„Mass Effect“ hat schuld

Erste Berichte machten irrtümlich Ryan Lanza, den Bruder des Täters, für das Massaker in Newtown verantwortlich. Im Facebook-Profil von Ryan war unter Interessen das Videospiel „Mass Effect“ aufgelistet, was zu einer vorhersehbaren Reaktion führte. Laut kotaku tobt sich ein Mob von Nutzern bei der offiziellen Facebook-Seite des Titels aus und beschuldigt die Entwickler Blut an ihren Händen zu haben. Selbstverständlich wird auch ein Verbot gefordert. Bei Fox News sieht Dr. Keith Ablow allgemein die Schuld bei Reality-TV, Facebook und Videospielen:

You know you and I have both spoken about this on and off the air, and I fear that our level empathy just as a culture, as a society, is being diminished by things like reality TV and like Facebook that seem to take people to a kind of fictional realm. I guess you could add gaming to that, computer games.“

kotaku (Facebook)
kotaku (Foxnews)

44 Gedanken zu “„Mass Effect“ hat schuld

  1. Oh nein, nicht schon wieder.

    In Amerika hat fast jeder eine Knarre, vielleicht mal die Gesetze überprüfen?
    Den Besitz von Waffen auf Polizei und Armee begrenzen. Dann gäbe es dieses Problem nicht.

  2. Der Grund warum FOX Mass Effect auf dem Kicker hat ist die Tatsache das sie sich erlaubt haben ein wenig mehr Sex im Spiel zu haben als sonst. Dieser „Experte“ ist bereits durch andere unsachliche Kommentare aufgefallen und wurde von FOX prompt als Haus und Hof Psychologe eingestellt, hat seine eigene Show auf dem Sender. Obendrein ist es pikant das er selbst Kriminalromane schreibt. Also wieder die übliche parawissenschaftliche Anschuldigung und Heuchelei. Die Facebookkommentare sind genauso dämlich da der „Ray Lanza“ der die Mass Effect mag nicht der Täter ist. http://mashable.com/2012/12/14/mass-effect-facebook-shooting/ Es handelt sich lediglich um eine Verwechlsung durch Namensgleichheit.

  3. Jetzt wird es richtig böse, Sex ist natürlich ganz schlimm.^^
    Die Verwechselungen sind auch in letzter Zeit schlimm, der gleiche Name und schon steht man am Pranger….

  4. Hauptsache der Täter kriegt wieder viele Titelstories in jedem größeren Nachrichtenmedium spendiert, denn DAS hat natürlich garnichts mit glorifizierung von Gewalt zu tun…

  5. Sex in ME? Hatte ich nicht. Bei mir haben die nur Interspezieszärtlichkeiten ausgetauscht. Geschlechtsverkehr gibt’s da nicht.
    .
    Bin mal gespannt, wie lange es dauert bis da bei uns die üblichen Verdächtigen in den Talkshows sitzen und der Presse Interviews geben. Ist doch wieder ein gefundenes Fressen auf dem Rücken der Opfer für die ich-hab’s-doch-schon-immer-gewusst-Fraktion…

  6. @Piers Morgan
    Man beachte auch „Willie Nelson über Sturmgewehre“ – wenn es nicht so traurig wäre fast schon lächerlich :-( Klappe zu –
    Auch beim österreichischen Standard wurde von der Tat gleich sofort wieder auf eine „Waffendebatte“ geschlossen. Da scheinen überhaupt keine Skrupel zu bestehen von so einem Verbrechen auf die eigene Ideologie zu schliessen und über eine solche „Diskussion“ dieses zu missbrauchen. Diese Berichterstattung kann ich wirklich einfach nur widerlich finden – egal von welcher Seite sie kommt. Um Menschen, egal welche, scheint es den Leuten dabei nämlich keineswegs zu gehen.

  7. Die Frage: „Warum hat der Täter das getan?“…die Antwort für Gehirnamputierte: „Er hat bestimmt Killerspiele gespielt! Lasst uns erstmal gucken was auf seinem Rechner ist!“

    „And to think there are 1.3 million people being dawn by this sick idea for a videogame. God help us all!!!“
    Die sollen sich lieber erstmal von anderer Stelle helfen lassen…kleiner Tip hat was mit einer Couch und mit viiiiiiel reden zu tun.
    Wenn die mal logisch nachdenken würden wäre ja schon durch diese Aussage klar das Mass Effect damit soviel zu tun hat wie das Butterbrot was er zum Frühstück isst. !EINER! von 1,3 Millonen dreht frei und alle sind Psychopaten?

    Ich muss einfach Crusader zustimmen: Die nutzen die Opfer aus um ihre Forderungen durchzusetzen mit an den Haaren herbei gezogenen Argumenten.

    Außerdem bin ich der Meinung das gerade ein Land was friedliche Lösungen bei Konflikten zu vermeiden versucht (kommt mir zumindest immer so vor…schon allein weil jeder Depp dort eine Schusswaffe im Haus haben darf) sowas nicht auf irgendwas virtuelles beziehen sondern erstmal die Gesetze für Waffen verschärfen sollte!

    Anstatt die üblichen Verdächtigen (denen ihre Unschlud schon oft genug nachgewiesen wurde)sollten sie vielleicht auch mal nach den wahren Hintergründen suchen

  8. Jede Stunde gibt es einen Bericht und immer wieder neue und andere „Fakten“… hier ist der „Journalismus“ mal wieder auf hochturen. Es ist traurig wie mit dieser Tat umgegangen wird.

    _____ Coding.

  9. @The_Real_Black
    In der Tat. Habe mir mal den Artikel dazu im Hamburg Abendblatt angetan und er ließt sich wie eine Aneinanderreihung von Twittermeldungen. Kurze Sätze vollgestopft mit immer neuen Details, viele Spekulationen und null und nix mit Analyse. Wobei… ist vielleicht auch besser das nix analysiert wird, wenn ich an frühere Analysen zu diesem Thema des Blattes denke…

  10. Ich muss sagen, ich frag mich was bei den menschen manchmal so im Hirn abläuft. Sie zählen 1 und 5 zusammen, denken es sei 2 und mischen das noch mit Dingen die sie mal irgendwo aufgeschnappt haben, und raus kommt dann 7.

    Ich glaube deren Welt würde zusammen stürzen wenn sie mich kennen lernen würden. Veganer, Tier- und Menschenrechtler, Pazifist, Anarchist, Egoshooterspieler. Ich lene Gewalt so wehement ab, und habe keienrlei Probleme mit einem Spiel. Im Gegensatz zu diesen Menschen, die vermutlich allesamt Fleisch, also die Leichen von Tieren, die unter extremsten Qualen gehalten und ermordet werden fressen. Im Gegensatz zu den meisten Menschen habe ich kein Blut an den Fingern, nicht mal an meiner Mouse, denn Pixel sind keine Tiere, keine Menschen, nicht mal ansatzweise Lebewesen.

    Das sich jemand eine Knarre schnappt und andere Menschen abknallt, das liegt ganz einfach eher daran, das dieser Mensch sein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Rache, oder einfach der Lust am Töten nachgeht. Und wenn du groß raus kommen willst, dann klappt das super indem man Amok läuft, die Aufmerksamkeit ist einem dank des unetischen Umgangs der Medien mit der Tat gewiss. Das die Werkzeuge dafür leicht zu beschaffen sind, das ist ein Problem. In meinen Augen ist aber das größte Problem, das die Menschen keine Achtung vor dem Leben haben. Wenn es so viele Ausnahmen gibt, wann man jemanden Töten darf, sei es nun ein „Nutz“-tier, im Krieg, weil er ein Verbrechen begangen hat, oder einfach nur mein Grundstück betritt, da liegt es nicht fern, das Personen die Grenze auch ganz anders ziehen, als es gesellschaftlich akzeptiert ist. Denn die Gesellschaft erlaubt den Mord, sogar in Massen, die meisten Menschen haben nicht einmal das Recht sich über einen Menschen aufzuregen oder zu wundern, warum er in der Lage ist so etwas zu tun, bzw. warum er so etwas getan hat, sie selbst sind nichts besser.

  11. Zu was soll denn so ein schreckliches Verbrechen gut sein, wenn man es nicht zum Anlass nimmt seine eigenen moralischen Werte zu propagieren ?
    Wie sonst kann man daraus Profit schlagen ?

    Warum nicht die Gelegenheit nutzen und Dinge die man selber für unmoralisch hält – ob nun privater Schusswaffenbesitz oder Darstellung von Sex & Gewalt in Videospielen – für dieses Verbrechen verantwortlich zu machen ?

  12. @Alreech

    Es wird immer Meinungen geben….natürlich auch Interessen. Zum Beispiel die der Waffenlobby in den USA.

    Meine Meinung da zu ist. Waffen in Privatbesitz, stellen immer eine Gefahr dar. Da Menschen nie unfehlbar sind und Kriegswaffen gehören überhaupt nicht in Privathand!

    Ganz anders sehe ich Darstellung von Gewalt und Sex in der Kultur. Die gab es schon immer. Und auch wenn es einigen Leuten nicht passt. Computerspiele gehören jetzt auch zur Kultur.

    Übrigen, hab ich gestern zufällig ein Märchen gesehen, das war die reinste Gewalt! Da werden schon mal alte Omas in den Ofen geschoben oder jemand gekocht….
    Jetzt vor Weihnachten kommen ja die ganzen schönen alten Filme wieder.^^

  13. Ich spiel jetzt etwas Advocatus Diaboli, um die für uns Deutsche schwer verständliche Haltung vieler Amerikaner zum Thema Waffen in Privathand zu erklären:
    – Das Volk das Waffen hat, kann von der Regierung nicht so gut unterdrückt werden. Armee und Polizei könnten nicht landesweit Revolten niederschlagen. Das Volk hätte die Chance, gegen einen Tyrannen gewinnen. In Deutschland z.B. ist das nicht der Fall, Mit Knüppeln und Mistgabeln gegen automatische Waffen ist nicht ganz so effizient. Für die Amerikaner bedeuten Waffen in Privathand Freiheit, den Schutz vor dem Staat sollte das System versagen (so Weimarer Republik -mäßig).
    – Schutz vor Invasion: Klingt jetzt bissl lächerlich, kein Land der Welt würde in den USA einmarschieren. Aber die Amerikaner stellen sich das so vor dass eine angreifende Armee schlechte Karten hätte, bei so vielen privaten Kriegswaffen.
    – Freiheit. Für einen Amerikaner sind weniger Gesetze, weniger Regulierung durch den Staat immer besser. Das sieht man z.B. auch am Widerstand gegen Versicherungspflicht: Viele Amerikaner sind selbstverständlich versichert. Sie lehnen aber die VersicherungsPFLICHT strikt ab. Weil es eine Vorschrift wäre die ihre Freiheit beschränkt. Das gleiche Argument findet sich oft, man ist für Sache X, aber strikt gegen ein Gesetz das Sache X vorschreibt.
    – Dazu kommt noch dass das ganze in der Verfassung steht. Ich würde mich auch nicht so super fühlen wenn plötzlich ein Artikel der Verfassung abgeschafft werden soll, den die (allerorts sehr verehrten) Gründungsväter 1789 für das Volk da reingeschrieben haben. Die ersten zehn Zusätze sind das sogenannte „Bill of Rights“, das die ganzen Grundrechte sichert, also auch Sachen wie Religionsfreiheit und Recht auf einen Anwalt. Eine Abschaffung oder Einschränkung wäre für die Amerikaner ein gefährlicher Präzedenzfall. (zum Vergleich: In Deutschland kann man ja auch nicht so einfach einen der ersten 20 Verfassungsartikel abschaffen).
    .
    neutral dazu: Laxe Waffengesetze haben andere Länder auch, aber es passiert weit weniger. An den Waffen allein kanns also an sich auch schwer liegen.
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    Und das führt uns zu folgender Idee: Nicht die Waffen selbst sind das Problem, sondern die Einstellung der Menschen. Daher auch die für uns schwer nachvollziehbare Idee, an allem anderen außer dem Waffen zu arbeiten.
    Und ja, natürlich kommt dazu auch ein Lobbydruck. Aber selbst nicht-Waffenfans stimmen bei den o.g. Punkten oft zu.
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    Hoffe ich konnte ein bisschen klären dass man als Amerikaner nicht unbedingt blöde oder ein Lobbyist sein muss, um Vorstöße gegen den 2. Verfassungszusatz der USA (Recht auf Waffen) bedenklich zu finden.
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    Gruß
    Aginor

  14. @Aginor
    Sicher ist das was du da zusammenfasst richtig, allerdings gab es schon Waffengesetze in die USA da wäre der Assault Rifles Ban von 1994 oder 1968er Gun Control Act oder National Firearms Act von 1934. Es geht immer darum das die Feuerkraft der Waffen zugenommen hat, Halb Automatische Waffen wie z. B. Colt1911 waren nur dem Militär vorbehalten, und waren in zivilien Händen verboten. Wäre ungefähr so als wenn ich eine vollbewaffnete Reaper Drohne haben möche um mein Domizil aus der Luft zu bewachen. Postbote kommt 5 Minuten zu später, Pech gehabt, ein Hund gräbt im Garten herum, Hellfire drauf. Das Haus wird auch dabei zerstört, macht nicht schafft Arbeitsplätze, Murrica fuck yeah. :D
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    2nd Amendment: „A well regulated Militia, being necessary to the security of a free State, the right of the people to keep and bear Arms, shall not be infringed.“
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    Kann man dahingehent interpretieren das nur dann Milizen und Bürger Waffen tragen dürfen wenn es eine unmittelbare Gefahr gibt, z. B. eine Invasion. Da steht notwendig für die Sicherheit eines freien Staates. Von privaten Waffenbesitz steht da nichts.
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    Ich denke ein amerikanisches Problem kann man nur amerikanisch lösen, am Besten pro Schule einen verdeckten Träger mit Schusswaffe (Hausmeister, Lehrpersonal oder Direktor) als Gegenwehr, gleich wie bei den Airmarshalls nach 9/11. Polizei/Sheriff ist eingeweiht.

  15. @Aginor
    Es ist wohl auch die Natur und die Umwelt dort immer noch nicht zu vergessen.
    Es gibt dort viel mehr wilde Tiere und unwegsames Gelände als selbst im alpinen Bereich Österreichs wo ich lebe – wo schon ein paar kleine Braunbären Probleme machen können. Während die Menschen hierzulande so eng zusammenleben dass sie sich nur immer gegenseitig voneinander unterscheiden wollen. Also das Second Amendment gibt es sicherlich nicht wegen den Verhältnissen in den Neuenglandstaaten.
    Und sammelt eine militante Gruppe irgendwo in den Bergen einen Haufen Kriegswaffen kommen dort ebenfalls die Exekutivbehörden. Halbautomatische Gewehr sind jedoch keine Kriegswaffen. Dabei würde ich eine Schusswaffe nie im Leben freiwillig anfassen, annähernd ähnlich wie vor Schlangen fürchte ich mich davor, und ich möchte solche Geräte auch nicht in meinem Haushalt haben – dennoch haben andere Menschen die verschieden sozialisiert wurden so eine andere Einstellung dazu, und die muss auch nichts mit Mord- oder Kriegslüsternheit zu tun haben wenn selbst kleinen Kindern das Schießen beigebracht wird. Ich empfehle dazu etwa den Film „Winter’s Bone“ der zeigt wie Fantasie zu solchen Eindrücken entstehen kann.
    Das ist in Afrika auch nichts anderes – eine ähnliche Situation mit Waffen gibt es in Europa übrigens in der Schweiz. Bezeichnender Weise gab es dort ebenfalls das „Killerspielverbot“, und Gruppen die sich zwar dafür aber gegen eine Verschärfung der Waffengesetze ausgesprochen haben – wohl ähnlich wie wenn ein Dave Grossman in den USA bei solchen Gruppen auftritt die meinen sich mit Waffen gegen potentielle Gefahren bürgerlich verteidigen zu können.

  16. @Skully: Interessante Punkte die Du da erwähnst, insbesondere der Wortlaut des 2nd Amendment, der auch meiner Meinung nach durchaus diskussionswürdig ist. Man könnte sagen dass da nichtmal was von Privatbesitz steht. Tun aber leider die dortigen Juristen nicht. Ist ne semantische Frage schätze ich. Wichtige Urteile zum Thema:
    DC vs. Heller: http://en.wikipedia.org/wiki/District_of_Columbia_v._Heller
    McDonald vs. Chicago: http://en.wikipedia.org/wiki/McDonald_v._Chicago
    .
    Zu den bestehenden Gesetzen ist anzumerken dass sie allesamt von fragwürdiger Wirksamkeit waren bzw. sind, und vor allem SEHR vorsichtig formuliert und/oder befristet waren bzw. sind. Eher harmlos sagen viele, und trotzdem war die grundsätzliche Kritik schon groß. Bei weiterführenden Maßnahmen droht da schon eine Menge Gegenwind.
    Im Detail: Der 1968 GCA war ja mehr eine Einschränkung des Handels, man wollte damit uA den Rockerbanden schaden die damals schon Waffen zwischen Staaten gehandelt haben, oft illegal (Sons of Anarchy anyone? :D ), um damit Straftaten zu begehen oder zu ermöglichen (Bandenkonflikte etc.). Den eigentlichen Waffenbesitz hat man nicht eingeschränkt.
    Im NFA 1934 ging es um die Registrierungspflicht für Waffen, also auch keine echte Einschränkung für den Besitz. Damit wollte man nur die Nachverfolgbarkeit verbessern, weil diese Waffen von der damals sehr aktiven Mafia (Ende der Prohibitionszeit, Neuausrichtung der Mafia) gern verwendet wurden.
    Die einzige wirkliche Einschränkung (und prompt befristet und nicht verlängert) war tatsächlich der ARB von 1994. Aber dessen Misserfolg (klar nach so kurzer Zeit war kein Unterschied spürbar) wird von der NRA und Konsorten als prima Beleg dafür dass sie Recht haben benutzt. Schon irgendwo traurig.

    @Pyri: Wilde Tiere sind in weiten Teilen der USA kein Problem. Selbst die meisten „Hillbillies“ haben noch nie einen Berglöwen gesehen geschweige denn auf ihn schießen müssen. Bären sind nicht unüblich ganz im Norden, etwa im Staat Washington oder North Dakota, aber interessanterweise sind es gerade diese Staaten, in denen – wie im angrenzenden Kanada – fast ausschließlich Jagdgewehre verkauft werden. Für einen Bären, Wolf, Keiler, brünftigen Elch oder Berglöwen brauche ich kein Sturmgewehr, es ist eher unpraktisch. Eine gute doppelläufige Flinte macht da eher was her.
    Sturmgewehre sind ausschließlich dafür gedacht, auf Wild zu schießen das auf zwei Beinen geht. Und Jagdgewehre sind bei Straftaten wesentlich seltener zu finden als alles andere (Pistolen sind leichter zu verbergen und Sturmgewehre schießen schneller, kein Sinn die Jagdflinte zu nehmen).

    Sprich: die Leute die wirklich Waffen brauchen, sei es zur Jagd oder zur Abwehr von Tieren, sind gerade nicht die Leute, die damit auf andere Menschen schießen. Übrigens in Europa nicht anders. Die Anzahl der Jäger die mit ihrer Jagdwaffe absichtlich auf Menschen schießen geht in der Statistik fast unter.
    Dennoch hast Du ein Stück weit Recht, denke ich: Denn obwohl es in den USA nicht so viele gefährliche Tiere gibt, gibt es sie zumindest gefühlt sehr häufig. Die meisten Amerikaner leben in Städten, und für die gibts in der Wildnis gefährliche Tiere, punkt. :D

    @all: Im Netz gibt es auch derzeit einige interessante Statistiken und vor allem Karten zur Verteilung von Schusswaffenkriminalität und Schusswaffenverteilung. Recht interessant.

    Gruß
    Aginor

  17. @skully
    Du weißt schon das der Colt M1911er eine Handfeuerwaffe sprich Pistole ist, die 1911 bei den US-Streitkräften eingeführt wurde? Diese war und ist niemals für Zivilisten verboten gewesen. Selbst in Deutschland (für Jäger, Sportschützen und Sammler) und Österreich (für Jedermann zur Heimverteidigung) ohne Probleme erhältlich.

  18. Ich meinte das die Waffen in der Zeit in der sie erfunden wurde, in den USA nicht von Zivilisten erstanden werden konnte da es sich um ein Militärisches Gerät handelte. Sicher heute kann sie jeder haben der will.

  19. Ändert mal bitte die Überschrift! Nicht Mass Effect hat schuld sondern Call of Duty! Der Focus hats herausgefunden ;-)
    [url]http://www.focus.de/panorama/welt/das-leben-des-amoklaeufers-von-newtown-amoklaeufer-lanza-hauste-in-einem-fensterlosen-keller_aid_884027.html[/url]

  20. @skully: Das sollte ja recht leicht herauszufinden sein. Auf welche Waffen beziehst Du Dich denn?
    Beispiele:
    – Gewehre die das Militär im Unabhängigkeitskrieg und dem Sezessionskrieg verwendet hat unterschieden sich unwesentlich von den weit verbreiteten Langwaffen die zur Jagd eingesetzt wurde. Tatsächlich waren es sogar oftmals nicht nur die gleichen sondern sogar die selben!
    – Repetiergewehre (wie die berühmte Winchester) waren definitiv seit ihrer Einführung häufig bei Privatleuten im Einsatz, etwa um Indianer umzubringen.
    – Revolvergewehre, mit denen man auch schön schnell schießen konnte, wurden nie so richtig beliebt beim Militär, weil sie leider oft nicht gut funktionierten (bzw. die Gefahr von Mehrfachzündungen bestand). Diese (technisch recht hoch entwickelten aber eben fehlerbehafteten) Waffen wurden also sogar häufiger von Privatleuten verwendet als vom Militär.
    – halbautomatische Langwaffen wie das M1 Garand wurden und werden zB. zur Jagd benutzt, derzeit IIRC aber eher selten wegen der Einschränkungen, die in vielen Staaten für die Magazingröße gelten (zur Jagd sind oft die Magazine auf 2-5 Schuss begrenzt.) Ob das schon bei ihrer Einführung der Fall war kann ich im Moment nicht sagen, aber ich nehme es stark an.
    – halbautomatische Pistolen sind seit ihrer Einführung in den 1880er Jahren im Privatgebrauch. Das Militär setzt sie erst seit ca. 1900 ein. Die Colt M1911 ist in ihrer ersten Version von (wer hätts gedacht!) 1911.
    – automatische Waffen wie die Tommy Gun wurden privat verwendet, wenn auch recht selten. Hauptgrund war aber das o.g. Gesetz von 1934, die meisten Leute wollten sich nicht registrieren.
    .
    Ausnahmen von der Regel sind denke ich alte Militärpistolen, und Duellpistolen, deren Verwendung abseits ihres vorgesehenen Zwecks (als Militärwaffe bzw. als Waffe für Duelle) selten gewesen ist, weil sie einfach sonst für kaum etwas zu gebrauchen sind. Ich kann jedoch keinen Hinweis darauf finden diese seien in den USA im Privatbesitz verboten gewesen.

    Angaben ohne Gewähr, ich lasse mich gerne von echten Waffenexperten aufklären. :)

    Gruß
    Aginor

  21. @Aginor Im Unabhängigkeitskrieg und Bürgerkrieg war es nicht selten das die militärische Ausrüstung durch die Rekruten / Freiwilligen gestellt wurde. Gleich wie bei der Französischen Revolution. Südstaatenkavalarie mussten ihre privaten Pferde reiten. Usw…
    Im 1. Weltkrieg gabs das erstemal standardisierte Ausrüstung.

  22. @skully:
    Entschuldige aber Dein letzter Satz stimmt nicht. In den genannten Kriegen hast Du aber teilweise Recht, vor allem im Unabhängigkeitskrieg auf amerikanischer Seite und im Sezessionskrieg bei den Südstaaten war das durchaus der Fall.
    Es gab allerdings in beiden Kriegen bereits standardisierte Ausrüstung. Im Ersteren Krieg:
    – Uniformen (man nannte die Briten nicht umsonst Rotröcke)
    – Standardwaffen wie die Brown-Bess Muskete. Gibts bei Wiki nen Artikel drüber.
    Und so verwunderlich ist es auch nicht, denn standardisierte Ausrüstung und Waffen gab es bereits im Mittelalter. So richtig wie bei heutigen Armeen damals noch eher selten, aber spätestens die Preußen (wer denn auch sonst) haben seit Anfang des 18. Jahrhunderts echte standardisierte Ausrüstung wie heute. Also gab es sie mindestens seit dem Siebenjährigen Krieg 1756-1763, evtl sogar früher. Ich müsste mal schaun wann die Preußen das erste mal die Ausrüstung von Musketenschützen standardisiert haben, schätze um 1700.

    Ähhmmm… und soviel Spaß mir das hier auch macht, ich fürchte wir werden ein bisschen Offtopic. :D

    Gruß
    Aginor

  23. @Herr Ingenieur was der Stern schreibt ist wieder völliger Blödsinn, die Initiative geht vom Demokratischen Senator Jay Rockefeller aus. http://www.escapistmagazine.com/news/view/121196-U-S-Senator-Seeks-New-Study-of-Violent-Videogames
    .
    http://www.rockefeller.senate.gov/public/index.cfm/press-releases?ID=63bfd4cf-24f5-46f6-ae89-a054c733752c

    Was der Stern uns da präsentiert ist faktisch falsch. Rockefeller will von renommierten Amerikanischen National Academy of Sciences Institut eine Studie haben, stellt aber keine Verbotsforderungen. Da aber dieses Institut kein KFN e.V. ist sondern eine ernstzunehmende Wissenschaftliche Einrichtung, ist kaum etwas zu befürchten. Denn die Wissenschaftler und die Forscher suchen dort nach Antworten, und glauben nicht sie schon gefunden zu haben. Dabei nimmt die National Academy of Sciences kein Blatt vor dem Mund wenn es um unpopuläre Meinungen der amerikanischen Politik geht, wie z. B. das es den Klimawandel nicht gibt. Soetwas lassen die Forscher dort nicht gelten. Daher ist kaum anzunehmen das der gute Senator viel Munition durch die Studie bekommt und damit sich auch nicht auf die Kunst- und Meinungsfreiheit einschiessen kann. Denn was kann die National Academy of Sciences schon herausfinden was wir Gamer nicht ohnehin schon längst wissen. Videospiele sind nicht schädlich, Pseudowissenschaften hingegen schon.

    Und wo ich gerade von US Senatoren schreibe, der Videospiele Hasser Nr. 1 Senator Joe Lieberman ist ab 2013 nicht mehr im Senat. http://www.gamepolitics.com/2012/12/20/senator-joseph-lieberman-bids-senate-bye-bye#.UNMsNHfGrTU

    Ich frage mich ob ihm jemand nicht ihm eine Wii mit Plastikangel und entsprechender Software zuschicken sollte.

  24. @Pyri: keine Ahnung, aber ich vermute dass eine Auseinandersetzung mit dem was gerade behauptet wurde nicht mehr gewünscht wird wie bisher auch. Wir können das aber gerne nachholen. Der Beitrag liefert genug kritikwürdiges Material.

  25. Zettels Raum hat einen Artikel zum Thema Waffenbesitz und Gewaltkriminalität in den USA.
    http://zettelsraum.blogspot.de/2012/12/noch-einmal-die-bluttat-von-newtown-was.html

    Hier der Link zum Artikel von Charles Krauthammer den Zettel erwähnt (eventuell hinter einer Paywall):
    http://www.washingtonpost.com/opinions/charles-krauthammer-the-roots-of-mass-murder/2012/12/20/e4d99594-4ae3-11e2-b709-667035ff9029_story.html

    Zitat:
    I have no problem in principle with gun control. Congress enacted (and I supported) an assault weapons ban in 1994. The problem was: It didn’t work. (So concluded a University of Pennsylvania study commissioned by the Justice Department.) The reason is simple. Unless you are prepared to confiscate all existing firearms, disarm the citizenry and repeal the Second Amendment, it’s almost impossible to craft a law that will be effective.

    Zitat:
    We live in an entertainment culture soaked in graphic, often sadistic, violence. Older folks find themselves stunned by what a desensitized youth finds routine, often amusing. It’s not just movies. Young men sit for hours pulling video-game triggers, mowing down human beings en masse without pain or consequence. And we profess shock when a small cadre of unstable, deeply deranged, dangerously isolated young men go out and enact the overlearned narrative.

    If we’re serious about curtailing future Columbines and Newtowns, everything — guns, commitment, culture — must be on the table. It’s not hard for President Obama to call out the NRA. But will he call out the ACLU? And will he call out his Hollywood friends?

    But there’s a cost. Gun control impinges upon the Second Amendment; involuntary commitment impinges upon the liberty clause of the Fifth Amendment; curbing “entertainment” violence impinges upon First Amendment free speech.

    That’s a lot of impingement, a lot of amendments. But there’s no free lunch. Increasing public safety almost always means restricting liberties.

    We made that trade after 9/11. We make it every time the Transportation Security Administrationinvades your body at an airport. How much are we prepared to trade away after Newtown?

  26. Krauthammers Artikel läst die Presse zu leicht davonkommen die solche Bluttaten als Medienspektakel feiert und jede Einzelheit, jeden Wortfetzen, jede noch so waage These unter Quoten und Auflagendruck genüsslich garniert und aufbereitet. Es ist kein Zufall das er für eine Zeitung schreibt, die Waffenlobby in Schutz nimmt und gleichzeitig auf Videospiele und Hollywood draufhaut. Wenn er ehrlich wäre, dann muss er mit seiner eigenen Zunft genauso hart in Gericht gehen, da er genau das nicht tut kann ich getrost davon ausgehen das er das nicht ist. Mir kommt das von einen Kriegsbeführworter (Irak 1991, 2003, kritiklose Hinahme israelischer Aktionen im Gaza Streifen), der bereits in der Vergangenheit durch Lügen über Obama aufgefallen ist, ganz besonders heuchlerisch vor.

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