der sichere Tod auf sie wartet. Man kann sie kritisieren, weil sie sich selbst verstümmeln, unter’m Strich ist es aber nicht allein ihre Schuld…

    Die Testresultate müsste ich dann in komprimierter Form einem Gremium vorlegen, das anschließend per Münzwurf über eine Altersstufe entscheidet. Menschen, die nicht etwa aus der MWF oder einem ähnlichen wissenschaftlichen Zweig stammen, sondern Politiker, Kirchenvertreter, Pädagogen. Die Gremien der USK sollen einen möglichst breiten Querschnitt der deutschen Gesellschaft repräsentieren, ergo handelt es sich nicht um promovierte Wissenschaftler, sondern um Menschen wie du und ich! Mir wäre klar, dass ich ebenso gut über eine Kennzeichnung entscheiden könnte wie sie, nein, wahrscheinlich sogar besser – aber ich darf nicht!

    All das täte ich in dem Bewusstsein, meinen Teil zum Elend der deutschen Medienlandschaft beizutragen und auch noch Geld dafür zu kassieren. Nein, danke – lieber wäre ich, „Hardcore-Gamer“, ein Hartz 4-Empfänger, als ein USK-Tester.

    USK, FSK – alleine diese Namen! Es ist schön, dass Deutschland seinen Zynismus über die Jahre nicht verloren hat. Früher stand ober den Toren des KZ Dachau „Arbeit macht frei“, heute existieren de facto staatliche Institutionen („Selbstkontrolle“ der Industrie? Die darf ihre eigene Qual bloß finanzieren, die Kontrolle ist ein staatlicher Verwaltungsakt!), ohne deren Goutierung ein Medium als vogelfrei und somit als Freiwild für die BPjM deklariert wird („Freiwillig“? Will man in Duetschland Geld verdienen, ohne jeden Tag zu bangen, ob der Name des eigenen Produkts im neuesten Bundesanzeiger aufscheint, MUSS man prüfen!).

    Man stelle sich vor, die USK müsste ein Spiel prüfen und keiner geht hin…

  18. Statt sich darüber aufzuregen, was nicht beantwortet wurde, wäre es wohl sinnvoller zu erörtern was (warum) gesagt worden ist. Dass die Zusammenarbeit mit der USK nach Pyri so noch nicht gesagt wurde, wusste ich z.B. gar nicht. Was ich selbst interessant finde ist das klare Bekenntnis zur BPjM (wenig sinnvoll sie abzuschaffen, wobei ich da die Formulierung, dass sie es als Vorsitzende der BPjM so sieht etwas irritierend finde) und der Glaube, dass die BPjM bekannt und akzeptiert sei. Ich wäre da wirklich mal an repräsentativen Umfragen interessiert.

    Auch die Angabe, dass man keine Kenntnis davon hat, warum Indizierungen bei Videospielen so eine starke Wirkung entfalten, finde ich etwas seltsam. Dass sie diese hat weiß man ja offenbar, so zitiert man ja selbst aus dem HBI-Gutachten in dem, davon gesprochen wird, dass „der Indizierungsdruck […] darüber hinaus weitere positive Effekte“ habe, so würden „bestimmte Inhalte von vornherein aus den Medien entfernt werden, um eine Indizierung zu vermeiden und so nicht auf dem Markt erscheinen“. Die ständige Beteuerung, dass Erwachsenen das Spielen indizierter Titel nicht verwehrt werden würde, finde ich gleich in zweifacher interessant. Zum einen wird hier plötzlich nicht mehr auf den Erwerb, sondern auf das Spielen abgestellt. Ist die Formulierung mehr als eine bloße Stilfrage? Und ich denke dass eben nicht (mehr) wie im Interview mit dem Westen davon gesprochen hat, dass „diese Spiele ja jederzeit zugänglich“ seien. Ich interpretiere da vielleicht zuviel rein. Aber ist man bei dieser Frage nicht (noch weiter) zurückgewichen? Und könnte die Aussage, dass indizierte Spiele zwar nicht immer zugänglich sind aber immer gespielt werden dürften nicht schon problematisch sein – für die BPjM (Wenn sie denn positiv getroffen worden wäre)?

    @maSu

    Das nächste Mal sollte ich vielleicht vorher im Forum in einem Thread fragen sammeln. Wobei ich bei den von dir gestellten Fragen nicht glaube, dass konstruktivere Antworten als bei meinen Fragen zustande gekommen wären.

  19. @Patrick:
    „Ich weiß, ihr wünscht euch eine Abschaffung der Indizierung durch die Hintertür, nur weckt das bei Außenstehenden einen total falschen Eindruck. “

    Hintertür? Ich will, dass die mit Fackeln und Mistgabeln aus dem Dort vertrieben werden! :D

  20. Naja, Interviews via Mail sind ziemlich… mies – auch wenn ich super finde, dass du dir die Mühe gemacht hast, aber via Mail ist klar, dass 0815-Phrasen die Antworten dominieren würden – so kam es dann ja auch :)

    Insgesamt: Ja ein Fragen-Brainstorming wäre sinnvoll gewesen, aber ob die Antworten dann besser gewesen wären, wage ich zu bezweifeln. Glibbrige Aale bleiben eben glibbrige Aale, sie mutieren höchstens zum Zitteraal.

    Man kann ja davon ausgehen, dass eine Zensurbehörde niemals eingestehen wird, dass das was sie macht Zensur ist. Insofern…

    @LiquidSnake:
    Lukesch und Weiß sind „Wissenschaftler“ (sehr zum Leidwesen ihrer Berufsgenossen, die sich dadurch verschaukelt und degradiert fühlen dürfen), dennoch würde ich solch radikalen Personen nicht zutrauen, irgendwas in diesem Land zu entscheiden. Ja ncihteinmal, welche Farbe die Tapete im Schlafzimmer haben soll. D.h. nicht nur irgendein akademischer Abschluss ist wichtig, sondern auch das vorhandensein von gesunden Menschenverstand, abseits von radikalen Ideologien der ewig gestrigen ;)

    Und ohne BPJM wäre Deutschland erheblich besser dran, egal was für Gesellschaftskrüppel bei der USK sitzen.

  21. Wundert mich wenig, dass der Saftladen USK, der einem Brütal Legend die gleiche Einstufung wie einem Call of Duty gibt, gerne und bereitwillig mit der BPjM zusammenarbeitet.
    Die BPjM macht nur den Job, den ihr die Politik aufgetragen hat. Wenn die Indizierung abgeschafft werden soll, dann muss die Initative dafür vom Volk bzw. den Politikern, die das Volk vertreten sollen, ausgehen. Die BPjM kann sich schlecht selber abschaffen.

  22. @Patrik Schönfeldt
    „Zum anderen greift eine Unverbindlichkeit der Freigaben für die Händler in das Erziehungsprivileg der Eltern ein ebenso wie es ein Weitergabeverbot von indizierten Medien an die (eigenen) Kinder es täte. In Deutschland haben Eltern (und nicht der Staat) die Erziehung der Kinder in der Hand. Ob und ab welchem Zeitpunkt sie ihren Kindern nicht in jedem Fall geeignete Medien zugänglich machen, ist Entscheidung der Eltern und sollte es bleiben.“
    Ich muss mich da schon sehr wundern, denn offenbar wurde sich hier nicht verschrieben.
    Aus meiner Sicht greift im Gegenteil eindeutig (eher) die bestehende Verbindlichkeit in das Erziehungsprivileg der Eltern ein, da so der Handel über die Eltern gestellt wird: Beispiel – wenn ich als Elternteil ein sechzehnjähriges Kind „Far Cry 2“ kaufen schicken gehe sagt der Handel: „nein, das wird an Unter-Achtzehnjährige nicht verkauft“.
    Des weiteren gibt es solche Privilege doch praktisch in sämtlichen nicht-diktatorischen Staaten, die keine Autokratien sind und wo die meisten eben keine solchen Verbindlichkeiten haben. In der westlichen Welt von den USA angefangen – bis so ein Staat die Sorge von Kindern übernimmt muss vorher schon mehr oder weniger viel geschehen sein. Vielleicht passiert das in Deutschland auch zu selten…

    Wie sollte es auch anders sein???

    Im Übrigen hat soweit ich weiß das Erziehungsprivileg, welches ein Ch. Pfeiffer wie es hier mal hieß schon als Justizminister von Niedersachsen abzuschaffen gedachte, auch seine Grenzen bei (eindeutig) „schwer Jugendgefährdendem“.

  23. Klasse Fragen aber leider (dumme) Standardantworten. Die Elke hat so gut wie keine Frage vernünftig beantwortet. Sehr schade, war aber auch so zu erwarten.
    => Verbindliche PEGI Einstufungen für Deutschland

    @Walter44:
    Laut Wikipedia ist in folgenden Ländern die PEGI-Kennzeichnung gesetzlich vorgeschrieben: Österreich (nur Wien), Finnland (oder VET-Rating), Irland (ggf. IFCO), Israel, Niederlande, Norwegen, Polen, Russland (für ausl. Spiele), Spanien und Schweden.

  24. Ja, ich habe Fehler gemacht. Kommt vor. Ich liege falsch. Aber trotzdem finde ich es seltsam, wie die ersten drei Kommentare zu einem Artikel über die BPjM (NICHT die USK) wenig mehr enthalten als „PEGI für Deutschland“. Nach der Aufklärung durch eure Kommentare halte ich verbindliche PEGI-Einstufungen auch für eine gute Alternative. Danke für eure Hilfe.

    ABER

    „Interesse und Reife bedingt einander einfach, das eine ohne das andere geht eigentlich nicht“
    WAS? Denkst du wirklich, ein 14jähriger, der sich für GTA IV interessiert, weil seine Freunde das „voll krass“ finden oder weil man da „Cops abknallen und Autos klauen“ kann, reif für das Spiel ist? Dass er die Satire versteht? Dass er überhaupt VERSUCHEN würde, sich mit den Charakteren zu identifizieren? Manche würden vielleicht nicht mal die Story spielen, sondern nur durch die Stadt cruisen und Zivilisten überfahren.
    Oder anderes Beispiel ohne jeglichen Videospielbezug: Glaubst du, dass ein Jugendlicher, der Alk trinken will, reif genug ist, es ordentlich zu dosieren? Oder dass einer, der unbedingt sein „erstes Mal“ haben will, reif genug ist, um darin mehr als nur den körperlichen Spaß oder das „Prestige“ in seiner Clique zu sehen?

    Beispiel – wenn ich als Elternteil ein sechzehnjähriges Kind “Far Cry 2? kaufen schicken gehe sagt der Handel: “nein, das wird an Unter-Achtzehnjährige nicht verkauft”.

    Aber du kannst als Elternteil ein 18er-Game für deinen 16jährigen kaufen und brauchst (im Gegensatz zur Indizierung) keine Bestrafung o.ä. zu befürchten. Dass ein 18er-Titel nicht an 16jährige verkauft wird, ist vollkommen klar.

    Nicht jeder ist perfekt…

    – Walter44
    ———
    Disclaimer: Ich wollte in keiner Weise die hier zitierten User runtermachen, oder meine oben gemachten Fehler rechtfertigen. Nur für den Fall, dass jetzt irgendwer auf die Idee kommt, sowas zu posten…

  25. @Walter44
    Weil ich es leid bin eine überflüssige Diskussion zu führen über Sinnhaftigkeit oder -losigkeit von BPjM, USK, FSK… Sie alle sind Bestandteil derselben Zensurmaschinerie. Es gibt kein ein bisschen Zensur im Sinne von „aber in diesem Punkt finde ich es gar nicht so verkehrt“. Was Erich Kästner 1950 als Sachverständiger geäußert hat, gilt bis heute fort.
    Und warum soll ein 14-jähriger kein USK18-Spiel spielen. Das gleiche Game bekommt in Großbritannien ein 15-jähriger in jedem Spielemarkt? Woran sollte es denn liegen, dass deutsche Jugendliche so weit hinter dem europäischen Standard zurückstehen? Die Antwort hätte ich auch gern von Frau Monssen-Engberding gehört. Und was soll es bringen, wenn wir Erwachsenen das Kaufen von Alkohol nur noch unter der Ladentheke erlauben, gewisse Sorten ganz aus dem Angebot nehmen? Glaubst du, die Jugendlichen saufen dann nicht mehr? Die Probleme liegen eventuell wo anders. An dieser Stelle lässt sich Erich Kästner vortrefflich zitieren:
    „Wenn es schon nicht gelingt, die tatsächlichen Probleme zu lösen, die Arbeitslosigkeit, die Flüchtlingsfrage, die Steuerreform, dann löst man geschwind ein Scheinproblem. Hokuspokus – endlich ein Gesetz! Endlich ist die Jugend gerettet! Endlich können sich die armen Kleinen am Kiosk keine Aktphotos mehr kaufen und bringen das Geld zur Sparkasse.“

  26. Und warum soll ein 14-jähriger kein USK18-Spiel spielen. Das gleiche Game bekommt in Großbritannien ein 15-jähriger in jedem Spielemarkt?
    Und das macht es richtig? Ich hab doch schon gesagt: Index und Beschlagnahmung sind riesiger Bullshit. Richtig. Und wenn ein Spiel im UK ab 15 is und hier ab 18 und in Amerika ein „T“-Rating erhalten hat (keine Ahnung, ob so ein Spiel existiert, aber egal), dann liegt das einfach an den Präferenzen des jeweiligen Landes. Man kann ewig darüber diskutieren, was ab 16 und was ab 18 geeignet ist. In den USA werden Games stärker nach Sex bewertet, in DE nehr nach Gewalt. Soweit ich weiß bekam Mass Effect in Amiland z.B. ein M-Rating, da (angedeuteter) lesbischer Sex zwischen Spieler und Alien möglich war. Ich hab mit 14 auch Games ab 16 und 18 gezockt. Auch indizierte Titel finden sich in meiner Sammlung.

    Jetzt nochmal für alle:
    Ich finde es FALSCH, dass Spiele indiziert werden.
    Ich finde es FALSCH, dass Spiele beschlagnahmt werden.
    Ich finde es FALSCH, dass Spiele zensiert werden müssen, um dann trotzdem nur an erwachsene verkauft zu werden.
    Ich finde es FALSCH, dass Spiele in DE immer noch als Kinderkram angesehen werden und Spielefeinde immer nur über ihre (möglichen) Effekte auf Kinder und Jugendliche sprechen und den erwachsenen Gamer außen vor lassen.
    Ich finde es FALSCH, dass Nichtspieler oft versuchen , über ein MEdium zu urteilen, von dem sie nur die schlechten Aspekte kennen.
    Ich finde es RICHTIG, dass es ein Jugendschutzsystem gibt.
    Ich finde mich selbst NICHT IN DER LAGE, qualifiziert auszusagen, welche Inhalte durch dieses Jugendschutzsystem welchem Publikum zugänglich gemacht werden sollen oder dürfen.

    PS: „Und was soll es bringen, wenn wir Erwachsenen das Kaufen von Alkohol nur noch unter der Ladentheke erlauben, gewisse Sorten ganz aus dem Angebot nehmen? Glaubst du, die Jugendlichen saufen dann nicht mehr?“
    1. Worauf beziehst du diese zwei Sätze? Ich habe mich nie FÜR einen Verkauf „unter der Ladentheke“ in irgendeinem Zusammenhang ausgesprochen.
    2. Mord, Erpressung, Raub, Schmuggel, Diebstahl, Falschparken…alles Sachen, die verboten sind, und trotzdem täglich passieren. Sollen wir deshalb etwa diese Verbote aufheben, nur, weil es immer Leute geben wird, die sie nicht beachten?

  27. Bei der Debatte um Kennzeichnungen sollte man zwischen einer Kennzeichnungspflicht und einer Verbindlichkeit wie sie in Deutschland und anderswo praktiziert wird schon auch unterscheiden: eine Kennzeichnungspflicht sagt lediglich aus, dass Medien gekennzeichnet werden müssen (sollen sie offen angeboten werden), betrifft also eher die Industrie, während die Verbindlichkeit so sich an den Handel richtet, der entsprechend gekennzeichnete Titel auch nur an diese oder jene dafür für geeignet erklärten Personen verkaufen oder vermieten, aushändigen, darf.
    Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe: so soll die Verbindlichkeit in Wien etwa eher schlecht als recht funktionieren, das erwähnte hier auch mal Regine Pfeiffer. Während es in Deutschland (anderen Berichten zufolge) ja besser laufen soll

    Hier in Österreich können etwa Videofilme verkauft werden, zum Beispiel aus dem deutschen Untergrund, welche keine ordentlichen Kennzeichen tragen und trotzdem keine Bootlegs sind.

    Und zu allererst, also noch vor den genannten Institutionen, ist bei der Maschinerie, wie sie purchaser nennt, das Strafrecht von Belang. Neben dem Index auch die große Besonderheit Deutschlands aus meiner Sicht, dass international gängige Medien darüber geregelt werden – das gibt es auch nirgendwo sonst in freiheitlich-westlichen Staaten in diesem Ausmaß – und international gängig sind eben keine Nazigeschichten oder Kinderpornografie die selbstverständlich auch anderswo verboten sind. Die BPjM arbeitet schließlich auch diesem Strafrecht in der Hinsicht zu.

  28. Die druckst mal wieder viel herum aber das kenne ich schon von früher, die kann und darf ja nicht eingestehen das sie eigentlich Teil einer unerlaubten Zensurmaschinerie ist.

  29. Wenn es um abschaffungen geht müßte erst mal der §131 weg, danach kann man erst die BPJM und zu guter letzt die USK auf die Füße steigen.

    Das die BPJM und die USK eng zusammenarbeiten habe ich aber schon öfter gesagt, beweißen konnte ich es aber nie zu 100% aber nun geht es ja, haben es ja zugegeben, im gleichen Maße wird aber auch mit anderen zusammengearbeite zbsp. mit der KJN (Ihre Ergebnisse haben durchaus großen Einfluß auf USK-Wertungen und Indizierungsverfahren). Auch wenn Elke mal wieder auf ihre typische Art geantwortet hat läßt sich doch einiges aus den Text herraus lesen. In anderen Ländern würde man bei der ganzen Soße ganz laut „Skandal“ schreien, hier wird nur kleinlaut geflüstert, „ach das passt schon, ist ja für die Kinder…“

  30. „Woran sollte es denn liegen, dass deutsche Jugendliche so weit hinter dem europäischen Standard zurückstehen?“

    Hm, die Argumente habe ich Vic im Forum ausgiebig geliefert, liest hier sowas keiner?

  31. @purchaser: Mit dem Kästner-Zitat kann man hier natürlich toll rumhauen, aber jeder, der es nutzt, hat bisher eins vergessen: Dazu müsste man objektiv wissen was die tatsächlichen Probleme sind und was auf gar keinen Fall dazugehört. Und auch wenn das Gamer wohl eher nicht gerne hören: So objektiv und klar wie das die Community glaubt ist das nicht. Insofern läuft der Satz, so wichtig er ist, doch teilweise ins Leere.

  32. Fragt sich nur WER wem sagt welche die Wirklichen Probleme sind und welche nicht, es fängt da doch schon an das jeder was anderes sagt und das manche nur ausgewähltes hören/sagen sollen/dürfen etc…

  33. Objektivität gibt es bei dieser Diskussion doch garnicht bzw. kann es nicht geben, da es um Moralfragen geht. Was die wirklichen Probleme bestimmter Leute sind, kann man vermuten und begründen, aber es bleibt immernoch eine persönliche Entscheidung. Ob Videospiele für jemanden geeignet sind, lässt sich doch nicht so pauschal sagen. Oder welche Schäden entstehen, wenn Leute Spiele spielen, die (nach Meinung von z.B. der USK) für sie nicht geeignet sind.
    Zu diesem Thema gibt es bisher kaum aussagekräftige Forschungsergebnisse, wesshalb es fraglich bleibt, ob eine bestimmte Einstufung für ein Spiel „gerechtfertigt“ ist.

  34. @Mars
    In dem Zitat ist nicht die Nennung der Probleme entscheidend, die ändern sich sowieso im Laufe der Zeit, sondern die Art der Schaffung von Scheinproblemen und deren Beseitigung.
    Ich weiß auch nicht, was du Vic im Forum erklärt hast – mir ist das Forum zu unübersichtlich, um es ständig zu verfolgen. Ich wüsste aber gern, wie man im Jahre 2010 im Zeitalter der Globalisierung jemand überzeugen will, dass der Anblick eines Hakenkreuzes einen deutschen Jugendlichen in seiner Entwicklung beeinträchtigt, einen US-amerikanischen Jugendlichen aber nicht. Auch britische Jugendliche sind davon nicht betroffen, selbst unsere Nachbarn aus Österreich erfahren dadurch keine Beeinträchtigung. Kommt man dann nicht irgendwann zu dem Schluss, dass die von Walter44 genannten Präferenzen nichts anderes als die staatlich verordnete Sicht auf die Dinge sind und dass Abweichungen davon nicht geduldet werden. Womit wir bei Zensur wären. Und auch in diesem Punkt können wir uns auf Erich Kästner berufen. Er hat schon zur Gründung der BPjS davor gewarnt, dass mit ihr ein Instrument der Zensur geschaffen wird. Nichts anderes ist geschehen.

  35. @Mars
    Jeglicher Gedanke an Objektivität ist ähnlich wie Doktor Trask schon gesagt hat dabei doch Grundlage dessen WIE über andere Menschen bestimmt werden soll. Was als „jugendgefährdend“ oder „gewaltverherrlichend“ bestimmt wird – und was eben nicht.
    Wenn so getan wird als sei das so Was Eindeutiges wie ein Taschendiebstahl, da noch unterschieden wird zwischen „einfacher“ und „schwerer Jugendgefährdung“.
    Wenn jemand raucht ist er oder sie „gefährdet“(er) an einem Lungenkarzinom zu erkranken. Hier wird jedoch der konsensuale Ausdruck anderer Menschen so gesehen, dass gleich eine ganze „Jugend“ das dadurch wäre. Das finde ich im wahrsten Sinne des Wortes unanständig, um nicht pervers zu sagen: und Deutschland hätte da auch eine historische Verantwortung in meinen Augen, den Ausdruck anderer Menschen EBEN nicht so zu betrachten. Sich auch von aus meiner Sicht menschenverachtenden Begriffen wie „Verrohung“ endlich zu verabschieden

    Im Übrigen weiß ich auch nicht was Du mit dem Forum meinst. Ich weiß noch nicht einmal was „deutsche Kinder“ überhaupt sein sollen
    So geht es mir darum, dass alle Menschen auf der Welt ähnliche Lebenschancen haben – wozu für mich neben Bildung und Medizin halt auch Unterhaltung zählt. Bildung ist auch Unterhaltung, ebenso wie Unterhaltung und Kultur alles Bildung, Kunst, Sport usw. Das eine Über das Andere zu stellen, Pejoration, Kulturpessimismus – zusammen mit dem etwaig noch entsprechenden Vorstellungen von Gesundheit, Freizeit allgemein(er), der Kern des Problems das ich feststelle – und immer negative Beziehungen zu fremden Lebensweisen, deren Legitimität so zumindest in Frage gestellt wird – nur so zum Beispiel…
    Es gab ja schonmal die Diskussion deswegen weil Deutschland in der EU ist. Daran erinnere ich mich noch. Ungern :-(

  36. Die Fragen waren ja gut aber die Antworten leider kompletter Müll da Frau Monssen-Engberding es vorgezogen hat knallhart an der Sache vorbei zu gehen.

    Enttäuschend.

  37. @Pyri
    Ich frage mich auch immer was denn uns und unsere Jugend so sehr von anderen abhebt, auf ein Ergebnis bin ich bisher nicht gekommen, zumindest keines das Ansatz auch nur befriedigend wäre, ich finde das man bis auf vernachlässigbare Kleinigekeiten die durch Kultur, Regligion und Erziehung anderen doch sehr ähnlich sind, wenn nicht genauso, meiner meinung nach Unterscheidet sich die deutsche Jugend zbsp. gar nicht von der aus der Schweiz, England, Frankreich, Österreich, Niederlande, Polen oder Belgien in Verhalten, Art, Einstellung und Entwicklung weshalb es dann aber so ist das die deutsche Jugend so ganz anders angefasst wird ist und bleibt mir ein Rätsel. Auch ist es mir ein Rätsel warum deustche Erwachsene für die deutsche Jugend zurücktreten müssen dies aber in anderen Ländern so nicht passiert oder weshalb es dann in anderen Bereichen gesagt wird das habe sich die Jugend rauszuhalten obwohl es dort dann genau um eben diese geht und warum man das so einfach akzeptiert, ja nicht einmal Nachfragt weshalb das so ist.

  38. @Purchaser: richtig. Aber du setzt voraus dass Spiele wirklich nur ein Scheinproblem sind, und das ist nicht 100% festzustellen, darauf wollte ich hinaus.

    Zu den Jugendlichen: Genau darum geht es. Nach allem was man feststellen kann sind die Deutschen (damit meine ich Menschen mit deutscher Staatsbürgerschaft) momentan konservativer (bzw. vorsichtiger, risikoscheuer) als Engländer … Insofern finde ich es nur logisch dass auch Gesetze, die ja ein Konsens dieser Staatsbürger sind, bei uns vorsichtiger ausfallen als in England etc. Das hat mit Schutzbedürftigkeit etc. überhaupt nichts zu tun. Außerdem: wieso setzt du automatisch voraus dass der Rest der Welt richtig liegt und wir Deutschen falsch? Vielleicht sind auch einfach nur die Gesetze woanders zu lasch, nobody knows.

    @Pyri: deutsche Kinder = Kinder, die momentan in den deutschen Grenzen leben. Mit der Definition arbeite ich momentan.
    Mit Objektivität ging es mir um die Einteilung in Schein- und richtige Probleme. Den Rest hab ich nicht angesprochen ;-)

  39. @Mars
    Du glaubst dass Du den Rest nicht angesprochen hast und setzt so offenbar voraus dass man von bestimmten Dingen sprechen könnte ohne dabei Anderes, mitunter demokratiepolitisch Essentielles, zu berühren wie mir scheint.
    Ja ich vergaß das mit dem konservativ-sein, wenn schon nicht Konservativismus (schon wieder) – dabei verstehe ich eins nicht: wenn all die Leute welche (mehr) Verbote fordern, restriktiv bestimmte Inhalte nicht haben möchten, über amerikanische Kreativität bestimmen, so konservativ wären, also weshalb sind sie dann so erfinderisch in ihren Vorwürfen (Verschwörungstheorien, etc.). Ich glaube ja nicht, dass die meisten die etwas gegen „Killerspiele“ haben überhaupt konservativ sind…
    Und wegen dem richtigen Problem „Killerspiel“ und zu laschen Gesetzen von denen niemand etwas wüsste: es ist halt eine Frage was man von anderen Menschen und deren Ausdruck hält und wie man diese einzuschränken gedenkt, dass da überhaupt „Gesetze“ nötig wären finde ich schonmal höchst interessant, um nicht zu sagen bedenklich.
    Man kann sich darauf einigen, dass es Schutzalter für Lebenspartnerschaften, etc. gibt. So dass Siebzigjährige keine Dreizehnjährigen ehelichen dürfen – obwohl das mitunter auch kulturell bedingt ist – aber welche Geschichten ich zu Papier bringe, Lyrik, andere Fiktionen, virtuelle Welten wie Levels für CS gestalten, usw… Wenn darüber der Staat (zumindest mit)bestimmen will bewegt man sich halt alsbald in bestimmte Terrains abseits demokratischer Urständ, hin zur Diktatur. Das ist dann ein Wechselspiel zwischen Autokratie, Oligarchie der Pfeiffers und eingebildeter Anarcho-Eliten wie Konstantin Wecker, und DemokratInnen
    Dass da das Kästner-Zitat mitunter ein Dorn im Auge ist kann ich mir darüber hinaus schon lebhaft vorstellen. „Schmutz und Schund“ gilt ja auch nicht als unbedingt schützenswert, überhaupt von Relevanz…

  40. @Pyri: ich habe genau eins gesagt: nämlich dass man nicht so objektiv sagen kann was tatsächliche Probleme sind und was nur Scheinprobleme sind. Mehr steckt in meinem Ursprungscomment nicht drin. Wenn du anderer Meinung bist dann zeige mir doch bitte anhand von Zitaten wo ich all das, was du jetzt wieder ins Spiel bringst, angesprochen habe. Ich habe nie was von zu laschen Gesetzen gesagt etc. etc. Also bitte mal endlich Quellen.

  41. @Pyri: richtig, den Satz hab ich erst im 2. Comment gebracht :-) Übrigens hab ich da auch keine These aufgestellt, ich hab nur ne Alternative in den Raum geworfen.

  42. @Mars
    Ein wenig klingt das ja so als wenn du sagen willst das alle anderen irren nur wir Deutschen nicht, naja wenn das deine Ansicht ist, meine ist es jedenfalls nicht.

  43. Hehe…
    Vor Jahren hatte ich mal auf der games Convention die Gelegenheit, am BPjM Stand diese Elke Monssen-Dingsbums anzutreffen. Ich konnte ihr auch einige für sie unangenehme Fragen stellen aber sie flüchtete alsbald, noch bevor ich richtig loslegen konnte mit so bösen Wörtern wie „Zensur“. :D
    Die Frau wollte mir allenernstes weis machen, dass Selbstzensur (der Publisher) KEINE Zensur ist und daher nicht gegen demokratische Gesetze verstossen würde. Meien Argumentationskette, dass es eben doch Zensur ist konnte ich leider nicht zur vollen Entfaltung bringen da die Dame wie gesagt schnell merkte, dass sie wohl Gefahr läuft, das wirken der BPjM auf demokratisch sehr wackeligen Beinen wieder zu finden. Jaja, Artikel 5 des GG. ^^

    Ich traf auf der GC dann übrigens auch einen netten herren von der USK (kann einer der Chefs gewesen sein) und der stimmte mir voll zu, dass man in D als Erwachsener ziemlich bevormundet wird und dass dies eigentlich nicht sein dürfe. Aber die USK kann da wenig machen, wenigstens ist denen wohl im Gegensatz zur BPjM bewusst, dass hier in Deutschland irgend was gewaltig schief läuft in sachen „Jugendschutz“.

    Ich sags euch, würde dasm al bis vor den europäischen Gerichtshof kommen, unser Zensur-System unter dem Deckmäntelchen des Jugendschutzes hätte keine Chance mehr, zumindest nicht wenn wir eine Demokratie bleiben wollen in Deutschland.
    Nur wird das wohl nicht so schnell passieren.

  44. Mit der USK hatte ich auch mal sprechen dürfen, die sagten sie würden liebend gerne jedes Spiel freigeben wenn sie könnten aber Gesetzliche Vorgaben würden dies unmöglich machen, das die Firmen Selbstzensur durch Marktzwang durchführen gaben die auch zu, ihnen sei bewußt das zensiert werden muss weil man sonst gar nichts verdienen würde, ein ungeprüftes Spiel sei nun einmal Freiwild und bestimmte Inhalte oder besser gesagt Darstellungen wären auch in den ab 18 Titeln nicht drin und auch hier wieder wegen §131 und co. weswegen gerade hier so oft die Schere angesetzt werde, das oft im Vorraus zensiert werde leigt auch ander Erfahrung der Firmen,man wüßte halt oft schon vorher was gehen würde und was nicht, mit Profitgier hat das wenig zu tun, das mit dem Freiwild ist übrigens O-Ton.

  45. Nun, vielleicht hat sich bei denen langsam mal rumgesprochen, dass viele Leute keine zensierte Ware kaufen und sich die Firmen so nur selber ins Fleisch schneiden wenn sie die Schere ansetzen.
    Zumindest ich kaufe keine zensierten Games (nee, ich raubmordkopiere die auch nicht XD ) und ich schaue auch keine zensierten Filme mehr, sowas muss man sich nicht antun. Seit dem ich das tues schaue ich übrigens viel weniger Fernsehn, denn auch da ist bei uns wirklich fast alles gekürzt und verhackstückelt, dass auch nur ansatzweise nach Gewalt und Horror aussieht. Nun, für mich ist Zensur der Horror und ich rate jedem, die Finger von gekürzten Filmen und zensierten Spielen zu lassen. Je mehr dies tun, desto ehr müssen die Medienfirmen mal Druck gegen die deutsche zensur machen, wozu sind bei uns Lobbygruppen so unglaublich erfolgreich? Woanders machen die doch auch schon beinahe die Gesetze. Warum gibts noch keine starke Lobby für neue Medien?

  46. @Mr.Fusion
    Ich kaufe ja Filme immer noch in Deutschland (Games nur noch bestimmte wie etwa Racing Games) nur das große Problem dabei ist das ich trotz SB.com und co. unmöglich jeden Film und Schnitt kennen kann und da man so wie ich ja auch oft Spontankäufe tätigen möchte bei Gefallen/Interesse und da zu 99% ein Zensurhinweiß auf der Packung fehlt wird da das kaufen zum Spießrutenlauf, mir ist es schon oft genug passiert das ich zensierte Filme gekauft habe obwohl ich doch eigentlich Ahnung habe, bei Games aber passiert mir das nicht weil ich hier wirklich ein Nerd bin im dem Gamesbereich und es ja auch weitaus weniger Gameneuerscheinungen gibt als Filmneuscheinungen.

  47. @DT

    Bei Filmen würde ich mich auch einen Hinweis auf eine entschärfte Schnittversion wünschen. Genau wie bei Spielen den auf den Kopierschutz in angemessener Größe…

  48. @Mr.Fusion
    Ich propagiere auch schon seit einiger Zeit: Kauft nicht beim Deutschen! Das hat schon diesen renitenten Geruch an sich und da reagieren die Geschichtsbewussten auch leicht irritiert. Aber es hat schon seine Sinnhaftigkeit, weil ich glaube, durch wirtschaftlichen Druck kann man wirlich etwas in kurzer Zeit erreichen. Merken die Händler, dass die Verkäufe rückläufig sind, wirken sie auf die Politik ein. Entweder kriegen wir dann schärfere Importgesetze oder sie lockern die Restriktionen der „Jugendschützer“. Darauf muss man es ankommen lassen. Bei Games kann ich 100% Verweigerung vermelden, bei Filmen ist das etwas schwieriger, da manche Sachen nur in Deutschland erscheinen. Aber da, wo es geht: siehe oben.

  49. @Rey Alp
    Zumindest gibt es mittlerweile den Hinweiß auf Spielverpackungen das man zur Aktivierung des Spieles Internet braucht, das ist schon ein ganz kleiner Anfang, den gibt es aber auch nur weil die Kunden keine Ruhe gaben und die Umsätze eingebrochen waren bei Games mit Onlineaktivierung(Zumindest Zeitweilig-Und vor der großen Akzeptanz von Steam welches ich persönlich mit Hauptverantwortlich sehe bei den aktuellen Problemen im PC-Bereich).

  50. Guter versuch, aber ein totaler Fail.
    Die Frau hat auf die Fragen so gut wie gar nichts gesagt.
    Sprich: Viele Worte ohne Inhalt.
    Aber was will man auch von einer Frau halten, die doch angeblich in diesem „Verein“ von Roland Näf war?

  51. @Booomboy
    Wie meinen? Elke Monssen-Engberding soll in der Schweiz im VGMG gewesen sein?
    Kann es sein, dass da zwei Elkes verwechselt werden ;-) Frau Monssen-Engberding mit Frau Ostbomk-Fischer? Dabei war auch Letztere niemals im VGMG (direkt) engagiert meines Wissens nach.
    Frau Monssen-Engberding ist eigentlich ziemlich cool finde ich – einmal traf sie sich sogar mit Jay Wilbur von Epic Games…

  52. hmm dann hab ich die beiden elkes wohl verwechselt, naja kein wunder, wenn beide einen doppelnachnamen haben.
    allerdings ist sie auf die fragen nicht eingegangen, sondern hat nur relatives allgemeines gesagt, was keinen schluss auf eine mögliche antwort hinterlässt.
    das ist im prinzip so als hätte man piet klocke interviewt XD

  53. sehe ich auch so!
    wenn man sich nicht selbst die blöße geben will oder einfach nicht weiss was man antworten soll, so sagt man halt vieles was den fragestelle beschäftigt und bis der merkt, dass der auf seine fragen keine antworten erhielt.

  54. Ich würde ja sagen das die gute Elke ganz genau weiß das sie Teil eines Rechtswidrigen Zensursystems ist, deshalb antwortet und reagiert sie auch so wie sie es tut.

  55. Bin auch für PEGI, aber im Grunde nur weil deutschlandtypisch das USK-Siegel nur beibehalten wird um irgendwem-irgendwo Geld zuzuschustern(ähnlich der GEZ bzw. den Gebühren).
    Auch die PEGI hat „seltsamkeiten“ hervorgebracht wenn ich so durch mein Spieleregal schaue: Tropico 3 – USK 12/PEGI 16, Pirates! – USK 0/PEGI 12, Civilization IV – USK 6/PEGI 12, Mount& Blade – USK 12/PEGI 16 uvm.
    Da drängt sich mir der eindruck auf das die PEGI zwar kein Problem mit „Gewalt“ in Form roter Pixel hat aber sehr wohl mit Politischer/Geschichtlicher-Gewalt. Frei nach der US-Amerikanischen Auffassung, wir haben die Indianer nicht umgebracht das waren *noch* die Europäer…. ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.