„hart aber fair“-Redaktion: Zitat „in keiner Weise […] entstellt“

Heute hat uns nun doch endlich eine Stellungnahme der „hart aber fair“ Redaktion erreicht, in dem diese selbstverständlich alle Vorwürfe abstreitet. Für Journalisten, bei dem ein geschickter Umgang mit der deutschen Sprache zum Handwerkszeug gehört, sollte es eigentlich ein leichtes sein, sich geschickt aus der Affäre zu lavieren. Zu unserer Überraschung sind es aber ausschließliche platte Behauptungen, deren Unwahrheit sich durch zwei Mausklicks in Erfahrung bringen lässt.

Zum Ersten: Angebliche Wesensänderung durch Videospielnutzung

Wir hatten bezweifelt, dass sich das Zitat von Prinz Harry – wie von Plasberg behauptet – zum Beweis dafür eigne, dass durch die Nutzung von Videospielen das „Wesen eines Menschens“ verändert werden würde.

In der Stellungnahme wird widersprochen – aber einem ganz anderen Vorwurf, den wir gar nicht erhoben haben. Die „hart aber fair“-Redaktion verweist ausschließlich darauf, dass Prinz Harry glaubt seine bei Kampfeinsätzen hilfreichen „schnellen Daumen“ durch die Nutzung von Videospielen erworben zu haben:

Prinz Harry hat der britischen Nachrichtenagentur „Press Association“ ein TV-Interview gegeben, in dem er klar machte, dass er durch seine jahrelange Praxis mit Videospielen „nützliche Daumen“ für seinen Afghanistan-Einsatz bekommen habe. Wenn Sie sich dieses Interview im Original und komplett anschauen, werden Sie feststellen, dass der Prinz eindeutig diese Verbindung hergestellt hat. Übrigens haben u.a. Spiegel online und die Nachrichtenagentur afp wahrheitsgetreu mit dem gleichen Tenor darüber berichtet.“

Es stimmt, dass sich Prinz Harry dahingehend geäußert hat und dass andere Medien das richtig wiedergegeben haben. In beiden Artikel wird nur das behauptet, was Prinz Harry wirklich gesagt hat. Dass er „wegen seiner Leidenschaft für Computerspiele ein besonders guter Schütze gewesen“ sei (afp) und dass er „bei den Einsätzen […] auch von seiner Liebe zu Spielekonsolen profitiert“ habe (spon).

Diese Nebelkerzen der „hart aber fair“-Redaktion ändern aber nichts daran, dass Herr Plasberg – anders als die angeführten Artikel von Spiegel und afp – hier ausdrücklich nicht von motorischen Vorteilen, sondern von Auswirkungen auf die Psyche sprach:

Sie sagen, „Wenn es denn nur der Daumen wäre”. Da möchte ich Ihnen etwas zu zeigen. Da werden sie jetzt gleich sagen, das ist platt. Ich zeig’s trotzdem. Die Frage ist doch, verändert sich durch’s Daddeln nur die Virtuosität des Daumens, verändert sich der Hirnbereich, der den Daumen steuert, oder verändert sich durch das Daddeln auch das Wesen eines Menschens? Die Frage stellt sich nach einem prominenten Beispiel.” (Hervorhebungen von uns)

Quelle: Offizieller Stream (ab 00:42:58)

Trotz des bekannten Inhalts der Sendung – oder wissen die bei „hart aber fair“ nicht, was der Plasberg so redet? – behauptet man in der Stellungnahme weiterhin das Gegenteil:

Das Zitat von Prinz Harry stand während der Sendung im Zusammenhang mit der zuvor diskutierten These, dass bei jüngeren Menschen durch sehr häufige Handy- und Spielkonsolennutzung Fertigkeiten entstehen, durch die sie besondere Fähigkeiten bei der Auge-Handkoordination haben; und diese dann eben auch bei der Bedienung moderner Waffensysteme nützlich sein können.“ (Hervorhebungen von uns.)

Insoweit: Setzen sechs. Der „hart aber fair“-Redaktion sollte bekannt sein, dass gerade uns als Gamern die „Chewbacca-Defense“ bekannt ist und wir sie erkennen, wenn wir sie sehen.

Zum Zweiten: Verfälschte Wiedergabe des Zitats

Wir hatten „hart aber fair“ ebenfalls vorgeworfen, dass der Sinn des Zitats in zweifacher Weise entstellt wurde. Zum einen dadurch, dass Herr Plasberg in der Anmoderation sagte, dass das Zitat die Frage aufwerfe, dass „sich durch das Daddeln auch das Wesen eines Menschens“ verändern würde und im nachfolgenden Beitrag erwähnt wurde, dass Prinz Harry Taliban getötet habe. In diesem Kontext muss man- wie man es auch bei den Gästen sehen konnte – annehmen, dass hier von der Wirkung gewaltdarstellender Videospiele gesprochen wird. Eine Annahme die bei der vollständigen Widergabe des Zitats, in dem Prinz Harry vom Fußballspiel „Fifa“ spricht, für normale Menschen grotesk wäre.

Die „hart aber fair“-Redaktion ist hier aber anderer Meinung und behauptet allen Ernstes, dass durch die Kürzung und Einbettung in diesen Kontext der Sinn der Aussage nicht verfälscht wurde:

„Es stimmt zwar, dass wir den O-Ton am Ende um einen Halbsatz (FIFA) gekürzt haben. Damit haben wir aber in keiner Weise den Sinn der Aussagen des Prinzen entstellt. Die Kürzung geschah nur aus Gründen einer besseren Verständlichkeit.“

Diese Aussage wirft ein ganz neues Licht auf die Faktentreue von „hart aber fair“.

Zum Dritten: Neukomposition des Zitats

Wir hatten moniert, dass sich „hart aber fair“ nicht damit begnügt hatte das Zitat zu verkürzen, sondern auch noch das letzte Satzfragment aus dem Zusammenhang riss. Prinz Harry verwies im Original für sein Können an der Konsole auf das Zeugnis seiner Kameraden:

„You can ask the guys: I thrash them at Fifa the whole time.”

“Hart aber fair” schnitt den letzten Satzteil ab und ließ Prinz Harry nun behaupten, dass man die Jungs wegen seiner Tüchtigkeit im Kampfeinsatz fragen könne.

„Und ich liebe den Gedanken, dass ich mit meinen schnellen Daumen ziemlich nützlich bin. Da können Sie die Jungs fragen.“

Interessanterweise wurde in der Stellungnahme hierauf nicht eingegangen.

Zum Vierten: Äußerungen Dritter

Wir hatten der „hart aber fair“-Redaktion ebenfalls angekreidet, dass u.a. im Faktencheck die Aussagen von Herrn Kraus über die Hintergründe von Shootern und über die Spielenutzung durch Amokläufer nicht korrigiert wurden. Vor dem Hintergrund, dass „hart aber fair“ angeblich den Anspruch hat mit Fakten zu Punkten und als öffentlich-rechtliches Format der Wahrheit verpflichtet ist, wundert die Antwort dann doch. Man fühlt sich nicht verantwortlich:

„Für die von Ihnen bemängelten Aussagen von Josef Kraus über so genannte „Killerspiele“ ist die Redaktion inhaltlich nicht verantwortlich.“

Tatsächlich kann die Presse im Rahmen ihrer Wahrheitspflicht auch bei Zitaten eine Pflicht zur Korrektur treffen, sofern sie sich von diesen nicht distanziert hat:

Nicht nur das Zitat, sondern auch das Zitierte muss stimmen. Denn die Presse schafft die von der Prüfungspflicht bekämpfte Gefahr auch dort, wo sie nur verbreitet.“

(Steffen, in: Löffler, Kommentar, Presserecht, 5. Aufl. (2006), § 6 Rn. 169; Vgl. auch: Meyer, in: Hamburger-Kommentar, Kommentar, Medienrecht, 1. Aufl. (2008), 43. Abschnitt Rn. 12)

Zum Fünften: Wahrheitspflicht

Es folgt ein taktisches Faoul: Die „hart aber fair“-Redaktion erweckt den Eindruck, als ob wir mit der Kritik daran, dass unrichtige Tatsachenbehauptungen nicht korrigiert wurden, die Meinungsfreiheit angreifen wollen bzw. Zensur betreiben würden:

„Im Übrigen gilt in unserem Land die Meinungsfreiheit: Sie müssen also damit leben, dass Menschen im Fernsehen Dinge sagen, die Sie für falsch halten bzw. die Ihrer Meinung widersprechen.“

Hierzu sei kurz angemerkt: Die Meinungsfreiheit schützt grundsätzlich nur wahre Tatsachenbehauptungen. Ein Verstoß gegen die in der Verfassung festgehaltene Pressefreiheit ist nicht die Kritik an einer unzutreffenden Berichterstattung, sondern diese selbst. Das sagt zumindest das Bundesverfassungsgericht:

„Mit der Pressefreiheit […] gehen Pflichten einher, die um so ernster genommen werden müssen, je höher man das Grundrecht der Pressefreiheit einschätzt. Wenn die Presse von ihrem Recht, die Öffentlichkeit zu unterrichten, Gebrauch macht, ist sie zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung verpflichtet. Die Erfüllung dieser Wahrheitspflicht wird nach gesicherter Rechtsprechung schon um des Ehrenschutzes des Betroffenen willen gefordert […]. Sie ist zugleich in der Bedeutung der öffentlichen Meinungsbildung im Gesamtorganismus einer freiheitlichen Demokratie begründet. Nur dann, wenn der Leser – im Rahmen des Möglichen – zutreffend unterrichtet wird, kann sich die öffentliche Meinung richtig bilden. Die Presse ist daher um ihrer Aufgabe bei der öffentlichen Meinungsbildung willen gehalten, Nachrichten und Behauptungen, die sie weitergibt, auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Wenn auch diese Prüfungs- und Wahrheitspflicht nicht überspannt werden darf, so ist es doch unzulässig, leichtfertig unwahre Nachrichten weiterzugeben. Erst recht darf die Wahrheit nicht bewußt entstellt werden; dies geschieht auch dann; wenn man wesentliche Sachverhalte, die einem bekannt sind, der Öffentlichkeit unterschlägt.“ (Hervorhebungen von uns.)

(BVerfG, Beschl. v. 25.01.1961 – 1 BvR 9/57.)

An dieser Stelle noch ein kleines Leckerbissen. Während der Sendung hat Plasberg Lauer mit diesen Worten zurecht gewiesen:

Herr Lauer! […] Nun gibt es dieses Zitat von Prinz Harry – das haben wir uns ja nicht ausgedacht.“

(ab: 00:45:25)

Zur vollständigen Stellungnahme (Forum)
Zur Sendung (ab 00:42:58)
Zum Originalvideo

38 Gedanken zu “„hart aber fair“-Redaktion: Zitat „in keiner Weise […] entstellt“

  1. „…wahrheitsgetreu mit dem gleichen Tenor darüber berichtet.“

    „Ich hatte kein sexuelles Verhältniss mit Miss Levinski“ war demnach genau so wahrheitsgetreu oder wie? XD

    „Damit haben wir aber in keiner Weise den Sinn der Aussagen des Prinzen entstellt.“
    Damit vielleicht nicht aber mit der Behauptung er meinte damit „gewaltverherrlichende Videospiele“

    „Für die von Ihnen bemängelten Aussagen von Josef Kraus über so genannte “Killerspiele” ist die Redaktion inhaltlich nicht verantwortlich.“
    Aber dafür dass es zu soeinem Bullshit gekommen ist sind sie verantwortlich weil der gute Herr Kraus durch diese zensur der Aussage überhaupt erst dieses Nervthema ansprechen konnte. Wäre doch witzig gewesen wenn man ihn nach seiner Aussage unterbrochen und den Rest des Beitrags gezeigt hätte um seinen Schwachsinn blos zu stellen^^

    „Im Übrigen gilt in unserem Land die Meinungsfreiheit: Sie müssen also damit leben, dass Menschen im Fernsehen Dinge sagen, die Sie für falsch halten bzw. die Ihrer Meinung widersprechen.“
    Sie widersprechen nicht nur meiner Meinung sondern auch der Wahrheit.

    „Erst recht darf die Wahrheit nicht bewußt entstellt werden; dies geschieht auch dann; wenn man wesentliche Sachverhalte, die einem bekannt sind, der Öffentlichkeit unterschlägt.“
    Das ist der wohl wichtigste Satz in diesem Gesetz…aber den biegen sich die öffentlich-rechtlichen immer schön so zurecht wie es ihnen gerade passt.

    „Herr Lauer! […] Nun gibt es dieses Zitat von Prinz Harry – das haben wir uns ja nicht ausgedacht.“
    Ausgedacht nicht aber verstümmelt…

  2. @Murray XVII
    .
    Kleine Anmerkung: Es ist nicht ein „Gesetz“, sondern die Auslegung des Grundgesetzes durch das Bundesverfassungsgericht anläßlich eines Beschlusses.

  3. Was erwartet man auch von öffentlich rechtlichen? Die sagen einfach „LALALA ICH KANN EUCH NICHT HÖREN!“, lassen einen Praktikanten irgendein zusammenhangloses Gewäsch schreiben (wenn überhaupt) und dann kommen die auch noch damit durch und müssen keinerlei Konsequenzen fürchten. Egal was für eine hetzerische Lügenflut die absondern.
    Ist doch immer so.

    Genau wie die Polizisten die prügelnd durch die Gegend ziehen und auch nichts befürchten müssen, da die von Kollegen, Vorgesetzten und der Staatsanwaltschaft gedeckt werden. Nicht zu vergessen das immer auch ganz mysteriöse Art und Weise Beweismaterial verschwindet oder in Videoaufnahmen aus unerklärlichen Gründen ein paar entscheidende Sekunden einfach geschnitten wurden.

    Und der „Fall Mollath“? Wird einfach alles totgeschwiegen, egal ob da jemand unschuldig irgendwo eingesperrt ist oder nicht.

    Willkommen in Deutsc… ich meine CDU-Land.

  4. Siehst Du, das ist was ich meinte mit „die Medien erschaffen die Realität“. Hart aber Fair weht sich völlig stichhaltig gegen sinnlose Vor- und Anwürfe von irgendwelchen doofen Killerspielern.
    .
    Dass Du eigentlich ganz andere Aussagen kritisierst und als Falschaussagen belegst, das hast Du halt nur geträumt. ;-]

  5. Ich habe die Sendung gesehen und bin auch nach dem Text hier nicht davon überzeugt, dass dort etwas falsches behauptet wurde. Allerdings verstehe ich auch nicht, wie man seine Zeit mit Videospielen vergeuden kann und bin insofern etwas voreingenommen.

  6. Der Autor schreibt: „Diese Aussage wirft ein ganz neues Licht auf die Faktentreue von “hart aber fair“.“

    Dem muss ich widersprechen. WEnn man in einem Thema drin ist, stellt man schnell fest, dass die Tatsachen bei „hart aber fair“ regelmäßig so lange verbogen, gedehnt und unterschlagen werden, bis man endlich ein Gebilde hat, über das man sich hetzerisch empören kann. Das ist keineswegs neu.

  7. @Stefan H
    Ich kann nicht verstehen wie man seine Zeit mit Briefmarken sammeln oder Fußball gucken vergeuden kann. Wenn du Videospiele nicht als ein Hobby wie jedes andere ansehen kannst bist du in dieser Diskussion hier fehl am Platze. Und wenn du wirklich der Ansicht bist, es wäre in der Sendung nichts falsches behauptet worden dann solltest du dich mit dem Thema erst mal eingehend auseinandersetzen bevor du hier mitredest.

  8. Es gibt in Schleswig-Holstein auch jemanden, bei dem
    der NDR Anfang Dezember 2012 Fakten in einer Hörfunk-Sendung durch Verkürzung entstellt und verfremdet hatte.
    Und der NDR weigert sich nun, das Original-Telefonat als Mitschnitt rauszurücken, um die Verkürzung des Telefonats durch den NDR beweisen zu können.

    Und sowas bekommt unsere GEZ-Gebühren…

    Ich kann nur jedem raten, alle Kontakte mit TV-Journalisten zu protokollieren, am besten parallel mitaufzeichnen. Denn das FAKEN geschieht nicht nur bei den PRIVAT-Sendern, sondern auch bei ARD und ZDF !!

  9. @Hildegunst
    Danke für den Hinweis.
    .
    @Stefan H.
    Zum Verständnis. Bist Du der Meinung, dass (Mehrfachnennungen möglich):
    a) Es keinen Unterschied macht, ob jemand seine Motorik verbessert oder einen psychischen Knick bekommt?
    b) Plasberg dadurch, dass von Veränderungen des „Wesens eines Menschens“ sprach, motorische und nicht psychische Veränderungen belegen wollte?
    c) Prinz Harrys Aussage als Beweis dafür taugt, dass man durch virtuelles Fußballspielen zum Psycho wird?
    Oder ist die Äußerung Satire, die nicht erkennen kann (Poe’s Law) oder gemeines Trollen?

  10. @Stefan H.

    Genauso wenig verstehe ich, warum man sich das Gesicht bemalt, Trikots anzieht und seinem Verein durch die Bundesrepublik nachreist, gröhlt und mitfiebert, ist doch nur eine Lederkugel.

    Das heißt aber nicht, dass ich automatisch alle Medienberichte schlucke und jeden Fußballfan für einen gewaltbereiten Hooligan halte, weils ein paar Ausreißer gibt, die von den Medien gern zur Masse stilisiert werden. Nur weil man die Materie nicht versteht, heißt das nicht, man ist automatisch zur Idiotie auf dem Gebiet berechtigt und von Reflektion über gemachte Aussagen freigesprochen.

  11. Die reden sich mal wieder um Kopf und Kragen… ach ja, der Plasberg is sowieso ein „ganz feiner“ Herr.. sägt seine Frau ab, die muss kurz darauf ihren Job bei Lokalzeit Köln abgeben, und die neue Moderatorin ist.. das junge Ding, dass er stattdessen trifft…

  12. „…oder verändert sich durch das Daddeln auch das Wesen eines Menschens?“ Ist Herr Plasberg vielleicht doch ein Gamer? Denn die zentrale Frage das Klassikers „Planescape Torment“ (1999) ist: „Was kann das Wesen eines Menschen ändern?“/“What can change the nature of a man?“ – Im Spiel bleibt diese Frage unbeantwortet. Herr Plasberg scheint die Antwort gefunden zu haben, obwohl er sie in Form einer Frage kleidet.

  13. @Dirk
    Und das Schlimmste ist, dass diese Empörung vielfach noch als „Engagement“ (mit) verkauft wird. Ich verstehe überhaupt nicht wie eine Zivilgesellschaft gar meint darauf soziale Bewegungen – wie etwa in Spanien – fußen zu können.
    Das was in solchen Fernsehstudios passiert ist weit eher schon eine Frage von Gewalt und/oder Militarisierung, denn die Geschichten welche dort verbreitet werden funktionieren ja nicht einmal ohne eine gewisse gemeinsame Grundeinstellung (wie etwa gegenüber Videospielen)
    Soll heißen: da wird zwar die Vertretung einer IT-Affinität eingeladen (Repräsentant der Piratenpartei), aber welche Zeit und welcher Raum wird dieser Vertretung gegeben – wie muss sich diese dort ein- und unterordnen. Und wer spricht eigentlich sonst über zum Beispiel das Thema: doch Menschen die damit (zumindest für sich selbst) vielfach gar nichts anfangen können. Jedenfalls nichts Positives –

  14. Bin ich froh, wenn der Großteil dieser Menschen, die sich mit dem Thema Videospiele kaum auseinander gesetzt haben und dann noch Unwahrheiten verbreiten in ein paar Jahrzehnten nicht mehr unter uns weilen.
    Wenn die Kids von heute mitte zwanzig sind und über jeden offentsichtlichen Schwachsinn der in diesem Bereich geredet sich ins Fäustchen lachen. Dann verringert sich das Ausmaß solcher Diskussionen hoffentlich existenziell. Mich ermüdigt jeder weitere Zurechtrückung in diesem Fall, was mich jedoch nicht von diesem Beitrag hier abhält.

    Danke an stigma-videospiele für die „Stellungs-Stellungsnahme“. Stimme hier vollkommen zu. Ich wünsche mir einen größeren Abbau von Klischees gegenüber Videospielen/ern.

  15. kleine Anmerkung: in der Wiedergabe(!) bitte das „e“ einfügen.
    Ansonsten: Prima!
    Ich fürchte nur, dass das Zielpublikum von Herrn Plasberg die Kritik weder versteht, noch hören möchte.

  16. @Damaskuserlebnis: „Bin ich froh, wenn der Großteil dieser Menschen (…) in ein paar Jahrzehnten nicht mehr unter uns weilen.“ Solche Sätze muss ich auf Schärfste kritisieren. Erstens wünsche ich niemandem dem Tod. Zweitens gibt es auch unter den Kritikern genug Nachwuchs.

  17. Sagt mal leute, erwartet ihr von einem Propaganda Sender wirklich, dass sie ihre Lügen zugeben? Erwartet ihr das Wirklich? Glaubt ihr wirklich noch, das sei unwissenheit? Wenn ja, dann seid ihr naiv!

  18. Muahahahaha, Propaganda Sender… es ist eher naiv zu glauben, dass man in Zeiten des Netzes, wo wirklich jede Information nachprüfbar ist, oftmals schon mit zwei, drei Mausklicks, noch erfolgreich Propaganda betreiben kann.

  19. @Markus:
    Das stimmt nur insoweit, wie die Menschen diese Möglichkeit zur Prüfung auch nutzen. Glaube kaum, dass dies die Mehrheit der ZDF Zuschauer (Altersschnitt nach jüngster Schätzung deutlich über 60), dies tatsächlich tut, obwohl heute keine(r) zum Recherchieren im Netz mehr zwangsläufig den stationären Rechner braucht. Mal abgesehen davon, dass ÖR-Fernsehen durch das lange Bestehen, Imagekampagnen und geschickte Gestaltung der Sendungen bei vielen eine Art Nimbus der Glaubwürdigkeit besitzt. Ergo: Die sagen, dass Spiele böse sind, also wird da schon was dran sein. :/
    .
    Diese Reaktion von HaF ist nicht nur eine Chewbacca-Verteidigung, sondern auch ein Indikator dafür, dass die Verantwortlichen so von der Unfehlbarkeit der eigenen Arbeit überzeugt wird, dass sie bei Kritik gleich mal den Totschläger „Angriff auf die Meinungsfreiheit“ rausholen. Erbärmlich sowas.

  20. @buzzti
    Ich sehe nirgends das Damaskuserlebnis jemanden den Tod „wünscht“, er hat lediglich auf einen realen Umstand hingewiesen (überalterte Bevölkerung). Du hast aber Recht damit das „Nachwuchs“ gibt, dieser ist aber Verhältnismäßig klein im Vergleich zu den Kritikern der Dinosaurier-Generation.

    Und das „froh sein wenn jemand stirbt“ ist natürlich etwas pietätlos, aber auch das ist gesellschaftlich akzeptiert, sofern es den/die richtigen erwischt. Siehe Tod von Osama bin Laden, da konnten die Führer der „zivilisierten Demokratien“ auch kaum abwarten zu gratulieren und zu jubeln das ein Mensch, ohne Einhaltung von rechtsstaatlichen oder völkerrechtlichen Grundsätzen, weg-gemeuchelt wurde.

  21. „Hart aber fair“ versucht bei jeder Gelegenheit sich als Plattform freier Meinungsäußerung darzustellen und dann werden Beiträge manipuliert um eine bestimmte Meinung darzustellen oder zu hoffieren. Alleine der „FIFA“ Beitrag und in Folge Krauses geistiger Dünnpfiff wirken dermaßen einstudiert, das hier die Redaktion einen bestimme Meinung Vorrang gibt. Bei der dieswöchigen Folge habe wir wieder den gleichen Salat, wo sich (Aufge)Plaßberg gegen den Titanicredakteur geradzu eschauffiert hat. Pure Heuchelei, wenn sie ehrlich wären müssten die Sendung auf „Doof und tendenziös“ umbenennen. Guter Journalismus sieht anders aus, da er sich keiner Sacher anschließt.

  22. „Hierzu sei kurz angemerkt: Die Meinungsfreiheit schützt grundsätzlich nur wahre Tatsachenbehauptungen.“

    Hierzu sei kurz angemerkt: Die Meinungfreiheit schützt grundsätzlich NICHT Tatsachenbehauptungen, sondern Meinungen – und diese sind im grundrechtlichen Sinne das Gegenteil einer Tatsachenbehauptung. Jedoch wirkt bei einer erweiternden Auslegung des Art. 5 Abs 1 GG die Meinungsfreiheit auch auf Tatsachenbehauptungen, insoweit diese eine Grundlage für die Meinungsbildung darstellen.

  23. @Markus

    Hmm, du hast da ja eine interessante Einstellung! So wie ich dich verstehe, informiert sich heutzutage also jeder über alles? Bist du umfassend informiert und hast die infos in den Nachrichten überprüft? Also weist du, ob der Iran an einer Atombombe arbeitet oder nicht? (mal abgesehen davon, dass die ja schon, wenn man die Zeitungen zurückverfolgt seit dem Jahr 2000 eine haben müssten, denn das behaupten unsere Medien schon seit über 22 Jahren, wenn nicht schon länger)
    http://www.nytimes.com/1992/11/30/world/cia-says-iran-makes-progress-on-atom-arms.html?pagewanted=all&src=pm

    Wie siehts mit Syrien aus? Sind das Freiheitskmpfer, oder doch eher Islamische Fundamentalisten?

    Lybien? Hast du dich unabhängig informiert?

    Wahreinschlich nicht! Und wenn doch, bist du einer von wenigen! Die Meisten Menschen in Deutschland (vorallem die nicht Studenten, da spreche ich aus Erfahrung) wissen, wer Deutschlands Topmodel wurde, oder wer bei Popstars gewonnen hat! Wichtige Dinge, wissen die meisten nicht! Die meisten in Deutschland schauen Nachrichten und nehmen es hin! Die Wenigsten Kontrollieren oder holen sich mehrere Meinungen ein! Und die Medien in Deutschland repräsentieren sowieso nur eine Meinung! Sorry, aber es ist naiv zu glauben, dass Propaganda nicht mehr möglich ist! Vor allem ist es naiv zu glauben, das die Menschen sich informieren! Aber da kannst du auch nichts für, denn diese Propaganda (Durch das internet ist Propaganda nicht möglich weil sich jeder informieren kann) reden sich gerne viele Leute ein! Ich frage mich nur, welchen Ursprung dieser Glaube hat! Das ist in etwa so, als wolle man eine Prüfung ablegen, sagt sich es gibt ja heute das Internet, ich kann gar nicht durchfallen, liest aber nix nach oder informiert sich über Popstars und wundert sich dann, warum man mit einer 6 Durchfällt!

  24. Wieso das? Leuten, die sich schon selber das Prädikat „Fair“ verleihen, sollte man grundsätzlich kritisch betrachten.

    Zudem ist „Hart aber Fair“ dafür bekannt, nicht gerade saubere Argumente von sauberen Personen zu präsentieren. Fairerweise muss man anmerken, dass das auch für alle andern Polittalks gilt. Der „sogenannte Faktencheck“ ist da doch nur ein Feigenblatt.

    Wenn man sich dann noch den Lebenslauf von Plasberg, der sein journalistisches Profil durch (selbst in der Presse scharf verurteilte) Interviews mit Rösner & Degowski (Gladbecker Geiselnehmer) schärfte, weiss man doch, was für Leute man hier vor sich hat.

  25. Meine Aussage bezog sich auf das folgende Zitat:

    Diese Aussage wirft ein ganz neues Licht auf die Faktentreue von “hart aber fair”.

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  28. @Soldat-Hans

    Ich habe nicht behauptet, dass sich jeder über alles informiert, lediglich, dass es möglich ist, so ziemlich jede Information genauer zu überprüfen dank einer Vielzahl von Quellen, die einem zur Verfügung stehen. Propaganda funktioniert eben nur effektiv, wenn der Bevölkerung nur eine Informationsquelle zur Verfügung steht.

    Auch habe ich nie behauptet, dass Propaganda komplett unmöglich ist, nur der Erfolg ist heute lange nicht mehr so einschlagend wie z.B. noch zu Zeiten des Kalten Kriegs, eben weil die Bevölkerung die Möglichkeit hat, Informationen zu hinterfragen und zu überprüfen durch andere Quellen.

    Du hast sicher recht mit deiner Behauptung, dass es nicht alle tun, ich unterstelle jedoch mal, dass Leute unter 50 und über 20 doch einen großen Hang zum Hinterfragen haben. Deine drei Beispiele sind natürlich interessant gewählt. Ob Freiheitskämpfer oder Fundamentalist z.B. hängt immer von der Perspektive ab. Ist ähnlich wie damals die Mujahideen in den 80ern aus denen sich dann die heutigen Taliban entwickelt haben.

    Fakt ist, es sind Leute, die gegen das Regime des Landes kämpfen. Fakt ist, Menschen sterben dabei. Das ist überprüfbar und Propaganda frei.

    Und dass Deutsche Medien immer nur eine Meinung repräsentieren ist natürlich quatsch. Man lese nur mal Spiegel und Stern nebeneinander über dasselbe Thema.

    Als letzte möchte ich nur noch anmerken, dass dein Name, Soldat-Hans, natürlich sehr schön gewählt ist. Soldaten sind ja bekanntlich immer die Ersten, die der Propaganda zum Opfer fallen ;-)

  29. Ich zitieren dann auch mal aus der Stellungnahme: “Im Übrigen gilt in unserem Land […]: Sie müssen also damit leben[…].”

    War das jetzt so richtig, liebe Redaktion?

  30. Nein, das Zitat ging wohl:
    “Im Übrigen gilt in unserem Land…: Sie müssen … im Fernsehen Dinge sagen, die Sie für falsch halten bzw. die Ihrer Meinung widersprechen.”

  31. Die öffentlich-rechtlichen Qualitätsmedien schlagen schon wieder zu:
    ———————————
    Ein Erdbeben der Stärke 9 hatte damals den Nordosten des Landes erschüttert und eine bis zu zwanzig Meter hohe Tsunamiwelle ausgelöst. In der Folge kam es zu einem Reaktorunfall im Kernkraftwerk Fukushima. Dabei kamen ungefähr 16.000 Menschen ums Leben.
    ————-
    Quizfrage: wieviele Menschen sind laut diesem Text durch den Reaktorunfall ums Leben ?
    Antwort:
    http://www.bissige-liberale.net/2013/03/11/die-hohe-kunst-der-manipulation-profis-und-eine-amateurin/

  32. @Alreech
    Danke für den Link. Ich habe mich jetzt schon oft gefragt ob das alles überhaupt stimmt. Dennoch frage ich mich wo etwa konkret in Erfahrung gebracht werden kann, dass an Fukushima noch kein Mensch gestorben ist – auch was diesee „Fukushima-50“ betrifft. Und ob man das überhaupt so sagen kann…

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