Spieletest vs. Rezension

– Schmidt, Christan, Mehr Geist bitte, liebe Games-Tester, SPON v. 06.09.2011:

In den Redaktionsstuben wird eine verknöcherte, selbstzweckhafte und in vielerlei Hinsicht anachronistische Form des Spielejournalismus gepflegt, die diesen Namen nicht verdient.“

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– Laschewski-Voigt, Alexander, Da irrt der Schmidt, areagames v. 06.09.2011:

Spiele sollen schlichtweg Spaß machen und Zeit totschlagen. Wer das noch junge Medium zu ernst nimmt, läuft Gefahr seine Leser auf diesem Wege zu verlieren.“

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– Lott, Gunnar, Ein paar Anmerkungen, kaliban v. 07.09.2011:

„[…] Egal ob man Chris’ Meinung teilt oder nicht: Die Diagnose ist richtig, der deutsche Spielejournalismus (einst der kommerziell erfolgreichste der Welt!) ist belanglos geworden […]. „

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– Schnelle, Mick, „Lieber Christian Schmidt“, gamersglobal v. 07.09.2011: 

Das alles sei dir unbenommen, es macht zum Beispiel deine Reports sehr lesenswert! Nein, dein Fehler ist die Verachtung deiner eigenen Zunft, deren Vertreter und – das finde ich das Schlimmste – deiner langjährigen Leserschaft.“ 

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Fröhlich, Petra, Nicht die Kritiken sind dumm, aber viele Spiele, SPON v. 07.09.2011:

Christian Schmidt will Videospiele als Medium mit gesellschaftlicher Aussagekraft, als Kulturgut und Kunstwerke verstanden wissen. Ich rate zu Aufrichtigkeit: Die allerwenigsten Spiele taugen für ökonomische, politische, ethische, künstlerische oder gesellschaftliche Urteile […]. Wir reden von Fußballsimulationen, von Rennspielen, von Fantasy-Rollenspielen, von Science-Fiction-Strategiespielen, von Action-Abenteuern im Indiana-Jones-Stil, die einzig einem Zweck dienen: Entertainment und Zerstreuung.“

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30 Gedanken zu “Spieletest vs. Rezension

  1. Eigentlich ist das jetzt nur bedingt Thema dieses Blogs, quer gelesen hab ich es trotzdem. Ich würde sagen, dass der Verlust an Lesern, den die Printmedien (wohl auch nicht-spielebezogene) haben, nicht an deren Berichte liegt, sondern am vielfältigen Angebot im Internet. Natürlich könnte man angesichts der steigenden Zahl der casual Spiele (von Datendieben wie Facebookspielen bis apps) annehmen, dass die Zeitschriften ihre Leserzahl wohl deutlich erhöhen könnte, doch muss man bedenken, dass casual nich umsonst so heißt. Ob diese Spieler, die sich für ein Spiel zwischendurch bzw. „leichte Kost“ im Sinne von einfachen Spielprinzipien entscheiden – überhaupt daran interessiert sind, wage ich zu bezweifeln.
    Zum Artikel: Auf spon gibt es in einem Kommentar einen Link zu einer Langfassung des Schmidt-Artikels, die wohl – wenn man einem anderen Kommentar glauben darf – weniger zu kritisieren ist.
    http://kaliban.de/2011/09/zum-zustand-der-deutschen-spielekritik/

  2. Ach print is doch toll…
    Als kind war es immer das tollste die neuste PC games mit toller demo diskette in den händen zu halten. Habe das heft seitdem im Abo, bestimmt gute 15 jahre.

    Nur in den letzten jahren landen immer mehr ausgaben davon ungeöffnet in der ecke, warum? Weil das medium einfach nichtmehr den ansprüchen genügt, wenn ich die PC games im briefkasten habe dann habe ich 90% des inhalts schon tage/wochen vorher im netz gesehn.

    An dem punkt ist die qualität des inhalts dann auch nebensächlich, bei einem so schnell lebigen medium und einer so schnellen kultur wie der des gamings kann man mit print einfach nicht die bedürfnisse der konsumenten erfüllen.

    Innerhalb von tagen/stunden können sich wichtige dinge ändern und auf solche änderung kann print nicht reagieren weswegen sie dann oft auch falsch informieren. Der einzige grund warum die PC games noch immer im briefkasten liegt ist weil ein abo abbestellen alles andere als einfach und schnell geht -_-

  3. Ich kaufe Gamemagazine eigentlich im PC-Bereich nur noch der Vollversionen wegen und dann auch nur wenn es ein Spiel ist das mich interessiert, wegen dem Heft selbst kaufe ich die eigentlich nicht mehr. Im Konsolenbereich kaufe ich nur noch die M!Games, ist das einzige noch wirklich gute Heft in dem Bereich. Früher sah das anders aus, PC-Action, PCGames, PCGames Hardware, GameStar, GamePro, Maniac/M!Games, PlayZone, N-Zone, Das OPM waren Pflichtlektüre jeden Monat aber nach wurden die Hefte immer schlechter und immer dünner, wurden mit immer mehr sinnlosen Tests versehen und hatten immer mehr Spiele die gar nicht erst erwähnt werden (GamePro euch meine ich das ganz besonders) und kamen mit immer mehr Moralkeulen an, besonders letzters wird bei manchen Magazinen mittlerweile echt zum Problem. Und außerdem schreiben fast nur noch Praktikanten/freie Mitarbeiter die Artikel, die Redakteure selbst machen kaum mehr was außer den eigenen Namen unter fremden Artikeln setzen.

  4. @Densor
    Für mich sind in der GameStar mittlerweile auch die Reports intereassanter als die Tests. Das liegt imho jedoch weniger an den Autoren – in der letzten hat mit der Text von Martin Deppe gut gefallen – sondern daran, dass ich an neuen Spielen kaum ein Interesse habe. Warum soll ich mir ein Anno 2070 kaufen, wenn ich Anno 1602 habe, dass nicht nur über ein rudimentäres Militär verfügt und darüber hinaus auf jedem Laptop läuft ohne, dass ich für Ubisoft online sein muss?

    @nix
    Ich finde schon, dass es eine gewisse Relevanz hat wenn es auch darum geht, ob Videospiele bloß Zeitvertreib sind oder auch „mehr“ sein sollten.

  5. ich hab mir letzten monat die gamepro wegen batman gekauft. ich hatte nicht viel zeit und hab den riesigen artikel mit vielen neuen bildern gesehn. daheim dann der schock. es wurde so getan als seien sie die ersten, die es anspielen duerften. es wurde das e3 gameplay was schon seit monaten zu sehen ist beschrieben. es waren fehler drin, zb adam strange statt hugo. die gadgets wurden nicht mit dem richtigen namen genannt. man hatte das gefuehl, dass jemand anderes den artikel geschrieben hat.

  6. Aus meiner Sicht ist eher die Frage was Schmidt mit „Geist“ etc. meint. Er beantwortet auch nicht die Frage was wer wie woanders als in der Spielpresse von Spiel-Journalismus zu erwarten hätte.
    Ich denke die Debatte ist vielfältig und wird – vor allem in den USA – schon seit Jahren geführt. Ich denke da im besonderen an den anekdotenhaften Text „Bow Nigger“, der die Frage aufwarf wie ein solcher Videospiel-Journalismus oder auch nicht, das heißt eher ein Mainstream wie beim Spiegel, mit Erfahrungen IN Multiplayer-Videospielen umgehen soll. Wenn es nicht um die eigentlichen Inhalte geht, sondern um ein Verhalten Anderer in den Spielwelten – was ja auch von der USK in Deutschland etc. NICHT berücksichtigt wird. Was einem zum Beispiel halt so alles unterkommt an Negativem auch, wenn man Call od Duty spielt. An Negativem in Anderen, nicht in den Spielen selbst.
    Ein anderes Problem wurde bei Kotaku kürzlich aufgeworfen: http://www.kotaku.com.au/2011/09/are-sports-video-games-worth-reviewing-any-more/ Wie sollen Sport-Videospiele überhaupt (noch) rezensiert werden? Bei den alljährlichen Updates die sich noch dazu technisch kaum mehr weiterentwickeln.
    Ich neige ja dazu auch da, wobei ich mich persönlich mit relativ vielen Sport-Titeln beschäftige, sehr subjektiv vorzugehen. Und etwa zu sagen: sagt mir die Musik, ein Design, nicht zu, oder ein Spiel-Modus, dann kann das Gameplay noch so toll sein – interessiert es mich nicht weiter. Aber gerade bei so etwas wie Fußball- oder Basketballspielen zum Beispiel wird man weit eher auch noch andere Maßstäbe berechtigt finden, die sagen, nein PES ist immer noch viel besser als FIFA etc. Oder NBA2K schlug die LIVE-Games von EA jedes Mal um Längen, usw.
    Momentan geht es mir zum Beispiel mit NHL 12 zu: bei der Demo hab ich das erste Mal keine nennenswerten Unterschiede zur Vorjahresversion mehr vernehmen können. NHL 10 hab ich im März noch online spielen können, doch EA hat jetzt offenbar bereits die Server für NHL 11 abgedreht, um eben mehr von NHL 12 zu verkaufen.
    Anderen die an privatne PCs vielleicht mehr an Multiplayer-Netzwerk-Partien interessiert sind geht es vermutlich mehr auch so mit anderen Titeln, wie Anno etc. Da kümmern Entwicklungen noch gleich viel weniger – also auch: wie ein Spiel für diese Leute rezensieren? Es gibt soviele unterschiedliche Blickwinkel auf Medien…

    Was ich an der Diskussion hier etwas seltsam finde ist, dass sie mit dem Tod Bill Kunkels wohl zufällig zusammenfällt. Kunkel ist in Detuschland ja kaum bekannt. In den letzten Jahren hat sich in Amerika aber der Game Informer stark etablieren können – vielleicht sollte man sich mal an dem orientieren…

  7. wenn ich mir angucke wie alan wake als erwachsen bezeichnet wird blos weil es anleihen an king und chitchcok gibt, dabei war die story das schwaechste am spiel. es wird so getan als ob spiele storytelling auf ein neues level bringen wuerden. dabei ist ein spiel auf eine gute story nicht unbdingt angwiesen angwiesen, andersrum schon eher.in der geselschafft angekommen sind blos familienpartyspiele und facebookspiele. alles andere wird von eben der geselschaft an den rand gedrueckt.

  8. @killzoneliberation
    Tja interessant. Ich fand gerade die Story war (nach der Atmopshäre) eine der großen Stärken von Alan Wake, während das Gameplay dagegen echt nicht viel hergegeben hat.

  9. Sorry, aber solange die meisten Spiele lediglich fließbandartig produzierte Unterhaltsgüter darstellen, müssen sie sich auch primär an Leistungskriterien orientieren, z.B. Spieldauer, Spieltiefe oder flüssigen Frameraten. Nur wenn Medien -wie Musik oder Bücher- einen Konsumenten innerlich bewegen, statt nur zu unterhalten, haben sie auch eine künstlerische Kritik verdient. Solche Spiele kann man jedoch leider an einer Hand abzählen. Die Kritik von Herrn Schmidt sollte sich also wohl eher an die Spielhersteller richten, die fließbandmässig meist stupide Massenware wie den x.Egoshooter auf den Markt schmeißen. Echte Kunst ist da leider kaum dabei. Aber wenn dieses einmal der Fall ist, wird dieses i.d.R. auch bereits besonders bei Spieletests gewürdigt, z.B. bei Spielen mit moralischen Entscheidungen – die man aber leider an einer Hand abzählen kann.

  10. Die Blockbuster der Branche (Battlefield, Modern Warfare) sind inhaltlich so anspruchsvoll wie der neueste Transformers Film. Intelligente Spiele sterben aus.
    Also warum sollte man über Unterhaltung so schreiben, als wäre sie etwas erhabendes? Die [ple:] hat genau das versucht und die kennt hier wahrscheinlich kaum jemand.
    Das Problem der Hefte ist nicht, dass sie nicht intellektuell genug schreiben, sondern dass sie nicht mehr die unverzichtbare Informationsquelle sind, die sie ein mal waren bevor jede Hausfrau wußte was ein Browser ist.

  11. Was waren denn so intelligente Spiele, Peter?
    Ich spiele seit Anfang der 90er und fand Spiele bisher unterschiedlich anspuchsvoll, da würd ich dir Recht geben, aber intelligenter? Inwiefern?

  12. Naja Spiele können nicht intelligent sein imo, Intelligenz ist eine Eigenschaft die ein Gegenstand nich haben kann. Sicherlich gibt es viele Standard-no-brainer a la COD etc. es gibt aber auch wieder eher Spiele mit guter Story (z.B. Bioshock 1&2, Spiele von Atlus oder NIS). Ich sehe, das Problem das viel heute auf Onlinespielen (oder Casual) ausgelegt wird und stattdessen die Story mal ins hintertreffen gerät. Find ich persönlich sehr schade, aber ich denke es wird auch wieder anders kommen.

  13. Man kann aber nicht den Redaktionen vorwerfen sie sind das Problem, denn letztendlich testen sie nur das was die Industrie hergibt. Das letztemal als man versucht hat kontemporäre Ereignisse in einen Spiel aufzuarbeiten ist der Publisher abgesprungen und das Spiel wurde leider nie released. Wer kann erraten welches Spiel gemeint ist? Richtig! Six Days in Fallujah. http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=4895 Solange es keine Spiele wie das gibt, glaube ich nicht das man Kritiken schreiben kann wie sie Herr Schmidt haben möchte. COD:MW2 hat immerhin gewisse Momente in der viel zu kurzen Einzelspielerkampangne das ist aber nicht genug. Auf der anderen Seite sind dann Spiele wie Minecraft oder Sim City schlecht weil sie praktisch keine Story haben? Das Printmagazine rückläufig sind wundert mich nicht, das liegt wohl eher am Internet.

  14. @skully
    Das ist ja gerade das Problem. Ich denke auch, dass Herr Schmidt solche Spiele eben gar nicht haben möchte. In der GEE wurde ebenfalls davor gewarnt Apocalypse Now zu versoften, weil durch die Involvierung in Gewalthandlungen wie über einen Shooter keine als notwenig erachtende „kritische Distanz“ möglich sei. Wenn Ihr wenigstens solche Spiele aber haben wollt, dann muss auch was dafür getan werden.
    Unterstützt Peter Tamte und sein Team, kauft Breach!

  15. Ich glaube ihr missversteht Herr Schmidt’s Anliegen wenn ihr euch zu sehr auf den Aspekt „Story“ konzentriert. Gerade Minecraft gibt eine Menge Stoff für eine intellektuelle Auseinandersetzung jenseits traditioneller Spieletests her. Nicht zu Unrecht hat die Gamestar dem Spiel eine eigene Themenwoche gewidmet.

  16. Versuche grad zu ergründen wie Alternativen zu Schmidt Kritikpunkten aussehen könnten. Klar, ein Test nach dem Schema „Grafik schlecht = Spiel schlecht“ entwertet sich selbst. Auch Gehässigkeit beim Autor bringt nicht weiter, wenn ein Spiel verbuggt ist oder sonstwie nicht läuft. Doch möchte ich einen Test lesen, der sich zu 90% damit befasst, ob die Idee zur Entwicklung unserer Welt wie sie in einem Deus EX:HR gezeigt wird glaubwürdig ist oder ob ich in einem MW2 (nicht) auf Zivilisten schießen darf? Nein, denn das schießt auch über das Ziel hinaus und wäre ebenso nur für ein Fachpublikum interessant, wie es Beschreibungen der Waffen oder von Erfahrungssystemen sind.
    Spieletests als solches geben imo nicht sooo extrem viel her, außer der adäquaten Beschreibung des Inhaltes und des Spielgefühls. Interessanter sind da Reportagen zu konkreten spieleübergreifenden Themen. Hier könnten Spielejournalisten sicherlich einiges leisten, weil sie über wesentlich mehr Kenntnisse verfügen, als jene Journalisten, die „von außen“ kommen. Ob das heute schon der Fall ist, kann ich allerdings nicht beurteilen, weil ich seit vielen Jahren keine Zeitung mehr lese. Wenn ich mich über neue Spiele informierte, dann vor allem über Vorankündigungen und kurze Berichte, danach schaue ich mich selbst um, zocke die Demo (wenn vorh.) oder lese Erfahrungsberichte.
    Die letzte Zeitschrift die ich abnoniert hatte, war die PC Games Hardware und das auch nur wegen der damaligen Prämie, die merklich günstiger war, als wenn ich sie regulär erworben hätte. Die Hefte selbst habe ich durchgesehen, aber 90% der Seiten gingen ungelesen in die Tonne. Warum? Weil mich vieles nicht interessierte und ich es über das Netz umfangreicher und kostenlos erhielt.

  17. Ja, Computerspiele kommen evtl in der Mitte der Gesellschaft an. Aber warum ist das denn so? Weil die Computerspieler aus den 80igern jetzt Mitte 30 sind und die Mitte der Gesellschaft bilden.

  18. @Etomi
    So sehe ich das auch, diese Gamer sind oft auch selsbt schon 30+ und diese Gamer haben ja selbst schon Kinder die von Anfang an mit spielen großgeworden sind und deshalb Berühungsängste etc. nicht kennen und auf den Erfahrungsschatz der Eltern oder zumindest auf einen Teil derer zugreifen können(meistens auf dem vom Vater, das wird aber in den nächsten 10-15 Jahren sich noch ändern).

  19. Gamestar hat Minecraft (offiziell aufgrund des Beta-Status) ne Wertung verwehrt. Andere Spiele bekommen sogar nen Beta-Test, bei dem am Ende irgendeine Prozentwertung raus kommt. Ich denke, dass sie sich der Problematik bewusst sind und Minecraft nur deshalb nicht testen, weil sie selber nicht mit dem Ergebnis zufrieden wären.

    Da sich 100% Spielspaß ja bekanntlich aus je zehn Prozentpunkten für Grafik, Sound, Balance, Atmospäre, Bedienung, Umfang, und vier weiteren Kategorien je nach Genre zusammensetzen, hätte Minecraft nie eine Chance gehabt, ne gute Wertung zu bekommen. Und damit hätte die Gamestar zugeben müssen, dass das heute übliche Wertungssystem eben absolut nichtssagend ist und reformiert gehört.

  20. @Etomi
    Wie weit hat es denn leicht der Daniel M. schon gebracht? Echt unglaublich was dort steht. Und dieser Daniel M. ist ja vielleicht überhaupt der Schlimmste. Da mein Kommentar dort kaum freigeschaltet werden würde schreib ich ihn noch hier rein: auch wenn mir das Ganze wie ein Kindergartendisput vorkommt. So herablassend wie sich dieser Schmidt mittlerweile gibt geht auf keine Kuhhaut – ich vermute Mal: schlechte Gesellschaft gleichgesinnter KollegInnen. Bis vor ein paar Jahren hab ich noch manchmal gern gelesen was der so zu sagen hatte, aber so ist das nur mehr entlarvend. Er verlangt „Geist“ und „Selbstreflexion“ versteht unter beidem aber wohl nur Dünkel: hier hat er mir persönlich in Kommentar 136 neben der Tatsache, dass ich indirekt ein „perverser Linksradikaler“ wäre noch so gesagt ein „Spinner“ zu sein und direkt negativ „schöngeistig“ schreiben tät http://www.gamestar.de/specials/reports/2322604/us_urteil_ueber_videospiele_p2.html#comments Ja was jetzt? Offenbar ist „Geist“ und „Geist“ auch nicht dasselbe bei ihm.
    „Schöngeist“ ist man darüber hinaus wohl so oder so eher wenn man „Geist“ gegen Massaker fordert. Aber da ist er bekanntlich auch nicht allein –
    Und erst diese ganze Überheblichkeit von eingebildeter Objektivität, so als ob der Schmidt nicht bloß seine Meinung kund geben würde, sondern irgendwo doch näher an Wahrheit dran wär. Unpersönlich
    Sie regen sich über Massaker, „Gewalt“ und DRM auf – aber wenn wie zuletzt Jim Crow in „Deus Ex“ auftaucht werden sie wahrscheinlich nicht einmal in der Lage sein das zu registrieren. Und das ganze nennt sich dann normativ „Spielkultur“ –
    Heutzutage muss ich mich wirklich schämen wieviele Jahrgänge ich von deren Elaboraten gekauft habe. Jahrzehntelang

    Auch was Frau Fröhlich da so von sich gibt ist bezeichnend zu nennen: nur weil sie nicht in der Lage ist in „Homefront“ mehr Substanz zu erkennen. Darüber hinaus frag ich erst gar nicht was der Umfang eines Spiels mit seiner inhaltlichen Qualität so zu tun haben sollte. Es gibt auch Kurzgeschichten.

  21. Ich hab die Gamestar seit Jahren nicht mehr gekauft… andere Magazine auch nicht…
    Wieso? Tya weil oft nur Blödsinn drin steht und jeder Mist hochgelobt wurde!
    Wie kann ein Spiel in den man an einer kleiner „Kante“ hängenbleibt noch über 90% bekommen?
    Wie kann ein Spiel ohne sinvolle Story auch um die 90% bekommen?
    Wie kann ein Bug geplagtes Spiel überhaupt eine Wertung bekommen?
    Wieso hat keiner der Schreiberlinge sich mit über den Onlinbezwang aufgeregt?
    0% Wertung für allen DRM Zwang!
    Nö lieber die Klappe halten und dem System folgen…
    Tya!
    Hoffen wir mal, dass es einen Neuanfang gibt in den wieder erlich auf die Gamer eingegangen wird! Dann könnte man sich wieder überlegen eine GS zu kaufen.

    Happy Testing.

  22. @Rey
    Jein, ich hab das auch im Forum bei Gelegenheit schon öfter geschrieben: „Hitman“ sehe ich durchaus ähnlich wie Schmidt. Auch ich sehe den großen Aufwand einer Rechtfertigung der Gewalt darin als großes Problem an, wobei ich allerdings glaube, dass das Studio seit „Kane & Lynch“ über „Mini Ninjas“ da eine Entwicklung schon auch durchgemacht hat. Vom neuen „Hitman“ erwarte ich mir jedenfalls bereits Anderes. Andere Charaktere, etc.
    Das was ich aber nie tun würde deswegen ist die Sicht des Lesers so zurechtbiegen zu wollen, im Gegenteil: ich würde zwar kritisieren, dass sich der Leser dadurch nur rechtfertigt, weil der Leser sagt ja auch nicht, dass er morden wolle. Sondern er beschönigt eine Situation mit Hilfe des Spiels, usw. Aber auf der anderen Seite bleibt stehen, dass der Schmidt keinen Mörder spielen will. Das sei ihm persönlich zwar auch unbenommen, aber er macht das eben mit zu einer Norm – dahingehend welche Rollen in Spielen übernommen werden dürften. Was thematisieren, usw.
    Und da frage ich mich auch wieder: wo ist da die Selbstreflexion?
    Das ist ja zudem auch die Logik des Bundespräsidenten Köhler gewesen, die Rede von der Selbstachtung in Abwehr von Gewaltdarstellungen. Diese Vorbehalte.
    Und immer wieder das Gute und Schöne, „Böse“ sein darf man vielleicht noch im Fantasy-Rollenspiel, weil man das nicht ernst nehmen braucht, aber nicht als Zivilbevölkerung massakrierender Terrorist. Da will man dann nur die Opferrolle übernommen haben – und keine TäterIn sein. Nicht als Auftragskiller oder James Earl Cash agieren, der vom elektrischen Stuhl weg zum Sadismus „befreit“ wird: ich habe erst Ende letzten Monats meine Analyse von „Manhunt“ mit Hilfe des Textes von Zagal erfolgreich fertig gestellt, und der Zagal sagt auch ganz klar, dass es in „Manhunt“ nichts Gutes gibt. Alles Negative darin wird aber immer wieder so positiv, als gemeint, interpretiert werden – ob von Gerichten oder einer Journaille. Dass die Forderungen des Spiels die Narration konterkarieren fällt dabei niemanden auf – im Gegenteil wird sich noch umso stärker so darüber empört werden, wenn für möglichst brutales Morden mehr Belohnung wirkt. Was das alles noch heißen, bedeuten, kann, darüber wird sich keine Gedanken gemacht. Im Unterschied zum „Hitman“: beim „Hitman“ wird ja noch eine gute Beschwichtigung sich bei den Morden immer dazu vorgestellt, die Schmidt auch kritisiert. Und ich. Aber Schmidt wird einen Titel wie „Manhunt“ eben noch umso mehr ablehnen, weil es da nicht einmal dieses Gute mehr gibt. Sowohl im Beschluss der Beschlagnahme von „Manhunt“, als auch in dem von „Condemnend“ taucht Selbstjustiz übrigens ebenfalls so auf – bedenklicher Weise von einem deutschen Gericht, das so wenigstens noch irgendein Gefühl für Gerechtigkeit offenbar gelten lassen möchte. Aber nichts wahraft Negatives in den Fiktionen. Keine andere Ethik/Moral darin, eigentlich nicht einmal die Fiktion selbst. Die Genre-Erwartungen usw. Ebenso wie Genre-Konventionen brechende Massaker, wenn einmal auf ZivilistInnen geschossen werden „darf“, statt auf die üblichen Bösen. Und das ist das Entscheidende: der Schmidt wird das wie Andere glaub ich nie gelten lassen, dass Spiele auch wahrhaft Schlechtes so transportieren dürften. Wenn aber mal was kommen sollte wie mein Jim-Crow-Beispiel, dass etwa wirklich eine Figur wie eine Ex-US-Präsident wo als Mörder denunziert wird, darin wird meiner Einschätzung nach weniger eine politische Problematik gesehen, als Statement, eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten oder Ähnliches, sondern es wird sich tendenziell immer nur über fiktionale Inhalte in den Fiktionen empört. Das heißt auch, wenn EA zum Beispiel in „Medal of Honor“ an Nachrichtenbilder erinnert, womöglich ganz ohne Zivilbevölkerung und solche Morde ist das schon Unmoral genug, wenn der Linkin-Park-Sänger auf der Gamescom in Köln am Hindukusch virtuell rum“ballert“. Weil eben wieder zu große Nähe zu Realitäten. Realitäten, Relevanz, die man anderer Stelle dann aber wieder einfordern will. Paradoxer Weise.

  23. Was diese Dikussion um Hitman angeht, denke das wenn man Hitman nicht als Game machen würde sondern sagen wir als Buch, würde sich niemand aufregen, Hitman wird nur deshalb runtergemacht weil es ein Game ist, kein Film, kein Buch, kein Hörspiel, keine Oper. Was in Hitman abläuft liegt immer im Ermessen des Spielers, nehme ich die Mali in Kauf und morde ich mich zum Ziel durch, hole ich mir die Boni für die Extragrausamkeit, oder erledige ich meinen Auftrag ohne beides. Herr Schmidt ist deshalb in meinen Augen ein Heuchler weil er auf der einen Seite schreibt, „MIMIMIII es gibt keinen guten Spieljournalismus!!!111“, wenn aber dann doch Spiele ernster Züge annehmen wie Hitman, ein Spiel das sich vorzüglich für eine Diskussion über Pro und Contra der Todesstrafe eignet kommt dann von der selben Person „MIMIMIII das Spiel bringt mich dazu Unschuldige umzubringen so daß sich mein Magen umdreht.“ Hitman ist genauso wie Bioshock ein Kulturgut das man genau für solche Diskussionen nutzen kann. Leute die sich aber darüber nur aufregen ohne den tieferen Sinn zu erkennen sollten vielleicht erst garnicht für eine Spielemagazin schreiben, daher ist Schmiedts Abgang sicher kein großer Verlust.

  24. @skully
    Genau. Darüber könnte man alles ganz wunderbar diskutieren, und dafür wären solche Spiele auch da glaub ich, aber das wird so eben auch gleich abgewürgt. Ich denke: man möchte darüber eben gar nicht diskutieren – man versteht das dann auch überhaupt nicht unter Journalismus. Sondern „guter“ Journalismus, oder halt „besserer“ ist es dann auch wenn man sagt was man zu denken hätte von dem und dem Spiel – fürchterlicher Weise. Und eigene Gedanken so eher verhindert werden sollen (sic!). Es gab hier ja auch mal „Tipps für Journalisten“ http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=2888 Soweit ich das damals mitbekommen habe kamen die gar nicht gut an –
    Da will man sich, von den (schon) etablierten Leuten die es doch nötig hätten, auch überhaupt nicht dreinreden lassen. Gleichberechtigung Fehlanzeige. Das Ergebnis bleibt ein Aufrechthalten von Scheeren in Köpfen, so wie ich aktuell am Rande mitbekommen habe wer wo wie sich in dieser Fach-Presse (online) traut oder auch nicht „Dead Island“ zu rezensieren, weil die BPjM könnte ja wieder eine Eilindizierung durchziehen. Und anderswo werden wieder Wünsche geäußert wie alles noch viel schöner sein könnte, wenn die Spiele oder die welche die Tests/Rezensionen halt machen besser wären. Es geht immer nur ums gut und schön sein, wer geistreicher wär, wer was richtig(er) macht, oder auch nicht. Wer mehr erreicht hat, geleistet… Ständig um die Geschichte aus den Meistersingern vom Wagner. Die Meistersinger in Fürth bei Computec gegen die beim Spiegel. Ab- und Ausgrenzungen. Ansonsten nur Tabus noch und nöcher.

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