Kriegsspiele mal ernst genommen

Die Junge Welt stellt Shooter als Kriegswerbung dar – Dafür muss Paris auch als Teheran durchgehen.

(jungewelt) Michael Schulze von Glaßer, der sich mit dem Blog militainment.info Kriegsszenarien in Videospielen widmet, hat bei der „Jungen Welt“ Raum bekommen um seine Thesen zu präsentieren. Dem Leitbild der marxistischen Publikation entsprechend, die „soziale Frage und Krieg […] im Mittelpunkt der journalistischen Tätigkeit“ sieht, dürfte der Inhalt seines Artikels kaum jemanden überraschen. Was sich der Autor wünscht sind Debatten über die „politischen Aussagen“ von Videospielen, die sich leider auf das Thema der Gewalt beschränken würden. Auch würden die „Machenschaften“ der Videospiele „produzierenden Firmen“ teils „hoch brisant“ sein. Die angesprochenen Aspekte erscheinen dann jedoch weniger alarmierend, als angekündigt:

Westliche Propaganda

So würden westliche Videospiele „westliche Feindbilder“ propagieren. Unter anderem den Ressourcenhunger Chinas oder die „Angst vor einem Wiedererstarken Rußlands“. Ein kleiner Hinweis: Mancherorts wird gemunkelt, dass arabische Videospiele wie „Under siege“ arabische Feindbilder transportieren.

Kooperationen mit dem Militär

Ein weiterer Vorwurf an Entwicklerstudios ist, dass diese dem Militär den Zugriff auf ihre Technologie gestatten würden. So würden eine Reihe von Rüstungsunternehmen beispielsweise die Cryengine nutzen. Hierzu sei angemerkt, dass die Cryengine auch für „Physik, Architektur, Informatik, Film, Kunst und Design“ verwendet wird. Nicht zuletzt weil die Cryengine weltweit mehr als 300 Hochschulen kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. In einem kapitalistischen System wird man es einem Entwicklerstudio doch wohl kaum ankreiden können, wenn dies eine aufwendig erstellte Engine bei entsprechender Nachfrage auch ans Militär verkauft. Dies ist schließlich auch kein Sachverhalt, der sich auf Grafikengines beschränkt: So verkauft beispielsweise Siemens nicht nur Bauteile für Hörgeräte, sondern auch für Rüstungsgüter. Sollen jetzt ausgerechnet Entwickler von Videospieler heiliger als der Papst sein und sich ihre Kunden nicht mehr aussuchen dürfen?

Deutsche Waffen

In Videospielen würde Militärgerät virtuell dargestellt, wobei „immer häufiger […] auch von deutschen Rüstungsunternehmen produzierte Waffen“ gezeigt werden würden. Wenn man den ursprünglichen Blogeintrag kennt, wirkt die Formulierung etwas übertrieben: Die Liste des Autors umfasst gerade einmal 23 Videospiele, wobei jeder Titel gezählt wird, der auch nur ein G36 oder ein Kampfjet mit Bundeswehrkennung enthält. Auch bleibt man bei Feststellungen, wie das „Waffen aus Deutschland […] sich auf virtuellen Schlachtfeldern großer Beliebtheit“ erfreuen, eine Quelle für die Behauptung schuldig. Ähnlich verhält es sich mit der Aussage, dass die „Darstellung in Spielen auch einen legitimierenden Effekt für die Rüstungsindustrie“ habe. Es falle beispielsweise „leichter, die meist horrenden Kosten der Waffensysteme zu legitimieren“. Die Selbstverständlichkeit dieser These macht stutzig: So sträuben sich beispielsweise die Hersteller von Autos gerne gegen virtuelle Umsetzungen ihrer Kreationen in Rennspielen bzw. gestatten diese nur, wenn kein Schadensmodell vorhanden ist. Demzufolge dürften Unternehmer wie Bürger wenig begeistert sein, wenn die neusten Anschaffungen der Bundeswehr im Spiel schon mit vorsintflutlichen Waffen aus dem Arsenal der ehemaligen Sowjetunion außer Gefecht gesetzt werden können.

Bundeswehr in Videospielen

Neben Waffen aus deutscher Produktion würde die Bundeswehr selbst „in immer mehr kommerziellen Videospielen“ auftauchen. Die positiven Folgen für die Bundeswehr seien auch hier unübersehbar: „Von ihr wird in den Spielen meist ein positives Bild gezeichnet. Dieser Werbeeffekt ist gerade in Zeiten anhaltenden Nachwuchsmangels von großem Vorteil“. Angesichts des Umstands, dass in Videospielen nicht nur virtuell getötet, sondern in ähnlichem Ausmaß virtuell gestorben wird, drängen sich jedoch Zweifel auf: Wer es in Spielen wie „Operation Flashpoint“ nach mehreren Stunden und dutzenden Fehlschlägen – die regelmäßig mit dem eigenen Ableben einhergehen – zum ersten mal schafft eine Mission erfolgreich zu beenden, wird nur schwer dafür zu begeistern sein real herauszufinden, beim wievielten Anlauf er den Auslandseinsatz lebendig beenden kann.

Zusammenfassend ist der bei der Analyse von Spielen recht akribisch vorgehende Autor bei den anschließenden Schlussfolgerungen erstaunlich leichtfertig: Die nicht ins Konzept passende Spielmechanik wird ebenso wie die Fähigkeit des Spielers, das Rezipierte zu hinterfragen, schlicht übergangen. Auch erscheinen die einleitenden Thesen, dass politische Aussagen von Spielen sowie die „Machenschaften“ der Entwickler öffentlich nicht thematisiert werden, fraglich: So wurde beispielsweise „Command & Conquer: Generals“ im Vorfeld des Irakkrieg von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert, während ein Informationsdefizit hinsichtlich der militärischen Dimension kaum angenommen werden kann. Sowohl Crytek als auch Bohemia Interactive weisen auf ihren Webseiten explizit darauf hin, dass sie für Programme wie „Virtual Battlespace 2“ verantwortlich sind und führen als Referenzen Lizenznehmer wie „Dubai Police“, „Thales Group“, „Lockheed Martin“ und „Thyssen Krupp Marine Systems“ an. Letztendlich werden vom Autor sogar Werbeaussagen, die Spiele wie „Battlefield 3“ wegen der „realistischen Darstellung militärischer Einsätze“ loben, für bare Münze genommen. Ein Eindruck, der täuschen könnte:

Zum Artikel

(Dank an Cygnus X-1 und Max.)

17 Gedanken zu “Kriegsspiele mal ernst genommen

  1. @Video
    Haha. Sehr lustig :-)

    Das was der Glaßer tut ist es ja weniger für mich – was er vor allem macht, ist aus meiner Sicht die „Killerspiel“-Debatte zu übergehen (!), das heißt das negative Ansehen von Games in Deutschland. Also dass Games bereits überaus kritisch betrachtet werden. Dieser Vorwurf mit der Bundeswehr zum Beispiel ist doch regelrecht absurd anzunehmen, also dass etwa die Bundeswehr Games gezielt nutzen würde um ihr Ansehen im Land zu steigern. Ausgerechnet damit. Wie soll das bitte gehen?
    Wie soll mit etwas ein Ansehen gesteigert werden das ohnehin schon inkriminiert ist. Sicher wird es hier und da Berührungspunkte geben, oder ein Bemühen darüber Jugend zu erreichen – siehe die Messeauftritte – aber damit hat sich das wohl.
    Das mag in Nordamerika schon funktioniert haben, auch wenn ich es stellenweise – siehe die Diskussion um „Medal of Honor“ vor der US-Armee – anzweifle, aber in Deutschland ists doch eher noch so, dass Militärs wie Dave Grossman für eine friedensbewegte Sache – wie sie Glaßer eben auch vertritt – eingesetzt werden. Da heißt es dann, dass das Militär und die von Grossman eigentlich ausschließlich angegriffene Unterhaltungsindustrie unter einer Decke stecken würden. Die ursprüngliche Argumentation wird jedenfalls so verdreht.
    Ich denke der Glaßer ist jemand, der würde noch „Zweiohrküken“ wegen Til Schweigers Anleihen an Josef von Sternbergs „Jet Pilot“ Militarismus unterstellen.

  2. @Jürgen
    Guter Punkt. Nach dem ja angeblich der Ästhetik eines Shooters nachempfundenen Werbevideo hätte man mitbekommen müssen, dass es sich auch nicht die Bundeswehr leisten könnte über Videospiele ihr Image zu verbessern – selbst wenn es bei der Zielgruppe gut ankommen sollte.

  3. Ich bin ja eigentlich nicht so kleinlich, aber: Das Bild im Original-Artikel mit dem „Als US-Soldat in den Straßen Teherans“ sieht mir eher nach der Paris-Map aus… Just say’in.

  4. Der erste Punkt ist wohl nicht ganz von der Hand zu weisen. So gibt es sicher wesentlich mehr Filme als Spiele, die sich kritisch mit westlichen Feinbildern auseinandersetzen.
    Die anderen Punkte sind dagegen unsinnig, wie du ja schon ausführlich begründet hast. Besonders der Zweite: Davon abgesehen, dass viele zivile Firmen auch fürs Militär produzieren, schaffen es auch viele ursprünglich militärische Produkte in zivile Anwendungen. So steckten z.B. die Infrarotdetektoren in Wärmebildkameras zuerst in hitzesuchenden Raketen.

  5. @Jaden

    Na es geht noch viel einfacher, fast jeder fährt heute mit Navi. Rat mal von wem und wofür das aktuelle System GPS entwickelt wurde.

  6. Was soll ich sagen, wer beim Bund Sanitäter war weis wie realistisch Battlefield ist, da trainiert man das „Medkitausdempopozauber“ bis zum erbrechen…

  7. Er hat so weit recht, das das US Militär seine Finger in einigen spielen hat, vor allem bei EA! Die nutzen ie Original sounds im gegenzug dazu, darf das US Militär im Storybook rumkritzeln. So ist das halt! Aber nicht nur in spielen so auch in Filmen! Ausnahmen sind zum beispiel Band of Brother oder the Pacific. Erkennbar ist dies am verhalten der US Soldaten (begehen sie kriegsverbrechen, tun sie es nicht,…) Die beiden serien sind zu realstisch, als dass sie unterstützung vom Militär bekommen würden! Tom Hanks und Steven Spielberg haben genug Geld um so was zu drehen. Andere sind eben auf unterstützung angewiesen. In Videospielen halte ich es für unnötig, aber leider hat EA sich wegen den sounds darauf eingelassen. Schade. Aber naja.

  8. @Soldat-Hans
    „Medal of Honor“ ist ursprünglich ein Nebenprodukt dieser Produktionen gewesen (!), von „Saving Private Ryan“. Und wie negativ gerade dieser Film in Deutschland teilweise aufgenommen wurde, wegen eines angeblich zu negativen Portraits der Deutschen darin (nach Vilsmaiers imo unsäglichem „Stalingrad“) kann man etwa auch bei Amazon.de in den Rezensionen verfolgen.
    Nein: wie würde denn die Integration von Kriegsverbrechen schon aufgenommen werden? Einen Vorgeschmack darauf lieferte unlängst doch wiedermal das Rote Kreuz, oder konnte man sich ein paar Tage vorher nur bei Schulze von Glaßer hier anschauen http://www.militainment.info/2011/11/30/kollateralschaden/
    In „Battlefield 3“ ist Zivilbevölkerung zwar nur am Rande drin, in „Homefront“ sind Kriegsverbrechen fester Bestandteil der Spielerfahrung und in „Men of Valor“ waren sie zumindest theoretisch möglich – ich stimme zu, dass sie viel zu wenig thematisiert werden, doch würde ich dafür eher dramaturgische Unzulänglichkeiten verantwortlich machen (wollen) als irgendwelche Tauschhandel mit dem Militär. (Ton-)Fabrik-Verschwörungen. Übrigens genau die Argumentation von Peter Bürger oder Schulze von Glaßer, die da ja auch vielfach nicht von kreativen Einzelleistungen ausgehen die eine kollektive Errungenschaft in industriellen Rahmen erst ermöglicht – das oft völlig fern zu liegen scheint.
    Sicher will das Militär, wenn schon, dann positiv dargestellt werden wollen, doch werden sich dafür mitunter schon die falschen Titel ausgesucht um das gut belegen zu wollen, weil man es offenbar eben bei den Populärsten machen will: das Mainstream-Spiel das aus den letzten Jahren sicherlich mit Abstand am meisten mit dem US-Militär kooperiert hat, erschien zwar auch heuer, war jedoch ein ganz anderes aus Japan, nämlich Konami’s „Ace Combat: Assault Horizon“ – das zweite „Ace Combat“ das in keiner fiktiven Welt spielt – wofür (in den USA) ganze Werbekampagnen mit der Armee (der Air Force glaub ich) lanciert wurden, fast so wie bei „America’s Army“.
    Das fällt jedoch nicht weiter auf, das habe ich noch gar nie irgendwo kritisiert gesehen – obwohl es das besser mal vielleicht werden würde. So sexy ich persönlich die Pilotin darin auch immer finden mag…

    Das was die Spielberg-Produktionen an Verbrechen thematisieren, ich sehe gerade auch „The Pacific“, sind aus historischer Sicht zudem wohl ohnehin längst dokumentierte Verbrechen – da braucht es dann auch keine Fiktion mehr, oder das Militär kann diesbezüglich sowieso nichts mehr bestreiten. Da geht es eben nicht mehr so um Politik, um politische Deutungen „für“ oder gegen Krieg.
    Ich denke es wird auch nicht verstanden, dass diese Kritik wie von Glaßer auch diese Darstellungen ablehnen wird, weil sie sie mitunter ebenfalls als militaristisch versteht. Die ganze Ikonographie kämpfender Männer wird so schon abgelehnt werden. Wo Militär begleitet wird, weil Kriegsverbrechen kommen darin auch nur punktuell vor. Am meisten wird sich an die kämpfenden Männer erinnert, und werden diese halt nicht verurteilt – als zum Beispiel Mörder – so wie es sich eine solche Friedensbewegung leider vielfach wünscht anscheinend. Auch ein Oscar-Winner wie „The Hurt Locker“ wurde in Deutschland, von Deutschen bis hin zu Uwe Boll, dementsprechend vielfach nicht als Antikriegsfilm wahrgenommen. Selbst ein „Apocalpyse Now“ wurde von Bürger in „Napalm am Morgen“ äußerst ambivalent aufgenommen. Im Interview mit Schulze von Glaßer kam etwa zum Vorschein, dass eine in den Augen „realistische“ und damit „kritische“ Verarbeitung von Stoffen theoretisch schon ein Publikum vergiften müsste, konkret radioaktiv verseuchen.

  9. Man sollte der Vollständigkeit halber erwähnen das gerade in COD Reihe doch ein weniger positives Bild vom Krieg gezeichnet wird, da neben dem Nahen Osten und Russland auch der Westen vom Krieg heimgesucht, Weißes Haus, Wall Street, Eifelturm usw werden zerstört… was ist mit der Szene aus dem ersten Teil der Reihe bei dem eine Atombombe die Marineexpitionsstreitkraft im Nahen Osten auslöscht und der Spieler einen langsamen Tod stirbt, nach dem der vom Ihm gesteuerte Soldat doch so sicher war zu gewinnen. Obendrein haben wir in COD nicht nur den Terroristen Makarov sondern auch einen amerikanischen General Sheppard ohne dessen Verrat der dritte Weltkrieg auch nicht möglich gewesen wäre. Herr von und zu Glaser sind offenbar amerikanische Leben egal und hat eine bedenkliche selektive Wahrnehmung der von ihm angesprochenen Themen.

  10. @skully
    Solche Dinge wie in „Call of Duty 4“ werden von Schulze von Glaßer meiner Analyse seiner Texte zufolge auch übergangen. Zum Beispiel, wenn es zum Ende von „Medal of Honor“ heißt: ‚Und wenn die Spielfigur des Spielers am Ende des aktuellen „Medal of Honor“ stirbt bleibt man stutzig vor dem Bildschirm zurück. Doch auch die emotionale Erfassung in kriegerischen Videospielen hat Grenzen: etwa zwei Prozent der in Afghanistan eingesetzten deutschen Soldaten leiden nach ihrer Heimkehr an „Posttraumatischen Belastungsstörungen“.‘ http://www.militainment.info/2011/07/06/pseudo-realitat/ Ich habe diesen inhaltlichen Schwenk bei der Textstelle mir schon zwanzigmal glaub ich durchgelesen, und noch immer nicht verstanden wie er von dem Tod im Videospiel zu PTB kommen kann…

  11. mag sein das die junge welt Probleme mit amerikanischen Soldaten hat.
    Mit deutschen Soldaten die auf wehrlose Flüchtlinge schießen hat sie keine, wie der „Wir sagen Danke“ Artikel zum 20sten Jahrestag des Falls der Berliner Mauer zeigt, in der die junge welt den Grenzsoldaten der DDR für ihren Einsatz für den Frieden dankt.

  12. @Jürgen

    Leider ist es so, wie ich gesagt habe. So musste sogar mal eine folge Lessie verändert werden, weil man sich eine Militärmaschiene borgte und der Absturz Grund dem Militär nicht gefiel! Und leider ist es falsch, dass du glaubst, dass nur weil es dokumentierte Verbrechen sind, das Militär damit einverstanden ist es zu zeigen! Es gibt Filme, wo man das entnehmen von Goldzähnen von Toten Japaernern herausschneiden musste, weil das Militär einfach gesagt hat:“ Ein Marine tut so was nicht!“ Damit war die Diskussion beendet! Hätten sies nicht gemacht, gäbs keine Panzer mehr für den Film. Wenn du einen Kriegsfilm drehen willst, hast du halt die Wahl! Entweder du bezahlst alles selber, was aber sehr Teuer ist so wie Stephen Spielberg und Tom Hanks Band of Brothers und The Pacific, oder du lässt dich mit dem Militär ein ums dir zu borgen, was dann wie ich schon sagte, als Konsequenz das Rumkritzeln im Drehbuch vom Militär zur folge hat. Dies ist leider keine Verschwörung sondern ganz normales Prozedere. Das Militär unterstützt jetzt nichts aus strategischer sicht, es leiht praktisch nur die Fahrzeuge und Panzer und Flugzeuge dem Produzenten! Du hast leider recht damit, das viele Leute eben zu blöd sind, antikriegs-filme/spiele zu erkennen und zu verstehen. Dementsprechend (das ist ja eigentlich das witzigste) sorgt Pfeiffer und co eigentlich dafür, das genau die Art von Spielen entwickelt werden, die das Militär gerne hätte nämlich welche, die den Krieg sauber und ordentlich darstellen. Manchmal frag ich mich, ob Pfeiffer nicht selbst vom Militär engagiert wurde, um genau das umzusetzen:“ Kriegspropaganda im namen des Jugendschutzes :-D Hoffe ich hab jetzt nichts vergessen.
    Happy coding!

  13. Klingt irgendwie nach perfekt versteckter Satire. Ja, deutsche Waffen sind beliebt. Das liegt aber daran, dass Deutschland eines der wichtigsten Laender fuer die Weiterentwicklung und Herstellung von Waffen ist. Computerspiele als Problem darzustellen verkommt zu einer stumpfen Dummheit angesicht solcher Feststellungen.

    Der Transport von westlicher Propaganda ist leider nicht von der Hand zu weisen. Call Of Duty, Battlefield, Homefront: Diese Spiele transportieren tatsaechlich eine Art Amerikanisches Weltbild. Ob und wie ernst das zu nehmen ist weiß ich nicht. Eines weiß ich, die Ideologie faellt oftmals wirklich haesslich aus. Entscheidend ist jedoch, dass man diese Spiele spielen kann, ohne der Ideologie zu folgen.

    Das duerfte Zweifel an unserer Medienkompetenz-vermittlung, vorallem historisch gesehen, wecken.

    Das Computerspiele echtes Kriegsgeraet legitimieren, naja – irgendwo schon. Die „Bidnung“ eines Colt 1911 ist groeßer als die zu einer Waffe aus irgendeinem Fantasyspiels – außer es ist eine wirklich seltene. Die Waffen haben einen gewissen Wiedererkennungswert. Oftmals wuenscht man sich als Spieler man haette bestimmte Waffentypen in bestimmten Spielen. Allerdings legitimiert das nicht den Kriegseinsatz, hoechstens die Existens. Ob ich nun zu hause einen Stock in der Hand halte und mir ein G3 wuensche, oder in einem Computerspiel.

  14. Wenn wundert es, das westliche Medienprodukte westliche Ideologien verbreiten ?
    Das bei CoD ein us-amerikanischer General einen dritten Weltkrieg anzettelt ist so eine typische westliche Ideologie, in den Hollywoodmedien ist das ein Grundmuster für viele Erzählungen.
    Wieviel Mainstreamfilme gibt es, in denen das eigene Militär irgendwelche obskuren Ziele rücksichtslos verfolgt oder bereit ist zur Not auch über die Leichen von Zivilisten zu gehen ?
    Inzwischen ist das so verbreitet, das man überrascht ist wenn die Militärs im Film nicht korrupt, verroht oder inkompetent sind.

    Hier muß man sich auch fragen lassen ob die westlichen Produzenten wirklich andere Ideologien transportieren sollen.
    Wie wäre es mit einem GTA GAZA City ?
    Als Held darf man da völlig frei agieren.
    Kollaborateure der Besatzer lynchen,
    Nachts über die Grenze steigen um den den Kindern der Besatzer die Kehle durch zuschneiden,
    von Schulen aus Mörser und Selbst gebaute Raketen auf zivile Ziele abfeuern ( wenn man den Besatzer dadurch zum Gegenschlag reizt, und damit eigene Märtyrer schafft gibt’s Bonuspunkte )
    dann natürlich der Kampf gegen die verschiedenen Ausbildungen westlicher Dekadenz wie Alkohol-, Tabak- Canabis- oder Musikkonsum, unzüchtige Kleidung und Verhalten in der Öffentlichkeit, …
    Wäre doch mal die Idee für einen GTA Mod. Die junge welt hätte vermutlich nichts dagegen. ;-)

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