„Runder Tisch“ bei EA

Als Reaktion auf die offenen Briefe von theOrigin und dem VDVC wurde von EA am Freitag zum „runden Tisch“ in Köln geladen. Als Diplomjurist habe ich Patrik vom VDVC begleitet um etwas Fachwissen einbringen zu können, da Origin ja nicht nur ein tatsächliches sondern vor allem auch ein rechtliches Problem zu sein schien. Weil ich selbst viel Wert auf Transparenz lege noch kurz ein Hinweis auf die finanziellen Hintergründe: EA hat die An- und Abreise wie auch die Übernachtung sowie die Verkostung bei und nach dem runden Tisch (Bei mir einen Burger, ein Wasser und ein Weizen) bezahlt.

Für alle, die den runden Tisch als „PR-Stunt“ EAs ansehen muss somit zumindest klar sein, dass das ein teurer gewesen wäre. Ich war mir anfangs nicht sicher, ob ich über das Treffen auch einen Bericht schreiben sollte, bin aber nach denen von GameStar, des VDVCs und theOrigin zum Schluss gekommen, dass mir einige Komponenten zu kurz gekommen sind, die ich hier doch noch gerne ansprechen möchte.

Zunächst zur Natur des Treffen selbst: Im Vorfeld macht man sich natürlich eine Reihe von Gedanken, mit welchen Erwartungen man zu solch einer Veranstaltung geht. Neben dem Umstand, dass viele Forderungen – wie z.B. eine Optionalität von Origin – für EA sicherlich nicht verhandelbar sein werden und damit als realitätsfern anzusehen sind, kommt noch ein weiteres Problem dazu: Wer hat uns legitimiert hier für die Gamer zu sprechen, tun wir das bzw. was wollen die Gamer überhaupt? Es gibt schließlich nicht wenige, die sich mit Diensten wie Steam, bei denen ähnlich wie bei Origin ohne eine zwingende Onlineauthentifizierung das Spiel nicht genutzt werden kann, arrangiert haben. Man betont die angeblichen Vorteile, die meist jedoch nicht mit dem Zwang der Kontenbindung stehen und fallen. Die andere Extremposition existiert freilich auch: „Origin soll nicht legitimiert werden, sondern sterben“ ist beispielsweise ein Kommentar, der sich bei theOrigin findet. Es besteht somit eine gewisse Unsicherheit ob man wirklich das einfordert, was den Gamern mehrheitlich am Herz liegt.

Daneben geht auch die Bezeichnung des Treffens als „runder Tisch“ im Grunde fehl. „Runder Tisch“ bedeutet, dass die Teilnehmer sich gleichberechtigt um eine gemeinsame Lösung, einen Kompromiss, bemühen. Ich mache mir natürlich keine Illusionen darüber, dass die Position eines Publishers wie EA etwas stärker als die der potentiellen Kunden ist – ansonsten gäbe es keinen Verbraucherschutz – doch im Vorfeld des Treffens war ich noch zuversichtlich, dass man zumindest bei einigen grundlegenden Punkten – wie das unzulässigen und rechtswidrigen Vertragsbestimmungen verwendet werden – Zugeständnisse von EA erwarten dürfte. Letztendlich ist dieser Standpunkt jedoch so selbstverständlich, dass man allein deswegen nicht anzureisen bräuchte. Vor Ort wurden wir jedoch fairerweise gleich zu Beginn darüber aufgeklärt, dass EA hier nach dem Motto „Listen and Learn“ verfahren werde. Man werde sich die Sorgen der Spieler allein anhören, jedoch werde es keinerlei Entscheidungen oder Zusagen geben. Auch wenn dies in dieser Absolutheit etwas enttäuschend ist, dürfte es wohl die realistischste Einstellung sein: Die EA GmbH in Deutschland ist nun mal nicht der amerikanische Originalkonzern und auch sonst dürften Entscheidungen dieser Größenordnung wohl kaum aus einer Laune hinaus übers Knie gebrochen werden. Der „runde Tisch“ fand somit nicht nur tatsächlich (er war eckig), sondern auch inhaltlich nicht statt. Ausnahme von dem „Zuhören“-Grundsatz waren der zugeschaltete technische Verantwortliche sowie der anwesende Rechtsanwalt EAs, die wenn gefragt, Auskünfte über die tatsächlichen oder rechtlichen Hintergründe geben sollten.

Im Folgenden möchte ich mich weniger an einem Transskript des Treffens versuchen, sondern für die Community erläutern, welche Punkte wir EA gegenüber angesprochen und vorgetragen haben. Die Reaktion EAs, die weitgehend allein aber immerhin in einem aufmerksamen Zuhören sowie in dem Anfertigen von Notizen bestand, werde ich dabei größtenteils aussparen.

1. Optionalität von Origin

Speziell von den Jungs von theOrigin wurde betont, dass es nicht angehen könne, dass derjenige, der sich ein Spiel illegal besorgt – angelehnt an die EA-Terminologie – ein besseres Spielerlebnis als derjenige habe, der den Titel legal erwirbt. Von daher sollte insbesondere hinsichtlich des Singleplayers eine Onlineauthentifizierung bzw. Verbindung mit einem Origin-Account zur Nutzung des Spieles nicht zwingend, sondern freiwillig sein.

2. Kein Verfallen von Inhalten

Anders als Steam gibt EA keine Garantie dafür, dass die verkauften Produkte auch nach dem Ende der jeweiligen Vertriebsplattform noch nutzbar sind. In der offiziellen FAQ heißt es dazu:

Q: What happens if EA goes out of business?
A: Origin is powered by EA, the leading publisher of the world’s best games, and we’re not going away anytime soon.

Jedoch braucht EA gar nicht pleite zu gehen um die Kunden zu enteignen. Als Origin eingeführt wurde, wurde eine Reihe von DLCs, die vor weniger als zwei Jahren erworben wurden, unbrauchbar. Die Auskunft des Supports lautete hierzu lapidar:

Ich möchte Sie darüber informieren, dass Sie einen Code zu einem Spiel einlösen möchten, das vor September 2009 erschienen ist. In diesem Fall ist es nicht möglich, den Titel als digitalen Download [in Ihrem Origin-Account] einzurichten.“

Patrik vom VDVC hatte daher insistiert, dass auch ohne eine Pleite von EA Spiele dauerhaft nutzbar sein und nicht „verfallen“ sollten.

3. Optionalität des Ausspionierens

Während bei Steam – die explizite Nennung wurde von Gamerseite peinlich vermieden und stattdessen von einem Konkurrenzangebot gesprochen, bis aus der Ecke von EA das Wort in den Mund genommen wurde – die Erhebung von Daten freiwillig und für den Benutzer erkennbar ist, geschieht sie bei Origin heimlich, zwingend und ohne konkrete Zustimmung des Kunden. Allein in der Origin-AGB ist der Passus versteckt, dass Spielerstatistiken und Spielerverhalten eventuell, möglicherweise oder unter Umständen erfasst werden würden. Hier wurde Robert von theOrigin nicht müde zu betonen, dass er als Spieler die Wahl haben möchte, ob seine Daten von EA herangezogen werden und er somit eine Art kostenloses Qualitätsmanagement liefert. Damit Spieler die Übermittlung von Hardware oder Analysen ihres Spielverhaltens gestatten, könne Origin diesen ja für ihre Daten ansonsten nur kostenpflichtig erhältliche DLCs schenken oder diese früher zugänglich machen. In diesem Zusammenhang fiel auch der von der GameStar etwas aus dem Kontext gerissene Vorschlag, dass man „gläserne“ Origin-Accounts pauschal mit Vergünstigungen belohnen könne, sofern eben noch ein Account angeboten werde, bei denen die Übermittlung von Daten abgelehnt werden könne.

4. Aufklärung: Was tat/tut Origin

Es herrschte Einvernehmen darüber, dass Origin im Moment nicht mehr Rechner und Peripherie, wie z.B. auch das Adressbuch angeschlossener Handys, scannt, wie es das nach bezeugen der Leute von theOrigin in der Vergangenheit getan hat. Diese hatten zum Teil am eigenen Leibe bzw. Rechner erfahren, dass auf der Festplatte vorhandene ältere EA-Titel, die auch nicht bei einem EA-Konto registriert waren, nach der erstmaligen Installation des Origin-Clients von diesem als installierte EA-Spiele aufgelistet wurden: Ohne einen Scan könne dies nur schwerlich möglich sein. Sowohl von den Anwesenden wie auch dem zugeschalteten Greg wurde dann schließlich eingestanden, dass der Origin-Client, wie auch dessen Berechtigungen, seit der Beta mehrfach verändert worden seien. So sei auch erst im Nachhinein die Berechtigung des Clients auf „Origin-data only“ gesetzt worden. Das geschilderte Verhalten des Clients wurde aber weiterhin als nicht beabsichtigt dargestellt. Jedoch wechselten die Auskünfte schließlich von dem Bekunden dass man glaube, dass er es nicht tue über „sollte nicht passieren“ zur der Bereitschaft zu prüfen, ob man dieses als Bug dargestellte Verhalten mit einem älteren Client reproduzieren könne. Besonders merkwürdig ist in diesem Zusammenhang gewesen, dass für dieses offenbar überraschende Verhalten des Clients in der Eula die Zustimmung des Benutzers eingeholt wurde. Dies sei nach EA als Zufall zu betrachten, wobei man dann die Frage, ob sich die Geschichte durch „Pfuscherei“ erklären ließ, empört zurück wies. Die Untersuchung der c’t kommt somit im Übrigen auch wenig Bedeutung zu, da diese offenbar eine kastrierte Client-Version getestet hat.

5. Transparenz der AGB-Änderungen

Ebenso wie beim Origin-Client, wurden auch die Origin-AGB seit Release mehrfach heimlich verändert. Der Benutzer wurde weder nach seiner Zustimmung zu den neuen AGB gefragt noch allgemein darauf hingewiesen, dass diese ausgetauscht wurden. Hier wünschten sich die Gamer eine Mitteilung an den Kunden, wie sie gesetzlich im Übrigen auch vorgeschrieben ist. Darüber hinaus wurde angemerkt, dass man sich auch bei Ablehnung der neuen AGB wünsche, dass das Spiel weiter genutzt werden könne. So könne es nicht angehen, dass man bei früher erworbenen Spielen, die für den Multiplayer damals nur einen EA-Account brauchten, sich nun den Origin-Client auf die Platte laden und das alternativlose Protokollieren seines Spielverhaltens dulden müsse.

6. Keine Verknüpfung von Foren und Origin-Account

Zur Reihe der von EA gebrochenen Versprechungen: 2009 wurde seitens EA versichert, dass der Foren-Account nicht mit dem EA-Konto bzw. dem Origin-Account verknüpft werde. 2011 besteht nun die Situation, dass derjenige, der im Forum gebannt wird, auch den Zugriff auf Origin und alle dort registrierten Produkte verliert. Wie von den anwesenden Verantwortlichen bestätigt ist dies tatsächlich der aktuelle Zustand. Betroffen von solchen Banns sollen übrigens nicht nur Leute sein, die sich im Forum über Origin beschwerten, sondern auch welche, die technischen Fehlern zum Opfer fielen. Ironischerweise war auch der Account eines GameStar-Redakteurs betroffen, nach dem diese kritisch über Origin berichtet hatte. In diesem Fall sei der Bann erfolgt, weil irrtümlich zuviel Verbindungsversuche zu Origin festgestellt worden seien. Bei solchen irrtümlichen Banns besonders problematisch: Mit den Zugriff auf Origin geht auch der Zugriff auf den Support verloren, so dass man sich auf diesem Wege nicht mehr bemühen kann seinen Account zurück zu bekommen.

7. Freischaltung auch von im Ausland gekauften Keys

In der Community wurde nach einigen Berichten, wonach beispielsweise in Russland gekaufte Keys nicht akzeptiert wurden, angenommen, dass allein in Deutschland gekaufte Keys von Deutschland aus bei Origin aktiviert werden könnten. EA klärte dies schnell auf: Ausländische Keys würden akzeptiert werden: Die geschilderten Fälle seien darauf zurückzuführen, dass diese gestohlene Keys bzw. durch Kreditkartenbetrug erworbenen Keys betreffen würden. Das sei rechtlich zwar zulässig aber vielleicht etwas unglücklich, da der Käufer eines Keys nach bzw. bei der Sperrung nicht darauf hingewiesen wird, dass der von ihm gekaufte Key ein illegaler war. Hier hätte man sich mehr Kommunikation durch EA gewünscht.

8. Keine Verwendung illegaler AGB-Klauseln

Seitens der Gamer wurde allgemein viel Wert darauf gelegt, dass nicht nur die mittlerweile mehrfach überarbeiteten Origin-AGB, sondern auch die restlichen Texte deutschem Recht entsprechen. So muss für die Nutzung einen EA-Spiels nämlich zunächst ein EA-Account erstellt werden, der Origin-Client bezogen sowie den Datenschutzbestimmungen und die der Spiel selbst beiliegenden EULA zugestimmt werden. Insgesamt muss somit vier unterschiedlichen Vertragswerken zugestimmt werden, von denen abseits von Origin alle offenkundig Mist sind. So wird beispielsweise entgegen dem geltenden Recht jegliche Gewährleistung ausgeschlossen, Persona und IP als nicht personenbezogenes Datum angesehen, weder für die dauerhafte noch überhaupt für die Brauchbarkeit des Produkts eingestanden, für keinerlei Schäden gehaftet und der Gerichtsstand ins Ausland verlagert. EA gab darauf an, dass man derzeit damit beschäftigt sei diese Punkte abzuarbeiten. Auf die Frage, warum es ein Unternehmen mit mehr als 3 Mrd. Umsatz nicht fertig bringe rechtskonforme AGB zu formulieren bzw. sich in der Vergangenheit offenbar nicht dafür interessiert hat, konnte leider keine befriedigende Antwort gegeben werden. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest die Abmahnung der Verbraucherzentrale, die unter anderem einfordert, dass die AGB – wie es das deutsche Recht verlangt – schon beim Kauf bekannt sind, nun für die nötige Sensibilität gesorgt hat.

9. Mangelnde Anonymisierung

Man legt auch sehr viel Wert darauf, dass die meisten Daten von dem amerikanischen EA gespeichert werden, und nicht von der deutschen EA GmbH. Mir und anderen, die an der „Battlefield 3“-Beta teilgenommen haben, wurde von der EA GmbH nach einem Ersuchen mitgeteilt, welche Daten man (ohne Einwilligung) gespeichert habe. Dabei die scheinbar anonymisierte IP, die man nach Auskunft von EA nicht auflösen könnte, weil ein md5-Hash gebildet wurde. Dieser kann jedoch zurückgerechnet werden, was zu meiner Überraschung sogar bei den Anwesenden zu einer erkennbaren Bestürzung geführt hat. Womöglich deswegen, weil man hier selbst und nicht der US-Kollege betroffen ist.

10. Kein Englisches Recht

Entgegen dem GameStar Artikel hatte nicht Patrik, sondern ich gefragt, wie ernst es um das Anliegen EAs bestellt sei den deutschen Gesetzen zu entsprechen, wo auch in der aktuellen Origin AGB steht, dass englisches Recht gelte. Ich hatte ferner darauf hingewiesen, dass diese Bestimmung inhaltlich bzgl. des Verbraucherschutzes nicht wirksam sei (Art. 6 Abs. 2 Rom-I-VO), was auch seitens des Rechtsanwalts eingestanden wurde. Man meinte aber, dass die Klausel, dass englisches Recht gelte, obwohl deutsches Verbraucherschutzrecht gilt, dennoch zulässig sein könnte. Bei der Frage warum man sowas reinschreibe wurde darauf verwiesen, dass man eben ein internationaler Konzern sei. Für mich erweckt dies eher den Eindruck, dass man Kunden davon abschrecken möchte ihre Rechte durchzusetzen. Auch Jens Uwe Intat von EA schien von dererlei Taschenspielertricks nicht sonderlich angetan und kündigt an sich in die Angelegenheit einzuschalten.

11. Demos für PC-Spiele

Umfragen von theOrigin hatten ergeben, dass immerhin 1/3el der Spieler auf illegale Versionen zurückgreifen um beispielsweise zu testen, ob ihre Hardware der Engine gewachsen ist. Tatsächlich würden viele Gamer sich im Nachhinein auch das Original kaufen. Diesen Umstand, dass Spieler, die sich vor einem Kauf bloß informieren wollen, durch das Fehlen von Demos in die Illegalität gedrängt werden, würde man seitens theOrigin gerne begegnen. Und zwar mit der Bitte an EA zukünftig wieder vermehrt Demos für den PC anzubieten. Dieser Anfrage wurde entgegengehalten, dass die Entwicklung von Demos kosten- und zeitintensiv sei und daher oftmals nicht mehr möglich wäre. Demos für Konsolentitel gibt seltsamerweise schon, was EA mit einem lakonischen Statement erklärte: Konsolen-Demos seien gegenüber PC-Demos priorisiert. Die anfängliche Frage in die Runde, welche Plattform die EA-Vertreter persönlich nutzen, hatte übrigens ergeben, dass maßgeblich Konsoleros zugegen waren.

12. Entschuldigung

Im Übrigen forderte Sven, dass man auch nach außen zur gewonnen Erkenntnis über die Origin-Angelegenheit – „Das war ein Mist“ – stehen und sich entschuldigen solle. Da wie gesagt keine Zusagen oder Entscheidungen gemacht werden konnten, konnte auch keine Entschuldigung oder die Zusage einer solchen erfolgen.

Ich hoffe euch hiermit einen kleinen Einblick in die wesentliche Punkte geboten zu haben, die wir an EA herangetragen haben und bzgl. derer EA nun beraten kann. Der Ball liegt jetzt bei denen und es wird sich zeigen, ob man sich zu einer Entschuldigung und vielleicht auch inhaltlichen Änderungen durchringen kann. Mein persönliches Ziel, dass EA zumindest zusagt deutsches Recht einzuhalten, konnte ich freilich nicht erreichen. Auch blieb größtenteils offen welche Daten jetzt warum erhoben werden, was Patrik zur folgenden Aussage motivierte: „Ich weiß immer noch nicht, warum Origin meinen Namen braucht“. Die Konkurrenz kommt beispielsweise ohne aus und belässt es bei der Angabe eines Nicks und einer Email-Adresse. Selbst die Bezahlung ist dort anonym möglich. Nichtsdestotrotz hat sich EA glaubwürdig darum bemüht uns Spieler und unser Anliegen ernst zu nehmen, was man dem Unternehmen hoch anrechnen sollte.

30 Gedanken zu “„Runder Tisch“ bei EA

  1. Liest sich aus EA-Sicht wie: „Wir probieren mal mit so einem Tool durchzukommen, das hoffentlich alle zähnknirschend akzeptieren werden, die unsere Spiele spielen wollen, obwohl wir wissen, dass es gegen örtliches Recht verstößt und unverschämt dreiste Dinge tut.“
    Wenn sich nach dem Runden Tisch und der Klage der Verbraucherzentrale tatsächlich etwas zum Besseren wendet, dann wäre das ein schöner Sieg für die Gamer und ein Epic FAIL für EA.

  2. Legitimiert hat dich dein Wissen als Diplomjurist. Ein Großteil der Gamer wird sich gar nicht erst Gedanken über Origin machen bzw. es ist ihm egal. Entsprechend sähe dann auch eine Abstimmung darüber aus. Und so eine Abstimmung der Unwissenheit möchte ich auch gar nicht erleben.
    Wenn ich den Artikel richtig gelesen habe, dann bewegt sich Origin nicht nur auf dünnem rechtlichen Eis, sondern ist schon knietief eingebrochen. Da wäre mir eine Entschuldigung seitens EA zu wenig, selbst wenn das sehr untypisch für die Branche wäre.

  3. Was ich vergessen habe zu schreiben: Die meisten der Verantwortlichen von EA waren Konsolenspieler. Da verwundert es dann auch nicht wenn gesagt wird, dass Konsolen-Demos Priorität haben und für PC-Demos kein Geld mehr über ist. Aber zumindest beim Weiterverkauf werden jetzt auch die Konsolenspieler verarscht: Der Code, mit dem bei Konsolentiteln der Onlinemodus aktiviert werden muss, kann ablaufen:
    http://www.gamestar.de/news/branche/2562685/electronic_arts.html

  4. Hab ich’s nicht gesagt?
    .
    An der Stelle der c’t – Redaktion würde ich mich für so einen Stunt schön bedanken. Am besten mit einem freundlichen Artikel.

  5. es macht keinen Spass, sich noch ein Spiel, sei es für den PC oder die Konsole von EA zuzulegen. Diese Gängelei durch den Publisher wird ja immer schlimmer.

    Die Daten, die Origin sammelt und gemäß EULA mit personenbezogenen Daten verknüpft, werden offensichtlich für Werbung oder Marktforschung verwendet. Das geht in Deutschland nach dem Datenschutzgesetz aber nun einmal nicht unfreiwillig. Den Mutterkonzern interessieren die lokalen Gesetze nicht. Wo soll das nur hinführen?

  6. Pingback: Origin: Gesammelte Berichte | VDVC

  7. „Nichtsdestotrotz hat sich EA glaubwürdig darum bemüht uns Spieler und unser Anliegen ernst zu nehmen“
    äh… nö. So wie ich das oben alles gelesen habe und auch beim VDVC usw. sieht es eher danach aus, dass EA nur was sucht um die Gamer zu beruhigen aber dann genau so wie jetzt weiter zumachen. Ich werde mir kein Spiel mit Origin kaufen und auch sonst kein EA Spiel mehr!
    .
    Happy Coding.

  8. @Roland_09
    Was hast du gesagt? Was soll das hier beweisen?
    Schon das anfangsvideo das irgendwie beweisen sollte das origin „trojanert“ war für jeden menschen mit ein bisschen technik verständniss absoluter blödsinn.

    Selbiges video kann man auch mit steam nachstellen komplett mit „lexmark/steuerklärung/2009/WichtigePrivateDaten“ ordner das geht alles wenn man will, sich blöd genug anstellt und eigentlich keine ahnung hat wie software nunmal funktioniert.

    Mir ist auch unklar was denn nun wieder für addressbücher von angeschlossenen handys irgendwo gescannt wurden. Auf theOrigin kann ich dazu nix finden, das einzige was ich dort finde ist dies: http://www.theorigin.de/wordpress/?p=1872#more-1872

    Aber das ist immer noch der übliche blödsinn das sich leute mit wenig technik verständniss darüber aufregen das ein programm etwas macht das es nunmal tun soll. Und das dutzende andere programme jeden tag genauso auf den selben rechnern machen….

    Die EULA und das weiterverkaufen der nutzungsdaten, das ist eine eklige sache wo druck gemacht werden muss da stimme ich zu. Aber diese „omg EA spioniert die nacktbilder meiner freundin aus!“ panikmache ist fern jeglicher realität und zeigt nur das sich einige menschen selbst für zu wichtig nehmen.

    Was sollte EA mit so viel nutzlosen persönlichen informationen machen? Bzw. wer wertet dies unvorstellbaren mengen an datenmüll nach „nützlichen infos“ aus wenn jeder origin computer „komplettgescannt“ wird?

    Weil wirklich wertvolle persönliche infos auf einem rechner finden/sammeln ist in der regel mühevolle handarbeit (wenn man ein abbild des rechners hat) oder aber man automatisiert es aber dann würden die prozesse sofort auffallen wie bei jedem trojaner nunmal auffällt.

    Die behauptung das „nur EA wüsste was origin wirklich macht weil nur EA den quellcode hat“ ist eine die nur leute aufstellen die keinerlei technisches verständniss und zu viel „hackers“ gesehen haben.

    So viel müsste den leuten doch wohl klar sein nachdem der CCC erst vor kurzem in feinster manier den (schlampigen) staatstrojaner zerlegt hat obwohl dort niemand den quellcode bekommen hat. Und der war nun wirklich darauf ausgelegt sich zu verstecken und wichtige persönliche daten zu sammeln…

  9. Übrigens in anberacht meines letzten kommentars (klärt mich auf wenn ich irgendwo die erleuchtung verpasst habe das Origin meine nacktbilder in die USA schickt) finde ich die schlagzeile für diese news auch etwas reisserisch… aber das kennen wir gamer ja zu genüge von den spielegegnern.

    Angst verkauft sich und sorgt für pagehits, eigentlich sollten wir da etwas besser und neutraler sein als die leute über die wir uns sonst bei sowas aufregen :/

    Wie gesagt die EULA und das blanko verkaufen und weitergeben der nutzerdaten (nicht verwechseln! das sind die daten von eurem origin account die ihr dort eingebt und wohl übliche annoynme nutzungsstatistik für software auf dem rechner) das ist eine sauerei, darüber sollten wir sauer sein und etwas gegen tun.

    Aber ich kann diese reisserische panikmache und hetzerei (egal gegen was oder wen) von leuten die oft keine ahnung haben worüber sie reden nicht mehr sehen. Das ist fast schon so schlimm als wenn so manchem K-spiele gegner zuhört der uns mal wieder erzählen will die schulmädchen rennen durch counter strike und geben doppelte punkte…

  10. @Densor
    Das mit dem Handy wurde beim Gespräch vorgebracht. Ich selbst glaubte zwischenzeitlich, dass Origin nur ein rechtliches (Da die Eula Schnüffeln gestatten sollte), jedoch kein tatsächliches Problem gewesen ist. Mittlerweile bin ich mir da nicht mehr ganz sicher, aber ich bin geneigt zu glauben dass schlimmstenfalls bloß ungefragt die Platte nach Installationen von EA-Spielen, und nicht nur – wie es wohl mittlerweile der Fall ist – der Origin-Ordner gescannt wurde. Dabei wurden wohl hoffentlich auch keine Daten übermittelt, doch allgemein zeugt die Angelegenheit von wenig Fingerspitzengefühl. Die Aufregung hätte sich wohl vermeiden lassen, wenn EA die Funktion von origin transparenter kommuniziert hätte.

    Ich glaubte im übrigen einen zurückhaltenden Titel gewählt zu haben – so unterschiedlich sind eben subjektive Empfindungen. Und ansonsten wollte ich mit diesem Beitrag gerade zeigen, dass es bei dem Treffen nicht nur um die Zugriffsrechte von origin ging. Falls du es nicht bemerkt haben solltest: Da sind 12 Punkte, von denen nur einer das betrifft, was du als Panikmache und Hetzerei charakterisierst. Dabei wird in dem Punkt imho nicht übertrieben, sondern nur Aufklärung über das Verhalten des Clients gewünscht.

  11. @Rey Alp

    ICh will jetzt wirklich keine neue PC-ler vs. Konsoleros Debatte lostreten, aber der Markt für Konsolenspiele ist heutzutage einfach größer als der PC Markt. Das hat imo nix mit der Einstellung der Mitarbeiter (schon gar nicht in D bei nem US Unternehmen) zu tun. Ich finds gut, dass sich EA überhaupt die Mühe gemacht hat Leute anzuhören. Das da am Ende nicht viel rauskommen kann, weil beim den meisten Punkten der Mutterkonzern das Sagen hat ist verständlich. Hoffe es kommt bei dem ein oder anderen Punkt aber doch was raus

  12. Pingback: Stigma Videospiele – Runder Tisch bei EA | theorigin.de

  13. @El Konsolero
    Vorallem dürfte er wegen der zugänglicheren Hardware „einfacher“ sein. Es ist nur eben subjektiv einfach etwas ernüchternd, wenn einem schlicht gesagt wird, dass man nicht mal mehr wichtig genug für eine Demo sei…

  14. Schöner Artikel, sehr übersichtlich.
    Die Stirn runzeln musste ich allerdings ein wenig bei der Geschichte mit md5. Es liest sich hier so als könnte jeder Trottel einfach mal ne Datenbank voll mit md5 klauen und hätte jetzt auf alles Zugriff. Der „überschaubare Aufwand“ den z.B. der Wiki-Artikel beschreibt ist nicht ganz so einfach wenn man nicht gerade vom CCC ist. Insbesondere weil es zwar bei manchen Hashes schneller mal eine Kollision zu finden gibt (zwischen 30 und 40 Minuten muss man trotzdem mindestens einplanen für einen einzelnen md5 BruteForce) aber auch vor allem deswegen weil das md5 nicht die einzige Methode ist. md5 ist schon vergleichsweise sicher. Und da rede ich nur von dem Aufwand den man hat wenn man den korrekten md5 schon kennt (also Zugriff auf die DB hatte) UND weiss dass nur der md5 geprüft wird.

    Ich finde da kommt einfach in der News ein falscher Eindruck auf. Nur weil jemand md5 benutzt heisst das noch lange nicht dass sein System unsicher ist. Das zu sagen wäre Panikmache (und ich denke das ist nicht Deine Absicht) Potentiell hackbar ist vieles und mir ist md5 immer noch lieber als so mancher anderer Mist den Leute benutzt haben bzw. noch benutzen. (Für die Experten: Es ist auch leicht den Hash ein wenig zu verändern um die Sicherheit zu erhöhen, es gibt da schon einiges)

    Gruß
    Aginor

  15. Das muss „nur“ anstatt „zwar“ heissen. Bei den meisten Hashes dauert das Verfahren immer noch lange. bis man ne Kollision findet.

    Gruß
    Aginor

  16. Also ich werde mir sicher keine PC-Spiele mehr von EA kaufen.
    Was auch daran liegt, dass ich mir kaum noch was für den PC kaufe. Mein letzter Vollpreiskauf war die Collector’s Edition von Starcraft II.

  17. @Aginor
    Mir geht es dabei weniger darum, dass es eine Sicherheitslücke geben könnte, sondern darum, ob die Speicherung rechtlich in Ordnung ist. Für die Speicherung personenbezogener Daten braucht man eine Einwilligung, die sich die EA GmbH meines Wissens nicht für meine IP eingeholt hat. Wenn die jetzt einfach immer 127.0.0.0 gespeichert hätten, wäre das kein Problem. Aber wenn sie einen Hash haben, den man mit einen vertretbaren Aufwand (Also jetzt nicht 3 Monate Rechenzentrum) zurückrechnen kann, dass ist das rechtlich nicht ok, was den Anwesenden offenbar auch klar war.

  18. Schade dass auf das größte Problem nicht eingegangen wurde.
    Ich möchte nicht, dass ich meine im Laden gekaufte Spiele an einen EA-Account binden muss und danach weder verleihen, verschenken und verkaufen kann.
    Wenn ich mir ein Spiel von Nintendo kaufe, habe ich all diese Möglichkeiten.

    Ob EA spioniert, kann ich nicht beurteilen. Allerdings schätze ich das Unternehmen als seriös genug ein, um nichts zu machen was über die anonymisierte Datenerhebung hinausgeht.

    Ich werde mir jedenfalls keine Spiele mit Origin-Zwang kaufen, dieser Service gehört boykottiert. Dem DRM bei Musik-CDs ging es auch an den Kragen, nachdem die Verkäufe eingebrochen sind. Daher gibt es heute keine Neuerscheinungen mehr mit Kopierschutz. Das gleiche wünsche ich mir für den PC-Markt.

  19. @Jan
    Doch, darauf wurde eingegangen. Das ist der 1. Punkt. Er hat leider aber wirklich weniger Aufmerksamkeit bekommen, als ich mir gewünscht habe. Ich kaufe für mich auch keine Spiele, die eine Onlinefreischaltung zwingend voraussetzen.

  20. Pingback: Warum ich immer noch ein DRM-Fan bin, verhältnismäßig jedenfalls | Der Almrausch

  21. @El Konsolero:

    Genau. Leichten Kuschelpunkt von mir für das Gesprächsangebot, werde aber meine Meinung daran festmachen, was sich nun tatsächlich tut. Und weiterhin kein Origin nutzen, so lange die meisten der genannten Punkte nicht nachgebessert sind.

  22. „Geschichte zweiter Spiele

    In den letzten Wochen sind zwei große Titel fest etablierter Reihen erscheinen: Call of Duty Modern Warfare 3 und Assassin’s Creed Revelations. Modern Warfare 3 ist der mittlerweile achte Teil der Call-of-Duty-Reihe, während ACR der vierte Teil der Assassin’s-Creed-Reihe ist. Nach dem Durchspielen beider Einzelspieler-Kampagnen war ich mehr als überrascht, wie fundamental entgegengesetzt die Geschichten sind, die in diesen Spielen erzählt werden. Beide vermitteln ein bestimmtes Wertesystem, kommentieren politische und gesellschaftliche Probleme der heutigen Zeit. Im Folgenden möchte ich zeigen, wie sie das tun und warum Modern Warfare nicht nur äußerst fragwürdig, sondern geradezu gefährlich ist, während die Assassin’s-Creed-Spiele dem Spieler zutiefst wertvolle Fragen stellen und ihm etwas mitteilen, das von Bedeutung ist. Im Fokus steht dabei ausdrücklich die Geschichte selbst, die diese Spiele erzählen. Es geht nicht um Mechaniken, nicht um den Mehrspielermodus, nicht um die Grafik. In all diesen Bereichen sind beide Spiele gut, und trotz der sehr unterschiedlichen Erzählqualität können beide exzellent unterhalten. Dies soll überhaupt nicht in Abrede gestellt werden. Nach dieser Vorrede zur Sache.

    …“
    http://www.spiegelfechter.com/wordpress/7493/geschichte-zweiter-spiele

  23. @ Icarus

    Es ist ja auch jedem seine Sache Spiele oder Publisher bewusst zu meiden. Ich habe z.B. auf Red Alert 3 verzichtet weil ich keine DRM scheiße auf dem PC haben wollte und ich nicht auf die 360 ausweichen wollte. Das nächste Spiel könnte wohl Diablo 3 werden je nachdme wie sehr Blizzard aufs Battle.net besteht.

  24. @El Konsolero
    Mich hat dier Paradox sehr enttäuscht. Die hatten zuvor ja auf DRM verzichtet. Für Victoria 2 wollen die jetzt aber doch eine Onlineverbindung. Den einschlägigen Foren nach würde es mir aber wohlö sowieso nicht so gut gefallen wie Victoria 1, so dass mir der Verzicht da leicht fällt.

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  26. Und das schlimmste ist: Die Leute nutzen diesen Mist, Kaufen diesen Mist, und verkaufen damit ihre Rechte und unterstützen so ein Vorgehen. Die Rechte die man eigentliche trotzdem noch hat wird wohl kaum einer einklagen.

    Schöner Artikel, danke.
    Ihn nicht geschrieben zu haben hätte ich für einen Fehler gehalten. :)

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