Welt Online: „Crysis 2“ verursacht Nasenbluten

(welt)

Dies wäre zumindest eine mögliche Interpretation der von Welt Online einem Artikel beigefügten Fotostrecke. Die Autorin Kathrin Spoerr wollte testen, ob sie etwas mit dem Titel „Crysis 2“ anfangen kann, der jüngst als „Bestes Deutsches Spiel“ ausgezeichnet wurde. Der Inhalt des Erfahrungsberichts ist dabei nicht sonderlich spektakulär und weitgehend sachlich: Als Laie hat man naturgemäß mit Steuerung, Orientierung und Level-Design zu kämpfen, so dass hier die eine oder andere Hürde zu meistern ist. Vielleicht sollte der unaufgeregte Testbericht gerade deswegen medial aufgepeppt werden, was im Nachhinein aber wohl auch bei Welt Online als unangemessen angesehen wurde.

Die aktuell nur noch 6 Bilder umfassende Fotostrecke enthielt ursprünglich noch zwei weitere Abbildungen (Siehe Bild),  mit denen offenbar eine Metamorphose der Spielerin nachgezeichnet werden sollte. Mit aus Nase und Mund laufenden Blut sollte die einleitende Aussage veranschaulicht werden:

Aus der Spielerin wurde eine Killerin.“

Es kamen anscheinend jedoch Bedenken an der Sachlichkeit einer solchen Darstellung auf, weshalb sich Welt Online dazu entschied die Bilder zu entfernen. Ein Hinweis auf diese nachträgliche Bearbeitung fehlt jedoch, so dass der Leser von der Änderung nicht informiert wird.

23 Gedanken zu “Welt Online: „Crysis 2“ verursacht Nasenbluten

  1. Liest sich ganz ordentlich der Artikel. Die Bilder sind allerdings seltsam – wenn ich länger zocke, werde ich nur müde und mein Nacken tut weh. Die Blutungen sollte die Dame mal untersuchen lassen. ;)

  2. ich stelle mir vor was passieren würde wenn die frau mal Dead Space speilen würde, wenn sie schon bei crysis vor angst aufs WC läuft…

  3. Ich weiss beim besten Willen nicht was an diesem Artikel „sachlich“ sein soll – nur weil nicht mit Empoerungen und Kraftausdruecken gearbeitet wird, oder auf Werturteile verzichtet: ich meine im Gegenteil kaum je einen schlimmeren, diffamierenden Text uebrr Videospiele gelesen zu haben – um die „Sache“, naemlich „Crysis 2“, geht es darin doch hoechstens in ein paar (Neben-)Saetzen. Dafuer meint die Frau offenbar allein mit der Beschreibung von Konventionen im gesamten Shooter-Genre die Ablehnung einer Oeffentlichkeit praktisch selbsterklaerend darstellen zu koennen. Anscheinend mit Erfolg, wenn es schon nicht einmal mebr auffallen sollte weshalb sie da ploetzlich von ihren Kindern spricht, (Un-)Verstaendnis als abstraktes Konzept einer Allgemeinheit platziert, ganz bestimmte Wahrnehmungen von „Gut“ und „Boese“ in den Raum stellt etc. Die Bilder sind da fuer mich bloss noch eine abenteuerliche Kuer ins Widerliche eines bereits vorhandenen Textrestes –

  4. Bildunterschrift letztes Bild:
    „Crysis 2 ist als Videospiel des Jahres 2011 prämiert worden – die Entscheidung wurde von der Öffentlichkeit kritisiert.“
    Von wenigen CDUlern und einer folgsamen Presse…Aber egal, nett finde ich das:
    „Bei Y höre ich ein trockenes Klicken. Ich habe keine Munition.“
    Meine erste Idee: Megakick (Y)
    Ich muss mich ducken. Das geht mit Y
    Jetzt springe ich mit Y über den Spalt

  5. „Die Welt“ ist auch Axel Springer, wie die Bild. Das heist diese Zeitung versucht dem Blödsinn auch noch einen pseudointelektuellen Anstrich zu geben.

  6. Der Artikel ist voller Übertreibungen und der Erfahrungsbericht ist nicht haltbar, denn die Erfahrungen der werten Dame die dort kundgetan werden zeigen, dass das Spiel maximal 2-3h gespielt wurde – wenn überhaupt. Denn die Steuerung dürfte binnen der ersten Stunden oder spätestens des ersten Tages verstanden worden sein.
    Die Kreative 4fach-Belegung der Y-Taste belegt dies noch zusätzlich. Ansonsten ein sehr hektischer und reißerischer Artikel. Die Bilder sind da noch das Sahnehäubchen, das man versucht das heimlich zu löschen ist noch peinlicher…

  7. @maSu
    Ich kann mit Gamepads nicht umgehen, was auch ein grund dafür ist, dass ich die GC nicht mehr besuchen werde: Dort kann man kaum einen Shooter mit Maus und Tastatur spielen. Ich habe es mit einem Kumpel mal dort probiert, bin aber kläglich gescheitert. Zuletzt hatte ich von SNES eines in der Hand, jetzt mit doppelten Schultertatsen und analogen Sticks… Ich möchte nicht ausschließen, dass ich innerhalb von ein paar Tagen es schaffen könnte mit den Dingern im Kreis zu laufen, doch einer etwas älteren Frau würde ich das jetzt nicht so pauschal ankreiden.

  8. Sogar mein Vater, der nie was anderes als Maus und Tastatur gewöhnt war, kam innerhalb von 2-3 Stunden mit dem XBOX-Controller zurecht. Es war noch nicht sonderlich elegant, aber es ging.
    Hier behauptet die werte Dame jedoch, sich 5-6 Tage intensiv (bedeutet für mich mehrere Stunden pro Tag) nur mit dem einen Spiel beschäftigt zu haben.

    Ich kann die Abneigung der Maus+Tastaturspieler verstehen. Mein erste mal Gears of War war scheußlich, mir wurde am Anfang sogar schlecht von der Steuerung, weil mein Gehirn einfach aufgrund der Handbewegungen andere Bilder erwartet hätte. Ich brauchte ein paar Stunden ganz in Ruhe um mich da hinein zu arbeiten und nun ist es völlig normal. Binnen 5-6 Tagen sollte man aber in Lage sein, das einigermaßen zu beherrschen.

    Auch sollte man im Spiel weiter vorangekommen sein bzw. es locker durchgespielt haben – auch als Konsolenneuling, denn wir reden hier von einem Shooter, der nach wenigen Stunden geschafft ist und nicht von einem „epischen“ Rollenspiel, bei dem man alleine 20 Stunden braucht, nur um die Wege zurückzulegen, die es für die Hauptquest braucht – also keine Kämpfe ;)

  9. Natürlich kann jemand total unbegabt sein, aber soviel „Wissen“ wie der Artikel widerspiegelt, halte ich es für wahrscheinlicher, dass da einfach mal 1-3h rumgespielt wurde und dann auf diese „Basis“ dieser Artikel aufgesetzt wurde.

    1 Woche intensive Recherchearbeit für einen so kurzen und inhaltlich fragwürdigen Artikel halte ich für unwahrscheinlich ;)

  10. @Crusader
    Wie soll sich ueber so eine Berichterstattung ueberhaupt noch sachlich geaeussert werden koennen, die von einer Praemisse ausgeht – und diese ueber den Text (sowie eben noch diese Koerperbilder von der Spielerin) offenkundig sogar bestaetigt glaubt, die ich etwa – mit einiger Begruendung – nur verurteilend zurueckweisen kann. Naemlich was das „Morden“ oder „Killen“ angeht, was diese Spielbeschreibungen so auch ohne sie als solche Handlungen zu identifizieren doch wiedergeben sollen.
    Auch wenn das zweifelhaft erscheint: ansonsten macht der Artikel so doch keinen Sinn.

    Ich behaupte mal: es gibt in „Crysis“ keine einzige Gelegenheit zum Morden, weil es darin doch gar keine unbeteiligten Personen gibt.
    Und die einzige Option fuer den Protagonisten ist diesbezueglich vielleicht Suizid – so wie sich zu Beginn sein Vorgaenger (auf)geopfert hat. Also welche Ideologie spricht da schon von Mord?

  11. Naja, teilweise ist der Artikel schon komisch. Zuerst wird von „Morden“ gesprochen, dabei beinhaltet das Szenario in Crysis 2 den Kampf gegen Aliens, von Mord kann da keine Rede sein. Dann dieser Satz:

    „Am Morgen entdecken die Kinder die xbox. Sie schreien „Oooh“ und stellen eine Frage, die mich stutzig macht: „Ist das zum Spielen?“ Ich sollte ihren Umgang prüfen.“

    Umgang prüfen? Weil sie eine Spielekonsole erkennen? Wenn sie das nicht gekonnt hätte, hätte ich ihr Gehirn überprüft. Außerdem läuft auf einer XBox nicht nur Crysis.

    Generell war der ganze Beitrag sehr voreingenommen und die Autorin hat sich offensichtlich nicht auf ihr eigenes Experiment einlassen wollen.

  12. Vielleicht sollte sie sich von einen guten Neurologen untersuchen lassen, das wirre Geschreibe und das Nasenbluten sind ganz sichere Anzeichen das wohl ein defekt vorliegt.

  13. @Pyri
    Ein Mindestmaß an Sachlichkeit gehört zum menschlichen Miteinander. Wenn Gamer das nicht leisten können, stellen sie sich auf eine Stufe mit denen, die sie so oft kritisieren. Gerade auf Stigma haben wir (meist) ein ordentliches Diskussionsniveau gewahrt und deswegen gehen Aussagen wie „will uns die alte eigentlich verarschen“ mal gar nicht, weil sie nicht nur polemisch sind, sondern auch jeglicher Inhalt fehlt.

  14. @skully
    Was unsereins vielleicht wirr erscheinen mag dürfte dieser Frau ihrem Text zufolge viel Überwindungskraft gekostet haben, dahingehend sich überhaupt mit so einem Game zu beschäftigen. Wir, als damit Vertrautere, können wohl nicht nachvollziehen was sie daran vom Inhalt her womöglich auch nur so besonders findet, oder abstoßend – aus ihr scheint mir hingegen vor allem eines zu sprechen: Ekel.
    Dass es so etwas wie „Crysis 2“ tatsächlich gibt – in oder über welche Schachteln/Boxen auch immer…
    @Crusader
    Dann ist aus meiner Sicht kein „menschliches Miteinander“ mit dieser Autorin möglich.
    Ich habe ja schon früher bemerkt: solange nichts von „Killerspielen“ in so einem Text zu finden ist, sondern in dem Fall eher nur vom „Killen“ geredet wird ^^ Oder keine „Verbote“ gefordert werden, was immer die gegebenenfalls auch sein sollen, wird an vermeintlich „korrekten“ Beschreibungen von Spielinhalten selbst hier nichts gefunden. Doch gerade diese Wahrnehmungen stellen für mich das größte Problem in dem Zusammenhang dar, weil sie es sind die Sichtweisen zementieren oder bereits vorhandene Blickwinkel wie selbstverständlich bedienen – nicht irgendwelche VerbotsschreierInnen oder (andere) Empörte. Eine „Diskussion“ scheint mir so erst gar nicht (mehr) möglich zu sein und mit diesem zitierten Satz lässt sich der Artikel meiner Ansicht nach sogar sehr gut zusammenfassen, gerade vom Inhalt her: sie scheint für mich bloß Spott und Hohn für Gamer und Games übrig zu haben. Sogar so viel Spott und Hohn, dass sie diese nicht einmal bewerten mag – so möchte sie dem als Autorin und Mutter offenbar schon darüberstehen. Eine meiner Meinung nach keineswegs schwierige Textinerpretation, wenn man liest was sie über ihre Kinder dazu alles sagt – womit die (nicht) in Kontakt kommen dürften. Mit WEM und mit WAS nicht. Und nein: damit meint sie eben nicht unbedingt „Jugendschutz“, das hätte man hier wahrscheinlich gern (als leichte Ausrede). Mit „Jugendschutz“ kann man so negative Zugänge halt schnell einfach abtun.
    Ich möchte es mir jedoch nicht so einfach machen: „Jugendschutz“ ist es nämlich nicht, wenn Menschen gemieden werden sollen – für mich ist das eher so wie wenn jemand BDSM-Fernes in ein BDSM-Studio geht, es dort mit vermeintlichen Folterwerkzeugen zu tun bekommt – die von der Geschichte der Sklaverei her bekannte Peitsche aus dem fremden Studio wäre dann etwa die bekannte Munition aus einem zumindest über Nachrichtengewalt bekannten Krieg im fremden Game – und entsprechende Bilder über BDSM als Foltern und BDSMlerInnen als FolterknechtInnen werden demnach bestätigt. Und erst wenn diese Zugänge als solche auch erkannt werden, von der Gamer-Seite (!), könnte eine Debatte über „Killen“ in Videospielen aus meiner Sicht eigentlich auch erst beginnen.
    Frei nach dem Band „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ Computer –

  15. @Pyri
    Mit „weitgehend sachgerecht“ meinte ich vorallem die tatsächlichen Bezüge. Ich selbst achte eben vornehmlich auf die Authenzität der Fakten. Was für Meinungen hier zum Ausdruck gebracht werden ist mir weitgehend egal, da wir in diesem Land Meinungsfreiheit haben und jeder seine Ansichten – seien sie auch noch so abstrus – verbreiten darf.

    Auf dieser Ebene hast du – wenn man auf sie eingehen will – natürlich Recht. Auch auf mich wirkt es so, als ob die Autorin allein mit der Einstellung an das Spiel herangeht, dass dieses etwas für Kinder/Jugendliche sein könnte bzw. für diese gedacht sei. Dass sich die Spiele auch bzw. vornehmlich an Erwachsene richten – auf diesen Gedanken scheint sie gar nicht zu kommen. Da passt es auch ins Schema, dass sie sich offenbar sowohl gegenüber ihren Kindern als auch gegenüber den Kollegen für das was sie tut schämt. Wegen den Kindern wohl, weil es ungeheuerlich sei, beim Büro weil es für Erwachsene unziemlich bzw. pubertär scheint. Daneben wird auch noch durch eine Reihe von Aussagen versucht zu suggerieren, dass das virtuelle „Töten“ etwas mit realem Töten zu tun habe (Überschrift – versuchen Mörder zu werden, Bildunterschrift – sie sei zum Killer geworden).

    Nichtsdestotrotz würde ich – wie wohl auch Crusader – ihr das als Meinung „zugestehen“ und selbst nicht unsachlich werden. Diese mag zwar gegenüber dem Medium und den Spielern unfair erscheinen, aber nach bald Jahrzehnten Diskurs über „Killerspiele“ ist das nichts, worüber ich mich aufregen würde. Allgemein: Was interessiert mich „Journalismus“?

  16. Ich finde beim letzten Absatz den Teil mit ihren Kindern sehr bedenklich! Sie Kapiert das spiel nicht und deswegen dürfen ihre Kinder es nicht spielen! Naja gut, vielleicht hat sie auch nur Angst, dass ihre eigene Dummheit an ihre Kinder weitervererbt wurde und will diese deswegen davor schützen, damit sie nicht überfordert sind! ;-)

  17. Crysis 2 ist auch nichts für Kinder, das sieht man auch schon an der USK Einstufung.
    Die Info fehlt irgendwie im Artikel…

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