Yogeshwar kann auch populistisch

(Fernsehkritik.tv) Bei Fernsehkritik.tv wurde Ranga Yogeshwar als Gast unter anderem zu seiner Meinung über „Killerspiele“ befragt, die für Sachkundige etwas abstrus wirken dürfte. So führt er das MMORPG „World of Warcraft“ als Paradebeispiel eines „Killerspiels“ an, bei dem „es nur darum geht zu ballern, andere abzustechen„. Rollenspiele hält er des Weiteren auch deswegen für bedenklich, weil eine „Entkopplung zwischen Wirklichkeit und einer Scheinwelt“ erfolgt, so „dass man eine Art zweite Persönlichkeit entwickelt„. Man müsse hier vorsichtig sein, „solange wir nicht wissen, was das psychologisch mit einem jungen Menschen macht„. Selbstverständlich wird auch die Suchtgefahr betont: Nach einer Studie wurde bei „10 % dieser Spieler pathologisches Spielverhalten“ attestiert.

Militärspielen würden dagegen noch ganz andere Gefahren inne wohnen. So gäbe es „Killerspiele, „wo es tatsächlich um das echte Schießen geht – Schießtraining„, sowie die Strategie „junge Menschen für das Militär zu begeistern, für bestimmte Feindbilder zu sensibilisieren„. Yogeshwar deutet sogar eine Subventionierung dieser Spiele an:

Es gibt Killerspiele, wo zum Beispiel man sich doch als User fragen muss, wieso ist ein so aufwendiges Militärspiel so günstig.

Angesichts derartiger Ausführungen bleibt nur zu hoffen, dass er bei naturwissenschaftlichen Themen weiß, wovon er spricht. Dabei hat er eigentlich eine ganz gesunde Einstellung zum Thema Wissenschaftsjournalismus:

Darf man als Journalist auch eine Meinung haben, die nicht unbedingt dem Mainstream entspricht? Wenn die Meinung gut fundiert ist, wenn man mitunter auch mit harten Argumenten klarmacht, warum man an der Stelle vielleicht Dinge anders sieht als der große Rest, finde ich das legitim. Im Gegenteil, es ist manchmal eine Verpflichtung. Es geht weniger darum selber eine Meinung zu haben, sondern mehr dafür zu sorgen dass das, was man sendet in gewisser Weise fundiert ist, auf Fakten basiert.“

Es wäre jedoch wünschenswert, wenn Yogeshwar auch dann Wert auf Fakten legt, wenn er mit und nicht gegen den Mainstream argumentiert. Besonders interessant ist auch der Umstand, dass er auf den Vorwurf, dass er impliziere, „dass „Killerspiele“ der Grund für Amokläufe seien„, nicht reagiert bzw. keine Anstalten macht diesen Eindruck richtig zu stellen.

Der besagte Gesprächsausschnitt:

Holger Kreymeier:

„Mich würde Ranga Yogeshwars aktuelle Meinung zum Thema „Killerspiele“ interessieren. Der Grund ist ein Bericht in „Quarks & Co“ zum Thema „Wie beeinflussen Medien das Lernen. Was dabei auffiel ist, dass Herr Yogeshwar recht voreingenommene Meinungen zu diesem Thema hatte. Er benutzte Kampfvokabeln wie „Ballerspiele“, „Brutalsequenzen“ und „Killerspiele“ und ignoriert den Fakt, dass diese Art von Spielen verboten sind für junge Menschen und zeigt Artikel aus der Express und impliziert damit, dass „Killerspiele“ der Grund für Amokläufe seien.“ So wird es Ihnen unterstellt.

Ranga Yogeshwar:

Wir können das mal Schritt für Schritt durcharbeiten.

Also der erste Punkt ist… Wenn man sich bestimmte Killerspiele anguckt, machen wir es konkret: „World of Warcraft“, dann haben wir hier ein Spiel, bei dem mehrere Dinge gegeben sind, die sehr klar zur Sucht führen. Nämlich zum einen ist es so, dass es ein Spiel ist, das nie zu ende ist. Es läuft ständig weiter. Man geht Verabredungen mit anderen ein. Also es sind Verpflichtungen damit wird auch der Zeithorizont strukturiert. Es ist so, dass dieses Spiel sogar wunderbar austariert ist, was die Kosten betrifft. Das ist „Taschengeldkompatibel“. Und es gibt eine Universitätsuntersuchung der Universität Landau, die junge Spieler bei „World of Warcraft“ untersucht haben und festgestellt haben, dass 10 % dieser Spieler pathologisches Spielverhalten haben. Das heißt, wir werden als Gesellschaft mit einem Phänomen konfrontiert, was relativ neu ist. Weil Sie und ich haben in Ihrer Jugend und in meiner garantiert nicht mit solchen Spielen hantiert. Und es ist jetzt so, dass wir erst merken, was ist der Effekt. Das heißt das Produkt ist schon raus – es wird häufig Geld damit gemacht – es wird aber nicht geguckt, was passiert da.

Was eine Katastrophe ist, ist der Jugendschutz. Weil der funktioniert nicht. Das steht als Etikett drauf, aber der Realitätscheck zeigt: Junge Menschen kommen an diese Spiele.

Und das zweite für mich ist, dass ich mich schon fragen muss: Ist es eigentlich die Krönung einer klugen Gesellschaft, die unglaublich viel Intelligenz in viele Dinge des Lebens setzt, um am Ende jungen Menschen eine Illusion einer doch ziemlich absurden Welt vorzuspielen, bei der es nur darum geht zu ballern, andere abzustechen etc.

Holger Kreymeier:

Aber geht es denn wirklich nur darum? Also „World of Warcraft“, ist das denn wirklich ein „Killerspiel“? Ich würde es eher als ein Strategiespiel bezeichnen. Und man darf auch nicht vergessen es ist trotzdem auch ein Spiel das auch unglaublich viel Fantasie beinhaltet. Also einfach nur zu sagen „abstechen und abschießen“, das ist doch eigentlich ein bisschen platt.

Ranga Yogeshwar:

Nein nein. Es gibt „von … bis“. Es gibt Killerspiele, wo es tatsächlich um das echte Schießen geht – Schießtraining, es gibt Killerspiele, wo zum Beispiel man sich doch als User fragen muss, wieso ist ein so aufwendiges Militärspiel so günstig [Zäsur]. Und da stellt man fest, dass es auch eine neue Form der Strategie ist junge Menschen für das Militär zu begeistern, für bestimmte Feindbilder zu sensibilisieren. Es ist interessant wie viele Ballerspiele im Bereich Militärspiele es gibt, bei denen der Feind immer irgendwie ein Moslem oder hinterm Minarett sitzt. Da wird subkutan auch tatsächlich eine Botschaft vermittelt. Und dann gibt es Spiele wie „World of Warcraft“, wo natürlich nicht nur geballert wird, aber wo sozusagen eine Entkopplung zwischen Wirklichkeit und einer Scheinwelt stattfindet, die aber in der Intensität enorm ist. Es gab auch früher Spiele, wo wir uns in eine Scheinwelt begeben haben, aber die Tatsache, dass man sozusagen in seinen Gilden immer wieder Verabredungen trifft, sich immer wieder neu vereinbart, dass man eine Art zweite Persönlichkeit entwickelt, halte ich für bedenklich. Und ich finde solange wir nicht wissen, was das psychologisch mit einem jungen Menschen macht, sollte man vorsichtig sein, sollte man viel genauer drauf gucken als das bis dato der Fall ist. Aber wenn Sie sich die Umsätze angucken, dann werden Sie feststellen, dass ist Big Business. Und das ist so eine Unart, dass wir immer dann, wenn viel Geld verdient wird, ein bisschen blind sind, was das kritische Auge betrifft.

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68 Gedanken zu “Yogeshwar kann auch populistisch

  1. @steven Militärische Berater bei Videospiele die vom Krieg handeln sind nichts neues, aber diese Berater stehen auf der Lohnliste des Entwicklers/Publishers und nicht auf der Lohnliste der US Armee oder US Regierung, wo ist da der Unterschied? Nun bezahlt das Militär werden Einschnitte in die Handlung vorgenommen benehmen sich US Soldaten nicht ehrenhaft wird dieser Teil vom Militär umgeschrieben. Call of Duty Modern Warfare 1/2/3 würde sicher nicht vom US Militär unterstützt werden, da einer der Hauptatagonisten des Spielers in der Geschichte ein US Special Forces General ist. Berater die von Spielefirmen bezahlt werden stellen nur bestimmte technische Teile des Equipments vor und erklären Regeln oder Vorgehensweisen von Soldaten die eine tiefere Immersion im Spiel erlauben, sie haben keinen Einfluss wie eine Geschichte abläuft, und daher sind die COD Spiele oder Battlefield keine Propaganda sondern Kulturgut.

  2. @steven
    Das ist keine Subventionierung, sondern eine Eigenproduktion. „Advisors“ mit militärischen Hintergrund gibt es auch nicht bei jedem Spiel und diese sind oftmals schon im „Ruhestand“, dass heißt nicht mehr auf der Gehaltsliste irgendeiner Armee. Auch wird das Spiel nicht dadurch billiger, dass jemand den Entwicklern verklärt wie Rangabzeichen der US-Armee 1944 aussahen.

  3. Ja, Mr Modgamer, was will ich Dir wohl sagen? Vllt. liest Du mal meinen ersten Post, dann könntest Du darauf kommen.

    Aber die Art, in der Du auf mich reagierst zeigt sehr deutlich, dass Dir ziemlich egal ist was ich sage oder schreibe. Ich habe ganz offensichtlich die falsche Meinung.

    Du erklärst in Deiner ersten Antwort auf mich „Behaupten kann ich viel, wenn ich nichts beweisen muss“. Ich habe Dir einen „Beweis“ gegeben.

    Dann pisst Du mich an, ich möge mal „Subvention“ bei Wikipedia nachschlagen. Habe ich getan, denn ich kann mit Kritik umgehen, scheinbar im Gegensatz zu Dir. Was lese ich also in der Wikipedia:
    „Eine Subvention (von lat. subvenire = zu Hilfe kommen) ist eine vermögenswerte Zuwendung eines Verwaltungsträgers oder des Staates an natürliche oder juristische Personen ohne marktmäßige Gegenleistung, die der Förderung eines im öffentlichen Interesse liegenden Zwecks dient.“
    Ungefähr das, was ich in meinem VWL-Studium gelernt habe.

    Was soll ich jetzt sagen: „vielleicht solltest du mal das Wort bei Wikipedia nachschlagen“ … Klugscheisser.

    Mal deutlich: Wenn die US Armee Berater an EA ausleiht, ohne dafür Bezahlung zu verlangen wäre das eine vermögenswerte Zuwendung…

    Der Rest von Deinem Gefasel hat recht wenig mit meinen Äusserungen zu tun.

    Aber ist mir wurscht was Du denkst oder hier schreibst, ich bin nur einmal vorbeigekommen und werde es wegen Deiner Art nicht wieder tun.

  4. @steven
    Etwas mehr Anstand würde dir auch gut stehen. So könntest du beispielsweise so freundlich sein deine Logik zu erklären.

    Wenn Ranga behauptet, dass man sich Gedanken darüber machen solle, warum ein Spiel „so günstig“ sei und damit auf Subventionen anspielt, würde dies für mich voraussetzen, dass es Spiele privater Anbieter gibt, die in Hinblick auf ihren subversiven Inhalt vergünstigt angeboten werden. Das ist aber afaik nicht der Fall: Die Preisgestaltung richtet sich afaik nach kommerziellen Gesichtspunkten und von „günstig“ gibt es offenbar auch verschiedene Auffassungen.

    Des Weiteren meinst du belegt zu haben, dass das Militär privaten Spielentwicklern kostenlos Berater zur Verfügung stellt. Wärest du so nett mich darauf hinzuweisen, wo du dies getan hast? McNab dürfte schon seit 1995 nicht mehr von der britischen Regierung bezahlt werden – er verdingt sich seit dem als Buchautor, so dass ich annehme, dass er sich auch für die Arbeit von Dice hat bezahlen lassen. Allgemein macht es für mich auch den Eindruck, als ob die Berater für militärische Themen nicht mehr im aktiven Dienst sind und sich nun eben auf diese Weise ihren Lebensunterhalt verdingen. Es muss sich dabei auch nicht immer um ex-Militärs handeln. So können auch Historiker herangezogen werden. In einigen Videospielen wird auch explizit darauf hingewiesen, dass das Militär nicht beteiligt wurde: „The US Military does not promote or endorse this product.“. Dass bei Filmen eine Beteiligung des Militärs üblich ist, ist mir klar, doch bei Videospiele ist das weniger relevant: Schließlich braucht man dort keine echten Panzer ausleihen, sondern kann gleich virtuelle bauen. Auch würde ich – z.B. wenn die Aufnahme von Schussgeräuschen gestattet wird – hierin keinen Umstand sehen der zu der Behauptung berechtigen würde, dass Videospiele billiger angeboten werden würden um enthaltene amerikanische Propaganda an den Mann zu bringen.

    Und zuletzt geht auch Americas Army (Teil 1 – 3) an der Sache vorbei. Das ist kein privates Spiel, sondern wurde von der US-Army entwickelt. Vergünstigt angeboten wird es auch nicht – sondern umsonst zum Download zur Verfügung gestellt. Mit diesem Umstand die Aussage von Ranga zu stützen wäre genauso stichhaltig wie die, dass man sich mal Gedanken darüber machen sollte, warum Kugelschreiber umsonst angeboten werden würden, um die politische Gesinnung zu verändern: 1. Werden zwar in der Tat Kugelschreiber im Wahlkampf von manchen Parteien umsonst verteilt, doch in Schreibwarengeschäften muss ich für diese und die Patronen leider regelmäßig Geld bezahlen. Es gibt also nicht den allgemeinen Grundsatz, dass alle Kugelschreiber kostenlos sind. Wenn ich bei Karstadt einen mitnehmen würde, könnte ich sogar angezeigt werden, weil das Diebstahl und somit eine Straftat ist. 2. Darüber hinaus dürfte auch nicht jeder Kugelschreiber einen Einfluss auf meine politische Gesinnung ausüben. Ok, nach Michael Mittermeier waren „Lamy“ und „Pelikan“ Füllfederhalter schon eine Möglichkeit für Rückschlüsse auf den Charakter einer Person, aber ich denke nicht, dass ich durch ein in einem Schreibwarengeschäft erworbenen Kugelschreiber plötzlich konservativ werde, weil die CDU vor 6 Monaten im Wahlkampf ebenfalls Kugelschreiber verteilt hatte.

    Oder möchtest du dich auf die Ebene begeben, dass z.B. dass Spielemagazin „GameStar“ von der Bundeswehr subventioniert und somit günstiger angeboten wird, weil der Redakteur Fabian Siegismund Offizier bei der Bundeswehr war/ist? Er wurde afaik auch nicht für die Arbeit an dem Magazin auf Rechnung des Bundes „entliehen“, sondern muss sich selbst seine Brötchen verdienen.

  5. “Es gibt Killerspiele, wo zum Beispiel man sich doch als User fragen muss, wieso ist ein so aufwendiges Militärspiel so günstig.“

    Das macht sowieso keinen Sinn. 50-60 Euro für aktuelle Top-Seller halte ich für ne Menge Geld.

  6. Da ging es wahrscheinlich um Americas Army oder irgendwelche kostenlosen Mods.
    Mal schaun, ob Jürgen Domian nächste Woche bei Fernsehkritik auch zu seiner Haltung gegenüber diesen Spielen gefragt wird.
    .
    Ist zwar sehr alt, aber vielleicht interresiert sich jemand dafür was Domian dazu meint:
    http://www.nachtlager.de/go/de/archiv/index?search=winnenden&category=archiv%2Ceinzelgespraeche
    (Youtube-Link finde ich zurzeit nicht mehr)
    Ab 15:25 besonders, sogar vor dem AWW, zu hören:
    Domian:
    „Das sind keine Pixel, das sind Menschen…“

  7. Das Domian kein Spielefan ist ist ja nichts unbekanntes, er hat sich ja auch schon oft genug negativ über Gamer/Games ausgelassen (Habe 1Live auf der Arbeit ja oft laufen gehabt).

  8. Mich wundert warum eigentlich noch niemand bei Domian angerufen hat und ihm erzählt hat er habe wirkliches Problem. Ja welches? Ja habe gerade ein paar tausend Menschen umgebracht. Ja wie denn? Mit einer Atombombe. Wo denn? Ja in Anno 2070! Oder: Das Problem er habe seine Freundin umgebracht, wie denn? Na sie versehentlich angeschrien, wie das? Nun ist eine Schlucht gestürzt. Wo denn? In Skyrim. Muss aufhören zu telefonieren. Warum? Hab einen Pfeil ins Knie bekommen. :D

  9. @Rey @steven
    Zumal nicht-VWLer „eine vermögenswerte Zuwendung“ in dem Sinne verstehen, wie sie (wirtschafts) Subventionen aus den Nachrichten kennen: nämlich als Überweisung von Geld durch A an B um damit C zu erreichen. Das aber die Army (Pentagon/Geheimdienste etc.) jemals Geld an EA, Activision und co. gezahlt haben wäre mir neu. Und davon hätte ich gerne Beweise.

    Das sich nämlich die Entwickler selbständig Berater suchen (wie Rey ausgeführt hat und ich auch schon geschreiben habe) ist etwas anderes, als wenn die Army (Pentagon/Geheimdienste etc.) proaktiv auf die Entwickler zugehen und einen „Advisor“ da lassen.

  10. Was erwarten den einige? Dass ein ca. 50-Jähriger sich mit den genauen Genres von Videospielen auskennt? Würdet ihr andersherum in einem Interview alles über was weiß ich z.B. naturwissenschaftliche Phänomene im Alltag wissen, und erwarten, dass euuer Gegenüber ein detailliertes Wissen darüber voraussetzt? Ich mein ich kenn mich auch gut mit Games aus, fühle mich aber nicht gleich zum Protest aufgerufen wenn jemand der sich eigtl absolut gar nicht mit dem Thema auskennen müsste immerhin einen groben ÜÜberblick über so etwas wie WoW zu haben schien. Viele gehen hier als echte Gamer heran, dabei ist es allerdings vollkommen vermessen, ihren Maßstab an Herrn Y. anzulegen. – was soll das? Es war doch ein hervorragendes Interview, aber nein kaum ordnet jemand das Wort „Killerspiel“ verzeihlicherweise falsch zu, rasten alle hier aus und schreiben nur darüber, obwohl der Rest viel bedeutsamer ist. Btw ist diese Debatte eine Sackgasse, die sich schon längst totgelaufen hat.. wozu dann immer noch diese Fragen danach

  11. @Darkfire
    Ich denke nicht, dass wir uns hier drüber aufregen, dass ein 50-jähriger sich mit der Materie nicht auskennt. Wir regen uns drüber auf, dass ein Wissenschaftsjournalist, dessen Job es schlicht und ergreifend ist, sich nicht damit auskennt bzw. sich differenziert dazu äußert. Seine persönliche Meinung dazu darf er ja gerne haben, aber als Journalist mit wissenschaftlichen Hintergrund, der in einer Wissenssendung arbeitet verlangen viele (mMn zu Recht, aber die Zeiten sind wohl vorbei), dass er objektiv und allumfassend an ein Thema herangeht.

    Um etwa bei der Aussage der 10% Süchtigen von weiter oben zu bleiben, wäre es nun die Aufgabe eines „richtigen“ Wissenschaftsjournalist zu sagen „Es gibt Studien die geben uns Ergebnisse von 10%, es gibt aber welche die sagen der Wert liegt bei 0,5%“, was eine weitaus differenzierte Darstellung wäre. Welchem Ende der Skala er nun mehr glauben schenkt ist ihm überlassen, als Journalist ist es aber seine Aufgabe und Pflicht diese nicht mit den nackten, kalten Fakten zu vermischen.

  12. @Darkfire
    Soll das etwa heißen, dass ein 50-Jähriger schon wegen seines Alters keine Ahnung von Games hätte. Da kenne ich aber andere Statistiken –
    Unter Subventionen verstehe ich für gewöhnlich einfach (finanzielle) Zuwendungen, wobei ich eine Rede von Subventionen als politischen Vorwurf aus der Geschichte des Populismus hier in Österreich eigentlich nur in Bezug auf den Staat (!) kenne: da wurde vorgeworfen was der Staat alles mit Steuergeldern finanzieren würde, also Transfermitteln wie man hier wohl sagen würde, auch zum Beispiel für einen Populismus traditionell unliebsame kulturelle Einrichtungen wie das Wiener Burgtheater.
    Ich glaub eher noch als auf ein Alter bezogen wird man so sagen können, dass ein Fernsehmoderator – den ich persönlich zum Beispiel schonmal vorher (wieder) nicht kannte, weil ich dessen Sendungen freiwillig garantiert nicht mehr ansehen würde, ich über Rundfunk hoffentlich längst hinweg bin – in Videospielen eine fremde Bedrohung für sein eigenes Medium sehen wird, in welchem er halt arbeitet.

  13. “Es gibt Killerspiele, wo zum Beispiel man sich doch als User fragen muss, wieso ist ein so aufwendiges Militärspiel so günstig.“

    Also mein lieber Scholli, was ist denn das für eine abstruse Aussage? Das hat ja beim besten Willen nichts mit dem Nichtverstehen des Mediums zu tun, genausogut kann er fragen: “Es gibt Filme, wo zum Beispiel man sich doch als Kinogänger fragen muss, wieso ist eine so aufwendige Filmproduktion so günstig.“

    Nichts für ungut, aber so eine Aussage zeugt entweder von abgrundtiefer Dummheit (gemeint ist hier wirklich Dummheit, unterdurchschnittlicher Intellekt) oder er denkt das die Menschen die ihn hören Idioten sind denen man alles erzählen kann.

    Und genau diese Dummbatzargumente darf man sich dann von jedem dahergelaufenen Depp anhören. Ich geh schlafen, sonst krieg ich meine südländische Wut. Nein, ich mein sonst werd ich traurig, wütend sein darf man ja als Spieler nicht mehr.

  14. Man sieht ja anhand dessen, wie die Bundeswehr händeringend nach Nachwuchs sucht, wie erfolgreich diese Spiele, Jugendliche fürs Militär begeistern. ^^

    Sorry Yogi, diese Rechnung geht nicht auf.

  15. Hmm ich hatte bei dem Yogeshwar schon immer das gefühl, es handele sich bei ihm nur um einen gut getarnten Gutmenschen. Schön wenn man sich bestätigt sieht, dann ist meine Menschenkenntnis wohl doch nicht so schlecht.
    Ansonsten üerraschen mich seine Äußerungen auch nicht. Den gleichen Mist würde wohl jeder von sich geben, der mal bei völliger Ahnungslosigkeit Moralkeulen schwingen will….

  16. Es gab mal eine Studie (aber meine Beobachtung bestätigt dies irgendwie…), die hat herausgefunden, dass Menschen im Nachhinein öfter sagen „Das wusste ich auch schon vorher“ oder „ich hatte bei [xxx] schon immer das gefühl,…“ (maSu).

    Selbst dann, wenn man sie mit offenkundigen Falschaussagen konfrontierte. ;)

  17. Guter Punkt Thomas :D

    Das Problem was ich aber mit dem Herrn Y. immer hatte war: seine erklärungen wirkten auf mich meist sehr übertrieben arti- und gestikuliert, ich hatte fast das Gefühl, er wollte das Wunder der Geburt pantomimisch darstellen (o.Ä.) was auf mich immer künstlich bzw. einstudiert und geschauspielert aussah und somit nicht glaubwürdig/ehrlich. Außerdem wirkt der Kerl auf mich glatt wie ein Aal :/

    Man mag es komisch finden, aber ich habe seine Sendungen nie gemocht und meist schnell weggedrückt. Auch weil der Herr meist Capt. Obvious so ähnlich war…

    Du wirst zB in meinem Familienkreis ganz fix herausfinden, dass ich die Sendungen von dem gemieden habe ;)

    Somit passt es schon: Ein echter Mann der Wissenschaft würde so einen Mist nicht von sich geben. Ein Schauspieler, der zwischendurch mal den Erklärbären gibt aber schon. Evt. war er zu lange beim TV und hat seine Wurzeln vergessen… hätte er sein Studium ähnlich wissenschaftlich angegangen, wie die Killerspielthematik, dann wäre das wohl nichts geworden…

    Aber wer weiß, wie ich über mediale Neuerungen denke, wenn ich sein Alter(auch wenn er noch nicht so alt ist…) erreicht habe… ich sehe mich schon lästern, dass doch früher eh alles besser war und man dieses Teufelzeug gar nicht brauchen würde :P hoffentlich geben meine Kinder und/oder Enkel dann ordentlich Kontra ^.^

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