AGB-Änderung: Valve verbietet erschlichene Aktivierung

(vdvc) Ein Umstand, der oft vergessen wird: Auch Videospiele, die nach § 131 StGB wegen eines gewaltverherrlichenden Inhalts verboten sind, dürfen für die private Nutzung gekauft und importiert werden. Bei wegen Gewaltdarstellungen „bloß“ indizierten Titeln trifft das erst recht zu. Praktisch kann es hierbei jedoch zu Problemen kommen. So können eine Reihe von Spielen zwar aus dem Ausland importiert werden, doch die für die Nutzung erforderliche Aktivierung wird von deutschen Internetanschlüssen aus nicht ermöglicht. Eine typische Fehlermeldung:

Not Available – Due to local laws and regulations, Activision does not allow this version of Call of Duty: Modern Warfare 2 to activate inside of Germany. You will be able to activate this version of Call of Duty from outside Germany.

Spiele, bei denen eine Aktivierung der unzensierten Version nicht glückt, sollen unter anderen „Call of Duty: Modern Warfare 2„, „Inversion“ sowie „Saints Row 2“ und „Saints Row 3“ sein. Bisher war es möglich die Spiele über einen Proxy-Server dennoch zu aktivieren. Eine Möglichkeit, die bisher höchstens halblegal war, nun aber von Valve untersagt wurde. Wer im August dem neuen Steam-Nutzungsvertrag zugestimmt hat, musste dabei auch die folgende Klausel akzeptieren:

Sie verpflichten sich, weder ein IP-Proxying noch ein sonstiges Verfahren einzusetzen, um den Ort Ihres Wohnsitzes zu verschleiern, wobei dies sowohl im Hinblick auf eine Umgehung von geographischen Beschränkungen hinsichtlich der Inhalte von Spielen als auch für Käufe zu an Ihrem geographischen Standort nicht geltenden Preisen als auch für sonstige Zwecke einer entsprechenden Verschleierung gilt. Falls Sie gegen diese Pflicht verstoßen, sind wir berechtigt, den Zugang zu Ihrem Benutzerkonto zu unterbinden.“

Der Änderung NICHT zuzustimmen bringt den Käufer die Nutzung des von ihm erworbenen Titel übrigens auch nicht näher:

[…] Entweder er stimmt den Änderungen zu oder er betätigt den Button „Abbrechen“, mit der Folge, dass der Spieler keinen Zugriff mehr auf seinen Spieler-Account hat.“

So der Bundesverband der Verbraucherzentralen, der Valve wegen diesem Vorgehen abgemahnt hat.

Korrektur:

Valve hat – Danke an NoName für den Hinweis – eine solche „erschlichene“ Freischaltung möglicherweise auch schon nach den bisher geltenden AGB untersagt. Der fragliche Passus war jedoch etwas allgemeiner gefasst:

„Sie dürfen die Steam Software für Ihre privaten Zwecke nutzen, sind aber zu folgenden Handlungen ausdrücklich nicht berechtigt: […] Die von Valve in einer beliebigen Netzwerkanwendung der Steam Software verwendeten Kommunikationsprotokolle […] umzuleiten […].“ 

Ein weiteres Detail der neusten Änderung: Nunmehr soll die Steam Nutzung deutscher User primär luxemburgischem Recht unterliegen:

Sie erklären Ihr Einverständnis damit, dass die vorliegende Vereinbarung als im Großherzogtum Luxemburg abgeschlossen gilt und dass luxemburgisches Recht unter Ausschluss des luxemburgischen Kollisionsrechts und des UN-Übereinkommens über Verträge über den internationalen Warenkauf (CISG) gelten soll. Soweit jedoch das luxemburgische Recht ein niedrigeres Verbraucherschutzniveau als das Recht Ihres Wohnsitzlandes bieten sollte, haben die Verbraucherschutzgesetze Ihres Wohnsitzlandes Vorrang.“

35 Gedanken zu “AGB-Änderung: Valve verbietet erschlichene Aktivierung

  1. Das stand schon immer da drin. Da war grob gesagt die Rede davon, dass es nicht erlaubt ist, die Kommunikation von Steam in irgendeiner weise zu beeinflussen oder umzuleiten. Das schließt auch Proxys oder VPN aus.
    jetzt ist es halt nur ausdrücklicher formuliert.

    2 Wege das zu umgehen:
    1. Einfach von jemandem im Ausland per Steam als Geschenk schicken lassen.
    2. Per VNC zum Rechner einer vertrauenswürdigen Person im Ausland verbinden, dort dann in Steam einloggen und das Spiel aktivieren. Damit verändert man weder die Kommunikation von Steam (läuft ja auf dem anderen PC), noch gibt man seine Accountdaten weiter (man tippt sie ja selbst ein). Valve kann das aber nicht von VPN unterscheiden. Also am besten aufnehmen oder viele Screenshots erstellen, als Beweis das man die Nutzungsbedingen nicht verletzt hat.

    Außerdem ist eh die Frage in wie fern Valve so etwas nachgeht, solange man nicht versucht etwas zu kaufen, sondern nur etwas aktiviert. Das dürfte nämlich wohl eher da drin stehen um die Publisher zu beruhigen.

    Ich habe schon einige Spiele bei VNC aktiviert, hin und wieder Steam über VPN laufen lassen (ohne etwas zu aktivieren oder kaufen) und auch einen US-VPN benutzt um Darksiders 2 eher freischalten zu können. Passiert ist nichts.

  2. @NoName
    Danke für die Information.
    Wäre es nebenbei nicht auch möglich per Laptop mal kurz über die Grenze rüber zu rennen, das Spiel dann vom ausländische Netz aus freizuschalten und dann zurückzugehen?

  3. Edit:
    Ich weiß nicht, ob das ein offizieller Valve Angestellter ist.
    In jedem Falle aber ist der Kerl involviert, da Webmaster des Half Life Portals.

  4. Bin ich froh, dass ich die Importversion von MW2 schon vor längerer Zeit aktiviert habe…
    .
    @Activ[E|H]ate
    Hatte mich bei der Gamescom mit einer Vertreterin von Steam unterhalten und mich dabei mal nach dem aktuellen Stand der Umsetzung der „For Uncut“ Forderungen erkundigt. Aussage war, dass Steam da – allein schon aus marktwirtschaftlichen Gründen – sehr dran gelegen sei und sie derzeit auf ein Gutachten der Rechtsabteilung warten, dass die Chancen ausloten soll.

  5. Das man diverse Spiele bei Steam nicht kaufen kann wenn man ne deutsche IP hat, das ist ja schon länger bekannt und liegt ja im ermessen des Betreibers, aber das man diverse Spiele nichtmal aktivieren kann ist mehr als nur ärgerlich.
    Wenn ich das Spiel in einer bestimmten Version besitze, dann muss ich es auch aktivieren können, basta.

    Kein Wunder das da ein paar Leute notgedrungen zu diversen Tricks greifen.
    Aber um die wird es Valve nur am Rande gehn, so zielt man wohl eher hierrauf ab:
    „Käufe zu an Ihrem geographischen Standort nicht geltenden Preisen“

    Wer aus EU Zone 1 kommt und mit ner IP aus EU Zone 2 spiele kauft, kommt meist billiger.

  6. Um es mal ganz brutal zu sagen. Ich interessiere mich kein bisschen für deren AGB. Da sie nicht auf uns zugehen wollen, werden sie halt verarscht und zwar hochverdient.

    • Deren AGB sind an vielen Stellen sogar Rechtswirdrig (und das nicht nur nach deutschen Recht) und Steam weiß das auch ganz genau und auch mit Geo-Lock und co. bewegt sich Steam/Valve rechtlich auf ganz dünnen Eis.

  7. Nicht Valve ist das Problem, sondern der „Jugendschutz“ im Zusammenhang mit dem Strafrecht in Deutschland.
    Noch viel schlimmer sieht es etwa bei Sony aus, welche die öffentliche „Resident Evil 6“-Demo für Deutsche etwa nur über ihr kostenpflichtiges Plus-Angebot zugänglich gemacht haben. Da wird sozusagen für „Jugendschutz“ schon längst auch bezahlt und werden verschiedene Öffentlichkeiten bereits geschaffen – ähnlich wie es eine eigene „Jugendschutz“industrie bei Erotikangeboten im Internet auf deutschen Servern gibt.
    Und die Spielpresse unterstützt das auch noch bereitwillig –
    Wollt Ihr denn für Rechte welche in anderen Ländern ganz selbstverständlich sind auch wirklich was bezahlen? Weshalb scheint die deutsche Ausweispflicht im Land überhaupt so akzeptiert zu sein – warum fragt da niemand nach Datenschutz zum Beispiel. Ich denke das (alles) ist nämlich letztlich auch gemeint falls Valve an der jetzigen Situation konkret etwas ändern wird.

  8. Wenn Steam wirklich wollen würde, würden sie Postident oder ein anderes rechtlich abgesichertes System verwenden, um deutschen Spielern Titel wie Dead Island und Left 4 Dead 2 zugänglich zu machen.

  9. @Pyri: Da Steam kein Sitz in Deutschland hat, kann ihn der Jugendschutz eigentlich am A… vorbei gehen. Plattformen wie GOG.com bieten ja auch die Index-Spiele an, ohne IP-Sperre.

  10. Der „Jugendschutz“ ist natürlich nur ein vorgeschobenes Argument: Während es z.B. im JMStV durchaus Gründe gibt, warum rein digital distribuierte indizierte oder gar beschlagnahmte Spiele nicht so (ohne Weiteres) auch in Deutschland per Steam distribuiert werden, existiert gem. JuSchG schlichtweg kein einziger Grund, warum trägermediale Spiele nicht in Deutschland aktivierbar sein sollten; der Verweis auf den Jugendmedienschutz in Deutschland als Grund für eine IP-Sperre bei der Aktivierung diverser Spiele, ist blanker Unsinn. M.M.n. geht es in diesen paar konkreten Fällen auch primär darum, die (mehr oder weniger kostenintensiv) zensierten (und ggf. anderweitig lokalisierten) dt. Versionen abzusetzen, die sosnt – sorry – kaum ein Schwein kaufen würde.

  11. @ Vica
    Wäre es da nicht mittelfristig einfacher, einfach gar keine angepassten Versionen anzubieten?
    Sondern eben direkt die Uncut – Fassungen?
    Damit würden die am Ende sogar Geld sparen xD

  12. Naja sollte es wirklich jemals zu dem Fall kommen das Valve meinen Steam Account mit 150+ Spielen sperrt, weil ich meine legal erworbene Version von Saints Row 3 oder Dead Island über einen Proxy aktiviert habe. Dann werde ich auch keinerlei Skrupel haben mir diesen Verlust dadurch zu erstatten meine Spiele nur noch komplett DRM-frei Geschmacksrichtung Raubkopie zu besorgen.

    In der Hinsicht erntet die Industrie was sie zuvor gesät hat..

    Mal eine Frage diesbezüglich: Ist es nicht so das USK Freigaben verbindlich sind? Also laut Gesetz sollte die Kassiererin im Mediamarkt ja selbst bei USK 12 Titeln das Alter des Käufers bestätigen. Wie genau sieht das dann aus wenn man diese Logik auf Steam ausweitet? Würde das nicht bedeuten das Steam momentan so oder so deutsches Recht bricht? Immerhin kann dort jeder 14 Jährige USK 16/18 Titel erwerben ohne eine aussagekräftige Altersüberprüfung.

    Vielleicht ist das ja ein Punkt wo man ansetzen könnte?

  13. @Freeflight
    „(3) Der Anbieter kann seiner Pflicht aus Absatz 1 dadurch entsprechen, dass er
    1. durch technische oder sonstige Mittel die Wahrnehmung des Angebots durch Kinder oder Jugendliche der betroffenen Altersstufe unmöglich macht oder wesentlich erschwert oder
    2. die Zeit, in der die Angebote verbreitet oder zugänglich gemacht werden, so wählt, dass Kinder oder Jugendliche der betroffenen Altersstufe üblicherweise die Angebote nicht wahrnehmen.
    (4) Ist eine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung im Sinne von Absatz 1 auf Kinder oder Jugendliche anzunehmen, erfüllt der Anbieter seine Verpflichtung nach Absatz 1, wenn das Angebot nur zwischen 23 Uhr und 6 Uhr verbreitet oder zugänglich gemacht wird. Gleiches gilt, wenn eine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung auf Kinder oder Jugendliche unter 16 Jahren zu befürchten ist, wenn das Angebot nur zwischen 22 Uhr und 6 Uhr verbreitet oder zugänglich gemacht wird. Bei Filmen, die nach § 14 Abs. 2 des Jugendschutzgesetzes unter 12 Jahren nicht freigegeben sind, ist bei der Wahl der Sendezeit dem Wohl jüngerer Kinder Rechnung zu tragen.(5)
    Ist eine entwicklungsbeeinträchtigende Wirkung im Sinne von Absatz 1 nur auf Kinder zu befürchten, erfüllt der Anbieter von Telemedien seine Verpflichtung nach Absatz 1, wenn das Angebot getrennt von für Kinder bestimmten Angeboten verbreitet wird oder abrufbar ist.“
    http://www.landesrecht-bw.de/jportal/?quelle=jlink&query=JMedienSchStVtrG+BW&psml=bsbawueprod.psml&max=true&aiz=true

  14. Nein. Der Vertrieb von nicht gekennzeichneten oder gar indizierten Spielen rentiert sich schlichtweg nicht; da heißt es für den dt. Vertrieb entweder eine angepasste Version oder gar keine anzubieten.

  15. Ganz einfach:
    1.) Wird ein Medium selbst als nur (einfachj) jugendgefährdend indiziert, verschwindet es „unter die Ladentheke“ und ist damit auch für die Industrie nicht mehr tragfähig; kaum jmd. kann es sich leisten, Spiele zu verkaufen, die niemand mehr zu Kenntnis nehmen kann, außer auf konkretes Nachfragen hin… und kaum ein Laden hält Spiele vorrätig, nach denen nie jmd. fragt (und das wenig gefragt wird, dürfte auch mit an einer evtl. Stigmatisierung liegen, am Hautgout des „Verbotenen“ indizierter Medien); ohne im Vorfeld auf der sicheren Seite zu sein lohnt sich weder die massenhafte Produktion nicht gekennzeichneter Spiele, noch Werbekampagnen o.ä..

    Nun könnte man sagen: „Dann sollen sie halt zwischen der Markteinführung und der evtl. indizierung versuchen möglichst viel Gewinn zu machen.“ Ja, im Filmbereich ist das z.T. durchaus der Fall, aber ungeachtet dessen, dass eine Indizierung theoretisch bereits am Markteinführungstag möglich wäre, greift dort prinzipiell Punkt 2.): Der Handel bietet nicht gekennzeichnete Spiele i.d.R. nicht an, denn er könnte damit bereits z.B. (fahrlässig) schwer jugendgefährdende Medien im Sortiment haben und gegen das JuSchG verstoßen, wenn er sie nicht gleich behandelt wie bereits indizierte Medien (also „unter der Ladentheke“ handelt) und hat dann ggf. ernsthafte rechtliche Konsequenzen zu befürchten; die letzten ca. 6 Jahrzehnte Indizierungspraxis und diverse Exempel (Großaktionen etc.) haben den handel gsensibilisiert, wie auch das generelle Klima, das so eine „Killerspiel“-Verbotsdebatte generieren kann.

  16. Soweit, so gut.
    Aber Steam hat doch gar keinen deutschen Sitz, oder?
    Damit könnte denen doch unsere Indizierungspraxis im Grunde vollkommen gleichgültig sein.
    Oder übersehe ich hier etwas?

  17. Ich habe nur von Trägermedien gesprochen, Telemedien sind nicht mein Fachgebiet. ungeachtet dessen hat die Valve Corporation zwar keinen dt. Sitz, aber die Kunden, die Steam als Vertriebsplattform nutzen. Auch gilt insg. das,w as ich über die dt. Niederlassungen geschrieben habe. Ungeachtet dessen wäre es (soweit ich das Überblicke) u.U. möglich,das ganze wie bei gog.com o.ä. zu handhaben, wenn es z.B. gar keine dt. Version, Niederlassungen u.ä. gibt, da wird der Faktor „Image“ aber eine Rolle spielen… wäre ja nciht das erste Mal, dass Akeure außerhalb dt. Jurisdiktion vor dt. Gesetzen kuschen, ohne dass dazu Not am Mann wäre.

  18. @Rey
    Danke, aber irgendwie wird daraus für mich auch nicht ersichtlich inwiefern sich Valve an deutsches Recht hält.
    Außer man geht davon aus das Steam installieren bzw. eine Zahlungsmöglichkeit hinzuzufügen den Zugang für Kinder und Jugendliche „erschwert oder unmöglich macht“. Das wäre allerdings eine recht großzügige Auslegung des Begriffs „erschweren“. Vor allem wenn man bedenkt das Steam auch F2P Spiele anbietet mit dem USK „ab 18 Siegel“. Da greift dann nicht einmal mehr das Argument das Kinder/Jugendliche ja keine Kreditkarte/Zahlungsmöglichkeit haben.

    Also entweder übersehe ich irgendwas oder es ist einfach so das Steam momentan sowieso nicht Konform mit deutschem Recht geht. Was ja auch kein Vorwurf gegenüber Valve sein soll, das deutsche Recht ist in der Hinsicht ja auch mehr eine utopische Wunschvorstellung die jegliche Praxis oder Realität ignoriert.

    Aber das wäre doch vielleicht mal ein Ansatzpunkt um Valve zum handeln zu zwingen. Von deren Seite wird ja oft genug mit „Das sind halt die Gesetze, können wir nix ändern“ argumentiert. Könnte man nachweisen das die momentane Praxis so oder so nicht Gesetzeskonform ist dann wäre Valve gezwungen so einiges zu überarbeiten.

  19. Also ob Steam sich als Anbieter im Ausland an die deutschen Jugendschutzgesetze halten muss weiß ich nicht. Ich halte es aber für gut möglich, da z.B. deutsche Datenschutzvorschriften anwendbar wären.

    Das, was Valve macht, erfüllt afaik NICHT die deutschen Gesetze. Um Angebote „ab 16“ bzw. „ab 18“ verkaufen zu können, müsste man den Kunden auf die Volljährigkeit prüfen. Finden tu ich im Moment aber leider nur was zu den Anforderungen für eine Prügung bei indizierten Titeln (§ 4 Abs. 2 JMStV) und nicht bei nur jugendbeeinträchtigenden (§ 5 Abs. 3 Nr. 1 JMSTV):
    http://www.altersverifikation.com/allgemein/bgh-urteil/

  20. Spekuliere mal ins Blaue hinein, da ich mich mit dem Zahlungswesen nicht auskenne: Ist die elektronische Zahlung nicht eine Form der Altersverifikation? Las gerade in den PayPal AGBs, dass man volljährig sein, um ein Konto eröffnen zu können.
    .
    Wäre zwar keine Erklärung dazu, warum indizierte (jedoch nicht verbotene) Spiele nicht angeboten werden, könnte aber erklären, warum die Spiele ohne Einschränkung (jenseits der USK Einstufung) ohne weitere Prüfung verkauft werden dürfen.

  21. @Rey
    Naja politische Wunschvorstellung ist ja das im Internet „deutsches Recht gilt“, alles andere würde ja bedeuten wir hätten hier einen „rechtsfreien Raum!11“ ;)

    Aber wie gesagt, von Valve kommt in regelmäßigen Abständen die Aussage „Wir halten uns nur an national geltendes Recht. Wenn euch das nicht passt, müsst ihr die Gesetze in eurem Land ändern“. Könnte man beweisen das Valve sowieso gegen geltendes Recht verstößt wäre Valve zum Handeln gezwungen.

    @Crusader
    Den selben Gedankengang habe ich ja bereits oben beschrieben. Aber auch der funktioniert nicht wenn man bedenkt das (afaik) Steam die F2P Titel auch ohne Zahlungsmöglichkeiten anbietet. Und dort findet man auch den einen oder anderen „ab 18“ Titel zB APB. Egal wie man es dreht und wendet, es haut nicht hin..

  22. @MaxSchmerz und Activ[E|H]ate
    Das stimmt zwar und beträfe auch andere Firmen der Branche. Dennoch ist es nicht ganz so wie bei irgendwelchen ausländischen Websites, sondern ich kann mir hier aus Österreich etwa auch aussuchen ob ich meine Steam-Daten von einem deutschen Server haben möchte, das heißt Valve nutzt zumindest irgendwo deutsche Server. Und deshalb werden sie den Jugendschutz zumindest als Vorwand anführen (können)
    Ihr Angebot ist ja auch lokalisiert – was in anderen Medien ebenfalls nicht der Fall ist. Wie es mit der Werbung von Valve in Deutschland aussieht, also falls Steam bei Ungehorsam theoretisch am Index landen sollte, weiß ich nicht, ich kann mir aber vorstellen dass deren potentieller Verlust – wie in anderen Fällen auch – für Valve die größte Rolle spielt. Mein Comment bezog sich eben nicht nur auf die Aktivierungen von PC-Spielen aus dem Retail – deren Verhinderung so oder so keine rechtliche Grundlage haben dürfte, auch bei anderen Firmen nicht – sondern auf das gesamte Angebot.
    Mir hat auch noch niemand rechtlich erklären können weshalb sich die Politik von Sony und Microsoft auf den beiden Konsolenmarktplätzen (jetzt da bei Sony das „Plus“ so forciert wird mehr denn je) so drastisch unterscheidet, dass USK-18-Titel bei Microsoft doch eher unproblematisch erscheinen. Ähnlich wie Steam ist das PSN WWW-offen, weshalb auch Steam selbst dort im Falle von „Portal 2“ zugänglich gemacht wurde: erst heute wird das von mir lang erwartete „Peace Walker HD“ nicht in Deutschland dort erscheinen, wegen USK-18

    @Rey
    Der Einzelhandel, also der Retail, wird anzuweisen sein darauf zu achten. Ansonsten, also wenn das auch digital stimmen würde, müsste sich ja auch die Spielpresse daran halten und könnte nicht einmal mehr USK-16-Videos bringen wie sie heute vorgeschoben werden. Du meinst wohl irgendeine Passage aus dem Jugendmedienschutzstaatsvertrag…
    Zuständig für Cover-Discs ist ja die DT-Control, doch theoretisch müssten sie ja jedes einzelne Video prüfen lassen bevor sie es zumindest auf ihrer Seite zeigen. Das ist doch total unrealistisch, auch wenn es heute schon Anzeichen für so einen Schein gibt der dabei gewahrt werden soll. Welches Schindluder da mit der USK getrieben wird vermag ich glücklicher Weise nicht zu sagen, ich bin aber wirklich skeptisch dass die dort nur USK-geprüfte Videos zeigen würde. Prüft die USK überhaupt Videos? Afaik doch wenn dann nur für Messen… Wie sieht es weiterhin mit der Vorberichterstattung aus, etc. Also ich halte das im Internet für ein Ding der Unmöglichkeit – keine Live-Übertragung aus den USA wäre so praktisch mehr möglich, oder die gesamte US-Industrie müsste sich vorher mit der deutschen OLJB absprechen. Anzeichen dafür gibt es ja leider schon mehr als genug. Zuletzt gab in den europäischen Nintendo-Sendungen zur Wii U ja schon Videos wo die meiste Zeit ein schwarzes Bild transportiert wurde, mit dem Hinweis dass für Deutsche das Bild nicht zugänglich gemacht werden könnte. Der brutale Ton scheint weiterhin kein Problem zu sein…

  23. Hm, schade. Ein erster Nachteil von Steam. Ich habe mir damals L4D2 aus UK(unzensiert halt – abgesehen vom Cover *g*) gekauft – brauchte nichtmal einen Proxy.

    Ich finde Steam könnte ein System gebrauchen, ähnlich dem von online-„Waffen“ Shops. Dort schickt man seinen abgelichteten Perso hin.

    Dann könnte man unter Belehrung/Information (keine Let’s Plays, keine Bilder hochladen z.B.) internationale Titel kaufen. Das wäre gut fuer Valve und gut für die Spieler.

    Jedenfalls besser als andere Methoden die jetzt noetig sind/wurden.

  24. @Pyri
    Wäre mir neu das sich Microsoft da so viel besser verhält. Das deutsche XBL ist eine eigene kleine Welt die sich vorauseilend nach deutschem Jugendschutz richtet. Das betrifft sowohl Werbung, Spiele und sogar DLC. Der DLC für Gears of War war da ja eines der prominenteren Beispiele bei der Sache.

    Geschützt wird durch das ganze niemand, aber für Kunden ist das dann natürlich ein riesen Spaß an den Content zu kommen den sie wollen. Da leben wir im Globalisierungszeitalter mit allgegenwärtigem Internet und trotzdem muss man sich einen Haufen Accounts für Unterschiedliche Regionen machen nur um derlei „Zensur“ zu umgehen.

    Am ende hat man dann 3 XBL Accounts und 3+ PSN Accounts nur damit man bei dem mitreden kann worüber die restliche Welt gerade redet. Vielleicht ist das ja eine geschickte Taktik damit Sony/MS beeindruckend inflationäre Userzahlen vorweisen können? ;)

  25. Zu XBL:

    Naja, da muss ich MS verteidigen, denn anders als bei Steam kann ich jedes Spiel, welches ich gekauft habe, auf der XBOX zumindest spielen. Das ist schon ein Luxus, der bei Steam nicht vorliegt. Ob ich DLC, Onlineinhalte oder den Multiplayer nutzen kann, das mag bei XBL auch auf einem anderen Blatt stehen, aber zumindest kann ich das legal erworbene Produkt nutzen und muss nicht NACH dem Auspacken feststellen, dass das Spiel hier gar nicht spielbar (da nicht freischaltbar) ist.

    Da ich auch immer weniger Wert auf den Multiplayer lege, bin ich damit mit der Situation auf der XBOX gar nicht sooo unzufrieden. Bei den meisten spielen kann ich unmöglich gegen den „Trainingszustand“ mancher Kiddies anstinken, daher bleibt man in seiner Offline- und Splitscreenwelt und ist dort glücklich :)

  26. @Activ[E|H]ate
    Da sind die US-Kinder munter ;-)
    Die betroffenen Spiele sind aber auch etwas abgrenzbar: ganz schlimm ist es meiner Erfahrung nach bei den „Transformers“, in „Tron: Evolution“ oder bei der WWE. Das Geschrei könnte auf einem realen Spielplatz nicht größer sein. Und mit so manchem 12-jährigen COD-Spieler wird sich international auch abzufinden sein…

  27. @maSu
    Natürlich ist „Spiel nicht spielen können“ da wieder ein ganz anderes Kaliber.
    Aber wenn stimmt was so über die nächste Version der Xbox gemunkelt wird (Steam ähnliche Aktivierung der Spiele über Lizenzen die dann Account gebunden sind, um den Second-Hand Markt einzustampfen) dann besteht die Chance das man in Zukunft auch auf Konsolen ähnlich tolle Erlebnisse haben kann.

  28. Valve kann in ihren AGB schreiben wa ssie wollen, damit hat das ganze noch lange keine rechtliche Gültigkeit, eigentlich Valve mit ihren AGB, Regionlocks, Bann und co. der einzige der gegen Gesetze verstößt.

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