Perpetuiertes Stigma

Es dürfte nicht weiter verwunderlich sein, dass Journalisten auch bei der Berichterstattung über Videospiele ab und an Fehler unterlaufen können. Schließlich ist ein Journalist auch nur ein Mensch, der bekanntlich fehlbar ist: „Errare humanum est“. Den Umgang mit Fehlern kann man jedoch sehr wohl kritisieren, insbesondere, wenn es hier vom Deutschen Presserat eindeutige Vorgaben gibt. So heißt es in Ziffer 3 des Pressekodex (Richtigstellung):

Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen […] die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtig zu stellen.“

In der dazugehörigen Richtlinie wird weiter konkretisiert:

Für den Leser muss erkennbar sein, dass die vorangegangene Meldung ganz oder zum Teil unrichtig war. […] Der wahre Sachverhalt wird geschildert, auch dann, wenn der Irrtum bereits in anderer Weise in der Öffentlichkeit eingestanden worden ist.“

Es genügt demnach beispielsweise bei Onlineartikeln nicht die unzutreffenden Passagen klammheimlich zu löschen bzw. durch andere Aussagen zu ersetzen, sondern der Leser muss auf Fehler und Korrektur aufmerksam gemacht werden. Also gerade nicht wie bei faz.net, bei der der Fauxpas „Ego-Shooter wie “World of Warcraft”” auf „Ego-Shooter“ gekürzt wurde, ohne dass auf diesen Vorgang hingewiesen wird.

Ein solches Prinzip, das eine transparente und nachvollziehbare Richtigstellung einfordert, dürfte im Übrigen auch von der Funktion der Presse her geboten sein: Das Zeitgeschehen soll durch Journalisten eine Perpetuierung erfahren, so dass die Archive es zukünftig ermöglichen gesellschaftliche Entwicklungen nachvollziehen zu können, was treffend als „Chronistenpflicht“ beschrieben wird.

Hierbei dürften unter Umständen nicht nur politische und wirtschaftliche Vorgänge, sondern auch die Presseberichte selbst als Teil der Zeitgeschichte betrachtet werden können. Insbesondere wenn deren Art, zum Beispiel im Rahmen von Medienkompagnien, weniger an eine Information der Bevölkerung, sondern eher an deren Lenkung erinnert. So brachte es Frank Schirrmacher anlässlich der Verteidigung einer unzutreffenden Beschreibung von „Counter-Strike“ fertig, in demselben Artikel einerseits darauf hinzuweisen, dass die FAZkeine Politik“ mache sondern bloß „berichtet„, aber andererseits darauf zu verweisen, dass die „Indizien […] stark genug“ seien, um „eine Debatte zu erzwingen“.

Wenn an dieser Stelle der Umgang mit Fehlern ankreidet wird, soll das also kein Anreiz sein, diese nachträglich zu tilgen. Schließlich würde mit der verdeckten Korrektur gleichzeitig die Beseitigung der die Fehler dokumentierenden Artikel vorgenommen werden – Wir wollen kein Miniwahr. Gerade die Rolle der Medien, in denen Verbindungen zwischen Amokläufen und „Counter-Strike“ betont wurden, dürfte bei der öffentlichen Debatte über gewaltdarstellende Videospiele ein nicht zu unterschätzender Faktor darstellen. Umso interessanter ist es hierbei, wenn Journalisten bewusst oder unbewusst Inhalte von Spielen unzutreffend darstellen oder sich durch den leichtfertigen Gebrauch von Fachwörtern als Laien zu erkennen geben.

Nachdem ich kürzlich bei Spiegel Online entdeckte, dass ein Artikel zur griechischen Finanzkrise mustergütig korrigiert wurde, war mein Interesse geweckt, wie es denn bei den Texten über Videospiele aussieht. Das Ergebnis war dabei ernüchternd und erheiternd zugleich. Denn während einerseits in einer Reihe von Artikeln die bekannten falschen Informationen über die Rolle von „Counter-Strike“ bei Amokläufen sowie den Ursprung von „Killerspielen“ zu lesen waren, wurden diese Umstände in anderen Artikeln korrekt dargestellt. Konkret werden von sieben gefundenen falschen Darstellungen drei in anderen Spiegel-Artikeln richtig wiedergegeben. Es wird beinahe der Eindruck erweckt, als ob man es dem Leser überlasse sich die ihm passende Wahrheit herauszusuchen:

1. „Counter-Strike“ als „Lieblingsspiel“ bei Erfurt

Quelle: Großes Treffen zum Killerspiel, SPON (Netzwelt) v. 19.05.2002.

Dagegen:

Obwohl die Untersuchungskommission, die den Massenmord aufklären soll, zwar befindet, dass Robert Steinhäuser „Tötungsroutinen aus Computerspielen“ verfolgte, aber auch klarstellt, „dass Robert Steinhäuser nicht die Nächte durch „Counter-Strike“ gespielt hat und „Counter-Strike“ kein Dauerbrenner von Robert Steinhäuser gewesen ist.“

Quelle: Hamann/Stöcker, Kopfschüsse und Kunstwerke, SPON (Netzwelt) v. 27.06.2009.

2. „Counter-Strike“ als „Lieblingsspiel“ bei Emsdetten

Quelle: Padtberg, Zu wenig Psychologen – zu wenig Kontrolle, SPON (Schulspiegel) v. 21.11.2006.

Dagegen:

ResistantX: […] 2. Spiele ich nicht CS, sondern mappe nur! (Natürlich teste ich sie in CS).“

Quelle: Ganz, counterstrike.de zum Amoklauf in Emsdetten, 4players.de v. 22.11.2006.

3. „FarCry 2“ bei Winnenden am Abend vor der Tat gespielt

Quelle: Amokläufer verbrachte Abend vor der Tat mit Killerspiel, SPON (Panorama) v. 14.03.2009.

Dagegen:

Laut der Polizei Waiblingen gibt es keine Beweise dafür, dass Tim K. den First Person Shooter “Far Cry 2″ am Vorabend des Amoklaufs gespielt hatte. Auch kann die vom “Spiegel” genannte Zeit des Ausschaltens des PCs nicht bestätigt werden.“

Quelle: Merkel ruft nach Amoklauf zu mehr Wachsamkeit auf, Reuters v. 15.03.2009.

4. Rollenspiel „Final Fantasy 7“ bei Tessin

Quelle: Klawitter, Letztes Stöhnen, Spiegel Special 3/2007.

Dagegen:

Es stellt sich heraus, dass die beiden vor der Tat den Film „Final Fantasy VII“ gesehen haben.“

Quelle: Diehl, Als zwei Buben zu Bestien wurden, SPON (Panorama) v. 12.07.2007.

5. „Counter-Strike“ gleiche Videosimulatoren zur Desensibilisierung

Quelle: Bornhöft/Brinkbäumer/Demmer u.a., 113 Kugeln kalte Wut, Der Spiegel 12/2009, S. 30 – 46.

Dagegen:

Falls Sie auf die Nutzung von Spielen beispielsweise für Ausbildungszwecke beim Militär anspielen – es taucht immer wieder die Aussage auf, dass durch Egoshooter Soldaten eine Tötungshemmung abtrainiert werde. Seriöse Belege gibt es dafür nicht, eher berechtigte Zweifel – übrigens auch an dem Grundkonzept einer menschlichen Tötungshemmung an sich, welches wissenschaftlich nicht unumstritten ist.“

Quelle: Quandt nach: Schwan, „Menschen sind keine Automaten„, taz.de v. 29.08.2011.

6. Nutzung von „Doom“ zur Desensibilisierung

Quelle: Es muss bluten, ist doch klar, Der Spiegel, S. 66 – 70.

Zwar:

Die wichtigste Funktion von Doom besteht darin, den Willen zu töten auszubilden, indem der Tötungsakt so oft wiederholt wird, bis er ganz natürlich wirkt.“

Quelle: Grossman/DeGaetano, Wer hat unseren Kindern das Töten beigebracht?, S. 91.

Doch (Bezugnehmend auf Grossman/DeGaetano):

Jedoch diente diese Version […] nicht, wie die Autoren es darstellen, für Zielübungen und zur Desensibilisierung der Rekruten […].

Quelle: Gieselmann, Der virtuelle Krieg, S. 24.

7. Ego-Shooter vom Militär erfunden – zur Desensibilisierung

Quelle: Brandt, Ballern für den Bachelor, UniSpiegel 4/2009, S. 32 – 33.

Dagegen:

Die immer wieder wiederholte Behauptung, die US-Armee habe Videospiele entwickelt, um ihren Soldaten die Tötungshemmung abzutrainieren, ist nachweislich erfunden.“

Quelle: Stöcker, Virtuell töten als Taliban, SPON (Netzwelt) v. 23.08.2010.

Der Forderung nach einer Richtigstellung könnte vielleicht entgegenhalten werden, dass die fehlerhaften Artikel teilweise älteren Datums sind und eine Korrektur daher kindisch sei. Doch wenn Archive der Öffentlichkeit zugänglich sind und anzunehmen ist, dass man bei Recherchen nicht zwingend sowohl auf die unzutreffende als auch auf die zutreffende Darstellung stößt, kann die Verbreitung der falschen Informationen nicht ausgeschlossen werden.

Die Beurteilung, ob es sich bei den beim Fehlern des Spiegels um Punkte handelt, bei denen eine Korrektur in jeden Fall geboten ist, hängt sicherlich auch vom Standpunkt des Betrachters ab. Viele Kleinigkeiten sind selbst für mich keine Erwähnung wert. Beispielsweise wenn über einen ProGamer in „Counter-Strike“ geschrieben wird, dass dieser „mit einem Maschinengewehr“ und „Dauerfeuer“ nacheinander „zwei, drei, fünf, zehn“ Terroristen abschießt. Professionell habe ich CS nie gespielt, doch ich gehe stark davon aus, dass es nicht das Maschinengewehr, sondern ein Sturmgewehr war, er kein Dauerfeuer, sondern Feuerstöße verwendet hat und bei einem 5 vs. 5 Matchup, was übrigens auch im Artikel erwähnt wird, nicht mehr als 5 Gegenspieler erwischt werden können – Um auf 10 Frags zu kommen hätte er schon auch noch sein eigenes Team, einschließlich seiner Person, über den Jordan schicken müssen. Ich habe auch Zweifel, dass die Gegner bei Moon „über ein Geländer in den Innenhof“ fallen, da dies bei CS 1.6 die Physik überfordern dürfte. Da ich jedoch nicht weiß, ob er 2009 vielleicht Mitglied des Source-Teams war, muss der Punkt offen bleiben. 

Bezüglich der sieben angeführten Punkte halte ich den Gedanken an eine Richtigstellung jedoch nicht für völlig abwegig, weshalb ich den Spiegel mit Mail vom 28.10.2011 allgemein auf die Unstimmigkeiten hingewiesen habe. Das Kontaktformular hat dabei eine interessante Eigenart: Korrekturen können allein Spiegel Online betreffend eingeschickt werden – Der Spiegel, dessen Artikel ebenfalls online abrufbar sind, scheint dies dagegen nicht nötig zu haben: Auf den Punkt „Korrekturen“ wird hier verzichtet. Nachdem auf meine Mail hin nichts passierte habe ich am 11.11.2011 jedes Ressort separat angeschrieben – wiederum ohne Erfolg. Die Fehler sind nach wie vor unkommentiert und in voller Pracht online abrufbar.

An dieser Stelle sei noch einmal auf die eingangs erwähnte Redewendung, irren ist menschlich, hingewiesen. Diese ist eine Verkürzung des Originals, das vollständig wie folgt lautet: „Errare humanum est, sed in errare perseverare diabolicum“. Zu Deutsch: „Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch“.

16 Gedanken zu “Perpetuiertes Stigma

  1. Na, teilweise hast du aber unterschiedliche Medien miteinander verglichen. Z. B. Punkt 5, Taz mit Spiegel. Da kann man nicht sagen, der Spiegel hätte seinen Fehler korrigiert, weil in der Taz ein anderer Artiekl erschienen ist. Vielleicht sieht der Spiegel den Artikel nicht als Fehler.

  2. Dort steht ja auch dass „von sieben gefundenen falschen Darstellungen drei in anderen Spiegel-Artikeln richtig wiedergegeben“ wurden. Also 3 von 7 und nicht 7 von 7. Und zu den anderen 4 Fällen:
    3. Wenn die Polizei die Erkenntnise vom Spiegel als falsch bezeichnet, wird man das wohl beachten müssen.
    2. Wenn der Täter selbst schreibt, dass er CS nicht spielt, dürfte das ebenfalls von Interesse sein.
    5./6. Da hat der Spiegel tatsächlich eine andere Meinung, steht damit aber recht allein da. „Belege“ abseits von Grossman sind mir nicht bekannt.

  3. äh wegen 10 Frags in CS: Warst du noch nie auf so einem 32-Slot-Public-server? Da gehen sogar 16 Frags in 1 Runde oder mehr (bei ungleichen Teams) und das man da mit Dauerfeuer mal 10 Gegner abräumt ist angesichts der unfähigen Idioten, die sich bevorzugt auf solchen Servern herumtreiben auch nicht gerade unwahrscheinlich – kein „vernünftiger“ CS-Spieler würde sich ein 16vs16 antun, maximal mal kurz weil kein anderer guter Server erreichbar ist oder dort was frei ist… schon bei 8vs8 hört der Spaß auf den meisten Maps einfach auf und man rennt wirklich mit dem MG (des Ding das am meisten Munition dabei hat… weil bei 16vs16 wird das Ding wieder interessant) und dauefeuer durch die Pampa.

  4. @maSu
    Natürlich weiß ich, dass auf einem public größerer Teams üblich sind. Bei Eevents sind es aber afaik meistens 5 vs. 5, was ja auch so im Artikel steht. Genauso weiß ich, dass es ein Maschinengewehr im Spiel gibt – bei Pros ist das aber wohl kaum die erste Wahl. Ich wollte da eher zeigen, dass offenbar bei jedem Detail etwas übertrieben wird:
    – Sturmgewehr reicht nicht, es muss ein Maschinengewehr sein (In CS möglich, aber eher fernliegend).
    – „Normal“ schießen ist ebenfalls nicht reißerisch genug, es muss ein Dauerfeuer sein (Ebenfalls möglich, bei einem, der es kann, aber eher zweifelhaft).
    – Umfallen erledigter Gegenspieler ist auch ungenügend, sie müssen über ein Geländer in ein Hof purzeln (In CS 1.6 habe ich Zweifel, bei CSS geht es vielleicht sogar).
    – 2,3,5,10 Frags – Auf einem Public möglich, im Turnier scheitert es schon an der Teamgröße.
    Abgesehen davon, sind das ja die Kleinigkeiten, die ich dem Spiegel sowieso nicht vorwerfen will, da es wohl bloß kleine Übertreibungen sind.

  5. Eigentlich ein interessantes Thema und ein Aufgreifen ist sicherlich sinnvoll, allerdings musst du aufpassen: Denn in dem Blogartikel vergleichst du nicht mehr nur unterschiedliche Medien (siehe Icarus) sondern nimmst Zitate aus einzelnen Werken. Ich wage sogar zu behaupten: Zu solchen Aussagen wirst du IMMER eine Gegenmeinung finden, die im Titel des Buches oder des Artikels sehr wissenschaftlich klingt. Die Frage ist: Was steckt dahinter?

    Das Steinhäuser nicht CS gespielt hat, dass ist soweit klar. Ob man Zitate aus Internetforen allerdings als Beweis dafür nehmen kann, dass jemand etwas nich getan hat, wird schwierig. Denn schließlich können solche Zitate auch ganz prima lügen. Da würde ich ein bisschen mehr aufpassen.

    Zudem kommt dazu, wie du selbst auch schon hast anklingen lassen, dass die Artikel zum Teil schon mehr als fünf Jahre alt sind. Eine nachträgliche, auffällige Korrektur wäre jetzt schon nicht mehr ganz „zweckmäßig“ (wenngleich eigentlich nötig) und würde Arbeitsressourcen verschlingen, bei denen nicht klar ist, ob es sich im Endeffekt „lohnt“. Da ist eine kurze, heimliche Korrektur besser.

  6. @Nania
    Das Problem bei manchen Informationen wie „Täter von Erfurt spielte CS“ ist eben, dass diese sich auch heute noch in den Medien halten. Zuletzt wurde bei Winnenden wieder gesagt, dass auch die Täter von Erfurt und Emsdetten CS gespielt haben. Das ist leider auch nicht nur ein lustiger Fehler, sondern auch etwas, was praktische Konsequenzen hat. So wären die IFNGs in Nürnberg, Stuttgart und Karlsruhe sowie die Convention-X-treme sicherlich nicht verboten worden, wenn die Medien nicht schon wieder falsche Zusammenhänge zwischen CS und Amokläufen hergestellt hätten. Und solange sich in den Archiven unkommentiert die falschen Aussagen finden, werden diese bei neuen Taten wiederum von Journalisten gefunden und übernommen werden.

    Wegen deiner Ratschläge bin ich dir im übrigen dankbar, ich meine sie aber schon beherzigt zu haben:
    – Wegen des „Tötungstrainings“: Ich hatte mir bei einer früheren Angelegenheit schon von der Spiegel-Dokumentation die angeblichen Quellen mitteilen lassen: Ausnahmslos Murks. Es wurden schlicht Artikel zitiert, die Aussagen von Grossman nicht verstanden haben. Die sind wirklich in dem glauben, dass US-Soldaten für den Vietnamkrieg(!) mit Ego-Shootern trainiert worden wären. Grossman schreibt in seinem Buch von „Simulations“, womit er aber das „echte“ Schießtraining und kein virtuelles meint.
    – Wegen Emsdetten hatte ich vor einiger Zeit auch bei der Staantsanwalt nachgefragt, doch diese hat verständlicherweise keine Kapazitäten um die Akten nach dieser Information zu durchsuchen. Das Zitat des Täters mag dünn sein, aber ignorieren kann man es auch nicht.

  7. Ich würde gerne sowas wie bildblog2 aufbauen wo man klare Fehler melden und dokumentieren kann. So eine Art Ächtungswand für Print und Online-presse. Als Privatperson wird man aber sicher abgemahnt und darf dann bis zum Tode von hartz4 leben.

    Ich wollte nur nachweisliche Fehler und Schlampereien auflisten und jeder mit einem Presseausweis und auch anonyme Bürger hätten (in getrennten „Gruppen“) voten können. Dann würde sich vielleicht schneller mal selber Mitdenken und Anstand oder Recherche oder Feedback durch Testleser breit machen als bisher. Das Forum und die Leser wissen mehr als der Redakteur. Dann lasse ich doch die die Arbeit machen indem Aussagen o.ä. Testlesern vorgelegt werden und gebe bessere Artikel ab als die Kollegen. Für Tippfehler und unklare Formulierungen geht das perfekt. Aber Testlesen gibts wohl nicht mehr in vielen Online-Publikationen. Word hat doch eine gute Rechtschreib-Prüfung.

    Inhaltliche Probleme wollte ich herauslassen, weil bis heute keiner weiss, von dem die Schwarzen Kassen kamen oder ob er wirklich Stasi-Informant war. Aber eigene Gegendarstellungen wie hier dokumentiert werden, sind natürlich sehr gut geeignet und würden den diffamierten Opfern eine Plattform bieten.

    Programmiert wäre das zwar schnell, abgemahnt oder verklagt wie SpickMich, Wikipedia oder meinbus noch schneller.

  8. Ohne Zweifel wird in einigen Artikeln Unsinn geredet.
    Aber es wird sich auch zu sehr an irgendwelchen Kleinigkeiten aufgegeilt.

    Wenn ein Militärpychologe sagt
    „man könne sich am PC die natürliche Tötungshemmung regelrecht abtrainieren“

    was soll dann der Spiegel dann anderes schreiben? Dem Mann falsche Worte in den Mund legen nur weil es evtl. Unsinn sein könnte?

    „Counter-Strike soll das Lieblingsspiel von Robert Steinhäuser sein“

    Man beachte das kleine Wörtchen „soll“. Vermutung, nicht Behauptung

    Man muß zur Ehrenrettung des Spiegels sagen, daß sie überwiegend Neutral, manchmal sogar Positiv zu diesem Thema Berichten. Warum wird das nicht mal kurz erwähnt?
    Es wird, wie schon Eingangs erwähnt, auf ein paar Kleinigkeiten herumgeritten und dem Spiegel per se unterstellt, absichtlich falsche Tatsachen zu verbreiten.

  9. @Raging Bull

    Das Problem ist, dass scheinbar konsequent die Leute gesucht werden die solche Meinungen haben. Man sucht also nicht EINEN Psychologen, sondern einen solchen der die eigene Meinung bestätigt (offenbar). Man geht also nichtmal darauf ein, dass das Thema durchaus kontrovers diskutiert wird.

    Das mag an einer Vorgefassten Meinung des Journalisten liegen, oder daran, dass besagter Psychologe als Experte gilt nur weil ihn ständig andere Medien zitieren (weil er eben solche Aussachen liefert). Ich mein, nen Artikel mit: „Ja kann sein, kann aber auch nicht, kommt auf den Einzelfall an“ hat halt nunmal keinen Zündstoff…

    Eine Ruhmesblatt in journalistischer Hinsicht ist so etwas jedenfalls nicht für den Journalisten. Da fasst man sich erst recht an den Kopf wenn man an anderer Stelle sieht, dass man sachlich berichten könnte wenn man denn wollte.

  10. @Raging Bull
    Journalisten sollten sich vielleicht nicht mit der Schilderung des ersten dahergelaufenen „Experten“ zufriedengeben, sondern mal kurz gegenchecken, ob das wirklich angehen kann.

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