Nur ein Journalist

Dass Videospiele auch in anderen Medien rezipiert werden, ist heutzutage nichts besonderes mehr. Anders, als bei Christina Stümers „Mehr Waffen“, ist die Intention dabei auch nicht immer Videospiele in ein schlechtes Licht zu rücken. Einen Überblick über die Werke habe ich nicht, doch schon Eisenfunk mit „8bit“, Rymdreglage in Gänze, Basshunter mit „LOL(^^,)“ und Jan Hegenberg zeigen, dass es hier doch ein breites Spektrum an Liedern gibt. Verfilmungen von Videospielen sind ebenfalls nicht neu, was schon „Mortal Kombat“, „Resident Evil“ und „Final Fantasy“ zeigen.

Wohl auch Dank Uwe Boll ist die Qualität mancher Umsetzungen nicht unumstritten, so dass das der am 16.07.2012 vom ZDF ausgestrahlte „Max Payne“ m.E. noch zu den besseren Videospielverfilmungen zählt. Bei der Frankfurter Rundschau empört sich nun Klaus Staeck darüber, dass der Film gesendet wurde. Er bringt Videospiele und deren Verfilmungen offenbar zwanghaft mit Amokläufen in Verbindung und scheint Videospiele auch sonst nicht zu verstehen. Mehr muss man über den sich in Rage schreibenden Autoren und die banale Vorwürfe nicht wissen, denn es handelt sich lediglich um einen weiteren Versuch von Journalismus.

Wer sich nichtsdestotrotz selbst einen Eindruck verschaffen möchte, hier ein Auszug:

„Am Montagabend hatte nun das ZDF einen besonderen Film im Programm, der offenbar ganz im Sinne von Waffen- und Computerspielelobby Quote machen sollte. Oder war es – wenige Tage vor dem Jahrestag des Utøya-Massakers – ein nicht explizit ausgewiesener Beitrag zur Diskussion um hemmungslose, menschenverachtende Waffengewalt? Das ZDF zeigte für Jugendliche ab 16 Jahre „Max Payne“. Die Hauptfigur – ein Killermonster für die gute Sache, Frau und Kind rächend. Mehr muss über den Selbstjustiz übenden Helden und den banalen Inhalt nicht wissen, denn es handelt sich lediglich um die filmische Adaption des gleichnamigen blutigen Computerspiels von 2001. Der Held Max Payne schießt Heerscharen von Gegnern seine MPI-, Pumpgun- und Pistolenkugeln in die Leiber, wird dank einer Wunderdroge schier unverwundbar und für seinen außerhalb jeglichem Recht vollzogenen Feldzug gegen „das Böse“ zu einer wahren Lichtgestalt in dieser lächerlichen Film-noir-Karikatur.“

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19 Gedanken zu “Nur ein Journalist

  1. Ist das der Autor?
    http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Staeck
    Jahrgang 1938…

    aus der Wikipedia
    „Am 29. April 2006 wurde Staeck auf der Mitgliederversammlung der Berliner Akademie der Künste unerwartet zu deren Präsidenten gewählt.“
    „Am 9. Mai 2009 wurde Staeck auf der Frühjahrsmitgliederversammlung der Akademie wiedergewählt“

    Ohne Worte…. :-(

  2. Nun was ist noch am 22. Juli passiert und was kann man da noch reininterpretieren?

    https://de.wikipedia.org/wiki/22._Juli

    2003 Qusai und Uday wurden zur Strecke gebracht. Warscheinlich nicht genug Schmerzmittel dabei gehabt?

    1993 In Sarajevo schlagen 3777 Granaten ein, und kaum noch Schmerzmittel in der Stadt.

    1986 Die Prügelstrafe in den britischen Schulen wird untersagt, also keine Schmerzmittel mehr für die lieben Kinder.

    Die Fragen die ich mir stelle, warum ausgerechnet diese SPD-Mumie von Breihirn so faziniert ist? Warscheinlich wieder ein ignoranter Kulturfaschist der seinen Amokläuferfetischismus an der Schreibmaschine ausleben muss bevor er den Löffel abgibt. Liegt es vielleicht daran das ihn Breihirn an sein 1938er Jugendhelden erinnert?

    Wäre es vielleicht für Klaus Staeck die zwielichte lächerliche SPD Karikatur besser gewesen wenn der Film am 21. Juli gelaufen wäre? Der Tag an dem man Radovan Karadži? dingfest gemacht hat. Oder am 23. Juli wo Al Quaida in Scharm el Scheich/Ägypten 88 Menschen getötet hat? Fragen über Fragen.

  3. Also ich bin ja immer bereit eine objektive und kritische Diskussion zu dem Thema Gewalt in Videospielen und welche Auswirkung diese auf unsere Gesellschaft ausübt zu führen. Aber dafür sollte man zumindest die Fakten klar stellen.
    Ja, Max Payne (der FIlm) ist eine lächerliche Noir-Karikatur, die sich viel mehr als Videospiel-Verfilmung sieht, als das Spiel selbst als Videospiel. Ist Max Payne ein Killer „Monster“? Nein. Metzelt er hunderte Menschen ab? Auch nicht. Wird der Einfluss von Drogen in dem Film (oder Spiel) positiv dargestellt? Scheiße, nein! Die Geschichte dreht sich gerade darum, wie Drogen als Mittel der Kontrolle eingesetzt werden.

  4. http://www.tagesspiegel.de/kultur/dokumentation-klaus-staeck-ueber-die-gefahr-der-blogorrhoe/1620744.html
    „Klaus Staeck über die Gefahr der „Blogorrhoe““ von 2009
    „Der Präsident der Akademie der Künste Klaus Staeck zur Preisverleihung von „Der lange Atem“: Seine Rede über die Gefahr, der „Blogorrhoe“ zu erliegen – eine Verteidigung des klassischen Journalismus.“

    „Welche ethischen, letztlich juristischen Grenzen zum Beispiel bei öffentlicher Jagd auf Andersdenkende, Andersrassige, Andersgläubige wird es noch geben, wenn Blogs aus dem Ruder redaktioneller Filterung laufen und zu Sammelbecken von zunächst anonymen geistigen und politischen Finsterlingen werden?“

  5. Das was der gute Man schreibt mal hin oder her…. aber was hast du dir dabei gedacht Max Payne zu einen der „besseren“ Spielverfilmungen zu erheben? Hallo? Marky Mark als Max Payne?

  6. @Rey
    Warum der Christina Stürmer Bezug? Der war vor Jahren doch schon mal Thema in einer News (und da imo schon ziemlich unsinnig), doch hier geht mir der Sinn noch mehr ab.
    .
    @Topic:
    Überlege noch was ich erbärmlicher finde: Den Kommentar von Staeck, der so polemisch und inhaltsleer ist, wie lange keiner mehr oder das die FR solche Sachen überhaupt veröffentlicht. Immerhin möchte doch jede Zeitung, ja sogar (gerade?) die B***, zumindest als fundiert arbeitend gelten und da kann so ein Stammtisch-Geschwafel doch nicht förderlich für das Image sein.

  7. @Crusader
    Es ist einerseits einfach ein „gutes“ Beispiel dafür, dass sich Künstler auch außerhalb von Videospielen mit dem Medium auseinandersetzen. Dass ihre Unterstellungen nicht jeden gefallen werden ist andererseits auch klar, wobei das Lied von Gamer – ich habe zumindest den Eindruck – ähnlich dem Yankee Doodle „gekapert“ wurde.

  8. @Rey
    Beispiel für Auseinandersetzung in anderen Medien ja, wobei ich deine Einschätzung nach Unterstellungen im Song nachwievor nicht ganz nachvollziehen kann, weil ich den Song anders interpretiere. Doch die Diskussion von damals muss ja nicht wieder aufgewärmt werden. Ist ja gut, dass es unterschiedliche differenziert begründete Meinungen gibt – das unterscheidet uns von den auf dieser Seite oft kritisierten „Spieleexperten“. ;)
    .
    Back2Topic:
    Grad‘ lief in der Tagesschau ein weiteres „schönes“ Beispiel für spielbezogene Spekulationen: Amoklauf in Aurora bei der „Dark Knight Rises“ Premiere, Täter unauffällig, keine Vorstrafen, nicht bei der Armee gewesen, bislang kaum was bekannt – und was liefert die Korrespondentin als Erklärungsversuch? In einem Batman Computerspiel werden auch Menschen erschossen.
    Noch findet sich die aktuelle Ausgabe nicht in der Mediathek wieder…

  9. Andere Interpretationen sollten schon auch begründet werden können. Ansonsten wird es schnell absurd: der Text bedient praktisch sämtliche Stereotype gegen Videospiele. Deren Inhalte wie heteronormativ männlich-jugendliche Rezipienten. Vom „Blut“ und der Gewalt bis hin zu Bildern einer angeblich übermäßigen Oberweite von Frauenfiguren in Games – was bei Betrachtung des Körpers der Sängerin wiederum auf ein persönliches Problem dieser mit ebensolchen Körpern Anderer nahelegt. Als Österreicher habe ich teilweise notgedrungen medial auch schon miterleben „dürfen“ mit welchen Inhalten sie positiv ihre Karriere aufgebaut hat, und da ist für Videospiele eben kein Platz. Das ist so als würde ich als Kleinwüchsiger gegen Hünen wettern und der „Kölner Aufruf“ ist schließlich auch kein Loblied auf Videospiele –

  10. @Pyri:
    Nur kurz, da ich mich in der besagten News schon ausführlicher zu meiner Interpretation geäußert hatte: Sehr den Song nicht als Kritik an Spielen, sondern als Bezug auf eine bestimmte Gruppe Kinder / Jugendlicher, die sich als Außenseiter in Gewaltfantasien flüchtet (s. etwa die Passage: „Du bist erst 14 Jahre alt und schreist schon nach Gewalt…) und in diesen glaubt Bestätigung zu erfahren, ergo: befasst euch mit den Kindern.
    .
    Zur Tagesschau:
    Der Beitrag ist online:
    http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts35606.html (bei Minute #9 kommt die Aussage)

  11. „Sag mal, spielst du mit dem Titel auf Matrix an?“

    Musst ich auch sofort dran denken. Im Original sagt Trinity übrigens „Dodge this“ (Weich dieser Kugel aus), im Deutschen sagt sie „Nur eine Maschine“.

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