„Gewaltspiele wie World of Warcraft“

Die Medienwissenschaftlerin Dr. Sabine Schiffer nimmt die Weihnachtszeit zum Anlass um vor Bildschirmmedien zu warnen. Per Tweet – „Es weihnachtet wieder – und da kommen die Killerspiele auf den Gabentisch zur Freude der Industrie“ – weist Sie auf einen Artikel hin, den sie 2008 verfasst hat. In einem Rundumschlag werden Industrie, Wissenschaft und Politik kritisiert sowie sämtliche pädagogische Register gezogen. So wird gewarnt, dass Bildschirmmedien die Erfahrungswelt der Kinder reduzieren sowie Rennspiele früh gewinnen auf Kosten anderer trainieren würden. Sie spricht des Weiteren „Gewaltspiele wie World of Warcraft“ an, sieht in Mario-Titeln gefährliche „Einstiegsprogramme„, schreibt von „Microsoft als marktführender Hardwarelieferant„, erwähnt „PC-Tötungstrainer“ und befördert Hersteller von Videospielen ins Prüfgremium der USK. Während einige Punkte Ansichtssache sind, sind andere schlicht falsch: So dürfte Microsoft abseits der Xbox eher für die Entwicklung von Software bekannt sein, während bei der USK-Prüfung tatsächlich keine Vertreter der Industrie beteiligt sind. An dieser Stelle sei noch der „xmas-Einkaufsführer 2011“ des schweizer Spielerverbands GameRights hingewiesen, der Eltern bei der Auswahl von geeigneten Spielen helfen soll.

– „Kindheitskiller auf dem Gabentisch
xmas-Einkaufsführer 2011

28 Gedanken zu “„Gewaltspiele wie World of Warcraft“

  1. am traurigsten finde ich dabei, wie das schöne, melancholische bild im artikel immer für solche zwecke gebraucht wird. finde darin wird eher gezeigt wie schrecklich die reale welt sein kann und wie verzweifelt man dabei zuflucht sucht. und besonders glücklich scheint die person dabei ja auch nicht zu sein. das wäre ja übel, wenn gamer beim zocken nicht mal spaß hätten.

  2. Aber geschickt gemacht, ein Laie liest da lauter schainbar überzeugende Argumente, die zudem noch breit mit Quellen untermauert sind.

    Dazu kommt dass ein paar ausgesuchte (zugegebenermaßen wirklich fragwürdige) Verhaltensweisen der Spielehersteller und -publisher ein emotional eingängiges Bild des bösen medienindustriell-militärischen Politikkomplexes zeichnen. Und dass die Arbeit der Gegenseite wohl mindestens genauso unsauber abläuft wird einfach verschwiegen.

    Mich ärgern solche Texte immer, denn sie erhalten genügend Wahrheit (aus einer gewissen Perspektive), um nicht zu offensichtlich falsch zu sein. Der Laie fällt auf so etwas herein. Jemandem dann wieder zu helfen das Gesamtbild zu verstehen ist nach solch einem Text sehr schwer finde ich.

    Gruß
    Aginor

  3. Ein 1-Personen-Institut… ich könnte auch ein Insitut für irgendwas aus dem Boden stampfen, da müßte es m.M.n. strengere Sicherungsmechanismen geben, dass nicht jeder Depp seine Frittenbude „Insitut“ nennen kann. Aber das Fräulein selsbt ist ja ohne Zweifel eine Fanatikerin, nicht der Rede wert.

  4. Der Artikel ist doch uralt siehe z.B. „Jörg Tauss (SPD)“ (seitdem war er schon parteilos, Pirat, und jetzt trollt er wohl irgendwo herum).

    Wenn das Primärziel ist, sich über irgendwas aufzuregen, kann man aber natürlich auch sowas aufwärmen…

  5. Schaut euch doch einmal die Frontpage von hintergrund.de an, typisch Sammlung an Verschwörungstheorien vermischt mit ein paar „Alibi Normalo Artikeln“ Aufmerksamkeitsheuchlei ohne Substanz. Doktortitel warscheinlich aus einem Kaugummiautomaten gezogen, oder auf eigens gegründeten Entwicklungslanduniversität „erworben“ … Infokriegerschleimscheisserei at its best.

  6. Oh wunderbar, Frau Dr. Schiffer taucht wieder mal aus der Versenkung auf. Anscheinend ist wieder Werbung für ihr „Institut“ nötig, damit Geld reinkommt.
    Hatte Sie oder eine ihrer freien Mitarbeiterinnen dieses Jahr nicht schonmal so einen Schwachsinn verzapft? Irgendwie glaube ich mich zu erinnern, dass das hier auf Stiegma auch diskutiert wurde.

  7. Gerade erst gesehen: Der Artikel ist ja schon von Dezember 2008. Wurde der jetzt wiederveröffentlicht oder habe ich was falsch verstanden?

  8. Die Frau Doktor hat in diesem Jahr bei Telepolis einen Artikel veröffentlicht in dem es mal wieder um den 9/11 und den Anschlag auf das WTC geht.
    Eine große Deutsche Wochenzeitschrift (Spiegel ? Zeit ? ) hatte es abgelehnt der Artikel zu veröffentlichen, weil er ihr zu nahe an den üblichen Verschwörungstheorien ist.
    Zitat eines Heise Trolls: Telepolis hätte auch drauf verzichten können.
    http://www.heise.de/tp/artikel/35/35456/1.html

    Bestes Zitat von Fr. Doktor:
    Wie kann es sein, das ein Hochhaus entgegen physikalischer Gesetzmäßigkeiten in Echtzeit einstürzt ?
    ( Bekanntlich stürzen Hochhäuser in der Realität in Zeitlupe oder Zeitraffer ein… )

  9. Auch wenn der Text schon drei Jahre alt ist, bleibt er ein Trauerspiel.

    > Politik und Industrie im Taumel der Kriegsspiele.
    > Von SABINE SCHIFFER, 6. Dezember 2008:

    Eigentlich ist es schade, dass jeder Hinz und Kunz sich Institutsleiter nennt und irgendwelche wissenschaftlichen Ansprüche suggeriert. Wie ernst es der Frau ist, sieht man ja schon auf ihrer Webseite: Da werden die Daten der Besucher gänzlich ohne Information des Benutzers fröhlich in alle Welt verteilt. „Institut für Medienverantwortung“. Toll.

  10. Ich hab gestern mal eine Mail an dieses Institut geschrieben und gefragt ob ich dort direkt mit der Frau Schiffer schreiben würde oder ob ich wenigstens ihre Mail Adresse bekommen könnte, weil ich gern eine Diskussion mit ihr führen würde aufgrund dieses Artikels. Dazu hab ich dann auch gleich noch aufgeklärt, dass es sich bei Microsoft nicht um den marktführenden Hardwarelifereanten handelt. Und siehe da: Es kam vorhin eine Mail von ihr, in der sie sich für den Hinweis bedankt und meinte, das wäre bisher noch niemandem aufgefallen und sie wäre interessiert was ich sonst noch zu sagen hätte. Also Jungs und Mädels wünscht mir Glück, ich hab tatsächlich mal die Chance einen Computerspielegegner umzustimmen :D

  11. Erwarte nicht zu viel von ihr. Als ich sie darum gebeten hatte mir Quellen für die Aussage zu nennen, dass das US-Militär Shooter erfunden hätte, war sie recht unkooperativ.

  12. @kyle_katarn
    In letzter Zeit trat Schiffer – neben Peter Bürger – vor allem bei militainment.info auf
    Das wurde dann gegebenenfalls hier übernommen – zum Beispiel http://www.militainment.info/2011/05/04/blut-fur-ol-im-spiel/
    Da wird bezeichnender Weise etwa abgelehnt, dass sich Videospiele überhaupt politisch äußern (können) dürfen sollten – eben weil es womöglich keiner eigenen Ideologie entspricht. Punktuell vielleicht doch angebrachte Kritik entlädt sich dabei in Pauschalisierungen, wobei es letztlich darum geht dass es überhaupt völlig fern liegt traditionelle Videospiele als Ausdruckformen zu betrachten. (Kriegs-)Videospiele sind demnach (Krieg-)Spielzeug und müssten auch weiter (genau) so behandelt werden.
    Zitat: ‚Dr. Sabine Schiffer vom „Institut für Medienverantwortung“ hält zumindest die Grundszenarien der Spiele für realistisch: „Die Idee eines Kampfes um Ressourcen ist durchaus auf der politischen Agenda“, so die Erlangenerin. Dennoch sei die Vermischung von Fakten und Fiktion in Spielen wie „Operation Flashpoint“ bedenklich: „Man wird an politische Aussagen – in diesem Fall an China als großen Energieverbraucher, der anderen Ländern die Ressourcen wegnimmt – gewöhnt“, so Institutsleiterin Schiffer. Die geschaffenen Feindbilder könnten dazu führen, dass sich die Videospieler im realen politischen Diskurs anders verhalten: „Durch die in Videospielen erzählten Geschichten können durchaus Ressentiments entstehen.“‘
    Eine solche „Vermischung von Fakten und Fiktion“ wird an anderer Stelle ja eher nicht kritisiert, das heißt da wird eine politische Gegnerschaft mitunter schon (noch) deutlicher ausgemacht: bei Videospielen würde es hingegen weiterhin darum gegen etwas zu verhindern, über Videospiele wird eher vermutet Einflussnahmen Andersdenkender unterdrücken zu können, weil die eigenen FeindInnenbilder diesbezüglich immer noch präsenter sind, zum Beispiel gegen Amerika gerichtet, und das heißt über ihre eigenen (Medien-)Ressentiments – denen gegenüber Kreativen oder einem Publikum – spricht Frau Schiffer nicht.

  13. Die Xbox 360 ist übrigens schon die führende Videospiel-Plattform in Nordamerika, zumindest wenn es um AAA-Titel geht, und Microsoft demnach auch einE führendEr HardwareherstellerIn. Also so falsch ist das (auch) nicht.
    Ich halte auch nicht das Geringste davon Frau Schiffer ihr Institut abzusprechen – mir geht es eher darum mehr zu ermöglichen, meinetwegen auch mehr Institute wie das „Institut für Medienverantwortung“: das Problem was diese Leute vielfach haben scheint mir eher das zu sein, dass sie ihre Agenden durch die Videospielindustrie nicht repräsentiert sehen, und genau dem sollte auch wirklich Abhilfe geschaffen werden.
    So erschien vor mittlerweile fast fünfzehn Jahren zwar eine prominente technische Simulation über die israelische Luftwaffe, doch der Nahostkonflikt aus palästinensischer Sicht wurde in international populären, großen, Videospielen bislang praktisch gar nicht thematisiert. Das ist eine eklatante Schieflage welche ich auch in meiner Zeit früher hier gern mal angesprochen habe: die Videospielindustrie muss aus meienr Sicht erstens dazu aufgerufen werden nicht weniger Politik zuzulassen, sondern mehr, und zweitens mehr Vielfalt ermöglichen. Zum Beispiel Serious Games sollten sich über Förderungen nicht anti-kommerziell abgrenzen, sondern sie sollten integriert werden – größer, besser und sichtbarer werden.

  14. Also von einem „führend Hardwarehersteller“ sollte man erwarten, dass er etwas differenzierter ist und mehr also ein oder zwei Produkte dieser Art anbietet. Da die XBox heranzuziehen ist stark verzerrend

  15. @pyri
    Tatsächlich sollte Fr. Doktor einmal die Feindbilder der deutschen antiimperialistischen Linken ( zu der man Sie und den Verfasser von militainment.info durchaus zählen kann ) hinterfragen.

    Für die antiimps steht seit langen fest das jeder Krieg in den letzten 25 Jahren an dem die USA beteiligt gewesen sind um Ressourcen geführt wurde.
    In Somalia, Kuwait und im Irak sind es die Ölquellen gewesen.
    Grund für den Kosovokrieg und den Krieg in Afghanistan waren bekanntlich die geplanten Pipelines.

    Die Ölquellen in Somalia sprudeln nicht, die Ölquellen Kuwaits und des Iraks werden immer noch nicht von US-amerikanischen Firmen ausgebeutet und die Pipelines im Kosovo und in Afghanistan sind immer noch nicht gebaut.
    Was aber kein Grund ist, seine Feindbilder zu hinterfragen…

  16. Wäre seriöser, wenn @M3talc0re die ganze Mail von Frau Schiffer zitieren würde. Hier ist sie (s.u.) – vielleicht hilft das ja die Seriosität der anderen Beiträge abzuschätzen, ebenso wie die eigenen Verschwörungstheorien zu entdecken – viel Glück!

    Von: IMV Dr. Schiffer
    An: lingen.julian@…com
    Datum: 12/13/2011 11:37
    Betreff: Fw: Anregung zur Diskussion über einen Beitrag
    Da haben Sie aber recht, lieber Herr Lingen,
    dass es Softwarehersteller heißen muss – und stellen Sie sich vor, das ist seit 2008 noch niemandem aufgestoßen, zumindest nicht so, es uns mitzuteilen. Vielen Dank!
    Ich denke der Fehler rührt daher, dass ich mich in Sachen Microsoft-Politik stark auf eine schweizer Untersuchung („die trojanische Maus“) beziehe, die nachzeichnet, wie tatsächlich Microsoft-Gründer Gates in den 1990er Jahren durch Europa tourte und die ersten Ausrüstungen (Hard- und Software) für Schulen sponsorte…
    Also, dann legen Sie mal los, was Sie noch entdeckt haben!

  17. @IMV:

    Es gehört sich nicht, anderer Leute private Antworten online zu stellen. Deshalb hat M3talc0re es vermutlich auch nicht getan.

    Nur, was soll uns diese Antwort nun sagen?

  18. „sieht in Mario-Titeln gefährliche “Einstiegsprogramme““
    Ich stell mir das grad vor: Ein Treffen bei den anonymen Gamern
    Ich: „Also ich bin Murray…und ich bin Gamer“
    Gruppe: „Hallo Murray“
    Ich: „Also ich hab als Kind mit Super Mario Bros angefangen…naja weil das halt alle gemacht haben. Irgendwann hat das nichtmehr gereicht und ich brauchte was härteres. Da kam einer und sagt „hier probier mal Zelda“…und so wurde ging es immer weiter“

    Die Frau hat (achtung passende Metapher zum Fest^^) nichtmehr alle Nadeln an der Tanne XD

    …und kein Stück um Ausreden verlegen. Das mit den 1990ern ist nicht nur schon „ein paar Tage“ her und somit ist die Marktlage nichtmehr ganz so wie damals sondern einfach nur eine billige Ausrede.

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