hart aber fair – Bayerischer Lehrer erklärt „Killerspiele“ (Update)

Nachdem auch „Frontal21“ wieder mit Unwissen über den deutschen Jugendschutz geglänzt hat, wurde nun auch in der jüngsten „hart aber fair“-Sendung Unsinn erzählt. Diesmal zwar nicht durch die Redaktion selbst, aber durch einen Gast. Josef Kraus – Präsident des Deutschen Lehrerverbandes – nimmt die von Plasberg präsentierte Äußerung von Prinz Harry zum Anlass um über die Hintergründe von „Killerspielen“ und Amokläufen zu schwadronieren. Das führt nicht nur beim anwesenden Piraten Christopher Lauer ersichtlich zu Schmerzen.

1. Militärentwicklungen

Ein Auszug:

Kraus:

„Man muss übrigens eines sehen: Viele dieser Shooter-Spiele sind ja für militärische Übungszwecke entwickelt worden …“

Lauer:

„Ouhne, nenenene..“

Kraus:

„Doch, doch!“

Die Aussage von Herrn Kraus ist so falsch, dass es schwer fällt diesem auch nur teilweise Recht zu geben. Seine Aussage impliziert, dass es kommerzielle Ego-Shooter gibt, die (ursprünglich) für militärische Zwecke entwickelt worden seien.

Es gibt zwar mit „Battlezone“, „Doom“ und „Operation Flashpoint“ einige für kommerzielle Zwecke entwickelte Spiele, die später in modifizierter Form vom Militär genutzt wurden oder genutzt werden sollten – so eben „Bradley Trainer“, „Marine Doom“ und „VBS(1)“ – doch andersherum wird es schwierig: Ursprüngliche militärische Entwicklungen, die dann ihren Weg auf die Märkte gefunden haben, sind mir kaum bekannt.

„America’s Army“ wurde zwar vom Militär entwickelt, doch nicht für militärische Zwecke (wofür die Engine mittlerweile aber doch verwendet wird), sondern als „Werbespiel“ um Rekruten zu locken. Daneben fällt mir mit „Full Spectrum Warrior“ nur eine militärische Entwicklung ein, die auch kommerziell vertrieben wurde. Das Militär wollte ein eigenes Trainingsspiel entwickeln, aber mit der Xbox auf existierende Hardware zurückgreifen. Wenn man Wikipedia Glauben schenken möchte war es dann aus lizenztechnischen Gründen erforderlich das Spiel auch offiziell zu veröffentlichen. Die Erwartungen der Militärs hatten sich aber nicht erfüllt, weshalb es dann nicht zum Training verwendet wurde. Unglücklicherweise handelt es sich bei „Full Spectrum Warrior“ aber nicht um einen Shooter, so dass es – entgegen der Aussage von Herrn Kraus – nicht „viele„, sondern gar keinen kommerziellen Shooter gibt, der für militärische Übungszwecke entwickelt worden ist.

2. Spielenutzung durch Amokläufer

Ein weiterer Auszug:

Kraus:

„Ich will diese Schießspiele nicht, weil ich einen Zusammenhang sehe, nicht jetzt ursächlich, aber weil ich eine Korrelation – einen Zusammenhang – sehe, zwischen solchen Spielen und einem Verlust an Emapthie, einem Senken der Hemmschwelle … das mag jetzt kasuistisch sein, ein Einzelfall sein, aber alle Amoktäter, die wir hatten in Deutschland und Amerika waren exzessive Shooter-Spieler …“

Lauer:

„Ouhnee…“

Kraus:

„Ich habe, Herr Lauer, einfach mal die Korrelation hergestellt.“

Auch wenn es die taz schreibt und der Presserat es in ordnung findet: Es haben nicht alle Amokläufer exzessiv Ego-Shooter gespielt.

Nach einer amerikanischen Studie, die den Zeitraum vor 2001 betrifft, hatten lediglich 12 % der Täter ein Interesse an gewaltdarstellenden Videospielen. Für den Zeitraum danach hatte 2009 eine deutsche Studie festgestellt, dass von den 7 Amokläufern in Deutschland mit vieren nur knapp mehr als die Hälfte gewaltdarstellende Videospiele exzessiv genutzt haben. Auch bei Sankt Augustin und Ansbach (beide 2009) spielten die Täter keine gewaltdarstellenden Videospiele. In den USA ergibt sich ein ähnliches Bild. So hat der Täter des Amoklaufs in Blacksburg (2007) ebenfalls keine gewaltdarstellenden Videospiele genutzt.

3. „… der Wahrheit verpflichtet …“

Zur Erinnerung: Der WDR ist nach dem WDR-Gesetz zu einer wahrheitsgemäßen Berichterstattung angehalten. § 5 des WDR-Gesetzes beinhaltet bei den Programmgrundsätzen auch eine Wahrheitspflicht:

Der WDR soll […] der Wahrheit verpflichtet sein.

(WDR-Gesetz)

Herr Kraus liegt mit seinen Aussagen also falsch. In Live-Sendungen mag es naturgemäß schwer sein die Aussagen der Gäste auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu prüfen, doch wo „hart aber fair“ ja schon Wiederholungstäter ist, wäre es denkbar gewesen, dass sich der Moderator mittlerweile mal mit dem Thema auseinandergesetzt und nicht bloß weiß, wann er seine Knöpfe für die Einspieler zu drücken hat. So finden sich Erklärungen zu beiden Aussagen in unserer Rubrik „Tipps für die Presse„.

Es bleibt abzuwarten, ob zumindest im Faktencheck die falschen Aussagen korrigiert werden.

Zum Video (ca. ab Minute 40)

Update

In dem mittlerweile verfügbaren „Faktencheck“ der Sendung werden diese Aussagen nicht thematisiert.

Zum „Faktencheck“

23 Gedanken zu “hart aber fair – Bayerischer Lehrer erklärt „Killerspiele“ (Update)

  1. Ich hatte schon mal das Privileg einen Blick in das Bordschützencockpit eines Apache zu werfen, dort hing nirgendwo ein Gamepad ;)
    Davon ab würde ich die Aussagen von Harry „Naziuniform“ Windsor nicht unbedingt allzu ernst nehmen!

  2. „…aber alle Amoktäter, die wir hatten in Deutschland und Amerika waren exzessive Shooter-Spieler …“

    Ganz großer mördermäßiger EPIC FAIL…
    Schon allein dadurch dass es schon Amokläufe gab bevor diese pösen pösen „Killerspiele“ überhaupt erschienen sind ist diese Aussage nicht nur nicht ganz richtig sondern ganz einfach und dreist gelogen.

    Natürlich werden diese Aussagen nicht thematisiert…sie sind zwar falsch aber wenn man sie richtigstellt würde man seine Glaubwürdigkeit verlieren und wenn man sie ALS richtig hinstellt gäbe das genausoeinen Aufstand…zum Kotzen diese Senderpolitik…ich weiß schon warum ich das Pack nicht in meiner Senderliste hab…

  3. Wie schon im Forum erwähnt:
    Prinz Harry hat IMHO Recht, typische „Nerd-Fähigkeiten“ die man u.A. in Computerspielen erwerben kann sind in diesem Job nützlich, und das hat er halt gesagt. Dass die Presse das nicht toll findet ist deren Problem, aber wer mal ne realistische Simulation eines solchen Waffensystems oder gar das echte Ding gesehen hat weiss dass das einfach so ist.
    – Multitasking (siehe unten)
    – Informationen der Computersysteme geistig filtern in kurzer Zeit (Bordcomputer versorgen einen jede Sekunde mit einer Vielzahl Informationen)
    – Schnelle Entscheidungen in dynamischen Situationen treffen (Heli-Fluglage verändert sich ständig, Gegner bewegt sich, verbündete Truppen sind ebenfalls im Zielgebiet und bewegen sich, Informationen darüber kommen permanent per Funk rein, man muss mit dem Piloten kommunizieren damit er einen in eine gute Schussposition bringen kann, Waffenauswahl je nach Ziel und Lage, etc.)
    – Hand-Augen-Technik-Koordination (in dem Fall zielen mit dem Helmvisier, Waffen bedienen und dabei die Situation im Auge behalten)
    Das sind alles Dinge die man in Computerspielen auch braucht. Nicht umsonst ist die Mehrzahl der Bediener solcher Waffensysteme eher aus der Kategorie „Nerd“ als aus der Kategorie „Sportskanone mit Gorillahirn“.
    Da ist auch erstmal nichts negatives dabei, und überraschend ist das auch nicht. Und ob das jetzt Prinz Harry oder sein Onkel Andrew (Helipilot) oder ich sage macht nur in der Berühmtheit der Person einen Unterschied. Warum sich alle so an Prinz Harry aufhängen ist also eher seiner Berühmtheit geschuldet. Der Inhalt ist eher unspektakulär.
    Darum gehts aber ja nicht, das daher nur am Rande. (btw: die Sache mit der Naziuniform war 2005, seither hat sich der Mann sicherlich etwas verändert. Zumindest sehen das die Briten so.)

    Zur Sache:
    Es ist wie immer so dass in den Talkshows die Spielegegner das Übergewicht haben und die üblichen Parolen von sich geben. Schade dass sie wohl aus ihren Fehlern nicht lernen.
    Die gute Nachricht ist, dass die Zeit eher für die Spieler arbeitet.
    Zu Josef Kraus: Naja, was erwartet man. Der Mann wurde genau deswegen eingeladen. Ich finde Lehrer (denen ich pauschal nichts unterstellen will) sollten zumindest mal nachsehen wen sie an die Spitzen ihrer Verbände setzen. Sollte evtl nicht ein Ewiggestriger ohne nennenswerte Diskussionskultur sein…

    Gruß
    Aginor

  4. Ich würde Aginor Recht geben, aber das noch ergänzen wollen. Das Problem bei dieser Prinz-Harry-Sache ist nicht, dass Spiele dem Krieg ähnlicher werden, sondern vielmehr das Gegenteil. Nicht das Spiel ist zu einer „Tötungstrainingssoftware“ geworden, sondern der echte Krieg fühlt sich wie ein Spiel an. Man kann mit einem einzigen Druck auf einen einzigen Knopf Raketen bestückt mit nuklearen Sprengköpfen abschießen und die Welt an den Abgrund oder darüber hinaus bringen. Nur dass es keinen Sinn ergibt, Knöpfe zu verurteilen, wurde offenbar verstanden.

    Zum Thema der Sendung: Es wurde mehrfach gesagt, dass sich öffentlicher und privater Raum durch Medien vermischen. Und eben dieser Gedanke wird bei der Kritik an aggressiven Kommentaren außen vor gelassen. Wenn man Onlineforen als Stammtische begreift, bei denen aber (entgegen üblicher Stammtische) für jeden einsehbare Protokolle geführt werden, erklärt sich sofort auch die Sprache. Es ist ja nichts neues, dass über Personen des öffentlichen Lebens hergezogen wird. Neu ist nur, dass jeder jederzeit Zugriff darauf hat.

  5. Er sagte glaube ich etwas wie „modern video games“ und dass er darin gut sei. Konkret hat er glaube ich nur FIFA genannt. Über „Killerspiele“ hat er nicht gesprochen, nur allgemein über Spiele. Den Zusammenhang zu „Killerspielen“ haben weder er noch der interviewende Journalist des Guardian hergestellt, das kam erst viel später IIRC.

    Gruß
    Aginor

  6. Zum Thema Militär und Videospiele gibt es vielleicht noch Eagle Dynamics… Die entwickeln auf dem PC laufende Flugsimulatoren für verschiedene Militärs und auch Spiele. So entstanden etwa DCS:Ka-50 aus einer entsprechenden Simulation für das russische Militär und DCS:A-10C aus einem Desktop-Simulator für die Luftwaffe der US Nationalgarde.

    Nur: Die Spiele (von Su-27 Flanker über Lock On: Modern Air Combat bis zu aktuell DCS World) sind eigene Entwicklungen und nicht das, was vom Militär verwendet wird. Dort haben sie etwas andere Ansprüche und teilweise geheime Komponenten. Und schließlich geht es auch nicht um Abstumpfung, sondern um das Training der Bedienung hochkomplexer Systeme am PC, damit die Piloten nicht die teureren Trainingsstunden in Cockpit-Simulatoren und echten Maschinen mit Grundlagen verplempern.

    Mit „Rumballern“ ist da sowieso nichts, wenn die Handbücher der Spiele 500 bis 700 Seiten haben und ein Waffeneinsatz mehrere Minuten Vorbereitung braucht (erst nachdem man ins Zielgebiet geflogen ist und die Ziele mal gefunden hat, wohlgemerkt).

  7. Als passionierter full-realism-Pilot der DCS:A-10C und DCS:KA-50 kann ich da nur zustimmen, wer einfach ein bisschen rumballern will hat an Simulationen (insbesondere an denen) keinen Spaß.

    Und ja, zumindest DCS:A-10C teilt sich viele Elemente mit dem professionellen Simulator für echte A-10 Piloten (bei KA-50 weiss ich es nicht genau), Eagle Dynamics kann man IMO also in eine Kategorie mit Bohemia Interactive packen.

    Gruß
    Aginor

  8. Ich hab wirklich gedacht, dass die Geschichte gegessen ist, aber andauernd taucht sowas irgendwo auf.

    Ich hab die Aussage von Harry aber gar nicht mitbekommen. Hat mir jemand ’nen Link?

  9. Zunächst ist Harry einer der besseren Royals, immerhin ist er Pilot, kann ein kompliziertes Waffensystem bedienen und ein Sicherheitsexperte durch seine Militärausbildung, sollte sich England dazu entscheiden jemals eine Republik zu werden hat er sicher keine Probleme damit einen Job zu finden. Die skandalisierte Berichterstattung in den Boulevardmedien ist dermassen überzogen und schwachsinnig, er ist ein Mensch wie jeder andere und die Eskapaden die er Las Vegas hatte, stehen in keinen Vergleich zu den Exzessen durchschnittlicher deutscher Touristen auf Malle. Wenn er nicht Prinz wäre, dann ist es nicht der Rede wert.
    .
    Kommen wir zu dem parasitären Idioten Krause, wenn man bedenkt das hier quasi der oberste Vertreter der Lehrerschaft dermaßen pseudowissenschaftlichen und populistischen Müll verzapft muss man sich fragen wohin Deutschland steuert wenn es um Bildung geht. Mit Leuten wie ihm haben Lehrer und Schüler wohl kaum was zum Lachen geschweige dem etwas zum Lernen oder Lehren. Krause als Person beschädigt weiter das Ansehen und den Ruf des öffentlichen Bildungssystems. Er nimmt sich heraus die PISA Studie zu kritisieren, warscheinlich weil es eine Studie ist die aufzeigt wie inkompetent er und seines Gleichen ist. Keine Innovation, ein Zukuftsverweigerer, 1949 geboren und damit überhaupt nicht geeignet die Jugend von Heute und das Bildungsystem auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts auszurichten. Die Personifizierung der Generationenungerechtigkeit schlechthin. Ab in Altenheim mit ihm! :(

  10. @Aginor
    „wer einfach ein bisschen rumballern will hat an Simulationen (insbesondere an denen) keinen Spaß.“
    .
    Als passionierter U-Boot Fahrer stimme ich dir absolut zu. Nur: erkläre das mal Skeptikern. Die sehen Screens von Bomben, Raketen und Torpedos und schwupps sind das böse den Krieg verherrlichende Spiele. Und warum gibt es solche Screens? Weil damit die 5% Spielzeit visualisiert werden, in denen etwas klar sichtbares passiert. Planung ist essenziell, aber so gänzlich unspannend in Talkshows zu zeigen…

  11. @Crusader: Ja, das stimmt leider. Man kann mit der richtigen Präsentation alles in eine Schmuddelecke drängen. Auswahl von Szenen, gruseliger Kommentar oder subtile Botschaft durch Untermalung mit entsprechender Musik.
    Beispiele: Ganz beiläufig Nazis erwähnen, zB in folgendem Satz: „Weltweit spielen mehr als 10.000 Menschen täglich dieses Spiel: Schüler, Familienväter, Nazis“ (Auf Nachfrage erklärt man, dass man mit der Nennung der Nazis natürlich nur die Vielfalt der Spielerschaft ausdrücken wollte, was sonst?)
    Oder man unterlegt einfach eine Szene aus DCS:A10C wo ein Flugzeug zu sehen ist das zum Einsatz fliegt mit „Bomberpilot“ von den Böhsen Onkelz. Macht sofort Stimmung.
    Oder man blendet das Bild aus, zeigt nur einen schwarzen Bildschirm, und sagt mit gruseliger off-Stimme „Wir wollten Ihnen den Anblick ersparen.“

    Erschreckend: zwei der drei Beispiele sind nicht erfunden sondern wurden bereits so benutzt in den Deutschen Medien…

    Gruß
    Aginor

  12. @Aginor: Oder man zeigt eine Aufnahme aus der HotCoffeeMOD für GTA San Andreas und unterlegt es mit rape me von Nirvana und behauptet genau das ist gerade zu sehen…

    Ich hab mir jetzt mal das Video angetan (liegt das an meiner leitung oder ist der Downstream von denen so abnormal?)

    Die Frage ob Prinz Harry ein Freak ist und die Antwort von Herrn Lauer „Naja wenn man die Blutlinie bedenkt“…ich hät mich fast weggeschmissen vor Lachen.

    Dass dieser Kraus dann kam mit Facebook und Pedophilen fand ich völlig daneben…man kann bei FB einstellen WER Nachrichten lesen kann und wer nicht (also ob öffentlich oder nur Freunde)…wenn ein Kind solchen Blödsinn macht wie ich neulich auf Shortnews gelesen habe und einem Typ der sich als Gleichaltriger ausgibt und ihm was von Liebe vorschwafelt Nacktbilder zuschickt ist eindeutig bei der Erziehung was daneben gegangen. Medienerziehung ist wichtig. Kinder sollten wissen was für Gefahren bestehen. Man kann nicht sagen: „Es gibt diese Gefahr also darf mein Kind nicht im Netz surfen.“ Das ist Schwachsinn da man auch gleich sagen könnte: „Mein Kind darf nicht auf die Straße weil es ja angefahren oder entführt werden könnte.“

    Verantwortungsbewusster Umgang mit Medien muss einfach gelehrt werden und nicht der Umgang mit diesen Verboten. Da beziehe ich auch die Eltern mit ein. Ich kann mir vorstellen dass vor der Änderung des USKlogos auch einige Eltern nicht richtig gelesen haben und bei einer roten Plakette dachten es wäre ab 14 XD

  13. Grundsätzlich muss man das Thema trotzdem differenziert betrachten, auch wenn die Gamer-Fraktion sich mit solchen unqualifizierten Aussagen natürlich angegriffen fühlt. Es hilft aber wenig direkt zurück zu spucken, sondern nur die Fakten für sich sprechen zu lassen. Nämlich dass die meisten Gamer normale Menschen sind, die mittlerweile auch nicht mehr nur aus 15 Jährigen bestehen sondern aus Erwachsenen mit Familie. Ob ein Verlust der Empathie entsteht, oder die Hemmschwelle sinkt, wenn man sich Gewalt verherrlichenden Medien (unabhängig von Spiel, Film oder Buch) aussetzt, darüber streitet auch selbst die Wissenschaft noch heute. Zig Studien darüber wurden gemacht, jede für sich mit so widersprüchlichen Ergebnissen, dass auch wir „Gamer“ nicht ehrlich sagen können dass es ausgeschlossen ist dass Spiele sich auch negativ auswirken können. Ich bin auch durchaus davon überzeugt, dass es bestimmte Personen gibt, die wenn man sie sich selbst überlässt und diese Zugang zu gewissen Medien haben, diese durchaus die Entwicklung beeinflussen können. Ich bin aber auch genau so der Meinung, dass aus einen guten Menschen kein böser Mensch wird aufgrund des Konsums dieser Medien. Zudem bei vielen dieser Gewalttagen doch klar ist, dass der Auslöser der Taten schon viel viel tiefer in der Person steckte. Dass davon wiederum Personen ggf. bewusst zu Spielen griffen in denen Gewalt vorkam kann man nicht ausschließen, der Grund war da aber sicher nicht das Spiel sondern eben die schon tief in der Person verankerte Wut und der Hass. Woher dieser Hass kommt weiß ich nicht, genau so wenig wie es diese selbst ernannten Psychologen wie ein Herr Josef Kraus nicht wissen. Vielleicht war es das Umfeld, vielleicht lag es daran dass die Mutter dem Kind nicht die Brust gab, oder weil die Mutter als das Kind noch im Muttlerleib kosmischer Strahlung ausgesetzt war. Keine Ahnung, vielleicht aber gibt es einfach Menschen, bei denen egal was man macht das Gehirn sich zwingend so entwickelt, dass der kleinste Auslöser in einer Bluttat endet. Es gab in dem Zeitalter der Menschen schon immer einzelne Personen, die sich durch extreme Gewalttaten eine Zeile in den Geschichtsbüchern verschafft haben.

    Warum wir natürlich solche Spiele spielen kann durchaus hinterfragt werden, aber oft ist es schlicht und ergreifend die Tatsache dass uns Menschen etwas fesselt, was man in der Realität nicht tun kann und auch niemals tun würde. Bei spielen ist es sicher auch der Realitätsfaktor, der einen in einer gewissen weiße eintauchen lässt. Aber meiner Meinung nicht soweit, dass man sein ganzes Leben vergisst und unsensibel gegenüber realer Gewalt wird.

    Ich spiele schon seit ich 12 bin, damals haben meine Eltern auch nicht darauf geachtet was ich da alles spiele. Aber nicht weil es ihnen egal war, sondern weil sie damals selbst einfach nicht wussten was es da alles gibt und ich zu schlau war, um ihnen alles zu zeigen ;) Heute bin ich 31 und finde es immer wieder schrecklich, wenn ich „echte“ Gewalt sehe. Ich finde es schlimm, wie viele Menschen in sinnlosen Kriegen sterben, mich berührt es wenn jemand in der U-Bahn zu tote geprügelt wird. Trotzdem spiele ich gerne Ego Shooter, aber auch weniger aufgrund der dort gebotenen Gewalt sonder im Grunde wegen der Herausforderung.

  14. @Christian
    Ich denke nicht dass etwa nur Erwachsene „mit Familie“ als „normale Menschen“ zu gelten hätte, oder dass „Gewalt verherrlichende Medien“ vielfach überhaupt einfach festzustellen wären.
    Übrigens wäre laut taz bei Ermittlungen gegen eine deutsche Punkband in diesen Tagen fast auch eine CD der doch häufig gegen „Killerspiele“ gehetzt habenden „Stiftung gegen Gewalt an Schulen“ wegen Gewaltdarstellung zu beschlagnahmen gewesen: http://www.taz.de/Grossrazzia-in-Baden-Wuerttemberg/!110583/

  15. @Pyri Ich wollte damit garantiert nicht sagen, dass Menschen ohne Familie „nicht normal“ sind. Ich wollte damit lediglich zum Ausdruck bringen, dass nicht nur mehr die vermeidlich typische Klientel solche Spiele konsumieren. Was nun letztendlich Gewalt verherrlichende Medien sind ist sicher nicht so einfach festzustellen, im Beispiel Film als Medium wird auch oft das Wort „Kunst“ verwendet um extreme Gewaltdarstellung zu rechtfertigen. Es ist gut dass wir einen Jugendschutz haben, der zum Glück auch meist recht gut funktioniert.

  16. @Christian Die Wissenschaft streitet sich nicht darüber, die ernstzunemenden Wissenschaftler haben in 35 Jahren keinen Beweis dafür erbracht, die einzigen die das nicht wahrhaben wollen sind laute polternde Pseudowissenschaftler die durch die Talkshows tingeln um ihre Meinung in Buchform an den Mann bzw. die wissenschaftlich unkritisch denkenden Prolethen (Hausfrauen, geringqualifizierte Arbeitslose, Hausmänner,…) zu bringen.
    .
    Desweiteren halte ich es für eine besonders zynische und schlecht durchdachte Haltung in Deutschland von einen funktionierenden Jugendschutz zu reden. Wenn auf der einen Seite ein Meisterwerk wie Bioshock auf dem Index landet, weil irgentwelche Bürokraten und Möchtegernsoziologen es als gewaltverherrlichend empfinden und auf der anderen Seite ein TV Format wie DSDS völlig ungeniert zur besten Sendezeit läuft, kann man sehr gut sehen wie Deutschlandskulturlandschaft und Intellektuelles Ansehen in der Welt durch heuchlerischen, nicht wissenschaftlich belegbaren Aberglauben und deren Manifestation in Form wie einer Zensurbehörde der BPJM nachhaltig zerstört wird. Der Grund warum wir diese Zensur haben liegt nicht darin das wir Kinder und Jugendliche schützen wollen, nein es geht darum alle mit 3. Reich und deren Greultaten verwante Themen zu unterdrücken um sie nicht in der Populärkultur aufzuarbeiten zu können. Es wird argumentiert so könne man Kinder und Jugendliche von den Neonazis fernhalten, allerdings verstärkt die Zensur und Bewährpädagogik nur die Neugier auf die Neonazis und sonstige braune Terrorgruppen. Da nie eine wirkliche Auseinandersetzung mit dem Thema auf dem kulturellen Niveau das viele Kinder und Jugendliche anspricht erlaubt wird. Darüber hinaus möchten sich viele der gerade älteren Generation einem Dialog entziehen, die Generation Nazipimpf hinterfragt ihren Führer nicht und die BPJM soll ihnen ein leichtes Leben verschaffen, in dem sie jede Diskussion über das 3. Reich und alle artverwanten Themen zensiert.

  17. Tja, der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist eben ein Qualitätsmedium, das wichtig für unsere Demokratie ist.
    Deswegen wird er ja auch nicht kontrolliert, weder von den Intendanten (laut ZDF ist Gottschalk unkontrollierbar, und die Zahlungen für Produktwerbung in Wetten Das somit nicht zu verhindern), noch von seinen Kunden denen man ein Recht vorenthält, das in einer sozialen Marktwirtschaft dafür sorgt das Produzenten die minderwertige Ware herstellen oder ein abstoßendes Geschäftsgebaren haben vom Markt verschwinden:
    Das Recht ein Produkt nicht zu kaufen.

    Wer etwas dagegen tun will, kann die Zahlung der Haushaltsabgabe verweigern oder sie nur unter Vorbehalt leisten.
    Momentan laufen mehrere Verfahren gegen den Rundfunkstaatsvertrag und den Rundfunkbeitrag, der nach Meinung verschiedener Juristen zu nahe an einer Steuer ist.

    An vorderster Front stehen dabei die Gemeinden, die auf einmal wesentlich mehr zahlen sollen als 2012. Die Stadt Köln hat deswegen zuerst die Zahlung eingestellt und zahlt jetzt mit Duldung des WDRs nur soviel wie 2012… anscheinend gilt der Rundfunkstaatsvertrag wohl doch nicht für alle gleich.
    Wer als Privatmann selber mehr zahlen soll – z.B. weil er 2012 nur einen PC oder ein Radio als Empfangsgerät angemeldet hatte – kann sich auf dieses Beispiel berufen und weiterhin nur den Beitrag wie 2012 leisten.
    Mehr dazu bei http://gez-boykott.de/Forum/index.php

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